Mythos Sündenfall - Interpretation?

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Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » Sa 17. Nov 2007, 18:09

Eigentlich dachte ich immer, ich hätte die Geschichte vom Sündenfall von Adam und Eva längst verstanden. Denkste. Da gärt noch was....


In der Schöpfungsgeschichte fasziniert mich immer wieder der Umstand, dass ausgerechnet Gott verbieten sollte, vom „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ zu essen. Und er dem Menschen zudem verwehrt, vom anderen Baum, vom „Baum des (ewigen) Lebens“ zu essen. Und unsre beiden Helden sind da ja auch aus dem Garten rausgeflogen, bevor sie von dem zweiten Baum essen konnten.
Hinzu kommt, das ausgerechnet die Erkenntnis von Gut und Böse eine göttliche Eigenschaft ist (okay, aus der Sicht der listigen Schlange) und Gott selbst ja unsterblich, was er dem Menschen dann nicht zugesteht. Also interpretiere ich jetzt etwas falsch, weil Gott ist, wie wir wissen, anders, jedenfalls nicht ungerecht.

Dann: mit der Gabe der Unterscheidung von Gut und Böse bestückt, erkannten Adam und Eva was? Etwas was – aus den Umständen heraus – absolut lächerlich ist: sie waren nackt. Als ob die beiden sich nicht schon oft genug so gesehen hätten, wie Gott sie unverhüllt schuf.

Die Unterscheidung von Gut und Böse scheint zu etwas zu führen, was im Lächerlichen mündet. Aus dem Augenblick heraus interpretiert: Sie wurden sterblich und erhielten als Gegenleistung, dass sie sich als nackt empfanden. Na toll.

Trotzdem scheint hier eine sehr tiefe Symbolik zu stecken, deren Lösung zu finden ist. Jedes Wort jeder Umstand wird zum Symbol: unsterblich, gut und böse, Adam und Eva, Schlange, etc.

Gott sagte zu Adam: Wer hat Dir gesagt, dass Du nackt bist?
Worauf bezieht sich dies? Denn zwei Augen um diesen Sachverhalt festzustellen, hatte Adam ja schon vom ersten Augenblick seiner Existenz an. Und nun war er nackt und schämte sich. Wofür steht das?

Es geht also nicht um den materiellen Vorgang auf der Ebene der Wahrnehmung, sondern um ein Gefühl, eine Bewertung.

Anderer Gesichtspunkt: es scheint, wenn man Gut und Böse nicht unterscheidet, ist man unsterblich (lebt). Wobei es nun auch so ist, das Adam und Eva das „gut und böse“ nicht in sich fanden, sondern als Äußerlichkeit (die vorher schon da war ohne „an-sich“ böse zu sein).

Schlussfolgerung: Gut und Böse gibt es eigentlich nicht „an sich“, sondern ist eine Bewertung. Das Differenzieren steht dem reinen Erleben (Leben) entgegen. Oder kurz: Vom ersten Moment an ist man als Mensch in einer tödlichen Sackgasse, wenn man moralisch denkt.

Aber irgendetwas fehlt mir noch........???? Bin ich in einer anderen Sackgasse? Und wenn der Verdacht in die richtige Richtung weist, was fange ich damit an?

Fühle mich wie ein ahnungsloses Huhn am Startblock. Hat jemand ne Antwort?
Oder ist der Schlüssel im Laufe der Geschichte verloren gegangen?
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Johncom » Sa 17. Nov 2007, 20:17

Original von Naqual Schlussfolgerung: Gut und Böse gibt es eigentlich nicht „an sich“, sondern ist eine Bewertung. Das Differenzieren steht dem reinen Erleben (Leben) entgegen. Oder kurz: Vom ersten Moment an ist man als Mensch in einer tödlichen Sackgasse, wenn man moralisch denkt.


Hallo Naqual,

das ist ein Superthema, die Schöpfungsgeschichte. Hohe Symbolik.

Ja .. das differenzierende Denken ( = das sondierende Denken ) ist das sündige Unterscheiden. ´Ich´ war ursprünglich eins, nun bin ich viele. Jetzt ist Kampf, Arbeit, Konkurieren und die Furcht. Durch das Differenzieren sind wir aus dem seligen Paradies herausgefallen. Vermutlich ist das Paradies nie verschwunden, wir sehen es halt nicht mehr.

Gruß :)
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Such_Find » Sa 17. Nov 2007, 20:26

Anderer Gesichtspunkt: es scheint, wenn man Gut und Böse nicht unterscheidet, ist man unsterblich (lebt).
Wer sagt das es um die Erkenntnis von Gut/Böse geht? Geht es um die [falsche] Motivation die nötig ist in Adams Position um nach diesem zu streben? Vielleicht wär er mal an einem Punkt angekommen wo ihm Gott es erlaubt hätte. Dieselbe Person die früher zu mir sagte das ich nicht an die Steckdose gehen soll die sagt mir heute das ich einen Stecker in diese stecken soll...


Adam musste das von Gott eingehauchte Leben verwerfen wenn er von etwas anderem Leben erwartet(welches ihm verkündet wurde), das eine Leben löste das andere ab.
Adam tauschte inneres göttliches Leben mit konsumierbarem äusserem, er selbst war jetzt ohne Leben intus(dieses nutzte er nicht mehr, sondern äusseres durch machen/haben/können), also tot.
Er lebte jetzt nicht mehr IN dem Körper sondern DURCH ihn, Körper futsch Leben futsch.
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon hyperporea » Sa 17. Nov 2007, 21:53

Hallo Naqual,

um das auflösen zu können, musst Du die erste Genesis verstanden haben um zu wissen wer in der 2. Genesis Gott der Herr ist und was das Nackt sein nicht nur für Adam und Eva bedeutete, sonderen erst recht für Gott den Herrn.

Die Lösung liegt zwischen beiden Schöpfungsgeschichten.

grüße Hypo

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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Scardanelli » So 18. Nov 2007, 00:39

Erkenntnis bedeutet, dass der Erkennende selbst ist, was er erkennt. Erst das macht es zur wahren, zur konkreten Erkenntnis. Das meint die beiden notwendigen Seiten der Erkenntnis, die Form der Objektivität und der Subjektivität. Und wie die Form diese beiden Seiten hat, so auch der Inhalt, wer vom Bösen nichts weiß, es nicht selbst ist, der wird das Gute nicht erkennen können.

Ich erkennen das Gute und ich erkenne das Böse, wenn es konkret sein will, setzt voraus, dass der Erkennende das selbst ist. Andernfalls wäre da nur die objektive Seite und die ist nur durch Abstraktion, eben durch Abstraktion von der subjektiven Seite, mithin nur abstrakt gut oder abstrakt böse.

Sie bissen in die verbotene Frucht, bedeutet, sie haben das Böse nicht nur abstrakt, sondern konkret, denn sie selbst sind böse. Weil ich also böse bin, kann ich das Böse an mir selbst erfahren, es erkennen und dies, weil ich zugleich gut bin. Ich bin gut gemacht worden und wurde böse, ist das ganze Paket, dass man Erkenntnis nennt, oder es ist das Päckchen, welches Gott selbst trägt und ausgetragen hat. Und aus diesem Grund ist Gott ja so scharf auf die Versöhnung, denn die löst das Problem der beiden Widerstreitenden in einem.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon bel » So 18. Nov 2007, 01:40

Original von Naqual
In der Schöpfungsgeschichte fasziniert mich immer wieder der Umstand, dass ausgerechnet Gott verbieten sollte, vom „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ zu essen. Und er dem Menschen zudem verwehrt, vom anderen Baum, vom „Baum des (ewigen) Lebens“ zu essen.

Genau, beides verwehrt er.
Original von Naqual
Hinzu kommt, das ausgerechnet die Erkenntnis von Gut und Böse eine göttliche Eigenschaft ist und Gott selbst ja unsterblich, was er dem Menschen dann nicht zugesteht. (okay, aus der Sicht der listigen Schlange)

Ich habe Deinen Satz n bissel umformatiert, weil es sich in beiden Fällen um Auslegungen "der Schlange" handelt.

Original von Naqual
Die Unterscheidung von Gut und Böse scheint zu etwas zu führen, was im Lächerlichen mündet. ... Und nun war er nackt und schämte sich. Wofür steht das?
Es geht also nicht um den materiellen Vorgang auf der Ebene der Wahrnehmung, sondern um ein Gefühl, eine Bewertung.

Ganz genau, und zwar noch eine, die keinerlei vernünfige Grundlagen hat, denn so waren sie ja von anbeginn.

Original von Naqual
Anderer Gesichtspunkt: es scheint, wenn man Gut und Böse nicht unterscheidet, ist man unsterblich (lebt).

Ja, das ist ja das Jesus-Thema: die nicht-unterscheidende (nicht-bewertende) Liebe: einem "Bösen" wird sie in keinem geringerem Maße zu teil, wie einem "Guten" - genau das ist "die frohe Botschaft".
Hier zeigt sich übrigens, daß, hätten sie vom "Baum des ewigen Leben" Früchte gegessen, möglicherweise sogar Schlimmeres passiert wäre. Das hätte nämlich die Verwirrung ewig zementiert. Darüber war sich wohl nicht einmal "die Schange" klar, so sehr ist diese selbst vom "Begehren" verblendet. So aber ist das Begehren des Menschen nur eine Folge von "Verblendung" (die sie für Erkenntnis halten)

Original von Naqual
Oder kurz: Vom ersten Moment an ist man als Mensch in einer tödlichen Sackgasse, wenn man moralisch denkt.

"Moral" ist eben nur menschlich - wir wissen sie ändert sich entsprechend der Umstände und Zeiten. Sie wird zwischen den Menschen verhandelt.

Original von Naqual Und wenn der Verdacht in die richtige Richtung weist, was fange ich damit an?Oder ist der Schlüssel im Laufe der Geschichte verloren gegangen?

Na ich finde, Du schaust in die richtige Richtung und nein, der Schlüssel ist nicht verloren gegangen - Jesus hat ihn uns ja übergeben in dem er lehrte: gib Deine Liebe nicht nach Deinem Urteil, gib Dein Begehren auf - dies ist das "unsterbliche" Leben, dies ist die vollkommene Erkenntnis.
Dies ist das Erwachen, die Erlösung.

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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Genussdenker » So 18. Nov 2007, 02:47

Original von Scardanelli
[...]

Sie bissen in die verbotene Frucht, bedeutet, sie haben das Böse nicht nur abstrakt, sondern konkret, denn sie selbst sind böse. Weil ich also böse bin, kann ich das Böse an mir selbst erfahren, es erkennen und dies, weil ich zugleich gut bin. Ich bin gut gemacht worden und wurde böse, ist das ganze Paket, dass man Erkenntnis nennt, oder es ist das Päckchen, welches Gott selbst trägt und ausgetragen hat. Und aus diesem Grund ist Gott ja so scharf auf die Versöhnung, denn die löst das Problem der beiden Widerstreitenden in einem.



Treffender kan man es kaum formulieren. Zumindest was das Zitierte betrifft, stimme ich mit "Scardanelli" überein.

Doch den Sündefall auf das Werten (Ethik) zu beschränken, halte beinahe zu simpel. Denn im ganzen Kontext der Bibel bis zur Auferstehung Jesu erkennt man rückführend/rückwirkend eine Unmenge an Symbolik im Sündefall.
Der Sündefall beschreibt auch gleichzeitig das Verhältnis von Gott zum Mensch.
Doch dieses Verhältnis, dieser Bezug ist nicht einseitig, sondern ambilavent, pradox. Ja, beides, den die Perspektive und Thematik bestimmt darüber.

Der Sündefall wird gemeinhin so aufgefasst :
Adam und Eva hätten eine Regel Gottes missachtet. Sie hätten die Regel gebrochen und Gott hätte sie (und damit die folgende Menschheit) mit der Verbannung aus dem Paradies bestraft.

Erweiternd gilt das Paradies aber als Verheissung. Als Ort wo man himmkommen darf, erweise man sich Gott treu.

Nun, so simpel ist es aber bei Weitem nicht!

Denn wenn man sich genau achtet, war die Verbannung aus dem Paradies eben nicht nur Strafe. Sondern auch Geschenk.

Die vermeintliche Strafe bestand im Auszug aus dem Paradies. Und damit wurde der Mensch jedoch um die gabe der Erkenntnis gegeben. Damit ihm nicht mehr das selbe wie mit dem Apfel geschehen sollte.

Gott wollte also, dass der Mensch erkennen würde.
Und dies hat eine Doppeldeutung:

Erkenntnis kann zerstörend sein. Aber auch nützlich.
Doch dass der Mensch in der Welt nun wieder zu Gott finden würde, müsste der Mensch Gott ja als Gott erkennen müssen.

Denn auch hier ein Paradoxon : Der Mensch musste Gott als Gott erkennen damit der Mensch Nützliches/Gutes täte. Weshalb : weil alleine schon der Umstand, die Gabe der Erkenntnis den Menschen befähigen könnte, Gott nicht mehr als Gott zu erkennen und damit er mit der Welt und sich ziellos umgehen würde.

Dieses "zu Gott finden" hatte also einen doppeleffekt/doppelnutzung, eine Doppeldeutung : Den damit wurde auch das "finden zu Gott" zum Guten".

Gott hatte also in der Gabe des Menschen (die Erkenntis) einen Nutzen.

Dies einmal für´s Erste.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon bel » So 18. Nov 2007, 08:31

@ Genussdenker, Scardanelli

Beide weicht ihr der Frage aus, warum Gott _diese_ beiden Regeln aufgestellt hat - genau diese beiden.

Weder waren Adam & Eva "gut" oder "böse" oder beides zusammen "geschaffen" worden, denn das sind menschlichen Kategorien mit denen Gott sich nicht gemein macht, sondern nach "seinem Ebenbild" - bei uns heißt das "vollkommen" - nur können dies die Menschen nicht annehmen, sie denken immer "dahinter" müsse noch irgendetwas "Besseres" geben, "Menschsein", so geliebt, würde nicht reichen.

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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Scardanelli » So 18. Nov 2007, 09:44

absolut lächerlich ist: sie waren nackt. Als ob die beiden sich nicht schon oft genug so gesehen hätten, wie Gott sie unverhüllt schuf.
Die beiden haben sich vorher nicht gesehen, weil sie beide noch gar nicht waren. Damit etwas gesehen werden kann, muss erstmal das sein was etwas sehen kann. Es war wohl das vorhanden, was gesehen werden kann, aber noch niemand, der es sehen konnte. Es war noch kein Geist vorhanden, denn das ist erst mit der Erkenntnis. Der Geist ist die Erkenntnis, es ist die Vereinigung von Subjekt und Objekt in einem als Getrennte.
Und für den Verlauf bedeutet dies: so bin ich, aber so soll ich nicht bleiben. Darin sind ebenso Gut und Böse vereint, als Getrennte.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Frau Katz » So 18. Nov 2007, 09:53

Hallo Naqual

Original von Naqual
In der Schöpfungsgeschichte fasziniert mich immer wieder der Umstand, dass ausgerechnet Gott verbieten sollte, vom „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ zu essen. Und er dem Menschen zudem verwehrt, vom anderen Baum, vom „Baum des (ewigen) Lebens“ zu essen. Und unsre beiden Helden sind da ja auch aus dem Garten rausgeflogen, bevor sie von dem zweiten Baum essen konnten.


Ich habe mal die Interpretation gelesen, dass Jesus diese Geschichte in andere Form nacherzählt habe - als Gleichnis vom verlorenen und wiedergefundenen Sohn. Der Sohn unterlag nicht einem Verbot, sondern wollte selbst gehen; der Vater gab ihm sogar seinen Anteil am Erbe mit; und auch wenn es in der Genesis als sehr streng rüberkommt, könnte man das Verbot auch einfach als Hinweis lesen: diese Frucht hat diese Wirkung - iss sie, oder lass sie, es ist deine Wahl.

Kannst du französisch lesen? Wenn ja, empfehle ich "alliance de feu", die Genesis-Interpretation von Annick de Souzenelle. Leider gibts die nicht in anderen Sprachen.


Original von Naqual
Hinzu kommt, das ausgerechnet die Erkenntnis von Gut und Böse eine göttliche Eigenschaft ist (okay, aus der Sicht der listigen Schlange) und Gott selbst ja unsterblich, was er dem Menschen dann nicht zugesteht.


Adam im Garten Eden war ja schon unsterblich; sonst hätte es ja keinen Sinn, darauf hinzuweisen, dass das Essen von der Frucht sterblich machen würde.

"die Erkenntnis von gut und böse" hat wohl mit der Entstehung eines Egos zu tun, also dieser ganz bestimmten psychischen Struktur, die Menschen haben, Tiere aber nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel). Moral, Ethik, überhaupt zu verstehen, worum es bei so etwas Abstraktem wie gut und böse geht... das ist menschlich. Tiere haben andere Kriterien, wie "schmeckt gut oder nicht, ist essbar oder nicht." - aber keine moralische Kategorie, dass man jetzt die Beute nicht töten darf, weil sie zu einer bedrohten Spezies gehört.

Es hat auch mit dem Auftauchen des "ich bin" zu tun - kein anderes Wesen als der Mensch kennt das Wort "ich" und was es bedeutet, und wie man es anwendet.

Gut und böse sind auch immer Bewertungen; ich gehe auch davon aus, dass es eine andere Qualität von "gut" ist als in den ersten Tagen, wo Gott immer wieder sagt "und es war gut". Das göttliche "gut" ist absolut und hat kein Gegenstück; das menschliche "gut, schlecht" ist immer relativ, "gut für mich, schlecht für dich"

Und sobald man "gut für..., schlecht für...." sagt, befindet man sich in einer Trennung, nicht mehr in der Einheit; und wenn sich die Menschen nackt sehen, wie "die nackte Wahrheit", so sehen sie auch, dass sie getrennt, allein, unvollkommen, verlassen sind. Sowas wie die "existentielle Geworfenheit in die Welt", wie Sartre offenbar mal sagte - ziemlich mieser Zustand.

so, mal mein versuch.. grüsse, barbara
Die Rolle der Propheten ist immer noch die gleiche - sie hält die Menschheit wach. (arno gruen)
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Scardanelli » So 18. Nov 2007, 10:50

Original von bel
Original von Naqual
Anderer Gesichtspunkt: es scheint, wenn man Gut und Böse nicht unterscheidet, ist man unsterblich (lebt).

Ja, das ist ja das Jesus-Thema: die nicht-unterscheidende (nicht-bewertende) Liebe: einem "Bösen" wird sie in keinem geringerem Maße zu teil, wie einem "Guten" - genau das ist "die frohe Botschaft".
Auch das ist nur von der objektiven Seite aus betrachtet. Es ist im Falle des Subjektiven nicht eine Entscheidung, ob man nun unterscheidet oder auch nicht, sondern in diesem Falle ist man es. Man ist gut und man ist böse und die Entscheidung ist nur ein leerer Gedanke. Dass ist so, sich zu entscheiden, kein Karies zu haben, wenn man es aber doch hat.

Gott selbst ist die Erkenntnis, also gut und böse, denn das ist die Grundlage der Erkenntnis, oder besser, die Erkenntnis selbst. Also ist Gott sehr wohl sterblich. Anders hätte Jesus nicht sterben können.
Das Böse erfordert es, sich selbst sterben zu können. Insofern wäre das nicht sterben können ein Fluch.

Die Liebe, die auf das Böse trifft, die endet am Kreuz. Wenn das Böse nur eine Einbildung wäre, die man nur wegdenken könnte, dann wäre das Kreuz auch nur ein leerer Gedanke, nicht wirklich.

Die Realität hat die Unterscheidung und diese Realität ist das Kreuz. Ob das nun gedacht wird oder auch nicht, spielt keine Rolle an der Realität von Gut und Böse.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Enggi » So 18. Nov 2007, 12:38

Gen 3,6 Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß. 7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.

Die Frau schaute auf das, worauf die Schlange sie hingewiesen hatte und liess sich verlocken, klug zu werden. Die Frucht war nicht bitter, denn sonst hätte sie sie ausgespuckt und nicht ihren Mann mit hineingezogen. Klugheit schmeckt eben gut und der Tod ist geschmacklos. Auf das Erreichbare schauen verführt zur Klugheit. Die Klugheit führt zur Erkenntnis der Nacktheit. Lasset uns dumm werden, dann geht es uns wieder besser.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon hyperporea » So 18. Nov 2007, 12:43

Original von Enggi
Gen 3,6 Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß. 7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.

Die Frau schaute auf das, worauf die Schlange sie hingewiesen hatte und liess sich verlocken, klug zu werden. Die Frucht war nicht bitter, denn sonst hätte sie sie ausgespuckt und nicht ihren Mann mit hineingezogen. Klugheit schmeckt eben gut und der Tod ist geschmacklos. Auf das Erreichbare schauen verführt zur Klugheit. Die Klugheit führt zur Erkenntnis der Nacktheit. Lasset uns dumm werden, dann geht es uns wieder besser.


Eva hatte ja bereits von der Frucht gegessen, bevor sie Adam diese gab.
Die Wirkung dieser Frucht war Eva deshalb schon bekannt und weil sie ihr schon bekannt war und sie wohl merkte das diese Frucht gut ist, gab sie diese dann auch Adam.
Jedenfalls wuste sie die Wirkung bereits ansonsten hätte sie sich vielleicht garnicht getraut sie Adam auch noch zu empfehlen.

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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Wolfi » So 18. Nov 2007, 13:03

@ Scardanelli :

Man ist gut und man ist böse und die Entscheidung ist nur ein leerer Gedanke.

Nanana ... Die Entscheidung ist wohl schon noch etwas mehr, als ein leerer Gedanke: Immerhin zeichnet diese Entscheidung mich danach als guten oder schlechten Menschen aus, oder? -

Das Böse erfordert es, sich selbst sterben zu können. Insofern wäre das nicht sterben können ein Fluch.

Betrachtest Du denn das Sterben tatsächlich als etwas Böses?- Hmmm...?

Die Liebe, die auf das Böse trifft, die endet am Kreuz.

Das mag mit der christlichen Liebe tatsächlich so der Fall sein. Aber das muss es ja auch, da Christen einen grossen Gefallen an der Märtyrerrolle zu finden scheinen. Ich betrachte eine solche Weltanschauung als zu krass, zu extrem, als dass ich mich mit ihr anfreunden könnte.

Wenn das Böse nur eine Einbildung wäre, die man nur wegdenken könnte, dann wäre das Kreuz auch nur ein leerer Gedanke, nicht wirklich.

Hängt die Bewertung von Gut und Böse nicht auch sehr stark von der Kultur und dem Zeitgeist ab?- Das Kreuz, das war vor zweitausend Jahren; was für eine Relevanz sollte es im Heute denn noch haben?- Damals war die Welt noch weitestgehend unerforscht; inzwischen wurde sie jedoch zu einem Dorf (ausser für ein paar Ewiggestrige). In einem Dorf sucht man nach gemeinschaftlichen Lösungen und trachtet doch nicht mehr danach, einen Anderen an´s Kreuz zu nageln?-

Die Realität hat die Unterscheidung und diese Realität ist das Kreuz.

Ja, für die Christen ist das Kreuz eine Realität. Aber für allen Anderen (und das ist doch mit Abstand die Mehrheit)?-

Ob das nun gedacht wird oder auch nicht, spielt keine Rolle an der Realität von Gut und Böse.

Ich meine, dass das Kreuz keine Rolle spielt, um Gut und Böse voneinander unterscheiden zu können. Die Realität wird doch aus dem geschaffen, was gedacht wird. Wenn ich nun also ständig mit dem Kreuz umher gehe, braucht es mich da zu wundern, wenn ich eines Tages daran fest genagelt werde?- Sorry, aber da gibt´s doch weitaus attraktivere Wege ...
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Enggi » So 18. Nov 2007, 14:00

Original von hyperporea

Eva hatte ja bereits von der Frucht gegessen, bevor sie Adam diese gab.
Die Wirkung dieser Frucht war Eva deshalb schon bekannt und weil sie ihr schon bekannt war und sie wohl merkte das diese Frucht gut ist, gab sie diese dann auch Adam.
Jedenfalls wusste sie die Wirkung bereits ansonsten hätte sie sich vielleicht garnicht getraut sie Adam auch noch zu empfehlen.

grüße Hypo

Eine Wirkung der Frucht setzte aber mit Verzögerung ein: Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren. Wenn zuerst Evas Augen aufgetan worden wären, so hätte sie die Nacktheit bemerkt und sich vor Adam versteckt.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon hyperporea » So 18. Nov 2007, 14:38

Original von Enggi
Original von hyperporea

Eva hatte ja bereits von der Frucht gegessen, bevor sie Adam diese gab.
Die Wirkung dieser Frucht war Eva deshalb schon bekannt und weil sie ihr schon bekannt war und sie wohl merkte das diese Frucht gut ist, gab sie diese dann auch Adam.
Jedenfalls wusste sie die Wirkung bereits ansonsten hätte sie sich vielleicht garnicht getraut sie Adam auch noch zu empfehlen.

grüße Hypo

Eine Wirkung der Frucht setzte aber mit Verzögerung ein: Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren. Wenn zuerst Evas Augen aufgetan worden wären, so hätte sie die Nacktheit bemerkt und sich vor Adam versteckt.


so mag zwar der Satz interpretiert werden und letztendlich gingen ihnen ja beide die Augen auf.
Heist aber nicht das eine Verzögerung eingetreten ist, sondern das jetzt beide davon profitierten und nicht nur Eva alleine.

Was dachten sie eigentlich vorher, als sie das nackt sein erkannten, das sie angezogen wären?

Wenn sie nackt waren, was haben sie dann vorher gesehen?
Das wird ja auch nicht eschrieben. Ausserdem hat Gott gesagt das sie sterben werden, das sie nackt sein würden, davon war nicht die rede auch nicht davon das sie Untercheiden könnten sondern nur das sie sterben werden.

Was hat sterben mit nackt sein zu tun oder mit dem Erkennen von Gut und Böse.
Das sagte ihnen alles die Schlange, von Gott haben sie darüber garnichts erfahren.
Von Gott ist einzig und alleine die Rede vom sterben müssen und sonst garnichts.

Wieso werden sie auf einmal nackt und leben och 930 Jahre obwohl sie am dem Tage hätten sterben sollen?
Sie sind nicht an diesem Tage gestorben und somit hat Gott nicht die Wahrheit gesagt. Sie hätten garkeine Zeit mehr gehabt überhaupt Kinder zu zeugen. Geht ja uach nicht in ein paar Stunden wenn ein Baby schon 9 Monate dazu braucht.
Die Aussage Gottes ist einwandfrei falsch wobei die Aussage der Schlange wirklich eingetroffen ist.
Bei manchen Menschen ist die Erkenntnis von Gut und Böse und dessen Unterschied allerdings bis heute noch nicht eingetroffen.

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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Such_Find » So 18. Nov 2007, 14:59

@hyperporea
Wieso werden sie auf einmal nackt und leben och 930 Jahre obwohl sie am dem Tage hätten sterben sollen?
Sie sind nicht an diesem Tage gestorben und somit hat Gott nicht die Wahrheit gesagt. Sie hätten garkeine Zeit mehr gehabt überhaupt Kinder zu zeugen. Geht ja uach nicht in ein paar Stunden wenn ein Baby schon 9 Monate dazu braucht.
Wenn der Mensch ein Stück Fleisch ist, dann würde ich deiner Aussage zustimmen.

Adam hatte das göttliche Leben verworfen was Gott ihm intus eingehaucht hatte, ohne dieses war er tot aus Gottes Sicht - die Menschensicht mag das anders beurteilen...

Was [Leben,Tod,...] ist bestimmt im Endeffekt immer der Hierarchie-Höchste.
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
Zitat von William Penn
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon hyperporea » So 18. Nov 2007, 15:22

Original von Such_Find
@hyperporea
Wieso werden sie auf einmal nackt und leben och 930 Jahre obwohl sie am dem Tage hätten sterben sollen?
Sie sind nicht an diesem Tage gestorben und somit hat Gott nicht die Wahrheit gesagt. Sie hätten garkeine Zeit mehr gehabt überhaupt Kinder zu zeugen. Geht ja uach nicht in ein paar Stunden wenn ein Baby schon 9 Monate dazu braucht.
Wenn der Mensch ein Stück Fleisch ist, dann würde ich deiner Aussage zustimmen.

Adam hatte das göttliche Leben verworfen was Gott ihm intus eingehaucht hatte, ohne dieses war er tot aus Gottes Sicht - die Menschensicht mag das anders beurteilen...

Was [Leben,Tod,...] ist bestimmt im Endeffekt immer der Hierarchie-Höchste.


Hallo Such-Find

hier geht es nicht um die Sicht die Gott hatte sonderen konkret um das sterben wenn sie von der Frucht essen.
Es geht auch nicht um ein göttliches Leben oder ein nicht göttliches Leben.

Die Schöpfungsgeschichte will wörtlich genommen werden, denn so steht sie drin, mit dem Wort Gottes.
In dem Moment wo sié nicht mehr wörtlich genommen wird, kann alles hineininterpretiert werden was der Mensch an Gedanken fähig ist und es wird nur Einhalt geboten von denjenigen die Dogmen darauf legen.

Wörtlich jedoch stimmt weder die Schöpfungsgeschichte noch die historischen Begebenheiten mit den heutigen Erkenntnissen und Wissen überein.

Wenn also Adam und Eva noch am selben Tage sterben sollen, dann ist das nicht die Sicht Gottes sonderen das Wort Gottes das an die beiden gerichtet wurde um das Ergebnis sogleich nach der tat in Empfang zu nehmen.
Ansonsten bleibt das AT noch für weitere tausende von Interpretationen vollkommen offen.
Einhalt gebietet ihnen nur die festgesetzten Dogemen einzelner Glaubensgruppen.

grüße Hypo



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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 17:25

Ersteinmal danke an alle! Ist wirklich spannend....
Mein Kopf brummt immer noch, muss ja aber nicht schlecht sein! :)
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 17:26

@Hyperporea:

um das auflösen zu können, musst Du die erste Genesis verstanden haben um zu wissen wer in der 2. Genesis Gott der Herr ist und was das Nackt sein nicht nur für Adam und Eva bedeutete, sonderen erst recht für Gott den Herrn.
Die Lösung liegt zwischen beiden Schöpfungsgeschichten.


Wie meinst Du das? Das bei 1. und 2. Genesis ein anderer Gott auftritt? / Nackt sein schien Gott nichts zu bedeuten (sonst hätte er uns mit einem Affenpelz geschaffen) und er tadelte ja nicht für das Nacktsein, sondern für den Ungehorsam.
Der eigentliche Sündenfall besteht quasi im Ungehorsam Gott gegenüber.
Also Gott fand es für uns besser, wenn wir Gut und Böse nicht unterscheiden können. (?)
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 17:28

@ Scardanelli:
Ich bin gut gemacht worden und wurde böse, ist das ganze Paket, dass man Erkenntnis nennt, oder es ist das Päckchen, welches Gott selbst trägt und ausgetragen hat. Und aus diesem Grund ist Gott ja so scharf auf die Versöhnung, denn die löst das Problem der beiden Widerstreitenden in einem.


Nach Deiner Darstellung, dass der Beobachtende mit dem Beobachteten eins ist, also das gut und böse nur erkannt werden kann durch die Entsprechung im Selbst:
Demnach wird Gott gut wie böse (da ist der Punkt wo ich mich innerlich wehre). Oder: Gott wurde uns zuliebe böse?

Wie sieht nun bei Dir die Versöhnung aus? Da falle ich im Abstrakten in ein Loch des Unverständnisses.
Wodurch erkennt der unsterbliche Gott nun die Sterblichkeit, die im wesenfremd ist? Oder vielleicht besser: wodurch wird Mensch sterblich?
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 17:29

@@Genussdenker:

Du schriebst sinngemäß, die Vertreibung aus dem Paradies war nicht (nur) Strafe, sondern ein Geschenk.
Da stimme ich gefühlsmäßig sofort zu. Gott kann gar nicht anders handeln (da er ein Gott unvorstellbarer reiner Liebe ist) als dem Menschen das zu tun, was für diesen gut ist. Man mag es als unangenehm empfinden, aber es dient dem Betroffenen.

Interessant, dass selbst die Erkenntnis des Guten und Bösen in sich selbst Böse und Gut sein kann in den Folgen.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 17:33

@ Frau Katz:
Adam im Garten Eden war ja schon unsterblich; sonst hätte es ja keinen Sinn, darauf hinzuweisen, dass das Essen von der Frucht sterblich machen würde.

Naja, ich sehe es so:
Adam und Eva waren ursprünglich sterblich (deswegen die Folge Tod für Essen vom Baum)
Da sie beim ersten verbotenen Baum aßen, wurden sie aus dem Paradies mit dem Baum des Lebens verjagt, sonst hätten sie ja auch dort folgerichtig noch einmal genascht. Aber es war wohl zum Wohl des Menschen sterblich zu sein.

"die Erkenntnis von gut und böse" hat wohl mit der Entstehung eines Egos zu tun, also dieser ganz bestimmten psychischen Struktur, die Menschen haben, Tiere aber nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel). Moral, Ethik, überhaupt zu verstehen, worum es bei so etwas Abstraktem wie gut und böse geht... das ist menschlich. Tiere haben andere Kriterien, wie "schmeckt gut oder nicht, ist essbar oder nicht." - aber keine moralische Kategorie, dass man jetzt die Beute nicht töten darf, weil sie zu einer bedrohten Spezies gehört.

Hmmm, sehe ich auch so: Menschen sollten Götter sein. Tiere waren da nicht mit von der Partie.
Eine Frage bleibt dann allerdings ungeklärt: warum Gott dann ursprünglich gerade nicht wollte, dass Mensch gut und böse wie die Götter unterscheiden kann. (Die Antwort habe ich bisher nirgendwo gefunden)

Das Nacktsein steht für mich (im Moment, seufz) für den Umstand, dass wir uns selbst vor anderen (und sei es Gott) verstecken wollen (wir umhüllen uns). Das Nacktsein ist auch eine Art innere „Verdrängung“ in der Psychologie. Wir akzeptieren die Fakten nicht, weil nackt sind wir schon bevor wir es bewerten.

„Das nackt sein“ von Adam und Eva entpuppt sich als erste innerliche Entfernung zu Gott (sie mussten sich vor ihm verstecken. Adam und Eva empfanden sich als minderwertig, obwohl sie Gott sich selbst zum Bilde geschaffen hatten. Sie haben Furcht vor Gott)


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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 17:37

Ups, jetzt ist bei mir noch ein Fragment übrig:

Da erklärt Gott: Der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. - Folge: Er darf nicht ewig leben.
Schluss: Der Mensch wird sterblich weil er Gott-ähnlich wurde.

Also wo ist mein Gedankenfehler? (Es muss einer da sein.)
GEht evtl. auch in die Richtung, WARUM Gott nicht wollte, dass wir vom Baum der Erkenntnis essen.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Frau Katz » So 18. Nov 2007, 17:44

Original von Naqual
Demnach wird Gott gut wie böse (da ist der Punkt wo ich mich innerlich wehre). Oder: Gott wurde uns zuliebe böse?


Ist Gott nicht jenseits von gut und böse?

Gut und böse sind relative Standpunkte; was für mich gut ist, mag für dich böse sein. Gott ist aber absolut.
Die Rolle der Propheten ist immer noch die gleiche - sie hält die Menschheit wach. (arno gruen)
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Frau Katz » So 18. Nov 2007, 17:54

Original von Naqual
Naja, ich sehe es so:
Adam und Eva waren ursprünglich sterblich (deswegen die Folge Tod für Essen vom Baum)


mir leuchtet diese Logik nicht ein. Wenn sie so oder so irgendwann hätten sterben müssen, dann wäre doch die logische Folge ein sofortiger Tod nach dem Genuss der Frucht gewesen; das ist aber nicht passiert, sondern sie fielen aus dem Eden heraus auf die Erde, lebten dort aber noch lange weiter. Für Adam wird ein Lebensalter von 930 Jahren angegeben.

Interessanterweise steht bei Gen5.3: "Als Adam 130 Jahre alt war, zeugte er einen Sohn, ihm selbst ähnlich, nach seinem Bilde; den hiess er Seth", also die gleiche Formel, wie Adam nach dem Bilde Gottes geschaffen ist.

Wenn man Adam als Archetyp verstehen will, so lebt er noch viel länger, und jeder Mensch ist eine Version von Adam.


Eine Frage bleibt dann allerdings ungeklärt: warum Gott dann ursprünglich gerade nicht wollte, dass Mensch gut und böse wie die Götter unterscheiden kann. (Die Antwort habe ich bisher nirgendwo gefunden)


Ich lese es so, dass es weniger eine Drohung war, eher eine Information: Iss von diesem Baum, und du wirst sterblich - dass Gott aber dem Menschen überlassen will, diese Erfahrung zu machen, oder auch nicht.

grüsse, barbara
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Such_Find » So 18. Nov 2007, 18:00

@hyperporea

hier geht es nicht um die Sicht die Gott hatte sonderen konkret um das sterben wenn sie von der Frucht essen.
Doch, nur hast du eine andere Definition von "Tod" (und damit auch von "Leben";) wie Gott.

Ein Mensch muß nicht lebendig sein wenn der Körper existiert, ebenso muß ein Mensch nicht tot sein wenn der Körper im Grab liegt. Lebendig oder tot ist man hier und jetzt.
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 18:02

@ Hypoporea

Die Schöpfungsgeschichte will wörtlich genommen werden, denn so steht sie drin, mit dem Wort Gottes.
In dem Moment wo sié nicht mehr wörtlich genommen wird, kann alles hineininterpretiert werden was der Mensch an Gedanken fähig ist und es wird nur Einhalt geboten von denjenigen die Dogmen darauf legen.

Wörtlich jedoch stimmt weder die Schöpfungsgeschichte noch die historischen Begebenheiten mit den heutigen Erkenntnissen und Wissen überein.


Man sollte sicher nicht außer acht lassen, was der Autor gemeint haben könnte. Aber da vermuten wir halt nur.
Sicher hat er aber nicht die philosophisch-abstrakt-differenzierende Ebene von Scardanelli erreicht, hihi. (Was aber nicht heißt, das Scardanelli falsch liegt)

Ich habe mich natürlich auch schon gefragt, welche Antwort mich befriedigen würde (wenn wir zu dieser Zugang haben).

Würde so sagen:
Ich muss sie (noch) verstehen können. :)
Es sollte davon ausgegangen werden können, der Autor hat sich auch so gemeint.
Sie sollte alle Details der Geschichte einbeziehen.
Und dann als Erklärung in sich widerspruchsfrei sein.
Und mir so ne Art "Heureka"-Erlebnis für mein Glaubensleben schenken.

Ein wenig anspruchsvoll, he?

Aber das wäre mir die zeitraubende Beschäftigung mit dem Thema echt wert!
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Genussdenker » So 18. Nov 2007, 18:14

Original von Naqual
@@Genussdenker:

Du schriebst sinngemäß, die Vertreibung aus dem Paradies war nicht (nur) Strafe, sondern ein Geschenk.
[...]


Ja, das meine ich aus Überzeugung. Wobei der Sündefall wie erwähnt vielmehr ist, als "einfach" die Unterscheidung zwischen "gut" und "bös".

Dies habe ich ausführlich in zwei Beiträgen beschrieben. Es sei mir verziehen, dass sie nicht neu verfasse. Das Ausgangsthema war ein anderes, kommt aber auf unseres zurrück. Weil der Sündefall zentalstes Element im Bezug Gott - Mensch darstellt.

Das mit dem verlinken scheint gerade nicht zu klappen. Die beiden erwähnten Beiträge sind :

"Christentum und andere Religionen - Katholische Kirche - Wiederkunft Christi" Auf Threadseite 2 der letzte und auf Threadseite 3 der erste Beitrag.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 18:18

Frau Katz

Ist Gott nicht jenseits von gut und böse?

Gut und böse sind relative Standpunkte; was für mich gut ist, mag für dich böse sein. Gott ist aber absolut.


Denke nicht, dass Gott jenseits von gut und böse ist. Schlicht deswegen weil er bei uns ist.

Was für mich gut ist, mag für dich böse sein. Gott will das Gute. Wir können dies nur bewertend erfassen.

Ein und dasselbe Handeln kann gut und böse sowie sogar beides gleichzeitig sein. Maßgeblich ist ob das Endergebnis gut ist und das Handeln von einer guten Absicht getragen ist. Die Absicht eines anderen ist für mich nicht unbedingt erfahrbar (nur erschließbar: z.B. er verhält sich auch sonst liebevoll), die Früchte des Tuns sind diskutierbar.

Extrem: Judas Iskarioth kann aus besten Absichten heraus gehandelt haben den Plan Gottes durch Jesus Christus zu erfüllen. Aber selbst wenn er aus schlechten Absichten heraus gehandelt hätte, stünde er auf den guten Seite.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon hyperporea » So 18. Nov 2007, 18:19

Original von Naqual

Man sollte sicher nicht außer acht lassen, was der Autor gemeint haben könnte. Aber da vermuten wir halt nur.
Sicher hat er aber nicht die philosophisch-abstrakt-differenzierende Ebene von Scardanelli erreicht, hihi. (Was aber nicht heißt, das Scardanelli falsch liegt)

Ich habe mich natürlich auch schon gefragt, welche Antwort mich befriedigen würde (wenn wir zu dieser Zugang haben).

Würde so sagen:
Ich muss sie (noch) verstehen können. :)
Es sollte davon ausgegangen werden können, der Autor hat sich auch so gemeint.
Sie sollte alle Details der Geschichte einbeziehen.
Und dann als Erklärung in sich widerspruchsfrei sein.
Und mir so ne Art "Heureka"-Erlebnis für mein Glaubensleben schenken.

Ein wenig anspruchsvoll, he?

Aber das wäre mir die zeitraubende Beschäftigung mit dem Thema echt wert!



diese abstrakte Ebene hat Gott wohl sebst erst mit Scardanelli erreicht :D

grüße Hypo
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Haimax » So 18. Nov 2007, 18:23

Der Eden-Mythos stammt aus vorjüdischen, wahrscheinlich noch vorbabylonischen Zeiten und wurden durch überlieferungen von den Juden und anderen übernommen.

Myhten versuchen immer etwas zu erklären und aus den Begebebheiten ihrer Zeit zu interpretieren. Warum müssen wir für unsere Existenz so hart arbeiten? Woher kommt das Gute und Böse? Warum müssen wir sterben? warum ist die Geburt so schmerzhaft für die Frau? usw.

Aus diesem Kontext her müssen wir diese Gschichten betrachten wollen wir zur richtigen Antwort kommen.

Gruss
Alle Menschen sind gleich.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 18:38

Hallo Frau Katz!

Zitat:

Original von Naqual
Naja, ich sehe es so:
Adam und Eva waren ursprünglich sterblich (deswegen die Folge Tod für Essen vom Baum)


mir leuchtet diese Logik nicht ein. Wenn sie so oder so irgendwann hätten sterben müssen, dann wäre doch die logische Folge ein sofortiger Tod nach dem Genuss der Frucht gewesen; das ist aber nicht passiert, sondern sie fielen aus dem Eden heraus auf die Erde, lebten dort aber noch lange weiter.


Im Text selbst wird als Folge angegeben „Todes sterben“. Sogar der Zeitpunkt: „an dem Tag“ (Gen 2,17)
Dies erfüllt sich nicht (und wie jemand sinngemäß schon sagte im Thread): die Schlange hat insofern ja Recht...und nicht nur etwa hier!).

Der zweite Umstand der für die Sterblichkeit spricht von Adam und Eva im Garten Eden:
der Baum des Lebens (Gen 3,22), denn dieser verspricht ewiges Leben (was die Sterblichkeit als Voraussetzung hat).

Zitat:

Original von Naqual
Eine Frage bleibt dann allerdings ungeklärt: warum Gott dann ursprünglich gerade nicht wollte, dass Mensch gut und böse wie die Götter unterscheiden kann. (Die Antwort habe ich bisher nirgendwo gefunden)


Ich lese es so, dass es weniger eine Drohung war, eher eine Information: Iss von diesem Baum, und du wirst sterblich - dass Gott aber dem Menschen überlassen will, diese Erfahrung zu machen, oder auch nicht.


Naja, es war einfach ein Verbot von Gott, keine Drohung. Und den Grund für das Verbot versuche man zu erschließen. (Mein Gefühl sagt mir, dies bleibt offen.)

Liebe Grüße
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Naqual » So 18. Nov 2007, 18:50

Hallo Hypo,

nach all der Ernsthaftigkeit hat Dein Satz:

"diese abstrakte Ebene hat Gott wohl sebst erst mit Scardanelli erreicht :D "

richtig gut getan!

Es ist ja auch so: wer Deinen Satz für Blasphemie hält, hat Scardanelli noch nicht im Original gelesen! ;)
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon hyperporea » So 18. Nov 2007, 18:52

Hier ist noch was interessantes

Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde.


Gott zählt die Schlange zu den Tieren nicht aber zu einem Wesen das gefallen wäre und schon garnicht zu einem der mächtigsten Engel.
Was hat das ganze wenn doch die Schlange der Satan sein soll (in späteren Schriften) mit den Tieren zu tun?


Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang.


Wir wissen heute, das Schlangen keine Erde fressen. Ein Leben lang bedingt das auch die Schlange bzw. Satan sterblich ist ansonsten wäre keine Zeitspanne angesprochen worden.

15Und ich will aFeindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen;


Welchen Nchkommen?
Die Feindschaft nun zu allen Tieren oder nur zur den Schlangen? Denn eine Schlange kann nur Schlangen hervor bringen. Das die Schlange der Satn sein soll, wird erst viel später in den Schriften erwähnt und gleichgesetzt.

der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

Die Schlange soll ihr den Kopf zertreten, was ja bedeuten würde das das Gehirn nicht mehr funktionstüchtig ist.
Und Eva wird ihn in die Verse stechen, mit was?

grüße Hypo
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon hyperporea » So 18. Nov 2007, 18:56

Original von Naqual

Es ist ja auch so: wer Deinen Satz für Blasphemie hält, hat Scardanelli noch nicht im Original gelesen! ;)


Heist das, das es ein ganzes Buch von Scardanelli gibt. Das müsste ich mir dann glatt sofort bestellen :)

grüße Hypo
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Enggi » So 18. Nov 2007, 19:57

Original von hyperporea
Original von Enggi
Original von hyperporea

Eva hatte ja bereits von der Frucht gegessen, bevor sie Adam diese gab.
Die Wirkung dieser Frucht war Eva deshalb schon bekannt und weil sie ihr schon bekannt war und sie wohl merkte das diese Frucht gut ist, gab sie diese dann auch Adam.
Jedenfalls wusste sie die Wirkung bereits ansonsten hätte sie sich vielleicht garnicht getraut sie Adam auch noch zu empfehlen.

grüße Hypo

Eine Wirkung der Frucht setzte aber mit Verzögerung ein: Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren. Wenn zuerst Evas Augen aufgetan worden wären, so hätte sie die Nacktheit bemerkt und sich vor Adam versteckt.


so mag zwar der Satz interpretiert werden und letztendlich gingen ihnen ja beide die Augen auf.
Heist aber nicht das eine Verzögerung eingetreten ist, sondern das jetzt beide davon profitierten und nicht nur Eva alleine.

Was dachten sie eigentlich vorher, als sie das nackt sein erkannten, das sie angezogen wären?

Wenn sie nackt waren, was haben sie dann vorher gesehen?
Das wird ja auch nicht eschrieben. Ausserdem hat Gott gesagt das sie sterben werden, das sie nackt sein würden, davon war nicht die rede auch nicht davon das sie Untercheiden könnten sondern nur das sie sterben werden.

Was hat sterben mit nackt sein zu tun oder mit dem Erkennen von Gut und Böse.
Das sagte ihnen alles die Schlange, von Gott haben sie darüber garnichts erfahren.
Von Gott ist einzig und alleine die Rede vom sterben müssen und sonst garnichts.

Wieso werden sie auf einmal nackt und leben och 930 Jahre obwohl sie am dem Tage hätten sterben sollen?
Sie sind nicht an diesem Tage gestorben und somit hat Gott nicht die Wahrheit gesagt. Sie hätten garkeine Zeit mehr gehabt überhaupt Kinder zu zeugen. Geht ja uach nicht in ein paar Stunden wenn ein Baby schon 9 Monate dazu braucht.
Die Aussage Gottes ist einwandfrei falsch wobei die Aussage der Schlange wirklich eingetroffen ist.
Bei manchen Menschen ist die Erkenntnis von Gut und Böse und dessen Unterschied allerdings bis heute noch nicht eingetroffen.

grüße Hypo
Gott sagte ihnen das Wesentliche, nämlich dass sie sterben würden, wenn sie von der Frucht essen würden. Und das ist eingetroffen. Geistlich starben sie sofort, physisch innerhalb eines Gottestages von 1000 Jahren, vergleiche 2 Petr 3,8. Gott sagt nicht immer alles, denn der Mensch hat nur eine beschränkte Aufnahmefähigkeit, aber er lügt nicht, wenn er etwas sagt.

Die Schlange hat auch nicht alles gesagt, nur dass sie Gott gleich werden würden, erkennend Gutes und Böses. Dass sie damit unter die Herrschaft des Satans kommen würden, verschwieg sie und sie log schamlos, dass der Mensch nicht sterben würde.

Dass der Mensch erkennen würde, dass er nackt ist, wenn er von der Frucht essen würde, wusste Gott im voraus, aber er sagte es Adam nicht, weil der nichts damit hätte anfangen können. Erkläre mal einem Blinden die Farbe grün, bevor du ihn sehend gemacht hast!

Was die zwei sahen, war die Krone der Herrlichkeit, die Gott dem Menschen gegeben hatte. Die verloren sie auf der Stelle, und Satan übernahm sie, denn das hatte er beabsichtigt.

Eine Interpretation besagt, dass Gott dem Menschen die Schöpfung für eine bestimmte Zeit zur Pacht überlassen hat, dass aber der Mensch den Pachtvertrag legal an den Satan abgetreten hat. Wenn diese Zeit abgelaufen ist, wird der Satan aus der Schöpfung geworfen. Der Teufel kennt diese Zeit und weiss, dass das Ende seiner Wirksamkeit nahe ist. Jedenfalls sprachen die Dämonen zu Jesus in Mt 8,29: Ach Jesu, du Sohn Gottes, was haben wir mit dir zu tun? Bist du hergekommen, uns zu quälen, ehe denn es Zeit ist?
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Enggi » So 18. Nov 2007, 20:18

Original von Naqual
Ups, jetzt ist bei mir noch ein Fragment übrig:

Da erklärt Gott: Der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. - Folge: Er darf nicht ewig leben.
Schluss: Der Mensch wird sterblich weil er Gott-ähnlich wurde.

Also wo ist mein Gedankenfehler? (Es muss einer da sein.)
Geht evtl. auch in die Richtung, warum Gott nicht wollte, dass wir vom Baum der Erkenntnis essen.

Dazu eine Ueberlegung:

Erkennen heisst ja sich vereinigen mit. Gott wollte nicht, dass der Mensch sich vereinigt mit dem Bösen und das für ewig. Das Böse hätte keine Macht über den Menschen bekommen, wenn der Mensch nicht gesündigt hätte. Die Schöpfung war (sehr) gut, ausserhalb der Schöpfung existierte das Böse bereits, z.B. die Zerstörung, die zwischen Vers 1 und 2 in 1. Mose stattgefunden hatte, wodurch die erste Schöpfung mit den Dinosauriern zerstört worden war.

Es gab also für den Menschen folgende zwei Alternativen: Gut bleiben und ewig leben oder böse werden und sterben. Gott hatte aber schon vorher einen Plan, wie er eine gute Schöpfung zustande bringt, ohne dass der Böse ihm hineinfunken kann. Offenbarung 21 und 22 spricht davon.
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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon hyperporea » So 18. Nov 2007, 20:30

I]Original von Enggi
Gott sagte ihnen das Wesentliche, nämlich dass sie sterben würden, wenn sie von der Frucht essen würden. Und das ist eingetroffen. Geistlich starben sie sofort, physisch innerhalb eines Gottestages von 1000 Jahren, vergleiche 2 Petr 3,8. Gott sagt nicht immer alles, denn der Mensch hat nur eine beschränkte Aufnahmefähigkeit, aber er lügt nicht, wenn er etwas sagt.


Das sie Geistig sofort starben ist deshalb schon nicht wahr, da sie jetzt Gutund Böse unterscheiden konnten und somit eine geistige erweiterung stattgefunden hat.
Wenn für Gott ein Tag tausend Jahre ist, dann kann die Schöpfung unmöglich in 6 Tagen geschehen sein. Dann wäre die Schöpfung 6000 Jahre alt und erst nach 4000 Jahren wären die Gestirne erschaffen worden.
Ohne die Gestierne überleben die Tiere und die Pflanzen nicht.
Somit wäre dies schon ein Wiederspruch.
Es ist egal welche interpretation man auch anwendet, sie kommt zu keinem realem Ergebnis.

Die Schlange hat auch nicht alles gesagt, nur dass sie Gott gleich werden würden, erkennend Gutes und Böses. Dass sie damit unter die Herrschaft des Satans kommen würden, verschwieg er und er log schamlos, dass sie nicht sterben würden.


An dem Tage sind sie ja auch nicht gestorben von dem die Rede war. Ausserdem hat Gott ihnen auch nicht gesagt das sie unter die Herrschaft des Satans kommen würden.
Davon konnten sie erst etwas wissen als sie von Gutund Böse unterscheiden konnten.
Vielleicht sind ihnen ja die Augen aufgegangen für kurze Zeit wer dieser Gott wirklich ist.

Dass der Mensch erkennen würde, dass er nackt ist, wenn er von der Frucht essen würde, wusste Gott im voraus, aber er sagte es Adam nicht, weil der nichts damit hätte anfangen können. Erkläre mal einem Blinden die Farbe grün, bevor du ihn sehend gemacht hast!


Somit waren Adam und Eva nichts weiter als blinde Tiere.
Gott klärte sie nich nicht mal darüber auf das es ausser ihm noch jemanden gibt ausser ihm der ihnen andere Anweisungen gibt.
Wenn Du schon bei dem Vergleich Blind bist und der Farbe grün.
Gott hat nicht gesagt, da kommt eine Schlange auf die dürft ihr nicht hören. Da wusste er doch auch vorher oder nicht.

Was die zwei sahen, war die Krone der Herrlichkeit, die Gott dem Menschen gegeben hatte.


Sie sahen nicht die Krone der Herrlichkeit weil sie die Nichtherrlichkeit garnicht unterscheiden konnten.


Hier geht es erst einmal um den Sündenfall und nicht um Dinge die aus einer Rückschau gesprochen werden.

grüße Hypo






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Re: Mythos Sündenfall - Interpretation?

Beitragvon Enggi » So 18. Nov 2007, 20:41

Original von hyperporea

Das sie Geistig sofort starben ist deshalb schon nicht wahr, da sie jetzt Gutund Böse unterscheiden konnten und somit eine geistige erweiterung stattgefunden hat.
Wenn für Gott ein Tag tausend Jahre ist, dann kann die Schöpfung unmöglich in 6 Tagen geschehen sein. Dann wäre die Schöpfung 6000 Jahre alt und erst nach 4000 Jahren wären die Gestirne erschaffen worden.
Ohne die Gestierne überleben die Tiere und die Pflanzen nicht.
Somit wäre dies schon ein Wiederspruch.
Es ist egal welche interpretation man auch anwendet, sie kommt zu keinem realem Ergebnis.

An dem Tage sind sie ja auch nicht gestorben von dem die Rede war. Ausserdem hat Gott ihnen auch nicht gesagt das sie unter die Herrschaft des Satans kommen würden.
Davon konnten sie erst etwas wissen als sie von Gutund Böse unterscheiden konnten.
Vielleicht sind ihnen ja die Augen aufgegangen für kurze Zeit wer dieser Gott wirklich ist.

Somit waren Adam und Eva nichts weiter als blinde Tiere.
Gott klärte sie nich nicht mal darüber auf das es ausser ihm noch jemanden gibt ausser ihm der ihnen andere Anweisungen gibt.
Wenn Du schon bei dem Vergleich Blind bist und der Farbe grün.
Gott hat nicht gesagt, da kommt eine Schlange auf die dürft ihr nicht hören. Da wusste er doch auch vorher oder nicht.

Sie sahen nicht die Krone der Herrlichkeit weil sie die Nichtherrlichkeit garnicht unterscheiden konnten.


Hier geht es erst einmal um den Sündenfall und nicht um Dinge die aus einer Rückschau gesprochen werden.

grüße Hypo
:D Gott wusste auch, dass ich zu müde bin, dir auf alles eine Antwort zu geben. Einiges was du schreibst, liest du so, obwohl es gar nicht so geschrieben steht.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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