Blinder Glaube ?

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Blinder Glaube ?

Beitragvon soleil » Mi 9. Okt 2002, 10:56


Wie kommt man dazu, blind einem Buch zu vertrauen,von dem man nicht weiss, wer es wirklich geschrieben hat und wozu??

Meine Erklärungen:

1. Man wurde seit Kindheit einer Hirnwäsche unterzogen ?

2. Man kommt im Leben nicht klar und sucht einen Halt ??

3. Man hat kein Vertrauen ins Leben selbst und lässt sich über die Angst(vor dem Leben) da reinziehen.???

4. Man hat keinen Zugang zu seiner eigenen Seele und sucht deshalb Gott im Himmel(ausserhalb) ???


Wie...um Gottes Willen seid Ihr da alle reingeraten? :?
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Harry » Mi 9. Okt 2002, 11:13

Hallo soleil,

hast du dieses Buch wirklich mal von vorne bis hinten gelesen?
Ist dir klar das in diesem Buch Antworten für JEDE Lebensfrage zu finden sind?
Ich habe z.B. in letzter Zeit über die Seligpreisungen siniert und bin schon an der ersten gut 3 Stunden hängengeblieben.


Matthaeus 5
3 Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel.


Die Aussage die hier in nur einem kurzen Satz getroffen wird ist so tief das allein darüber ein kleines Buch geschrieben werden kann.

So etwas kann nur von Gott inspiriert sein und es ist ein wertvoller Schatz.

Im übrigen hängt unser Glaubensleben nicht allein von diesem Buch ab sondern von dem Wissen das Jesus Christus unser Erlöser ist.
Aber Gott spricht zu uns durch dieses Buch das du in seiner vollen Tiefe aber nur erfahren kannst wenn du wiedergeborener Christ bist und den heiligen Geist hast.

Lieber Gruss

Harry
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon grundi » Mi 9. Okt 2002, 11:18

Du hast die Antwort selbst gegeben: Um Gottes Willen sind wir da rein geraten! Ohne SEIN willentliches Dazutun hätten wir die Quelle lebendigen Wassers nie entdecken können.
Der Rest hat sich erledigt.


Hab´s gut
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon soleil » Mi 9. Okt 2002, 11:28

Ich glaube eher, dass diese Aussage von einem griechischen Intellektuellen stammen könnte,der eifersüchtig auf die Dummen war, weil sie sich keine Gedanken machen und einfach
LEBEN...Logisch sind diese Menschen glücklich und seelig!

Die grossen Denker sind alle am Denken zerbrochen, weil sie zu LEBEN vergessen haben. Sie haben ihr Leben gedacht und nicht gelebt.

Wenn man "arm im Geist" ist, lebt man nach dem Herz! :P


liebe Grüsse, soleil


P.s. Bitte beantworte doch meine wirkliche Frage noch.
Wie bist Du auf das Christentum gestossen????
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Harry » Mi 9. Okt 2002, 12:45

Hi soleil,


Bitte beantworte doch meine wirkliche Frage noch.
Wie bist Du auf das Christentum gestossen????


Sorry, hab das nicht als deine ursprüngliche Frage gesehen und daher dein Post wohl mißverstanden.

Tja, wie kam ich zum Glauben, im Endefekt war es so das ich mir und anderen beweisen wollte das der Glaube an Jesus Christus oder überhaupt Gott schlichtweg Quatsch ist *g*.

Ich sammelte alle möglichen und unmöglichen verneinenden Weisheiten über das Christentum.

Ja, ich war fast wir Florian baute jedes Argument um und verwendete es gegen die Christen.

Aber tief in mir drin fand ich dadurch nicht die Ruhe die es mir eigentlich geben sollte. Je mehr ich mich hineinsteigerte und gegen die Christen anging desto rastloser wurde ich. Ich spürte immer mehr das meinem Leben etwas wichtiges fehlt nur was?
Ich suchte mir andere Götter und verehrte sie aber sie brachten mir keinen Frieden sondern nur neue Abhängigkeiten und weitere Unruhe.

Ich suchte mein Heil hier und dort und stellte alles in Frage und war tief in mir drin schlicht unglücklich.

Eines Tage wurde ich zu einem Alpha Kurs eingeladen und ich ging hin um Allen zu beweisen was sie für einen Mist erzählen.

Nun, während dieser Zeit passierte einiges was ich hier nicht unbedingt ausbreiten möchte und was auch nicht unbedingt was mit dem Alpha Kurs zu tun hat.
Ich möchte nur betonen das mich niemand gezwungen hat und ich Gottes unendliche Liebe in einer Art und Weise kennengelernt habe die ich jedem Menschen wünsche.
Jeder der solche Dinge erlebt hat, wie ich es habe, kann daran nicht vorbei gehen, Gott hat mir seinen Frieden und seine Kraft gegeben und lässt mich jeden Tag aufs Neue glücklich sein in Armut vor dem Herren.

Ich wünsche jedem Menschen dieser Welt nur kurze Zeit die grosse Liebe Gottes bewusst spüren zu dürfen um sich dann neu entscheiden zu können.

Liebe Grüsse

Harry
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon soleil » Mi 9. Okt 2002, 12:53

Lieber Harry :)

Dass Du die Liebe Gottes erlebt hast, glaube ich Dir sofort. Ich habe sie auch schon erlebt.

Nur..wie Du diese mit dem Alpha-Kurs in Verbindung bringst, ist mir schleierhaft.

lieber gruss
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Shadow » Mi 9. Okt 2002, 13:11

Ich denke die Christen folgen der Bibel, weil das Buch sie einfach anspricht. (das ist die "gute" Möglichkeit) Oder sie sind zu dumm und zu schwach ihr Leben selbst zu bestimmen. solche Menschen gibt es viele (dumm ist übrigens nicht wertend gemeint... es gibt nunmal klügere und dümmere Menschen). Es gibt sich auch im Islam und in vielen anderen Religionen. Die Bibel bietet einen gewissen Halt. Einen Punkt im Leben, der immer gleich bleibt. Das gibt eben vielen Menschen ein gefühl der Sicherheit.
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Harry » Mi 9. Okt 2002, 13:17

Original von soleil
Lieber Harry :)

Dass Du die Liebe Gottes erlebt hast, glaube ich Dir sofort. Ich habe sie auch schon erlebt.

Nur..wie Du diese mit dem Alpha-Kurs in Verbindung bringst, ist mir schleierhaft.

lieber gruss


Hmmm,

kam das so rüber?

Nee, das hatte mit dem Alpha Kurs direkt nichts zu tun, passt nur in die Zeit.

Sorry

Harry
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon ich » Mi 9. Okt 2002, 14:47

Wie kommt man dazu, blind einem Buch zu vertrauen,von dem man nicht weiss, wer es wirklich geschrieben hat und wozu??


Ich vertraue darauf, weil ich das erlebe, was drin steht.
Im NT steht, wenn 2 oder 3 im Namen Jesus um etwas bitten, wird Gott es ihnen geben.
Das habe ich schon sehr oft erlebt. Aber das ist nur 1 Beispiel, es gäbe noch viel mehr.

Ich erlebe das, was in der Bibel steht, und deshalb glaube ich auch daran.

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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon grundi » Mi 9. Okt 2002, 15:40

@ Shadow


Die Du als dumm bezeichnest, sind meist die, welche den Glauben nur in Situationen der Not und Trauer ernst nehmen, und das ist nichts als Heuchelei. Doch viel intelligenz braucht niemand, um Gott sein Herz zu öffnen, im Gegenteil: ohne einfachen Kindlichen Glauben bleiben jedermann die Türen verschlossen!


Lass Dich grüssen
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Shadow » Mi 9. Okt 2002, 16:01

grundi: Ich hab nicht gesagt, dass das Standard ist, aber du musst zugeben, davon gibt´s schon ein paar.
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Desiree » Mi 9. Okt 2002, 16:18

Wie ich zur Bibel bzw zum christlichen Glauben gekommen bin...?

Tja, ich hab eigentlich auch so angefangen, wie Harry sich vor seiner Umkehr beschrieben hat. Ja, die Bibel hat ein paar nette Tips, aber hör mal, die Sache ist doch letztendlich dämlich... Ich war überzeugt, dass das Göttlichste immer nur man selbst ist, und dass es ansonsten keine Götter gibt... allerdings glaubte ich auch an Wiedergeburt.
Ich hab mir viele Gedanken gemacht - auch viel über Geistwesen, die mir begegnet sind (zum Teil sehr physische Begegnungen), die sich für Verstorbene auf dem Weg zum nächsten Leben ausgaben, und Verwandte aus früheren Leben.
Ein sehr entscheidendes Buch auf meinem Weg zum Christentum war übrigens "The Queen of the Damned" von Anne Rice. Hat das jemand von euch gelesen? Ich bin auf den Gedanken gekommen, dass "Gott" ein besonders erfolgreicher (und psychopathischer) von diesen "spirits" sein könnte...
Gleichzeitig hab ich auch versucht, herauszufinden, ob es Gut und Böse tatsächlich gibt. Dazu hatte ich einige Bücher über das Gewissen und Moralpsychologie... und schließlich kam in einem Gespräch der Satz: "Könnte nicht deine innere Stimme die Stimme der ´Guten Macht´ sein?"
Und das war es dann. Am Abend, als ich allein war, kam mir der Wunsch, mich hinzuknien und zu bitten, wer auch immer da zuhörte... es soll so sein, dass diese Gute Macht mich lenkt.
Selbst in dem Moment war ich eigentlich noch überzeugt, dass der christliche Glaube ***** ist, die Bibel voller Fehler und Widersprüche und absolut menschengeschaffen........ und das nächste, was mir klarwurde, war: Jesus Christus hat mich erlöst, Jesus Christus ist der Herr, Christus ist diese Gute Macht. Und die Bibel, die ist Gottes Wort. Und eine Woche später bat ich Ihn selbst um Vergebung.
Deshalb bin ich so überzeugt davon, dass die Bibel wahr ist, egal wie wörtlich man sie letztendlich nehmen will...

Ich kann übrigens aufrichtig und ohne rot zu werden behaupten, dass keine der in Beitrag eins genannten Erklärungen auf mich zutrifft. Ich würde sogar sagen, diese Erklärungen haben zu keiner Zeit meines Lebens weniger auf mich zugetroffen, als damals...

Danke fürs Zuhören ;)
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Yasha » Mi 9. Okt 2002, 16:19


Ich finde blinden Glauben gefährlich. Wenn man blind glaubt hinterfragt man nicht mehr, auch nicht seine eigenen Taten.

Das kann dann z.B. zu Selbstmordattentätern wie im Islam führen, sie glaubten, und haben ihr Leben dafür gegeben. Doch nur weil sie geglaubt haben, war ihr handeln noch lange nicht richtig!

Ich selbst habe auch einmal blind geglaubt, weil es mir von Religionsunterricht und Eltern so eingetrichtert worden ist. Als ich dann mit eigenem Denken angefangen habe (ich meine damit tiefgreifendere Überlegungen, das war so etwa mit 12) fand ich dann, dass der christliche Glaube für mich nicht der richtige Weg ist.
Lasst euch nicht vertrösten!
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Ainu Elfe » Mi 9. Okt 2002, 16:25

Hallo Alchemistin,

da geb ich Dir recht. Blinder Glaube ohne die Hinterfragung eigener Taten produziert Fanatiker, und dies in allen Glaubensrichtungen.

Grüsse Ainu
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Florian T » Mi 9. Okt 2002, 16:30

Hallo "ich",

wieviele Christen haben schon um Frieden gebetet, z.B. vor dem 2. Weltkrieg. Wieviele Gebete wurden nicht erhört?

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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Nataraja » Mi 9. Okt 2002, 17:38

Hallo zusammen,

ich habe dann nur eine Frage an die hier versammelten Christen:

Wie kann es kommen,
...daß tausende von Menschen, die wiedergeborene Christen sind, ein Gespür dafür haben, auf keinerlei historische Tatsachen mehr einzugehen?
...daß in der Stadt, in der ich lebe, wiedergeborene Christen Menschen anderer Religionen als verloren und fern von Gott bezeichnen, und gleichzeitig noch nie die anderen Religionen auch nur am Rande studiert hätten?
...daß wiedergeborene Christen bei ihren Missionierungen in der Fußgängerzone stets drohen: Mit dem Gericht Gottes, mit den Letzten Tagen, also eine Drohbotschaft und nicht eine Frohbotschaft verkünden.
...daß fast jeder (ca. 99%) wiedergeborene Christ, den ich getroffen habe (und ich meine auch wirklich nur die!) ein Fanatiker ist, unbelehrbar und unfähig, ordentlich zu argumentieren.
...daß es trotz des wunderbaren/samen Erlebnisses, ein wiedergeborener Christ zu sein, die Fluktuation in vielen Gemeinden relativ hoch ist? So nach dem Motto: Heute wiedergeboren, morgen Bergsteigen, übermorgen Yoga und dann mal wieder Fahrradfahren?
...daß mit fast allen wiedergeborenen Christen ein Dialog unmöglich ist (aber es gibt auch Ausnahmen - hab ich selber schon live erlebt!).

Wenn ich das ganze mal zusammenfasse, komme ich eigentlich zu dem Ergebnis, daß ein christlicher Glaube bedeutet,
...daß man sich eine Brille aufsetzt, die einen immun macht gegen das was draussen ist, d.h. vieles erreicht einen solchen schon gar nicht mehr.
...daß man sich in eine Situation bringt, wo jedes kritische Hinterfragen absolut eingestellt wird, und auch nicht erwünscht ist.
...daß das, was man im inneren fühlt und spürt, verleugnet und ignoriert wird.
...daß man unter keinen Umständen mehr fragen braucht, denn alle Antworten sind ja schon da.
Nicht mehr zu fragen, heißt aber, der Phantasie zu erliegen, daß man schon alles wüßte, oder dieses mal könnte. So was nennt man Größenwahn!
Das schlimmste am Christenglauben ist aber die fehlende Dialogbereitschaft (Christen lieben Monologe!) und die absolut fehlende Toleranz, bzw. der absolut vorherrschende Fanatismus.
Ich denke, der christliche Glaube ist einer der blindesten.

Om tat sat

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(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Scardanelli » Mi 9. Okt 2002, 17:59

Ich habe den Grund andernorts bereits genannt. Wenn Absolutes in den Menschen kommt, dann ist nur noch Stillstand, weil Absolutes keine Bewegung kennt. Kommt Absolutes in eine Sphäre, in der stets Bewegung herrscht, in den Menschen, dann hat dies diese bizarren Folgen.
Wird aber selbst von Christen Tacheles geredet, werden Ratschläge aus der Bibel gegeben, dann beginnen sie plötzlich lebendiger zu werden, denn sie beginnen zu interpretieren. Sie sagen dann zwar das die Interpretation aus dem Absoluten kommt, es ist dann aber kein Stillstand mehr erkennbar, weil sie das Absolute selbst beseitigt haben.
Am Ende sind also auch Christen Menschen, die das sind was sie tun und nicht was sie von sich denken.
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Harry » Mi 9. Okt 2002, 22:49


Glückselig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen werden und wenn sie euch absondern und schmähen und euren Namen als böse verwerfen werden um des Sohnes des Menschen willen;

(Lukas 6,22)

Ihr könnt über uns herfallen wie ihr wollt, könnt Unwahrheiten über uns erzählen und unseren Glauben durch den Dreck ziehen aber ihr werdet es nie schaffen das wir von der Wahrheit ablassen.

Liebe Grüsse

Harry
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Scardanelli » Mi 9. Okt 2002, 22:57

Es ist jedem Mensche ein Bedürfnis, gleich einem Trieb, auf seine Mitmenschen wirksam zu sein. Wenn nun einer dieser Mitmenschen sagt, dass er sich strikt weigert, sich dieser Absicht auf Wirksamkeit zu stellen, dann handelt er lieblos.
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon joschua » Do 10. Okt 2002, 02:18

Original von Shadow
Ich denke die Christen folgen der Bibel, weil das Buch sie einfach anspricht. (das ist die "gute" Möglichkeit) Oder sie sind zu dumm und zu schwach ihr Leben selbst zu bestimmen. solche Menschen gibt es viele (dumm ist übrigens nicht wertend gemeint... es gibt nunmal klügere und dümmere Menschen).


Heutzutage wo dem menschen alles offen und zugänlich durch die wissenschaft und medien verliert man offt den bezug zum glauben.

glauben, was ist glauben?
In der heutigen zeit, wo alles erforscht und bewiesen ist, wird man gezwungen zum glauben.
ich muss glauben, das die welt rund ist weil es christoph kolumbus im jahre 1492, als er den seeweg nach amerika entdeckte, bewiesen hat.
somit verlerne ich, in einer zeit in der alles beweisbar ist, zu glauben.

ich verwendete absichtlich die geschichte von kolumbus, den der dumme seeman hat so manchem (an die scheibe gläubigen) weisen wisenschaftlern bewiesen das sie falsch liegen.

ich finde das jemand der etwas glaubt wass er nicht beweisen oder anfassen kann noch lange nicht dumm. den zuerst kommt immer der glaube. sowie kolumbus geglaubt hat, das die welt keine scheibe ist.



Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist´s eine Gotteskraft.
[1. Korinther 1,18]
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Nataraja » Do 10. Okt 2002, 09:44

Hallo Harry,

"Ihr könnt über uns herfallen wie ihr wollt, könnt Unwahrheiten über uns erzählen und unseren Glauben durch den Dreck ziehen aber ihr werdet es nie schaffen das wir von der Wahrheit ablassen."

1.) Wer ist Ihr?
2.) Wer erzählt unwahres über euch?
3.) In was besteht das Unwahre, das wir erzählen?
4.) Zieht Ihr (wer immer das auch sei) unseren Glauben nicht auch durch den Dreck? Bezeichnet ihr unsere Glaubenspraxis nicht als Satanismus, Dämonenanbetung, Irrlehre, Zauberei, usw.? Wenn das kein durch den Dreck ziehen ist.
5.) Von welcher Wahrheit wollt ihr nicht ablassen.

Die Pilatus-Frage: Was ist überhaupt Wahrheit?

Gruß

Nataraja
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Shadow » Do 10. Okt 2002, 10:28

joschua: Ich meinte nicht, dass man deswegen dumm ist. Es ist alleine vom Beweggrund des Glaubens abhängig, wie ich einen Menschen einordne. Viele Menschen folgen aus einer unterbewussten Angst einem bestimmten Glauben, nicht weil sie sich je objektiv damit beschäftigt hätten.

Achja... ich hatte mal 666 Posts (die Zahl ist mir halt grade aufgefallen)... jetzt sinds wieder ein paar weniger... zugegeben, ich schreibe hier so viel, dass ich selbst keine Ahnung habe, welche gelöscht worden sein könnten... aber ich frag mich doch, was daran so schlimm gewesen sein kann, dass sie alle verschwinden mussten. Eine Rückmeldung dazu habe ich schliesslich auch nie erhalten...
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Florian T » Do 10. Okt 2002, 10:35

Hallo Joshua,

"ich verwendete absichtlich die geschichte von kolumbus, den der dumme seeman hat so manchem (an die scheibe gläubigen) weisen wisenschaftlern bewiesen das sie falsch liegen."

Unter Wissenschaftlern war schon seit lange vor Christus bekannt, dass die Erde rund ist. Sogar der Erdumfang war berechnet. Kolumbus Vorhaben wurde deshalb abgelehnt, weil es unmöglich war, auf dem Weg, den er vorgeschlagen hat, Indien zu erreichen. Man wusste ziemlich genau, wie weit Indien auf diesem Wege weg war und eine solche Fahrt über Ozean war einfach nicht möglich mit den damaligen Schiffen.

Dass Kolumbus dann anstatt 28.000 km bis nach Indien zu brauchen, schon nach knapp 7.000 auf Amerika stößt, das war nicht geplant.

Das mit der "flachen" Erde war keine Wissenschaft, sondern eine Bibelauslegung.

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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon ich » Do 10. Okt 2002, 10:42

Hallo Florian

Vielleicht liege ich jetzt mit dieser Aussage falsch, aber in dem Geschichtsuntericht in der Schule lernten wir, dass es Kolumbus war, der sagte, dass die Erde rund ist. Zwar hat schon ein anderer Wissenschaftler (Gallileo Gallilei?) es auch rausgefunden, aber hatte Angst es zu veröffentlichen. Kolumbus war aber der erste, der mit dieser These an die Öffentlichkeit ging.
Die Kirche und der Staat glaubten zu dieser Zeit (jedenfalls in Europa) immer noch, dass die Erde eine Scheibe ist.

"ich"

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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Ainu Elfe » Do 10. Okt 2002, 10:45

Hallo joshua


In der heutigen zeit, wo alles erforscht und bewiesen ist, wird man gezwungen zum glauben.

Also alles ist noch lange nicht erforscht und bewiesen, es gibt noch so viele ungelöste Rätsel, die das Leben wirklich spannend machen, wir haben noch so viel zum erforschen.

ich muss glauben, das die welt rund ist weil es christoph kolumbus im jahre 1492, als er den seeweg nach amerika entdeckte, bewiesen hat.
(...)
ich verwendete absichtlich die geschichte von kolumbus, den der dumme seeman hat so manchem (an die scheibe gläubigen) weisen wisenschaftlern bewiesen das sie falsch liegen

Sorry Joshua, jetzt muss Ainu wieder historisch klugscheissen. Wenn jemand bewiesen hat, dass die Erde rund ist, so war es nicht Kolumbus, sondern Magellan, der die ganze Erde per Schiff umrundet hat. Kolumbus hat lediglich Amerika "entdeckt", aber er war nicht der erste, die Wikinger waren vor ihm da und vermutlich wussten auch einige Völker der Antike, dass es die Amerikas gab, zudem wusste Kolumbus genau, wohin er ging.
Und ich hoffe, Du glaubst daran, dass die Erde rund ist, weil Du schon Sattelitenbilder gesehen, oder Space night auf BR3 geguckt hast.

ich finde das jemand der etwas glaubt wass er nicht beweisen oder anfassen kann noch lange nicht dumm. den zuerst kommt immer der glaube. sowie kolumbus geglaubt hat, das die welt keine scheibe ist.

Ja eben, zuerst kommt der Glaube, danach prüft man aber ob dieser Glaube stimmt. Wenn sich dieser als haltlos erweist, muss man umdenken. Ausserdem kommen zuerst vielleicht die Indizien, die einen glauben heraufbeschwören. Dumm ist nur der, der glaubt, ohne seinen Glauben zu hinterfragen und ohne umzudenken, wenn das, woran er glaubt, erwiesenermassen falsch ist.

Grüsse Ainu


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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Ainu Elfe » Do 10. Okt 2002, 10:48

@ shadow.. vielleicht wurden einige Threads geschlossen, wo Du was geschrieben hattest, und die Beiträge existieren nicht mehr? :?
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Shadow » Do 10. Okt 2002, 10:50

ich: Kennst du den Spruch "Und sie dreht sich doch"? Gallileo hat vor allem ausgesagt, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt. Ober er von einer runden erde ausging weiss ich jetzt nichteinmal. Er hatte aber keine Angst das auszusprechen. Hat aber, um sein Leben zu retten (Inquisition lässt grüssen), widerrufen. Jedenfalls bis er bei der Türschwelle war... dann kam der berühmte Satz :)

es stimmt glaube ich schon, dass Kolumbus behauptet hat, die Erde sei rund. Aber ich bezweifle, dass er der erste war... der erste, der sich das zu sagen traute vielleicht.


Ainu: Wenn threads geschlossen werden sind die Posts dennoch da. Nur wenn sie gelöscht werden verändert sich der Postcount... jedenfalls ist das in normalen Foren so.
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Ainu Elfe » Do 10. Okt 2002, 11:00

Shadow: ah so, wusste ich nicht, sorry.

Florian: Kolumbus hat schon geplant nach Amerika zu gehen, er wusste genau, dass er nicht nach Indien wollte.
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon ich » Do 10. Okt 2002, 11:00

Hallo Shadow

das mit Gallileo stimmt, habe etwas verwechselt (Geschichte war nie mein Lieblingsfach :D )
Aber jetzt wo du es sagst, erinnere ich mich daran.

Aber Schlussendlich geht es ja gar nicht um diese Geschichte, sondern um den Glauben, den man dann beweisen soll? (Habe ich jedenfall so verstanden)

Also, für mich hat sich mein Glaube schon genug bewiesen, sonst würde ich meine Zeit nicht mit Kirche, Bibellesen usw vertreiben, wenn ich noch nie etwas mit Gott erlebt hätte oder sonst ein Zeichen von ihm bekommen hätte.

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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Florian T » Do 10. Okt 2002, 11:20

Hallo Ainu,

Dissens, woher hätte Kolumbus denn wissen sollen, dass Amerika da ist? Die Expedition sollte nach Indien gehen und bei seiner Rückkher hat er auch der spanischen Krone gemeldet, er wäre in Indien gewesen (auf einer Vorinsel).

Die Protugiesen haben seine Tour abgelehnt, weil eben Indien über den Westweg viel zu weit weg war.

"Ich"

Gallilei war die Frage, ob sich die Erde um die Sonne dreht, es gab aber schon vor Kolumbus u.a. von Beha(e?)im, einen Globus. In den gelehreten Schichten hat die Kirche dieses Märchen schon damals nicht mehr versucht aufrecht zu erhalten, nur dem dummen Volk wurde es weiterhin erzählt.

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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Ainu Elfe » Do 10. Okt 2002, 11:46

Hi Florian...

Wie erklärst Du Dir denn, dass Kolumbus 2 Logbücher führte? der eine für die Öffentlichkeit, der andere für sich selbst. Natürlich wollte er seiner Mannschaft vorgaukeln, dass sie nicht so weit von Europa entfernt waren, wie sie in Wirklichkeit waren. Aber sein eigenes Logbuch lässt intrepretationen zu, dass Kolumbus wusste, dass es Amerika gibt. (Hab dazu irgendwo was gelesen, Ainu weiss nur natürlich nicht mehr wo...)
Ich frage mich, ob das wirklich so abwegig ist. Denn offenkundig konnten Völker der Antike das Meer befahren, das hat Thor Heyerdahl ja unlängst bewiesen. Und vor einer Weile haben Archäologen ein Schiff mit römischen Amphoren vor der Küste Brasiliens gefunden (seltsamerweise darf es aber niemand ausgraben, die brasilianische Regierung hats verboten.)Darüber gabs einen Artikel in einer Zeitschrift, ich glaube es war National Geographic. Wäre es nicht möglich, dass sich Informationen über die Jahrtausende gehalten haben, an die Kolumbus irgendwie rankam...
Ich weiss es nicht, ich habe einfach viel darüber gelesen, dass Amerika vielleicht doch nicht so unbekannt war, wie man heute glaubt. Vielleicht weisst Du was darüber?

Grüsse nachdenkliche Ainu

Übrigens: Martin Behaim mit a. Er war der erste, der einen Globus fabrizierte, resp. der älteste erhaltene Globus seit der Antike.
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Florian T » Do 10. Okt 2002, 14:16

Hallo ainu,

"lässt Interpretationen zu" nun ja, ich halte es zumindest für sehr unwahrscheinlich. Denn warum hat er dann nach der Rückkehr nicht gesagt, dass er einen neuen Kontinent entdeckt hat? Das wäre doch etwas anderes gewesen als die Entdeckung von "Westindien".

Florian
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Ainu Elfe » Do 10. Okt 2002, 15:55

Hai Florian

Das weiss ich nicht, ich müsste mich tiefer in die Quellen einlesen, um Dir diese Frage zu beantworten, wenn sie überhaupt beantwortbar ist. Ich habe einfach in den letzten Jahren gelernt, auch scheinbare historische Tatsachen zu hinterfragen (CH-Geschichte, Willhelm Tell und co. ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie scheinbare "Tatsachen" aus irgendwelchen Gründen (meist politische oder eben religiöse) hochgehalten werden).

Grüsse Ainu
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Florian T » Do 10. Okt 2002, 16:27

Hallo Ainu,

wurde Dir Wilhelm Tell mal für eine wirklich existierende Person verkauft? Gut, in Deutschland ist er kein Nationalheld, aber ich habe von Anfang an von ihm als fiktiver Gestalt gehört.

Florian
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Ainu Elfe » Do 10. Okt 2002, 16:53

Hallo Florian...
Nö, mir nicht, denn komischerweise haben meine Lehrer in der Schule CH-Geschichte immer als extrem heisses Eisen behandelt resp. eben nicht behandelt. Aber wenn ich mich mit Leuten unterhalte die das Gymnasium nicht besucht haben, oder die etwas älter sind als ich, dann fallen die immer aus allen Wolken, wenn man ihnen erzählt, der Tell habe nicht existiert.
Das ist eben das "Nationalhelden"-Problem, gleicher Topf wie Rütlischwur und Burgenbruch. Aber im Zuge der Gründung des Bundesstaates und der Nationalisierungsbewegung im 19. Jh. musste die Schweiz ihr System ja auch geschichtlich begründen und durch Geschichte eine "nationale" Einheit schaffen.
Tja, wie so oft politischer Missbrauch der Geschichte...
Grüsse Ainu
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Desiree » Fr 11. Okt 2002, 21:01

Bin mir nicht sicher... gings nicht vorher noch um was anderes als Geschichte? Aber ich will euch nicht abhalten, ist sehr interessant...

Hi Ainu,
"Dumm ist nur der, der glaubt, ohne seinen Glauben zu hinterfragen und ohne umzudenken, wenn das, woran er glaubt, erwiesenermassen falsch ist."
Jaguut. Da haben wir das Problem, dass kaum ein Glaube erwiesenermaßen falsch ist... ich denke, man könnte es mir nicht einmal widerlegen, wenn ich behaupten würde, mein Quietscheentchen hat eine Seele...
Aber nur um wieder mal zu zeigen, dass Desi ein schlaues Kerlchen ist, sag ich Dir jetzt: Ich habe meinen Glauben hinterfragt, ich habe umgedacht, und jetzt bin ich beim intoleranten und dummen Christentum gelandet. Da hab ich weitergemacht mit hinterfragen, und bin beim intoleranten und dummen Christentum geblieben. Ja, das geht. :D
Man kann auch ohne blinden Glauben Christ sein. Was ich allerdings manchmal tue, ist blind vertrauen.
Oh, und da gabs noch die Sache von dem Glauben, mit dem man sich objektiv beschäftigt hat... Shadow, sowas gibts einfach nicht. Wahrscheinlich noch nichtmal in der Archäologie. Und einen Glauben wie Supermarktware auf Preis/Leistungs-Verhältnis abzuwägen, und zu gucken, ob das hübsch logisch ist und ob die Forderungen erfüllbar sind... das gibt nichtmal echte Religiösität hin, und schon gar keinen Glauben.
Aber wahrscheinlich war das ja auch gar nicht so gemeint, deshalb lass ich das einfach als Statement so stehen.

Liebe Grüße,
Desiree
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon grundi » Fr 11. Okt 2002, 21:47

@ Ainu

Was weisst Du über den hlg. historischen Schwur auf dem Rütli oder den Burgenbruch?

*ehrlich interessiert* :D
... um sich mächtig zu erzeigen an denen, die von ganzem Herzen ihm ergeben sind.
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Ainu Elfe » Sa 12. Okt 2002, 03:12

Hi Desiree


Bin mir nicht sicher... gings nicht vorher noch um was anderes als Geschichte? Aber ich will euch nicht abhalten, ist sehr interessant...

Es geht ja um "Blind Glauben" und das muss sich nicht nur auf die Religion beziehen, es gibt auch Leute, die blind an geschichtliche Ereignisse glauben, obwohl dieses Ereignis längst widerlegt ist, sei es aus politischen, romantischen, oder auch religiösen Vorstellungen.

Man kann auch ohne blinden Glauben Christ sein. Was ich allerdings manchmal tue, ist blind vertrauen.

Blind glauben ist nicht synonym mit Christ sein, sondern gewisse Arten von Christen glauben blind. Das ist ein Unterschied. Ich kenne Christen, die sagen, sie wissen, gewisse Dinge stimmen in der Bibel nicht, aber sie glauben an Gott.

Oh, und da gabs noch die Sache von dem Glauben, mit dem man sich objektiv beschäftigt hat... Shadow, sowas gibts einfach nicht. Wahrscheinlich noch nichtmal in der Archäologie. Und einen Glauben wie Supermarktware auf Preis/Leistungs-Verhältnis abzuwägen, und zu gucken, ob das hübsch logisch ist und ob die Forderungen erfüllbar sind... das gibt nichtmal echte Religiösität hin, und schon gar keinen Glauben.

Das ist eben eine gute Frage, kann man sich objektiv und ohne Vorurteile mit etwas befassen? Ich denke, dass kommt auf die Person drauf an, die einen mehr, die anderen weniger. Ich weiss aber jetzt nicht so ganz, was das mit Archäologie zu tun hat...
Was bedeutet in Deinen Augen "echte Religiosität"?

Grüsse Ainu



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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Ainu Elfe » Sa 12. Okt 2002, 03:15

Hai grundi...
was möchtest Du wissen? Wenn ich einfach drauflos plappere, dann werde ich nie fertig :D
Grüsse Ainu
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Re: Blinder Glaube ?

Beitragvon Desiree » Sa 12. Okt 2002, 14:09

"Es geht ja um "Blind Glauben" und das muss sich nicht nur auf die Religion beziehen, es gibt auch Leute, die blind an geschichtliche Ereignisse glauben, obwohl dieses Ereignis längst widerlegt ist, sei es aus politischen, romantischen, oder auch religiösen Vorstellungen."
Ok, genehmigt :D Ich hab das Thema nur nach meiner Auffassung ein bißchen enger genommen.

"Blind glauben ist nicht synonym mit Christ sein, sondern gewisse Arten von Christen glauben blind. Das ist ein Unterschied. Ich kenne Christen, die sagen, sie wissen, gewisse Dinge stimmen in der Bibel nicht, aber sie glauben an Gott."
Das ist schön, wie Du das sagst. Ich wollte aber auch vor allem die damit ansprechen, die Glaube prinzipiell für dumm und eines aufgeklärten Menschen unwürdig halten. Oder Leute, die sagen, man muss gehirngewaschen sein, um an die Bibel zu glauben... :roll: Davon hab ich mindestens schon genausoviele kennengelernt, wie andere Leute intolerante Christen.

"Das ist eben eine gute Frage, kann man sich objektiv und ohne Vorurteile mit etwas befassen? Ich denke, dass kommt auf die Person drauf an, die einen mehr, die anderen weniger. Ich weiss aber jetzt nicht so ganz, was das mit Archäologie zu tun hat..."
Nein, eben, kann man nicht. Man kann bestimmt in vielen Dingen der Objektivität sehr nahe kommen, aber in Glaubensdingen ist das für mich unmöglich. Denkst Du, z.B. ein "atheistischer Agnostiker" kann wirklich objektiv an einen Gottglauben herangehen? Er tendiert ja von vornherein dazu, diesen Gott für nichtexistent zu halten, und sucht deshalb (wenn auch vielleicht unbewusst) vor allem nach Schwachstellen. Und genauso ist es umgekehrt.
Was das mit der Archäologie zu tun hat? *smile* Ich wollte eigentlich nur dem Einwand zuvorkommen, ein Wissenschaftler könnte sich ja z.B. mit dem ägyptischen Glauben objektiv auseinandersetzen. Wahrscheinlich kann auch nur ich auf solche Ideen kommen *g*

"Was bedeutet in Deinen Augen "echte Religiosität"?"
Ich meine, wenn Du guckst, welche Forderungen zu bereit bist zu erfüllen, was Du dem Glauben zufolge dafür kriegen sollst,..Religiös ist für mich jemand, der hauptsächlich die Forderungen einer Religion erfüllt, ohne die nötige Herzenseinstellung. Sonntags in die Kirche zu tappen, nur um zu sehen, wer alles nicht da ist, oder solche Sachen. Ein paar Vaterunser vor sich hinzuplappern, ohne dabei mitzufühlen. Ein paar Räucherstäbchen aufzustellen, ohne sich um einen Kontakt zu dem Gott zu bemühen, dem sie gewidmet sind. Das ist für mich Religiösität, aber wenn man da dann auch noch guckt, wo man ungestört ein paar faule Kompromisse machen kann... naja, so war das gemeint. Klingt vielleicht ein bißchen hart...
Aber wo wir gerade dabei sind, ich würde gern wissen, wie Shadow das nun gemeint hat, weil es mir auf den dritten Blick nicht so vorkommt, als wäre das so gedacht gewesen...

Liebe Grüße,
Desi mit Kopfweh
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