100 Franken für die Seelsorge bezahlen

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon thery » Do 4. Nov 2010, 14:53

Seelsorge an und für sich ist also richtig. Auch Ausbildung ist richtig. ( Die bräuchte es ja dann auch nicht, da ja schliesslich alles in der Bibel steht wie wir uns wann zu Verhalten haben. Selbst in der Ehe würde man ja dann wissen wie man miteinander umzugehen hat.) Nimmt man jetzt aber ein Buch dazu, ist Seelsorge mit Glaubensgeschwister aus der Gemeinde schon nicht mehr richtig. :? (Nichts anderes macht man nämlich mit dem 12-Schritte Buch.)

P.s: Ist das vom Pferd der neuste Slogan? Da ich übrigens noch nie weder auf der einen Seite noch von der anderen Seite je auf ein Pferd aufgestiegen bin, kann ich folglich auch noch nie heruntergefallen sein. Auch nicht hinten.... ;)
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Do 4. Nov 2010, 15:46

thery hat geschrieben:...
Selbst in der Ehe würde man ja dann wissen wie man miteinander umzugehen hat.

Mit dem "würde" kommst Du eben nicht sehr weit in der Gemeinde. Es ist Tatsache, dass Seelsorger nötig sind. ...und mit 12 Punkten hat man eben auch nicht die Probleme im Griff, das sind eben die Illusionen, welche solche "Kochbücher" vermitteln, was meistens nur noch grössere Probleme in der Gemeinde verursacht.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Oli4 » Do 4. Nov 2010, 16:03

thery hat geschrieben:Seelsorge an und für sich ist also richtig. Auch Ausbildung ist richtig. ( Die bräuchte es ja dann auch nicht, da ja schliesslich alles in der Bibel steht wie wir uns wann zu Verhalten haben. Selbst in der Ehe würde man ja dann wissen wie man miteinander umzugehen hat.) Nimmt man jetzt aber ein Buch dazu, ist Seelsorge mit Glaubensgeschwister aus der Gemeinde schon nicht mehr richtig. :? (Nichts anderes macht man nämlich mit dem 12-Schritte Buch.)
Ich sage nicht dass jegliche Ausbildung eines Jemanden der Seelsorge betreibt nicht nutzvoll sein könne. Doch finde ich, dass gerade hier, die wohl durch die meisten mitverursachende, kulturelle Konsumgeisthaltung uns oft zum Falschen weil nebensächlichen Orte hinführt, anstatt hin zu den Einsamen, den Verzagten, den Deprimierten, den Witwen und Waisen usw.. Um diese anzunehmen, sie zu tragen und wir uns alle gegenseitig zu ertragen (ich schliesse mich da zuvorderst mitein).
Wir wollen immer ganz genau geplante Ergebnisse auf planbare Mittel hin und auch noch im Zeitplan nach unserem Willen. In meinem Beruf ist das richtig und aus sich selbst heraus gefordert; im Leben des Christen wird das nie so (planbar) umsetzbar sein, ist auch nicht gefordert - im Gegenteil-. Da braucht es fortlaufend gegenseitiges Annehmen, tragen, ertragen, mittragen, gedulden, langmütig sein usw. (=Lieben); auch wenn die Ergebnisse nicht sichtbar werden, uns nicht sichtbar sind. Gottes Langmut und Seine Gnadewill will uns Vorbild sein, zur Linderung an Nöten und Stärkung eines jeden Glaubens.

P.s: Ist das vom Pferd der neuste Slogan? Da ich übrigens noch nie weder auf der einen Seite noch von der anderen Seite je auf ein Pferd aufgestiegen bin, kann ich folglich auch noch nie heruntergefallen sein. Auch nicht hinten.... ;)
:mrgreen:
Ich verwende diese Verbildlichung schon lange. Das oben bleiben kann auch mit einer Gratwanderung verglichen werden. Ein Leben als Christ ist doch in etwa eine Gratwanderung. Der Grat und die Auffangnetze darunter ist Christus. Zuviel aufspringen verursacht mehr Schmerz, das oben bleiben lindert es. Beides Zusammen ist unsere Wachstum zur Heilung hin.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon thery » Do 4. Nov 2010, 16:06

Taube hat geschrieben:
thery hat geschrieben:...
Selbst in der Ehe würde man ja dann wissen wie man miteinander umzugehen hat.

Mit dem "würde" kommst Du eben nicht sehr weit in der Gemeinde. Es ist Tatsache, dass Seelsorger nötig sind. ...und mit 12 Punkten hat man eben auch nicht die Probleme im Griff, das sind eben die Illusionen, welche solche "Kochbücher" vermitteln, was meistens nur noch grössere Probleme in der Gemeinde verursacht.

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Es geht eben gerade nicht darum alles im Griff haben. Im Gegenteil es geht darum Gott machen zu lassen. Aber lassen wir das, hier geht es ja um die Kosten.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Ihr » Do 4. Nov 2010, 17:35

Es ist immer einfach, sich aus sicherer Distanz eine Meinung darüber anzeignen, was "die Gemeinde" alles zu tun habe. Diese Meinung sähe wohl vielerorts anders aus wenn man mal damit beginnt, sich selber in den Schuhen ebendieser Gemeinde zu sehen. Wie ich bereits sagte: Was ich erwarte, sollte ich grundsätzlich auch zu geben bereit sein. Ziel- oder problemorientierte Seelsorge erfordert nunmal einen Aufwand an Zeit und Fachwissen, was schlecht auf ehrenamtlicher Basis erbracht werden kann. Eine Gemeinde, die dies gratis anbieten will, wird sich dafür einen happigen Budgetposten einrichten müssen.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon onThePath » Do 4. Nov 2010, 17:38

Ihr hat geschrieben:Eine Gemeinde, die dies gratis anbieten will, wird sich dafür einen happigen Budgetposten einrichten müssen.


Aber ich finde es nicht gut, wenn ein Mensch, dem es sehr schlecht geht und mindestens monatelange mehr oder weniger intensive Seelsorge braucht Unsummen selber aufbringen soll.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Do 4. Nov 2010, 17:47

Ihr hat geschrieben:Es ist immer einfach, sich aus sicherer Distanz eine Meinung darüber anzeignen, was "die Gemeinde" alles zu tun habe. ...

Ich kenne die Situation nicht aus sicherer Distanz sondern bin genügend lange aktiv in der Kirche tätig, dass ich mich schon genügend Erfahrung habe, hier mitzudiskutieren.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Do 4. Nov 2010, 17:53

Ihr hat geschrieben:...
Eine Gemeinde, die dies gratis anbieten will, wird sich dafür einen happigen Budgetposten einrichten müssen.

Hoffentlich auch!

...und wenn sie es nicht mehr kann oder nicht mehr will, muss sie sich im Klaren sein, was die Prioritäten sind. Seelsorge gehört definitiv zu einer der wichtigsten Aufgaben.

Ich bin jetzt eigentlich immer erstaunter, dass Seelsorge so wenig Kredit hat. Seelsorge ist doch Gemeindearbeit und soll nicht einfach auf eine private Angelegenheit zurückgestuft werden. Wenn Seelsorgekosten immer öfters verrechnet werden, dann frage ich mich, wie weit sich diese Gemeinden überhaupt noch auf Christus beziehen.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Ihr » Fr 5. Nov 2010, 09:44

Taube hat geschrieben:Hoffentlich auch! ...und wenn sie es nicht mehr kann oder nicht mehr will, muss sie sich im Klaren sein, was die Prioritäten sind. Seelsorge gehört definitiv zu einer der wichtigsten Aufgaben. Ich bin jetzt eigentlich immer erstaunter, dass Seelsorge so wenig Kredit hat. Seelsorge ist doch Gemeindearbeit und soll nicht einfach auf eine private Angelegenheit zurückgestuft werden. Wenn Seelsorgekosten immer öfters verrechnet werden, dann frage ich mich, wie weit sich diese Gemeinden überhaupt noch auf Christus beziehen.

Ist schon gut, Taube. Meine Bemerkung bezüglich Distanz war keineswegs auf dich gemünzt, sondern vielmehr auf die Anspruchshaltung gegenüber der Gemeinde, der hier in einigen Beiträgen durchscheint.

Ist es wirklich so, dass Seelsorge "zurückgestuft" wird? Ich glaube eher, dass hier im Sog der Therapiegesellschaft die Nachfrage sowohl bezüglich Quantität als auch Qualität ein Ausmass erreicht hat, mit dem die Gemeinden nicht mehr einfach franko mithalten können - weder budget- noch personalmässig. Was vor ein paar Jahren noch unter der Rubrik "Seelsorge" lief ist kaum mehr zu vergleichen mit dem, was heute erwartet wird. Da sehe ich den Wandel, und nicht in der grundsätzlichen Bereitschaft von Gemeinden, Seelsorge zu leisten.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Oli4 » Fr 5. Nov 2010, 10:05

Ihr hat geschrieben: Ich glaube eher, dass hier im Sog der Therapiegesellschaft die Nachfrage sowohl bezüglich Quantität als auch Qualität ein Ausmass erreicht hat, mit dem die Gemeinden nicht mehr einfach franko mithalten können - weder budget- noch personalmässig. Was vor ein paar Jahren noch unter der Rubrik "Seelsorge" lief ist kaum mehr zu vergleichen mit dem, was heute erwartet wird.

Und genau diese von Dir beschriebene Zeit-Leistungs-Erwartungshaltung von Gemeindegliedern hinterfrage ich offen (auch mich).
Und so frage ich mich auch, ob dieses Prinzip dasjenige ist, welches uns vom Urchristentum als Vorbild (nicht als Gesetz) vorgelebt beschrieben wird ?
Soll man disen Weg so weitergehen oder soll man sich bewusst werden auf welchem Weg man hierin selber ist, um sich dann INNERHALB jeder Gemeinde selbstständig zu entscheiden, wie es weitergeht, ohne Leistungsdruck aber vielleicht mit etwas fokussierterem Blick aller Glieder auf die bedürftigen Nächsten, anstatt auf die möglichen weiteren Mittel.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 10:14

Ihr hat geschrieben:Ist es wirklich so, dass Seelsorge "zurückgestuft" wird? Ich glaube eher, dass hier im Sog der Therapiegesellschaft die Nachfrage sowohl bezüglich Quantität als auch Qualität ein Ausmass erreicht hat, mit dem die Gemeinden nicht mehr einfach franko mithalten können - weder budget- noch personalmässig. Was vor ein paar Jahren noch unter der Rubrik "Seelsorge" lief ist kaum mehr zu vergleichen mit dem, was heute erwartet wird. Da sehe ich den Wandel, und nicht in der grundsätzlichen Bereitschaft von Gemeinden, Seelsorge zu leisten.

Ich hoffen nicht, dass Seelsorge zurückgestuft wird. ...und ich weiss auch, dass es für Gemeinden teurer wird. ...und vielen kleineren Gemeinden kommen auch vermehrt in Schwierigkeiten.

Da gäbe es doch eine sehr einfache Lösung! Gemeinden sollten sich vielleicht zusammentun und gemeinsam etwas machen, das würde die Kosten für die einzelnen Gemeinden senken.

Es ist halt nicht mehr so wie früher. Ich kann mich noch erinnern, wie in meiner kleineren Gemeinde der Landeskirche "unsere" Frau Pfarrer ständig unterwegs war, um alle Gemeindeglieder regelmässig zu besuchen. Auch wenn es nicht immer gerade um Seelsorge ging, konnten doch frühzeitig allfällige Probleme und Sorgen der Leute aufgenommen werden. So wie ich mich erinnere, wurde am Schluss des Besuches einfach noch gebetet. Die Frau ist wirklich das ganze Jahr unterwegs gewesen, als die Kinder gross waren, und auch schon vorher war sie unterwegs, so gut es ging.

Die Lösung finde ich immer noch sehr gut. Es gibt auch eine gewisse Vertraulichkeit und Intimität. Es ist vielleicht nicht alles für die Ohren aller Gemeindeglieder. Aber so konnten die Problemen von den richtigen Leuten aufgenommen werden.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Ihr » Fr 5. Nov 2010, 11:52

Oli4 hat geschrieben:Und genau diese von Dir beschriebene Zeit-Leistungs-Erwartungshaltung von Gemeindegliedern hinterfrage ich offen (auch mich).

Ok, da scheinen wir uns gefunden zu haben. Gemeinde sind eben nicht einfach "die anderen", sondern immer auch "ich selber". Und ich sag's halt nochmals: Wenn man die Erwartung äussert, dass ein Dienst wie Seelsorge kostenlos beansprucht werden können soll, so muss man sich eben auch fragen, ob man auf der anderen Seite diesen Dienst kostenlos zu erbringen bereit wäre, oder ob man bereit wäre, diesen Dienst für andere mitzufinanzieren.

Und so frage ich mich auch, ob dieses Prinzip dasjenige ist, welches uns vom Urchristentum als Vorbild (nicht als Gesetz) vorgelebt beschrieben wird?

Man muss "Seelsorge" ja eher breit auslegen, um beim Urchristentum fündig zu werden. Andererseits bekräftigt Paulus, dass es für die Gemeinden nicht mehr als recht ist, die reisenden Apostel finanziell zu unterstützen. Die Aussagen "alles hat seinen Preis" und "was nichts kostet ist nichts wert" sind zwar keine biblischen Wahrheiten, aber es ist schon was dran. Eine Stunde Seelsorge mit einem Preis zu versehen kann dabei helfen sich bewusst zu sein, welche Ressourcen für die Erbringung dieses Dienstes aufgewendet werden müssen. Ob es schlussendlich der "Klient" ist, der dies ganz oder teilweise bezahlt ist nochmals eine andere Frage.

Soll man disen Weg so weitergehen oder soll man sich bewusst werden auf welchem Weg man hierin selber ist, um sich dann INNERHALB jeder Gemeinde selbstständig zu entscheiden, wie es weitergeht, ohne Leistungsdruck aber vielleicht mit etwas fokussierterem Blick aller Glieder auf die bedürftigen Nächsten, anstatt auf die möglichen weiteren Mittel.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Gemeinde die eigenen Leute für Seelsorge zur Kasse bittet. Diese Frage ist aktueller, wenn jemand quasi von "aussen" kommt, ohne Vergangenheit in der Gemeinde und ohne Absichten, sich längerfristig zu engagieren und mitzutragen. Hier auf einen prompten, professionellen und selbstverständlich kostenlosen Service einzufordern finde ich persönlich nicht in Ordnung.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon alegna » Fr 5. Nov 2010, 13:12

sugi hat geschrieben:Mir sind zwei "Fälle" bekannt, die nun genau des Geldes wegen aufhören!
Denn es kann einem schlecht werden, was da für Rechnungen kommen..

Dies ist ein wesentlicher Punkt, wie angemessen der Preis ist! Ich bin der Meinung ein Seelsorger der dies zum Beruf gemacht hat, hat Anspruch auf eine Bezahlung, doch diese sollte individuell an den Klienten angepasst werden können. So jedenfalls habe ich es erlebt.
Taube hat geschrieben:Allerdings sollten die Tarife so gestaltet sein, dass niemand aus Kostengründen abgewiesen werden muss, der diese Seelsorge aus irgend welchen Gründen nötig hat.

Genau!
Ich finde es etwas schwierig zu Trennen liebe Taube, wo Seelsorge gratis angeboten werden muss und ab wo dann eine Bezahlung nötig wäre?
Einerseits sagst Du sie sollte gratis sein, andererseits darf sie aber kosten wenn der Seelsorger eine Ausbildung genossen hat und sich auch noch intensiv damit auseinandersetzt/therapeutisch wirksam wird ...
wenn jemand zu mir kommt und mir sein Problem erzählt, kann ich wohl helfend beistehen indem ich zuhöre, obwohl ich keine Ausbildung habe, lediglich ein Feingespür für die Nöte anderer habe, aber, wenn jemand kommt und seelsorgerisch betreut werden möchte um einiges aufzuarbeiten, verweise ich klar auf einen ausgebildeten Seelsorger, wie Du ja auch. Einen Prediger oder Pfarrer ist für mich nur bedingt als Seelsorger zu sehen, da seine Aufgaben weit gefächert sind und kein Pfarrer/Prediger kann für die Gemeindeglieder Seelsorger sein. Er kann "nur" ein Zuhörer sein für die Nöte der Einzelnen, Beten mit ihnen, aber nicht wirkliche Seelsorge betreiben. Denn ein ernsthafter Seelsorger hat keine 70 oder noch mehr Klientel die es zu betreuen gilt, dies wäre eine glatte Überforderung. Er sollte aber bemüht sein ein Team zu haben das als Gemeindeseelsorge gilt.
Taube hat geschrieben:Wenn eine Chrischonagemeinde einen normal ausgebildeten Prediger hat, kann sie also auch Seelsorge abdecken.

Nein, kann sie nicht, denn ein Prediger sollte für eine Frau kein Ansprechpartner sein im Seelsorgebereich ;)
Oli4 hat geschrieben:IST doch die UR-grundlegenste Seelsorge die JEDER Mensch von sich aus, nach seinem Masse geben kann !

Natürlich Oli4
aber, wer wirklich Hilfe benötigt und sich in der Seelsorge Hilfe sucht hat meist Probleme die weit das Übersteigen was jeder Mensch eben geben könnte! Ich denke da an Missbrauch, Eheprobleme, Suchtprobleme, Depressionen etc.
Oli4 hat geschrieben:Und diese Zeit und dieser Aufwand den es dazu braucht, der muss und kann doch auch gar nicht ein einzelner erbringen oder alleine tragen.

Ich kann Dir auch versichern, dass die Meisten die Seelsorge in Anspruch nehmen auch in den eigenen Reihen noch Hilfestellungen bekommen/geniessen/sich holen/holen müssen, denn jeder seriöse Seelsorger empfiehlt genau dies, aber es geht ja in der Seelsorge, eben wie ich sie verstehe, um tiefliegende aufzuarbeitende Probleme, die eben nicht von JEDER Mensch geholfen werden kann (da werden sie geholfen :oops: ).
Es geht nie darum, dass ein Seelsorger der Alleintragende ist, im Gegenteil.
Oli4 hat geschrieben:Seelsorge nicht durch die Glaubensgeschwister erfolgen können soll

Auch ein Seelsorger ist doch ein Glaubensgeschwister ;)
Ihr hat geschrieben:Es kommt halt auf die Ansprüche an, die man stellt. Meint man mit "Seelsorge" ein Gespräch mit einem Laien auf freiwilliger Basis, oder muss der Seelsorger von seinem Job leben können und ist dementsprechend ausgebildet?

Eben.
bigbird hat geschrieben:Übrigens: Zielführende Seelsorge - das können noch lange nicht alle Pfarrer und Pastoren.

Genau!!!
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 13:18

alegna hat geschrieben:Nein, kann sie nicht, denn ein Prediger sollte für eine Frau kein Ansprechpartner sein im Seelsorgebereich ;)


:?:
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Sandra73- » Fr 5. Nov 2010, 13:25

Es geht um die Regel, dass eine Frau zu einer weiblichen Seelsorgeperson gehen sollte und ein Mann zu einem männlichen Ansprechpartner, um die Intimsphäre zu schützen.
Manchmal ist auch ein Seelsorge-Ehepaar eine gute Lösung, gerade auch für Paarseelsorge.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 13:34

Sandra73- hat geschrieben:Es geht um die Regel, dass eine Frau zu einer weiblichen Seelsorgeperson gehen sollte und ein Mann zu einem männlichen Ansprechpartner, um die Intimsphäre zu schützen.
...

Regel?

Dogma? Gesetz? ...oder haben wir Missbrauchsproblematik, in Freikirchen wie in Landeskirchen.

...und sonst bildet die Gemeinde halt Frauen aus. Sorry, so einfach ist das? mit solchen schwachen Argumenten kann man nicht Gebühren für Seelsorge legitimieren.

Nochmals: Seelsorge ist auch Verkündigung und gehört zu den existentiellen Kernaufgaben der Gemeinde.

..und solange auch nicht garantiert werden kann, dass Mittellose Gemeindeglieder gratis genügend Seelsorge anrufen kann, stimmen die Prioritäten in der Gemeinde nicht mehr. Schon sugi redet von Fällen, in denen zwei Personen mit der Seelsorge aufgehört haben, weil sie es sich nicht mehr leisten konnten. Was sagst Du dazu?

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Sandra73- » Fr 5. Nov 2010, 13:44

:?:

Nein, kein Dogma oder absolutes Gesetz, einfach eine Erfahrungsregel, weil das oft eben besser ist, aber Ausnahmen sind da auch nicht so ein grosses Problem.
Und ein Argument wegen Bezahlung ist das für mich keineswegs, ich hab ja gar nicht argumentiert.
Ich hatte aus Deinem Fragezeichen bloss entnommen, dass Du Dich fragen würdest weshalb das mit Mann/Frau so gehandhabt wird, und ich hab Dir eben dann kurz und bündig darauf geantwortet. Das hatte mit dem Threadthema für mich eigentlich soviel wie gar nichts zu tun.
Entschuldige, wenn ich Dich damit irritiert haben sollte.

Um doch noch zum Thema zu schreiben:
Ich habe bisher nur ein einziges Mal wirklich bezahlen müssen und wurde dazu auch aufgefordert, und das war bei einer Frau, die mich letztlich geistlich missbraucht hat.
Jetzt bin ich bei einem Seelsorge Ehepaar, das ein Seelsorgewerk leitet und die es so handhaben, dass Bezahlung zwar grundsätzlich erwünscht ist, aber nicht zwingend. Und auch der Betrag ist völlig freigestellt.
Es ist sogar so, dass es ihnen im Grunde genommen lieber ist, nachher immer mal wieder eine Spende für ihr Werk zu bekommen, als dass genau in jener Zeit und jede einzelne Seelsorgestunde bezahlt wird.
Ich bin da sehr frei und die Hilfe und Betreuung, die sie mir bieten, ist kompetent und wirklich hilfreich und segensreich :praise:

Vielleicht schlage ich damit einige vor den Kopf, aber ich halte eigentlich nicht sooo viel von Seelsorge Ausbildungen.
Geistliche Reife und Erfahrung, gepaart mit echter Gottesfurcht und der Berufung zur Seelsorge und das konstante Gebet und Hören auf Gott während der Seelsorge sind mir sehr viel wichtiger.
Wobei ich natürlich nicht ausschliesse, dass auch ausgebildete Seelsorger, bei denen man etwas bezahlen muss, hervorragende Hilfe leisten können :)) Und je nach Lebenssituation sind die ja auch auf ihren Lebensunterhalt angewiesen und sie geben schliesslich ihre Zeit und Energie doch auch für die Menschen.
Aber für mich sollte das nicht die Grundregel sein.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 13:58

alegna hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:Allerdings sollten die Tarife so gestaltet sein, dass niemand aus Kostengründen abgewiesen werden muss, der diese Seelsorge aus irgend welchen Gründen nötig hat.
Genau!
Ich finde es etwas schwierig zu Trennen liebe Taube, wo Seelsorge gratis angeboten werden muss und ab wo dann eine Bezahlung nötig wäre?

Leuchte hat mich das auch schon gefragt weiter oben. In einem längeren Thread habe ich einige Kriterien genannt, wie ich das trennen würde.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 14:06

Sandra73- hat geschrieben:...
Vielleicht schlage ich damit einige vor den Kopf, aber ich halte eigentlich nicht sooo viel von Seelsorge Ausbildungen.
Geistliche Reife und Erfahrung, gepaart mit echter Gottesfurcht und der Berufung zur Seelsorge und das konstante Gebet und Hören auf Gott während der Seelsorge sind mir sehr viel wichtiger.
...

Wie also soll jemand, der z.B. keine Ahnung hat von Traumata oder konkret von Missbrauchsgeschichten trotz geistlicher Reife, zielgerichtet Seelsorge betreiben können? Da ist ein geistlicher Missbrauch sehr wohl möglich.

Ich habe es schon einmal geschrieben: Ausbildung ist nicht nur für das Erlernen von irgendeiner Tätigkeit. Der schwierigste und wichtigste Teil einer Ausbildung ist das Lernen, was man tun kann und was nicht mehr in die eigenen Hände gehört, also, wo bin ich zuständig und wann muss ich jemanden weiterleiten. ...und da ist meistens grosses Wissen nötig neben der Erfahrung und geistlicher Reife. ...und zur geistlichen Reife und echter Gottesfurcht gehört auch die Einsicht dazu, dass neben Berufung meist auch Wissensaneignung nötig ist.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Sandra73- » Fr 5. Nov 2010, 14:16

Es gilt meiner Meinung nach, dass bestimmt nicht jede Person für jeden Ratsuchenden geeignet ist und dass es eben da auch entsprechend der Erfahrungsgebiete vermittelt werden soll. Und es da auch nach "Spezialgebieten" gehandhabt werden soll, gerade wenn es um Traumata usw. geht.
Ich habe leider eben gerade mit ausgebildeten Leuten die wenigsten guten Erfahrunmgen gemacht, da sie sich so krampfhaft an einem Konzept festhielten, dass sie den Blick für Gottes Reden udn mich als Persönlichkeit aus den Augen verloren.
Und diejenige Person die mich missbrauchte geistlich, war die am meisten angesehenste und ausgebildeste Person, eine Psychiaterin und Seelsorgerin, die sogar Buchautorin und Referentin ist. Das ist also wahrlich kein Schutz davor.
Natürlich ist es auch nicht gut, wenn Laien sich in Themen einbringen, von denen sie keine Ahnung haben, und so ebenfalls im schlimmsten Fall geistlichen Missbrauch oder eben Niederlagen produzieren und mehr Schaden als Hilfe und Sehgen daraus entsteht.

Ich würde einfach sagen, Ausbildung ist kein Garant, und jemand, der aus Erfahrung und aus Berufung seriöse seelsorgerliche Betreuung anbietet, sollte jenen, die ausgebildet sind, in diesem Falle gleichgestellt werden.
Vor allem sollte nicht gehandelt werden nach der Regel "Ausgebildet = wird bezahlt" und "Nichtausgebildet-hilft freiwillig".

Ich will hier übrigens nicht ausgebildete Seelsorger schlechtmachen!
Nur auch zum Ausgleich sagen, dass für mich, egal ob nun ausgebildet oder nicht, die geistliche Reife und die Fähigkeit, demütig auf Gottes Reden zu hören, eine wesentliche Voraussetzung darstellt.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 14:27

Natürlich ist nicht jede Person für jede ratsuchende Person geeignet, ob ausgebildet oder nicht. ...und ich denke, das sollten die Ratsuchenden auch realisieren, dass sie auch zu fühlen versuchen, ob sie auf eine Person ansprechen. Aber auch der Seelsorger muss sich zugeben, dass er schon aus Gründen der Persönlichkeit nicht für alle Ratsuchenden geeignet ist. Dann muss der Seelsorger befähigt sein, dies nicht persönlich zu nehmen und eine bestmögliche andere Lösung zu finden.

Es ist auch klar, dass nicht jeder ausgebildete Seelsorger automatisch gut ist. Ich habe auch nichts dagegen, wenn ein Gemeindeglied, welches zwar keine Ausbildung hat aber trotzdem unter sehr grossem Zeitaufwand hilft und dabei die Sache gut macht, mal von der Gemeinde finanzielle unterstützt wird, wenn die Person es nötig hat. Aber das ist eine Gemeindeangelegenheit.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Sandra73- » Fr 5. Nov 2010, 14:32

Oh ich meinte nicht von der Gemeinde finanziert werden, sondern direkt vom Ratsuchenden, aber von der Gemeinde, das ist auch eine gute Möglichkeit.
Aber eben, das sind Gemeindeinternas.
ich selbst bin ehrlich gesagt bisher glaube ich nur ein einziges Mal bei jemandem in die Seelsorge gegangen die auch in der selben Gemeinde war, deshalb haben sich bei mir diese Fragen so direkt betroffen gar nie so gestellt.

Du sprichst etwas sehr wichtiges an: Dass auch eine Seelsorgeperson zugeben soll, wenn sie nicht die notwendige Kompetenz hat für ein bestimmtes Problem und eventuell weiterverweisen kann! Und nicht denken, dass ein paar biblische Ratschläge udn Verse schon genug helfen werden wenn der Ratsuchende doch genug glaubt.

Weiterverweisen ist überhaupt eine wichtige Sache, um eben geeignete Personen zueinander zu führen.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 15:02

Sandra73- hat geschrieben:Oh ich meinte nicht von der Gemeinde finanziert werden, sondern direkt vom Ratsuchenden, aber von der Gemeinde, das ist auch eine gute Möglichkeit.
...

..ich kenne einen Fall, wo es um reine Gebetsseelsorge ging. Der Seelsorge hatte eine Kurse gemacht in einer christlichen Gemeinde. Früher wurde noch von Seelsorge gesprochen, jetzt ist man bescheidener geworden und spricht von Gebetsseelsorge. Dass es aber vorkommt, dass dann ein Kursabsolvent für Gebetsseelsorge nachher Geld verlangt, ist der Wahnsinn. In dieser Seelsorge geht es nur um ein seelsorgerliches Gebet für ein Problem des Seelsorgesuchenden.

Also bitte, bezahlen für Gebet! Das ist geistliche Ausbeutung. Gebete lassen sich nicht bezahlen.


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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Sandra73- » Fr 5. Nov 2010, 15:06

Das ist keine echte Gebetsseelsorge, dies wird da missbräuchlich als solche bezeichnet :(
Das ist schlichtweg Fürbittegebet, und dafür ist es wirklich ein Hohn, wenn dafür Geld bezahlt werden soll
und wird!! :o

Gebetsseelsorge ist eine Seelsorgeform, bei der während der Seelsorge immer mal wieder inne gehalten wird und bei Jesus im Gebet nachgefragt wird oder darum gebeten wird, zu zeigen, was nun dran ist, oder wenn man im Gespräch ansteht. Und dann weiter geht mit dem, was einem von Jesus gezeigt wird.
Ich habe mit dieser Seelsorgeform die besten Erfahrungen gemacht.
Dies ist aber sehr typ-und charakterabhängig, denke ich. Je nach Typ sind strukturierte Seelsorgegespräche nach einem Plan geeigneter oder andere Formen.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 15:10

Sandra73- hat geschrieben:Das ist keine echte Gebetsseelsorge, dies wird da missbräuchlich als solche bezeichnet :(
Das ist schlichtweg Fürbittegebet, und dafür ist es wirklich ein Hohn, wenn dafür Geld bezahlt werden soll
und wird!! :o
...

Da fängt es heute eben schon an! Ich habe in einem früheren Thread schon einmal geschrieben, dass sogar vom Hilfesuchenden ein Formular ausgefüllt werden musste, wo die Verantwortlichkeit geregelt wurde. Das von einer christlichen Organisation empfohlene Formular war sogar im Internet zu finden.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 15:14

Wer im Spital liegt und einen Seelsorger nötig hat, soll der heutzutage bezahlen?

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Sandra73- » Fr 5. Nov 2010, 15:18

In der Regel ist der Spitalseelsorger doch von der Klinik angestellt und hat Theologie studiert, also regulär angestellt udn bezieht auch monatlichen ganz normalen Lohn vom Spital.
Da mich dies mal interessiert hat vor Jahren, habe ich mich darüber erkundigt.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Fr 5. Nov 2010, 15:22

Beim Spital in meiner Nähe wird der Spitalseelsorger von den umliegenden Kirchgemeinden bezahlt. Zusätzlich werden ja viele Kranke auch von der eigenen Gemeindeseelsorge betreut.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Sandra73- » Fr 5. Nov 2010, 15:22

Taube hat geschrieben:
Sandra73- hat geschrieben:Das ist keine echte Gebetsseelsorge, dies wird da missbräuchlich als solche bezeichnet :(
Das ist schlichtweg Fürbittegebet, und dafür ist es wirklich ein Hohn, wenn dafür Geld bezahlt werden soll
und wird!! :o
...

Da fängt es heute eben schon an! Ich habe in einem früheren Thread schon einmal geschrieben, dass sogar vom Hilfesuchenden ein Formular ausgefüllt werden musste, wo die Verantwortlichkeit geregelt wurde. Das von einer christlichen Organisation empfohlene Formular war sogar im Internet zu finden.

Gruss Taube


Ja, ich weiss, udn eben, ich bin ja mit dem nicht einverstanden, falls das noch nicht durchgedrungen sein sollte ;)

Ich weiss nicht genau, was Du für ein Formular meinst. Aber kann sein, dass ich dasselbe auch bekommen habe.
Und ich habe es damals eigentlich als hilfreich und kompetent empfunden, da es die Verantwortlichkeiten udn auch die Zusammenarbeit geregelt hat zwischen meiner Hausärztin, meiner Therapeutin und dem Seelsorgeehepaar für eine optimale Hilfestellung.
Aber in diesem Rahmen war dasd für mich in Ordnung.
Zur Regel und zum Zwang sollte sowas aber nicht werden udn es sollte wirklich nur eine Form sein unter Anderen.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass die heutige ausgelagerte Seelsorge im Grunde genommen nichts als ein "Ersatz" ist für das automatische selbstverständliche einander beistehen, Lasten tragen, ermutigen, ermahnen usw. der ersten christlichen Gemeinden, wie es in der Bibel beschrieben wird.
Da dies in den heutigen Gemeinden nicht mehr wirlich so gelebt und erlebt wird. Was natürlich dann eine Zusammenarbeit mit einer Fachperson je nach schwierigen Problematik nicht ausschliessen soll!
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Oli4 » Fr 5. Nov 2010, 15:24

alegna hat geschrieben:
Oli4 hat geschrieben:IST doch die UR-grundlegenste Seelsorge die JEDER Mensch von sich aus, nach seinem Masse geben kann !

Natürlich Oli4
aber, wer wirklich Hilfe benötigt und sich in der Seelsorge Hilfe sucht hat meist Probleme die weit das Übersteigen was jeder Mensch eben geben könnte! Ich denke da an Missbrauch, Eheprobleme, Suchtprobleme, Depressionen etc.
An diesem Punkt sicher, doch warum macht man aus Seelsorge so ein isoliertes "Ding".. Seelsorge beginnt doch schon viel früher als dort wo schon alle verkachelt ist ! das ist das, was ich in einer Gemeinde suche/erwarte/notwendig finde. In einer Gemeinschaft wo möglichst grosses Vertrauen untereinander herrscht, dort besteht sicher auch die grösste Chance dass sich Menschen auch mit tiefsitzenden Problemen gegenüber anderen (zumeist Einzelnen daraus) bereits frühzeitig öffnen können.
Vielleicht bin ich ein bisschen Träumer :baby: , vielleicht geht es mir aber auch eher darum, dass mir zumindest in der Forums-Disskussion hier, nicht das Symptome anzugehen als wichtigstes scheint, sondern die Wurzel freizulegen, so dass vielleicht künftig einige Sorgen gar nicht erst entstehen.
Wie das in den einzelnen Gemeinden funktioniert, entschieden- und gehandhabt wird, bestimme nicht ich (gut so).
Und bez. Einstellung scheint mir (subjektiv), wird Seelsorge zu oft als etwas zu spezialisiertes betrachtet, ohne dass spezielle selbstverständlich nicht auch darin Platz finden muss.
Ist denn Seelsorge nicht auch dem anderen etwas helfen; den Kindern schauen damit jemand arbeiten gehen kann, im Garten helfen weil er gesundheitlich (physisch oder psychisch) angeschlagen ist, den anderen oder Angehörige von ihm zum Mittagessen einladen damit dieser anders tun kann oder sich enspannen kann, dem Geschwister bei der dringenden Renovierung des Hauses zur Hand gehen weil dieser keine/zu wenige Mittel hat dazu usw. usf. .

Ich kann Dir auch versichern, dass die Meisten die Seelsorge in Anspruch nehmen auch in den eigenen Reihen noch Hilfestellungen bekommen/geniessen/sich holen/holen müssen, denn jeder seriöse Seelsorger empfiehlt genau dies, aber es geht ja in der Seelsorge, eben wie ich sie verstehe, um tiefliegende aufzuarbeitende Probleme, die eben nicht von JEDER Mensch geholfen werden kann.
Wenn, wie ich daraus lese, das "Problem" soweit lokalisiert ist, wäre nicht gerade die b r e i t e Unterstützung durch mehrere Geschwister doch so wichtig um dem Notleidenden einen breiten Halt zu geben als sich zu sehr auf spezialisierte, schmalbandige Hilfe zu setzen ? Ist nicht die Analyse oftmals gar nicht so sehr verdeckt, als eher das breit abgestützte Aktzeptieren des vom Patienten erkennbaren Problems ?


Auch ein Seelsorger ist doch ein Glaubensgeschwister ;)
Klar, nur führt dieser Umkehrschluss ins Abseits. Es geht weniger (nach meiner Betrachtung hier) um den Status als um das aktive Miteinander da sein. Aber glaube mir, ich weiss wie schwierig es uns damit oftmals ist, gerade in unserer gewordenen und und uns prägenden Kultur.

alegna hat geschrieben:
bigbird hat geschrieben:Übrigens: Zielführende Seelsorge - das können noch lange nicht alle Pfarrer und Pastoren.
Genau!!!

Die Frage ist ob wir das Ziel setzen (unser Wille) oder den Weg mit Gott auf unserem schmalen Pfad als gesamtheitliches Ziel inkl. heilung sehen und IHN führen lassen. Ich möchte damit keineswegs anderen ihre selischen Sorgen verunglimpfen oder als unwichtig deklassieren, dennoch muss sich jeder einzelne diese Frage stellen, wenn er seine Bedürftigkeit an Hilfe erkennt und beanspruchen will.

Das nun so ein paar Gedanken von und auch an mich.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Sandra73- » Fr 5. Nov 2010, 15:25

Taube hat geschrieben:Beim Spital in meiner Nähe wird der Spitalseelsorger von den umliegenden Kirchgemeinden bezahlt. Zusätzlich werden ja viele Kranke auch von der eigenen Gemeindeseelsorge betreut.

Gruss Taube


Achso. Nun was ich meinte war die offizielle evangelische Krankenseelsorge in der Stadt Basel.
Was es sonst noch so gibt kann ich nicht beurteilen da ich da keine Ahnung habe.
Und ja, das stimmt, wenn sie von den eigenen Gemeinden beztreuut werden ist das sicher anders.
Aber da käme ich auch nie auf die Idee, dass man dann dafür bezahlen soll :o

Leider wird vieles so gehandhabt.
Und eben, damit bin ich in keiner Weise einverstanden.
Ich bin etwas zufällig in diesem Thread gelandet aber ist ganz gut so, ist nämlich ein heisses Thema, das mich auch bewegt in der letzten Zeit.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon sugi » Di 9. Nov 2010, 15:02

Oli4 hat geschrieben:Vielleicht bin ich ein bisschen Träumer :baby:

..nee, bestimmt nicht. Also ich bin hellwach und kann deine Worte nur unterstreichen ;)
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon catholic » So 29. Apr 2012, 13:01

Enzian hat geschrieben:Ist es norma,ldass man 100 Franken bezahlen muss wenn man bei einem Seminar in die Seelsorge geht? Zusätzlich zu den teuren Preisen die so ein Seminar schon selber kostet?

Im zweifelsfalle, würde ich an deiner stelle, einfach ein Kloster aufsuchen
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