100 Franken für die Seelsorge bezahlen

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100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Enzian » So 24. Okt 2010, 10:51

Ist es norma,ldass man 100 Franken bezahlen muss wenn man bei einem Seminar in die Seelsorge geht? Zusätzlich zu den teuren Preisen die so ein Seminar schon selber kostet?
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » So 24. Okt 2010, 11:16

Nein, es ist normal.

Allerdings reisst das heute ein, dass man mit Seelsorgebedürftigen Geld herausholen will.


Gruss Taube


PS
Bezahlte Seminare mit gleichzeitigen zusätzlich zu bezahlenden Einzelsitzungen ist meistens etwas fragwürdig. Da wird in der Dynamik eines Seminars einfach noch zusätzlich abkassiert.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Enzian » So 24. Okt 2010, 11:25

Wo findet man eine seriöse Seelsorgerin?
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon alegna » So 24. Okt 2010, 11:37

Enzian hat geschrieben:Wo findet man eine seriöse Seelsorgerin?

Ha<llo Enzian
ich frage mich warum Du gleich ein Seminar mit Seelsorge machen willst? Da ich ja weiss von Dir, dass Eure finanziellen Verhältnisse nicht so optimal sind, würde ich Dir empfehlen Dich nur für eine Seelsorge zu entscheiden. Zum Beispiel über den BTS Link (Biblisch therapeutische Seelsorge.ch, hier findest Du Kontaktpersonen die Dir in Deiner Nähe sicher jemanden empfehlen können). Über die Bezahlung kann man reden, ich musste nie 100.- Fr. bezahlen gerade weil die finanziellen Mittel nicht da waren, eine gute Seelsorge kommt Dir da sicher entgegen.

Liebe Grüsse
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Enzian » So 24. Okt 2010, 14:02

Ich habe nicht geschrieben, dass ich eine solche Schule machen will. Ich wollte Klarheit über diese Schulungen aus persönlichen Gründen, die mir/uns sehr zu schaffen machen.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon onThePath » Mi 3. Nov 2010, 18:59

Sagt mal: Ist es üblich, dass Seelsorge in der Schweiz Geld kostet ?

lg, oTp
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Gnu » Mi 3. Nov 2010, 19:08

onThePath hat geschrieben:Sagt mal: Ist es üblich, dass Seelsorge in der Schweiz Geld kostet ?

lg, oTp

Seelsorge gegen Bezahlung ist nichts anderes als Psychologie im christlichen Feigenblattkleid. Ich habe auch schon in einem Vortrag gehört, dass eine tessiner Pfingstgemeinde genau den gleichen Stundenansatz verlangt, und das war im Jahr 2008.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Mi 3. Nov 2010, 19:11

@oTp

Nein, es ist gar nicht üblich!

...aber mir sind zwei Gemeinden charismatischer Prägung bekannt, die "Seelsorgeausbildungen" anbieten und deren Absolventen dann zu Beginn der Seelsorge Gewicht darauf legen, dass man zahlen soll. Leider ist es so! ...vor allem wenn es sich nur um einfach Gebetsseelsorge handelt. Es gibt Gebiete in der Schweiz mit hoher Dichte von Freikirchen. Da kommt es zu Kannibalisierungserscheinungen, die Gefahr ist dann grösser, dass man den Laden auch mit Seelsorgeeinnahmen finanziert.

Falls allerdings die Seelsorge spezielle therapeutische Beratungen und Hilfestellungen (z.B. Ehetherapie) beinhaltet, ist gegen eine angemessene und abgestufte Bezahlung nichts einzuwenden, denn dazu braucht es auch spezielle Ausbildungen.

Ich finde immer noch, dass man normalerweise die Seelsorge in der eigenen Gemeinde machen sollte. Dort kostet es auch nichts.

Gruss Taube
Zuletzt geändert von Taube am Mi 3. Nov 2010, 19:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon alegna » Mi 3. Nov 2010, 19:15

onThePath hat geschrieben:Sagt mal: Ist es üblich, dass Seelsorge in der Schweiz Geld kostet ?

Hoi onThePath
ob es üblich ist oder nicht, weiss ich nicht, aber ich finde nichts verwerfliches daran, ein guter Seelsorger hat eine Ausbildung genossen und geht laufend an Weiterbildungen, dann finde ich eine Bezahlung schon gerechtfertigt, aber ich denke schon auch, dass jeder Mensch für sich eigentlich auch Seelsorger ist, doch gibt es klar Fälle wo eine Freundschaft als Seelsorger nicht reicht. Jedenfalls sehe ich dies momentan so. Aber, Seelsorge sollte erschwinglich sein für Jedermann und die Bezahlung individuell angepasst werden.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Mi 3. Nov 2010, 19:19

alegna hat geschrieben:...
ob es üblich ist oder nicht, weiss ich nicht, aber ich finde nichts verwerfliches daran, ein guter Seelsorger hat eine Ausbildung genossen und geht laufend an Weiterbildungen, dann finde ich eine Bezahlung schon gerechtfertigt, ....

Soll also der Seelsorger in Deiner Gemeinde Rechnung stellen für die Seelsorge? Gehts noch? ...ich würde das sehr verwerflich finden. Wo endet denn das? Der Prediger hat ja auch eine Ausbildung und Weiterbildungen! Soll er vor dem Gottesdienst noch an der Kasse stehen und Eintritt verlangen?

Seelsorge ist eine Aufgabe der Gemeinde, und zwar der Gesamtgemeinde. Die Gemeinde zusammen finanziert ihre Aufgaben. Da kann doch nicht einer dann für die Gemeindedienste noch das Fäustchen aufhalten.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Mi 3. Nov 2010, 19:25

Wenn das einreisst in der Seelsorgebranche, dann sind wir nämlich wieder genau in der Zeit vor der Reformation. Damals wurde genau das gleiche gemacht mit dem Ablass.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon onThePath » Mi 3. Nov 2010, 19:35

Taube hat geschrieben:Wenn das einreisst in der Seelsorgebranche, dann sind wir nämlich wieder genau in der Zeit vor der Reformation. Damals wurde genau das gleiche gemacht mit dem Ablass.

Gruss Taube


Oder wie wäre es mit Seelsorge auf Krankenschein ;)

Ich frage mich, ob es sich auf die Schweiz bezieht, oder auch in Deutschland so ist mit Bezahlung ?

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon alegna » Mi 3. Nov 2010, 19:42

Taube hat geschrieben:Gehts noch?

:warn: ;)
Seelsorge ist eine Aufgabe der Gemeinde, und zwar der Gesamtgemeinde.

Seh ich doch auch so, doch warum soll jemand der Seelsorge anbietet und eine Ausbildung gemacht hat nichts dafür verlangen sollen/können?

Oder machst Du keinen Unterschied zwischen jemandem der eine Ausbildung und Weiterbildung genossen hat und jemandem der keine genossen hat? Gebe zu, ich schon! :oops:

onThePath hat geschrieben:Ich frage mich, ob es sich auf die Schweiz bezieht, oder auch in Deutschland so ist mit Bezahlung ?

Wie gesagt, ich weiss es nicht, kann mir aber vorstellen, dass es keinen Unterschied macht, sondern jeder Seelsorger für sich entscheidet.

Liebe Grüsse
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Mi 3. Nov 2010, 19:48

Mir ist da noch etwas eingefallen.

Falls heute viele Gemeindeglieder lieber einen Seelsorger haben ausserhalb der Gemeinde, sollte sich die Gemeinde mal fragen, ob sie überhaupt noch eine Gemeinde ist.

Andererseits gibt es viele Christen, welche sich nicht mehr an eine Gemeinde binden wollen. Sie nehmen dann einfach immer dort etwas, wo es ihnen gerade passt. Diese Menschen sollten sich dann fragen, ob sie es wirklich ernst meinen mit dem christlichen Glauben. Es geht einfach nicht, dass sich einige einfach beliebig überall etwas holen. Christsein ist eben auch ein "in-Gemeinschaft-sein". Auch wenn der einzelne in einer fremden Gemeinde für die Seelsorge bezahlt, ist es nicht im Sinne desjenigen, welcher die Gemeinde und die Menschen trägt.


Gruss Taube


PS
Ich möchte nochmals, wie schon oben, darauf hinweisen, dass ich nichts gegen Bezahlung habe, wenn es um ganz spezialisierte Seelsorge geht. Allerdings sollten die Tarife so gestaltet sein, dass niemand aus Kostengründen abgewiesen werden muss, der diese Seelsorge aus irgend welchen Gründen nötig hat.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Mi 3. Nov 2010, 19:51

onThePath hat geschrieben:Ich frage mich, ob es sich auf die Schweiz bezieht, oder auch in Deutschland so ist mit Bezahlung ?

lg, oTp


Ich kenne zwei Gemeinden in der Schweiz, eine davon wurde hier auch schon besprochen. In Deutschland weiss ich es nicht. Jedenfalls hoffe ich, dass es möglichst keine ist.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Mi 3. Nov 2010, 19:57

alegna hat geschrieben:...
Oder machst Du keinen Unterschied zwischen jemandem der eine Ausbildung und Weiterbildung genossen hat und jemandem der keine genossen hat? Gebe zu, ich schon! :oops:

Erstens sollte sich einer nicht Seelsorger nennen, der keine Ausbildung genossen hat. Warum sollte ein Seelsorger und ein Prediger in der Gemeinde unterschiedlich behandelt werden. Beide sollten ausgebildet sein und als von der Gemeinde eingesetzt und entlöhnt werden. Klar Entlöhnung gehört dazu, aber das wie ist entscheidend.

...oder soll Seelsorger nur ein Job sein, um den Ferrari zu finanzieren? Dann könnte der doch direkt auch bei Mike Shiva Telefon- und TV-Beratung geben.

Gruss Taube


PS
zu unterscheiden ist da noch, dass wir alle gegenseitig seelsorgerlich unterstützen dürfen und sollen. Aber da steht die Bezahlung sowieso nicht zur Debatte. Die gegenseitige Unterstützung ist aber in vielen Fällen nicht genügend und dann sollte doch auf den Gemeindeseelsorger hingewiesen werden.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon alegna » Mi 3. Nov 2010, 20:08

Taube hat geschrieben:Warum sollte ein Seelsorger und ein Prediger in der Gemeinde unterschiedlich behandelt werden. Beide sollten ausgebildet sein und als von der Gemeinde eingesetzt und entlöhnt werden. Klar Entlöhnung gehört dazu, aber das wie ist entscheidend.

Gut, ich kann natürlich nur von den Freikirchen sprechen, wie es in den Landeskirchen gehandhabt wird weiss ich nicht, aber in der Freikirche ist es ja so, dass der Prediger einen Lohn bekommt, derjenige der Seelsorge in der Freikirchlichen Gemeinde anbietet aber nicht, deshalb finde ich eine Bezahlung nicht verwerflich.
Die gegenseitige Unterstützung ist aber in vielen Fällen nicht genügend und dann sollte doch auf den Gemeindeseelsorger hingewiesen werden.

Ja das finde ich definitiv auch.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Mi 3. Nov 2010, 20:32

alegna hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:Warum sollte ein Seelsorger und ein Prediger in der Gemeinde unterschiedlich behandelt werden. Beide sollten ausgebildet sein und als von der Gemeinde eingesetzt und entlöhnt werden. Klar Entlöhnung gehört dazu, aber das wie ist entscheidend.

Gut, ich kann natürlich nur von den Freikirchen sprechen, wie es in den Landeskirchen gehandhabt wird weiss ich nicht, aber in der Freikirche ist es ja so, dass der Prediger einen Lohn bekommt, derjenige der Seelsorge in der Freikirchlichen Gemeinde anbietet aber nicht, deshalb finde ich eine Bezahlung nicht verwerflich.
....

...aber da hinterfrage ich die Gemeinde, was sie eigentlich denkt. Diese Geldnehmen vom Seelsorger ist ja schon einmal ein Thema gewesen. Ich bin unterdessen nachgegangen. Alle waren überrascht von der Frage und erschüttert: Seelsorge gehört zum Gemeindedienst wurde gesagt. Die Gemeindeglieder sollen ja mit ihrem Zehnten die Gemeinde tragen, und da ist die Seelsorge ohne Frage inbegriffen. ...was auch biblisch ist.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon alegna » Mi 3. Nov 2010, 20:35

Taube hat geschrieben:Die Gemeindeglieder sollen ja mit ihrem Zehnten die Gemeinde tragen, und da ist die Seelsorge ohne Frage inbegriffen. ...was auch biblisch ist.

Was ist, wenn innerhalb der Gemeinde keine Seelsorge angeboten werden kann, weil niemand diese Gabe besitzt? Da muss man also ausserhalb der eigenen Gemeinde zur Seelsorge gehen, auch ohne Bezahlung? Konkret, in der Gemeinde in die ich gehe, gibt es keinen Seelsorgedienst und jene die einen Grundkurs gemacht haben, zu denen würde ich nie gehen.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Gnu » Mi 3. Nov 2010, 20:43

alegna hat geschrieben: Was ist, wenn innerhalb der Gemeinde keine Seelsorge angeboten werden kann, weil niemand diese Gabe besitzt? Da muss man also ausserhalb der eigenen Gemeinde zur Seelsorge gehen, auch ohne Bezahlung? Konkret, in der Gemeinde in die ich gehe, gibt es keinen Seelsorgedienst und jene die einen Grundkurs gemacht haben, zu denen würde ich nie gehen.

Wenn in einer Gemeinde keine Seelsorge angeboten ist, dann braucht sie auch niemand in der Gemeinde.

Und noch etwas zu den ausgebildeten Seelsorgern: Die Ausbildung zum Seelsorger gibt es glaubs gar nicht, ich wüsste nicht wo. Was die dort lernen ist Psychologie und die gibt's billiger (weil von der Krankenkasse bezahlt) beim Psychiater.

Wenn ich in eine Gemeinde gehe und das Gebet der Ältesten nützt nichts bei Krankheit, dann gehe ich auch nicht in eine andere Gemeinde und bezahle jenen Ältesten etwas für ihr Gebet, sondern dann gehe ich zum Arzt.

... meint Gnu, der lieber stirbt, als zum Arzt zu gehen.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon alegna » Mi 3. Nov 2010, 20:47

Gnu hat geschrieben: eine Gemeinde gehe und das Gebet der Ältesten nützt nichts bei Krankheit, dann gehe ich auch nicht in eine andere Gemeinde und bezahle jenen Ältesten etwas für ihr Gebet, sondern dann gehe ich zum Arzt.

Ich finde aber Seelsorge ist viel mehr als Gebet, wobei ich Gebet nicht abmindern möchte, nein gar nicht, aber gute Seelsorge bedeutet, Zeit geben, Gebet weit über eine seelsorgerliche Stunde hinaus, sich Gedanken machen über das Problem etc.

lg alegna
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon onThePath » Mi 3. Nov 2010, 21:32

alegna hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben: eine Gemeinde gehe und das Gebet der Ältesten nützt nichts bei Krankheit, dann gehe ich auch nicht in eine andere Gemeinde und bezahle jenen Ältesten etwas für ihr Gebet, sondern dann gehe ich zum Arzt.

Ich finde aber Seelsorge ist viel mehr als Gebet, wobei ich Gebet nicht abmindern möchte, nein gar nicht, aber gute Seelsorge bedeutet, Zeit geben, Gebet weit über eine seelsorgerliche Stunde hinaus, sich Gedanken machen über das Problem etc.

lg alegna


Ja, Seelsorge kann sehr aufwändig sein und auch viel Wissen erfordern, klar.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Mi 3. Nov 2010, 21:50

alegna hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:Die Gemeindeglieder sollen ja mit ihrem Zehnten die Gemeinde tragen, und da ist die Seelsorge ohne Frage inbegriffen. ...was auch biblisch ist.

Was ist, wenn innerhalb der Gemeinde keine Seelsorge angeboten werden kann, weil niemand diese Gabe besitzt?

Ja, Seelsorge kann aufwändig sein. Aber wenn eine Gemeinde keine Seelsorge anbieten kann, dann ist sie in grosser Not, genau gleich, wie wenn sie keinen Prediger hat. Es ist dann klar, dass eine andere Gemeinde helfen kann, aber bitte so, dann nicht der Einzelne bezahlen muss, sondern die Gemeinde gibt der anderen einen Beitrag. Seelsorge mit Einzelbezahlung ist schon an sich ein Widerspruch. Ein seelsorgerliches Handeln umfasst ein Handeln mit Gott und für Gott, Gott ist also dabei und sein Wort kommt durch den Seelsorger. Dieses Wort kann nicht einfach so bezahlt werde, wie wenn man im Migros einkaufen geht.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Mi 3. Nov 2010, 21:56

Gnu hat geschrieben:Wenn in einer Gemeinde keine Seelsorge angeboten ist, dann braucht sie auch niemand in der Gemeinde.

Das kann zwar verschieden verstanden werden, trifft aber das Wesentliche.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon sugi » Mi 3. Nov 2010, 23:33

Gott ist bei denen, die Ihn brauchen (und Er sieht alles)..der muss
nicht zwingend den Namen "Seelsorger" tragen :idea:

Seelsorge kann auch geschehen, ohne dass es das Gegenüber weiss.. :!:
Ich persönlich verstehe es eh nicht, weshalb Geld verlangt wird..tat dies Jesus auch? -Eben!!
Aber..ich weiss..ich kenne die "Ausreden" zu genüge..was will man da noch! Punkt. Aus. Fertig.
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon ImHermes » Do 4. Nov 2010, 00:11

Gnu hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Sagt mal: Ist es üblich, dass Seelsorge in der Schweiz Geld kostet ?

lg, oTp

Seelsorge gegen Bezahlung ist nichts anderes als Psychologie im christlichen Feigenblattkleid. Ich habe auch schon in einem Vortrag gehört, dass eine tessiner Pfingstgemeinde genau den gleichen Stundenansatz verlangt, und das war im Jahr 2008.

Mir ist auch ein Fall bekannt - jedoch unter anderen Umständen. Jedoch will ich gar nicht auf die Umstände eingehen...

Auf jeden Fall frage ich mich gerade, ob es überhaupt moralisch vertretbar ist, Leute die HIlfe brauchen um ihr Geld bringen. Wenn der zu Behandelnde finanziell gut gestellt ist, ist ja nichts einzuwenden.
Jedoch kann man da aber ziemlich die Notlage anderer ausnützen... Sollte dies nicht jede Kirche umsonst machen? Egal ob Pfingstgemeinde, andere Freikirche, reformiert oder gar katholisch????

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon onThePath » Do 4. Nov 2010, 00:36

Dieses Wort kann nicht einfach so bezahlt werde, wie wenn man im Migros einkaufen geht.


Taube, Migros ist teuer :shock:
Ein Schock für Deutsche aus dem Einkaufsparadies Deutschland. :) ;)

Aber ich bin Deiner Meinung.

(Aber vielleicht bekommt Gott auch so etwas wie einen Schock bei mancher Seelsorge ?
Jedenfalls muß alles in einem vertretbaren Rahmen bleiben.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Do 4. Nov 2010, 07:38

alegna hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:Die Gemeindeglieder sollen ja mit ihrem Zehnten die Gemeinde tragen, und da ist die Seelsorge ohne Frage inbegriffen. ...was auch biblisch ist.

Was ist, wenn innerhalb der Gemeinde keine Seelsorge angeboten werden kann, weil niemand diese Gabe besitzt?


Ich weiss nicht, in welcher Gemeinde zu bist. Aber mir scheint da einiges merkwürdig zu sein.

Entweder Du verstehst etwas ganz Anderes unter Seelsorge oder Du bist in einer Gemeinde, welche ganz unüblich ist.
Wenn ich als Beispiel die Ausbildungsstätte der Chrischonagemeinde ansehe, dass sehe ich ganz klar, dass für eine umfassenden Ausbildung für die Gemeindearbeit im Studium Seelsorge und Predigtlehre zum Grundprogramm gehören. ...Seelsorge ist also nicht nur ein Wochenendkurs oder ein Freifach. Zur Ausbildung gehören ein einjähriges Praktikum nach dem dritten Ausbildungsjahr.

Wenn eine Chrischonagemeinde einen normal ausgebildeten Prediger hat, kann sie also auch Seelsorge abdecken. Dass nicht jeder alles gleich gut machen kann ist klar, aber Grundbedürfnisse der Seelsorge sind abgedeckt in der Gemeinde. Das dürfte auch Standard sein in Freikirchen, denn auch in anderen Ausbildungsstätten für freikirchliche Theologen gehört Seelsorge zum Grundprogramm.

Der Grund ist einfach: Seelsorge ist auch Verkündigung.

...und nochmals, es gibt natürlich Seelsorgebereiche im therapeutischen Bereich, welches weiteres Spezialwissen benötigt. Das kann dann natürlich auch etwas kosten. Der gute Seelsorger in der Gemeinde sollte aber auch erkennen, wann spezielles Wissen hinzukommen muss bei der Seelsorge - und dann sollte dieser Seelsorger auch nicht versuchen, alles selbst zu machen.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon alegna » Do 4. Nov 2010, 08:39

Taube hat geschrieben:Ich weiss nicht, in welcher Gemeinde zu bist. Aber mir scheint da einiges merkwürdig zu sein.

Warum redest Du jetzt von einiges? Geht doch hier nur um die Seelsorge, oder nicht?
Entweder Du verstehst etwas ganz Anderes unter Seelsorge oder Du bist in einer Gemeinde, welche ganz unüblich ist.

Ich denke ich verstehe etwas anderes als Du unter Seelsorge und nein unsere Gemeinde ist nicht unüblich und tut auch nichts zur Sache.
Zur Ausbildung gehören ein einjähriges Praktikum nach dem dritten Ausbildungsjahr.

Ich weiss schon liebe Taube mein Schwager hat da seine Ausbildung gemacht, aber ich muss trotzdem einwenden, einen Grundkurs ist für meine Begriffe von Seelsorge zu wenig und nicht jeder Prediger sieht sich als Seelsorger, wie ich es verstehe.
...und nochmals, es gibt natürlich Seelsorgebereiche im therapeutischen Bereich, welches weiteres Spezialwissen benötigt. Das kann dann natürlich auch etwas kosten.

Von nichts anderem rede ich die ganze Zeit, ich sehe wir beginnen uns zu verstehen :))
Ein zuhörendes Ohr, ein Gebet, einen Rat, denke ich kann eigentlich jeder geben, der etwas von Nächstenliebe hält, aber dies würde ich eben noch nicht wirklich unter Seelsorge zählen. Seelsorge wie ich sie verstehe, selber erlebt habe und an anderen erlebe, ist ein längerer Prozess, mit etlichen Gesprächen, Hilfestellung ganz praktisch, da darf auch angrufen werden in der Nacht wenns brennt etc. jemand der wirklich tief im Müll steckt, sei es in Sünde, oder einer Depression, einer Sucht etc. da reicht es eben oft nicht ein paar Gespräche zu führen, da braucht es viel Zeit und viel Geschick um zu den Ursachen zu gelangen, zur Sündenbekennung hinzuführen, aufarbeiten von Verletzungen etc. dies wäre dann für mich Seelsorge und die braucht Fingerspitzengefühl, Zeit, Einfühlungsvermögen und ein interesse am Menschen etc. es ist nicht getan mit 2-3 Gesprächen die ich auch mit einer Glaubensschwester führen kann.
Der gute Seelsorger in der Gemeinde sollte aber auch erkennen, wann spezielles Wissen hinzukommen muss bei der Seelsorge - und dann sollte dieser Seelsorger auch nicht versuchen, alles selbst zu machen.

Gehe mit Dir einig.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Oli4 » Do 4. Nov 2010, 09:26

Liebe Alegna
alegna hat geschrieben:Was ist, wenn innerhalb der Gemeinde keine Seelsorge angeboten werden kann, weil niemand diese Gabe besitzt?

das
alegna hat geschrieben:Ein zuhörendes Ohr, ein Gebet, einen Rat, denke ich kann eigentlich jeder geben, der etwas von Nächstenliebe hält, aber dies würde ich eben noch nicht wirklich unter Seelsorge zählen.
IST doch die UR-grundlegenste Seelsorge die JEDER Mensch von sich aus, nach seinem Masse geben kann !
Und Seelsorge, ist bei weitestem nicht einfach ein ein-, zweimaliges Tun sondern ein unablässiges, andauerndes, fortlaufendes Lasten mittragen des anderen. (vgl. Eph 6,18, 1. Thess 5,12ff, Gal 6,2 usw., welche doch genau zu solchem motivieren wollen )

alegna hat geschrieben:Seelsorge wie ich sie verstehe, selber erlebt habe und an anderen erlebe, ist ein längerer Prozess, mit etlichen Gesprächen, Hilfestellung ganz praktisch, da darf auch angrufen werden in der Nacht wenns brennt etc. jemand der wirklich tief im Müll steckt, sei es in Sünde, oder einer Depression, einer Sucht etc. da reicht es eben oft nicht ein paar Gespräche zu führen, da braucht es viel Zeit und viel Geschick um zu den Ursachen zu gelangen, zur Sündenbekennung hinzuführen, aufarbeiten von Verletzungen etc. dies wäre dann für mich Seelsorge und die braucht Fingerspitzengefühl, Zeit, Einfühlungsvermögen und ein interesse am Menschen etc. es ist nicht getan mit 2-3 Gesprächen die ich auch mit einer Glaubensschwester führen kann.
Und diese Zeit und dieser Aufwand den es dazu braucht, der muss und kann doch auch gar nicht ein einzelner erbringen oder alleine tragen. Nein, Galater 6,2 als Übernahme des anderen Lasten auf eigene, alleinige Schultern wäre auf das Pferd gesprungen und hinten wieder heruntergefallen. Wir sollen aber immer soviel tragen WIE (vergleichend) wir selber MITtragen können und so erfüllem wir eben das Gesetz des Christus mit den Worten des Christus in Math 22,39. das WIE in Vers 39 ist keinerlei eine Aufforderung an uns, sondern ein Vergleich zu einem Fakt und genauso sollen wir das tun was wir einzeln vermögen udn die Summe der Gemeinschaft ergibt dann das Ganze.
Deshalb versteh ich nach deinen Ausführung nicht ganz, weshalb inhaltlich das ganze Notwendige in der Seelsorge nicht durch die Glaubensgeschwister erfolgen können soll; wenn ich auch einsehe das tiefes Vertrauen einfacher bei Einzel-Personenn zu erlangen ist alls in der 'Breite', leider ist das so... Vielleicht liegts ja auch eher an unserer kulturellen Prägung, an unseren "verzettelten" und gespliteten Kleinst-Gemeinden oder an unser fast aller eigenen Überbeschäftigung mit Arbeit, Karriere, Hobbys und ev. innergemeindlicher Arbeit exkl. eben der der tiefgehenden Seelsorge ? Da müsste sich aber jeder selbst besehen und hinterfragen.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Do 4. Nov 2010, 09:59

alegna hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:Zur Ausbildung gehören ein einjähriges Praktikum nach dem dritten Ausbildungsjahr.
Ich weiss schon liebe Taube mein Schwager hat da seine Ausbildung gemacht, aber ich muss trotzdem einwenden, einen Grundkurs ist für meine Begriffe von Seelsorge zu wenig und nicht jeder Prediger sieht sich als Seelsorger, wie ich es verstehe.


Liebe Alegna

Erstens habe ich nicht von einem Grundkurs gesprochen. Seelsorge ist ein Schwerpunkt dieses Studiums. ...und da kann man als Seelsorger arbeiten. Wenn schon jeder seelsorgerlich tätig sein kann, kann es bestimmt derjenige, welcher ein Jahr lang das als Schwerpunkt auch studieren muss. Schliesslich ist es keine Kurzbibelschule, sondern eine umfassende nötige Ausbildung, was da betrieben wird.

Zweitens habe ich schon auf der ersten Seite dieses Threads (und auch nachher) klar gemacht, dass es für einige Aufgaben Spezialwissen braucht. Da habe ich nie eine Bezahlung abgelehnt. So weiss ich nicht, warum Du den Einwendungen machtest.

Beispiel, wo Spezialwissen wichtig sein kann, wenn es um starke Eheprobleme handelt. Da gibt es spezialisierte Beratungsstellen. ...und da ist es auch üblich und angebracht, dass es Tarife gibt, die allerdings sehr stark abgestuft sein müssen, um die sozialen Belange abzudecken. Dass dies übergemeindlich geregelt werden muss, scheint mir auch klar.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Ihr » Do 4. Nov 2010, 10:21

Es kommt halt auf die Ansprüche an, die man stellt. Meint man mit "Seelsorge" ein Gespräch mit einem Laien auf freiwilliger Basis, oder muss der Seelsorger von seinem Job leben können und ist dementsprechend ausgebildet?

Ich weiss nicht, wie es auf der Nachfrageseite aussieht, aber bei den Anbietern hat hier definitiv eine Professionalisierung stattgefunden: Das Berufsbild des selbständigen christlichen Mentors, Coaches, Lebensberaters und Consultants gabs vor 20 Jahren noch kaum. Da war für alles der Pfarrer/Prediger zuständig.

Man hat es nicht einfach als Gemeinde. Pocht man auf den Zehnten, dann generiert man Empörung. Verrechnet man die Kosten nach dem Verursacherprinzip, dann ist das Geldmacherei. Setzt man Laien ein und ist dementsprechend auf willige Fronarbeiter angewiesen, dann hört man, die Christen seien amateurhaft und es müsse immer alles gratis sein.

Wenn man die Sache mal über die eigene Perspektive hinaus durchdenkt, dann ist schnell klar dass von nichts nichts kommt. Alles hat seinen Preis und was man selber erwartet, das sollte man auch zu geben bereit sein (dh. eigentlich sollte man mehr zu geben bereit sein als man erwartet). Betrifft selbstverständlich nicht nur das Geld.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Leuchte » Do 4. Nov 2010, 10:26

Taube hat geschrieben:habe ich schon auf der ersten Seite dieses Threads (und auch nachher) klar gemacht, dass es für einige Aufgaben Spezialwissen braucht. Da habe ich nie eine Bezahlung abgelehnt. So weiss ich nicht, warum Du den Einwendungen machtest.

Es gibt viele Tätigkeiten in der Gemeinde, die ein Spezialwissen voraussetzen. Einige müssen ständig zur Probe, um sich für ein Konzert, musikalisches Programm vorzubereiten. Andere müssen mit Computer arbeiten, Flyers erstellen, Musik bearbeiten, Internetseiten aktualisieren... Frage: wo ist dann die Grenze, dass ich trennen kann, wo eine Bezahlung für erbrachte Tätigkeit nicht verkehrt ist und wo eine Tätigkeit umsonst (im Sinne von gegen keine Bezahlung) ausgeübt wird?
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon bigbird » Do 4. Nov 2010, 10:42

Gnu hat geschrieben:Und noch etwas zu den ausgebildeten Seelsorgern: Die Ausbildung zum Seelsorger gibt es glaubs gar nicht, ich wüsste nicht wo. Was die dort lernen ist Psychologie und die gibt's billiger (weil von der Krankenkasse bezahlt) beim Psychiater.

Dochdoch, das gibts schon. Ohne nachzusehen kommen mir in den Sinn: Ignis, BTS (die jetzt anders heisst) und noch eine weitere, deren Name ich vergessen habe. Ich kenne aber eine Person, die diese Ausbildung gemacht hat.

Wenn ich in eine Gemeinde gehe und das Gebet der Ältesten nützt nichts bei Krankheit, dann gehe ich auch nicht in eine andere Gemeinde und bezahle jenen Ältesten etwas für ihr Gebet, sondern dann gehe ich zum Arzt.
BTS heisst "biblisch Therapeutische Seelsorge" - das heisst, sie ist zielgerichtet. Es wird ein bestimmtes Ziel anvisiert, der "Klient" muss mitmachen, an sich arbeiten, sich Zeit nehmen, mit Gott Schritte tun, an sich arbeiten (lassen).
Es ist mehr als ein Gebet bei Krankheit. Wie andere schon gesagt haben: Ein Zuspruch, ein "ins-Gilet-gränne", ein Gebet, ein Bibelvers - das alles kann mir zum Beispiel jeder geben in meinem Hauskreis - und noch viele andere Gemeindeglieder auch. Aber gezielt ein Problem angehen - das ist etwas anderes.
Übrigens: Zielführende Seelsorge - das können noch lange nicht alle Pfarrer und Pastoren.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Do 4. Nov 2010, 10:56

Leuchte hat geschrieben:Frage: wo ist dann die Grenze, dass ich trennen kann, wo eine Bezahlung für erbrachte Tätigkeit nicht verkehrt ist und wo eine Tätigkeit umsonst (im Sinne von gegen keine Bezahlung) ausgeübt wird?

Ich glaube eine Grenze ist dort, wo man die Tätigkeit nebenberuflich ausüben kann. Ist für die Ausbildung eine längere vollzeitliche Ausbildung nötig, dann kann so eine Grenze sein. Ein einfacherer Internetauftritt, welche für eine kleinere Gemeinde nötig ist, kann man noch selber gestalten, auch wenn man theoretisch auch eine spezielle Beratungsfirma zuziehen muss. Meistens ist jemand in der Gemeinde, welcher dies kann.

Eine weitere Grenze sehe ich da, dass diese Beratung für Menschen über längere Dauer sich hinzieht und die über die normale pastoralen Aufgaben hinausgehen. Dabei kommt auch eine dritte Grenze hinzu: Seelsorge, welche sehr komplexe Probleme beinhalten, gehören da auch zum "Spezialisten". Sind in den Eheproblemen auch Missbrauchsachen und andere traumatische enthalten, muss lebst ein Seelsorger an andere Therapeuten weiterleiten. Dieses Wissen, wann die eigenen Grenzen sind, diese Unterscheidung, ist wahrscheinlich macht wahrscheinlich den schwierigsten Teil der Arbeit. Da muss muss der Seelsorger auch viel Wissen mitbringen.

Es gibt auch Fälle, wo es nötig ist, dass eine Trennung von Gemeinde und Seelsorge wichtig ist, dann bleibt nichts anderes übrig, als auch Aussenstehende Seelsorger zu nehmen. Das ist auch der Fall, wenn Christen gar nicht einer Gemeinde angeschlossen sind. Obwohl das nicht so gut, müssen für diese trotzdem seelsorgerliche Angebote da sein.

Ich glaube, das sind gute Gründe, welche für eine Ausbildung sprechen, deren Praxisarbeit dann eine vollzeitliche Tätigkeit ist. Da ist auch eine Bezahlung angebracht.

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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Oli4 » Do 4. Nov 2010, 11:12

Einige müssen ständig zur Probe, um sich für ein Konzert, musikalisches Programm vorzubereiten. Andere müssen mit Computer arbeiten, Flyers erstellen, Musik bearbeiten, Internetseiten aktualisieren...

Und gerade hier würde ich mich auch fragen, ob nicht weniger solcher Tätigkeiten zu Gunsten von mehr Zeit innerhalb der Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern (=Seelsorge), für viele erst durch gegenseitigen Zeitmangel entstehenden Probleme, im Ansatz (nicht in der Lösung aller Probleme) zu begegnen weit wirksamer wäre ?
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Ihr » Do 4. Nov 2010, 13:50

Oli4 hat geschrieben:Und gerade hier würde ich mich auch fragen, ob nicht weniger solcher Tätigkeiten zu Gunsten von mehr Zeit innerhalb der Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern (=Seelsorge), für viele erst durch gegenseitigen Zeitmangel entstehenden Probleme, im Ansatz (nicht in der Lösung aller Probleme) zu begegnen weit wirksamer wäre?

Eigentlich sollte es ja bei all diesen Dingen immer um den Dienst am Leib Christi oder am Mitmenschen gehen, und da ist die Frage nach den Prioritäten schon relevant. Die Kunst ist, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen, und nicht irgendwelche unnötigen Gegensätze zu konstruieren (Seelsorge=gut, Aufräumen=unnötig). Eine Spannung dabei ist natürlich das Verhältnis bezahlter und freiwilliger Arbeit.

In der Software-Branche weiss man, dass von den Qualitäten "schnell", "gut" und "billig" immer nur zwei auf's mal erbracht werden können: Gut + schnell -> teuer, gut + billig -> dauert lange, billig + schnell -> man darf keine Qualität erwarten. So wie es von Enzian tönt, sucht sie kompetente, zeitnahe Beratung, und die kostet nunmal. Wenn es nicht aus ihrem Portmonee kommt, dann bezahlt es halt jemand anders.
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon sugi » Do 4. Nov 2010, 14:28

Mir sind zwei "Fälle" bekannt, die nun genau des Geldes wegen aufhören!
Denn es kann einem schlecht werden, was da für Rechnungen kommen..

Und ausseredem: Der "ausgebildete" Seelsorger, lernt genau von diesen Menschen..wo doch jedes ein anderer Lebensinhalt prägt!!! Oink-oinkerei :?
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Taube » Do 4. Nov 2010, 15:06

sugi hat geschrieben:Mir sind zwei "Fälle" bekannt, die nun genau des Geldes wegen aufhören!
Denn es kann einem schlecht werden, was da für Rechnungen kommen..
...


...und dies kommt noch dazu!
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Re: 100 Franken für die Seelsorge bezahlen

Beitragvon Oli4 » Do 4. Nov 2010, 15:37

Ihr hat geschrieben:Eigentlich sollte es ja bei all diesen Dingen immer um den Dienst am Leib Christi oder am Mitmenschen gehen, und da ist die Frage nach den Prioritäten schon relevant. Die Kunst ist, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen, und nicht irgendwelche unnötigen Gegensätze zu konstruieren (Seelsorge=gut, Aufräumen=unnötig).

Man kann immer beim Aufspringen aufs Pferd hinten hinab fallen, Doch Seelsorge am Mitmenschen, sei es noch so 'klein', ist IMMER unsere erste Priorität. Die Schrift nennt dies durchgehend die Geschwister aktiv Lieben. :)).
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