Liberale Gemeinde Aarau +-20km

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Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon gfc » Di 11. Okt 2005, 14:26

So, ich habs zwar auch in der Signatur und viele Anregungen erhalten, aber ich brauch mehr stoff ;)

Und zwar bin ich und meine Frau immernoch Gemeinde-los. Und sind auf der Suche. Daher erbitten wir Tipps. 8-)

Unsere Grundsätze:
1. prinzipiel evangelisch eingestellt.
2. Wir brauchen keine Hörigkeit zur Gemeindeleitung, wir haben selber ein Herz und einen Verstand, um zu entscheiden was "gut" und "böse" ist.
2. aus 2. folgt, dass wir eine Gemeinde brauchen, die zum Nachdenken und Nachfolgen über Jesus anregt, aber auch einmal differierende Meinungen akzeptiert.

Sollte nicht so schwer sein oder? So als kleine Vorbemerkung: ChurchAlive muss niemand nennen, da waren wir schon und dahin werden wir nicht zurückkehren (solange nicht die gesamte Gemeindeleitung ausgetauscht wird).

Bisheriger Favorit: Minoritätsgemeinde Aarau
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon LordAlm » Di 11. Okt 2005, 14:43

Hallo gfc,
Die liberalste Kirche die ich kenne ist die evang. Landeskirche, darum bin ich ausgetreten. Willst du eine Gemeinde die die biblischen Grundsätze befolgt, oder etwas was einfach für den Menschen angenehm ist und er tun und lassen kann nach seinen persönlichen Grundsätzen? Ich glaube das was du suchst gibt es nicht. Ich kann mir so eine Gemeinde nicht vorstellen. Du solltest deine Vorstellungen über Gemeinden revidieren.

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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon gfc » Di 11. Okt 2005, 14:52

Was biblische Grundsätze sind und was nicht, darüber gibts soviele Auffassungen wie Christen. Den wäre z.b. der katholizismus DIE biblische Wahrheit, so wäre alles andere nur teilwahr und umgekehrt. Aber die Diskussion wurde oft genug geführt.

Was alle an der evang. Landeskirche rumschimpfen ist mir nicht ganz klar. Sie macht keinen so schlechten Job in meinen Augen. Es wäre sogar eine Alternative. Aber die evang.-ref Gemeinde hier in Aarau scheint mir nicht so ganz passend für meine Bedürfnisse. Darum such ich ja noch ;)

Wieso sollte ich also meine Meinung revidieren? Wenn ich nicht ich selber bin, bin ich doch so oder so nur ein Heuchler und Betrüger oder etwa nicht?

Aber bevor hier wieder mal ein Glaubenskrieg ausbricht: Macht das doch bitte in einem anderen Thread. Ich bin auf der Suche und bin froh um Tipps, Belehrung über falsche Ansichten brauche ich in diesem Thread nicht.
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon origo » Di 11. Okt 2005, 15:21

Original von gfc
Wieso sollte ich also meine Meinung revidieren? Wenn ich nicht ich selber bin, bin ich doch so oder so nur ein Heuchler und Betrüger oder etwa nicht?

@ gfc

Sich selber sein bedeutet ja nicht, dass man nicht auch noch dazulernen kann.
Seit ich zu Jesus umgekehrt bin, habe ich wohl mehr Wesentliches gelernt als in der langen Zeit, wo ich mir von niemand dreinreden lassen wollte.

Für mich bedeutet Gemeinde auch, dass man mit Meinungen konfrontiert wird, die einem vielleicht spontan nicht so passen. Hinterfragt werden schadet nicht. Deswegen wird ja noch niemand rausgeekelt, bei uns jedenfalls nicht.

Und was war denn bei dieser ChurchAlive das Problem?
Versuche nur zu verstehen.

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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon gfc » Di 11. Okt 2005, 15:36

Original von origo

Für mich bedeutet Gemeinde auch, dass man mit Meinungen konfrontiert wird, die einem vielleicht spontan nicht so passen. Hinterfragt werden schadet nicht. Deswegen wird ja noch niemand rausgeekelt, bei uns jedenfalls nicht.


Genau das ist der Punkt. Und das war bei Churchalive das Problem: "Unsere Meinung sei falsch, wir werden bestraft. Bestrafung wird rückgängiggemacht, wenn wir die Meinung der Gemeindeleitung ungeprüft übernehmen. Biblisch konnte man das zwar kein bisschen beweisen, aber wir sollen unseren glauben der Gemeindeleitung unterorden, sie wissen das schon besser."

Das beste war noch, als man mir abgesprochen hatte, Christ zu sein. Dabei kannten sie mich ja bereits 1 Jahr. Aber hey, ich nahms mit Humor und am nächsten Tag bin ich ausgetreten. Und mit mir meine Frau und deren halbe Verwandschaft, weil auch nichts mehr als kopfschütteln übrig hatten. Später erfuhren wir, dass wir nicht der erste Fall waren, bei dem das so gehandhabt wurde, sondern bereits 4 Vorgänger hatten...

Aber zurück zum Thema:

Ich lasse mich gerne überzeugen und bin bereit, sofort meine Meinung aufzugeben, wenn der gegenüber Argumente hat, die besser sind als die meinigen. Wenns aber heisst "ist so, weil ich das so sage, glaubs einfach", dann stellt es mir ab. Und genau DAS brauch ich nie wieder in meinem Leben. Ich war einmal Katholik (sogar Ministrant 4 Jahre lang) und trat aus, weil ich nicht Befehle ausführen konnte, die gegen meinen Glauben waren. Und ich würde das jederzeit wieder tun.

Und genau das ist mein Problem. Ich möchte von der Gemeindeleitung als mündiger Christ aufgenommen werden, nicht als dummes Schaf. Und ich werde mich nicht unter eine Leitung unterordnen können, die meiner Meinung nach der Bibel widerspricht.

Aber genau diese Unterordnung wird an vielen Orten gefordert. Nicht einmal absichtlich, eher weil die Leitung die eigene Meinung als die einzig seeligmachende sieht. Was aber wenn die eigene davon abweicht? Wie wird damit umgegangen? Oder gilt wie in der kath. Kirche, dass die Obrigkeit unfehlbar sei, da von gott berufen? Wenn das die Leitung glaubt, dann wäre es die falsche Gemeinde für mich. Hey, nichts gegen Berufungen von Gott, aber ich glaube kein Mensch dieser Welt kann von sich behaupten, unfehlbar zu sein.
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon kathy » Di 11. Okt 2005, 17:56

Hallo gfc :)

Wenn Du diese Kirche gefunden hast, lass´ es mich wissen.
Da würde ich mich auch wohlfühlen und mich gerne einbringen. Blinder Gehorsam ist leider auch nix für mich.

gruss, kathy

P.s: In der katholischen und reformierten Landeskirche in meinem Wohnort habe ich mich in zwischenmenschlicher Hinsicht am wohlsten gefühlt. Theologisch gesehen muss ich aber zugeben, dass diese beiden Kirchen tatsächlich ein öffentlicher Rummelplatz für alles Mögliche geworden sind.
Ein Ort, an dem wohl jeder Esoteriker was findet. ;) Man sagt zu Allem ja und Amen und bezieht zu NIchts wirklich Stellung. :roll:



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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon LordAlm » Di 11. Okt 2005, 19:15

Hallo gfc,

Ich gebe dir den Rat: Versammelt Euch, wie die ersten Christen es taten, mit Gleichgesinnten in Euren Häusern, wenn es tatsächlich keine lebendige, christozentrische Verkündigung an eurem Wohnort gibt. Ich glaube, dass damit der richtige Weg beschritten wird. Auch dann, wenn ihr eine Ortsgemeinde habt, die auf dem Fundament der Schrift steht, sollten wir regelmässig hin und her in den Häusern zusammenkommen, um des Herrn Angesicht zu suchen durch Bibel und Gebet.

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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon stranger » Do 13. Okt 2005, 21:28

Schau Dir mal diese Gemeinde nächsten Sonntag 10 Uhr in Aarau an:

Freie Christengemeinde Aarau

Viele Grüße

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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon stranger » Do 13. Okt 2005, 21:32

Original von LordAlm
Hallo gfc,

Ich gebe dir den Rat: Versammelt Euch, wie die ersten Christen es taten, mit Gleichgesinnten in Euren Häusern, wenn es tatsächlich keine lebendige, christozentrische Verkündigung an eurem Wohnort gibt. Ich glaube, dass damit der richtige Weg beschritten wird. Auch dann, wenn ihr eine Ortsgemeinde habt, die auf dem Fundament der Schrift steht, sollten wir regelmässig hin und her in den Häusern zusammenkommen, um des Herrn Angesicht zu suchen durch Bibel und Gebet.

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Sehe ich ähnlich. Das ist der biblische Weg...
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon gfc » Do 13. Okt 2005, 21:36

Original von stranger
Schau Dir mal diese Gemeinde nächsten Sonntag 10 Uhr in Aarau an:

Freie Christengemeinde Aarau

Viele Grüße

stranger


war ich auch schon. War gar nicht so schlecht, aber noch nicht so ganz überzeugend :)

btw obiger Tipp: Hauskreise in Aarau, wo sucht man am einfachsten?
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon kim » Do 20. Okt 2005, 20:25

Hallo gfc
Vielleicht ist die Evangelisch Reformierte Kirche in Oftringen was für euch, vor allem der Gottesdienst um 11.15
Kirche Oftringen
Gruss,
kim
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon schanin » Do 20. Okt 2005, 20:40

@kim

gehst du selber dorthin? die page sieht jedenfalls schon mal nicht schlecht aus:)
hier stand mal ein link...
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon bruce2003 » Fr 25. Nov 2005, 18:34

hi

warst du mal im www.icf-aarau.ch vorbeischauen?

Grues Bruce
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon schanin » Fr 25. Nov 2005, 19:09

"...treffen sich Frauen und Männer getrennt in Kleingruppen um mehr über die Bibel zu erfahren, auszutauschen und Gemeinschaft zu pflegen."

wär für mich ein grund, nicht verbindlich dorthin zu gehen. bin eben recht festgelegt, auf das was ich will :D
hier stand mal ein link...
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon gfc » Sa 26. Nov 2005, 15:36

Original von bruce2003
hi

warst du mal im www.icf-aarau.ch vorbeischauen?

Grues Bruce


Das versteh ich nicht:

icf aarau ist zur Zeit "nur" eine Vision


Eine Vision? Von was? Wie sieht eine "Vision" mit 31 Mitgliedern aus?

Was mich am icf immer gestört hat, ist das g12 system. Ich werd einfach nicht fan davon. Nichts gegen Hauskreise, aber g12 geht einfach ca 10 Schritte zu weit..
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon Zeitipower » So 27. Nov 2005, 01:12

Das mit der Vision ist schnell erklärt: Im Aufbau neutestamentlicher Gemeinden gibt es verschiedene Phasen. Die Vorgeburtliche Phase, die Phase der Gründung und dann die Phase des Wachstums. icf aarau befindet sich in der Vorgeburtlichen Phase der Gemeindegründung, sie feiern regelmässig Gottesdienste und treffen sich in smallgroups.

Was mir nicht klar ist: warum geht dir das g12 system zu weit? Eines ist klar, Kirche lebt durch Beziehungen. Ihre Beziehung zu Gott pflegt sie indem sie Menschen zu Jüngern macht und so den Missionsauftrag Jesu umsetzt (vgl. Matth. 28,18-20) Die Kirche bewegt sich auch in einem bestimmten Umfeld, zu dem sie ebenfalls eine Bezeihung hat (sei es nun in positiver hinsicht im "zu jüngern machen" oder in negativer hinsicht in der abkehr von der welt und ihren missbräuchen) Der Weg den das icf dabei eingeschlagen hat kann sicher als sehr beziehungsorientiert bezeichnet werden.

Aber hey, wir sind Glieder eines Leibes: des Leibes Jesu. Ich fühl mich sehr wohl in einer kirche mit familiärer atmosphäre und denke dass icf für leute die im glauben wachsen wollen eine super sache ist. Und hey: mitten in einen churchplantingprozess einzusteigen hat doch was, oder nicht?

:)

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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon gfc » So 27. Nov 2005, 11:18

Churchplanting .. :D :D

Anglizismen fand ich schon im icf Zürich speziel. Nicht, dass ich kein Englisch kann, im Gegenteil. Aber ich bin gerne im Bücherladen und nicht im Media-Store. Und auch lieber im Willkommensbereich wie in der Welcome-Lounge. Und wieso es "about icf" heisst statt einfach "über uns" konnte mir auch niemand erklären. Aber item, dass ist Geschmackssache. Churchplanting find ich einfach das noch lustigere unwort :)

Anyway: Ich war nie Fan von g12, war aber trotzdem mal in einer Gemeinde in einer g12 Gruppe. Hey, ich geb allem eine Chance.. aber eben: ich find das g12-System ganz und gar unsympathisch. Es setzt den Schwerpunkt in den Kleingruppen, ich setz ihn im Gottesdienst. Das g12 "teilt" die Leute in "Glaubens-Reife"-Kategorien ein, ich kann darüber nur schmunzeln. Das g12 ist eine Einschränkung, z.b. konnte mir nie jemand im icf erklären, wieso dass die Gruppen umbedingt geschlechtergetrennt sein müssen... auch find ich das ganze extrem "konstruiert". Ich brauch niemanden, der mich irgendwann einer Gruppe zuteilt, ich such mir meine Bekannten und Freunde selber. Und ich brauch auch niemanden, der mir sagt, ich solle das "leben teilen" mit irgendwem, dass passiert automatisch.

Oder kurz gesagt: Vielleicht bin ich auch einfach zu selbstständig für ein System wie g12. Du nennst das familiär, ich Bevormundung. Denn unter Familiarität verstehe ich tiefschürfende Beziehungen, die entstehen, nicht gemacht werden.
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon Zeitipower » So 27. Nov 2005, 11:38

@churchplanting: das Wort ist aus der amerikanischen Theologie übernommen. "churchplanting" ist einfach das englische Gegenstück zum deutschen "Gemeinde bauen". Mir gefällt das Wort churchplanting insoferne sehr gut, als das es in mir eine Assoziation zum Gleichnis vom Sämann weckt. Unsere Aufgabe als Christen besteht ja auch darin das Wort auszusäen. Paulus vergleicht die Gemeinde mit Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Also ist einfach beides gerechtfertigt. :)

@smallgroup: naja ich denke da es ohnedies mehrere smallgroups gibt gehst du einfach in die, in die deine kumpels auch gehen. Theoretisch wäre es ja ohnedies so, dass im g12 system jeder einen Mentor hat und gleichzeitg mentor ist. da das grundanliegen ist kirche durch beziehungen zu verwirklichen, ist es mE so gedacht dass du mit leuten in der smallgroup bist zu denen du ohnedies schon eine beziehung/freundschaft hast. Dass auch mal jemand hinein kommt der uns nicht ganz so zu gesichte steht ist doch ganz natürlich. Vielleicht kann mans als Anfechtung sehen, durch die man im Glauben wachsen kann....

@genderspezifische smallgroups:
naja die praxis zeigt dass frauen und männer unterschiedliche themen haben über die sie leichter mit gleichgeschlechtlichen leuten reden können. (beziehungskiste und co) dafür sind die gebetsteams (und alle anderen teams auch) gemischt :)

Es ist heute einfach zu einer Grundprämisse in der Seelsorge geworden, dass Frauen mit Frauen und Männern mit Männern arbeiten. Allein schon wegen der unguten Situationen die entstehen können wenn eine verheiratete Frau zu ihrem männlichen Mentor gehen würde um mit ihm über Fragen des Glaubens zu sprechen. Für reife Leute im Glauben ist es eher kein Problem, aber was ist mit denen die ungefestigt sind? ich finds gut dass darauf auch Rücksicht genommen wird....

Das Grundanliegen des g12 systems ist ja auch die Kirche nicht als ein wochenend event versauern zu lassen, sondern der kirche einen ort im leben der menschen zu geben. Kirche ist nicht ein event an einem tag in der woche, sondern die veriwrklichung des Reiches Gottes auf Erden. sie beginnt wo 2 oder 3 in jesu namen zusammenkommen und hat nach oben hin keine grenze :)

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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon gfc » So 27. Nov 2005, 14:32

Die Antwort hab ich eigentlich genau so erwartet. Die hab ich schon x-fach erhalten :D

@churchplanting: Wie gesagt, sicher ists der Auftrag, aber ich find die Namensgebung witzig.. :D

@smallgroup: Du sprichst hier ein Idealbild des Menschen an: "Steck sie in die Gruppe und es wird dann schon laufen". Das mag zwar für einige Wenige gelten, aber die Meisten Menschen brauchen Jahre, sich anderen Personen *wirklich* zu öffnen. Ich mein damit nicht die 08/15 "Mein Chef ist doof"-Diskussionen, sondern die wirklich tiefschürfenden. Das war auch der Fact in der Gemeinde, in der ich war: Wirkliche, tiefe Nähe gabs schon in der Gemeinde, aber eigentlich nie zwischen 2 Leuten in einer Gruppe..

@"genderspezifische" smallgroups: Btw. das noch schlimmere unwort wie planting, aber nur so nebenbei.. anyway: Wwas hast du den für ein vertrauen in verheiratete Frauen, dass du ihnen sofort die Gefahr der Untreue mit dem Leiter zugrunde liegst. Aber wieder kommst du mit dem typischen Menschenbild, dass der durchschnittliche Mann nicht mit der durchschnittlichen Frau tiefschürfend reden kann und jeder sowieso immer auf Sex aus ist. Ich finde das Menschenbild sehr tragisch, oberflächlich und archaisch.

Ich führe mit Frauen dieselben tiefen Gespräche wie mit Männern. Was das mit dem Geschlecht .. äähm pardon gender .. zu tun haben soll, ist mir ein Rätsel.

Mir würde auch nie einfallen, in eine Kleingruppe / Hauskreis OHNE meine Frau zu gehen. Ich teile mit meiner Frau mein Leben und dann soll ich im "Glauben" von ihr getrennt werden? Komische Ansichten einer christlichen Ehe..

Und das vorhandensein von Smallgroups garantiert dir NICHT, dass die Kirche nicht auch bloss ein Event ist. Du hast dann einfach statt 1 Termin am Sonntag noch einen zweiten in der Woche.

Christsein kannst du nicht durch organisatorische Strukturen erzwingen. Ich behaupte sogar, sie wirken gegenteilig..
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon Zeitipower » So 27. Nov 2005, 15:51

hm wenn ich mir diene Postings durchlese dneke ich, du wärst unter Umständen in einer Hauskirche am besten aufgehoben :) Vielleicht schaust du dir mal die harvest church an, ich denke sie haben hausgemeinden in der gesamten schweiz....

Jo die englischen worte sind nicht jedermanns sache, aber jede wissenschaft (auch die theologie) hat ihre spezifische metasprache. obs nun das lateinische oder das griechische oder das englische ist, ist dann auch schon egal :) Nicht egal ist der Inhalt der Verkündigung, und der Inhalt der Verkündigung im icf ist mE fundiert, ehrlich und motivierend. hm das evangelium ist eben dort wo es gelebt wird eine frohe botschaft. :)

@smallgroup und frauen: Hm jo für uns ist es eben kein problem, für im Glauben ungefestigte Mensche aber vielleicht schon ;) super dass du dein leben und deinen glauben mit deiner frau teilst. mach ich auch so :)

Gottes Segen dir für deine suche nach einer Gemeinde in der du deine geistliche heimat finden kannst;
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon gfc » So 27. Nov 2005, 22:56

Danke für den Tipp. Ich kann mir zwar absolut nichts unter einer Hauskirche vorstellen, aber man lernt ja nie aus :D

Hab mal die Regionspastoren kontaktiert, mal guggen, wie es weiter geht.

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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon Keona » Do 29. Dez 2005, 10:36

hallo

habe mit grossem Interesse eure Beiträge gelesen
@gfc würde Dir Minoritätsgemeinde vorschlagen, meine das würde am Besten zu deiner Beschreibung passen.


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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon Keona » Do 29. Dez 2005, 10:51

ist mir noch eine eingefallen:

FEG aarau ist zur Zeit im TDS hinter dem Bahnhof anzutreffen. kann ich auch empfehlen!
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon bigbird » Do 29. Dez 2005, 10:54

Original von gfc
Unsere Grundsätze:
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2. Wir brauchen keine Hörigkeit zur Gemeindeleitung, wir haben selber ein Herz und einen Verstand, um zu entscheiden was "gut" und "böse" ist.
2. aus 2. folgt, dass wir eine Gemeinde brauchen, die zum Nachdenken und Nachfolgen über Jesus anregt, aber auch einmal differierende Meinungen akzeptiert.
Liberal? Ich glaube ich verstehe was anderes unter "liberal" als du ... diese Bezeichnung könnte sich irreführend auswirken.

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Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon Keona » Do 29. Dez 2005, 11:35


gute erklärung gefunden:
Was heißt "liberal" ?

Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter "liberal" eine tolerante, lockere, freie, bewegliche Einstellung, die sich gegen jede Form von Starrheit richtet. Ein "liberales" Judentum wäre so verstanden ein Judentum, dass die Halacha (dem Religionsgesetz) nicht ganz so genau hält und Beliebigkeit akzeptiert. - Genau das aber ist ein Missverständnis, das aus einem falsch verstandenen Gebrauch des Wortes "liberal" herrührt.

Die Ursache dieses Missverständnisses liegt in einem doppelten Gebrauch des Wortes "liberal" in der deutschen Geistesgeschichte. Es gibt einen politischen Liberalismus und einen theologischen Liberalismus.

POLITISCHER SPRACHGEBRAUCH

Der allgemeine Sprachgebrauch basiert auf dem politischen Begriff. "Liberal" geht auf das lateinische "liberalis" ("eines freien Mannes würdig; edel, vornehm, anständig";) zurück und kam im ausgehenden 18. Jahrhundert als französisches Fremdwort nach Deutschland. Hier bedeutet es "frei" und meint einen jener Werte, den die Franzöische Revolution erkämpft hatte.

Im politischen Sprachgebrauch bezeichnet "liberal" bis heute die Sicherung der persönlichen Freiheit eines jeden Menschen. Freiheit ist hier gleichbedeutend mit Individualismus. Der Begriff zielt auf den Einzelnen ab und richtet sich gegen ihm aufer-legte Zwänge. Als politischer Begriff ist "liberal" der Gegenbegriff zu "fremdbestimmt".

RELIGIÖSER SPRACHGEBRAUCH

Im religiösen Sprachgebrauch wird der Begriff völlig anders verwendet.
Der religiöse Liberalismus entstand im 19. Jahrhundert. Er griff die Anliegen des älteren politischen Liberalismus auf und entwarf auf dessen Grundlagen ein neues religiöses System. Dieser theologische Liberalismus prägte damals den Geist vieler moderner Geisteswissenschaftler und bildete die Grundlage für die Entstehung der "Wissenschaft des Judentums".

Im religiösen Liberalismus steht nicht der Einzelne an sich als Individualist im Vordergrund, sondern sein Verhältnis zur religiösen Tradition und zu religiösen Institutionen.

Als theologischer Begriff ist "liberal" der Gegenbegriff zu "fundamentalistisch", meint also einen aufgeklärten (d.h. "liberalen";) Umgang mit der religiösen Tradition. Bis heute ist "liberal" der Schmähbegriff von Fundamentalisten gegen diejenigen, die zeitgenössisch religiös sind.




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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon bigbird » Do 29. Dez 2005, 11:39

Danke Koena - das deckt sich mit dem, was ich meinte. Ob gfc auch das meinte?

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Re: Liberale Gemeinde Aarau +-20km

Beitragvon origo » Mi 18. Jan 2006, 21:31

Hallo gfc

da du offenbar immer noch suchst:

Im Aargau kenn ich nichts, aber
kennst du die City-Church in Zürich?

Sonst schau doch mal hier rein

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