Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

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Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Günter » Mo 8. Aug 2005, 08:16

Ihr Lieben,

wer von Euch hat Erfahrungen mit einer Brüdergemeinde gemacht oder ist dort vielleicht sogar Mitglied?

Liebe Grüße
Günter
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon bigbird » Mo 8. Aug 2005, 12:32

hm... meinst du die mit den Losungsbüchlein, oder was ganz genau meinst du?

bb
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sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Günter » Mo 8. Aug 2005, 12:50

Hi bigbird,

naja, ich meine diejenigen, die sich selbst als "Brüdergemeinden" bezeichnen, z. B. diejenigen, über die hier berichtet wird: http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCdergemeinde

Ich will auch gerne erzählen, weshalb mich diese Frage so plötzlich beschäftigt:

Im Rahmen des Kontaktes mit Geschwistern von der FeG Cuxhaven, lernte ich auch nach Norddeutschland zugezogenen Mitglieder einer Brüdergemeinde kennen. Nun möchte ich gerne mehr wissen, weil möglicherweise ein engeres Miteinander (Hauskreis etc.) anstehen könnte. :)

Natürlich habe ich auch schon etwas gegoogled, aber persönliche Berichte sind mir immer lieber.

In der Schweiz gibt es meines Wissens auch Brüdergemeinden.

Liebe Grüße
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon stranger » Mo 8. Aug 2005, 16:39

Original von bigbird
hm... meinst du die mit den Losungsbüchlein, oder was ganz genau meinst du?

bb




Die mit den Losungsbüchlein heißen "Brüdergemeine", nicht "Brüdergemeinde".

Das sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe. 8-)
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon stranger » Mo 8. Aug 2005, 16:44

Original von Günter
Ihr Lieben,

wer von Euch hat Erfahrungen mit einer Brüdergemeinde gemacht oder ist dort vielleicht sogar Mitglied?

Liebe Grüße
Günter




Hallo Günter,

meine Erfahrung mir der Brüderbewegung war recht vielschichtig. Neben Besuchen und Kontakten zu verschiedenen Brüder-Richtungen (geschlossene, exklusive, BEFG etc.), kommen auch noch etliche Verwandte, welche der BW angehören.

Meine Meinung bildete sich also über die eigene ehemalige "Zugehörigkeit" (Mitgliedschaft darf man bei den meisten Richtungen ja nicht unbedingt sagen) und über meine (heute immer noch) mannigfaltigen Kontakte, bis hin zu den Meinungen anderer Denominationen bzw. derer Angehörigen über die BW.

Viele Grüße

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Mo 8. Aug 2005, 20:58

Original von stranger
Original von bigbird
hm... meinst du die mit den Losungsbüchlein, oder was ganz genau meinst du?

bb




Die mit den Losungsbüchlein heißen "Brüdergemeine", nicht "Brüdergemeinde".

Das sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe. 8-)
Die Brüdergemeine sind die Herrnhuter, die auf Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf zurückgehen - eine historische Richtung des Pietismus.

Die Brüdergemeinden dagegen sind eine ursprünglich englische Richtung. Eine frühe, prägende und auch umstrittene Zentralgestalt war John Nelson Darby. Damals hießen sie auch Plymouth-Brethren. Wegen der breitgefächerten Vielfalt der "Brüder" ist die Bezeichnung Brüderbewegung korrekter.

[edit: Tippfehler weg]

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Perle » Mo 8. Aug 2005, 21:06

Was man da alles dazulernt!

Aber was bitte heisst Brüdergemeine ohne d? Doch nicht gemeine Brüder? :baby:
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon bigbird » Mo 8. Aug 2005, 21:31

Ja, ich weiss, dass es verschiedene gibt - jetzt wissen es die andern auch :D


bigbird
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Mo 8. Aug 2005, 22:18

´Gemeine´ ist eine ältere Form von ´Gemeinde´ - eben wie in allgemein oder Gemeinschaft.

Äh, am übelsten sind nicht die gemeinen Brüder, sondern die gemeinen Schwestern - und da besonders die hundsgemeinen ...

... bin schon weg, sonst gibt´s gemein(sam)e Prügel von bb und Perle :D !

P. S.: :tongue:

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon stranger » Mo 8. Aug 2005, 22:29

Original von William Penn
´Gemeine´ ist eine ältere Form von ´Gemeinde´ - eben wie in allgemein oder Gemeinschaft.

Äh, am übelsten sind nicht die gemeinen Brüder, sondern die gemeinen Schwestern - und da besonders die hundsgemeinen ...

... bin schon weg, sonst gibt´s gemein(sam)e Prügel von bb und Perle :D !

P. S.: :tongue:




*brüllvorlachen* Bild


Tschuldigung, war einfach köstlich... :D
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Perle » Di 9. Aug 2005, 13:18

Original von William Penn
Äh, am übelsten sind nicht die gemeinen Brüder, sondern die gemeinen Schwestern - und da besonders die hundsgemeinen ...

... bin schon weg, sonst gibt´s gemein(sam)e Prügel von bb und Perle :D !

Hm... also ich probiers mal: Bild Bild



Nein, es geht nicht.... :(


...Röm.12,10 gewinnt einfach die Oberhand:
Ich muss dich einfach gern haben, du gemeiner Bruder! :umarm:



Perlchen Bild
Na, schau ich nicht eeeecht braaaav aus?




;)
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon bigbird » Di 9. Aug 2005, 13:25

Noch schlimmer als gemeine Brüder oder gemeine Schwestern sind: gemeine Chefs ...

bigbird, die grübelt, ob sie den Thread gleich schliessen soll ... :?

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Di 9. Aug 2005, 13:45

Chef, das Problem ist, daß wenige Leute Erfahrung mit authentischen Vertretern der Brüderbewegung haben. Kommt noch dazu, daß es da eine recht abgeschottete Richtung gibt!

Aber was mich wirklich an dieser Bewegung verdutzt, ist, daß viele ihrer Lehrüberzeugungen in freikirchlichen Kreisen zum eisernen Bestand gehören. Wir verdanken den Brüdern z. B. die Elberfelder Bibel, und die Vorentrückung, aber auch den Dispensationalismus.

Verstehst du, was ich meine, bigbird? Ihre Spuren findest du allenthalben, aber sie selbst sind schwer zu finden.

Komische Sache ...

@alle:

Gehört jemand von euch zu einer klassischen Brüdergemeinde?

Wenn sich niemand meldet oder keiner authentische Erfahrungen wiedergeben kann, hat der Thread in der Tat keinen Sinn (zumal dieser Tage einer zugemacht wurde, der ebenfalls den Brüdern gewidmet war ...).

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon bigbird » Di 9. Aug 2005, 13:59

Original von William Penn
Aber was mich wirklich an dieser Bewegung verdutzt, ist, daß viele ihrer Lehrüberzeugungen in freikirchlichen Kreisen zum eisernen Bestand gehören. Wir verdanken den Brüdern z. B. die Elberfelder Bibel, und die Vorentrückung, aber auch den Dispensationalismus.
Ich glaub, es gibt einfach zuwenige von den Brüdern 8-) , sodass sich von den wenigen halt keiner hierher verirrt ...
Verstehst du, was ich meine, bigbird? Ihre Spuren findest du allenthalben, aber sie selbst sind schwer zu finden.
Ich bin zwar nicht sooo gescheit und nicht sooo gebildet, aber verstehen tu ich viel :lesen: :lesen:

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon stranger » Di 9. Aug 2005, 16:43

Original von bigbird
bigbird, die grübelt, ob sie den Thread gleich schliessen soll ... :?




Schließen? Find ich gut! :D
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Do 11. Aug 2005, 01:22

Original von bigbird
Ich bin zwar nicht sooo gescheit und nicht sooo gebildet, aber verstehen tu ich viel :lesen: :lesen:
Na, na! So hab ich das aber nicht gemeint, bigbird! Und das da: :lesen: - das dürften wir zwei wohl gemeinsam haben, nicht wahr?

Schade, daß sich keine Brüder oder solche, die sich mit ihnen auskennen, melden.

Wirst wohl recht haben: Von denen gibts nicht so viele ...

@stranger:

Erzähl du uns doch mal, wie man mit offenen, geschlossenen und sonstigen Brüdern am besten umgeht! Ich würd mich ja so verhalten wie immer: Offen, sachlich und ein bissel flapsig. Letzteres zur Auflockerung*. Ach ja, und Erlebtes erzählen und erzählen lassen hilft auch ...

---
* hab ich durch Enggi wiederentdeckt! Enggi sagt allerdings Satire dazu ... ;)

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon stranger » Do 11. Aug 2005, 16:40

Original von William Penn
@stranger:

Erzähl du uns doch mal, wie man mit offenen, geschlossenen und sonstigen Brüdern am besten umgeht! Ich würd mich ja so verhalten wie immer: Offen, sachlich und ein bissel flapsig. Letzteres zur Auflockerung*. Ach ja, und Erlebtes erzählen und erzählen lassen hilft auch ...



Hi Willi,

nunja, nach meinem nicht sonderlich erfolgreichen Thread zur exklusiven Brüderbewegung im Sektenforum, möchte ich mich dazu nicht großartig äußern, bzw. meine manigfaltigen Erfahrungen zum Besten geben.

Fakt ist jedoch, dass es innerhalb der gesamten Brüderbewegung sehr große Unterschiede in Mentalität und Auftreten gibt, so dass man auf jeden Fall differenziert argumentieren muss.

So long

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PS: Rat mal, warum ich seit Jahren der Pfingstbewegung angehöre?
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Do 11. Aug 2005, 17:24

Original von stranger
Rat mal, warum ich seit Jahren der Pfingstbewegung angehöre?
Weil es dort sehr große Unterschiede in Mentalität und Auftreten gibt, so dass man auf jeden Fall differenziert argumentieren muss ... :D ?

P. S.: ;)


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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Prineville » Do 11. Aug 2005, 19:37

Mein Mann und ich waren für 10 Jahre in verschiedenen Brüdergemeinden dabei. Seit 5 Jahren haben wir noch losen Kontakt zu Menschen in den unterschiedlichsten Gemeinden. Seit unserem Weggang ist vielerorts eine Oeffnung geschehen. Auch durften wir in der Zwischenzeit auch Gemeinden kennenlernen, die z.B. einige Lobpreis-Lieder und den Alphakurs nicht ablehnen. Natürlich gibt es auch noch die geschlossenen Brüder, die fast alle Neuerungen verhindern und völlig isoliert leben.

Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung heraus schreiben. Generell darf gesagt werden, dass die Bibel einen viel höheren Stellenwert hat als z.B. in charismatischen Gemeinden. Nicht die Erfahrung mit Gott ist wichtig, sondern meine Erfahrungen an Gottes Wort auszurichten. So haben wir schon mit unseren Kleinkindern die Bibel gelesen. Die leitenden Brüder haben einen hohen Stellenwert und es ist nicht erlaubt, Kritik zu üben. Lobpreislieder werden abgelehnt und vielfach auch die Geistesgaben. Frauen haben zu schweigen und können höchstens in der Kinderarbeit mithelfen. Die Frau hat oft nicht den Stellenwert einer Gehilfin, sondern hat zu gehorchen und sollte keine eigene Meinung haben. Aber natürlich gibt es auch in diesen Gemeinden Ehepaare, die vorbildlich miteinander umgehen. Die Kindererziehung ist streng, Schläge erlaubt und vieles verboten. Z.B. keine Filme, keine moderne Musik, keine Schullager, keine weltlichen Bücher etc. Da eine grossse Bibelkenntniss vorhanden ist, sollte man selber versiert sein und die verschiedenen Lehren gut kennen. Sonst kann man nicht erkennen, wo eine Lehre einseitig ist und Bibelzitate aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Empfehlenswert ist sicher, den Darbynismus gut zu kennen.

Die Brüderbewegung ist keine kleine Bewegung. Da aber gelehrt wird, keine Kritik zu üben und nach aussen zu schweigen, sind natürlich auch nicht viele Menschen bereit, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Ein guter Info-Link ist: www.bibelkreis.ch. Da erfährt man viel über diese Bewegung.
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon stranger » Do 11. Aug 2005, 19:42

Original von Prineville
Mein Mann und ich waren für 10 Jahre in verschiedenen Brüdergemeinden dabei. Seit 5 Jahren haben wir noch losen Kontakt zu Menschen in den unterschiedlichsten Gemeinden. Seit unserem Weggang ist vielerorts eine Oeffnung geschehen. Auch durften wir in der Zwischenzeit auch Gemeinden kennenlernen, die z.B. einige Lobpreis-Lieder und den Alphakurs nicht ablehnen. Natürlich gibt es auch noch die geschlossenen Brüder, die fast alle Neuerungen verhindern und völlig isoliert leben.

Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung heraus schreiben. Generell darf gesagt werden, dass die Bibel einen viel höheren Stellenwert hat als z.B. in charismatischen Gemeinden. Nicht die Erfahrung mit Gott ist wichtig, sondern meine Erfahrungen an Gottes Wort auszurichten. So haben wir schon mit unseren Kleinkindern die Bibel gelesen. Die leitenden Brüder haben einen hohen Stellenwert und es ist nicht erlaubt, Kritik zu üben. Lobpreislieder werden abgelehnt und vielfach auch die Geistesgaben. Frauen haben zu schweigen und können höchstens in der Kinderarbeit mithelfen. Die Frau hat oft nicht den Stellenwert einer Gehilfin, sondern hat zu gehorchen und sollte keine eigene Meinung haben. Aber natürlich gibt es auch in diesen Gemeinden Ehepaare, die vorbildlich miteinander umgehen. Die Kindererziehung ist streng, Schläge erlaubt und vieles verboten. Z.B. keine Filme, keine moderne Musik, keine Schullager, keine weltlichen Bücher etc. Da eine grossse Bibelkenntniss vorhanden ist, sollte man selber versiert sein und die verschiedenen Lehren gut kennen. Sonst kann man nicht erkennen, wo eine Lehre einseitig ist und Bibelzitate aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Empfehlenswert ist sicher, den Darbynismus gut zu kennen.

Die Brüderbewegung ist keine kleine Bewegung. Da aber gelehrt wird, keine Kritik zu üben und nach aussen zu schweigen, sind natürlich auch nicht viele Menschen bereit, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Ein guter Info-Link ist: www.bibelkreis.ch. Da erfährt man viel über diese Bewegung.




Danke für Dein Statement, Prineville, das bestätigt meine eigenen Erfahrungen.

Vielen Dank.

stranger

PS: Der Link wurde übrigends automatisch gecancelt.
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Do 11. Aug 2005, 20:06

Original von Prineville
Die Brüderbewegung ist keine kleine Bewegung. Da aber gelehrt wird, keine Kritik zu üben und nach aussen zu schweigen, sind natürlich auch nicht viele Menschen bereit, über ihre Erfahrungen zu sprechen.
Es muß ja beim Erzählen nicht unbedingt um Kritik gehen, nicht wahr? Außerdem kann ich mir sehr gut vorstellen, daß es genug Menschen gibt, die ein restriktives Gemeindeleben eher als Gütesiegel werten.

Du schilderst das Ganze eher negativ. Hast du auch Menschen dort angetroffen, die sich in der Brüderbewegung wohlgefühlt haben? Oder empfinden alle "Mitglieder" die Bewegung so wie du?


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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon stranger » Do 11. Aug 2005, 20:14

Original von William Penn
Original von Prineville
Die Brüderbewegung ist keine kleine Bewegung. Da aber gelehrt wird, keine Kritik zu üben und nach aussen zu schweigen, sind natürlich auch nicht viele Menschen bereit, über ihre Erfahrungen zu sprechen.
Es muß ja beim Erzählen nicht unbedingt um Kritik gehen, nicht wahr? Außerm kann ich mir sehr gut vorstellen, daß es genug Menschen gibt, die ein restriktives Gemeindeleben eher als Gütesiegel werten.



Die Frage ist, ob dies restriktive Gemeindeleben auch das ist, was die Bibel als Gütesiegel wertet? :roll:

Daher neue Frage: Ab wann ist man Pharisäer?
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Perle » Do 11. Aug 2005, 20:20

Original von stranger
Daher neue Frage: Ab wann ist man Pharisäer?

Einen solchen Thread hattest du doch schon...
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon stranger » Do 11. Aug 2005, 20:21

Original von Perle
Original von stranger
Daher neue Frage: Ab wann ist man Pharisäer?

Einen solchen Thread hattest du doch schon...



Danke, stimmt:

http://www.forum.jesus.ch/thread.php?threadid=7670&boardid=17&styleid=1
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Do 11. Aug 2005, 23:29

Original von stranger
Daher neue Frage: Ab wann ist man Pharisäer?
Ich hatte auf der Handelsschule einen klugen Lehrer. Er kannte sehr viele Länder und wußte nicht nur über alle Religionen Bescheid, sondern auch über alle Konfessionen.

Einmal zählte er mir alle Arten von Mennoniten, Täufern und Amisch auf. Ich war ziemlich platt, zu erfahren, daß sogar die Amisch in Dutzende Untergruppen aufgeteilt sind (wer weiß z. B. schon, wie sich Schwarzentruber Amisch von amischen Mennoniten unterscheiden?).

Dann fragte ich ihn, warum diese Leute so strenge Regeln und Vorschriften kennen, daß sogar die Art und Weise, wie sie ihre Kleider zuknöpfen, reglementiert ist. Ob das nicht erstickend legalistisch sei, wollte ich wissen, obwohl ich als STA auch schon einiges an Ellen-White-Regeln gewohnt war. Außerdem kannte ich ja einen Evangelisch Taufgesinnten, der recht streng war.

Seine überraschende Antwort: "Ja, auf Außenstehende wirkt das alles grausam! Und den Unechten dieser Glaubensrichtung sind diese Dinge eine Last. Aber sie dienen in Wirklichkeit dem Schutz der Gemeinschaft und der Prüfung der Aufrichtigkeit! Sie halten die Gruppe weitgehendst frei von Blendern und haben für den Wissenden nichts mit Zwang oder Werkgerechtigkeit zu tun! Wer nämlich wirklich von innen heraus dazugehört, liebt diese Dinge von Herzen! Ja, die Anwendung dieser Regeln, hat für ihn eine läuternde Wirkung - genau wie die Gebote des AT für den Hebräer! Und vergessen sie dabei nicht, Penn, diese Dinge haben sich über die Jahrhunderte bewährt. Solche schwer verfolgten Gruppen hätten ohne jene Schutzmauer niemals, ich betone: niemals, überlebt!"


Da stand ich nun! Nicht, daß ich für allzu viele Regeln bin, die nicht in der Bibel stehen. Das, was diese konservativen Amisch machen, geht mir vieeeel zu weit.

Aber wenn ich die Einsicht meines Lehrers nur auf biblisch begründbare Regeln beziehe, dann muß ich zugeben, daß mir da auch in meinem Leben so manches zu denken gibt ...

Ab wann ist man Pharisäer, und ab wann ist man keiner? Hmmm. Vielleicht haben die ursprünglichen Brüder ähnliche Motive gehabt wie ihre Vorgänger, die historischen Täufer - nur daß man das heute nicht mehr weiß oder falsch anwendet?

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon ThomasMillack » Fr 12. Aug 2005, 13:48

Hallo William

Schon interessant was Du da schreibst. Implizit ist das nämlich das Zugeben, dass diese Regeln unbiblisch sind, denn die Aussage, solche Regeln als Schutz der Gemeinschaft und als Prüfung der Aufrichtigkeit aufzustellen, ist zwar wahr, aber eben nicht biblisch, denn Gott begründet seine Regeln niemals in dieser Weise.

Tatsächlich ist das so, dass es ein Kennzeichen einer separatistischen Gemeinschaft oder gar Sekte ist, dass sie Spezialregeln aufstellt und für göttlich verbindlich erklärt. Das gilt unabhängig davon, ob die Regeln christlich, buddhistisch, islamisch oder sonstwie definiert sind.

Pharisäerhaft ist es meines Erachtens, wenn man solche Spezialregeln aufstellt und dann dazu kommt, diese als Voraussetzung für das Gerettet Sein hinzustellen.

Das Problem ist, dass sich so etwas mit der Zeit von selbst herausbildet, indem man in einer Gemeinschaft eine (nicht heilsnotwendige) gute Gewohnheit herausbildet und dann mit den Jahren aus Gewohnheit ein Zwang wird. Beispiele dafür gibt es in der katholischen, evangelischen, baptistischen usw. Kirche viele. Der einzige Schutz davor ist es, der Jugend Raum zum Entwickeln zu geben, die häufig alte Gewohnheiten aufbrechen und eigene, neue entwickeln.

Gruß
Thomas
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Prineville » Fr 12. Aug 2005, 20:15

Wir sind jetzt seit 5 Jahren nicht mehr dabei. Darum ist meine Sicht der Dinge nicht aktuell.

Gesetzlichkeit kann sehr wohl ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Sie kann helfen, ein geheiligteres Leben zu führen. Letzendlich führt sie aber weg von der Gnade durch den Tod unseres Herrn Jesus. Wir können selber durch Einhalten der Regeln ein gutes Leben führen, brauchen den Herrn nicht mehr unbedingt dabei. Für unsichere Menschen ist eine "strenge" Gemeinde sicher eine Hilfe. Wir durften aber immer wieder erleben, dass das besser-sein-wollen als all die anderen Christen durch Einhalten von Kleider- und Verhaltensregeln zu Hochmut führt. Die Menschen die aus diesem oberflächlichen Gesetze halten herausgefunden haben, besitzen auch ein offenes und empfängliches Herz für alle Christen. Und solche gibt es sehr wohl auch in solchen Gemeinden.

Es ist wahr, ich habe unsere 10 Jahre als sehr verletzend für unsere Familie erlebt. Wir haben zwei Kinder mit ADHS und somit war es für sie unmöglich, all die Stillhalte-Stunden durchzuhalten, die verlangt wurden. Alle überlieferten Erziehungs-Methoden schlugen fehl. Ich war in dieser Zeit (8 Jahre lang) sehr krank (chronisches Müdigkeits-Syndrom), da aber Internet und Hochschulabschluss verboten waren, gab/gibt es Menschen, die in einer völlig anderen Welt leben, als junge Leute oder Otto Normalbürger.Somit wurde ich in meiner Krankheit auch allein gelassen. Die Ausnahme war eine junge Frau, die mir für mehrere Monate für einen geringen Lohn im Haushalt geholfen hat (ich konnte kaum aufstehen für ein lange Zeit).

Die alten Prediger haben Angst, die Gemeinde an Jüngere zu übergeben. Und doch denke ich, dass in jeder Gemeinde, wo aufrichtig der Herr gesucht wird, auch Veränderung zum Positiven stattfinden kann. Die Kinder lernen heutzutage in der Schule auch, alles zu hinterfragen, darum sind sie auch nicht bereit, alles einfach so zu übernehmen. Und doch ist bei manchen eine Angst da, wenn z.B. ausserhalb der Gemeinde geheiratet wird, alles zu verlieren. Das hält sicher auch junge Leute in Gemeinden, die es eigentlich ganz anders sehen.

Der aufrichtige Eifer, die Bibel kennenzulernen und zu studieren ist sicher etwas, was wir alle von diesen Brüdern und Schwestern übernehmen dürfen und sollen. Auch ihr Verlangen, ein geheiligtes Leben zu führen ist gut. Der Machtmissbrauch vieler leitender Brüder soll uns Warnung sein. Die Bibel redet viel von Selbstverantwortung und Reife im Glauben.

Wir dürfen doch von den Brüdern lernen und das Gute behalten, wie wir es auch bei anderen Gemeindebewegungen können.
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon stranger » Fr 12. Aug 2005, 20:34

Original von Prineville
Wir sind jetzt seit 5 Jahren nicht mehr dabei. Darum ist meine Sicht der Dinge nicht aktuell.

Gesetzlichkeit kann sehr wohl ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Sie kann helfen, ein geheiligteres Leben zu führen. Letzendlich führt sie aber weg von der Gnade durch den Tod unseres Herrn Jesus. Wir können selber durch Einhalten der Regeln ein gutes Leben führen, brauchen den Herrn nicht mehr unbedingt dabei. Für unsichere Menschen ist eine "strenge" Gemeinde sicher eine Hilfe. Wir durften aber immer wieder erleben, dass das besser-sein-wollen als all die anderen Christen durch Einhalten von Kleider- und Verhaltensregeln zu Hochmut führt. Die Menschen die aus diesem oberflächlichen Gesetze halten herausgefunden haben, besitzen auch ein offenes und empfängliches Herz für alle Christen. Und solche gibt es sehr wohl auch in solchen Gemeinden.

Es ist wahr, ich habe unsere 10 Jahre als sehr verletzend für unsere Familie erlebt. Wir haben zwei Kinder mit ADHS und somit war es für sie unmöglich, all die Stillhalte-Stunden durchzuhalten, die verlangt wurden. Alle überlieferten Erziehungs-Methoden schlugen fehl. Ich war in dieser Zeit (8 Jahre lang) sehr krank (chronisches Müdigkeits-Syndrom), da aber Internet und Hochschulabschluss verboten waren, gab/gibt es Menschen, die in einer völlig anderen Welt leben, als junge Leute oder Otto Normalbürger.Somit wurde ich in meiner Krankheit auch allein gelassen. Die Ausnahme war eine junge Frau, die mir für mehrere Monate für einen geringen Lohn im Haushalt geholfen hat (ich konnte kaum aufstehen für ein lange Zeit).

Die alten Prediger haben Angst, die Gemeinde an Jüngere zu übergeben. Und doch denke ich, dass in jeder Gemeinde, wo aufrichtig der Herr gesucht wird, auch Veränderung zum Positiven stattfinden kann. Die Kinder lernen heutzutage in der Schule auch, alles zu hinterfragen, darum sind sie auch nicht bereit, alles einfach so zu übernehmen. Und doch ist bei manchen eine Angst da, wenn z.B. ausserhalb der Gemeinde geheiratet wird, alles zu verlieren. Das hält sicher auch junge Leute in Gemeinden, die es eigentlich ganz anders sehen.

Der aufrichtige Eifer, die Bibel kennenzulernen und zu studieren ist sicher etwas, was wir alle von diesen Brüdern und Schwestern übernehmen dürfen und sollen. Auch ihr Verlangen, ein geheiligtes Leben zu führen ist gut. Der Machtmissbrauch vieler leitender Brüder soll uns Warnung sein. Die Bibel redet viel von Selbstverantwortung und Reife im Glauben.

Wir dürfen doch von den Brüdern lernen und das Gute behalten, wie wir es auch bei anderen Gemeindebewegungen können.




Der HERR hat Euch sichtlich geführt und die Zusammenhänge erkennen lassen, wie sie wirklich sind.

Dem HERRN sei Dank!

Ich wünsche Euch weiterhin Gottes Segen!

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Shizandra » Sa 13. Aug 2005, 09:35

@prineville: Deine Erfahrungen haben mich sehr beeindruckt. Es wäre sehr interessant zu erfahren, wie es bei euch weitergegangen ist! Hat der Austritt aus diesem Gemeindeverband zu einer Krise geführt, habt ihr eine Gemeinde gefunden, die offener ist und euch mehr entspricht?
Ich bin in jungen Jahren zum Glauben gekommen in einer freien pfingstlichen Umgebung. An meinem Heimatort gab es damals ausser der Kirche noch den Brüderverein, so bin ich dorthin gegangen. Ich hatte kurze Haare und mein Rock war nie lang genug für die Brüder. Die Haare wuchsen auch nicht schnell genug - so war ich bei jeder Zusammenkunft ein Thema. Ich habe das damals "getragen" oder mit mir machen lassen, weil ich auch sehr repressiv aufgewachsen bin - und das hinterfragen erst viel später lernte. Heute käme sowas nie mehr in Frage, so eingeschränkt zu werden. Nur - es ist sehr viel leichter aus einer strengen Gemeinde in eine offenere zu wechseln als umgekehrt. Was auch ein Vorteil ist, man lernt in einer strengen Gemeinde die Bibel kennen und die Regeln, die die Gemeinschaft aufstellt - und weiss, wie ein "ordentlicher" Gottesdienst in etwa aussieht. Wie du beschrieben hast, kann das auch zu Hochmut führen, muss es aber nicht. Ein Gottesdienst sollte meines Erachtens nicht ein Happening sein oder ein Event - was heutzutage leider vielerorts der Fall ist. Er sollte gemischt sein - jung und jüngere und auch ältere - .. ach ja meine Wunschliste ist lang. Ich bin halt auch nicht mehr 18.








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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon ThomasMillack » Sa 13. Aug 2005, 11:42

Hallo Shizandra

Im Wesentlichen stimme ich Dir zu, aber sind nicht auch Deine Wünsche und Vorstellungen das Ergebnis Deiner eigenen Erfahrungen und Vorlieben?

Mir geht es natürlich ähnlich. Ich wünsche mir immer einen abwechslungsreichen, lebhaften Gottesdienst mit tiefgehender Predigt. Und wenn ich in einem sitze, wo nur alte Lieder gesungen werden (so dem Stil 19. Jahrhundert, Heilsarmee) und wo ein alter Bruder in der der Predigt nur die ewig alten Floskeln wiederholt, dann wünsche ich mich woanders hin.

Aber dann höre ich die Alten in unserer Gemeinde begeistert von diesem Gottesdienst reden und muß zugestehen, dass auch diese ein Recht darauf haben, einmal einen Gottesdienst nach ihrem Stil zu bekommen.

Gott sei Dank kommen in meiner Gemeinde viele Stile zum Tragen´und dann kann ich auch mal einen Prediger ertragen, der nicht nach meinem Geschmack ist.

Gruß
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Prineville » Sa 13. Aug 2005, 18:05

Hallo Shizandra

Dein Beitrag hat mich sehr gefreut. Du hast auch schon einiges erlebt. Ich stimme mit dir überein, dass ein GD kein Event sein sollte.

Wir kommen ursprünglich von der charismatischen Seite her, waren auch eine Zeitlang im Brüderverein. Die Lehre des BV ist anders als die Lehre der Brüdergemeinden. Was das Gesetzliche anbelangt sind sich die Brüdergemeinden und der BV ähnlich. Die alten, strengen Brüder sterben langsam aus (im BV) und die Jungen sind viel offener. Ich habe immer noch regelmässig Kontakt zu Menschen im Verein. Wenn heute eine Frau in Hosen und kurzen Haaren im GD erscheint, wird meistens nicht mehr darüber getuschelt.

Erst am Schluss kam die Brüdergemeinde. Leider war es so, dass die leitenden Brüder Mühe mit uns bekamen, weil wir zu wenig gesetzlich waren. Wir waren für die Kinder und Jugendlichen verantwortlich und daher war es wichtig, dass z.B. über die Geistesgaben nicht geredet wurde, das heisst keine Bibelstelle erwähnt, wo diese vorkommen. Erlaubt war nur ein Warnen davor, dies betraf auch Filme und weltliche Bücher. Ganz allgemein herrschte in dieser Gemeinde (das heisst nicht das das in allen Brüdergemeinden so ist) eine schreckliche Angst, dem Teufel Raum zu geben. Und dadurch bekam er Ehre, die ihm nicht gebührt. Dass Jesus viel stärker ist, wurde vergessen. Natürlich gab es auch Lehrdifferenzen, uns wurde z.B. immer wichtiger, das Jesus allein genügt und wir nicht noch viele Gesetze erfüllen müssen, um in den Himmel zu kommen. Am Schluss wurde mein Mann vor das Aeltesten-Gremium zitiert und es wurde ihm de facto das Heil in Jesus abgesprochen und es wurde uns unterstellt vom Satan inspiriert zu sein. Einem guten Bekannten von uns ging es gleich, er hat diese Unterstellung nie überwunden. Es tut mir sehr leid, dass wir uns nicht rechtzeitig distanziert haben, das hätte uns und den anderen viel erspart. Zu sagen ist auch, dass wir mit einem Teil der Aeltesten wieder Frieden gefunden haben.

Seit 5 Jahren sind wir ausserhalb der strukturierten Gemeinden, haben aber Gemeinschaft mit Christen von überall her. Mein Mann leidet unter Depressionen, er brauchte lange um alles zu verwinden. Ich bekam all die Jahre soviel Erziehungs-Ratschläge vor allem von den Christen, daher brauchte ich Ruhe und musste mich auch im Vergeben üben. Es war für mich wichtig, wieder vermehrt Zeit für den Herrn zu haben. Unsere Kinder sind jetzt endlich in Behandlung und bekommen Medikamente. Da sie so viel Ablehnung von den Christen erfahren haben, brauchen sie auch innere Heilung. Ich versuchte, ihnen Jesus als liebenden Gott nahe zu bringen. Sie haben so viele Jahre Predigten darüber gehört, dass Gott hart und streng ist, da wurde die Liebe ganz vergessen. Die Bitterkeit soll nicht in ihren Herzen wurzeln. Schade, dass in so straff strukturierten Gemeinden keine Menschen Platz haben, die etwas anders sind als andere.

Zum Schluss möchte ich noch die Punkte erwähnen, die lobenswert sind. In guter Erinnerung habe ich den mehrstimmigen Gesang ohne Musikinstrumente. Manche Familien haben sich auch einen engen Zusammenhalt bewahrt, wo mehrere Generationen glücklich zusammen leben. Wo findet man dies noch? Da Fernsehen, Kino und Computer mehrheitlich wegfallen, hat man als Familie viel mehr Zeit füreinander. Wir haben viel zusammen gespielt und waren oft wandern. Auch die Gastfreundschaft ist gross und es wird ganz selbstverständlich und in aller Stille viel Geld gegeben, wo es nötig ist. Da können wir anderen Christen viel von den Brüdern und Schwestern in den Brüdergemeinden lernen.
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Froschkönigin » Fr 23. Sep 2005, 17:13

Hallo zusammen,
ich bin ganz neu hier, :baby:


habe ein bisschen im Forum gelesen und kann hier vielleicht etwas aus eigener Erfahrung berichten. Ich selber kenne niemand aus dem BV, doch meine Freundin mit der ich auch sehr viel über den Glauben rede hat einige sehr enge Freunde aus dem BV und einige sehr heftige Auseinadersetzungen damit.

Allerdings finde ich es sehr schwierig grundlegende Aussagen zu machen, da es ja letztendlich immer vom Menschen abhängt, wie sich der Austausch in einem Hauskreis entwickelt. Mich wundert, dass die Frage überhaupt ansteht, da sich die Brüder und Schwestern des BV´s normalerweise von anderem eher distanzieren.

Grundlegend kann eine Zusammenarbeit sicher sehr fruchtbar sein, da ein grundlegendes Bibelstudium vorgenommen wird und da sehr viel Kentnis und ernsthaftes Bemühen vorhanden ist.
Andererseits können Schwierigkeiten entstehen, da der Glaube zum Teil Lust und Lebensfeindlich gelebt wird. Strenge Regeln wie z.Bsp. Kleiderordnungen und eine Abwertende Haltung Frauen und anderem Glauben gegenüber können auch Anstoss errregen.




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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Fr 23. Sep 2005, 19:40

Hallo Froschkönigin! Herzlich willkommen im Forum und danke für deinen Beitrag. - William Penn :)

P. S. Kannst du das mit der "abwertenden Haltung Frauen ... gegenüber" bei den Brüdern ein wenig erläutern?

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Froschkönigin » Sa 24. Sep 2005, 15:35

Hallo William Penn, :-)

das kann ich gerne. Die Rolle der Frau im BV wird darin gesehen dem Mann zu Dienen. Ausserdem ist die, in einigen Gemeinden immer noch geltende, Kleiderornung bereits Frauenfeindlich: Eine Frau hat sich so zu verhüllen, dass sie keine Begierde im Mann erweckt. Eine gewöhnliche Hose liegt nicht drin, da man die Form der Beine erkennen könne. Es müssen zeltartige Röcke sein. (Ich persönlich bin der Meinung der Mann ist für seine Begierde selber verantwortlich, und sollte mit einer normal gekleideten Frau zurechtkommen.)


Herzlich Froschkönigin :)
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Sa 24. Sep 2005, 19:23

Original von Froschkönigin
(Ich persönlich bin der Meinung der Mann ist für seine Begierde selber verantwortlich, und sollte mit einer normal gekleideten Frau zurechtkommen.)
Hallo Froschkönigin! Da liegt natürlich eine gewisse Weisheit drin: Eine "normal" gekleidete Frau ist gewiß keine Provokation. Daß es aber Frauen gibt, die es genau darauf anlegen, wissen wir beide natürlich auch! Die Christinnen in den Brüdergemeinden dürften allerdings die letzten sein, die auf diesem Gebiet eine "strenge Ermahnung" brauchen ... :)

Trotzdem: Ganz uninteressant finde ich solche etwas exotischen Kreise auch wieder nicht. Es gibt immer auch Männer und Frauen, die sich dort wohl fühlen und strikte Regeln brauchen.

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Froschkönigin » Sa 24. Sep 2005, 21:06

Trotzdem: Ganz uninteressant finde ich solche etwas exotischen Kreise auch wieder nicht. Es gibt immer auch Männer und Frauen, die sich dort wohl fühlen und strikte Regeln brauchen.


Kein Wunder, entbindet es einen von der Auseinandersetzung mit den Begriffen von Schönheit und Konkurrenz und wenn es sehr schlimm ist auch von Selbstverantwortung und Nachdenken:-(
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Sa 24. Sep 2005, 21:35

Original von Froschkönigin
Kein Wunder, entbindet es einen von der Auseinandersetzung mit den Begriffen von Schönheit und Konkurrenz und wenn es sehr schlimm ist auch von Selbstverantwortung und Nachdenken:-(
Und schon kommt ein vernichtendes Urteil über Menschen, die Gemeinschaft leben und die den Gehorsam als validen Weg der Individuation erfahren ... paß halt nicht mehr unsere Zeit.

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon Froschkönigin » Sa 24. Sep 2005, 21:52

Original von William Penn
Und schon kommt ein vernichtendes Urteil über Menschen, die Gemeinschaft leben und die den Gehorsam als validen Weg der Individuation erfahren ... paß halt nicht mehr unsere Zeit.

Tut mir leid, wenn ich Dir zu nahe getreten bin :?
Nein, dies ist eine Antwort nach einem Leidensweg in einer ähnlich restriktiven Organistation. Nach einem Leben in Gehorsam und Gemeinschaft bis hin zur Selbstaufgabe. Nach einem Weg der Befreiung in Schmerz und einem zurückkommen zu einem Gott der mich liebend genau so nimmt wie ich bin.
Der mich so geschaffen hat, wie ich bin, der mich so liebt wie ich bin. Der mich aber nicht befreit von der Verantwortung meines Lebens.
Den Unterschied sehe ich nicht im Gehorsam. Aber die Frage ist Gehorsam gegen wen? Gegen Menschen und eine Organisation -nie mehr-
gegen Gott immer wenn ich kann!
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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon William Penn » Sa 24. Sep 2005, 22:37

Original von Froschkönigin
Aber die Frage ist Gehorsam gegen wen? Gegen Menschen und eine Organisation -nie mehr- gegen Gott immer wenn ich kann!
Ok, ich hab deine Antwort ein wenig in den falschen Hals bekommen, Froschkönigin! Bleiben wir im Gespräch!

Wenn Menschen nicht an den lebendigen Gott, sondern an eine Gemeinde oder Organisation glauben, dann ist Gehorsam tödlich! So ein Gehorsam hat natürlich nichts mit Gott zu tun. Außerdem gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen menschlicher Organisation und göttlicher Organisation.

Ich kenne einige Zeugen Jehovas, und ich bin immer wieder platt, wenn die von Theokratie reden. Theokratie meint ja eigentlich Gottesherrschaft. Aber, dort habe ich wirklich den Eindruck, daß sie diesen Begriff einfach mit den Belangen ihrer Organisation gleichsetzen.

Wo hast du denn deine negativen Erfahrungen gemacht?

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Re: Brüdergemeinden - wer hat Erfahrung mit ihnen?

Beitragvon SunFox » Sa 24. Sep 2005, 23:52

Es sind ´Brüdergemeinden´ und halt keine ´Brüder- und Schwestergemeinden´!

"nomen est omen" (frei übersetzt: "Der
Name ist ein Vorzeichen für das Schicksal";)

Viele Grüße von SunFox
Jésus revient bientôt! Jesus viene pronto! Brehvee Jayzeus voltarah! Иисус скоро придет! Yesu ana-kuja kari-buni sana! Yesu knee me…..Kgauld….O shim-knee-dah! Yesu zhai-lie! Yesu jelldee eye-gah! Si Haysus eye ma-lahh-pit nang dumating! Ha ana ahti seriahn! Jesus kommt bald!
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