Ist es egal an was ich Glaube?

Wer ist Jesus? Was hat er zu sagen?

Moderator: kingschild

Re: Wer ist Gott ?

Beitragvon Nataraja » Do 26. Sep 2002, 17:02

Das Wort Faschismus kommt übrigens aus dem lateinischen, und zwar vom Wort fascis, was soviel wie Bündel oder Rutenbündel bedeutet. Genmeint war damit folgendes: Die Konsulen hatten als Zeichen ihrer Amtsgewalt ein Rutenbündel. Bei Aufständen und dergleichen rissen die Aufständigen dieses Rutenbündel an sich, was bedeutete, daß sie nun die Amtsgewalt inne hatten. Insofern ist ein Faschist einer, der irgendeine Form der Macht, des Wissens oder sonstwas an sich reißt. Vielleicht das Heil, es werden ja angeblich nur die errettet, die Jesus Blutopfer angenommen haben (wie soll ich so etwas meinen Kindern erzählen?). Paßt der Behgriff dann vielleicht doch....? OK, dieser Begriff ist schlecht und negativ besetzt, von daher war er vielleicht nicht so ganz political correct.
Eigentlich schlimm, wenn die Form über den Inhalt siegt, wie bei diesem Wort. Naja: Oh tempora oh mores!

Nataraja
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
Benutzeravatar
Nataraja
Wohnt hier
 
Beiträge: 2450
Registriert: Mo 12. Aug 2002, 07:58
Wohnort: Bayern

Re: Wer ist Gott ?

Beitragvon Shadow » Do 26. Sep 2002, 18:52

Nataraja: Naja dafür gibt es viele Beispiele... das Pentagramm (obwohl das ja auch ein christliches Symbol ist), das Hakenkreuz und vieles mehr...
Einige Leute mit Heiligenschein
Scheinen mir doch nur scheinheilig zu sein
Benutzeravatar
Shadow
Wohnt hier
 
Beiträge: 2558
Registriert: Fr 23. Aug 2002, 13:38

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon soleil » Fr 27. Sep 2002, 12:25

Hallo Jürgen! :)

Diese Frage beschäftigt mich schon seit Jahren!!!!!!!!
Ich habe schon als 13 Jährige spirituelle Erfahrungen gemacht; gewollt und ungewollt!!

Dass es die sprirituelle Welt gibt, ist für mich also kein Thema. In der Bibel ist die Rede von zwei Mächten; Gott;die Liebe und Satan, der Zerstörer. Satan ist Herrscher dieser Welt, die vergänglich ist. Gott,die Liebe ist stärker, weil sie alle Illusionen(Lügen) überdauert.

Wir als Menschen haben den FREIEN WILLEN bekommen. Wollen wir uns an das Vergängliche binden oder an das Ewige?????
Mit anderen Worten; Gott ist ewig, der Teufel vergänglich.

Aber was ist mit dieser Trinität Gott-der Vater, Jesus-der Sohn und dem heiligen Geist wirklich gemeint?????? Ich könnte hier 10 verschiedene Auslegungen formulieren.
Ein Beispiel: Jesus sagt selbst, dass er Gottes Sohn sei.(Er sagt nicht, dass er Gott selbst sei).
Eins mit Gott, ist man doch, wenn man mit dem heiligen Geist(also mit Gott) erfüllt ist.
Wenn wir Gott,den heiligen Geist aufnehmen, sind wir ja auch Kinder Gottes, also auch Söhne und Töchter Gottes und Jesus gleich. Es ist ja auch die REde vom Erstgeborenen,vom Kopf des Leibes, also einem Führer.

Er hat uns gezeigt, dass die Liebe selbst den Tod überwindet. Die Erlösung liegt doch darin, dass wir durch sein Opfer keine Angst mehr haben müssen, verloren und ungeliebt zu sein.

Wenn wir das begreifen, ändert sich doch unser ganzes Leben. Oder bin ich total daneben???????

Liebe Grüsse an Euch alle!!!!!!


soleil
Gesperrt
 
Beiträge: 1104
Registriert: Mo 11. Mär 2002, 14:35

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon Nataraja » Fr 27. Sep 2002, 15:37

Hi Soleil,

das beantwortet aber nicht unbedingt Jürgens Fragen.
mal böse ausgedrückt bedeutet es ja, daß es keinen Unterschied macht, ob ich an den Opfertod Jesu und seine Auferstehung (die ist nämlich genauso wichtig) glaube, oder an einen alten Besen oder ein altes Geschirrhandtuch. Soweit eine Psychologische Interpretation des Phänomens Religion.
Doch wie wir wissen, ist Psychologie ja auch nur eine Wissenschaft. Und Wissenschaften - das zeigen wir Philosophen euch Menschen ja laufend auf - können nicht denken, und wenn, dann nur begrenzt! (Wir sind hier gerade beim Widerstreit DESCARTES - KLASSISCHE SEINSPHILOSOPHIE)
Als Wissenschaftler hat man hiermit die Religion gekippt, als Philosoph ist mir der Besenbeweis des Flachpsychologen (oder Esoteriker?!?) Murphy nicht hieb und stichfest.

Gruß

Nataraja

PS.: Ist es egal an was ich glaube? JA!
Nur es ist nicht egal, was man weiß (ich meine hier Wissen im onthischen Sinne und nicht im Sinne Descartes).
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
Benutzeravatar
Nataraja
Wohnt hier
 
Beiträge: 2450
Registriert: Mo 12. Aug 2002, 07:58
Wohnort: Bayern

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon DrGanja » Fr 27. Sep 2002, 15:43

(ich meine hier Wissen im onthischen Sinne und nicht im Sinne Descartes).



mboah! kannst du vielleicht wenn du mal bock hast, diesen Satz näher erläutern?

Was ist der unterschied zwischen Wissen im onthinschen sinn und im sinn von descartes? :?

*Mühe mit der Sprache hat*
*wieder telepathisch kommunizieren können will* :)
Wer bist du?

DrGanja
Member
 
Beiträge: 412
Registriert: Do 5. Sep 2002, 10:22

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon Nataraja » Fr 27. Sep 2002, 18:23

Hi DrGanja,

Wissen im Sinne Descartes ist folgendes:
Erst einmal Skeptisch sein, alles, was man über eine Sache weiß, über Bord werfen, und dann Schritt für Schritt die Sache denkerisch betrachten. Als Beispiel: Als Descartes sich Gedanken machte, wer er ist, hat er ersteinmal ungeheuer viel Wissen fahren lassen müssen. das einzige, was er sagen konnte war, daß er ist, aber nicht was er ist. Nach einiger Zeit - und vielem Nachdenken - konnte er schließlich noch sagen, daß er ein denkendes Etwas ist (cogito ergo sum: Eben weil ich denke kann ich sagen, daß ich bin).
Das Ergebnis, das Descartes gewonnen hat, war, daß er ist, und daß er denkt. Bei dieser Methode gibt es ein Subjekt, das sich was anschauen kann, und ein Objekt, das gesehen wird, wie in der Wissenschaft auch. Problenm ist nur, daß man aufgrund dieser Subjekt-Objekt-Geschichte (sowas nennt man auch den onthologischen Bruch) mit großer Wahrscheinlichkeoit nie alles über das gesehene Objekt erfährt, oder daß evtl. persönliche Einflüsse die Sicht auf dieses Objekt verfälschen (siehe Sintflut-Debatte... Bei Christen kommt soetwas scheinbar oft vor, also nicht Sintfluten, sondern das beharrliche verweilen in der onthologischen Brüchigkeit).

Onthisch etwas zu sehen, ist kein traditioneller Erkenntnisweg. Die Onthologie ist die Lehre vom Sein. Jedes Ding ist ein Sein (naja, jedes Ding nicht unbedingt, aber das geht jetzt zu weit). Im Mittelalter nannte man das noch die Essentia, und das was als mehr oder weniger belanglose Eigenschaft dazukam, waren die Akzidentien. Beispiel Was wir beide uns teilen, ist, das unser beider Sein das eines Menschen ist. das ist die Essenz. Die Akzidentien sind dann Haarfarbe, Körpergröße, Geschlecht.....
Etwas onthisch zu betrachten, bedeutet daß man versuch, die Dinge von ihrem Sein her zu verstehen. Es geht hier also um Qualität. Während die andere Idee, die Wissenschaftliche Idee immer versucht alles in Quantitäten auszudrücken.
Beispiel: Wenn wir im Zimmer sitzen, und uns einen Stuhl betrachten, dann wäre der wissenschaftliche Weg der Beschreibung, zu sagen, der Stul besteht aus soundsoviel Teilen, wiegt soundsoviel KG, hat die und die Höhe, ein bestimmtes Volumen, diese und jene chemische Zusammensetzung usw....
Wenn ich dir das dann alles so über den Stuhl erzählen würde, und dich dann bitten würde mir ein Bild von dem Stuhl zu malen, so wird das Bild sicher nicht den konkreten Stuhl abbilden können, wie auch?
Onthisch bedeutet dann, den Stuhl in seiner Gesamtheit zu sehen, den ganzen Stuhl, das ganze Sein des Stuhles, mit all seinen Facetten des Seins. Was man hier dann aber beschreibt ist das Seiende des Stuhles, das dann aber wiederum das Sein des Stuhles enthüllt, oder auch verbirgt.
Etwas zu sehen bedeutet, daß sich auf der einen Seite etwas öffnet, und gleichzeitig auf der anderen SEite etwas verbirgt. Insofern ist es doch eine Kunst, etwas onthisch zu sehen.
Um es etwas archaisch auszudrück: das, was man in der Meditation erlebt, dieses Klar werden, dieses Erleuchtet sein, usw. ist eigentlich nichts weiter als ein aufsteigen zum eigentlichen Sein aller Dinge. Man erkennt die Dinge von den Dingen her, von ihrem Sein her, und macht nicht mehr einen abgleich zwischen dem Begriff und dem Bild, was ich in meinem Kopf dafür gespeichert habe, und das transportiere ich dann irgendwie auf das erblickte Objekt. So läufts dann nicht mehr.

Hoffe das hat geholfen

Gruß


Nataraja
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
Benutzeravatar
Nataraja
Wohnt hier
 
Beiträge: 2450
Registriert: Mo 12. Aug 2002, 07:58
Wohnort: Bayern

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon DrGanja » So 29. Sep 2002, 09:45

Merci vilmol Nataraja,
hat mir wirklich weitergeholfen!


ich glaube, dass im ganzen, wir alle eins sind! das subjekt entsteht nur durch unser persönliches bewusstwein /unterbewusstsein. auch ein stuhl ist ein teil des ganzen, wie wir auch. Seine Form (Quantität) wird irgendwann mal verfallen, aber seine Essenz (Qualität, Inhalt) wird im kollektiven unterbewussten immer bestehend sein. alles ist gespeichert.

alles hat eine Form und einen inhalt. auch dieser eintrag. die sprache, schrift ist die form und der inhalt die essenz. und was jeder mit der essenz anfängt, das ist seine sache. :)

dieses forum wird es iiiiiiiiirgendwann nicht mehr geben. der inhalt den ich mit meinen einträgen irgendwo freigesetzt habe wird aber immer bestehend bleiben!

dennoch finde ich es nicht schlecht im "sinne descartes" zu denken. das ist eigentlich die uns geläufigste denkweise. subjekt - objekt, mit bevorzugung subjekt :). braucht es schon, so wie wir leben mittlerweile. aber man muss auch immer versuchen aus der sicht des objektes zu denken (jetzt mal bei lebewesen). meine meinung kann nie die gleiche sein wie die des objektes. Sie ist beeinflusst. Und nach descartes alle beeinflussungen fallen zu lassen ist nicht einfach. beeinflusst sind wir unbewusst! aber man kann es versuchen!

ich glaube, diese denkweisen lassen sich durchaus verbinden.


ich hab mal was schönes gefunden im netz
mags hier posten, wenns jemandem gefällt kann ers ja im Zitate forum unterbringen :)

Pflicht ohne Liebe macht verdriesslich
Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll
Klugheit ohne Liebe macht gerissen
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich
Schkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch
Macht ohne Liebe macht gewalttätig
Ehre ohne Liebe macht hochmütig
Besitz ohne Liebe macht geizig
Glaube ohne Liebe macht fanatisch

Wehe denen die in der Liebe geizen!

Sie tragen die Schuld daran, wenn schliesslich die Welt
an Selbstvergiftung zugrunde geht.

Wozu lebst du, wenn du nicht lieben kannst?

Lasst uns die Erde durch Liebe erlösen!

Laotse

Wer bist du?

DrGanja
Member
 
Beiträge: 412
Registriert: Do 5. Sep 2002, 10:22

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon Nataraja » So 29. Sep 2002, 20:41


Wozu lebst du, wenn du nicht lieben kannst?

Lasst uns die Erde durch Liebe erlösen!

Laotse


Genau!! 8-)

Salü (ha, jetzt werd ich Schweizer!)

Nataraja
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
Benutzeravatar
Nataraja
Wohnt hier
 
Beiträge: 2450
Registriert: Mo 12. Aug 2002, 07:58
Wohnort: Bayern

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon Scardanelli » So 6. Okt 2002, 20:36

Es kann nicht egal sein was man glaubt, denn sonst wüsste man ja nicht wonach man handeln soll. Wenn sich aber Glaubensinhalte nicht im Handeln zeigen, dann ist es sicherlich gleichgültig, was man glaubt. In diesem Fall ist der Glaube nur eine Option auf Handeln und damit im Sinne der Glaubensinhalte wirkungslos, wenn nicht sogar schädlich. Man könnte so leicht denken, dass der Glaube selbst sinnvoll wäre, also die bloße Vorstellung von etwas, das sich gar nicht in der Wirklichkeit, im Handeln zeigt.
Wie viel Wert der isolierte Glaube hat, zeigt Jesus mit einigen Gleichnissen: Der Vater der seine Söhne in den Weinberg schickt, damit sie dort arbeiten. Der eine sagt er geht, der andere, dass er nicht geht. Hingegangen ist schließlich derjenige, der dies verneint hat. Entscheidend war das Handeln und nicht das, was man meint, oder glaubt.
Der barmherzige Samariter ist nicht dadurch gerecht, wenn er glaubt und was er glaubt, entscheidend ist das, was er getan hat; er hat aus Liebe gehandelt. Der Priester, der an dem Verletzten vorbeigegangen ist, mag wohl gut geglaubt haben, er hat aber nicht gehandelt und damit hat ihm sein Glaube nichts genutzt. Entscheidend am Handeln des Samariters ist auch die Freiwilligkeit seiner Handlung; er hat aus Überzeugung gehandelt und nicht weil es ihm vorgeschrieben worden ist. Deshalb ist auch ein Handeln, welches man mit Widerwillen bewerkstelligt Heuchelei und schädlich.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon Nataraja » So 6. Okt 2002, 22:51

Guten Abend Scardanelli,

du hast es vielleicht nicht gemerkt, aber du hast die These, daß es egal ist, an was man glaubt, bestätigt:

Du sagtest, daß sich der Glaube im Handeln zeigt (Bis du ein Kantianer?).
Wenn aber jeder, der treu seinen Glauben lebt, handelt, dann garantiere ich, daß jeder treu die Pfade der Liebe begeht.
das ist für den Moslem so wichtig wie für den Christen oder Juden. Für den Buddhisten und Hindu nennt sich das Mitgefühl für alle Lebewesen. Ich kann weiterhin nur sagen, mir ist keine Religion bekannt, die nicht auf die tiefsten Erfahrungen und Ängste der Menschen eingeht, und diese mit Liebe heilt (mit was sonst?).
Insofern ist so wie mit dem Erdbeereis und dem Schokoeis: Ist Erdbeereis oder Schokoeis das wahre Eis?

Gruß

Nataraja

PS Bitte jetzt keine langen Listen mit den diversen Dummheiten der verschiedenen Religionen, jede (Ja: J E D E !!) hat Dreck anm Stecken.
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
Benutzeravatar
Nataraja
Wohnt hier
 
Beiträge: 2450
Registriert: Mo 12. Aug 2002, 07:58
Wohnort: Bayern

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon Scardanelli » Mo 7. Okt 2002, 16:43

Religion hat nicht den Zweck, damit mir Gutes widerfährt. Dies ist die Logik des Konsums. Religion dient dazu, die Liebe des Einzelnen zu einer allgemeinen zu machen. Für einen Menschen, dem es schlecht geht, der nicht bereits frei ist und damit in der Lage zu lieben, dem gerät die Religion zur Farce. Die Beispiele hierfür sind dermaßen offensichtlich und in der Degeneration jeglicher Religion einfach aufzudecken, dass es wunder nimmt, dies nicht zu sehen. Nur ein freier Mensch, kann ein religiöser sein. Ihn treibt die Liebe in die Religion, also die Fülle seines Lebens, die er schon hat. Dass Jammern um das eigene Wohlbefinden ist dagegen Ausdruck eines gequälten Egoismus, der die Früchte der Liebe nehmen will um damit zu kokettieren. Er will die Entzugserscheinungen nicht spüren, die aus seiner Lieblosigkeit entspringen. Der Absolutheitsanspruch von religiösen Erkenntnissen ist gleich der Abschottung des Einzelnen, damit er sich im Unterschied zu den anderen erhoben weis. Dies ist das Gegenteil von Liebe. Nicht umsonst hat Jesus gesagt, dass die Liebe den Vorrang vor allem hat. Jede religiöse Handlung, die nicht aus voller Überzeugung an der Sache ausgeführt wird, so als wenn sie im Herzen brennt, ist reine Lüge an der eigenen Person. Immer wiederholtes Nachplappern eines Ave Maria oder irgendwelcher Suren, ohne dass man sich direkt betroffen weis, sind nichts als das Feigenblatt, welches man vor seine eigene Leblosigkeit heftet, ohne diese verbergen zu können.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Ist es egal an was ich Glaube?

Beitragvon Nataraja » Mo 7. Okt 2002, 18:31

Guten Abend Scardanelli,

ich stimme dir voll und ganz zu!!

Nataraja
"... denn die einzige Wahrheit heißt: lernen, sich von der krankhaften Leidenschaft für die Wahrheit zu befreien."
(Umberto Eco: Der Name der Rose; S. 624)
Benutzeravatar
Nataraja
Wohnt hier
 
Beiträge: 2450
Registriert: Mo 12. Aug 2002, 07:58
Wohnort: Bayern

Vorherige

Zurück zu Jesus Christus

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste