Wenn Gott in Dir wohnt

Wer ist Jesus? Was hat er zu sagen?

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Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon soleil » Mi 6. Nov 2002, 18:00

Wie fühlt es sich denn an, wenn Ihr auf Gottes Anklopfen die Tür öffnet und Jesus und sein Vater Wohnung in Euch nehmen???

Was passiert? Was verändert sich in und um Euch???
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon ich » Mi 6. Nov 2002, 19:49

Bei mir ist es so (vor allem, wenn ich Gott am Anbeten bin, Worship höre usw), dass ich wie ein Kribbeln in mir spüre und mir ganz warm ums Herz wird. Ich bekommen dann eine unerklärlich grosse Freude in mir und könnte manchmal einfach laut herumschreien. Ich spüre dann einfach, wie Gott mich "umamt"


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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Ainu Elfe » Do 7. Nov 2002, 18:20

Aber "ich", mir wird auch manchmal ganz warm ums Herz und spüre ein Kribbeln und freue mich unglaublich und spüre noch andere Dinge - ich bin aber keine Christin, kann also Gott in Deinem Sinne gar nicht spüren.
Was macht Dich so sicher, dass es Gott ist? Vielleicht möchtest Du das einfach so, oder Du verstehst diese subjektiven Empfindungen einfach als das?

Grüsse ainu
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon grundi » Fr 8. Nov 2002, 18:18

Hallo zusammen

Christ sein ist primär keine emotionale Angelegenheit. Ein Jünger Jesu muss seine Gefühle kontrollieren können, bei denjenigen aber die die Kosten der Nachfolge nicht oder nur mangelhaft überschlagen haben, funktioniert dieses Prinzip meist gegengleich! :(

Eine Wiedergeburt geschieht im Geist und nicht im Bauch. Diese und die Heilsgewissheit lassen sich schon auch sinnlich erfahren, jedoch bloss dann wenn es der weisen innewohnenden Geist als angebracht und unriskant erfindet. Ansonsten müssen Jesus Nachfoger eher willens sein Schmerz und Schmach zu ertragen, denn hoch ragende Gefühlsschübe.



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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Scardanelli » Fr 8. Nov 2002, 18:24

Eine Wiedergeburt ist genau dass, was es heißt. Es ist eine neuer Anfang und nicht bereits das Ziel. Man kann noch mal von vorne beginnen mit dem, was man selbst als richtig erkannt hat.
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Ainu Elfe » Fr 8. Nov 2002, 18:30

Aber was hat "von vorne beginnen" den bloss mit einem Gott zu tun? Ich kann ja auch von vorne beginnen, weil ich mir einfach sage: da läuft was schief, machemers anders, machemers neu. Dazu brauch ich nicht Christ zu werden.
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Yehudit » Fr 8. Nov 2002, 19:12

Wiedergeburt heisst, wenn du erkennst, dass du so wie du bist nicht vor Gott bestehen kannst und ihm dein Leben schenkst. Du bittest Jesus, dir die Sünden zu vergeben und in sein Leben zu kommen, ganz kurz gesagt. Hier erlebst du die Wiedergeburt (was geistlich gemeint ist), indem das alte Leben stirbt und du ewiges Leben bekommst, du wirst gereinigt. Durch diesen Schritt verändert sich der ganze Mensch, jeder wieder anders. Der eine mehr, der andere weniger, aber sein Leben verändert sich.
Es ist nicht nur einfach ein von sich aus von Vorne beginnen, sondern du beginnst mit Jesus zusammen von Vorne. Er macht es, nicht du, denn du selber bist dazu gar nicht fähig.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Joh.15.5

Joh.3.3 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Menschgeboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich , wahrlich, ich sage dir: Es sei denn,dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist gebroen ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, das ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden.

Am besten wäre, wenn du das ganze Kapitel 3 mal lesen würdest.

Liebi Grüessli Yehudit
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Scardanelli » Fr 8. Nov 2002, 19:32

Hallo Ainu Elfe,
dies scheint wohl so zu sein, wie du es gesagt hast. Ich kann in der Sündenvergebung auch keine Sinn sehen. Doch ich habe hier schon einiges gesehen, was mir bisher nicht eingeleuchtet hat.
Fest steht allerdings für mich bisher an der Bibel, dass die Wiedergeburt bereits vor dieser stattfindet. Es ist der Entschluss dazu und dieser muss der Wiedergeburt vorausliegen und schon alle Qualitäten der Wiedergeburt enthalten und zwar als Möglichkeit. Das Ziel ist nach der Bibel nicht die Wiedergeburt selber, sondern dasjenige, was danach folgt, nämlich ein Leben in Liebe. Wer liebt, der erweist sich eigentlich bereits als ein Christ, denn es ist sein ganzer Ausdruck und nur der ganze Ausdruck ist das Wahre.
Eine Vorstellung von etwas ohne Handeln ist leer. Kann gerne in der Bibel nachgelesen werden. Die Wiedergeburt ist konkret, denn das Motiv dazu ist dies ebenso. Ich will mich ändern, weil ich es als Bestes erkannt habe und nicht weil ich einen Preis erhalte. Das Beste ist die Liebe und nicht das ewige Leben. Es ist allenfalls die Folge, aber nicht das Ziel.
Es gibt nicht den Hauch eines Zwanges und wer Missionsarbeit als etwas besonders ansieht, der hat das Ziel bereits verfehlt. Es ist dem Christen etwas besonderes, etwas erwähnenswertes, wenn er nicht missioniert. Denn es ist für ihn völlig gewöhnlich, dass sein Herz von dem überläuft und in den Mund gerät, was in ihm brennt. Ringt er sich nur zur Mission durch, dann brennt da nichts, dann ist ihm das, was er als Wertvoll erkennt, nichts von ihm und deshalb ist es traurig, wenn sich sog. Christen freuen, dass sie es mal wieder geschafft haben zu missionieren.
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Taube » Fr 8. Nov 2002, 19:48

Vielleicht hier mal ein Beispiel, wenn einer mal wirklich "gepackt" wird vom Glauben:

Blaise Pascal hat uns eine intensive Erfahrung hinterlassen:


Das Jahr der Gnade 1654

Montag, den 23. November, Namensfest von St. Clemens, dem Papst und Märtyrer, und von anderen nach dem Martyrologium.
Vigil von St. Chrysogonus, Märtyrer, und von anderen.

Seit etwa halb elf Uhr abends bis ungefähr halb eins,
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Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs,
Nicht Propheten und Gelehrte.
Gewissheit. Gewissheit. Lebendiges Durchdrungensein. Freude. Frieden.
Gott Jesus Christus
Deum meum et Deum vestrum. (Meinen Gott und euren Gott, Joh. 20, 17)
Dein Gott wird mein Gott sein -
Vergessen der Welt und alles andern ausser Gott.
Er ist nicht zu finden, es sei denn auf den Wegen, die das Evangelium bezeichnet.
Grösse der menschlichen Seele.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt; aber ich habe dich erkannt.
Freude, Freude, Freude, Tränen der Freude.
Ich habe mich von ihm getrennt - - -
Dereliquerunt me fontem aquae vivae. (Sie haben mich, die Quelle des lebendigen Wassers, verlassen, Jer 2, 13)
Mein Gott, du willst mich verlassen?
Dass ich doch nicht ewig von ihm getrennt würde!
- - - - -
Dies ist das ewige Leben, dass sie dich als den einzigen und wahren Gott erkennen und den, den du gesandt hast, Jesum Christum.
Jesus Christus - -
Jesus Christus - -
ich habe mich von ihm getrennt; ich habe ihn geflohen, verleugnet, gekreuzigt.
Dass ich doch niemals von ihm getrennt würde!
Du behältst ihn nicht, es sei denn auf den Wegen, die das Evangelium bezeichnet.
Völlig süsser Verzicht.
Völlige Unterwerfung unter Jesus Christus und unter meinen Seelenführer.
Ewig in Freude für einen Tag der Drangsal auf Erden.
Non obliviscar sermones tuos. (Ich werde deine Worte nicht vergessen, Psalm 118, 16)

Amen.




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Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Scardanelli » Fr 8. Nov 2002, 21:27

Hallo Taube,
persönliche Gotterfahrungen sind entbehrlich und stehen immer unter der Gefahr, einer Selbstbespiegelung. Obgleich ich Menschen wie Jacob Böhme schätze und ihre Erfahrungen mit Gott, ist mir doch jemand wie Johannes näher: „Aber wenn wir einander lieben, lebt Gott in uns.“ So habe ich beides, die Menschen und Gott. Auf diese Weise habe ich die Gewähr, mich nicht um mich selbst zu drehen, denn selbst ein Christ sollte sich nicht über das Leben hinwegsehnen.
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Taube » Sa 9. Nov 2002, 16:44

Hallo Scardanelli

..., ist mir doch jemand wie Johannes näher: „Aber wenn wir einander lieben, lebt Gott in uns.“


Wie bist bist Du dann zu dieser Erkenntis gekommen, dass das Dein Weg ist? War da im ersten Augenblick keinerlei persönliche Gotteserfahrung enthalten? Oder war das eine reine Vernunftsleistung?

Gruss Taube

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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Scardanelli » Sa 9. Nov 2002, 18:23

Hallo Echse,
ich bin ein gottgläubiger Mensch, aber ein vorsichtiger. Ich weis, dass ein Mensch in Not oder Bedrängnis nicht vor Gott kommen soll, denn er ist darin nicht bei sich und somit der Gefahr ausgesetzt, irrationale Wünsche und Anschauungen auf Gott zu übertragen.

Wer ganz inniglich mit seinem Gott sein will, der sollte sich einmal fragen, warum er dies wünscht! Will er damit nur einer lieblosen Welt fliehen, dann hat er unrecht, denn es ist seine Aufgabe, die Lieblosigkeit in sein Gegenteil zu überführen.
Wir sollen laut Bibel einander lieben und machen wir dies nicht, dann ist es höchst irrational, wenn wir bei dieser Unterlassung an den Folgen leidend, hilferufend vor Gott treten, dass er uns in den Arm nimmt. Dies ist so, als würde ein Kind, dem gezeigt wurde, wie es nach bestimmten Regeln spielen soll, dies aber nicht beherzigt, traurig werden. Und welches dann zu seiner Bezugsperson kommt und sagt, das macht aber keinen Spaß und jetzt tröste mich.
Nur wenn wir daran scheitern, uns den anderen gegenüber liebend zu verhalten, nur dann könnte man vielleicht vor Gott treten, damit er uns tröstet. Ist die Liebe aber nicht unser Ziel, dann gerät uns die Wendung zu Gott, zu unserem Egoismus und damit zum Falschen.
Unsere ganze Kraft muss der Durchsetzung der Liebe untereinander gelten und nicht dem persönlichen Wohlergehen mit Gott.

Überall, wo Begriffe ins Spiel kommen, da ist automatisch die Vernunft vorhanden und dann gelten die Bedingungen des Verstandes.
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Prosecutor » Sa 9. Nov 2002, 20:50

sehr interessant. das werden wohl viele anders sehen. besonders lustig finde ich dass du in diesem zusammenhang mit rationalität argumentierst. rational kommt man nämlich nicht zum glauben.
You can´t free a fish from water.
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Scardanelli » Sa 9. Nov 2002, 21:49

Hallo Prosecutor,
ich habe den Begriff der Rationalität an einem Begriff benutzt und zwar an dem der Liebe und nicht an dem Glauben an Gott.
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon ashes » Fr 15. Nov 2002, 20:14

Ich weis, dass ein Mensch in Not oder Bedrängnis nicht vor Gott kommen soll, denn er ist darin nicht bei sich und somit der Gefahr ausgesetzt, irrationale Wünsche und Anschauungen auf Gott zu übertragen.


Ich glaube, daß _jeder_ Schritt zu Gott hin richtig ist - und Ihn freut(!) - und einen weiterbringt - auch wenn der Schritt im Nachhinein vielleicht ziemlich daneben war. Gott macht etwas daraus, und später lernt man daraus und kommt näher zu Gott.

Wir sind ja ziemlich begrenzt in dem, was wir von Gott wahrnehmen können - und machen uns in jedem Fall unsere Vorstellungen (die z.T. vielleicht naiv sind, z.T. gesetzlich, versachlicht, vermenschlicht, verworshipt, ...), aber ich glaube, Gott kann und will unseren Wunsch nach Kontakt sehr gerne annehmen. Ich glaube sogar, das ist Sein Lebenstraum (und meiner auch)...

Jeder versteht Gott anders, und zu jedem spricht Gott anders, weil Gott auf die Bedürfnisse jedes einzelnen eingeht. Es ist derselbe Gott.

Was Menschen in Not angeht, finde ich es _absolut_ wichtig, daß nichts sie hindert, Gott anzurufen, auch, wenn sie vielleicht (ganz sicher, wer hat das nicht?) ein (völlig) falsches Gottesbild haben. Wenn Er angefufen wird - auch "durch die Blume" oder in "falschem" Verständnis, dann fühlt Er sich angesprochen und handelt nicht nach dem vermenschlichten Wunsch, sondern nach dem Bedürfnis, das Er durch Sein ursprüngliches Wissen erkennen kann.
Und, irgendjemand muß ja Menschen in Not helfen...

Ich will aber nicht argumentieren...

Herzliche Grüße
ashes
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Scardanelli » Fr 15. Nov 2002, 21:36

Hallo ashes,
du hast Recht, wenn du sagst, dass jeder Schritt zu Gott hin richtig sei. Er ist dies aber nur, wenn man diesen Schritt als eine von Vielen versteht und nicht als den entscheidenden und vor allem nicht als den abschließenden, welcher zur Folge hat, dass dann alles gut sei.

Das Problem, welches sich einem Mensche in Not auftut, ist eben dasjenige, dass er dringend Hilfe benötigt, um das zusammen zu bekommen, was er eigentlich braucht um überhaupt Entscheidungen treffen zu können. Wer in Not ist, der kann nicht klar Denken. Er wedelt mit den Armen umher und greift nach vielem und wenn es ganz schlimm kommt, nach allem was ihn beruhigt. Entscheiden heißt aber, aus der Fülle der Person, aus seinem Reichtum erkennt sie das Beste und sie kann sich darüber versichern, dass es das Beste ist, denn sie konnte in Ruhe auswählen und prüfen und vor allem hatte sie die Wahl abzulehnen, ohne dabei auseinander zu fallen. Dieser letzte Punkt ist besonders Wichtig. Er ist die Versicherung von Freiheit und stärkt eine Entscheidung wie nichts neben ihr. Wer sich aus der Fülle seines Lebens, also aus Liebe für Jesus entscheidet, dem reißt niemand die Beine weg.
Christen sollten Menschen in Not nicht zum Glauben führen, denn diese habe gar nicht die Möglichkeit einer tiefgreifenden Wahl; sie sollten sie zunächst sozusagen mit ihrer Liebe einhüllen und warten, bis er bei Kräften ist und dabei riskieren, dass er unverrichteter Dinge wieder geht. Es muss seine freie Entscheidung sein und frei ist nur der, der bei sich ist.

Gott einen „Lebenstraum“ beizumessen, scheint mir mehr ein irrationaler Wunsch, der sich als Projektion äußert. So biegt man sich seinen Gott so zurecht, dass er gar nicht anders kann, als sich einem Zuzuneigen. Wir sollen aber Gott nicht versuchen.
Menschen in Not behindern sich selbst, vor Gott so zu treten. Sie ziehen Gott in ihre Not hinein und heften an ihn alles, was sie für sich brauchen.
Irgendjemand müsse ja Menschen in Not helfen. Richtig, und du siehst schon wie dringend dieser Wunsch nach Befriedigung ringt. Er bastelt sich alles so zurecht, dass die Not bloß gelindert werden möge. Aus diesem Holz sind eben irrationale Gottesbilder geschnitzt, weil sie nur aus der blinden Not sind.
Dass die Bibel an vielen Stellen betont, das wir uns gegenseitig Lieben sollen, das hat schon seinen Sinn und dieser liegt in der Sache selbst. Wir sollen füreinander da sein, damit niemand in Not gerät und damit sich Menschen frei für Jesus entscheiden können und nicht aus Not.
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon ThomasMillack » Fr 15. Nov 2002, 21:43

Hallo Zusammen

Vielleicht sollte ich noch beitragen, was sich bei mir verändert hat: Alles und Nichts.

Bei mir war die Erfahrung von Gottes Liebe der entscheidende Punkt. Ich habe gespürt wie sehr mich Gott liebt und wie sehr er sich freut, dass ich bin, wie ich bin - mit allen Ecken und Kanten.

Das hat mich verändert. Ich könnte nicht sagen, dass ich irgendwelche besonderen Verhaltensweisen ändern musste, aber ich bin plötzlich so anders aufgetreten, dass meine Familie im höchsten Masse über die Änderung erstaunt war.

Eine solche Änderung tritt auch im ganz profanen Zusammenhang auf - also kann ich sie nicht für einen Beweis Gottes nutzen, aber ich kannte mich ja auch von innen, und ich weiss, dass nur Gott eine solche Veränderung in mir hätte hervorrufen können.

Mir war es wichtig, dass Menschen bei diesem Prozess zwar eine Rolle gespielt haben, aber immer nur eine Nebenrolle.

Gruss
Thomas
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon ashes » Fr 15. Nov 2002, 22:03

Lieber Scardanelli,

> Gott einen „Lebenstraum“ beizumessen, scheint mir mehr ein irrationaler Wunsch, der sich als Projektion äußert.

Ich hoffe sehr, daß Gott von mir träumt, und muß - verzweifelt - davon ausgehen.

Ich weiß, daß "ich" nicht das bin, was Er sich wünscht, und worin ich in Ihm enden werde.

Bitte sei nachsichtig mit mir!
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon horst » Mo 18. Nov 2002, 12:46

hallo soleil

jesus kann dich in den verschiedensten arten anrühren, so wie dus gerade brauchst.

er kann dich anrühren, dass du weinen musst, weil du es brauchst um deine seele zu reinigen.

er kann dich anrühren, dass du lachen musst, um dich zu erquicken.

er kann dich anrühren, dass du dich schämen musst, weil du merkst, dass du ihm mit deinem verhalten wehgetan hast.

er kann dich anrühren, dass du dich speziell sicher und geborgen fühlst, weil es dir dein umfeld nicht gibt.

er kann dich durch die bibel anrühren, dass du glauben darfst, dass es war ist was darin steht. gerade in fasen, wo schwierig zu erfassen ist, obs wieder besser kommt, ist es wichtig, dass man einfach glauben und vertrauen kann.

wie ist das bei mir?
gott rührt mich oft durch die bibel an. bibelstellen sprechen in mein leben und geben mir praktische hilfe gewisse situationen so zu meistern, wie gott das möchte.
ich darf auch oft gebetserhöhrungen erleben.

gerade gestern im gottesdienst wurde ich vom heiligen geist ganz besonders berührt. es ist wie in den himmel schauen und den thron des herrn sehen.

öffne jesus deine herzenstür und lass ihn platz nehmen in deinem herzen. er wird dich nicht entäuschen.

bist du bereit für den schritt?

segensgruss

horst
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon horst » Mo 18. Nov 2002, 12:47

ainu

da stehst aber wieder du im vordergrund.

segensgruss

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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Scardanelli » Mo 18. Nov 2002, 13:32

Hallo ashes,
was sich Gott für dich wünscht, ist etwas was dir dient. Er ist ein Gott der Liebe, was wir an der Schöpfung leicht ablesen können. Die Liebe ist aber etwas, was alles erhebt und die Liebe trachtet nach nichts anderem als nach diesem. Gott wünscht sich von dir nichts für sich, denn er ist schon alles. Er wünscht es für dich, er wünscht dein Wachstum und damit die Liebe, die du geben kannst und die, welche dir andere geben. Denn dies ist das Göttliche. Die Liebe ist der ganze Sinn und durch die Liebe kommst du zu Gott. Wer liebt, der sündigt nicht und wer es vergebens tut, weil er auf keine Gegenliebe stößt, der hat allein in Gott seinen Frieden. Wenn du vergibst, dann wirst du gerettet, so hat es Jesus gesagt. Es liegt klar vor Augen und es gibt da nichts Geheimnisvolles. Es ist so leicht, dass es jedes Kind versteht.
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Re: Wenn Gott in Dir wohnt

Beitragvon Scardanelli » Mo 18. Nov 2002, 20:56

Hallo Spica,
wie groß müsste denn dein Herz sein, damit Jesus darin Platz findet? Soll es bei einer Metaphorik bleiben, dann müssen wir nicht mehr über den Bandwurm reden. Willst du es aber sinnlich verstehen, dann gerät dir der Bandwurm zum Metaphorischen und dann kannst du mal so alles aus dir herauslassen, was dir an Assoziationen zu Bandwurm und Jesus einfällt und hoffen, dass du daran deine Katharsis findest.
Oder einfacher, wieso fällt dir bei Jesus ein Bandwurm ein?
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