Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

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Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Diaspora » Mi 20. Mai 2009, 22:27

ich möchte mich hier vorstellen, und gleich ein wenig zu meiner Situation in meiner Gemeinde erzählen, die nicht ganz einfach ist. Entschuldigung, wenn es ziemlich lang wird, vielleicht interessiert es trotzdem jemanden von euch.

Ich war "irgendwie" schon immer Christ. Richtig bekehrt habe ich mich aber erst vor zwei Jahren, als ich im Urlaub einige Leute aus einer Baptistengemeinde kennengelernt habe. Von denen habe ich ein paar Dinge gelernt über den Glauben, und schließlich ein Übergabegebet gemacht: um vor Gott zu erklären, dass ich ganz nach seinem Willen leben möchte.

Danach habe ich mir in meiner Heimatstadt (Bremen) eine Gemeinde gesucht, und bin in die nächstgelegene Landeskirchen-Gemeinde gegangen. (Ich dachte damals noch, als Evangelischer geht man immer in die Gemeinde, die dem Wohnsitz am nächsten liegt. Das ist in Bremen allerdings anders: Man geht in die Gemeinde, die einem theologisch am nächsten steht. Das wusste ich damals noch nicht.)

Mit wenig Erfahrung im Glauben und wenig Ahnung fand ich diese Gemeinde am Anfang recht gut: das Gemeindeleben ist ziemlich aktiv, und die Leute sind nett. Nach und nach kamen mir aber erste Zweifel. Ich hatte damals die Bibel gelesen, und einiges daraus in der Gemeinde angesprochen. Ich musste aber feststellen, dass dort nicht alles aus der Bibel respektiert wurde: zu manchen Stellen wurde mir gesagt, sie seien veraltet, oder gar falsch. Auch hatte ich den Eindruck, dass die meisten Gemeindemitglieder die Bibel niemals ganz gelesen hatten, und nicht bereit waren. alles zu befolgen., was darin steht.
Mir wurde langsam klar: man war hier Anhänger der "historisch-kritischen" Auslegung, und mehr am Zeitgeist interessiert, als an der Bibel. Mir war auch klar, dass dies falsch ist: Ich hatte Gott Gehorsam versprochen, und das heißt Gehorsam gegenüber seinem Wort. Langsam wuchs in mir das Unbehagen mit dieser Gemeinde. Ich hatte dem aber wenig entgegenzusetzen, denn ich hatte noch wenig Ahnung vom Glauben, tausend offene Fragen und wenig Antworten, und keinen Kontakt zu Christen, die es ähnlich sehen wie ich.

Das änderte sich 2008. In diesem Jahr fand das Christival in Bremen statt, und ich hatte fest vor, davon so viel zu besuchen, wie möglich. Die angekündigten Veranstaltungen versprachen mir, Antworten auf viele Fragen zu geben, und ich wusste, hier könnte ich viel lernen. Zu meiner Bestürzung hatte in meiner Gemeinde allerdings kaum jemand Interesse am Christival: die Meinungen gingen von Unwissen über Desinteresse bis hin zu offener Ablehnung.
Ich ging also alleine hin, lernte sehr viel, lernte interessante und wirklich gläubige Menschen kennen, betete mit ihnen, und es wurde für mich gebetet. Für meinen Glauben waren diese Tage eine riesige Bereicherung. Ich konnte im Gespräch viele Fragen klären, die mir in meiner Gemeinde nicht beantwortet wurden. Ich habe ein paar Bücher erworben, die mich weiter gebracht haben (von Spurgeon, Busch, Bühne, usw.). Und ich habe erfahren, wie es in anderen Gemeinden zugeht: dass nämlich dort sich konsequent auf Gott ausgerichtet wird, und nicht auf den Zeitgeist.

Danach war mir klar: ich hatte von meiner Gemeinde nichts mehr zu erwarten, und wollte mir eine andere suchen. Auf dem Christival hatte ich mir ein Dutzend Adressen von konsequent christlichen Gemeinden in Bremen ausgesucht (Landeskirchen, Baptisten, Pfingstler,...), und wollte mir nun all diese Gemeinden anschauen, um zu wechseln. Ich erfuhr auch, dass die Nachbargemeinde in meiner Nähe sich konsequent an der Bibel orientiert, und wollte gleich nächste Woche dorthin gehen.

In der Nacht vor diesem Besuch hatte ich allerdings einen Traum: In diesem Traum war Gottes Stimme, und er sagte: "NEIN!", er sagte "Bleibe wo du bist!". Ich verstand nicht. warum und wieso, aber ich wusste: dies war wirklich von Gott. Ich ging also nicht zu anderen Gemeinden. Aber ich haderte mit diesem NEIN, betet immer wieder zu Gott, sagte, dass ich in meiner Gemeinde nichts mehr zu erwarten habe, dass ich alleine, ahnungslos und hilflos in meinem Glauben bin, dass ich eine Gemeinde richtiger Christen brauche, weil ich alleine so im Glauben nicht weiterkomme. Ich bat Gott, mir einen Gemeindewechsel zu erlauben, und machte doch wieder Pläne dazu. Aber von Gott hörte ich nichts mehr, und ich wusste, er blieb bei seinem NEIN.

Nach ein paar Tagen gab ich schließlich nach: Ich betete: Gott, ich weiß nicht warum ich bleiben soll, und für meinen Glauben ist es sicherlich nicht gut, aber wenn du das so willst, dann mache ich es so. In dieser Nacht hatte ich im Traum wieder ein Eingebung von Gott: Mir war, als ob Gott mir sagte: Ich hätte es richtig gemacht, zu gehorchen, und nun würde er mir auch verraten, warum. Am nächsten Morgen in meiner stillen Zeit (das mit der stillen Zeit hatte ich auch auf dem Christival gelernt), betet ich immer wieder zu Gott, er möge mir jetzt sagen, warum. Ich blätterte planlos in der Bibel, und bat Gott um Einsicht. Und dann fielen mir zwei Stellen auf: "Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes gehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in die Hölle geworfen," und "Wenn aber ein Blinder den andern führt, so fallen sie beide in die Grube."
Und dann begriff ich: Meine Gemeinde, das waren die Blinden, ich mit meinem geringen Wissen über den Glauben, war der Einäugige. Ich wusste nun: Gott wollte, dass ich in dieser Gemeinde bleibe, damit wenigstens einer da ist, der einen konsequenten Glauben hat. Und wenn ich auch wenig weiß, und deshalb auch zum Lehren nicht tauge, ich weiß doch mehr, als die meisten anderen in dieser Gemeinde. Gott gab mir auch den Gedanken, dass nicht alle in dieser Gemeinde verloren gehen werden, aber es muss wenigsten ein konsequenter Christ in der Gemeinde bleiben, damit die anderen die Chance haben, ein wenig von der richtigen Lehre zu hören. Ich tauge zwar nicht zum Lehrer oder Prediger oder Missionar, aber selbst ich kann dort noch mehr ausrichten, als wenn ich weg ginge. Das also ist mein Auftrag hier.

Nun war ich froh, denn ich wusste, was meine Aufgabe vor Gott ist. Aber natürlich war ich auch trotzdem enttäuscht, denn die Gemeinschaft mit Christen, von denen ich etwas lernen kann, und mit denen ich gemeinsam Gott nah sein kann, sollte ich nun nicht haben. Aber ich hatte wieder Zuversicht, denn ich wusste nun, was zu tun ist. Immer noch (und bis heute) weiß ich allerdings zu wenig vom Glauben, d.h. ich habe viele Fragen ohne Antwort.

Da aber fingen mit einem Mal ganz gewaltige Probleme an. Kurz nachdem für mich klar war, dass ich bleibe, wurde ich auf einmal sehr massiv von Versuchungen zur Sünde geplagt. Diese Versuchungen kannte ich zwar schon vorher, aber mit einem Mal wurden sie fast unbezwingbar stark. Ich versuche mir, im Gebet zu helfen, aber es ist ein ständiger harter Kampf. Beratung kann ich in meiner Gemeinde keine bekommen, denn dort denkt man, das, worum es geht, sei gar keine Sünde. Aus diesem Grunde betet dort auch niemand für mich. Ich fühle mich in dieser Gemeinde nun noch mehr alleine als zuvor, denn es ist eine echte Not für mich, und niemand hilft mir dabei. Manchmal denke ich, diese Versuchungen machen mich kaputt oder zerstören meinen Glauben, es ist wirklich kritisch. Und dabei gibt es andere Gemeinden, die gerade für solche Probleme Hilfe anbieten, aber dort darf ich nicht hin!

Im Gebet fragte ich Gott, warum jetzt, wo ich seinen Willen tue, die Versuchung so überwältigend wird, und warum ich keine Hilfe finden darf in einer guten Gemeinde? Im Traum sah ich dann ein Bild: Es war der Böse, der mich nun so scharf angreift. Er will, dass ich mir in meiner Not eine andere Gemeinde suche, um selbst Hilfe zu finden. Meine bisherige Gemeinde aber wäre dann sich selbst überlassen, und er könnte sie ganz und gar verderben. Gott zeigte mir, dass ich einen sehr harten Kampf alleine auf meinem Posten führe, aber dass ich niemals desertieren dürfe, egal wie hart es würde. Und er zeigte mir, das ich unter seinem Schutz stehe, er sogt dafür, dass meine Seele auf keinen Fall dabei zerstört wird, er sogt dafür, dass ich am Ende gerettet werde.

Nun, jetzt ist Kirchentag in Bremen, ich befürchte, der wird mehr wie meine Gemeinde als wie das Christival. Im Programm stehen viele Veranstaltungen, die genau die Sünden für gut darstellen wollen, mit denen ich zu kämpfen habe. Meine Gemeinde ist ganz begeistert, und macht bei allem mit. Ich werde mit meiner Gemeinde hingehen, weil Gott das von mir will, aus Gehorsam. Aber im inneren graut mir davor, und ich bete nur: Gott beschütze mich dabei.

Ich hoffe, dass ich in diesem Forum einiges von euch lernen kann, und euch ein paar Fragen zum Glauben stellen kann, auf die ich in meiner Gemeinde keine vernünftige Antwort bekomme.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon LordAlm » Mi 20. Mai 2009, 22:59

Diaspora hat geschrieben:Ich hoffe, dass ich in diesem Forum einiges von euch lernen kann, und euch ein paar Fragen zum Glauben stellen kann, auf die ich in meiner Gemeinde keine vernünftige Antwort bekomme.

Hallo Diaspora,
Erst mal möchte ich dich hier willkommen heissen. Kann auch sein, dass wir von dir lernen dürfen. Dein Beitrag ermutigt am Wort zu bleiben und beharrlich Gottes Wege zu befolgen. Ich wünsche dir viel Segen und eine klare Erkenntnis für deinen Weg im Herrn. LG LA
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon kingschild » Do 21. Mai 2009, 09:56

Diaspora hat geschrieben:
Ich hoffe, dass ich in diesem Forum einiges von euch lernen kann, und euch ein paar Fragen zum Glauben stellen kann, auf die ich in meiner Gemeinde keine vernünftige Antwort bekomme.


Hallo Diaspora

Du wirst Menschen finden die Antworten geben werden und Du wirst auch hier das finden was Du in Deinem Beitrag beschrieben hast.

Wenn Gott tatsächlich möchte das Du in dieser Gemeinde bleibst dann wird der Dir auf jeden Fall auch Menschen über den Weg schicken von denen Du lernen kannst. Vielleicht hast Du ja die wichtigen für Dein weitergehen noch nicht getroffen.

Manchmal gibt es auch Hauskreise denen Du Dich ausserhalb der Kirche anschliessen kannst und die Dir in Deinem Glaubensleben so weiterhelfen können damit Du auch gerüstet dorthin gehen kannst wo Gott Dich im Moment haben möchte.

Vielleicht ist Dein Weg im Moment auch der Weg wo Gott Dir zeigen will das Du Dich voll und ganz auf Ihn verlassen kannst auch wenn alle rund um Dich seine Wege nicht mehr sehen können. Bewege aber immer wieder Dein Anliegen vor Gott damit Du dann auch spürst wann es Zeit ist zum weitergehen und nicht noch Perlen verschwendet werden.

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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Pilgrim » Do 21. Mai 2009, 13:31

Diaspora hat geschrieben:Ich hoffe, dass ich in diesem Forum einiges von euch lernen kann, und euch ein paar Fragen zum Glauben stellen kann, auf die ich in meiner Gemeinde keine vernünftige Antwort bekomme.

Ein Gemeindewechsel sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Jedoch.....es gibt Zeiten, da ist es gegebenenfalls dem eigenen Gewissen willen von nöten, die Gemeinde zu verlaßen. Solche Umstände sind z.B.:

wenn Häresie über grundlegende Wahrheiten von der Kanzel gelehrt werden (Galater 1:7-9).....

wenn die Gemeindeleiter von der Lehrautorität in der Gemeinschaft ernsthaft sündige Lehre tolerieren (Römer 16:17).....

wenn die Gemeinde durch eine mutwillige Missachtung der Heiligen Schrift charakterisiert ist wie zum Beispiel eine Weigerung offenkundig sündende Mitglieder zu disziplinieren (1.Korinther 5:1-7)…….

wenn gottloses Leben in der Gemeinde toleriert wird (1.Korinther 5:9-11)….

wenn die Gemeinde von krasser Scheinheiligkeit gezeichnet ist, biblischem Christentum Lippenbekenntnis ablegt, sich jedoch weigert ihre wahre Kraft zu anerkennen (2.Timotheus 3:5)……

Noch weiteres gibt’s zu bedenken. Mitglied in einer Gemeinde ist auf jeden Falle eine ernstzunehmende Verpflichtung.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Haimax » Di 26. Mai 2009, 08:02

Was ist ein konsequenter Christ?
Alle Menschen sind gleich.
Rassen, Nationalität und Religion spielen keine Rolle, wichtig ist der gelebte Respekt, die Tolleranz, das Recht auf Glück und das Recht sich zu verwirklichen.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Taube » Di 26. Mai 2009, 08:27

Diaspora hat geschrieben:...
Ich werde mit meiner Gemeinde hingehen, weil Gott das von mir will, aus Gehorsam. Aber im inneren graut mir davor, und ich bete nur: Gott beschütze mich dabei.

Ich hoffe, dass ich in diesem Forum einiges von euch lernen kann, und euch ein paar Fragen zum Glauben stellen kann, auf die ich in meiner Gemeinde keine vernünftige Antwort bekomme.

Hallo Diaspora, ist die Gemeinde nur dazu da, um Antworten zu bekommen? Glaubst Du, es gibt die Gemeinde, welche Dir die Antwort gibt?

Gemeinde ist doch ein Zusammenwirken aller, ein Geben und Nehmen, ein miteinander auf der Wanderung sein (Hebräerbrief), ein gemeinsames Suchen, aber auch einmal ein gemeinsames Stolpen über Steine. Aber die Vorstellung, dass einer einen konsequenten Glauben haben muss (und Du der Überzeugung bist, dass Du gerade der Erwählte bist), birgt die Gefahr des geistlichen Hochmutes. Ist da nicht gerade eine Gemeinde wichtig, die in Liebe auch Dich führen kann? Das wäre dann das Nehmen. Keine vernünftigen Antworten bekommen? Manchmal ist auch die Gefahr da, dass man gerade noch nicht bereit ist, die Antworten zu akzeptieren und deshalb dieses als unvernünftig abtut? Da Geben wäre dort, wo Du dann in Liebe auch andere wieder abholen kann und neue Impulse geben kannst. Manchmal geht es auch recht lange, bis alte Strukturen erweichen und Neues Einzug findet.

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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Diaspora » Di 26. Mai 2009, 17:25

Hallo,

danke für eure Antworten!

@Lord Alm: Danke, so was ermutigt!

@MX2: Ich habe tatsächlich eine ganz bestimmte Aufgabe in der Gemeinde, nämlich als Anprechperson für Leute, die ersnthaft Gott suchen, und die mit der Lehre hier ihre Fragen nicht beantwortet bekommen. Mit einem Neubekehrten bin ich intensiv im Gepsräch. Dinge wie: die ganze Bibel lesen, ganz Gottes Willen tun, usw., kann er zumindest ein wenig von mir lernen, vom Pastor oder den anderen lernt er es niemals, weil das wird nicht gepredigt bei uns.

@kingschild: Da sind einige Gedanken, die mir weiterhelfen könnten. Eine Frage: Kann ich an einem Hauskreis teilnehmen, wenn ich nicht in derselben Gemeinde bin wie die anderen? Bei uns gibt es nämlich keine Hauskreise.

@Pilgrim: Alles, was du aufzählst, trifft auf meine Gemeinde zu, das bestätigt für mich noch einmal biblisch, daß diese Gemeinde auf dem falschen Weg ist. Danke für diesen Hinweis! Ich hatte selber schon biblische Hinweise gefunden in der Offenbarung und im 1. Korintherbrief: Vieles in meiner Gemeinde ähnelt den Gemeinden von Korinth (Streit, Frauen als Lehrerinnen, Unzucht,...), Pergamon (falsche Lehre), Thyatira (falsche Lehre), Laodizea (Lauheit). Es ist im Licht der Bibel offensichtlich: hier stimmt vieles nicht, aber ich habe trotzdem die Aufgabe, zu bleiben.

@Haimax: Ich meine jemand, der Gott gehorchen will, der die Bibel ganz gelesen hat, und sie auch ganz befolgen will.

@Taube: Wenn man mir auf meine Fragen immer wieder Antworten gibt wie: Diese Stelle in der Bibel sei veraltet, jene Stelle gelte für uns nicht, eine andere Stelle in der Bibel sei schlicht falsch, und es sei nicht notwendig, Gott zu gehorchen, man solle vielmehr zu sich selbst finden, dann sind dies keine christlichen Antworten. Gott sagt das Gegenteil davon. Ein Christ, der so redet, ist wirklich vom Bösen verwirrt worden. Leider predigt unser Pastor so. Und das sind Antworten, die ich nicht brauchen kann, denn sie führen in den Tod.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Taube » Di 26. Mai 2009, 21:05

Diaspora hat geschrieben:...
@Taube: Wenn man mir auf meine Fragen immer wieder Antworten gibt wie: Diese Stelle in der Bibel sei veraltet,....


...und was hat er Dir entgegnet und wie reagiert, als Du ihn darauf angesprochen hast und Deine Meinung und theologische Auffassungen dargelegt hast? Ich habe etwas Mühe zu glauben, dass er einfach gesagt hat, Du sollst Gott nicht gehorchen. Kam das wirklich auch in der Predigt vor, dass er ausdrücklich gesagt hat, hallo, ihr Gemeinde, ihr sollt nicht mehr Gott gehorchen.

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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Schoham » Mi 27. Mai 2009, 08:49

Diaspora hat geschrieben:... aber dort darf ich nicht hin!


Möchtest du denn gerne dorthin gehen? Wenn ja - was denkst du warum der Wille Gottes mit deinem Wunsch nicht übereinstimmt?
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Taube » Mi 27. Mai 2009, 09:09

Diaspora hat geschrieben:...
@kingschild: Da sind einige Gedanken, die mir weiterhelfen könnten. Eine Frage: Kann ich an einem Hauskreis teilnehmen, wenn ich nicht in derselben Gemeinde bin wie die anderen? Bei uns gibt es nämlich keine Hauskreise.
....

Ein Gedanke zu Deiner Frage betr. Hauskreise: Bist Du Dir selbst über Deine Glaubensbasis noch so unsicher, dass Dir das noch eine Frage ist? Beim Hauskreis, in dem ich bin, waren lange Zeit Menschen von drei verschiedenen Gemeinden. Das war kein Problem. ...und wenn in einer Gemeinde z.B. ein Hauskreistreffen stattfand, kamen natürlicherweise auch die Hauskreisteilnehmer von anderen Gemeinden als Gäste mit. Das war nie ein Problem und keiner Diskussion wert. Im Gegenteil, Christsein heisst auch Verbundenheit mit allen Christen.

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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon valdes » Mi 27. Mai 2009, 10:42

sorry, ich hab's heute ein wenig mit den einwürfen:

Diaspora hat geschrieben:Auch hatte ich den Eindruck, dass die meisten Gemeindemitglieder die Bibel niemals ganz gelesen hatten, und nicht bereit waren. alles zu befolgen, was darin steht.


ich denke, gerade jene, die die bibel ganz gelesen haben, sind sich bewusst, dass man nicht alles, was darin steht, befolgen kann.
Zuletzt geändert von valdes am Mi 27. Mai 2009, 10:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Schoham » Mi 27. Mai 2009, 10:44

Taube hat geschrieben:Christsein heisst auch Verbundenheit mit allen Christen.


Wenn Trennung und Entzweiung anstelle von Gemeinschaft und Verbundenheit ist - dann ist es die Frage wert - ob der Name passend ist.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon kingschild » Mi 27. Mai 2009, 11:10

Diaspora hat geschrieben:
@kingschild: Da sind einige Gedanken, die mir weiterhelfen könnten. Eine Frage: Kann ich an einem Hauskreis teilnehmen, wenn ich nicht in derselben Gemeinde bin wie die anderen? Bei uns gibt es nämlich keine Hauskreise.



Die meisten Hauskreise sind offen für andere, ob es welche gibt die dies enger sehen weiss ich nicht aber dies istkann ja mit einer Frage an die Leiter des Kreises geklärt werden. Ich bin sicher Du findest einen offenen Hauskreis.

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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Oli4 » Mi 27. Mai 2009, 12:01

valdes hat geschrieben:sorry, ich hab's heute ein wenig mit den einwürfen:

Diaspora hat geschrieben:Auch hatte ich den Eindruck, dass die meisten Gemeindemitglieder die Bibel niemals ganz gelesen hatten, und nicht bereit waren. alles zu befolgen, was darin steht.


ich denke, gerade jene, die die bibel ganz gelesen haben, sind sich bewusst, dass man nicht alles, was darin steht, befolgen kann.

Ich fang deinen Einwurf, dreh den Ball ein Stück und werfe ihn weiter : wer fängt?

Wobei es ein Unterschied ist ob man grundsätzlich Bereitschaft zeigt oder gleich von Anbeginn an wegen dem vermeintlich engen Pfad des nicht 'könnens' gleich generell abwinkt bzw. andere Dinge als Ziel erklärt.
Ich denke wichtiger ist ob das gemeinsame Ziel dasselbe bleibt (in Worten UND Tat-Versuchen); ohne auf den anderen zuerst zu schauen, IMMER selbst auf das Ziel zu schauen.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Taube » Mi 27. Mai 2009, 12:41

Oli4 hat geschrieben:...
Ich denke wichtiger ist ob das gemeinsame Ziel dasselbe bleibt (in Worten UND Tat-Versuchen); ohne auf den anderen zuerst zu schauen, IMMER selbst auf das Ziel zu schauen.


Dieses "ohne auf den anderen zuerst zu schauen, IMMER selbst auf das Ziel zu schauen" kommt für mich als etwas zu subjektiv rüber. Paulus hat vieles auch an die ganze Gemeinde geschrieben und die ganze Gemeinde im Auge gehabt (z.B. Kol 1,23). So persönlich Glauben auch ist, so wichtig ist das gemeinsame Glauben und Hoffen der Gemeinde. Also nicht nur "immer selbst auf das Ziel schauen" sondern auch immer parallel "immer gemeinsam auf das Ziel schauen". Um die Gemeinde Christi kommt Du nie herum.

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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Pilgrim » Mi 27. Mai 2009, 14:51

Diaspora hat geschrieben:
….Es ist im Licht der Bibel offensichtlich: hier stimmt vieles nicht, aber ich habe trotzdem die Aufgabe, zu bleiben.

Was gibt dir die Sicherheit, daß du hier bleiben sollst….. :?
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Pilgrim » Mi 27. Mai 2009, 14:57

valdes hat geschrieben:sorry, ich hab's heute ein wenig mit den einwürfen:
ich denke, gerade jene, die die bibel ganz gelesen haben, sind sich bewusst, dass man nicht alles, was darin steht, befolgen kann.

Jetzt lese ich die Bibel nun schon zum fünfzehnten mal ganz durch und bin mir bewusst, dass man alles was im Kontext der ganzen Schrift darin steht befolgen kann........ :oops:

Der Ball ist nun wieder auf deinem Spielplatz..... :comeon:
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Oli4 » Mi 27. Mai 2009, 15:24

Taube hat geschrieben:
Oli4 hat geschrieben:...
Ich denke wichtiger ist ob das gemeinsame Ziel dasselbe bleibt (in Worten UND Tat-Versuchen); ohne auf den anderen zuerst zu schauen, IMMER selbst auf das Ziel zu schauen.


Dieses "ohne auf den anderen zuerst zu schauen, IMMER selbst auf das Ziel zu schauen" kommt für mich als etwas zu subjektiv rüber. Paulus hat vieles auch an die ganze Gemeinde geschrieben und die ganze Gemeinde im Auge gehabt (z.B. Kol 1,23). So persönlich Glauben auch ist, so wichtig ist das gemeinsame Glauben und Hoffen der Gemeinde. Also nicht nur "immer selbst auf das Ziel schauen" sondern auch immer parallel "immer gemeinsam auf das Ziel schauen". Um die Gemeinde Christi kommt Du nie herum.

Gruss Taube

Du missverstehst das Taube (solltest ev. die vorgefärbten olivierschen Brillengläser wechseln ;) :umarm: )
Es mir geht gar nicht um Alleine oder in Gemeinschaft. Es geht mir um das Aufzeigen von Misslichem und Wo/Wie dieses Aufzeigen dieses Misslichen beginnt. Es geht mir darum IMMER auf Christus zu schauen, alleine UND in Gemeinschaft. Das hat mit Selbstgenügsamkeit oder Subjektivität nichts zu tun.

Eben: Nicht ZUERST auf den anderen zu schauen - was er falsch macht (!) oder eben nicht macht/nicht machen will, sondern zuallererst IMMER auf micht selbst kritisch schauen; um selbstredend so gereinigt den anderen in Demut und Sanftmut auf misslich gesehene Dinge hinweisen zu können.
LK 6,42, Mt 7,3
Das als Falsch erkannte war ja ursprünglich das von Diaspora kritisierte. Das Falsche in mir will zuerst ebenso erkannt udn beseitigt werden. Das macht Falsches nicht Wahrer aber mich demütiger und glaubwürdiger.
Und das Erlebnis vieler, dass das Perfekte nicht gelingen tut, soll niemandem Grund sein, es nicht trotzdem und immer wieder zu Christus gehend, zu versuchen.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Taube » Mi 27. Mai 2009, 16:45

Oli4 hat geschrieben:... Es geht mir darum IMMER auf Christus zu schauen, alleine UND in Gemeinschaft. ....


So formuliert bin ich voll mit Dir einverstanden.

Gruss Taube
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Oli4 » Mi 27. Mai 2009, 16:50

Taube hat geschrieben:
Oli4 hat geschrieben:... Es geht mir darum IMMER auf Christus zu schauen, alleine UND in Gemeinschaft. ....


So formuliert bin ich voll mit Dir einverstanden.

Gruss Taube

:jump:
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Diaspora » Mi 27. Mai 2009, 21:06

Erst einmal eine Antwort auf eine Frage:

Es ging letztes Jahr um die Neuheirat zweier Geschiedener. Der Pastor predigte, als ob eine solche Wiederverheiratung Gottes Segen hätte. Ich habe ihn nachher angesprochen, daß die Bibel das Gegenteil sagt, und solche Wiederheirat verbietet. Der Pastor sagte, das sei nur unter bestimmten Umständen richtig, im allgemeinen spreche aber nichts gegen solche Wiederheirat. Ich sagte, die einzige Ausnahme sei bei Scheidung wegen Unzucht. Der Pastor sagte, es ginge nicht um Unzucht, eine Ehe könne aus vielen Gründen scheitern, und Gott hätte dann gegen Scheidung und Wiederheirat nichts einzuwenden. Er fügte noch hinzu, jede Liebe sei von Gott gesegnet. Ich sagte dann, man muß Gottes Gebote so befolgen, wie sie in der Bibel stehen, und darf nicht nach Belieben alles so auslegen, wie es in die eigenen Lebenspläne passt. Darauf sagte der Pastor: Es kommt nicht auf Gehorsam an, man dürfe die Gebote nicht so verstehen, daß man allen Geboten gehorchen müsse. Sondern es komme einzig und alleine auf die Liebe an. Und er sagte auch noch: alle Gebote in der Bibel seien nur Ratschläge, denn es steht geschrieben: "Alles ist euch erlaubt, aber nicht alles ist gut für euch".

Das meine ich mit: Der Pastor predigt Ungehorsam gegen Gott. Und das war nur ein Beispiel von vielen.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Reginald 32 » Do 28. Mai 2009, 15:30

Hallo, Diaspora.

In gewisser Weise kann ich Deine Situation nachempfinden. Ich kenne die Verhältnisse in den Bremer Kirchengemeinden etwas noch von früher her, als ich mal elf Jahre in der Nähe wohnte.

Dein Problem ist aber sooo neu nicht. in 1. Kor. 1:10-12 schreibt Paulus über Probleme in der von ihm selbst (1.Kor. 4:15) gegründeten Gemeinde: es gab Spaltungen und Gruppenbildung. Eine Gruppe erhob sich über die andere. Weiter: 1. Kor. 6:1-9: Die Glieder übervorteilten (betrogen) einander und verklagten sich gegenseitig vor weltlichen Gerichten..
1. Kor. 6:15-18:: Glieder der Gemeinde waren in den Bordellen der Stadt zu finden. Das konnten wieder alle heidnischen Bürger beobachten.
2. Kor. 12:20+21: Hier erwähnt er allerlei Unangenehmes, was in einer christlichen Gemeinde eigentlich nicht vorkommen dürfte.
Und da wäre dann noch der Fall, dass jemand seine eigene Mutter zur Frau nahm, worüber sich sogar abgebrühte Heiden aufregten..Und dann lies bitte noch, was in der Gemeinde Ephesus (übersetzt: wünschenswert) vorkam: Eph. 4:25-31. Was Paulus da anspricht, kam alles in der Christengemeinde vor - sonst hätte er das ja nicht ansprechen müssen.

Und die Gläubigen , die Glieder dieser Gemeinde spricht paulus an als - Heilige.!!!

An diesen Zuständen gemessen, ist Deine Gemeinde wohl noch Gold wert.

Was will ich damit sagen? Auch eine christliche Gemeinde ist auf dem Weg und nicht vollkommen. Jeder Gläubige muss wachsen.
Hinzu kommz noch ein Weiteres: Eine gradlinige Haltung ist in Fragen der Lehre wohl zu vertreten, aber wo es um mitmenschliche Belange geht, wird's schwierig..

Zu meiner Jugendzeit sprachen die Ehegerichte Scheidungen nach dem Schuldprinzip aus. Der Schuldige musste für den Unschuldigen aufkommen und sorgen. Doch man erkannte: Nirgendwo wird so viel gelogen wie vor dem Ehegericht. Deshalb wird heute nach den Zerrüttungsprinzip geschieden. Und wenn die Geschiedenen wieder heiraten, müsste der Pastor zunächst mal nachforschen, wie das denn in der vorigen Ehe war. Dazu hat er aber kein Recht.

Ich nehme aber an, dass Du nachgeforscht hast, warum denn die Wiederverheirateten vorher geschieden wurden, sodass Du deshalb mit dem Pastor reden konntest.

Aus meiner jahrzehnte langen Gemeindeerfahrung und aus den Erfahrungen mit Ehescheidungen in meinem größeren Umfeld weiß ich, dass es bei einer Scheidung fast nie nur einen Schuldigen gibt, auch nicht bei Ehebruch.. Und auch dann gilt das Wort: Behandle den Partner so, wie du willst, dass Gott dich behandelt "Vergib uns unsere Schuld wie...." Vergeben ist größer als ein "Wer bin ich denn? Muss ich mir das gefallen lassen?"

Aus Deinen Mitteilungen ersehe ich, dass Du eventuell dazu neigst, vieles nur schwarz-Weiß zu sehen. Das ist im Bereich der Lehre nicht ab zu lehnen, aber im mitmenschlichen Bereich ist es meist wenig hilftreich.

Liebe Grüße von Reginald.
Bald schon kann es sein, dass wir Gott als König sehn. Halleluja, Halleluja.
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Diaspora » Sa 30. Mai 2009, 22:39

Hallo Reginald,

du sagst: ich denke schwarz-weiß. Aber in gewisser Hinsicht ist die Welt doch schwarz-weiß: hier der Teufel und der durch den Sündenfall zerstörte sündige Mensch (kein Mensch ist gut!), auf der anderen Seite Gott. Und beide Seiten kämpfen andauernd in Herz und Gehirn jedes Christen, solange er noch nicht in der anderem Welt wiederauferstanden ist. Dadurch werden alle menschlichen Situationen kompliziert. Hier fängt dann Psychologie an, und das ist ganz richtig so. Nur liegt die Lösung für alle menschlichen Probleme darin, in jeder schwierigen Lebenslage (z.B. Ehekrise), mit Gottes Hilfe aufzufinden, wo man selbst in sündigen Haltungen befangen ist, und dann mit Gottes Hilfe diese sündigen Haltungen loszuwerden.
Ehekrisen kommen in jeder Ehe vor, selbst in der besten. Sie sind ein Problem, das gelöst werden muss. Aber die Scheidung ist keine Lösung, sagt Jesus! Deshalb sind alle Verheirateten aufgefordert, eine Lösung des Konfliktes zu finden, so daß die Ehe wieder gut wird. Und mit Gottes Hilfe kann dies gelingen! Ich weiß, wovon ich spreche, ich bin selbst seit 11 Jahren verheiratet. Unsere Ehe ist überwiegend gut, aber wir haben immer wieder mal Streit. Wir konnten aber jeden dieser Konflikte mit Gespräch, Liebe, Kompromissbereitschaft, Demut, Gebet und Segen wieder bereinigen. Keine dieser Ehekrisen war für uns ein Anlass zur Scheidung!

Ich weiß wenig über die Hintergründe der Eheangelegenheit, um die es hier ging, ich kenne die betreffenden Gemeindemitglieder nur flüchtig. Ich habe mich aber daran gestört, daß der Pastor die Wiederheirat geschiedener generell als erlaubt dargestellt hat. Im Gegenteil: sie ist generell verboten, das wurde von Jesus in der Bergpredigt gesagt, und schon vorher durch den Prophet Maleachi, und später durch Paulus. Und ein solches Gebot hat ein Pastor zu lehren, und nicht das Gegenteil. Dadurch ist er ein Irrlehrer, Petrus und Paulus warnen aber vor Irrlehrern!

Und es gibt noch mehr Gebote Gottes, bei denen der Pastor einfach das Gegenteil behauptet: so sagt er, Homosexualität sei erlaubt, und er wäre bereit, Homo-Ehen zu segnen. Wie kann ein Pastor solche Irrlehren Predigen?
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Re: Allein als konsequenter Christ in einer "modernen" Gemeinde

Beitragvon Enggi » Fr 26. Jun 2009, 12:18

Oh hallo Diaspora

ich bin soeben zufällig über diesen Thread gestolpert. Ich finde beachtlich, was du mit Gott erlebst. Zum Thema Hauskreis hätte ich noch beizutragen, dass gemeindeübergreifende Hauskreise in meiner Erfahrung etwas ganz Gesegnetes sind. Solltest du keinen Hauskreis finden, so frage doch Gott, ob du selbst einen gründen sollest und er solle dir bitte jene Menschen zeigen, mit denen du gemeinsam die Bibel lesen und beten sollst usw.

Dein Problem, dass du in deiner Versammlung keine zielführende Lehre bekommst, kannst du wie folgt überbrücken: Es gibt im Internet Online-Predigten, die hörenswert sind, und eventuell kommt für dich eine Bibelschule in Frage, z.B. eine vollzeitliche oder eine berufsbegleitende.

Diaspora hat geschrieben:Wie kann ein Pastor solche Irrlehren predigen?
Gut dass du erkennst, dass es Irrlehren sind. So kannst du richtig Gegensteuer geben. Ich nehme an, Gott hat wirklich etwas vor, das er durch dich in dieser Gemeinde tun will.
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