Oberhaupt

Diskussion und Fragen zur römisch-katholischen Kirche

Moderator: bigbird

Re: Oberhaupt

Beitragvon WeißesLicht » Sa 27. Mär 2004, 12:11

liebe Meta

Original von Meta


warum darf man dann christliche Theologie nicht grundsätzlich in Frage stellen??? Warum wird sie denn, auch von Dir, als richtig hingestellt???


ich habe den Eindruck, dass wir ein Kommunikationsproblem haben. Meine Aussagen kommen bei dir häufig anders an als ich sie gedacht habe. Woran das liegt, weiß ich nicht.
1) ich bin keineswegs der Ansicht, dass man christliche Theologien (es gibt nicht nur eine christliche Theologie) nicht grundsätzlich in Frage stellen darf.
2) Welche der verschiedenen christlichen Theologien stelle ich deiner Meinung nach als richtig hin und was missfällt dir daran?

gby

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Re: Oberhaupt

Beitragvon WeißesLicht » Sa 27. Mär 2004, 12:13

Original von Perle
Original von WeißesLicht
Was den Begriff "Stellvertreter Christi" betrifft, kann ich die Aufregung nicht r.-katholischer Christen gar nicht nachvollziehen. Wir sind als Christen alle hier auf ERden Stellvertreter Christen bis zum Tag des Gerichts. Das ist unsere AUfgabe. Wir sollen ihm nachfolgen und als seine Nachfolger sind wir auch seine Stellvertreter.

Darin bin ich allerdings mit dir nicht einer Meinung. Wir sind Nachfolger, Boten, Jünger Jesu und Träger seines Evangeliums. Der Ersatz für Jesus sind aber nicht seine Nachfolger, sondern der hl. Geist, den Jesus z.B. in Joh. 14.16 + 26 ankündigt.

Ich schätze mal, Weisses Licht meint hier, was Paulus in 2.Kor. 5,18-21 schreibt:

18 Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat,
19 daß Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat.
20 So sind wir nun Gesandte an Christi Statt , indem Gott gleichsam durch uns ermahnt ; so bitten wir an Christi Statt : Laßt euch versöhnen mit Gott!
21 Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.


Lieben Gruss
Perle




danke Perle! Genau diese STelle hatte ich gesucht und nicht gefunden! Ja. Ist denn der Begriff "Gesandte an Christi Statt" nicht gleichzusetzen mit "Stellvertreter Christi"?


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Re: Oberhaupt

Beitragvon WeißesLicht » Sa 27. Mär 2004, 12:15

Original von Perle
Noch ein Nachtrag zum Thema sola scriptura:

1.Kor. 3,18 - 4,6

Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden.
19 Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. In der Schrift steht nämlich: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List.
20 Und an einer anderen Stelle: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen; er weiß, sie sind nichtig.
21 Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles gehört euch;
22 Paulus, Apollos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch;
23 ihr aber gehört Christus und Christus gehört Gott.
4,1Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter von Geheimnissen Gottes.
2 Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich treu erweisen.
3 Mir macht es allerdings nichts aus, wenn ihr oder ein menschliches Gericht mich zur Verantwortung zieht; ich urteile auch nicht über mich selbst.
4 Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, doch bin ich dadurch noch nicht gerecht gesprochen; der Herr ist es, der mich zur Rechenschaft zieht.
5 Richtet also nicht vor der Zeit; wartet, bis der Herr kommt, der das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken wird. Dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten.
6 [color=blue]Brüder, ich habe das auf mich und Apollos bezogen, und zwar euretwegen, damit ihr an uns lernt, dass der Grundsatz gilt: «Nicht über das hinaus, was in der Schrift steht», dass also keiner zugunsten des einen und zum Nachteil des andern sich wichtig machen darf.
[/color]


Dir ist aber schon klar, dass es zu Pauli Zeiten unsere heutige Bibel als Schrift noch nicht gab? Wenn wir uns nach Paulus Ratschlag richten wollen, dann bezieht sich dieses "Nicht über das hinaus, was in der Schrift steht" allein auf die Heilige Schrift der Juden.


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Re: Oberhaupt

Beitragvon Perle » Sa 27. Mär 2004, 19:08

Hallo Weisses Licht!

Natürlich ist mir klar, dass Paulus vorerst nur die Schrift der Juden (das AT) vorlag. Aber mir ist auch bewusst, dass es in der Apostelgeschichte heisst:

2,42 Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.

und im Galaterbrief:
1,Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!
9 Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht!


Wir sollten also in der Lehre der Apostel verharren, und wissen können, dass wir keinem falschen Evangelium aufsitzen.
Lag diese Lehre zunächst nur mündlichüberliefert vor, wurde sie doch auch bald schriftlich festgehalten. Und da uns Jesus vom Geist Gottes bezeugt, dass er uns in alle Wahrheit führen wird (Joh. 16,13), und es von der Gemeinde Jesu heisst:
Eph. 2,20 aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist.
getraue ich dem Heiligen Geist schon genügend Macht zu, dass er dafür sorgen konnte, dass uns die Wahrheit der Lehre der Apostel, so wie sie sie von Jesus empfangen hatten, bis heute in den gesammelten Schriften des uns bekannten NT erhalten blieb.
Und da das Wort Jesu das Wort Jesu (Gottes Wort) ist, ob jetzt von den Propheten (AT) oder den Aposteln (NT) überliefert, verstehe ich "Nicht über das hinaus, was in der Schrift steht" schon als auf die ganze Bibel bezogen. Denn:

Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein. (2.Tim. 3,16)

Gott segne Dich
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vor wem sollte ich mich fürchten?
JAHWE ist meines Lebens Kraft,
vor wem sollte mir grauen?
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Re: Oberhaupt

Beitragvon Meta » Sa 27. Mär 2004, 19:57

Original von Perle

Natürlich ist mir klar, dass Paulus vorerst nur die Schrift der Juden (das AT) vorlag. Aber mir ist auch bewusst, dass es in der Apostelgeschichte heisst:

2,42 Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.

die Apostel waren, und blieben Juden, das Christentum kannten sie nicht

und im Galaterbrief:
1,Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!
9 Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht!


der Glaube dieser Menschen beruhte auf dem Judentum

Wir sollten also in der Lehre der Apostel verharren, und wissen können, dass wir keinem falschen Evangelium aufsitzen.

die Apostel waren Juden, und lehrten nur das


Eph. 2,20 aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist.

die kannten nur das Judentum

getraue ich dem Heiligen Geist schon genügend Macht zu, dass er dafür sorgen konnte, dass uns die Wahrheit der Lehre der Apostel, so wie sie sie von Jesus empfangen hatten, bis heute in den gesammelten Schriften des uns bekannten NT erhalten blieb.

Jeschua starb als Jude. Was er lehrte, entstammt dem Judentum, Woher sollte er die christliche Theologie kennen ?

Und da das Wort Jesu das Wort Jesu (Gottes Wort) ist, ob jetzt von den Propheten (AT) oder den Aposteln (NT) überliefert, verstehe ich "Nicht über das hinaus, was in der Schrift steht" schon als auf die ganze Bibel bezogen. Denn:

die Propheten und Apostel waren Juden

Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein. (2.Tim. 3,16)

hier ist die Heilige Schrift, und die mündliche Ueberlieferung gemeint

Heiden werden dem kultivierten Oelbaum als wilder Zweig aufgepfropft. Das Judentum ist und bleibt die Wurzel.
Wenn man das alles berücksichtigt, dann muss ich die christliche Theologie in Frage stellen



Gruss
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Re: Oberhaupt

Beitragvon WeißesLicht » Sa 27. Mär 2004, 19:59

Original von Perle
Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein. (2.Tim. 3,16)

Gott segne Dich
Perle


jetzt müssen wir nur noch herausfinden, welche Schrift von Gott eingegeben ist, wenn doch jede von Gott eingegebene Schrift in dieser Weise nützlich ist :D

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Re: Oberhaupt

Beitragvon Meta » Sa 27. Mär 2004, 20:08

Original von WeißesLicht
Dir ist aber schon klar, dass es zu Pauli Zeiten unsere heutige Bibel als Schrift noch nicht gab? Wenn wir uns nach Paulus Ratschlag richten wollen, dann bezieht sich dieses "Nicht über das hinaus, was in der Schrift steht" allein auf die Heilige Schrift der Juden.


Hallo Weisses Licht,

Scha-ul hat seinen jüdischen Glauben nie aufgegeben. Auch Jeschua kannte, und lehrte nur das!! Schau Dir aber christliche Theologie an. Wiviel hat das noch mit Scha-uls Glauben zu tun?? Warum lehnen Christen das Judentum so ab??
Genau darum stelle ich christliche Theologie, als die Wahrheit in Frage.

Lies auch meine Ergänzungen in Perles Text.

Gruss
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Re: Oberhaupt

Beitragvon Meta » Sa 27. Mär 2004, 20:25

Original von WeißesLicht

jetzt müssen wir nur noch herausfinden, welche Schrift von Gott eingegeben ist, wenn doch jede von Gott eingegebene Schrift in dieser Weise nützlich ist :D


Hallo Weisses Licht,

DER BRIEF AN DIE RÖMER 8,1 Deshalb erwartet diejenigen, die eins mit dem Messias Jeschua sind, keine Verdammnis mehr. Warum? Weil die Torah des Geistes, die in der Vereinigung mit dem Messias Jeschua dieses Leben hervorbringt, mich aus der "Torah" der Sünde und des Todes befreit hat.

Scha-ul beschreibt hier, dass Juden und Heiden duch den Messias Jeschua, die Torah des Geistes einhalten. In der Torah und den Auslegungen wird beschrieben, wie die Menschen sich verhalten sollen.
Das ist die, von G-tt eingegebene Schrift!

Gruss
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Re: Oberhaupt

Beitragvon joyman » Sa 27. Mär 2004, 22:13

Original von WeißesLicht
danke Perle! Genau diese STelle hatte ich gesucht und nicht gefunden! Ja. Ist denn der Begriff "Gesandte an Christi Statt" nicht gleichzusetzen mit "Stellvertreter Christi"?


Ein Gesandter ist nicht notwendigerweise ein Stellvertreter, der dieselben Vollmachten hat, wie der Auftraggeber. Meiner Meinung nach kann ein Gesandter ein Stellvertreter sein, muss es aber nicht sein, insofern ist der Begriff hier nicht wirklich schlüssig.

Allerdings kommt diese Stelle deiner Auslegung schon sehr nahe. Es gilt aber auch hier, ohne den Hl. Geist können wir gar nicht zu Gesandten werden, weshalb ich immer noch zu behaupten wage, dass der Hl. Geist in und handelnd durch Menschen der Stellvertreter ist. Er hat dieselbe Vollmacht, wie Jesus, weil er auch Gott ist. Wir erhalten Vollmacht nur durch den Hl. Geist in uns.

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Re: Oberhaupt

Beitragvon joyman » Sa 27. Mär 2004, 22:26

Original von WeißesLicht
jetzt müssen wir nur noch herausfinden, welche Schrift von Gott eingegeben ist, wenn doch jede von Gott eingegebene Schrift in dieser Weise nützlich ist.


Ich würde mich jetzt einmal an das halten, was als Kanon im NT steht, denn die Art und Weise, wie dieser entstanden ist, deuten auf Gottes Wirken hin.

Ich bin überzeugt, dass Gott auch heute noch direkt zu Menschen redet, aber aus eigener Erfahrung weiss ich wie schwierig es ist, sich im Klaren zu sein, ob es Gott war oder eine Stimme des Bösen, die uns bewusst in die falsche Richtung lenken will. Deshalb heisst es bei jedem Gehörten anhand des biblischen Kanon zu prüfen, ob es von Gott kommen kann oder ob dies schon grundsätzlich unmöglich ist, weil es der Bibel widerspricht. Falls es möglich ist, dann stellt sich die Frage, verherrliche ich Gott mit dem Gehörten oder dient es in erster Linie meinem Ego.

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Re: Oberhaupt

Beitragvon joyman » Sa 27. Mär 2004, 23:00

Original von Meta (Auszugsweise)
die Apostel waren, und blieben Juden, das Christentum kannten sie nicht

der Glaube dieser Menschen beruhte auf dem Judentum

die kannten nur das Judentum

Jeschua starb als Jude. Was er lehrte, entstammt dem Judentum, Woher sollte er die christliche Theologie kennen ?


Der christliche Glaube beruht letztlich auf dem Judentum, das ist richtig. Schliesslich kennen die Christen auch das AT, das bei den Juden die Hauptgrundlage ihres Glaubens ist. Auch dass alle Apostel und Jesus selbst Juden waren stimmt. Sie kannten das Christentum in seiner heutigen Form nicht.

Allerdings war es genau dieser Jude Jesus, der als der im AT verheissene Messias kam, der den jüdischen Glauben um einen entscheidenden Punkt erweiterte und in durch diese Erweiterung zum christlichen Glauben machte. Dieser Zusatz heisst Gnade. Da du selbst ja schon aus dem Römerbrief zitiert hast, möchte ich dies hier auch tun: Röm. 3,21 - 24:

21 Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten.
22 Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied:
23 sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten,
24 und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

Wir müssen nicht mehr durch die Einhaltung des Gesetzes unsere Gerechtigkeit vor Gott herzustellen versuchen (das Volk Israel konnte mit diesem Druck nie fertig werden und lief immer anderen Göttern nach.), sondern werden gerecht durch den Tod Jesu am Kreuz und seine Auferstehung von den Toten. Das war von Anfang an Gottes Plan, weil er wusste, dass die Menschen nicht fähig sind, sich selbst zu erlösen. Ich denke dass es das AT nur gibt, damit uns dies klar wird: Erlösung und Gerechtigkeit können einzig von Gott kommen, niemals von Menschen.

Gnade ist übrigens auch der Unterschied vom Christentum zu allen anderen Religionen, nicht nur zum Judentum.

Original von Meta
Hallo Weisses Licht,

Scha-ul hat seinen jüdischen Glauben nie aufgegeben. Auch Jeschua kannte, und lehrte nur das!! Schau Dir aber christliche Theologie an. Wiviel hat das noch mit Scha-uls Glauben zu tun?? Warum lehnen Christen das Judentum so ab??
Genau darum stelle ich christliche Theologie, als die Wahrheit in Frage.


Scha-ul lehrte sehr wohl mehr als das Judentum, weil er Jesus begegnet ist und auch Jesus nahm kein Blatt vor den Mund und sprach über seinen Auftrag, der Versöhnung Gottes mit den Menschen aus Gnade. Die christliche Theologie baut noch heute auf diesem Fundament auf. Auch wenn es sicherlich richtig ist, dass es heute sehr viele verschiedene Glaubensrichtungen gibt und die Botschaft der Bibel auch schon häufig für eigene Zweck verkürzt oder anderweitig verändert und missbraucht wurde.

Auch im Judentum gibt es durchaus verschiedene Glaubensrichtungen: Orthodoxe, Liberale, Ultraorthodoxe und Menschen mit jüdischen Namen und Abstammung, die sich um das Judentum keinen Deut kümmern. Die letztgenannte Gruppe gibt es im Christentum genauso, sie nennt sich christlich, weil man halt so geboren wurde, aber man kümmert sich nicht um die Inhalte des Christentums. Ich denke, dass dort die Ablehnung der Juden am deutlichsten ist.

Wenn Juden von Christen, die sich mit der Bibel auseinandersetzen und die eine "Bekehrung" erlebt haben, abgelehnt werden, dann ist das für mich unverständlich. ich kenne sogar viele Menschen und Organisationen, die daraufhin arbeiten, dass auch die Juden in der heutigen Zeit erfahren, was Gott mit Jesus in ihrem Glauben verändern wollte. Dies war ja der erste Auftrag der Apostel, es ihren Landsleuten zu verkünden, was Gott mit Jesus für sie getan hat, erst danach sollten sie zu den Heiden gehen.

So ich muss dann wohl auch ins Bett. Eine gute Zeit und denkt daran, morgen eine Stunde früher aufzustehen.

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Re: Oberhaupt

Beitragvon Meta » So 28. Mär 2004, 20:15

Original von WeißesLicht
Dir ist aber schon klar, dass es zu Pauli Zeiten unsere heutige Bibel als Schrift noch nicht gab? Wenn wir uns nach Paulus Ratschlag richten wollen, dann bezieht sich dieses "Nicht über das hinaus, was in der Schrift steht" allein auf die Heilige Schrift der Juden.


Hallo Weisses Licht,

Du sagst das richtig. Es gab nur Die Heilige Schrift und das Judentum. Jeschua, Scha-ul, die Gesandten (Apostel) kannten nur das.

Wiederholtes antichristliches Gedankengut gelöscht

Gruss
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Re: Oberhaupt

Beitragvon sterngucker » So 28. Mär 2004, 20:54

ich glaube wir kommen vom thema ab... ach meta ist da, da ist ja klar um was es geht :)


also leute.. back to the topic bitte!

lieber gruss


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Re: Oberhaupt

Beitragvon McLee » Mo 29. Mär 2004, 08:53

wo waren wir denn als wir vom Thema abgekommen sind? Irgendwie ist es nicht ganz einfach darauf zurückzukommen nachdem wir so abgedriftets sind.

Noch ein kleiner Kommentar zu Meta:

Eph. 2,20 aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist.

Wenn man bei diesem Vers die Hervorhebung ändert sieht man doch etwas ganz anderes. Jesus ist der Eckstein. Ist das denn im jüdischen Glauben auch so?
Vergib druf los!!!
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Re: Oberhaupt

Beitragvon William Penn » Mo 29. Mär 2004, 20:38

Hallo McLee,

nicht schlecht, Dein Hinweis: "Christus selbst ist der Eckstein, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist (Eph 2:20-22)".

Aber was ist ein Eckstein? Der Eckstein fügt die Mauern eines Baues in der Ecke fest zusammen, indem er sie als Bestandteil beider Wände wie eine Klammer verbindet. Das ist die zentrale Aussage des Abschnitts, wie sie sich schon aus Vers 16 ergibt, nur, dass die beiden Mauern dort die Gläubigen aus den Nationen und den Juden sind (cf. Vers 11)! Die Rede ist also von der Einheit beider so unterschiedlicher Teile in Christus - und damit in der Gemeinde (ekklesia)! Besonders deutlich wird die Klammerfunktion Christi aber durch das im passiven Partizip präsens (Mittelwort der Gegenwart) stehende Verb "zusammengefügt".

Folgenden Kommentar fand ich zusätzlich als Bestätigung:

"The corner-stone was a stone of double size at the corner, which became a part of both walls and joined them together. So he had joined the Jews and Gentiles in the building (People´a New Testament Notes)."

Übersetzung: "Der Eckstein war ein Stein im Doppelformat in einer Ecke, der ein Teil beider Wände wurde und diese so zusammenschloss. So hatte Er (Christus) die Juden und die Heiden in besagtem Bau zusammengefügt."

So weit weg sind wir da gar nicht vom Thema, stimmt´s? Wer ist die große Klammer, die die Gemeinde – diesen Tempel Gottes im Geist – auch heute zu einer Einheit macht? Christus, und zwar konkurrenzlos, oder?

Gruß
William Penn



Höre Israel:
Jahwe, unser Gott,
ist ein einziger Jahwe!


5. Mose 6:4

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Re: Oberhaupt

Beitragvon medicluster » Di 30. Mär 2004, 03:11

hallöchen in die werte runde !!


lieber "weisses licht" da hab ich dich aber erwischt:

lieber scholli, hier konntest du noch anprangern:
"...
aha, es wird also schon wieder relativiert. Oben noch war davon die Rede, dass Katholiken KAtechismus und Tradition höher stellten als das Wort Gottes, jetzt geht es nur noch darum, dass sie es gleichstellen. Das ist aber schon mal was ganz Anderes.
..."

und hier begiebst du dich in selbige niederungen!?:
"...
Wenn man das nirgends finden kann, dann sollte man auch nicht behaupten, dass es so gewesen sei. Dass dort steht, dass das Zölibat verbindlich sei, ist eine andere Frage.
Wie schon gesagt, die Verpflichtung der Priester zum Zölibat ist unbiblisch. Das ist korrekt.
..."
da doch weiter vorher noch behauptest:
"...
richtig,der Zwangszölibat ist definitiv unbiblisch.
..."

also kommst du vom "zwangszölibat" zum allgemeinen zölibat der in der rkk gefordert wird.
ich beglückwunsche dich ausdrücklich zu diesem erkenntnisschritt!


grüsse .....
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Re: Oberhaupt

Beitragvon WeißesLicht » Di 30. Mär 2004, 23:45

Original von joyman
Original von WeißesLicht
danke Perle! Genau diese STelle hatte ich gesucht und nicht gefunden! Ja. Ist denn der Begriff "Gesandte an Christi Statt" nicht gleichzusetzen mit "Stellvertreter Christi"?


Ein Gesandter ist nicht notwendigerweise ein Stellvertreter, der dieselben Vollmachten hat, wie der Auftraggeber. Meiner Meinung nach kann ein Gesandter ein Stellvertreter sein, muss es aber nicht sein, insofern ist der Begriff hier nicht wirklich schlüssig.

Allerdings kommt diese Stelle deiner Auslegung schon sehr nahe. Es gilt aber auch hier, ohne den Hl. Geist können wir gar nicht zu Gesandten werden, weshalb ich immer noch zu behaupten wage, dass der Hl. Geist in und handelnd durch Menschen der Stellvertreter ist. Er hat dieselbe Vollmacht, wie Jesus, weil er auch Gott ist. Wir erhalten Vollmacht nur durch den Hl. Geist in uns.

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hallo

ich habe fast den Eindruck, dass wir nur bei Begrifflichkeiten auseinanderliegen und im wesentlichen dasselbe denken.
wenn du schreibst, dass wir Vollmacht nur durch den Hl Geist in uns erhalten, dann möchte ich dich an Jesu Taufe im Jordan erinnern. Das ist in meinen Augen eine Bevollmächtigungsszene:
Markus 1
9 Und es geschah in jenen Tagen: Jesus kam von Nazareth in Galiläa und wurde von Johannes im Jordan getauft.
10 Und sobald er aus dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabfahren.
11 Und eine Stimme kam aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.


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Re: Oberhaupt

Beitragvon WeißesLicht » Di 30. Mär 2004, 23:47

hallo

Original von joyman
Original von WeißesLicht
jetzt müssen wir nur noch herausfinden, welche Schrift von Gott eingegeben ist, wenn doch jede von Gott eingegebene Schrift in dieser Weise nützlich ist.


Ich würde mich jetzt einmal an das halten, was als Kanon im NT steht, denn die Art und Weise, wie dieser entstanden ist, deuten auf Gottes Wirken hin.


inweifern deuten die Art und Weise der Entstehung des Kanon auf Gottes Wirken hin?

Ich bin überzeugt, dass Gott auch heute noch direkt zu Menschen redet, aber aus eigener Erfahrung weiss ich wie schwierig es ist, sich im Klaren zu sein, ob es Gott war oder eine Stimme des Bösen, die uns bewusst in die falsche Richtung lenken will. Deshalb heisst es bei jedem Gehörten anhand des biblischen Kanon zu prüfen, ob es von Gott kommen kann oder ob dies schon grundsätzlich unmöglich ist, weil es der Bibel widerspricht. Falls es möglich ist, dann stellt sich die Frage, verherrliche ich Gott mit dem Gehörten oder dient es in erster Linie meinem Ego.


*lächel*


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Re: Oberhaupt

Beitragvon WeißesLicht » Di 30. Mär 2004, 23:52

Original von medicluster
hallöchen in die werte runde !!


lieber "weisses licht" da hab ich dich aber erwischt:

lieber scholli, hier konntest du noch anprangern:
"...
aha, es wird also schon wieder relativiert. Oben noch war davon die Rede, dass Katholiken KAtechismus und Tradition höher stellten als das Wort Gottes, jetzt geht es nur noch darum, dass sie es gleichstellen. Das ist aber schon mal was ganz Anderes.
..."

und hier begiebst du dich in selbige niederungen!?:
"...
Wenn man das nirgends finden kann, dann sollte man auch nicht behaupten, dass es so gewesen sei. Dass dort steht, dass das Zölibat verbindlich sei, ist eine andere Frage.
Wie schon gesagt, die Verpflichtung der Priester zum Zölibat ist unbiblisch. Das ist korrekt.
..."
da doch weiter vorher noch behauptest:
"...
richtig,der Zwangszölibat ist definitiv unbiblisch.
..."

also kommst du vom "zwangszölibat" zum allgemeinen zölibat der in der rkk gefordert wird.
ich beglückwunsche dich ausdrücklich zu diesem erkenntnisschritt!


grüsse .....




hä??? Wo komme ich vom Zwangszölibat zum allgemeinen Zölibat?!?!?

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Re: Oberhaupt

Beitragvon joyman » Do 1. Apr 2004, 20:56

Original von WeißesLicht
inweifern deuten die Art und Weise der Entstehung des Kanon auf Gottes Wirken hin?


Er entstand an mindestens 2 verschiedenen Orten unabhägig voneinander in genau derselben Zusammensetzung, obwohl es sicher viel mehr Schriften gegeben hat, die vom Leben Jesu erzählten oder an Gemeinden zur Ermutigung und Zurechtweisung geschrieben wurden (einige davon kennt man ja heute noch). Die Menschen die den Kanon zusammenstellten wussten nicht, dass auf der anderen Seite des Mittelmeeres genau dasselbe tat und trotzdem stimmten ihre Zusammenstellungen überein.

Original von WeißesLicht
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Sorry ich bin mir nicht sicher wie ich das Lächel interpretieren soll. Meiner Meinung nach bedeutet es, dass du einverstanden bist und ich es gar nicht zu erwähnen gebraucht hätte.

BB joyman
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Re: Oberhaupt

Beitragvon joyman » Do 1. Apr 2004, 21:18

WeissesLicht schrieb:
ich habe fast den Eindruck, dass wir nur bei Begrifflichkeiten auseinanderliegen und im wesentlichen dasselbe denken.


Ich habe auch den Eindruck, dass wir uns in den wirklich wichtigen Punkten einig sind. Aber ganz wegdiskutieren lassen sich die Unterschiede in unserer Bewertung von verschiedenen Bibelstellen und der Interpretation davon nicht. Aber vielleicht reicht es für den Moment mal, damit wir uns wieder einmal mit Wesentlicherem auseinandersetzen können.

Das spielt wahrscheinlich (ich darf nicht behaupten ich weiss) in unserem Fall in der Ewigkeit keine Rolle mehr.

Was mich in Bezug auf deine Kirche etwas betrübt, ist die Tatsache, dass es dem Kirchgänger einfach gemacht wird, sich selbst zu rechtfertigen (Geh zur Beichte, Nimm die für dich zugänglichen Sakramente in Anspruch und wenn du daräber hinaus noch etwas tun kannst, dann tu es, denn dann wirst du sicher gerettet.). Ich denke, dass dies immer noch ziemlich weit verbreitet ist, auch wenn die Zeiten des Ablass vorbei sind. So jedenfalls kommt es bei mir an, wenn ich mit Bekannten und Freunden rede, die einmal in der rkk waren und jetzt in eine Freikirche gehen, weil sie sich nach der Erkenntnis dass Jesus für ihre Sünden gestorben ist, in der rk Lehre und Kirchenordnung nicht mehr zurechtfanden.

Gott segne Dich!

joyman
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