Zölibat

Diskussion und Fragen zur römisch-katholischen Kirche

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Zölibat

Beitragvon Scardanelli » Do 22. Mai 2003, 12:10

Auch um diesem allseits beliebten Themenkreis etwas beizusteuern, dieses:

Es ist sicherlich nicht verkehrt, im Dienste um Gott, sich ganz auf diesen Dienst konzentrieren zu können und somit wie Paulus, ledig zu bleiben.
Paulus rät aber, wenn der Druck in der Lendengegend des Mannes ansteige, eine Frau zu nehmen.
Priester im Zölibat können dieser biblischen Weisung aber nicht entsprechen. Sie werden sogar implizit aufgefordert, diese Empfehlung in den Wind zu schreiben.
Diese Empfehlung ist an eine Bedingung gebunden, nämlich dem Ansteigen des Druckes in der Lendengegend beim Manne. Je stärker dieser Druck ansteigt, desto wahrer wird diese Empfehlung des Paulus und damit steigt die Wahrhaftigkeit dieser Bibelstelle mit dem Druck in der Lendengegend.
Auf diese Weise werden eben Priester im Zölibat aufgefordert, Empfehlungen Gottes auszuschlagen und die Strafe folgt dann gleich auf dem Fuße, eben in der mannigfachen, unseligen Triebabfuhr an ungeeigneten Objekten, oder einfach in der Sünde selbst.
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Re: Zölibat

Beitragvon Wolfi » Do 22. Mai 2003, 12:38

Hallo Scardanelli!
Ich find´s toll, dass Du dieses Thema mal aufleben lässt! Ich hab mir auch schon des öfteren dazu Gedanken gemacht. Mal verspür ich tiefen Respekt für Menschen, welche diesen Weg der Entsagung beschreiten, mal denke ich, die haben einen Knall und sind bloss zu schwach, um sich dem realen Leben zu stellen... Für mich ist es wirklich immer noch eine zwiespältige Sache. Sie aber so zu gewichten, wie das die katholische Kirche tut, erachte ich als abartig und gefährlich!
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Re: Zölibat

Beitragvon Scardanelli » Do 22. Mai 2003, 13:00

Hallo Wolfi,
aus einer nicht näher bestätigten Quelle, habe ich die Vermutung, dass der Zölibat, wie viele Vorschriften, die heute anachronistisch erscheinen, einen vernünftigen Hintergrund unter den aktuelle Bedingungen, unter welchen sie ersonnen wurden, einnahmen.
Die katholische Kirche hat den Zölibat ja auch erst recht spät in Geltung gesetzt und zwar aufgrund von massiver, päpstlicher Vetternwirtschaft. Die frühen Päpste haben sich nämlich nicht nur recht ungehemmt vermehrt, gerne auch mit Nonnen, sondern natürlich auch nach ihrem Gusto vererbt. Einige Päpste habe sich unter einem recht zahlreich gedeckten Tisch, ihrer Konkubinen bedient. Da sie ja unfehlbar sind, ist dies ja auch wenig problematisch. Problematisch war hingegen die Versumpfung des Amtes des Papstes durch die Vetterleswirtschaft. Dem Amt kommt der Zölibat sicher entgegen, nur wird vergessen, dass in diesem Amt Menschen am Werk sind und nicht Maschinen, wie jede Institution den Charakter einer Maschine in sich trägt, aber der Mensch dies nicht unbedingt. Die Institution mag sich dann hin und wieder wundern, wenn ihre Maschinen zu ihrem Ursprung zurückwollen, zu ihrem Mensch-Sein.
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Re: Zölibat

Beitragvon a-ninja » Fr 23. Mai 2003, 07:30

Hallo Scardaneli u. Wolfi,

kenne da jemanden (männlich, ca. 47 Jahre), der sich freiwillig dem Sex enthielt!
Er beschäftigte sich zu der Zeit, sehr mit sich selbst, pilgerte diesem Jakobsweg nach und wie gesagt, machte ca. für 2 Jahre ein Zölibat.

Nun, wenn ich diesen Menschen heute sehe, ist er die Ruhe in Person, er geht sehr respektvoll mit Frauen um und ist lange nicht mehr so wild auf, sich anbietende Frauen!

Ich persönlich würde nun auch gern eine Zeit lang enthaltsam leben, doch was heißt das genau???

Darf ich netten Männern noch hinterher schauen, oder ist das dann auch tabu...
...wie sieht es mit Selbstbefriedigung aus, ist das bei der Enthaltsamkeit auch nicht gern "gesehen"?

Klar, körperlich keinen Sex machen, doch geistig...?
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Liebe Segensgrüße,
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Re: Zölibat

Beitragvon Shadow » Fr 23. Mai 2003, 07:37

a-ninja: Die Antwort sit doch simpel: Du darfst so oder so keinem Mann hinterher schauen, weil du so deinen dir bestimmten Partner im Geiste betrügst. Warum fragst du also so Zeug noch?

Und man kann *** auch Respekt vor einem Menschen haben und nicht gleich über ihn herfallen, auch wenn man ihn in sexueller Weise betrachtet.






*** war salzstreuer
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Re: Zölibat

Beitragvon a-ninja » Fr 23. Mai 2003, 07:45

Hallo Shadow,

Original von Shadow
a-ninja: Die Antwort sit doch simpel: Du darfst so oder so keinem Mann hinterher schauen, weil du so deinen dir bestimmten Partner im Geiste betrügst. Warum fragst du also so Zeug noch?


Leider keine Antwort auf meine Frage :( !!!

Aber 1. ich habe keinen festen Partner
und 2. kannst Du Dir vorstellen, daß meine Frage ernst gemeint war, wenn Du keine Antwort hast, warum muß Du dann immer irgendwelchen "Senf" dazu geben...hauptsache reindrücken, hä..?
Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!

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Re: Zölibat

Beitragvon Shadow » Fr 23. Mai 2003, 08:03

Salzstreuer: Also jetzt wirst du paranoid.

a-ninja: Was denn? Fühlst du dich jetzt beleidigt, dass ich dir eine Antwort weitergebe, die ich so und nicht anders von Christen hier drin erhalten habe? Dann sei nicht sauer auf mich, sondern auf DIE.
Und es geht nicht darum, ob du einen Partner hast. Es geht darum, dass Gott dir einen Partner ausgesucht hat. Das heisst, du bist versprochen. Und jede sexuelle Interaktion, sei sie physisch oder psychisch, ist Bruch dieser zukünftigen Ehe. Glaubst du wirklich so ein Blödsinn stammt von mir? Also beschwer dich bei Leuten wie Harry oder Gabriel.
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Re: Zölibat

Beitragvon a-ninja » Fr 23. Mai 2003, 08:09

...möchte doch aber Shadows Meinung hören und nicht die, die Dir jemand sagte...echt schwach,
aber gut, habe verstanden, bin versprochen, na ja meine wahre Liebe gilt Jesus, und brauche mir keine gedanken über einsamkeit etc. zu machen.

Gut Shadow, habe für heute keine Frage mehr an DICH, bzw. Gabriels o. sonst welche Antworten, die Du ja annimmst und weiterleiten willst!
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Re: Zölibat

Beitragvon Shadow » Fr 23. Mai 2003, 08:23

Du kennst doch meine Antwort. Du weisst wie ich zur Sexualität stehe. Ich wäre der letzte, der es dir vorwerfen würde, wenn du einem hübschen Kerl hinterher schaust.
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Re: Zölibat

Beitragvon Scardanelli » Fr 23. Mai 2003, 09:16

Hallo ninja,
selbstloses Verhalten ist immer interessant, weil sich oft dahinter, als ein sekundärer Effekt, das genaue Gegenteil verbirgt. Weniger verdächtig ist da eine anscheinend blasse Tat der Selbstlosigkeit, denn hierin scheint vielmehr Selbstloses aufzugehen. So ist z. B. der Tod des Sokraktes eher blass und deshalb vermutlich um einiges selbstloser als ein strahlendes Opfer. Das blasse Opfer lenkt die Konzentration auf uns und das strahlende auf das Opfer selbst, wobei wir in diesem völlig unterzugehen drohen.

Wie du es schon angedeutet hast, hat der Zölibat bei deinem Bekannten den Effekt, dass er sich sehr mit sich selbst beschäftigt. So etwas ist oft ein Zeichen neurotischen Verhaltens das durchaus einen sekundären Gewinn mit sich bringen kann. Neurotiker sind extrem egozentrisch und sie suhlen sich in sich selbst. Alle Konzentration fällt auf das „Ich“ zurück und bietet einen dumpfen Eindruck von Selbstgenügsamkeit. Der beschränkte Mensch fällt immer auf sich zurück und so beschränkt der Zölibat den Menschen, worauf er sich mit sich selbst zusammenschließt und sich auf sich und weniger auf die anderen konzentrieren kann.

Wenn aber ein Mensch seine Notdurft befriedigen kann, dann denkt er nicht an sie und hat demnach seinen Nächsten in sich und nicht sich selbst. Aber ständig mit dieser zurückgehaltenen Lust alle Gedanken darauf konzentriert, dreht er sich nur immer um sich selbst. So züchtet man den Egoismus.

Der Zölibat ist deshalb ein Ausdruck von Egoismus, weil der Mensch gezwungen ist, sich ständig mit sich selbst zu beschäftigen. Aber er beschäftigt sich nicht mit seinen Stärken, also seinem Handeln am Nächsten, sondern mit sich, weil er zurückhält was an sich selbst ganz unschuldig ist. Erst aus der Zurückhaltung drückt er diesem etwas Schuldiges auf und so dreht er sich immer nur um sich, in einer künstlich aufrechtgehaltenen Unterdrückung, die zu nichts dient, als zum Egoismus selbst.

Es ist ganz falsch, dass der Zölibat die Konzentration auf anderes, als auf sich selbst richten kann. Nur was befriedigt ist, dass wird unbedeutend. Was nicht befriedigt wird, dass gerät zum Dämon, der uns beherrscht.
Der vorgeschobene Grund der Katholen, über den Zölibat ist grund falsch und das genaue Gegenteil davon tritt ein.
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Re: Zölibat

Beitragvon bigbird » Fr 23. Mai 2003, 09:26

Hallo Scardanelli

Ich unterscheide mal zwischen Zölibat als "Einrichtung" der Katholischen Kirche einerseits und zwischen der freiwilligen sexuellen Enthaltsamkeit andererseits.
Über Sinn oder Unsinn des kath. Zölibats möchte ich hier nicht diskuterien. Wie so oft im Leben kommt es auf den einzelnen Menschen an, was er aus der Sache macht.
:( Was du aber sonst über sexuelle Enthaltsamkeit sagst ... ts ts ts *kopfschüttelntu* :? Deinen Erguss an Scheinweisheiten finde ich zum :cry: :cry:

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Re: Zölibat

Beitragvon Meta » Fr 23. Mai 2003, 09:37

Hallo a-ninja, vielleich hilft Dir das

Rabbiner Pinchas Lapide hat eine gute erklärung

Ehebruch im Herzen (Mt5,28 )

»Jeder, der eine Frau begehrlich anblickt, hat in seinem Herzen schon die Ehe mit ihr gebrochen« (Mt 5,28 ) . Auch hier scheint etwas nicht zu stimmen. »Frau« heißt auf Griechisch als Sammelname jedes weibliche Wesen; auf hebräisch heißt jedoch »Ischah« im allgemeinen nur eine verheirate Frau, die zu Jesu Zeiten durch ihre Haube (oder Schleier) und Haartracht schon von weitem als Ehefrau erkennbar war. Denn seit Rebekka sich mit einem Schleier verhüllte, als ihr zukünftiger Gatte Isaak ihr entgegenkommt (Gen 24,65), galt die Regel, daß Ehefrauen verschleiert in die Öffentlichkeit traten, Unverhüllte aber als ledig anerkannt wurden. So wußte also jeder Mann auf Anhieb, wer noch zu haben war« und wer nicht. Und da man bekanntlich mit keiner Ledigen »die Ehe mit ihr« brechen kann, muß Jesus mit »Ischah« eine Ehefrau gemeint haben. Denn ein Junggeselle, der eine Jungfrau nicht begehrlich ansieht, sollte eigentlich zum Psychiater gehen.

Gruss
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8,7 Deshalb ist eine begrenzte menschliche Denkweise Gott gegenüber feindlich, weil sie sich nicht der Tora Gottes unterstellt und auch gar nicht in der Lage dazu ist
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Re: Zölibat

Beitragvon Wolfi » Fr 23. Mai 2003, 11:07

@Engel :

Denn ein Junggeselle, der eine Jungfrau nicht begehrlich ansieht, sollte eigentlich zum Psychiater gehen.

Nanana... also Gabriel! Es gibt doch auch die Variante, dass sich Jemand den (oder das?) Zölibat auferlegt, um nicht der sexuellen Ablenkung seiner Person durch Andere ausgesetzt zu sein, weil ihn das schlicht an seinem persönlichen Weiterkommen hindern würde. Muss er also wirklich gleich zum Psychiater, wenn er nun mal nicht bumsen mag? ;) Wie Scardanelli bin ich auch der Ansicht, dass es sich um einen egoistischen Akt handelt. Allerdings wenn ich mir die "Hopser-Front" betrachte, so sieht es dort manchmal nicht minder egoistisch aus... ;)
Gruss
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Re: Zölibat

Beitragvon Scardanelli » Fr 23. Mai 2003, 12:23

Ich denke, dass der Zölibat eine künstlich induzierte Neurose darstellt. Man schafft so eine Wirklichkeit, bei der man sich selbst mit Bedauern ansehen kann und Schmerz, mit dem man noch kokettieren kann, der transzendiert. Wer aus sich nichts Gutes schaffen kann, was Christen ja aus Prinzip nicht können, der erfährt sich selbstwirksam, indem er sich selbst geißelt. Christ-Sein ist einfach ein Heimspiel. Strukturell ist dies nichts weiter, als dem eigenen Körper Schmerz zuzufügen, wie dies in bestimmten Formen von Psychosen vorkommt. Wer sich nicht an anderen selbstwirksam erfahren kann, der malträtiert sich selbst, damit er wenigstens etwas spürt.
Ich kann an einer absoluten sexueller Enthaltsamkeit nichts finden, was für etwas Erstrebenswertes angesehen werden könnte.
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Re: Zölibat

Beitragvon Wolfi » Fr 23. Mai 2003, 12:38

Nein, ich ehrlich gesagt auch nicht! :) Nur war ich in jüngeren Jahren ein Mensch der Extreme und da interessierte mich nun einerseits auch der Zölibat. Er gehört allerdings zu den Erfahrungen, die ich noch nicht am eigenen Leib erfahren hätte :) . Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ein auferlegter Zölibat in gewissen Lebensumständen durchaus sinnvoll sein könnte: Junger Student/Lehrling, der sich auf Lernen und sonstige Arbeit konzentrieren müsste und der Frühling bricht an... Im Sommer stehen auch noch die Prüfungen an. Wenn sich eine solche Person mit dem Zölibat "geisselt", so könnten in seiner Wirkung doch durchaus auch positive Aspekte enthalten sein? Es würde sich dann auch nicht um eine künstlich induzierte Neurose handeln, sondern um einen willentlich herbeigeführten Akt zur Unterstützung des eigenen Lebens...
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Re: Zölibat

Beitragvon bigbird » So 4. Sep 2005, 16:35

Dieser Thread wird hiermit ausgegraben ...

für popefan!

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Re: Zölibat

Beitragvon Enggi » So 4. Sep 2005, 17:38

Finde ich lustig, dass so ein alter, versandeter Thread ausgegraben wird. Besonders erheiternd die Beiträge von Scardanelli und Wolfi:
Original von Scardanelli
Ich denke, dass der Zölibat eine künstlich induzierte Neurose darstellt. Man schafft so eine Wirklichkeit, bei der man sich selbst mit Bedauern ansehen kann und Schmerz, mit dem man noch kokettieren kann, der transzendiert. Wer aus sich nichts Gutes schaffen kann, was Christen ja aus Prinzip nicht können, der erfährt sich selbstwirksam, indem er sich selbst geißelt. Christ-Sein ist einfach ein Heimspiel. Strukturell ist dies nichts weiter, als dem eigenen Körper Schmerz zuzufügen, wie dies in bestimmten Formen von Psychosen vorkommt. Wer sich nicht an anderen selbstwirksam erfahren kann, der malträtiert sich selbst, damit er wenigstens etwas spürt.
Ich kann an einer absoluten sexueller Enthaltsamkeit nichts finden, was für etwas Erstrebenswertes angesehen werden könnte.
Original von Wolfi
Nein, ich ehrlich gesagt auch nicht! :) Nur war ich in jüngeren Jahren ein Mensch der Extreme und da interessierte mich nun einerseits auch der Zölibat. Er gehört allerdings zu den Erfahrungen, die ich noch nicht am eigenen Leib erfahren hätte :) . Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ein auferlegter Zölibat in gewissen Lebensumständen durchaus sinnvoll sein könnte: Junger Student/Lehrling, der sich auf Lernen und sonstige Arbeit konzentrieren müsste und der Frühling bricht an... Im Sommer stehen auch noch die Prüfungen an. Wenn sich eine solche Person mit dem Zölibat "geisselt", so könnten in seiner Wirkung doch durchaus auch positive Aspekte enthalten sein? Es würde sich dann auch nicht um eine künstlich induzierte Neurose handeln, sondern um einen willentlich herbeigeführten Akt zur Unterstützung des eigenen Lebens...
Ihr scheint mir zu sehr von Sigmund Freud beeinflusst zu sein, um etwas zur Wahrheitsfindung beitragen zu können.

Hier ein Bericht aus meinem Erfahrungsschatz:

Bisher bin ich immer noch Zwangszölibatär, indem ich einfach keine Freundin finde, denn wo gibt es schon rothaarige weisshäutige Negerinnen mit grünen Augen und kleinen Riesenbrüsten? Nur einmal in meinem Leben gelang es mir, vom Geschlechtstrieb los zu kommen, nämlich als ich mich beinahe zu Tode fastete. Nach etwa 20 Tagen ohne Nahrungsaufnahme entstand der Zustand, dass ich keine erotischen Bedürfnisse mehr hatte, mich aber sonst sehr wohl fühlte. Nach dem Ende des Fastens stellte sich der alte äffische Zustand bald wieder ein.
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Re: Zölibat

Beitragvon Enggi » So 4. Sep 2005, 18:06

popefan76 eröffnete einen eigenen inzwischen geschlossenen Thread wie folgt:

zölibat ja oder nein

Mich würde eure Meinung zum Zölibat interessieren denkt ihr das katholische Priester auch heiraten sollen oder nicht.
ich denke sie sollten es jedem katholischen Geistlichen freistellen ob er heiraten will oder nicht.
Ich denke auch jesus hätte nichts dagegen wenn auch katholische priester heiraten dürften und eine Familie haben. Ich denke dass sie dadurch nicht auch eingeschränkter sind. Gut sie haben viel zu tun und die Familie kommt sicher oft zu kurz aber wäre nicht eine Änderung an der Zeit.
noch eine Frage wie ist das in der Ostkirche geregelt dürfen diese eigentlich heiraten?
freue mich auf antwort.

__________________
***wir sind gekommen um IHN anzubeten****
Ich finde auch, dass heute, wo die Geistlichen nichts mehr verdienen, was sie an ihre Verwandten vererben könnten, dieser aus reinem Besitzstreben eingeführte Irrtum Roms ersatzlos gestrichen werden könnte. Meinetwegen soll sich der Papst dran halten, wenn es soviel Freude macht, aber nicht von seinen untersten Angestellten verlangen, dies zu tun, um dann in den USA millionenschwere Klagen von missbrauchten Ministranten am Hals zu haben. Habe ich übrigens richtig verstanden, dass heute um Papst zu werden, man nicht mehr die Laufbahn des Priesters beschritten haben muss, sondern allein rechtgläubiger Katholik sein muss? Das würde ja nun dem Fass den Boden ausschlagen. Wenn die römische Kirche jemals ökumenetauglich werden will, so muss sie als erstes den Papst abschaffen, dann Maria und die Heiligen und zuletzt den Priesterstand und die lateinische Sprache (eine moderne Form der Folter an minderjährigen Schülern). Die Eucharistie lassen wir ihr, wenn sie sie fortan "Mahl des Herrn" nennt, denn dieses lässt sich direkt biblisch herleiten. Nachher könnte man ja mal über Ökumene nachdenken. Aber dann macht sie ja keinen Sinn mehr, wer will dann der oberste Regent aller Kirchen sein? Der Dalai Lama kommt dafür definitiv nicht in Frage, und der Islam kennt auch keinen Khalifen mehr. Ich schlage vor: *****! Sic transit gloria mundi.
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Re: Zölibat

Beitragvon DoroCelia » So 4. Sep 2005, 22:40

Ökumene bedeutet doch nicht, dass sich die katholische Kirche in jeder Hinsicht den evangelischen Glaubenslehren anschliesen soll!
Das Zölibat abzuschaffen wird - meiner Ansicht nach - früher oder später sowieso notwendig sein, da sonst die katholische Kirche nicht "überlebensfähig" ist. Allerdings glaube ich nicht, dass das Papsttum in allzu naher Zukunft abgeschafft werden wird.
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Re: Zölibat

Beitragvon stranger » So 4. Sep 2005, 22:47

Original von DoroCelia
Allerdings glaube ich nicht, dass das Papsttum in allzu naher Zukunft abgeschafft werden wird.



Ooooch nö, menno... ;)
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Re: Zölibat

Beitragvon stranger » So 4. Sep 2005, 22:48

Original von DoroCelia
Ökumene bedeutet doch nicht, dass sich die katholische Kirche in jeder Hinsicht den evangelischen Glaubenslehren anschliesen soll!



Na, das wäre doch mal eine Maßnahme - bitte gleich dem Vatikan vorschlagen.... :D
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Re: Zölibat

Beitragvon SunFox » So 4. Sep 2005, 23:14

Original von stranger
Original von DoroCelia
Allerdings glaube ich nicht, dass das Papsttum in allzu naher Zukunft abgeschafft werden wird.



Ooooch nö, menno... ;)


Spätestens mit der Wiederkunft Jesu wird sich dieses Thema erledigt haben!

Original von stranger
Original von DoroCelia
Ökumene bedeutet doch nicht, dass sich die katholische Kirche in jeder Hinsicht den evangelischen Glaubenslehren anschliesen soll!

Na, das wäre doch mal eine Maßnahme - bitte gleich dem Vatikan vorschlagen.... :D

Nun ja, ob das was bringen wird! 8-)

Wo doch alle am besten zurück zur "seligmachenden Mutterkirche" sollten? ;)

Viele Grüße von SunFox
Jésus revient bientôt! Jesus viene pronto! Brehvee Jayzeus voltarah! Иисус скоро придет! Yesu ana-kuja kari-buni sana! Yesu knee me…..Kgauld….O shim-knee-dah! Yesu zhai-lie! Yesu jelldee eye-gah! Si Haysus eye ma-lahh-pit nang dumating! Ha ana ahti seriahn! Jesus kommt bald!
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Re: Zölibat

Beitragvon popefan76 » Mo 5. Sep 2005, 09:06

Ich bin zwar streng katholisch erzogen aber dennoch finde ich es gehört eine Lockerung ins Zölibat denn ich finde es nicht so toll das evangelische Pfarrer heiraten dürfen und katholische nicht.
Ich finde es sollte jedem angehenden Priester freigestellt werden ob er eine Familie oder Ehe haben will oder nicht.
So würden oft diese Heimlichkeiten aufhören die man hört das dann Priester doch beim "weiblichen" Geschlecht schwach werden.
Ich weiss dass die Pfarrer eine sehr grosse Aufgabe haben und viel beschäftigt sind. Die Familie würde sicher im Hintergrund sein. Aber dennoch sollten sie das recht bekommen frei zu wählen ob sie den Weg ledig oder mit Partnerin gehen wollen.
Wir haben einen sehr grossen Mangel an jungen Priestern vielleicht liegt es auch daran.
Ich kenne sehr junge Priester die ganz "cool" drauf sind und auch weltlich gekleidet sind und oft denke ich mir ob sie sich nicht nach einer Beziehung sehnen.
Aber jeder soll über dieses Thema denken wie er meint
Wir schauen nach Rom und sollten gespannt sein was sich zu diesem Thema tut
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Re: Zölibat

Beitragvon rejo » Di 6. Sep 2005, 20:08

Zum freiwilligen Zölibat auf Zeit ist noch zu bemerken, dass eine solche Haltung wunderbare Sexerfahrungen mit sich bringen kann. Die dann sich auslösenden feuchten Täume können für einige Zeit recht erfüllend sein.
Auch wenn Mann rational verzichten will, so werden seine Gefühle dadurch nicht in den Schlaf fallen wollen und noch weniger seine Drüsen.
Da uns der Schöpfer für das praktische Leben geschaffen hat, werden irgendwann die feuchten zu realen Träumen werden wollen so wie bei den Dauerzölibatären. Da sie aber nicht rechtzeitig ihre Hausaufgaben in punkto Sexualität und Emotion gemacht haben, erliegen sie ihren unreifen Vorstellungen von sexueller Erfüllung.

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Re: Zölibat

Beitragvon Mariamante » Sa 3. Dez 2005, 22:44

Die Worte Jesu zur Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen ("Wer es fassen kann, der fasse es";) zeigen, dass es einer übernatürlichen Betrachtungsweise bedarf, um sich der Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen zu nähern.

Für jemand, der nicht an Gott glaubt und auch nicht daran, dass es eine Liebe zu Gott geben kann, die jede irdische Liebe und Partnerschaft übersteigt, ist die Ehelosigkeit um Gottes willen etwas Absurdes und Unverständliches.

Da der katholische Priester sein ganzes Herz Gott und den Menschen schenken soll, ist mir der Zölibat für den kath. Priester verständlich. Da eigentlich die meisten, die kath. Priester werden wollen eine längere Zeit der Prüfung haben - können sie sich ja entscheiden, ob sie kath. Priester werden wollen oder nicht. Wenn es jemand wert ist- wunderbar. Wenn nicht- es gibt in der kath. Kirche (z.B.als Diakon) noch viele andere Möglichkeiten.

Gelobt sei JESUS CHRISTUS
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Re: Zölibat

Beitragvon Enggi » Mi 7. Dez 2005, 17:50

Was haltet ihr davon, dass ein Priester den Zölibat nicht bricht, wenn er eine Geliebte hat, aber dann, wenn er sie heiratet?
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Re: Zölibat

Beitragvon rejo » Mi 7. Dez 2005, 19:56

Original von Enggi
Was haltet ihr davon, dass ein Priester den Zölibat nicht bricht, wenn er eine Geliebte hat, aber dann, wenn er sie heiratet?



Vielleicht muss ich mich erst mal selbst korrigieren; denn ich werfe oft genug das Zölibatsversprechen und das Keuschheitsgelübde der Ordensleute in einen Topf.

Ein normaler katholischer Pfarrer, dem Bischof untertan und keinem Orden angehörend, verzichtet auf die Ehe und damit auf eigene Nachkommenschaft. Das beinhaltet aber nicht automatisch den Verzicht auf sexuelle Betätigung gleich welcher Art, obwohl das meistens unterstellt und allzu gern geglaubt wird.

Darum, lieber Enggi, ist dein Paradoxon nicht das, wofür du es hältst. Es geht also nach heutigem Verständnis nicht um Sexverzicht sondern "nur" um Eheverzicht.

Das Problematische an der Sache ist, dass heute die Ehe weitestgehend staatlich institutionalisiert ist im Gegensatz zu der Zeit, als das Zölibatsgesetz aus der Taufe gehoben wurde. Welcher Mann mit einer Frau in sexueller Gemeinschaft zusammenlebte, wurde für verheiratet gehalten. Einer öffentlichen Bekanntmachung und Sanktionierung bedurfte es da nicht.

So gab es damals keine Unterscheidung zwischen Liebesbeziehung und Ehe: Wer zusammenlebte, galt eben als verheiratet.
Und so gab es damals auch kein "künstliches Warten" bis zur Hochzeitsnacht.

Gruß

Rejo
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Re: Zölibat

Beitragvon bastlwastl » Mi 7. Dez 2005, 20:28

hallo rejo,
du widerlegst dich ja schön selber.
ja, der zölibat ist das versprechen der ehelosigkeit. nein der priester darf dann eben nicht munter unehelich verkehren, weil da eine zweite katholische norm greift: kein sex ausser in der ehe. also nix mit sex.

wie die ehe staatlich zustande kommt wäre übrigens auch wenn obiges nicht gelten würde egal: kirchlich gilt eine staatliche ehe nur wenn beide partner frei von hindernissen sind, die priesterweihe stellt aber ein nicht zu umgehendes hindernis dar...
mfg bastlwastl
bastlwastl
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Re: Zölibat

Beitragvon rejo » Mi 7. Dez 2005, 22:14

Original von bastlwastl
hallo rejo,
du widerlegst dich ja schön selber.
ja, der zölibat ist das versprechen der ehelosigkeit. nein der priester darf dann eben nicht munter unehelich verkehren, weil da eine zweite katholische norm greift: kein sex ausser in der ehe. also nix mit sex.


Da muss ich dir widersprechen! Diese Vorstellung ist nicht katholisch sondern auf dem Moralbeet der Reformatoren gewachsen.
In kath. Breiten hat das Warten bis zur Ehe nie geblüht und nie Saison gehabt (Ausnahmen bestätigen die Regel!). Man musste es halt beichten, weil´s eine Todsünde war und so konnte sich der Pastor eine klares Bild davon machen, was unterschwellig in seiner Pfarre ablief und was er ansonsten nie erfahren hätte. ******** war nicht gestattet: Also häufig wechselnde Partnerschaften ohne emotionale Beziehungen.

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Re: Zölibat

Beitragvon onThePath » Mi 7. Dez 2005, 22:21

Original von Enggi
Was haltet ihr davon, dass ein Priester den Zölibat nicht bricht, wenn er eine Geliebte hat, aber dann, wenn er sie heiratet?


Ich halte nichts davon.
Das Zölibat wird unnütz, wenn der Priester seine Sexualität auslebt.

Da soll er doch lieber sein Priesteramt an den Nagel hängen und heiraten.


Meine Hochachtung gilt denen, die ein Keuchheitsgelübte ablegen und ihr Leben lang enthaltsam bleiben; aus Liebe zu Gott und sicherlich mit Seiner Hilfe.

Wer zu sehr unter seinem Trieb leiden muß, und im Zölibat lebt, hat etwas falsch gemacht.
Wohl auch die Wüstenväter, die massive sexuelle Anfechtungen, sogar visuell, hatten.

mfg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Zölibat

Beitragvon onThePath » Mi 7. Dez 2005, 22:36

Original von rejo
Zum freiwilligen Zölibat auf Zeit ist noch zu bemerken, dass eine solche Haltung wunderbare Sexerfahrungen mit sich bringen kann. Die dann sich auslösenden feuchten Täume können für einige Zeit recht erfüllend sein.

Rejo


Zunächst mal sind feuchte Träume nur eine Funktionprüfung der Sexualorgane beim Mann.
Morgendliche Errregung ist also etws Natürliches.

Sie müssen ja nicht gleich als Ersatzbefriedigung und Stimulation zur sexuellen Handlung gesehen werden.

Ich denke, daß jeder Mann anders damit umgeht.

Allerdings, und da gebe ich Dir recht,
ist der Sexualtrieb oft wie ein wildes Pferd,
das durchgehen kann ( unbeherrschbar werden kann).

Kann - aber nicht muß. Da kann jeder sehr unterschiedlich reagieren.
Einfacher Test:
Wie lange kann jemand enthaltsam sein, ohne vor Sexgier durchzudrehen ?

mfg, oTp
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Re: Zölibat

Beitragvon Seneca » Mi 7. Dez 2005, 22:50

Original von onThePath

Einfacher Test:
Wie lange kann jemand enthaltsam sein, ohne vor Sexgier durchzudrehen ?

mfg, oTp


wow... du stellst megainteressante fragen. ich bin zu prüde, um hier eine antwort geben zu können, aber vielleicht verräts du uns, wie lange du es ohne aushalten kannst...
Nicht weil etwas zu schwierig ist, wagen wir es nicht: weil wir es nicht wagen, ist es schwierig.
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Re: Zölibat

Beitragvon rejo » Mi 7. Dez 2005, 23:02

Original von onThePath
Original von Enggi
Was haltet ihr davon, dass ein Priester den Zölibat nicht bricht, wenn er eine Geliebte hat, aber dann, wenn er sie heiratet?


Ich halte nichts davon.
Das Zölibat wird unnütz, wenn der Priester seine Sexualität auslebt.

Da soll er doch lieber sein Priesteramt an den Nagel hängen und heiraten.

mfg, oTp


Irrtum! das Zölibatsversprechen verpflichtet nicht zur Keuschheit! Ergo braucht ein kath. Priester auf Sex nicht zu verzichten!
Und immer schön bei den Tatsachen bleiben, sonst sündigt man!

Was du persönlich für richtig hältst und bevorzugst, ist deine Sache. Wenn es dir gefällt, dann tu es dir selbst an. Dann weißt du nämlich, was an deinen Sprüchen dran ist.

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Re: Zölibat

Beitragvon rejo » Do 8. Dez 2005, 00:11

Original von Mariamante
Die Worte Jesu zur Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen ("Wer es fassen kann, der fasse es";) zeigen, dass es einer übernatürlichen Betrachtungsweise bedarf, um sich der Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen zu nähern.


Wenn man Textstellen der Bibel aus dem Kontext reisst, ergeben sie ein anderes Bild als der Autor wollte!

Mt 19, 12:
Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!

Man möge daher den gesamten Ausspruch Jesu lesen. Vor allem den Abschluss: Wer es fassen kann, der fasse es! Und er bringt es in Verbindung mit sehr unschönen Erscheinungen im Umgang der Menschen untereinander. Ja, mit der willentlichen Entstellung und körperlichen Zerstörung von Menschen und der Zerstörung ihres persönlichen Lebensglücks und ihrer Identität. Und zu allem sagt er: Wer es fassen kann, der fasse es! Nämlich, dass Menschen zu solchen Fremd- und Selbstverstümmelungen fähig sind und das auch noch gut heißen wollen. Von einem Gutheißen um des Himmelreiches willen kann ich hier nichts erkennen.

Original von Mariamante
Da der katholische Priester sein ganzes Herz Gott und den Menschen schenken soll, ist mir der Zölibat für den kath. Priester verständlich. Da eigentlich die meisten, die kath. Priester werden wollen eine längere Zeit der Prüfung haben - können sie sich ja entscheiden, ob sie kath. Priester werden wollen oder nicht. Wenn es jemand wert ist- wunderbar. Wenn nicht- es gibt in der kath. Kirche (z.B.als Diakon) noch viele andere Möglichkeiten.



Bekommt er da nicht gewaltig Herzklabaster, wenn er gleichzeitig zwei Herren dienen soll: Gott und den Menschen. Das hat einen J. Nepomuk den Kopf und damit das Leben gekostet. Außerdem sind bei einer solchen Einstellung schwerste Gewissenskonflikte vorprogrammiert: Wem soll ich es denn nun recht machen.: Jemand als Hexe verbrennen lassen oder seiner Kinder wegen darauf zu verzichten?

Im Übrigen ist Mann mit 20 anders und noch ohne viel Lebenserfahrung und befindet über sein weiteres Leben blind und ohne Kenntnis der Zukunft. Vor allem verzichtet er in lebenswichtigen Bereichen auf eine Korrektur, wenn er erkennen muss, dass er falsch entschieden hat. Und so lässt er sich aus Idealismus die Samenfäden durchschneiden, was er dann mit vierzig zu beweinen beginnt, weil er mit zwanzig die Bedeutung seines Tuns mangels Lebenserfahrung gar nicht beurteilen konnte.
So geht es auch dem Priesteramtskandidaten, dem suggeriert wird, dass eine Zukunftprüfung möglich sei.
Aber kann man etwas prüfen, von dem man nun mal keine Ahnung und noch weniger Erfahrung hat. Vom 25. bis zum 40. Lebensjahr macht man eine Menge Erfahrungen, die sich wohl kaum in einer eingebildeten Zukunftsschau bstimmen lassen. Die Entscheidung für den Zölibat und gegen die Ehe ist daher mit 25 mangels Wisssen um die Folgen der Entscheidung gar nicht zu treffen. Das ist allenfalls eine Entscheidung in den blauen Dunst hinein. Sie entbehrt jeglicher reflektierten Lebenserfahrung!

Gruß

Rejo
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Re: Zölibat

Beitragvon onThePath » Do 8. Dez 2005, 00:55

Original von rejo
Original von onThePath
Original von Enggi
Was haltet ihr davon, dass ein Priester den Zölibat nicht bricht, wenn er eine Geliebte hat, aber dann, wenn er sie heiratet?


Ich halte nichts davon.
Das Zölibat wird unnütz, wenn der Priester seine Sexualität auslebt.

Da soll er doch lieber sein Priesteramt an den Nagel hängen und heiraten.

mfg, oTp


Irrtum! das Zölibatsversprechen verpflichtet nicht zur Keuschheit! Ergo braucht ein kath. Priester auf Sex nicht zu verzichten!
Und immer schön bei den Tatsachen bleiben, sonst sündigt man!

Was du persönlich für richtig hältst und bevorzugst, ist deine Sache. Wenn es dir gefällt, dann tu es dir selbst an. Dann weißt du nämlich, was an deinen Sprüchen dran ist.

Rejo


Was noch nachzuprüfen wäre.
Aber komisch, daß Dich Deine Sprüche wie ein Bumerang treffen:
Du hast Deine ureigenen Ansichten über sexuelle Fragen, Dir wird auch immer wieder wiedersprochen, wer weiß, was an Deinen Sprüchen dran ist ?

Ignorierst Du, daß sehr,sehr viele Pfarrer enthaltsam leben ?
Ignorierst Du, daß es es genug Menschen gibt, die auf Sex freiwillig verzichten ?

Das ist eigentlich nur für einen stark triebgesteuerten Menschen unvorstellbar.

Nur dann sieht man bei jedem Pfarrer zügellose Triebhaftigkeit.

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Re: Zölibat

Beitragvon onThePath » Do 8. Dez 2005, 01:06

Original von rejo


Was du persönlich für richtig hältst und bevorzugst, ist deine Sache. Wenn es dir gefällt, dann tu es dir selbst an. Dann weißt du nämlich, was an deinen Sprüchen dran ist.

Rejo


Ich tu mir nichts an. Das ist ganz klar eine Bewertung.
Damit machst Du das Ausleben der triebhaften Sexualität zu einer Norm.
Und da ich bei Dir noch keine Grenzen dieses Auslebens erfahren habe, setzt Du Dir wohl auch keine,
nein es geht weiter:
Du vermutest, daß der Mensch nur nach deiner Auffassung von Sexualität glücklich wird.

Und das sind Übergriffe auf andere Menschen.

Dazu noch die Behauptung, ein Mann könne wohl nicht enthaltsam leben.
Dann die Unterstellung, es wäre normal, wenn der Mann mal fremdgeht.

All das zieht sich wie ein Faden durch Deine Ansichten.

Das ist dann wohl eine ausgeprägte individuelle Auffassung.

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Re: Zölibat

Beitragvon Seneca » Do 8. Dez 2005, 09:55

Original von onThePath

Ich tu mir nichts an. Das ist ganz klar eine Bewertung.
Damit machst Du das Ausleben der triebhaften Sexualität zu einer Norm.
Und da ich bei Dir noch keine Grenzen dieses Auslebens erfahren habe, setzt Du Dir wohl auch keine,



:shock:

Was hat rejo mit dir angestellt, oTP !!!!!!!!!

Was musstest du da erfahren! Du armer ! Das muss schrecklich gewesen sein!

Ich hoffe, das hat kein trauma hinterlassen!
Nicht weil etwas zu schwierig ist, wagen wir es nicht: weil wir es nicht wagen, ist es schwierig.
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Re: Zölibat

Beitragvon Seneca » Do 8. Dez 2005, 09:57

edit...
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Re: Zölibat

Beitragvon onThePath » Do 8. Dez 2005, 10:25

Original von Seneca
Original von onThePath

Ich tu mir nichts an. Das ist ganz klar eine Bewertung.
Damit machst Du das Ausleben der triebhaften Sexualität zu einer Norm.
Und da ich bei Dir noch keine Grenzen dieses Auslebens erfahren habe, setzt Du Dir wohl auch keine,



:shock:

Was hat rejo mit dir angestellt, oTP !!!!!!!!!

Was musstest du da erfahren! Du armer ! Das muss schrecklich gewesen sein!

Ich hoffe, das hat kein trauma hinterlassen!



Bisher habe ich es nicht nötig auf Deine provokativ dümmlichen Komentare einzugehen.

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Re: Zölibat

Beitragvon bigbird » Do 8. Dez 2005, 11:58

Original von rejo
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Was haltet ihr davon, dass ein Priester den Zölibat nicht bricht, wenn er eine Geliebte hat, aber dann, wenn er sie heiratet?

Das beinhaltet aber nicht automatisch den Verzicht auf sexuelle Betätigung gleich welcher Art, obwohl das meistens unterstellt und allzu gern geglaubt wird.
Das wundert mich aber, diese Logik. Denn ich dachte bisher, dass die Katholische Kirche Sexualität ausschliesslich zum Zweck der Fortpflanzung und ausschliesslich in der Ehe befürwortet ...

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