Kopfbedeckung in der Kirche

Diskussion und Fragen zur römisch-katholischen Kirche

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Kopfbedeckung in der Kirche

Beitragvon Oiner » So 28. Nov 2010, 22:40

Servus!
Soeben sah ich im ZDF eine Dokumentation über Thomas Müntzer aus der Reihe "Die Deutschen".
Dabei wurde eine Szene aus dem Jahr 1524 gezeigt, in der Müntzer eine Predigt auf Deutsch in einer Kirche hielt. Mir fiel dabei auf, daß sowohl Männer als auch Frauen eine Kopfbedeckung trugen. Eine für mich, der ich aus katholischem Milieu stamme, höchst befremdliche Vorstellung. Wie war das denn wirklich in diesen Zeiten? Hat da der männliche Kirchenbesucher seinen Hut / seine Mütze nicht abgesetzt?
Und wie ist es abseits des Katholizismuses denn heutzutage?

Gruß,

Oiner
Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund wartet Gott.
(Werner Heisenberg)
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Re: Kopfbedeckung in der Kirche

Beitragvon Taube » Di 30. Nov 2010, 10:10

Hallo Oiner

      1. Juden haben im Gottesdienst den Kopf auch bedeckt.
      2. Im Winter kann ich Thomas Müntzer verstehen, dass er in den kalten Kirchen eine Mütze trug. Das kommt auch andereswo vor, wenn es sehr kalt ist.
      4. Auch höhere Würdenträger halten im katholischen und orthodoxen Gottesdienst vielfach den Kopf bedeckt.
      5. Paulus redet von Frauen, welche sich das Haar bedecken sollen.
      6. Bei einigen strengen Brüdergemeinden tragen die Frauen auch noch Kopftücher.
      7. Die Braut trägt auch einen Schleier.

Es gibt also viele verschiedene Ordnungen, in denen Männer wie Frauen den Kopf bedeckt halten. Normalerweise haben aber die Männer den Kopf nicht bedeckt, denn die Bibel sagt auch: 1Kor 11,7 "Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; ... "

Gruss Taube
Denn erschienen ist die Gnade Gottes, allen Menschen zum Heil. (Titus 2,11)
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Re: Kopfbedeckung in der Kirche

Beitragvon Kalle » Mo 31. Jan 2011, 17:57

Viele Regelungen betreffend der Kopfbedeckung stammen noch aus dem alten Rom. Dort mussten Sklaven (Unfreie) ständig eine Kopfbedeckung tragen. Wer eine Kopfbedeckung trägt, der zeigt somit seinen Respekt vor seinem Herrn/seiner Herrschaft. Auch Juden (in diesem Falle die Männer) bedecken im Synagogengottesdienst ihren Kopf, weil sie Respekt vor dem Herrn zeigen wollen. Dieser Brauch ist im Judentum erst nach dem Jahr 70 unserer Zeitrechnung aufgenommen worden. Das dabei verwendete Käppi (Jarmulke) ist übrigens von den ersten Christen übernommen worden. Noch heute gibt es keine liturgischen Vorschriften über die Farbe oder berschaffenheit dieser Jarmulke im jüdischen Gottesdienst, weil es ein relativ neuer Brauch ist, bzw. erst nach Ausarbeitung aller Ge- und Verbote neu aufgenommen wurde.

Auch der Papst und die katholischen Bischöfe tragen während der Gottesdienstes eine solche Jarmulke, weil sie dem Herrn damit Respekt erweisen. Sie wird erst zum Abendmahl abgenommen, da beim Abendmahl Gott und die Jünger auf einer Ebene kommunitzieren und es im Abendmahl kein Oben und kein Unten gibt.
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