Kein Sonntags-GD =schwere Sünde?

Diskussion und Fragen zur römisch-katholischen Kirche

Moderator: bigbird

Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Petros » Fr 28. Sep 2007, 08:47

Ich habe folgendes im KKK gefunden:

"2180 Eines der Kirchengebote bestimmt das Gesetz des Herrn genauer: „Am Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet" (-> CIC, can. 1247). „Dem Gebot zur Teilnahme an der Meßfeier genügt, wer an einer Messe teilnimmt, wo immer sie in katholischem Ritus am Feiertag selbst oder am Vorabend gefeiert wird" (-> CIC, can. 1248, § 1).


2181 Die sonntägliche Eucharistie legt den Grund zum ganzen christlichen Leben und bestätigt es. Deshalb sind die Gläubigen verpflichtet, an den gebotenen Feiertagen an der Eucharistiefeier teilzunehmen, sofern sie nicht durch einen gewichtigen Grund (z. B. wegen Krankheit, Betreuung von Säuglingen) entschuldigt oder durch ihren Pfarrer dispensiert sind [Vgl. -> CIC, can. 1245]. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, begeht eine schwere Sünde." (Herv. von mir)

Weiss jemand, warum es eine "schwere Sünde" oder gar eine Todsünde ist, die Messe zu versäumen?

Das würde ja bedeuten, dass die meisten Katholiken jeden Sonntag "absichtlich" sündigen, wenn sie die Messe nicht besuchen...
Es steht mir nicht zu das zu beurteilen, aber ich persönlich fühle mich nicht (nach "natürlichem Sittengesetz";) dazu "verpflichtet" in die Messe zu gehen.
Ich gehe hin, weil ich gerne dorthin gehe, nicht weil ich muss. Ansonsten könnte ich gleich zu Hause bleiben. Dazu fällt mir nur eine Stelle ein:

Jesaja 29, 13 "Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt..."

„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
Benutzeravatar
Petros
Power Member
 
Beiträge: 740
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 18:34
Wohnort: Dübendorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Teodulija » Fr 28. Sep 2007, 18:09

Die Orthodoxie beantwortet dies wie folgt:

Es gibt kein Sonntagsgebot, keine Vorschrift, die die Gläubigen zwingt, an die Götliche Lithurgie zu gehen.

Aber, der Mensch ist selbst an seiner Heilung nach Göttlichen Heilsplan gelegen, deshalb geht er an die Lithurgie hin, und nicht, weil es "Pflicht" ist. er geht hin, weil er nur durch das Blut und den Körper christi heilung erlangt, und nicht, weil es "Gesetz" ist!

allgemein ist die römische Dogmatisierung zu sehr "nummeriert" ähnlich wie ein irdisches Gestzbuch, die Orthodoxie hingegen stellt das Dogma auf, aber grenzt es nicht ab, so wie ich es in etwa oben beschrieben habe...
Hristos voskrese iz smerti, smerti vo smert po plav, Hristovo zivo groblje, zivot darova.
Ostertroparium
Teodulija
Member
 
Beiträge: 108
Registriert: Di 14. Aug 2007, 18:37
Wohnort: Schweiz, aber eigentlich Bosnien-Herzegovina

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Enggi » Fr 28. Sep 2007, 18:53

Original von Teodulija
allgemein ist die römische Dogmatisierung zu sehr "nummeriert" ähnlich wie ein irdisches Gestzbuch, die Orthodoxie hingegen stellt das Dogma auf, aber grenzt es nicht ab, so wie ich es in etwa oben beschrieben habe...
Kurze Zwischenbemerkung: Bei dem Umfang muss es numeriert sein, weil sich sonst sogar der gelehrteste Theologe darin verheddern würde.

Die Eingangsfrage von Petros «Weiss jemand, warum es eine "schwere Sünde" oder gar eine Todsünde ist, die Messe zu versäumen?» kann ich nicht beantworten. Vermutlich weil ein Papst oder Konzil das so beschlossen hat.

Es gibt aber eine Bibelstelle, welche in die gleich Kerbe haut:
Hebräer 10,25
und [lasset uns] nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern einander ermahnen; und das so viel mehr, soviel ihr sehet, daß sich der Tag naht.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

·•·•·•· Enggi schreibt jetzt als Gnu weiter ·•·•·•·
Benutzeravatar
Enggi
My home is my castle
 
Beiträge: 11111
Registriert: Fr 6. Feb 2004, 21:16
Wohnort: 11. Rang der Vielschreiber*innen und Vielschreiber*aussen

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Petros » Fr 28. Sep 2007, 21:55

Original von Teodulija
Die Orthodoxie beantwortet dies wie folgt:

Es gibt kein Sonntagsgebot, keine Vorschrift, die die Gläubigen zwingt, an die Götliche Lithurgie zu gehen.

Aber, der Mensch ist selbst an seiner Heilung nach Göttlichen Heilsplan gelegen, deshalb geht er an die Lithurgie hin, und nicht, weil es "Pflicht" ist. er geht hin, weil er nur durch das Blut und den Körper christi heilung erlangt, und nicht, weil es "Gesetz" ist!

allgemein ist die römische Dogmatisierung zu sehr "nummeriert" ähnlich wie ein irdisches Gestzbuch, die Orthodoxie hingegen stellt das Dogma auf, aber grenzt es nicht ab, so wie ich es in etwa oben beschrieben habe...

Hallo Teodulija... Wenn Du noch mehr solch gute Argumente hervorbringst, werde ich doch noch meine Konfession wechseln müssen (obwohl ich immer sage, dass es sinnlos ist, da es nur einen Gott gibt)... ;)

Liebe Grüsse und vielen Dank für Deine Stellungnahme
Petros
„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
Benutzeravatar
Petros
Power Member
 
Beiträge: 740
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 18:34
Wohnort: Dübendorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Petros » Fr 28. Sep 2007, 22:02

Original von Enggi
Original von Teodulija
allgemein ist die römische Dogmatisierung zu sehr "nummeriert" ähnlich wie ein irdisches Gestzbuch, die Orthodoxie hingegen stellt das Dogma auf, aber grenzt es nicht ab, so wie ich es in etwa oben beschrieben habe...
Kurze Zwischenbemerkung: Bei dem Umfang muss es numeriert sein, weil sich sonst sogar der gelehrteste Theologe darin verheddern würde.

Lieber Enggi

Das Lustige ist gerade, dass die Orthodoxie praktisch dasselbe glaubt wie der römische Katholizismus... Nur haben sie einen weniger legalistisch geprägten Glauben (was sicher auch ein Riesenvorteil ist!)


Die Eingangsfrage von Petros «Weiss jemand, warum es eine "schwere Sünde" oder gar eine Todsünde ist, die Messe zu versäumen?» kann ich nicht beantworten. Vermutlich weil ein Papst oder Konzil das so beschlossen hat.

Daran habe ich natürlich auch sofort gedacht :)


Es gibt aber eine Bibelstelle, welche in die gleich Kerbe haut:
Hebräer 10,25
und [lasset uns] nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern einander ermahnen; und das so viel mehr, soviel ihr sehet, daß sich der Tag naht.



Wir sollen also uns versammeln, damit wir uns auf den Herrn vorbereiten können?
Klingt logisch... Aber was macht diese Versammlung zu einer "Pflicht". Bzw. was macht das "Sich nicht versammeln" zu einer Sünde?

„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
Benutzeravatar
Petros
Power Member
 
Beiträge: 740
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 18:34
Wohnort: Dübendorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Kantate » Sa 29. Sep 2007, 00:01

Original von Petros
Ich habe folgendes im KKK gefunden:

"2180 Eines der Kirchengebote bestimmt das Gesetz des Herrn genauer: „Am Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet" (-> CIC, can. 1247). „Dem Gebot zur Teilnahme an der Meßfeier genügt, wer an einer Messe teilnimmt, wo immer sie in katholischem Ritus am Feiertag selbst oder am Vorabend gefeiert wird" (-> CIC, can. 1248, § 1).


2181 Die sonntägliche Eucharistie legt den Grund zum ganzen christlichen Leben und bestätigt es. Deshalb sind die Gläubigen verpflichtet, an den gebotenen Feiertagen an der Eucharistiefeier teilzunehmen, sofern sie nicht durch einen gewichtigen Grund (z. B. wegen Krankheit, Betreuung von Säuglingen) entschuldigt oder durch ihren Pfarrer dispensiert sind [Vgl. -> CIC, can. 1245]. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, begeht eine schwere Sünde." (Herv. von mir)

Weiss jemand, warum es eine "schwere Sünde" oder gar eine Todsünde ist, die Messe zu versäumen?

Das würde ja bedeuten, dass die meisten Katholiken jeden Sonntag "absichtlich" sündigen, wenn sie die Messe nicht besuchen...
Es steht mir nicht zu das zu beurteilen, aber ich persönlich fühle mich nicht (nach "natürlichem Sittengesetz";) dazu "verpflichtet" in die Messe zu gehen.
Ich gehe hin, weil ich gerne dorthin gehe, nicht weil ich muss. Ansonsten könnte ich gleich zu Hause bleiben. Dazu fällt mir nur eine Stelle ein:

Jesaja 29, 13 "Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt..."




Unter "Todsünde" verstehe ich was anderes. Ich denke nicht dass es eine schwere Sünde ist nicht zum Gottesdienst zu gehen. Aber ich gehöre ja auch nicht zur katholischen Kirche.

In Jesaja 29,13 In diesem Vers wird das Judentum seiner Zeit beschrieben.
Benutzeravatar
Kantate
Gesperrt
 
Beiträge: 2264
Registriert: Mi 15. Aug 2007, 03:35

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Teodulija » Sa 29. Sep 2007, 11:47

Original von Petros
Original von Teodulija
Die Orthodoxie beantwortet dies wie folgt:

Es gibt kein Sonntagsgebot, keine Vorschrift, die die Gläubigen zwingt, an die Götliche Lithurgie zu gehen.

Aber, der Mensch ist selbst an seiner Heilung nach Göttlichen Heilsplan gelegen, deshalb geht er an die Lithurgie hin, und nicht, weil es "Pflicht" ist. er geht hin, weil er nur durch das Blut und den Körper christi heilung erlangt, und nicht, weil es "Gesetz" ist!

allgemein ist die römische Dogmatisierung zu sehr "nummeriert" ähnlich wie ein irdisches Gestzbuch, die Orthodoxie hingegen stellt das Dogma auf, aber grenzt es nicht ab, so wie ich es in etwa oben beschrieben habe...

Hallo Teodulija... Wenn Du noch mehr solch gute Argumente hervorbringst, werde ich doch noch meine Konfession wechseln müssen (obwohl ich immer sage, dass es sinnlos ist, da es nur einen Gott gibt)... ;)

Liebe Grüsse und vielen Dank für Deine Stellungnahme
Petros


Du musst nichts wechseln, aber dazu beitragen, dass die Orthodoxie des lateinischen Ritus im Westen rekonstruirt wird, wie es vor 1000 Jahren war, das ist, meiner Ansicht nach, das richtige Ziel von beiden katholischen gemeinschaften...
Hristos voskrese iz smerti, smerti vo smert po plav, Hristovo zivo groblje, zivot darova.
Ostertroparium
Teodulija
Member
 
Beiträge: 108
Registriert: Di 14. Aug 2007, 18:37
Wohnort: Schweiz, aber eigentlich Bosnien-Herzegovina

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Lambert » Sa 29. Sep 2007, 12:10

Nun diese Frage kann man doch beantworten mit einer anderen Frage, was bewegt es micht, welches Motiv habe ich das ich in den Gottesdienst gehe, den es gibt einige Motive das ich in den Gottesdienst gehe. Zum einen das das Kirchengesetz es vorschreibt, das andere kann ja sein, damit ich nicht in verruf gerate ein Ketzer zu sein, also daß keine üble Nachrede endsteht oder Argwohnen, oder weil halt es die Tration so vorgibt. Oder gehe ich, das ich hunger habe nach den Wort Gottes habe, um in seiner Gegegnwart zu treten.

Jetzt eine weiter Frage, was hat Gott wohl am liebsten?





Grüsse, Andreas:praisegod: :praise:
Lambert
Eigene Wohnung
 
Beiträge: 5533
Registriert: Sa 3. Sep 2005, 00:15
Wohnort: Deutschland

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Genussdenker » Sa 29. Sep 2007, 14:53

Einmal mehr wird uns wieder die konfessionelle Dufferenz bewusst.
In den letzten Tagen befasste ich mich wieder einmal mehr mit der Kirchengeschichte.
Es gibt natürlich keinen Nachweis auf Verbindlichkit für einen Gottestdienst. Auch wenn man subtile davon in der Bibel finden würde. Dies hat unter Anderem auch ganz praktische Gründe :
In vergangenen Jahrhunderten war das Leben für den "gemeinen" Menschen noch einiges beschwerlicher.

In der biblischen Zeit, die ja auch gleich religiös-institutionell die Entstehungszeit war, mussten die Menschen oft lange, beschwerliche Wege auf sich nehmen, um mal irgendwohin zu gelangen. Die meisten damaligen Menschen waren zudem in der Landwirtschaft tätig. Bauern, Bäuerinnen Knechte, Mägde usw.
Die Arbeit konnte ja nicht so "einfach" liegen gelassen werden.

Zudem waren damals Handy´s noch schwerer und störunganfälliger :) :party:

Nein, Spass beiseite. Man konnte nicht so einfach mal für eine Stunde in den Gottesdienst. Der wurde zuhause abgehalten! Ausser in der grösseren Dörfern und den Städten.
Dort wird es die gottesdienliche Versammlungen auch oft auf privater Basis gegeben haben.
Trotz der damals bescheidenen technischen Mittel stelle ich mir das damalige alltägliche religiöse Leben als sehr lebendig vor. Oder eben gerade weil . . .

Das Selbe muss wohl institutionell gegolten haben. In biblischer Zeit gab es noch keine Kirchen! "Nur" Gemeinden die sich in Versammlungen trafen und : der Tempel in Jerusalem. Bis zu seiner Zerstörung durch die Römer 114 als damit auch die Bundeslade verschwand, konzentrierte sich das religiöse Leben auf diesen. Auch dies von Jesus.

Was Jesus aber einführte waren quasi systematische religiöse Grossanlässe. Und zwar ohne Handy :) :) .
Und er schaffte es auch ohne Porsche Cayenne Flüsse, Täler und Wüsten zu durchqueren . . . :)

Um nicht wegen Unseriösität verlegen dazustehen, hier noch ein Blick in die Kirchengeschichte :

Zwei grundlegende Formen gab es zu frühester christlicher Zeit : Die Agape und die Eucharistie.
Um das Jahr 150 bewirkte Justin die Trennung derer auf folgender biblischer Begründung : Hebr.13,15. Did 14)
Etwa hundert Jahre später verknüpft dann Cyprian diese Stellen die als Verweis auf das Opfer galt, mit dem Leiden Christi und zwar aufrgund : passio Domini est sacrificium quod offerrimus (ep. 63)

Die nächste Entwicklung, auf die sich übrigens die rkKurie beruft, fand erst zu Ende des 6. Jahrhunderts statt. Also ziemlich lange danach und etwa 150 Jahre nach dem Konzil von Ephesus (3. Konzil) welches den "eutychianischen Streit" auslöste. Und keine 130 jahre, nachdem das Kaiser Justinian I dr Gr. die Religion zur Staastreligion machte.

Als ältesrtes christliches Jahresfest wird zudem das Passa genannt. Welches sehrwahrscheinlich breits die post-jesuanische Gemeinde (Apostolische Epoche) praktizierte. Und zwar wurde das Passa als Vigil verstanden und deklariert. Ein Fastendest also.
Das Osterfest wurde ca 115 nChr. von Bischof Xystus (Sixtus) eingeführt. Bereits hier entstanden west-östliche Konflikte zwischen Rom und Byzanz/Orient. Anfänglich wurde dies noch friedlich gelöst im Einklang.
Doch um das Jahr 200 entbrannte der Passa-Streit. zwischen Viktor I. von Rom und Polykratesvon Ephesus.
Zum ersten mal erhebt hier Rom Anspruch auf Allgemeingültigkeit.
Nebst den verschieden sich bekämpfenden Bewegungen/Konfessionen wie etwa der Gnosis, der Kopten,Donatisten,Kappakodiern,Marcionisten, Kartharer usw bahnt sich hier das erste Schisma an, welches gut 800 (!) Jahre später endgültig durchgesetzt wird.

Die Konzile und Synoden welche bereits unter autonom und ökumenisch deklariert werden, erhalten dadurch grosse Bedeutung. Zudem müssen wir uns einmal mehr ins Bewustsein rufen, das es die Bibel in fertig vorliegender Form bis in die ersten Jahrhunderte nach Christus noch nicht gab. Geschweige, das die meisten Menschen bis vor wenigen Jahrhunderten kaum lesen konnten. Selbst das AT wurde in Form der Septungia "erst" etwa 246v Chr. verfasst/kanonisiert, erhielt aber erst mit deer Zerstörung Jerusalem´s (Tempelzerstörung) und der beinahe gleichzeitigen Apostolischen Zeit ihre volle Bedeutung. Aus dem Grund, dass so wie die frühsten Christen als auch die Juden nichts anderes mehr hatten, als die heilige Schrift, das AT. Ein wenig häretisch könnte man also sagen, die Zerstörung Jerusalem´s (70-115 n Chr.) sei den Christen damals nicht ungelegen gekommen, da nun auch die Juden sich nicht mehr auf ihre Ursrünglichkeit berufen konnten. Aber das ist ein anderes Thema. Aber auch der interkonfessionelle Vergleich machtt im Kontext zur Geschichte klar : die historischen Reformatoren beriefen sich nicht "einfach" so auf das Wort der Bibel. Nein, diese Exegese war Gegenstand eines innerkirchlichen Konflikt´s in den Jahren 726-843. Der "Bilderstreit". Offiziell ausgelöst von Kaiser Leo III und beigelegt zur Synode von Konstantinopel 843.

Doch bei Allem ist eines klar : unabhängig der Sympathien und Prägungen zu einzelnen Konfessionen und deren Gottesdienste, in urchristlicher Zeit sah wohl kein Gottesdienst so aus, wie wir es heute kennen und es gewohnt sind. Selbst unter den Reformatoren war dieser Aspekt grösstes Politikum und sich kaum einig.
Bis heute sind wir es gewohnt, Anspruch auf christliche Ursprünglichkeit zu besitzen.

Es fragt sich also nur wo diese beginnt.
Bei denen, die noch keine Gottesdienste im uns verständlichen Sinn kannten, oder bei denen, die sich bereits stritten . . .

Vielleicht dies ein Grund, weshalb Jesus selber nie von neuen Religionen/Konfessionen sprach. Und wenn wir etwas darüber zu wissen glauben, sind es Interpretationen von Menschen, die Jesus als weltlichen Mensch ebensowenig kannten wie wir.

Wir verstehen uns . . . :) :))
Wissen dient dem Verstehen
Benutzeravatar
Genussdenker
Wohnt hier
 
Beiträge: 1151
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 17:48
Wohnort: CH Zürich

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Petros » Sa 29. Sep 2007, 18:20

Original von Lambert
Nun diese Frage kann man doch beantworten mit einer anderen Frage, was bewegt es micht, welches Motiv habe ich das ich in den Gottesdienst gehe, den es gibt einige Motive das ich in den Gottesdienst gehe. Zum einen das das Kirchengesetz es vorschreibt, das andere kann ja sein, damit ich nicht in verruf gerate ein Ketzer zu sein, also daß keine üble Nachrede endsteht oder Argwohnen, oder weil halt es die Tration so vorgibt. Oder gehe ich, das ich hunger habe nach den Wort Gottes habe, um in seiner Gegegnwart zu treten.

Jetzt eine weiter Frage, was hat Gott wohl am liebsten?


Grüsse, Andreas:praisegod: :praise:

Hallo Andreas...
Ich behaupte jetzt ganz frech, dass Gott deinen letzten Vorschlag bevorzugt...
Wobei er uns doch Gebote gab.
Die Heiligung des Tags des Herrn könnte vielleicht indirekt so ausgelegt werden, dass man sich sonntags (am erfüllten Samstag laut KKK) versammelt.

Ich denke aber schon, dass es Gott eben lieber hat, dass Leute kein Mundbekenntnis ablegen, sondern mit Herz und Seele am Gottesdienst teilnehmen, um das Wort Gottes zu hören und Gott auf eine besondere Weise zu spüren.

"Zwang" (auch sozial: Wenn man nicht in die Messe geht, ist man ein Häretiker) oder "Pflicht" (NUR Kirchengebot) sollte der allwöchentliche Kirchengang nicht sein. Vielmehr sollte es "Freude" machen, sich Gott zu unterwerfen, seine Sünden zu bekennen ihn zu loben und preisen etc. (das ganze Programm sollte einfach Gott geweiht sein und nicht uns Menschen feiern; wenn wir nur wegen anderen Menschen oder wegen uns selbst zum GoDi gehen, ist es m.E. auch irgendwie "falsch";) :]
„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
Benutzeravatar
Petros
Power Member
 
Beiträge: 740
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 18:34
Wohnort: Dübendorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Petros » Sa 29. Sep 2007, 18:30

Original von Genussdenker
Einmal mehr wird uns wieder die konfessionelle Dufferenz bewusst....

Danke vielmals für Deinen Beitrag...
Ein Frage hätte ich noch (ist aber nicht so wichtig): War´s nicht Theodosius I., der das Christentum zur Staatsreligion des röm. Reiches erhob?

Aber zurück zum Thema:

Dass früher private Gottesdienste gehalten wurden, beantwortet leider nicht meine Frage, ob das Besuchen dieser Gottesdienste eine Art Pflicht war oder eben nicht für die Christen der damaligen Zeit.
Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass diese Christen (die ja anfänglich sicher sehr wenige waren) aus freien Stücken an diesen Gottesdiensten teilnahmen und nicht, weil irgendein Gemeindeleiter diese dazu "zwang".
„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
Benutzeravatar
Petros
Power Member
 
Beiträge: 740
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 18:34
Wohnort: Dübendorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Petros » Sa 29. Sep 2007, 18:32

Original von Teodulija
Original von Petros
Original von Teodulija
Die Orthodoxie beantwortet dies wie folgt:

Es gibt kein Sonntagsgebot, keine Vorschrift, die die Gläubigen zwingt, an die Götliche Lithurgie zu gehen.

Aber, der Mensch ist selbst an seiner Heilung nach Göttlichen Heilsplan gelegen, deshalb geht er an die Lithurgie hin, und nicht, weil es "Pflicht" ist. er geht hin, weil er nur durch das Blut und den Körper christi heilung erlangt, und nicht, weil es "Gesetz" ist!

allgemein ist die römische Dogmatisierung zu sehr "nummeriert" ähnlich wie ein irdisches Gestzbuch, die Orthodoxie hingegen stellt das Dogma auf, aber grenzt es nicht ab, so wie ich es in etwa oben beschrieben habe...

Hallo Teodulija... Wenn Du noch mehr solch gute Argumente hervorbringst, werde ich doch noch meine Konfession wechseln müssen (obwohl ich immer sage, dass es sinnlos ist, da es nur einen Gott gibt)... ;)

Liebe Grüsse und vielen Dank für Deine Stellungnahme
Petros


Du musst nichts wechseln, aber dazu beitragen, dass die Orthodoxie des lateinischen Ritus im Westen rekonstruirt wird, wie es vor 1000 Jahren war, das ist, meiner Ansicht nach, das richtige Ziel von beiden katholischen gemeinschaften...


Eine Frage hätte ich noch an Dich: Gibt es in den orthodoxen Kirchen kein kanonisches Recht? Ich dachte eben, so was mal im Internet gesehen zu haben... Aber vielleicht irre ich mich :?
„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
Benutzeravatar
Petros
Power Member
 
Beiträge: 740
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 18:34
Wohnort: Dübendorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon SunFox » Sa 29. Sep 2007, 18:39

Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Nein!

Liebe Grüße von SunFox
Jésus revient bientôt! Jesus viene pronto! Brehvee Jayzeus voltarah! Иисус скоро придет! Yesu ana-kuja kari-buni sana! Yesu knee me…..Kgauld….O shim-knee-dah! Yesu zhai-lie! Yesu jelldee eye-gah! Si Haysus eye ma-lahh-pit nang dumating! Ha ana ahti seriahn! Jesus kommt bald!
Benutzeravatar
SunFox
Villenbesitzer
 
Beiträge: 29429
Registriert: Mi 17. Nov 2004, 23:31
Wohnort: Deutschland

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Petros » Sa 29. Sep 2007, 18:39

Original von Kantate
Jesaja 29, 13 "Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt..."

In Jesaja 29,13 In diesem Vers wird das Judentum seiner Zeit beschrieben.

Das ist mir natürlich klar.
Es kommt mir aber so vor, wenn ich mir Menschen vorstelle, die NUR weil sie müssen, zur Kirche gehen, und mit dem Herzen fern sind von Gott...

„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
Benutzeravatar
Petros
Power Member
 
Beiträge: 740
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 18:34
Wohnort: Dübendorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Kantate » Sa 29. Sep 2007, 19:22

Original von Petros
Original von Kantate
Jesaja 29, 13 "Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt..."

In Jesaja 29,13 In diesem Vers wird das Judentum seiner Zeit beschrieben.

Das ist mir natürlich klar.
Es kommt mir aber so vor, wenn ich mir Menschen vorstelle, die NUR weil sie müssen, zur Kirche gehen, und mit dem Herzen fern sind von Gott...




Ich denke, sobald ein MUSS dahinter steht wird es unehrlich. Wenn ich zum Gottesdienst gehe dann tue ich weil ich es von ganzem Herzen möchte.

Du kannst das oft bei Konfirmanten beobachten. Es gibt diejenigen, die sich aktiv am Gottesdienst beteiligen, die zuhören, anschließend Fragen stellen wenn sie etwas nicht verstanden haben.

Dann gibt es die, denen es "peinlich" ist in dem Alter, sich als Christen zu outen. Sie albern rum, tuscheln, obwohl sie das eigentlich gar nicht so meinen.

Tja, und dann gibt es da noch die ganz "Harten". Das sind die die zum Unterricht gehen weil es von den Eltern verordnet wird, weil man das halt so tut, die es nervt "mitten in der Nacht" aufstehen zu müssen um zum Gottesdienst zu gehen. Die stören dann auch mal lauter. Und wenn es gar nicht mehr anders geht werden sie schon mal des Gottesdienstes verwiesen. Gottseidank passiert das äußerst selten.



Benutzeravatar
Kantate
Gesperrt
 
Beiträge: 2264
Registriert: Mi 15. Aug 2007, 03:35

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon SunFox » Sa 29. Sep 2007, 19:25

Kinder Gottes wollen mit ihrem HERRN und mit seinen anderen Kindern Gemeinschaft haben! :)

Und sie dürfen es! :comeon: :clap:

Liebe Grüße von SunFox
Jésus revient bientôt! Jesus viene pronto! Brehvee Jayzeus voltarah! Иисус скоро придет! Yesu ana-kuja kari-buni sana! Yesu knee me…..Kgauld….O shim-knee-dah! Yesu zhai-lie! Yesu jelldee eye-gah! Si Haysus eye ma-lahh-pit nang dumating! Ha ana ahti seriahn! Jesus kommt bald!
Benutzeravatar
SunFox
Villenbesitzer
 
Beiträge: 29429
Registriert: Mi 17. Nov 2004, 23:31
Wohnort: Deutschland

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Teodulija » So 30. Sep 2007, 12:08

Original von Petros
Original von Teodulija
Original von Petros
Original von Teodulija
Die Orthodoxie beantwortet dies wie folgt:

Es gibt kein Sonntagsgebot, keine Vorschrift, die die Gläubigen zwingt, an die Götliche Lithurgie zu gehen.

Aber, der Mensch ist selbst an seiner Heilung nach Göttlichen Heilsplan gelegen, deshalb geht er an die Lithurgie hin, und nicht, weil es "Pflicht" ist. er geht hin, weil er nur durch das Blut und den Körper christi heilung erlangt, und nicht, weil es "Gesetz" ist!

allgemein ist die römische Dogmatisierung zu sehr "nummeriert" ähnlich wie ein irdisches Gestzbuch, die Orthodoxie hingegen stellt das Dogma auf, aber grenzt es nicht ab, so wie ich es in etwa oben beschrieben habe...

Hallo Teodulija... Wenn Du noch mehr solch gute Argumente hervorbringst, werde ich doch noch meine Konfession wechseln müssen (obwohl ich immer sage, dass es sinnlos ist, da es nur einen Gott gibt)... ;)

Liebe Grüsse und vielen Dank für Deine Stellungnahme
Petros


Du musst nichts wechseln, aber dazu beitragen, dass die Orthodoxie des lateinischen Ritus im Westen rekonstruirt wird, wie es vor 1000 Jahren war, das ist, meiner Ansicht nach, das richtige Ziel von beiden katholischen gemeinschaften...


Eine Frage hätte ich noch an Dich: Gibt es in den orthodoxen Kirchen kein kanonisches Recht? Ich dachte eben, so was mal im Internet gesehen zu haben... Aber vielleicht irre ich mich :?


doch, natürlich. aber es wird sehr selten angewendet, da es als selbstverständlich angesehen wird und mann so auch nicht dagegen verstösst.

es ist sicher nicht so juristisch formuliert wie in der rkk.

überdies deckt sich das kanonische recht fast eins zu eins mit dem des (ersten) konzils von Nikaia...

oftmals wird der Orthodoxie ein grosser Minuspunkt an sachen Kalenderfrage zugeschoben, aber mann muss unterscheiden, was Dogmenlehre und was Kirchenorganisation ist. Die Kalenderfrage ist nicht Dogmenlehre sondern Kirchenorganisation, so kommt es, dass es heute Alt- und Neukalendrier gibt (Altkalendrianisch sind heute noch das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel, das Patriarchat von Moskau und ganz Russland, das Patriarchat von Belgrad und ganz Serbien und das Patriarchat von Jerusalem. wobei zu beachten ist, dass die Gläubigen vielerorts trotzdem nach dem alten, Julianischen Kalender feiern...alle anderen der dreizehn kanonischen Kirchen, die die eine heilige, apostolische und katholische Kirche bilden, sind neukalendrianisch mit ausnahme des osterfestes, das alle Orthodoxen nach dem Julianischen Kalender feiern...) Genauso verhält es sich mit den (der folgende name wurde von Lateinern eingeführt und ist nicht die richtige bezeichnung!)"Nationalkirchen", die keine solchen sind, denn alle sind miteinnander verbunden und die eine, heilige, apostolische und katholische Kirche, der leib Christi...alle stehen in der apostolischen Sukzession und erkennen den EHREN-Vorrang des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel an.
Hristos voskrese iz smerti, smerti vo smert po plav, Hristovo zivo groblje, zivot darova.
Ostertroparium
Teodulija
Member
 
Beiträge: 108
Registriert: Di 14. Aug 2007, 18:37
Wohnort: Schweiz, aber eigentlich Bosnien-Herzegovina

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon henry » Fr 5. Okt 2007, 16:17


Vor dem 2.Vatikanischen Konzil war es für jeden Katholiken eine kirchlich gebotene Pflicht, an der Sonntagsmesse teilzunehmen. Die Nichtbefolgung entsprach einer Todsünde, die bereut und gebeichtet werden mußte.

Es ist mir als Laien nicht bekannt, ob sich durch das 2. Vatikanum hier etwas geändert hat. Aber es ist wahrscheinlich, denn es hat sich seither auf vielen anderen Gebieten in der Kirche viel bewegt.

Es wäre eigentlich widersinnig, unter Androhung ewiger Verdammung die Annahme eines Geschenkes zu erzwingen, von dessen Bedeutung jeder Katholik überzeugt sein müßte. Die Teilnahme an der heiligen Messe dient nicht nur der religiösen Belehrung, sondern sie ist auch Teilhabe am Gnadenschatz der Kirche und am Erlösungswerk Christi.
henry
Newcomer
 
Beiträge: 12
Registriert: So 9. Sep 2007, 11:09

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Kantate » Fr 5. Okt 2007, 16:46

Original von henry

Vor dem 2.Vatikanischen Konzil war es für jeden Katholiken eine kirchlich gebotene Pflicht, an der Sonntagsmesse teilzunehmen. Die Nichtbefolgung entsprach einer Todsünde, die bereut und gebeichtet werden mußte.

Es ist mir als Laien nicht bekannt, ob sich durch das 2. Vatikanum hier etwas geändert hat. Aber es ist wahrscheinlich, denn es hat sich seither auf vielen anderen Gebieten in der Kirche viel bewegt.

Es wäre eigentlich widersinnig, unter Androhung ewiger Verdammung die Annahme eines Geschenkes zu erzwingen, von dessen Bedeutung jeder Katholik überzeugt sein müßte. Die Teilnahme an der heiligen Messe dient nicht nur der religiösen Belehrung, sondern sie ist auch Teilhabe am Gnadenschatz der Kirche und am Erlösungswerk Christi.



Nun stell dir doch bloß einmal die Ärzte, Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Polizeibeamte, etc, etc, die am Sonntag arbeiten müssen vor. Wenn der Papst auf dieser Verdammnis besteht aus mir ziemlich unerfindlichen Gründen, dann ist schon mal 1/3 der Menschheit für die Hölle vorgesehen weil die am Sonntag arbeiten mussten und nicht zum Godi gehen konnten. Oder auch ganz einfach nur Mütter deren Kinder krank sind und nicht raus können.
Das ist einfach lächerlich. Hier irrt der Papst auch wenn er sich für unfehlbar hält. Sorry.
Benutzeravatar
Kantate
Gesperrt
 
Beiträge: 2264
Registriert: Mi 15. Aug 2007, 03:35

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Petros » Sa 6. Okt 2007, 20:38

Original von Kantate
Nun stell dir doch bloß einmal die Ärzte, Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Polizeibeamte, etc, etc, die am Sonntag arbeiten müssen vor. Wenn der Papst auf dieser Verdammnis besteht aus mir ziemlich unerfindlichen Gründen, dann ist schon mal 1/3 der Menschheit für die Hölle vorgesehen weil die am Sonntag arbeiten mussten und nicht zum Godi gehen konnten. Oder auch ganz einfach nur Mütter deren Kinder krank sind und nicht raus können.
Das ist einfach lächerlich. Hier irrt der Papst auch wenn er sich für unfehlbar hält. Sorry.

Diese Leute sind ausgenommen, da sie "von Dritten" sozusagen davon abgehalten wurden, die Messe zu besuchen.

Nach dem KKK ist die Nichtteilnahme an der Messe eine Todsünde, wenn man vorsätzlich nicht hingeht!

Und die Unfehlbarkeit des Papstes (finde ich eigentlich ein dummes Dogma; verstehe die Opposition der Altkatholiken...) ist auf ex cathedra-Verkündigungen beschränkt.
Der Papst hat bisher nur einmal davon Gebrauch gemacht; nämlich 1950 bei der Verkündigung der Aufnahme Mariens in den Himmel.

Sonst ist auch der Papst fehlbar wie jeder andere Mensch (was zu erwarten ist).
„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
Benutzeravatar
Petros
Power Member
 
Beiträge: 740
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 18:34
Wohnort: Dübendorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Kantate » Sa 6. Okt 2007, 20:51

Original von Petros

Diese Leute sind ausgenommen, da sie "von Dritten" sozusagen davon abgehalten wurden, die Messe zu besuchen.

Nach dem KKK ist die Nichtteilnahme an der Messe eine Todsünde, wenn man vorsätzlich nicht hingeht!

Und die Unfehlbarkeit des Papstes (finde ich eigentlich ein dummes Dogma; verstehe die Opposition der Altkatholiken...) ist auf ex cathedra-Verkündigungen beschränkt.
Der Papst hat bisher nur einmal davon Gebrauch gemacht; nämlich 1950 bei der Verkündigung der Aufnahme Mariens in den Himmel.

Sonst ist auch der Papst fehlbar wie jeder andere Mensch (was zu erwarten ist).


Na, da bin ich aber dankbar dass ich nicht in der katholischen Kirche bin. Glaube beruht auf Freiwilligkeit und nicht auf Zwang. Wenn ich zum Gottesdienst gehe dann tue ich das freiwillig und nicht, weil wenn ich nicht gehen würde ich eine Todsünde begehen könnte.

Sag mal, gibt es eine Bibelstelle die das irgendwie theologisch belegt? Ich kann mich nicht erinnern so etwas gelesen zu haben. Aber ich kann auch nicht die gesamte Bibel wörtlich im Kopf haben auch wenn ich das gerne möchte. ;)

L.G.
Kantate

Benutzeravatar
Kantate
Gesperrt
 
Beiträge: 2264
Registriert: Mi 15. Aug 2007, 03:35

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mariette M. » Di 9. Okt 2007, 22:08

Original von Kantate
Original von henry

Vor dem 2.Vatikanischen Konzil war es für jeden Katholiken eine kirchlich gebotene Pflicht, an der Sonntagsmesse teilzunehmen. Die Nichtbefolgung entsprach einer Todsünde, die bereut und gebeichtet werden mußte.

Es ist mir als Laien nicht bekannt, ob sich durch das 2. Vatikanum hier etwas geändert hat. Aber es ist wahrscheinlich, denn es hat sich seither auf vielen anderen Gebieten in der Kirche viel bewegt.

Es wäre eigentlich widersinnig, unter Androhung ewiger Verdammung die Annahme eines Geschenkes zu erzwingen, von dessen Bedeutung jeder Katholik überzeugt sein müßte. Die Teilnahme an der heiligen Messe dient nicht nur der religiösen Belehrung, sondern sie ist auch Teilhabe am Gnadenschatz der Kirche und am Erlösungswerk Christi.



Nun stell dir doch bloß einmal die Ärzte, Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Polizeibeamte, etc, etc, die am Sonntag arbeiten müssen vor. Wenn der Papst auf dieser Verdammnis besteht aus mir ziemlich unerfindlichen Gründen, dann ist schon mal 1/3 der Menschheit für die Hölle vorgesehen weil die am Sonntag arbeiten mussten und nicht zum Godi gehen konnten. Oder auch ganz einfach nur Mütter deren Kinder krank sind und nicht raus können.
Das ist einfach lächerlich. Hier irrt der Papst auch wenn er sich für unfehlbar hält. Sorry.


Halb so wild...

Wenn Du krank bist, ein kleines Kind zu betreuen hast oder sonstwie dispensiert bist (und der Beruf erfüllt diese Bedingung) bist Du selbstverständlich von der Pflicht befreit.
Ausserdem kann man seine Sonntagspflicht auch am Vorabend schon erfüllen.

Grüsse
Marietta
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
Wohnt hier
 
Beiträge: 2417
Registriert: Do 1. Sep 2005, 23:54

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Kantate » Di 9. Okt 2007, 22:40

Original von Mariette M.


Halb so wild...

Wenn Du krank bist, ein kleines Kind zu betreuen hast oder sonstwie dispensiert bist (und der Beruf erfüllt diese Bedingung) bist Du selbstverständlich von der Pflicht befreit.
Ausserdem kann man seine Sonntagspflicht auch am Vorabend schon erfüllen
Grüsse
Marietta


Da unterscheiden sich unsere Kirchen halt. Bei uns ist es keine "Pflicht". Wir gehen freiwillig in den Gottesdienst und nicht weil es irgendwer beschlossen hat dass es so zu sein hat. ;)
Benutzeravatar
Kantate
Gesperrt
 
Beiträge: 2264
Registriert: Mi 15. Aug 2007, 03:35

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mariette M. » Di 9. Okt 2007, 22:52

Original von Petros
Ich habe folgendes im KKK gefunden:

"2180 Eines der Kirchengebote bestimmt das Gesetz des Herrn genauer: „Am Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet" (-> CIC, can. 1247). „Dem Gebot zur Teilnahme an der Meßfeier genügt, wer an einer Messe teilnimmt, wo immer sie in katholischem Ritus am Feiertag selbst oder am Vorabend gefeiert wird" (-> CIC, can. 1248, § 1).


2181 Die sonntägliche Eucharistie legt den Grund zum ganzen christlichen Leben und bestätigt es. Deshalb sind die Gläubigen verpflichtet, an den gebotenen Feiertagen an der Eucharistiefeier teilzunehmen, sofern sie nicht durch einen gewichtigen Grund (z. B. wegen Krankheit, Betreuung von Säuglingen) entschuldigt oder durch ihren Pfarrer dispensiert sind [Vgl. -> CIC, can. 1245]. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, begeht eine schwere Sünde." (Herv. von mir)

Weiss jemand, warum es eine "schwere Sünde" oder gar eine Todsünde ist, die Messe zu versäumen?

Das würde ja bedeuten, dass die meisten Katholiken jeden Sonntag "absichtlich" sündigen, wenn sie die Messe nicht besuchen...
Es steht mir nicht zu das zu beurteilen, aber ich persönlich fühle mich nicht (nach "natürlichem Sittengesetz";) dazu "verpflichtet" in die Messe zu gehen.
Ich gehe hin, weil ich gerne dorthin gehe, nicht weil ich muss. Ansonsten könnte ich gleich zu Hause bleiben. Dazu fällt mir nur eine Stelle ein:

Jesaja 29, 13 "Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt..."




Hallo Petros,

Es ist tatsächlich so, dass die Kirche nach wie vor den Besuch der Messe am Sonntag zur Pflicht macht. Besonders prickelnd wird dies in den Pfarreien, wo garkeine Messe gehalten wird, naja.
Die Frage ist: Sieht auch Gott es als Sünde an?

Weiter: JA, es sieht so aus, dass es den meisten Katholiken nichts ausmacht, in dem Punkt gegen das Gebot der Kirche zu verstossen. Vermutlich mehr aus Unwissenheit, denn aus Ungehorsam.

Du schreibst, Du gehst hin, weil Du willst, und nicht, weil Du musst. Ich glaube, so ist es richtig.
Was aber, wenn Du Dich da nicht so richtig wohlfühlen würdest? ES gibt ja viele, die sagen, "ich gehe dann, wenn ich das Bedürfnis nach Gemeinschaft habe". Was aber, wenn an dem Sonntag grad alle andern das Bedürfnis nicht haben? Dann sitzt man alleine da!

Was will ich damit sagen? Ich glaube, eine gewisse Verpflichtung sollten wir schon eingehen. Ob es Sinn macht, die von oben her zu verordnen, ist fraglich. Aber von uns Gläubigen ist schon Treue gefordert.

Liebe Grüsse
Marietta
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
Wohnt hier
 
Beiträge: 2417
Registriert: Do 1. Sep 2005, 23:54

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mariette M. » Di 9. Okt 2007, 22:54

Original von Kantate
Original von Mariette M.


Halb so wild...

Wenn Du krank bist, ein kleines Kind zu betreuen hast oder sonstwie dispensiert bist (und der Beruf erfüllt diese Bedingung) bist Du selbstverständlich von der Pflicht befreit.
Ausserdem kann man seine Sonntagspflicht auch am Vorabend schon erfüllen
Grüsse
Marietta


Da unterscheiden sich unsere Kirchen halt. Bei uns ist es keine "Pflicht". Wir gehen freiwillig in den Gottesdienst und nicht weil es irgendwer beschlossen hat dass es so zu sein hat. ;)


Genau, liebe Kantate,

es lebe der kleine Unterschied ;)

Marietta, die aus Liebe zur Messe geht, obwohl sie "eigentlich muss"
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
Wohnt hier
 
Beiträge: 2417
Registriert: Do 1. Sep 2005, 23:54

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mariette M. » Di 9. Okt 2007, 22:57

Original von Genussdenker
Dies hat unter Anderem auch ganz praktische Gründe :
In vergangenen Jahrhunderten war das Leben für den "gemeinen" Menschen noch einiges beschwerlicher.

....
Die Arbeit konnte ja nicht so "einfach" liegen gelassen werden.



Weisst Du, da kommt mir grad ein neuer Gedanke...

ich könnte mir vorstellen, dass die Verpflichtung zum Messbesuch grade auch einen Schutz und Hilfe darstellen konnte für Bauernknechte und Mägde... denn, wenn man zur Kirche "musste", konnte der Dienstherr ja schlecht dagegen sein und Sonntags Arbeit verlangen...

Marietta
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
Wohnt hier
 
Beiträge: 2417
Registriert: Do 1. Sep 2005, 23:54

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Kantate » Di 9. Okt 2007, 22:59

Original von Mariette M.



Genau, liebe Kantate,

es lebe der kleine Unterschied ;)

Marietta, die aus Liebe zur Messe geht, obwohl sie "eigentlich muss"


Na sag ich doch, es leb der kleine Unterschied :D
Benutzeravatar
Kantate
Gesperrt
 
Beiträge: 2264
Registriert: Mi 15. Aug 2007, 03:35

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Kantate » Di 9. Okt 2007, 23:10

Original von Mariette M.
Original von Genussdenker
Dies hat unter Anderem auch ganz praktische Gründe :
In vergangenen Jahrhunderten war das Leben für den "gemeinen" Menschen noch einiges beschwerlicher.

....
Die Arbeit konnte ja nicht so "einfach" liegen gelassen werden.



Weisst Du, da kommt mir grad ein neuer Gedanke...

ich könnte mir vorstellen, dass die Verpflichtung zum Messbesuch grade auch einen Schutz und Hilfe darstellen konnte für Bauernknechte und Mägde... denn, wenn man zur Kirche "musste", konnte der Dienstherr ja schlecht dagegen sein und Sonntags Arbeit verlangen...

Marietta


Der Gedanke gefällt mir sehr Marietta. Dann ist es aber für Knechte und Mägde kein "muss" im eigentlichen Sinne sondern eher ein "Juhu - Pause - Ausruhen von schwerer Arbeit" :D
Benutzeravatar
Kantate
Gesperrt
 
Beiträge: 2264
Registriert: Mi 15. Aug 2007, 03:35

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon SunFox » Di 9. Okt 2007, 23:18

Original von Mariette M.

Weisst Du, da kommt mir grad ein neuer Gedanke...

ich könnte mir vorstellen, dass die Verpflichtung zum Messbesuch grade auch einen Schutz und Hilfe darstellen konnte für Bauernknechte und Mägde... denn, wenn man zur Kirche "musste", konnte der Dienstherr ja schlecht dagegen sein und Sonntags Arbeit verlangen...

Marietta

Liebe Marietta,

so kann man halt eben Gebote verordnen, auch wenn sie nicht in der Bibel stehen!

Man macht einfach die Sonntagsnichtbeachtung zur Sünde!

Wenn ich an die ganzen Katholiken denke, die Sonntag für Sonntag durch den Nichtbesuch der Messe eine Todsünde begehen! 8-)

Wer hebt denn diese Todsünde wieder auf, oder geht das nicht? Muß man dafür etwas leisten?

Liebe Grüße von SunFox
Jésus revient bientôt! Jesus viene pronto! Brehvee Jayzeus voltarah! Иисус скоро придет! Yesu ana-kuja kari-buni sana! Yesu knee me…..Kgauld….O shim-knee-dah! Yesu zhai-lie! Yesu jelldee eye-gah! Si Haysus eye ma-lahh-pit nang dumating! Ha ana ahti seriahn! Jesus kommt bald!
Benutzeravatar
SunFox
Villenbesitzer
 
Beiträge: 29429
Registriert: Mi 17. Nov 2004, 23:31
Wohnort: Deutschland

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mariette M. » Mi 10. Okt 2007, 08:42

Original von SunFox
Original von Mariette M.

Weisst Du, da kommt mir grad ein neuer Gedanke...

ich könnte mir vorstellen, dass die Verpflichtung zum Messbesuch grade auch einen Schutz und Hilfe darstellen konnte für Bauernknechte und Mägde... denn, wenn man zur Kirche "musste", konnte der Dienstherr ja schlecht dagegen sein und Sonntags Arbeit verlangen...

Marietta

Liebe Marietta,

so kann man halt eben Gebote verordnen, auch wenn sie nicht in der Bibel stehen!

Man macht einfach die Sonntagsnichtbeachtung zur Sünde!

Wenn ich an die ganzen Katholiken denke, die Sonntag für Sonntag durch den Nichtbesuch der Messe eine Todsünde begehen! 8-)

Wer hebt denn diese Todsünde wieder auf, oder geht das nicht? Muß man dafür etwas leisten?

Liebe Grüße von SunFox


Lieber Sonnenfuchs,

Wer hebt die Sünde auf, fragst Du. Die Antwort ist: Einsicht, Reue und Umkehr. Daran führt kein Weg vorbei.

Wenn Du ehrlich bist, jetzt mal ungeachtet des Kirchengebots oder der biblischen Vorschriften:
Ist es nicht die grösste Sünde, die man sich denken kann, das Angebot Gottes auszuschlagen, der uns Gläubige in der Eucharistie erwartet und uns nahe sein will? Ist es nicht unverzeihlich, sich dem barmherzigen, liebenden Angebot zu verschliessen, das Wandlung und "Vergöttlichung" (Theosis) verspricht, das heisst, verwandelt werden in das Bild Christi?

Ja, und ist es nicht "sünd und schade", sich selbst diese Guttaten Gottes vorzuenthalten, nicht teilzuhaben an diesem herrlichen Fest der Freude und Nähe Gottes?

Urteile selbst

Marietta
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
Wohnt hier
 
Beiträge: 2417
Registriert: Do 1. Sep 2005, 23:54

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Kantate » Mi 10. Okt 2007, 09:26

Original von Mariette M.


Ja, und ist es nicht "sünd und schade", sich selbst diese Guttaten Gottes vorzuenthalten, nicht teilzuhaben an diesem herrlichen Fest der Freude und Nähe Gottes?

Urteile selbst

Marietta



Ich empfinde es von der Kirche als ziemlich frech so etwas als Todsünde zu deklarieren. Ich glaube nicht dass Jesus das so gesehen hätte. Gottesdienst sollte immer freiwillig sein und nicht unter dem Motto stehen "Wenn du nicht gehst, begehst du eine Todsünde". Mord ist eine Todsünde.
Benutzeravatar
Kantate
Gesperrt
 
Beiträge: 2264
Registriert: Mi 15. Aug 2007, 03:35

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mustikka » Mi 10. Okt 2007, 09:57

Original von Petros
Weiss jemand, warum es eine "schwere Sünde" oder gar eine Todsünde ist, die Messe zu versäumen?

Weil dir KK gerne volle Kirchen hätte.... ;)

Ganz ehrlich, ich denke, dass hinter dieser Aussage eine Menge Eigennutzdenken steht, zumindest heute. Früher mag diese Regelung den armen Menschen als Möglichkeit gedient haben, einmal von der Arbeit loszukommen - wobei ich auch da nicht sicher bin, ob die Kirche diese "gute Tat" nicht ganz bewusst mit dem praktischen Nutzen verbunden hat.

Und die Erhebung des Nicht-Teilnehmens zur Todsünde hat ja noch einen anderen praktischen Effekt, sie setzt die Menschen unter Druck, verursacht Gewissensbisse und Ängste, und ängstliche Schäfchen sind leichter zu handhaben. Bei der Erfindung von "Sünden" war die KK schon immer sehr kreativ.


Der Besuch der Messe sollte kein Zwang sein, denn dann läuft er nur allzu sehr Gefahr, vom gelebten Glauben zum bloßen "Absitzen der Zeit" zu verkommen. Ich stelle es mir sehr traurig vor, wenn man als Pfarrer vor einer Masse Menschen sitzt, von der man weiß, dass der Großteil eigentlich gar nicht bei der Sache ist.

LG
Mustikka

Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach. (Gerhard Uhlenbruck)
Benutzeravatar
Mustikka
Power Member
 
Beiträge: 564
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 07:45
Wohnort: Düsseldorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mariette M. » Mi 10. Okt 2007, 13:24

Original von Mustikka

Ich stelle es mir sehr traurig vor, wenn man als Pfarrer vor einer Masse Menschen sitzt, von der man weiß, dass der Großteil eigentlich gar nicht bei der Sache ist.



Ja.. das wäre allerdings sehr traurig... wie gut, dass es nicht vorkommt :P

Marietta
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
Wohnt hier
 
Beiträge: 2417
Registriert: Do 1. Sep 2005, 23:54

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mariette M. » Mi 10. Okt 2007, 13:29

Original von Kantate
Original von Mariette M.


Ja, und ist es nicht "sünd und schade", sich selbst diese Guttaten Gottes vorzuenthalten, nicht teilzuhaben an diesem herrlichen Fest der Freude und Nähe Gottes?

Urteile selbst

Marietta



Ich empfinde es von der Kirche als ziemlich frech so etwas als Todsünde zu deklarieren. Ich glaube nicht dass Jesus das so gesehen hätte. Gottesdienst sollte immer freiwillig sein und nicht unter dem Motto stehen "Wenn du nicht gehst, begehst du eine Todsünde". Mord ist eine Todsünde.


Och, das sei Dir unbenommen.

Ich weiss aus Erfahrung, dass dieses "ich sollte doch" mir auf meinem Weg hin zu mehr Freude am Gottesdienst zur Hilfe wurde... und ich bleibe schon dabei, Erklärung der Kirche hin oder her, es ist für mich schon schwerwiegend, freiwillig die Nähe zu Gott in der Messe abzuweisen.

Wie beurteilst Du denn, wenn ein Mensch nicht betet? Ist das für Dich Sünde? Für mich schon...


Marietta
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
Wohnt hier
 
Beiträge: 2417
Registriert: Do 1. Sep 2005, 23:54

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mustikka » Mi 10. Okt 2007, 13:36

Original von Mariette M.
Wie beurteilst Du denn, wenn ein Mensch nicht betet? Ist das für Dich Sünde? Für mich schon...

Sollte die Frage nicht eher lauten, ob es für Gott Sünde ist? ;)

Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach. (Gerhard Uhlenbruck)
Benutzeravatar
Mustikka
Power Member
 
Beiträge: 564
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 07:45
Wohnort: Düsseldorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Oli4 » Mi 10. Okt 2007, 15:34

Original von Mariette M.
Wie beurteilst Du denn, wenn ein Mensch nicht betet? Ist das für Dich Sünde? Für mich schon...

Dann bist Du zu geschätzen 85% eine richtige Sünderin? :shock:

oder nimmst Du Paulus so richtig ernst? :)

1.Thessalonicher 5,16 Freut euch allezeit! 17 Betet unablässig!18 Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

@Blaubeerchen: Korrekte Fragestellung! ;)
Oli4
Abgemeldet
 
Beiträge: 5945
Registriert: Mi 26. Okt 2005, 09:47

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mariette M. » Mi 10. Okt 2007, 19:17

Original von Mustikka
Original von Mariette M.
Wie beurteilst Du denn, wenn ein Mensch nicht betet? Ist das für Dich Sünde? Für mich schon...

Sollte die Frage nicht eher lauten, ob es für Gott Sünde ist? ;)




Meinetwegen, ja.

Also neu gefragt: Denkst Du, dass es vor Gott Sünde ist, nicht zu beten?

Marietta
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
Wohnt hier
 
Beiträge: 2417
Registriert: Do 1. Sep 2005, 23:54

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mariette M. » Mi 10. Okt 2007, 19:21

Original von Oli4
Original von Mariette M.
Wie beurteilst Du denn, wenn ein Mensch nicht betet? Ist das für Dich Sünde? Für mich schon...

Dann bist Du zu geschätzen 85% eine richtige Sünderin? :shock:

oder nimmst Du Paulus so richtig ernst? :)

1.Thessalonicher 5,16 Freut euch allezeit! 17 Betet unablässig!18 Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

@Blaubeerchen: Korrekte Fragestellung! ;)


Lieber, Oli..

Ich bin zu 100% Sünderin. (Nicht nur, was das Beten angeht.)

Herr, auf DEINE Barmherzigkeit vertraue ich!

Marietta
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
Wohnt hier
 
Beiträge: 2417
Registriert: Do 1. Sep 2005, 23:54

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Mustikka » Do 11. Okt 2007, 07:26

Original von Mariette M.
Meinetwegen, ja.

Also neu gefragt: Denkst Du, dass es vor Gott Sünde ist, nicht zu beten?

Nein. Ich hielte es für schlimmer, wenn man aus Zwang heraus betet, nur um nicht zu sünden. Gebete sollen von Herzen kommen, und das Herz ist kein Automat, den man anschalten kann, wenn grade mal wieder die Zeit ist, zu beten.

LG
Mustikka
Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach. (Gerhard Uhlenbruck)
Benutzeravatar
Mustikka
Power Member
 
Beiträge: 564
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 07:45
Wohnort: Düsseldorf

Re: Nichtbesuch des Sonntags-GoDi=schwere Sünde?

Beitragvon Petros » Do 11. Okt 2007, 09:17

Original von Mustikka
Original von Mariette M.
Meinetwegen, ja.

Also neu gefragt: Denkst Du, dass es vor Gott Sünde ist, nicht zu beten?

Nein. Ich hielte es für schlimmer, wenn man aus Zwang heraus betet, nur um nicht zu sünden. Gebete sollen von Herzen kommen, und das Herz ist kein Automat, den man anschalten kann, wenn grade mal wieder die Zeit ist, zu beten.

LG
Mustikka

Yep, Gebete sollen von Herzen kommen.
Man läuft aber Gefahr, dass man dann Gott nur um Dinge bittet, wenn man gerade in einer Notsituation ist und man ihn dankt, wenn etwas, was man sich erwünscht hat, eingetreten ist. Das finde ich nicht ganz in Ordnung. Regelmässig zu beten ist eine gute Gewohnheit. Und ich denke nicht, dass ein Christ, obwohl das Beten so zur Routine wird, ungern Gott dankt!

Meiner Meinung nach sollte man mind. morgens beim Aufstehen, vor und nach dem Essen und abends beim Schlafengehen beten. Ich tue das jedoch selber nicht konsequent :warn: (und das aus Faulheit und Vergesslichkeit :roll: ).

„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
Benutzeravatar
Petros
Power Member
 
Beiträge: 740
Registriert: Mo 13. Aug 2007, 18:34
Wohnort: Dübendorf

Nächste

Zurück zu Katholische Kirche

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast