Todsünden

Diskussion und Fragen zur römisch-katholischen Kirche

Moderator: bigbird

Re: Todsünden

Beitragvon Mariette M. » Do 9. Mär 2006, 19:08

Original von Enggi
:praisegod:


Ja, Ehre und Preis sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist - wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit, und in Ewigkeit. Amen.

:praise: :clap: :praise:
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
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Re: Todsünden

Beitragvon stephanus2 » Do 9. Mär 2006, 20:37

Original von Enggi
Dein Erlebnis setzt aber Gottes geschriebenes Wort nicht ausser Kraft. Und es steht nun mal mehrfach geschrieben, dass nicht die Werke erretten, sondern der Glaube (Römer 3 + 4). Die Werke, die dem Glauben nachfolgen, haben die Aufgabe, den Glauben zu beweisen (Jakobus). Du hast natürlich Recht, solche Beispiele von Missbrauch der Bibel als schlecht zu verwerfen und sie nicht nachzuahmen.


Ja natürlich nicht, nur steht im geschriebenen Wort Gottes nirgends der Glaube allein rettet.

Ich habe es schon mehrfach erwähnt: im 3. und 4. Kapitel des Römerbriefes ging es Paulus nicht um die Werke im Sinne der guten Taten der Barmherzigkeit u. Nächstenliebe, sondern um jüdische Zeremonialgesetze oder um ganz konkret zu werden um die Beschneidung. Der Römerbrief ist also kein Beleg für die protestantische Lehre "Glaube allein", wie es auch sonst in der Bibel nirgendwo eine Stelle gibt, die diese Lehre unterstützt. Man muss schon unterscheiden von welchen Werken Paulus sprach.

Gerade der Jak.-Brief bestätigt neben Matth. 25, 31-46, Luk. 10, 25-37 (Gleichnis vom barmherzigen Samariter), Röm. 2, 6-10, Offb. 20, 12-13 etc. die kahtolische Lehre, GLAUBE UND TATEN rechtfertigen den Menschen vor Gott. Vers 24-26 im 2. Kap. des Jakobus-Brief fassen die Verse 14-23 schön zusammen:

Ihr seht also, dass der Mensch durch WERKE GERECHTFERTIGT WIRD UND NICHT DURCH GLAUBEN ALLEIN. Wurde nicht ebenso die Buhlerin durch Rahab als gerecht anerkannt, da sie die Kundschafter aufnahm und auf einem anderen Wege entliess? Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

Es geht also nicht darum, durch die Werke den Glauben zu beweisen, sonst hätte der Verfasser des Jakobus-Briefes nicht geschrieben, man wird gerechtfertigt durch DIE WERKE und NICHT DURCH DEN GLAUBEN ALLEIN. Abgesehen davon, warum sollte er seinen Glauben durch die Taten der Barmherzigkeit und Nächstenliebe beweisen, wenn diese zum Heil sowieso nichts beitragen können? Der Glaube wird durch die Taten vollendet - auch der Glaubensgehorm gehört dazu - aber wir sind keine Roboter, die automatisch diese Taten vollbringen, auch zwingt Gott uns nicht diese zu tun. Es ist eben ein weitverbreiteter Irrtum in Freikirchen, der bekehrte Mensch tut dann ganz automatisch diese Werke oder handelt ganz automatisch entsprechend Gottes Willen. Es steht nichts davon, die guten Taten folgen automatisch auf den Glauben.

Der Mensch wird nach der Bekehrung nicht zum Roboter, sondern besitzt den freien Willen so zu handeln oder nicht, ansonsten wird der ganze Text im Jakobus-Brief absurd, wie auch die ganze Bibel. Nirgendwo steht geschrieben, die Bekehrung ist eine Art magische Gnade von Gott, die dazu führt, dass der Mensch plötzlich unmöglich von Gott abfallen kann oder schwer sündigen kann. Es ist ein Prozess, der ein Leben lang anhält, darum schrieb Paulus auch, HARRET AUS IM GLAUBEN, um den Lohn zu empfangen.

Die Bibel macht zeigt aber eben deutlich auf, dass man Unbarmherzigkeit z.B. nicht einfach mit dem Glauben kompensieren kann. So kommt es mir aber bei manchen in den Freikirchen rüber und so ist auch die Lehre Luthers im Kern.

Warum bezeichnete Luther den Jakobus-Brief wohl als Strohepistel und hätte ihn am liebsten aus dem Kanon gestrichen, wie er dies mit andern Büchern im AT tat? Er wusste genau, wie sehr der Jakobus-Brief seiner These widerspricht, darum hat er unter anderem auch noch das Wörten "allein" bei Röm. 3,28 hinzugefügt.

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Re: Todsünden

Beitragvon William Penn » Do 9. Mär 2006, 22:17

Was die Rechtfertigung betrifft:

Jam 2:24 Ihr sehet also, daß ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.

Hier steht "aus Werken" und nicht durch Priester!

Und was die Beichte betrifft:

Jam 5:16 Bekennet denn einander die Vergehungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet; das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel.

Hier steht "einander" und nicht dem Priester!

Und über "hochmütiges Gehabe" diskutieren wir angesichts der Anmaßungen des römischen Klerus mal besser nicht ...



Höre Israel:
Jahwe, unser Gott,
ist ein einziger Jahwe!


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Re: Todsünden

Beitragvon stephanus2 » Fr 10. Mär 2006, 00:17

Original von William Penn
Was die Rechtfertigung betrifft:

Jam 2:24 Ihr sehet also, daß ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.

Hier steht "aus Werken" und nicht durch Priester!

Und was die Beichte betrifft:

Jam 5:16 Bekennet denn einander die Vergehungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet; das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel.

Hier steht "einander" und nicht dem Priester!

Und über "hochmütiges Gehabe" diskutieren wir angesichts der Anmaßungen des römischen Klerus mal besser nicht ...


Also ich weiss nicht, ob du meine Beiträge überhaupt liest:

1. Damit bestätigst du, dass die protestantische Lehre "Glaube allein rettet"
eben falsch ist. Wie du selbst schreibst, wird man aus nicht aus Glauben
allein gerettet, sondern eben mit den Werken=gute Taten. Ich hatte Enggi
nur erklärt, dass mit Röm. 3,28 "sola fide" nicht begründet werden kann,
weil es Paulus da nicht um gute Taten im katholischen Sinn geht, sondern
um die Beschneidung und die katholische Lehre "Glaube und Taten
(Werke)" mit Jak. 2,24 begründet, dessen Richtigkeit du mir hier
bestätigst.

2. Ich habe weder in diesem Thread noch sonstwo gesagt, die
Rechtfertigung erlange man durch Priester.


Zur Beichte:

Die Apostel haben die Vollmacht erhalten, Sünden nachzulassen oder zu
behalten. Joh. 20, 21-23.
Trotzdem ist es Jesus, der die Sünden vergibt, die Priester handeln
aber an Christi Statt, wie Paulus es den Korinthern erklärt:


2 Kor. 5,18-20 : Das alles ist aus Gott, der uns mit sich versöhnt hat und UNS DEN DIENST DER VERSÖHNUNG ÜBERTRGAGEN HAT. Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnte, ihnen ihre Vergehen nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte. AN CHRIST STATT also walten wir des AMTES, in der Überzeugung, dass Gott durch uns mahnt. An CHRISTI STATT bitten wir: Lasst euch versöhnen mit Gott.

Mit "wir" und "uns" meint Paulus nur die Apostel, nicht alle Gläubigen der ganzen Gemeinde. Sonst hätte er wohl eher geschrieben, "euch allen ist der Dienst der Versöhnung anvertraut worden....."

Zu Jak. 5, 16: Dies ist wohl im sehr allgemeinen Sinn gedacht. Natürlich soll man einander die Verletzungen oder Vergehen an seinen Mitbrüdern bekennen, darüber beten und auch vergeben. Aber es steht nirgends irgendetwas von einem Amt oder dass alle Gläubigen der Gemeinde die Vollmacht hätten Sünden zu vergeben, die dann auch im Himmel vergeben sind oder eben nicht nachzulassen, die dann auch im Himmel nicht vergeben sind. In diesem Sinne sprach Jesus nur zu den Aposteln und auch Paulus bezog das Amt der Versöhnung an CHRISTI STATT NUR AUF DIE APOSTEL, nicht auf die Gemeinde im allgemeinen.

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Re: Todsünden

Beitragvon LordAlm » Fr 10. Mär 2006, 03:30

Original von stephanus2
Zu Jak. 5, 16: Dies ist wohl im sehr allgemeinen Sinn gedacht. Natürlich soll man einander die Verletzungen oder Vergehen an seinen Mitbrüdern bekennen, darüber beten und auch vergeben. Aber es steht nirgends irgendetwas von einem Amt oder dass alle Gläubigen der Gemeinde die Vollmacht hätten Sünden zu vergeben, die dann auch im Himmel vergeben sind oder eben nicht nachzulassen, die dann auch im Himmel nicht vergeben sind. In diesem Sinne sprach Jesus nur zu den Aposteln und auch Paulus bezog das Amt der Versöhnung an CHRISTI STATT NUR AUF DIE APOSTEL, nicht auf die Gemeinde im allgemeinen.
Hallo stephanus2,

Jakobus 5,16:
Gegenseitiges Sündenbekenntnis und Gebet füreinander

16 Überhaupt sollt ihr einander eure Verfehlungen bekennen und füreinander beten, damit ihr geheilt werdet. Das inständige Gebet eines Menschen, der so lebt, wie Gott es verlangt, kann viel bewirken.

Hier geht es doch um Sünden bekennen. Sündenvergebung vollzieht sich nicht allgemein und unverbindlich; sie ist an das Bekenntnis der Sünden gebunden. Dieses geschieht auch vor Menschen. Beichte gehört für Jak zum lebendigen und tätigen Glauben. (Ich mein damit nicht den Beichtstuhl, allein und geheim vor dem Priester etc., sondern er redet von einem Versühnen und Bekennen, wenn ich sonst mich mit meinem Nächsten versühne. Nach der Apologie der Confessio Augustana XII,12). Wo Sünde öffentlich geschehen sind, ist es wichtig, dass sie auch öffentlich bekannt werden. Das ist in Jak 5,16 damit gemeint. Öffentliches Sündenbekenntnis "voreinander". Jak sagt dies in einer wunderbaren Freiheit. Menschen sollen dadurch nicht peinlich berührt oder in die Enge getrieben werden. Das habe ich schon mal früher erwähnt. Ich will damit sagen, dass von diesen Sündenbekenntnissen eine heilsame und heilende Befreiung aus geht! Schämen wir uns nicht, unsere Sünden zu bekennen, und stellen wir uns nicht gegen die Strömung des Flusses.

"Heilen, gesund werden" kann beides bedeuten: Körperliche Heilung sowie Heilung des Herzens, Heilung vom Schaden des Irrwegs und der Sünde. Es steht ganz klar, jeder kann für den anderen eintreten.

Beten könnte auch jeder für sich alleine. Doch indem Jak seine Leser dazu auffordert, sich gegenseitig einen Dienst zu erweisen, macht er deutlich, dass jeder auf Hilfe von aussen angewiesen ist, dass er Ermutigung und Zurechtweisung und das Wort der Vergebung braucht.

Aus Äthiopien stammt das schöne Sprichwort:

„Den Dschungel deines Lebens kannst du nicht selber roden. Den Acker deines Herzens kannst du nicht selber pflügen. Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen.“

Gottes Segen LA
Nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) reden.
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Re: Todsünden

Beitragvon Enggi » Sa 11. Mär 2006, 22:59

Sind wir uns insofern einig, dass Sündenvergebung eine Sache zwischen Gott und dem Sünder und nicht zwischen der Kirche und dem Sünder ist, trotz der apostolischen Vollmacht, Sünden zu vergeben oder zu behalten? Die Kirche (eigentlich die Gemeinde oder die Versammlung [ecclesia], was ja nichts anderes ist als die Summe aller Gläubigen) kann hier höchstens Hilfestellung leisten. Keinesfalls ist die Organisation Kirche durch das Spenden von Sakramenten zuständig für das Heil des Sünders, auch wenn sie selbst das anders sieht und lehrt.

Wir kommen jetzt nämlich zwangsläufig auf das Selbstverständnis der römisch katholischen Kirche, sie allein sei durch die apostolische Nachfolge befähigt, Sünden zu vergeben, was ich rundweg bestreite. Ich bestreite nicht das Recht, Vergebung auszusprechen oder eben nicht, sondern die apostolische Nachfolge. Genausowenig wie die römisch katholische Kirche die Nachfolgerin der Apostel ist, ist es die von ihr abgespaltene evangelisch reformierte Kirche oder die orthodoxe Kirche, denn ihr habt ja gelesen, dass auch die orthodoxe Kirche keine Apostelliste führt, sondern das Wort der Schrift gilt: Sie sind alle abgefallen.

Das Recht, Todsünden (und "lässliche" Sünden) zu vergeben ist nach meiner Auffassung an die Gemeindeältesten übergegangen. Sonst hätte jede Ortsgemeinde immer den Paulus oder sonst einen Apostel rufen müssen, wenn wieder mal schwere Sünden vorgefallen wären. Und die Apostel hatten weiss Gott besseres zu tun als Ehebrüche zu heilen.
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Re: Todsünden

Beitragvon Mariette M. » So 12. Mär 2006, 23:27

Original von Enggi

Das Recht, Todsünden (und "lässliche" Sünden) zu vergeben ist nach meiner Auffassung an die Gemeindeältesten übergegangen.


Aha... und wer hat die Ältesten beauftragt? Durch Handauflegung?

Natürlich haben die Apostel die Vollmacht weitergegeben, wenn sie eine neue Gemeinde gründeten.

Merkst Du, dass Du Dir widersprichst?

Grüsse
Mariette
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Re: Todsünden

Beitragvon Enggi » Sa 18. Mär 2006, 20:35

Original von Mariette M.
Original von Enggi

Das Recht, Todsünden (und "lässliche" Sünden) zu vergeben ist nach meiner Auffassung an die Gemeindeältesten übergegangen.
Aha... und wer hat die Ältesten beauftragt? Durch Handauflegung?

Natürlich haben die Apostel die Vollmacht weitergegeben, wenn sie eine neue Gemeinde gründeten.

Merkst Du, dass Du Dir widersprichst?
Die Apostel setzten die Aeltesten ein, nirgends steht geschrieben, dass Aelteste irgendeiner Ortsgemeinde das universelle Recht bekommen würden, weltweit Aelteste einzusetzen, wie es in der römischen Kirche der Brauch wurde und immer noch ist.
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Re: Todsünden

Beitragvon Enggi » Sa 18. Mär 2006, 21:10

Original von Mariette M.
Original von Enggi

Das Recht, Todsünden (und "lässliche" Sünden) zu vergeben ist nach meiner Auffassung an die Gemeindeältesten übergegangen.
Aha... und wer hat die Ältesten beauftragt? Durch Handauflegung?

Natürlich haben die Apostel die Vollmacht weitergegeben, wenn sie eine neue Gemeinde gründeten.

Merkst Du, dass Du Dir widersprichst?
Die Apostel setzten die Aeltesten ein, nirgends steht geschrieben, dass Aelteste irgendeiner Ortsgemeinde das universelle Recht bekommen würden, weltweit Aelteste einzusetzen, wie es in der römischen Kirche der Brauch wurde und immer noch ist.
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Re: Todsünden

Beitragvon Petros » So 19. Aug 2007, 21:05

Original von Enggi
Die Apostel setzten die Aeltesten ein, nirgends steht geschrieben, dass Aelteste irgendeiner Ortsgemeinde das universelle Recht bekommen würden, weltweit Aelteste einzusetzen, wie es in der römischen Kirche der Brauch wurde und immer noch ist.

Wie bitte?

Jeder geweihte Bischof ist ein Nachfolger der Apostel (durch Handauflegung).

Der römische Bischof hat den Primat unter allen Bischöfen, weil nach katholischem Verständnis der Papst der Nachfolger Petri ist und Petrus die Schlüsselgewalt von Jesus bekommen hat.

LG Petros
„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
Eigentlich suchen wir in allem nur Eines: Die Spur dieses göttlichen Geistes, dieses himmlischen Feuers, ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre. (Charles de Montalenbert)
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Re: Todsünden

Beitragvon bigbird » So 19. Aug 2007, 21:17

Original von Petros
Der römische Bischof hat den Primat unter allen Bischöfen, weil nach katholischem Verständnis der Papst der Nachfolger Petri ist und Petrus die Schlüsselgewalt von Jesus bekommen hat.
Ja, da sagst du etwas ganz Wichtiges, "nach katholischem Verständnis".

Aber weisst du, das ist es ja gerade: Viele hier - die Nichtkatholischen - zweifeln eben dieses Verständnis an ... sonst müssten wir ja nicht zu diskutieren. :)

bb
Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
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Re: Todsünden

Beitragvon Petros » So 19. Aug 2007, 22:39

Original von bigbird
Original von Petros
Der römische Bischof hat den Primat unter allen Bischöfen, weil nach katholischem Verständnis der Papst der Nachfolger Petri ist und Petrus die Schlüsselgewalt von Jesus bekommen hat.
Ja, da sagst du etwas ganz Wichtiges, "nach katholischem Verständnis".

Aber weisst du, das ist es ja gerade: Viele hier - die Nichtkatholischen - zweifeln eben dieses Verständnis an ... sonst müssten wir ja nicht zu diskutieren. :)

bb

Es gibt da wirklich nicht viel zu diskutieren...
Dass v.a. die neueren Gemeinden die apostolische Sukzession ablehnen, wundert mich nicht.

Fakt ist, dass es verschiedene Gemeinden gab (und gibt), denen ein Bischof/ Presbyter/ Diakon (im NT sind es Synonyme) vorstand als Gemeindeleiter.

Selbst wenn es keinen Papst gäbe, würde die apostolische Sukzession trotzdem noch bestehen. Der Papst ist der einzige Bischof, der wirklich "apostolisch" ist im christlichen Westen. Die Gemeinde in Rom wurde von Petrus und Paulus gegründet. Die anderen westlichen Gemeinden nicht!
Deshalb hatte der römische Bischof im Westen schon immer den Primat. Dass der Osten diesen Primat dann nicht akzeptierte, ist verständlich. Die östlichen Gemeinden aka Ostkirchen und Orthodoxie berufen sich auch alle auf die Apostel.

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Re: Todsünden

Beitragvon Enggi » Di 21. Aug 2007, 23:27

Das römische Hierarchiesystem ist bibelwidrig.

Laut Bibel gilt: Aelteste (=Bischöfe) stehen einer örtlichen Gemeinde vor und werden von einem Apostel eingesetzt. Nirgends steht geschrieben, dass Aelteste oder ein Aeltester einen Apostel ernennen kann.

Auch das mit der Nachfolge Petri steht nicht in der Bibel, sondern in der rk Ueberlieferung. Timotheus und Titus waren von Paulus eingesetzte Apostel.

Selbst wenn Petrus eigenhändig Linus als Nachfolger eingesetzt haben sollte und dieser wiederum Clemens und all das aus irgendeinem unerfindlichen Grund aus der Bibel gelöscht wurde, so ist spätestens dann die Sukzession kaputt gegangen, als neue Päpste erst nach dem Tod ihrer Vorgänger gewählt wurden.
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Re: Todsünden

Beitragvon Petros » Di 21. Aug 2007, 23:33

Original von Enggi
Das römische Hierarchiesystem ist bibelwidrig.

Zur damaligen Zeit gab es das dreifache geistliche Amt nocht nicht...


Laut Bibel gilt: Aelteste (=Bischöfe) stehen einer örtlichen Gemeinde vor und werden von einem Apostel eingesetzt. Nirgends steht geschrieben, dass Aelteste oder ein Aeltester einen Apostel ernennen kann.

Aber was ist geschehen, als alle Apostel tot waren?


Auch das mit der Nachfolge Petri steht nicht in der Bibel, sondern in der rk Ueberlieferung. Timotheus und Titus waren von Paulus eingesetzte Apostel.

Ok, das ist ja klar ;)


Selbst wenn Petrus eigenhändig Linus als Nachfolger eingesetzt haben sollte und dieser wiederum Clemens und all das aus irgendeinem unerfindlichen Grund aus der Bibel gelöscht wurde, so ist spätestens dann die Sukzession kaputt gegangen, als neue Päpste erst nach dem Tod ihrer Vorgänger gewählt wurden.

Das ist ein interessanter Punkt! Kardinäle wählen den Papst: Es gibt somit keine apostolische Sukzession durch Handauflegung... Wie das wohl zu erklären ist :?

„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes“. (vgl. 1 Kor 6, 19)
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Re: Todsünden

Beitragvon rosen-kreuz » Di 28. Aug 2007, 18:54


Hallo Katholik!

Unter "Todsünde" versteht man jeden "Verstoß gegen Gottes ewiges Gesetz, der den Verlust der heilig machenden Gnade und ewige Verdammnis nach sich zieht." "Lässliche Sünden" andererseits sind kleine und entschuldbare Verstöße gegen Gott und unseren Nächsten. Im Gegensatz zu Todsünden können lässliche Sünden eine Seele nicht in die Hölle verdammen. Aber mit jeder lässlichen Sünde, die man begeht, verlängert sich der Aufenthalt in den reinigenden Flammen eines Ortes, der "Fegefeuer" genannt wird. (Die Bibel kennt kein "Fegefeuer".)
Es gibt übrigens keine Übereinstimmung darüber, wo die Grenze zwischen Todsünden und lässlichen Sünden liegt. Was der eine Priester noch als lässlich hingehen lässt, kann bei dem anderen schon als Todsünde gelten. Es gibt allerdings auch Todsünden, die genau festgelegt sind: willentliche Übertretung eines der zehn Gebote, praktisch alle sexuellen Vergehen (in Gedanken, Worten oder Taten) und eine lange Liste weiterer Übertretungen, die sich aber im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geändert hat.
So galt es zum Beispiel bis zum II. Vatikanischen Konzil (1962 1965) als Todsünde, eine protestantische Kirche zu besuchen, eine protestantische Bibel zu besitzen oder zu lesen und am Freitag Fleisch zu essen. Lässliche Sünden betreffen Dinge wie schlechte Gedanken, falsche Beweggründe, Unbeherrschtheit etc., also Dinge, die nicht unbedingt zu Tatsünden führen, aber trotzdem Sünde sind und auf irgendeine Weise beseitigt werden müssen.

Quelle: Mit freundlicher Erlaubnis


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Re: Todsünden

Beitragvon Mariette M. » Mi 29. Aug 2007, 08:27

Original von rosen-kreuz

Hallo Katholik!

Unter "Todsünde" versteht man jeden "Verstoß gegen Gottes ewiges Gesetz, der den Verlust der heilig machenden Gnade und ewige Verdammnis nach sich zieht." "Lässliche Sünden" andererseits sind kleine und entschuldbare Verstöße gegen Gott und unseren Nächsten. Im Gegensatz zu Todsünden können lässliche Sünden eine Seele nicht in die Hölle verdammen. Aber mit jeder lässlichen Sünde, die man begeht, verlängert sich der Aufenthalt in den reinigenden Flammen eines Ortes, der "Fegefeuer" genannt wird. (Die Bibel kennt kein "Fegefeuer".)
Es gibt übrigens keine Übereinstimmung darüber, wo die Grenze zwischen Todsünden und lässlichen Sünden liegt. Was der eine Priester noch als lässlich hingehen lässt, kann bei dem anderen schon als Todsünde gelten. Es gibt allerdings auch Todsünden, die genau festgelegt sind: willentliche Übertretung eines der zehn Gebote, praktisch alle sexuellen Vergehen (in Gedanken, Worten oder Taten) und eine lange Liste weiterer Übertretungen, die sich aber im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geändert hat.
So galt es zum Beispiel bis zum II. Vatikanischen Konzil (1962 1965) als Todsünde, eine protestantische Kirche zu besuchen, eine protestantische Bibel zu besitzen oder zu lesen und am Freitag Fleisch zu essen. Lässliche Sünden betreffen Dinge wie schlechte Gedanken, falsche Beweggründe, Unbeherrschtheit etc., also Dinge, die nicht unbedingt zu Tatsünden führen, aber trotzdem Sünde sind und auf irgendeine Weise beseitigt werden müssen.

Quelle: Mit freundlicher Erlaubnis


L.G.
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Hallo,

kann es sein, dass Du auch bei Jesus.de mitschreibst? Oder ist das Zufall, dass dieser zitierte Text dort auch gerade aufgetaucht ist?

Die Quelle: Gemeindedienst.net akzeptiere ich nicht, wenn es darum geht, katholische Zusammenhänge und Lehren zu erklären. (Das Ziel der dort erhältlichen Schriften ist allzu sehr offensichtlich katholikenfeindlich)

Zitiere doch aus dem "Kathechismus der katholischen Kirche"!,
a) ist das die verlässlichste Quelle und Du bist damit
b) auf dem neusten Stand...
und dann kann man auch ernsthaft diskutieren.

An alle:
Die in diesem Text genannten Fakten entsprechen NICHT der Lehre der RKK, wie sie im Katechismus dargelegt ist.

Grüsse
Marietta
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Re: Todsünden

Beitragvon Humphrey » Mi 17. Okt 2007, 15:54

Kann Gott eine Tot Suender vergeben ?

Kann Gott eine Totsuende vergeben wenn sie nicht aus eigenen willesn gescha ?

Und was ist ein Lustknabe und wird den vergeben ?
Bitte überdenkt noch mal kurz meine Beiträge, da sie Irrlehre enthalten könnten.
Seit bitte forsichtig mit meinen Beiträgen !!!
Humphrey
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Re: Todsünden

Beitragvon Mariette M. » Mi 17. Okt 2007, 19:19

Original von Leibwächter
Kann Gott eine Tot Suender vergeben ?


Ja.

Original von Leibwächter Kann Gott eine Totsuende vergeben wenn sie nicht aus eigenen willesn gescha ?


Wenn nicht aus eigenem Willen, ist es keine Todsünde.

Original von Leibwächter Und was ist ein Lustknabe und wird den vergeben ?


Ein männlicher Prostituierter, würd ich mal sagen.
Ja, wenn er bereut, vergibt Gott.

Marietta
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