Rede und Antwort

Diskussion und Fragen zur römisch-katholischen Kirche

Moderator: bigbird

Re: Rede und Antwort

Beitragvon Wolfi » So 4. Dez 2005, 08:06

Guten Morgen Mariette M.

Ich habe einfach bisher - für mich - nichts besseres gefunden... warum sollte ich also einen Stab brechen wollen?

Bloss weil ich noch nichts besseres gefunden hätte, würde mich nicht davon abhalten können, mit einer Gemeinschaft zu brechen, die m.E. falsche Ideale verfolgt. Und davon vertritt die Kirche in meinen Augen nun mal eine ganze Reihe: Zölibat, absolutes Abtreibungsverbot, Exorzismus, Handreichung zu schwersten Verbrechen (z.Bsp. durch das Segnen von Waffen), absoluter Wahrheitsanspruch, ...

Original von Wolfi
Tja, wenn man da wegen seiner Verbrechen am Kreuz hängt und kein Vertrauen in sich selber haben kann, dann ist es für mich durchaus verständlich, dass man seinen Glauben in den Nächstbesten setzt. Am Kreuz hängend kannst Du Dich ja schwerlich aufmachen, um nach etwas Anderem zu suchen... ;)

Nun, immerhin war da ja noch der andere, der Jesus verspottet hat. DAS wär auch eine mögliche Reaktion gewesen.

Stimmt; diese Möglichkeit habe ich gar nicht in Betracht gezogen. Ist ja aber auch etwas weit her geholt, in einer solchen Situation noch an´s Spotten zu denken, nicht?! ;)

Ist denn Jesus und Gott nicht ein und derselbe? Für mich schon.

Für mich eben nicht. Mir fehlt darin die Gegensätzlichkeit. Die Vorstellung, dass Gott Mensch werden könnte, erachte ich als brandgefährliche Philosophie, die Menschen dazu verführen könnte, plötzlich gar sich selber als Gott betrachten zu wollen ...

Wobei ich halt das Gefühl der Nähe eher zu Christus spüre, immerhin war er mal Mensch wie ich.

Mensch wie Du?- Er soll doch durch einen Engel und nicht durch einen Mann gezeugt worden sein?- Also ein Mensch wie Du?- Hmmm... Meine Gefühle für Jesus lassen sich eher mit Sympathie und Mitleid umschreiben: Sympathie, weil er kein Blatt vor den Mund genommen zu haben scheint und voll für seine Ideale eingestanden ist. Mitleid, weil er sein Tun so weit getrieben hat, dass er in Kauf nahm, dafür gar vom Mob gekreuzigt zu werden. Da hat sich Galileo Galilei m.E. geschickter verhalten...

Beim Vater ist da eher der Gedanke an Allmacht und Majestät...und unendliche Barmherzigkeit.

Ja und?- Wo ist nun das Problem dafür, die Nähe zu spüren?-

Original von Wolfi
Mitgegangen - mitgefangen (-gehangen)...


Das tönt so negativ... ich glaub nicht, dass meine Kirche mich da in was reinzieht.

Die Kirche bezieht ihre Kraft, ihre Berechtigung, dadurch, dass sie Mitglieder hat. Du gibst also der Kirche durch Deine Zugehörigkeit die Macht, das zu tun, was sie eben nun mal tut. Und deshalb, meine ich, geht das mit "mitgegangen - mitgehangen" durchaus in Ordnung...

Original von Wolfi
Noch ein kleiner Gedanke: Ihr habt vorab in diesem Thread schon mal davon gesprochen, dass Christen in ihrem Erdenleben erst vom Tod zum Leben finden müssten?- Warum, frage ich mich dabei gerade, setzt sich die Kirche dann so vehement radikal und absolut gegen Abtreibungen ein?- Komisch, dass ausgerechnet bei Ungeborenen plötzlich von schützenswertem Leben die Rede ist, oder nicht?! Hmmm....

Du, da hab ich jetzt grad den Zusammenhang nicht. Erklär es bitte nochmal. Denkst Du, dass wir das Leben geringschätzen?

Ingo sprach davon, dass man mit dem christlichen Glauben vom Tod zum Leben finden würde. Ich stelle mich auf den Standpunkt, dass das Leben schon beginnt, bevor sich überhaupt die Frage einer Glaubensgemeinschafts-Zugehörigkeit stellt. Das Leben vor einem Glaubensbekenntnis als tot bezeichnen zu wollen, betrachte ich als eine Selbstlüge, weil sie damit einen Teil des eigenen Lebens verleugnet.
lg, wolfi
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Re: Rede und Antwort

Beitragvon Enggi » So 4. Dez 2005, 08:35

Original von Mariette M.

Wer hat Lust, mich zu fragen?
Kannst du das Abendmahl zusammen mit Christen anderer Konfessionen einnehmen, oder beschränkst du dich auf die Eucharistie?
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Re: Rede und Antwort

Beitragvon Mariette M. » So 4. Dez 2005, 10:24

Original von Enggi
Original von Mariette M.

Wer hat Lust, mich zu fragen?
Kannst du das Abendmahl zusammen mit Christen anderer Konfessionen einnehmen, oder beschränkst du dich auf die Eucharistie?


Ich persönlich nehme mir die Freiheit, da wo ich eingeladen bin, am Abendmahl teilzunehmen.

Mariette
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
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Re: Rede und Antwort

Beitragvon Mariette M. » So 4. Dez 2005, 10:28

Original von LordAlm

Es ist bewundernswert, wie du einer falschen Lehre geschickt



@ Lordalm,

ob die Lehre falsch ist, ist eine Frage des Standpunktes.

Schade, dass Du dieses antikatholische "Gschrift" hier reingestellt hat. Ich hab keine Lust, meine Zeit damit zu verlieren, es steckt so voller Vorurteile und Fehler .
Ich habe von meinen Erfahrungen erzählt.. jeder der mitliest, kann sich sein eigenes Bild machen.

Dir auch Gottes Segen
Mariette
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Re: Rede und Antwort

Beitragvon Such_Find » So 4. Dez 2005, 11:50

@Wolfi
Ingo sprach davon, dass man mit dem christlichen Glauben vom Tod zum Leben finden würde. Ich stelle mich auf den Standpunkt, dass das Leben schon beginnt, bevor sich überhaupt die Frage einer Glaubensgemeinschafts-Zugehörigkeit stellt. Das Leben vor einem Glaubensbekenntnis als tot bezeichnen zu wollen, betrachte ich als eine Selbstlüge, weil sie damit einen Teil des eigenen Lebens verleugnet.
Kommt auf deine Definition von "Leben" an. Wenn "Geist", Gottes Geist, das Leben ist, dann lebt man erst wenn man dieses Leben hat und sich von diesem beleben/antreiben lässt; das läßt man erst zu wenn man von nichts anderem mehr Leben erwartet. Adam erwartete Leben von Aussen: Wenn ich das mache/habe/kann, dann... Da er sein Leben im Aussen sah(konsumierend) war er selbst ja tot, das Leben Gottes was ihm eingehaucht wurde nutzte er nicht mehr(in einer Steckdose mag Strom sein, steckt man aber keinen Stecker rein nutzt es einem nichts).
Ausserdem: Lebendig ist derjenige der in den Augen des Schöpfers der Menschen lebendig ist. Wenn der Mensch als Abbild Gottes geschaffen ist dann muß Gott sein Leben wie ein Brot brechen damit Menschen wie Gott leben können.


ciao, Ingo
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
Zitat von William Penn
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Re: Rede und Antwort

Beitragvon Mariette M. » So 4. Dez 2005, 16:52

Hallo Wolfi,

Original von Wolfi

Bloss weil ich noch nichts besseres gefunden hätte, würde mich nicht davon abhalten können, mit einer Gemeinschaft zu brechen, die m.E. falsche Ideale verfolgt.


Ja,... das tut die Kirche aber m.E. nicht.

Original von Wolfi Und davon vertritt die Kirche in meinen Augen nun mal eine ganze Reihe: Zölibat, absolutes Abtreibungsverbot, Exorzismus, Handreichung zu schwersten Verbrechen (z.Bsp. durch das Segnen von Waffen), absoluter Wahrheitsanspruch, ...


Zölibat ist Kirchenrecht... nicht Lehre.
Absolutes Abtreibungsverbot.. siehe unten :)
Exorzismus... ist nicht wirklich ein zentrales Thema.Es ist jetzt dank Kinoprogramm in aller Munde, aber die Tatsache, dass 1999 zum ersten Mal seit 16.. der Ablauf neu definiert wurde, zeigt, dass es praktisch nie gemacht wird. Beruft sich aber auf den biblischen Auftrag an die Jünger Jesu, Dämonen auszutreiben im Namen des Herrn.
Segnen von Waffen ist nicht mehr aktuell, darüber kann man sich streiten, hast recht.
Absoluter Wahrheitsanspruch: Ist so absolut nicht, wie gern behauptet wird.

Original von Wolfi
Ist denn Jesus und Gott nicht ein und derselbe? Für mich schon.

Für mich eben nicht. Mir fehlt darin die Gegensätzlichkeit. Die Vorstellung, dass Gott Mensch werden könnte, erachte ich als brandgefährliche Philosophie, die Menschen dazu verführen könnte, plötzlich gar sich selber als Gott betrachten zu wollen ...


Oha, das ist doch aber Basics jeder christlichen Lehre, oder? Gott wurde in Jesus Christus Mensch...

Original von Wolfi
Mensch wie Du?- Er soll doch durch einen Engel und nicht durch einen Mann gezeugt worden sein?- Also ein Mensch wie Du?-


Nix Engel.. durch den Heiligen Geist. Und er war ganz Gott und ganz Mensch. Hat Gefühle gehabt und Schmerzen und Freude wie Du und ich.

Original von Wolfi Meine Gefühle für Jesus lassen sich eher mit Sympathie und Mitleid umschreiben: Sympathie, weil er kein Blatt vor den Mund genommen zu haben scheint und voll für seine Ideale eingestanden ist. Mitleid, weil er sein Tun so weit getrieben hat, dass er in Kauf nahm, dafür gar vom Mob gekreuzigt zu werden. Da hat sich Galileo Galilei m.E. geschickter verhalten...


Mein Glaube ist, dass er ALLES vorausgewusst hat. Sympathie ja, Mitleid.. ja! Mann, unschuldig so zu leiden! Aber nicht Mitleid für einen armen Irren, das nicht.

Original von Wolfi
Die Kirche bezieht ihre Kraft, ihre Berechtigung, dadurch, dass sie Mitglieder hat. Du gibst also der Kirche durch Deine Zugehörigkeit die Macht, das zu tun, was sie eben nun mal tut. Und deshalb, meine ich, geht das mit "mitgegangen - mitgehangen" durchaus in Ordnung...


ok, so kann ich dem zustimmen.

Original von Wolfi
Ingo sprach davon, dass man mit dem christlichen Glauben vom Tod zum Leben finden würde. Ich stelle mich auf den Standpunkt, dass das Leben schon beginnt, bevor sich überhaupt die Frage einer Glaubensgemeinschafts-Zugehörigkeit stellt. Das Leben vor einem Glaubensbekenntnis als tot bezeichnen zu wollen, betrachte ich als eine Selbstlüge, weil sie damit einen Teil des eigenen Lebens verleugnet.


Ich hab grad keine Zeit mehr, meine verspäteten Gäste kommen!

Später mehr
Mariette
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
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Re: Rede und Antwort

Beitragvon Wolfi » Mo 5. Dez 2005, 06:23

@ Such_Find
Wenn "Geist", Gottes Geist, das Leben ist, dann lebt man erst wenn man dieses Leben hat und sich von diesem beleben/antreiben lässt; das läßt man erst zu wenn man von nichts anderem mehr Leben erwartet.

Nun, für mich scheint´s auch so bloss der Versuch einer Rechtfertigung für die eigenen Unzulänglichkeiten, die davor passierten, zu sein. Aber gehen wir trotzdem mal von Deiner Definition aus: Wenn Du von nichts anderem mehr als von Gott Leben erwartest, wie können dann männliche Christen immer noch auf die Idee kommen, Frauen ihren kleinen Lümmel rein zu stecken?- Leben ist ja davon nicht zu erwarten... ;)

Da er (Adam) sein Leben im Aussen sah(konsumierend) war er selbst ja tot, das Leben Gottes was ihm eingehaucht wurde nutzte er nicht mehr

Das stimmt so nicht: Auch wenn Adam noch nicht hätte auf eine innere Stimme hören können, so darf man ihn deswegen nicht einfach als "tot" bezeichnen. Ein Toter reagiert nämlich noch nicht mal mehr. Und das hat Adam sehr wohl getan... ;)

in einer Steckdose mag Strom sein, steckt man aber keinen Stecker rein nutzt es einem nichts

Und in einer Frau mag Liebe sein,... :D

Ausserdem: Lebendig ist derjenige der in den Augen des Schöpfers der Menschen lebendig ist.

Warum massen sich Christen dann immer wieder an, sich selber ein Urteil darüber zuzutrauen, wer denn nun lebendig und wer tot wäre?- Hmmm...

Wenn der Mensch als Abbild Gottes geschaffen ist, dann muß Gott sein Leben wie ein Brot brechen damit Menschen wie Gott leben können.


Verschone mich bitte vor Menschen, die wie Gott leben können möchten! Wer sich so was vornimmt, der würde sich problemlos an seinen Mitmenschen vergehen können. Solche Menschen gehörten eigentlich zum Schutz der Allgemeinheit verwahrt!
lg, wolfi
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Re: Rede und Antwort

Beitragvon Wolfi » Mo 5. Dez 2005, 07:09

Hallo Mariette M.

Zölibat ist Kirchenrecht... nicht Lehre.

Kirchenrecht oder Lehre... Auf jeden Fall sehe ich darin einen gefährlichen Quell für abnormes sexuelles Verhalten...

Absolutes Abtreibungsverbot.. siehe unten :)

Wo unten? :?

Exorzismus... ist nicht wirklich ein zentrales Thema.Es ist jetzt dank Kinoprogramm in aller Munde, aber die Tatsache, dass 1999 zum ersten Mal seit 16.. der Ablauf neu definiert wurde, zeigt, dass es praktisch nie gemacht wird.

Für Dich mag´s kein zentrales Thema sein, da Du wohl noch nicht persönlich damit konfrontiert wurdest. Dass der Exorzismus so lange nicht neu definiert wurde, könnte auch zeigen, wie lange die Kirche braucht, bis sie die Bereitschaft zeigt, eigene begangene Fehler zuzugeben. Wieso Du meinst, dass man daraus schliessen dürfe, dass es praktisch nie gemacht würde, ist mir schleierhaft?- Das erscheint mir eher Deinem Wunschdenken zu entspringen (, was mir wiederum zeigt, dass Du kein Freund des Exorzismus zu sein scheinst).

Beruft sich aber auf den biblischen Auftrag an die Jünger Jesu, Dämonen auszutreiben im Namen des Herrn.

Das dürfte wohl der Grund sein, warum Du Dich nicht klar davon zu distanzieren traust...

Segnen von Waffen ist nicht mehr aktuell, darüber kann man sich streiten, hast recht.

Nicht mehr aktuell?- Meines Wissens ist dies noch mit Waffen geschehen, die im Irak zum Einsatz kamen...

Absoluter Wahrheitsanspruch: Ist so absolut nicht, wie gern behauptet wird.

Ah ja?- Na dann weise mich doch bitte auf die Stelle hin, welche Deine Behauptung belegen würde.

Original von Wolfi
Ist denn Jesus und Gott nicht ein und derselbe? Für mich schon.

Für mich eben nicht. Mir fehlt darin die Gegensätzlichkeit. Die Vorstellung, dass Gott Mensch werden könnte, erachte ich als brandgefährliche Philosophie, die Menschen dazu verführen könnte, plötzlich gar sich selber als Gott betrachten zu wollen ...


Oha, das ist doch aber Basics jeder christlichen Lehre, oder? Gott wurde in Jesus Christus Mensch...

Tja, wenn das Basics der christlichen Lehre ist, dann scheine ich wohl an den Basics dieser Lehre zu zweifeln. Na und?- Wenn Menschen meinen, zu Gott werden zu können, wozu brauchen sie denn noch einen anderen Gott?-
Udo Lindenberg: "Nein, sie brauchen keinen Führer; nein, sie schaffen´s auch alleine..." (aus "Sündenknall", einem seiner besten Alben ;) )

Original von Wolfi
Mensch wie Du?- Er soll doch durch einen Engel und nicht durch einen Mann gezeugt worden sein?- Also ein Mensch wie Du?-


Nix Engel.. durch den Heiligen Geist. Und er war ganz Gott und ganz Mensch. Hat Gefühle gehabt und Schmerzen und Freude wie Du und ich.

Ach?- Er soll also den Heiligen Geist schon von Anbeginn in sich gehabt haben?- Dann frage ich mich aber, warum denn fast 90 Prozent seiner Lebenszeit nicht dokumentiert worden sind?-

Mein Glaube ist, dass er ALLES vorausgewusst hat.

Wusste er, oder befürchtete er?- Wenn ich mich öffentlich gegen eine Obrigkeit stelle, dann "weiss" ich auch, dass diese auf mich losgehen werden. Damals war halt dabei die Obrigkeit noch nicht so zimperlich wie heute. Heute begnügen sie sich normalerweise damit, eine solche Person irgendwie mundtot oder lächerlich zu machen, oder einfach die wirtschaftliche Existenzgrundlage zu zerstören... :tongue:

Sympathie ja, Mitleid.. ja! Mann, unschuldig so zu leiden! Aber nicht Mitleid für einen armen Irren, das nicht.

Unschuldig?- Er hat doch die Obrigkeit herausgefordert...
Ich habe nicht von Mitleid für einen armen Irren gesprochen. Nein, Mitleid für Einen, der seiner Zeit geistig in vielem voraus war und deshalb unglaublich ungerecht behandelt wurde...

Original von Wolfi
Die Kirche bezieht ihre Kraft, ihre Berechtigung, dadurch, dass sie Mitglieder hat. Du gibst also der Kirche durch Deine Zugehörigkeit die Macht, das zu tun, was sie eben nun mal tut. Und deshalb, meine ich, geht das mit "mitgegangen - mitgehangen" durchaus in Ordnung...


ok, so kann ich dem zustimmen.

Da fällt mir gerade noch ein: Den Missionierungsauftrag habe ich noch vergessen zu erwähnen. Missionieren um fast jeden Preis... :tongue: Nee Du, danke!

Später mehr
Mariette

Bin gespannt... :)
lieben Gruss,
wolfi
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Re: Rede und Antwort

Beitragvon Mariette M. » Mo 5. Dez 2005, 13:12

Original von Wolfi

Bin gespannt... :)
lieben Gruss,
wolfi


Ok, Wolfi, auf eine neue Runde,

Original von Wolfi
Zölibat ist Kirchenrecht... nicht Lehre.

Kirchenrecht oder Lehre... Auf jeden Fall sehe ich darin einen gefährlichen Quell für abnormes sexuelles Verhalten...


Wenn Du damit Pädophilie meinst, muss ich aufs Schärfste widersprechen. Das wird zwar immer behauptet, die Zahlen sind aber m.W. nicht höher als in anderen "Männergruppen". Wenn denn, werden Priester zölibatsbrüchig, indem sie eine normale Beziehung zu einer Frau haben.


Auf die Geschichte mit der Abtreibung hab ich Dich ja vertröstet, weil mein Besuch kam :)
Hierzu meine ganz persönliche Meinung: Wenn ich glaube, dass jedes Kind von Gott gewollt ist und ER mit jedem seinen Plan hat.. wie könnte ich da IHM dreinfunken, indem ich mich gegen ein Kind entscheide?
(Es gibt natürlich Härtefälle, wie sehr junge Mütter.. aber da bin ich für mehr Aufklärung, allenfalls Möglichkeiten zur Adoption, Hilfe für junge Mütter usw.)

Original von Wolfi
Für Dich mag´s kein zentrales Thema sein, da Du wohl noch nicht persönlich damit konfrontiert wurdest. Dass der Exorzismus so lange nicht neu definiert wurde, könnte auch zeigen, wie lange die Kirche braucht, bis sie die Bereitschaft zeigt, eigene begangene Fehler zuzugeben. Wieso Du meinst, dass man daraus schliessen dürfe, dass es praktisch nie gemacht würde, ist mir schleierhaft?-


Nun... das ist eine Erfahrung, dass aich auch die Kirche meist vorrangig um Themen annimmt, die brennen. Wäre Exorzismus ein solches Thema, hätte man sich früher damit beschäftigt, da bin ich sicher. ;) Aber ich bin keine Freundin davon, da hast Du recht. Und wenn denn, soll zuerst - wie in der Kirche übrigens gemacht - klar ärztlich feststehen, dass kein psychisches Leiden vorliegt.



Original von Wolfi
Nicht mehr aktuell?- Meines Wissens ist dies noch mit Waffen geschehen, die im Irak zum Einsatz kamen...


Echt? Von katholischer Seite?? hmmm... das wüsste ich nicht, lasse mich aber gern von einer seriösen Quelle belehren.

Original von Wolfi
Absoluter Wahrheitsanspruch: Ist so absolut nicht, wie gern behauptet wird.

Ah ja?- Na dann weise mich doch bitte auf die Stelle hin, welche Deine Behauptung belegen würde.


Ich beziehe mich auf Aussagen in Dominus Jesus und "ut unum sint".

Das spricht die Kirche immer wieder von "Elementen der Heiligung und der Wahrheit, die in den anderen christlichen Gemeinschaften in je unterschiedlichem Grad vorhanden sind"
Natürlich nimmt die Kirche die "volle Wahrheit" für sich in Anspruch, ist aber zugleich sehr bewusst der Mängel in den eigenen Reihen, die die Wahrheit verdunkeln.

Naja, das tönt nicht nach riesigen Fortschritten. Aber, immerhin heisst es nicht mehr "ausserhalb kein Heil". Meine Kirche ändert sich.. in kleinen Schrittchen, aber immerhin :)

Original von Wolfi

Oha, das ist doch aber Basics jeder christlichen Lehre, oder? Gott wurde in Jesus Christus Mensch...

Tja, wenn das Basics der christlichen Lehre ist, dann scheine ich wohl an den Basics dieser Lehre zu zweifeln. Na und?- Wenn Menschen meinen, zu Gott werden zu können, wozu brauchen sie denn noch einen anderen Gott?-


Es behauptet doch kein Christ, zu Gott werden zu wollen! Dem Herrn ähnlich werden, ja.. die Gottesebenbildlichkeit so gut wie möglich erreichen, das ja... aber niemals Gottgleichheit!
Welcher Gemeinschaft rechnest Du Dich denn zugehörig?

Original von Wolfi
Ach?- Er soll also den Heiligen Geist schon von Anbeginn in sich gehabt haben?- Dann frage ich mich aber, warum denn fast 90 Prozent seiner Lebenszeit nicht dokumentiert worden sind?-


Nicht nur seit seiner Zeugung... ER WAR GOTT... bevor alles wurde, WAR ER. ER hat sich inkarniert aus der Frau Maria...
Warum wir nicht sein ganzes Leben dokumentiert haben? Sein Erdenleben, meinst Du? Offenbar war nur sein öffentliches Wirken wichtig.... es gibt aber schon Episoden aus der Kindheit und Jugend überliefert in der Schrift..

Original von Wolfi
Wusste er, oder befürchtete er?- Wenn ich mich öffentlich gegen eine Obrigkeit stelle, dann "weiss" ich auch, dass diese auf mich losgehen werden. Damals war halt dabei die Obrigkeit noch nicht so zimperlich wie heute. Heute begnügen sie sich normalerweise damit, eine solche Person irgendwie mundtot oder lächerlich zu machen, oder einfach die wirtschaftliche Existenzgrundlage zu zerstören... :tongue:

Nein, er wusste... das ist ja das Erschütternde für mich. Ich hab mich schon gefragt, was denn gewesen wäre, wenn die Gelehrten damals begriffen hätten...wenn die Römer begriffen hätten, ... aber ich denke, das was Jesus tat und lehrte war so umwerfend anders und schockierend... es war nicht möglich, dass es anders hätte kommmen können.

Original von Wolfi
Unschuldig?- Er hat doch die Obrigkeit herausgefordert...
Ich habe nicht von Mitleid für einen armen Irren gesprochen. Nein, Mitleid für Einen, der seiner Zeit geistig in vielem voraus war und deshalb unglaublich ungerecht behandelt wurde...


Ich denke, primär hat er die Leute seines Volkes herausgefordert.. die haben ihn ja dann ausgeliefert als Staatsverräter..
Ja, er war seiner Zeit voraus, weil er jenseits von aller Zeit Gottes Reich verkündet hat. Dieses Reich ist noch heute so skandalös, so herausfordernd, dass es nur sehr zögerlich verwirklicht ist. Ich glaube, heute würde Jesus wieder zum Schweigen gebracht, aber mit anderen Methoden, wie du sie beschrieben hast.

Original von Wolfi
Da fällt mir gerade noch ein: Den Missionierungsauftrag habe ich noch vergessen zu erwähnen. Missionieren um fast jeden Preis... :tongue: Nee Du, danke!


Der Missionsauftrag betrifft nicht allein die röm.kath. Kirche.. sondern jede christliche Kirche. Systemimmanent sozusagen. Dass daraus viel Schlimmes erwachsen ist, müssen wir nicht eigens sagen, da stimme ich Dir zu.
Persönlich renne ich nicht mit der Fahne "Jesus" herum :)
Aber, wenn ich gefragt werde, dann rede ich von meinem Glauben. Und manchmal geht der Mund auch einfach über von dem, wes das Herz voll ist. :)

ciao, Mariette

Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
Mariette M.
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Re: Rede und Antwort

Beitragvon Such_Find » Mo 5. Dez 2005, 18:40

@Bild

Deine Argumente steckten irgendwie in deinen Hormonen fest...Bild
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
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