Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Diskussion und Fragen zur römisch-katholischen Kirche

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Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Fr 5. Okt 2018, 00:10

Hallo zusammen

Als ehemalige Katholikin (ich war katholisch aufgewachsen), habe ich ein Fragezeichen. Vielleicht kann mir da ja jemand weiterhelfen und etwas Licht ins Dunkle bringen...

Stark verwirrend ist für mich die Tatsache, dass ich nach jahrelangem Kirchenbesuch als Kind und Jugendliche, nach Erstkommunion und Firmung dennoch keine wirkliche Ahnung vom Evangelium hatte. Ganz bestimmt wurde der Tod Jesu am Kreuz behandelt. Vermutlich hat man uns auch gesagt, dass er für unsere Sünden bezahlt hat, aber ich kann mich einfach nicht daran erinnern, dass jemals klar und deutlich erwähnt worden wäre, dass man persönlich Busse tun und sein Leben Jesus übergeben, ihn als Erlöser annehmen und ihn zum Herrn machen muss, um gerettet zu werden. Zudem von einer persönlichen Beziehung zu Gott kann ich mich absolut nicht daran erinnern, dass dies jemals gesagt worden wäre. Weiss jemand, was die RKK diesbezüglich wirklich vertritt und lehrt? Mich verwundert zutiefst, dass ich die Deutlichkeit des Evangeliums das erste Mal erst Jahre später in der Pfingstgemeinde erfahren habe. Mit 16 Jahren hatte ich die Firmung erlebt und wie mir ein anderer Bruder einmal mitgeteilt hat, würde man dadurch dann offiziell in die Kirche aufgenommen. Aber dies hat doch nichts mit der Errettung zu tun, ob ich jetzt da aufgenommen bin oder nicht? Glauben sie denn, dass man mit der Babytaufe schon automatisch gerettet wäre? Mich verwirrt das einfach.

Liebe Grüsse
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Fr 5. Okt 2018, 10:31

Hallo Tamy,
wenn ich so zurückschaue, dann sind auch meine Erinnerungen verschwommen. Man war jung, und hat vielleicht geahnt dass da was Großes dahintersteckt, aber konnte es nicht so richtig durchdringen...
Ich persönlich gehe so oft als möglich in die (kath.) Messe, und lasse mich von dogmatischen Ungereimtheiten nicht drausbringen. Das Herzstück in der Liturgie ist die Eucharistiefeier, und darin wird ja die Beziehung zu Christus in maximaler Symbolik zelebriert. Das ist der Punkt.
eddy
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Gnu » Fr 5. Okt 2018, 11:10

Meine Kenntnis des RKK Glaubens beruht auf wenig eigener Erfahrung und mehr aus der Literatur. Ein Hauptunterschied zwischen evangelisch und katholisch ist, dass erstere lehren, je einzeln aus Glaube und Gnade gerettet zu sein, ohne dass noch etwas dazu getan werden kann, und letztere lehren, dass die Kirche aus Gnade gerettet wurde, der einzelne aber braucht noch die Kirche als Verwalterin und Spenderin der Gnade. Das römische Kirchenrecht enthält deshalb Passagen, in denen evangelisch Gläubige ausgeschlossen werden. Etwa 1999 haben die beiden Richtungen sich offiziell zusammengeschlossen, was aus Sicht mancher Evangelischen ein Verrat an der Reformation ist.

Als Schlagworte fallen mir ein: Allgemeines Priestertum aller Gläubigen versus institutionalisiertes Priestertum.

Ein weiterer Unterschied: Evangelische berufen sich auf das geschriebene Wort der Bibel allein, während die RKK der Überlieferung der Kirche den Vorrang vor der Bibel gibt.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Fr 5. Okt 2018, 15:03

eddy hat geschrieben:Hallo Tamy,
wenn ich so zurückschaue, dann sind auch meine Erinnerungen verschwommen. Man war jung, und hat vielleicht geahnt dass da was Großes dahintersteckt, aber konnte es nicht so richtig durchdringen...
Ich persönlich gehe so oft als möglich in die (kath.) Messe, und lasse mich von dogmatischen Ungereimtheiten nicht drausbringen. Das Herzstück in der Liturgie ist die Eucharistiefeier, und darin wird ja die Beziehung zu Christus in maximaler Symbolik zelebriert. Das ist der Punkt.


Hallo Eddy

Vielen Dank für die Antwort! Ich bin nach der Firmung nicht mehr in die katholische Kirche gegangen. Und als Kind und Jugendliche habe ich die Kinder- und Jugendgottesdienste besucht. Vielleicht wurde dort die Eucharistiefeier nicht so abgehalten, wie in den Erwachsenengottesdienste. Vielleicht habe ich dies einfach deswegen nie so erlebt gehabt. Kann man denn sagen, dass die katholische Lehre schon im Kern mit derjenigen der Evangelikalen entspricht? Klar, sie haben einfach noch gewisse Dogmen etc, aber so grundsätzlich glauben und lehren sie schon dasselbe, wie Evangelikale glauben?

Liebe Grüsse
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Fr 5. Okt 2018, 15:10

Gnu hat geschrieben:Meine Kenntnis des RKK Glaubens beruht auf wenig eigener Erfahrung und mehr aus der Literatur. Ein Hauptunterschied zwischen evangelisch und katholisch ist, dass erstere lehren, je einzeln aus Glaube und Gnade gerettet zu sein, ohne dass noch etwas dazu getan werden kann, und letztere lehren, dass die Kirche aus Gnade gerettet wurde, der einzelne aber braucht noch die Kirche als Verwalterin und Spenderin der Gnade. Das römische Kirchenrecht enthält deshalb Passagen, in denen evangelisch Gläubige ausgeschlossen werden. Etwa 1999 haben die beiden Richtungen sich offiziell zusammengeschlossen, was aus Sicht mancher Evangelischen ein Verrat an der Reformation ist.

Als Schlagworte fallen mir ein: Allgemeines Priestertum aller Gläubigen versus institutionalisiertes Priestertum.

Ein weiterer Unterschied: Evangelische berufen sich auf das geschriebene Wort der Bibel allein, während die RKK der Überlieferung der Kirche den Vorrang vor der Bibel gibt.


Lieber Gnu

Hui, jetzt wird es offenbar schon komplizierter! Da habe ich vermutlich rein intellektuell etwas Verständigungsprobleme. :oops:

Ich verstehe das gerade nicht. Wie meinst du das mit dem Unterschied zwischen RKK und evangelischer Kirche mit dem "Einzeln"? Auch das mit dem Priestertum kapiere ich gerade nicht. Und sie nehmen die Bibel nicht wörtlich sondern haben sonst irgendwelche Schriften? Sorry, oftmals etwas schwieriges Auffassungsvermögen... :oops:

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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Fr 5. Okt 2018, 16:24

Tamahia hat geschrieben:Kann man denn sagen, dass die katholische Lehre schon im Kern mit derjenigen der Evangelikalen entspricht? Klar, sie haben einfach noch gewisse Dogmen etc, aber so grundsätzlich glauben und lehren sie schon dasselbe, wie Evangelikale glauben?
Liebe Grüsse
Tamy

Da weiß ich zu wenig, was die Evangelikalen machen. Aber ich denke das ist auch nicht das Wichtigste. Das Christentum ist ja nicht in erster Linie eine Moral- oder Dogmen-Lehre, sondern im Mittelpunkt steht die Beziehung zu Christus, ein lebendiger Glaube. Und wenn hier Lehre oder Dogma wichtig ist, dann doch die der Barmherzigkeit. Ich meine, das ist der Kern des Ganzen.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Fr 5. Okt 2018, 18:04

eddy hat geschrieben:Da weiß ich zu wenig, was die Evangelikalen machen. Aber ich denke das ist auch nicht das Wichtigste. Das Christentum ist ja nicht in erster Linie eine Moral- oder Dogmen-Lehre, sondern im Mittelpunkt steht die Beziehung zu Christus, ein lebendiger Glaube. Und wenn hier Lehre oder Dogma wichtig ist, dann doch die der Barmherzigkeit. Ich meine, das ist der Kern des Ganzen.


Da bin ich absolut deiner Meinung und wenn das auch in der katholischen Kirche so ist, dann ist das sehr gut! Ich habe leider immer wieder mal gehört, dass die RKK teilweise nicht in solch einem guten Licht stünde und deshalb hat es mich interessiert, was sie denn genau vertreten. Was denn alles negativ an ihr sein könnte etc.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Fr 5. Okt 2018, 18:39

Tamahia hat geschrieben:Da bin ich absolut deiner Meinung und wenn das auch in der katholischen Kirche so ist, dann ist das sehr gut!

Ich finde, man selbst ist entscheidend, wie ernsthaft man selber den Weg geht. Die Kirchenvertreter arbeiten viel zum Guten, aber nicht alle sind aufrichtig.
Tamahia hat geschrieben:Ich habe leider immer wieder mal gehört, dass die RKK teilweise nicht in solch einem guten Licht stünde und deshalb hat es mich interessiert, was sie denn genau vertreten. Was denn alles negativ an ihr sein könnte etc.

Naja... :) also vor kurzem wurde auf der Bischofskonferenz der Bericht über die Missbrauchsvorfälle vorgestellt, das ist abartig... Skandale, Pomp, Heuchelei, usw. (kurz: die Degeneration von Religion) erfolgt doch immer, gerade wenn man etwas institutionalisiert. Nur nehme ich an, als Christus den Grundstein für Seine Kirche gelegt hat, dass für Ihn die Vorteile die Nachteile überwogen haben.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Fr 5. Okt 2018, 19:56

Hallo Eddy

Also, was mich vorallem sehr verblüfft, wenn nicht sogar entsetzt hat, war, als mir jemand erzählt hatte, dass es in staatlichen Kirchen, wie eben auch beispielsweise in der RKK, es Pfarrer gäbe, die gar nicht wirklich gläubig wären. Dass für sie Pfarrer zu sein "nur" ein Beruf wäre wie andere Bäcker würden. Wenn dies tatsächlich stimmt, dann haut mich dies enorm aus den Socken! Wie kann man denn vom Evangelium predigen und gar nicht selbst daran glauben?

Was ich bei der RKK auch nicht gerade toll finde, ist ihr Anspruch der Unfehlbarkeit. Der Papst sei, soweit ich gehört habe, ja der Statthalter Jesu Christi und somit unfehlbar oder stimmt das so nicht?

Und dass man für Sündenvergebung Ablass bezahlen muss, auch das finde ich so nicht korrekt. Also in evangelikalen Kirchen haben ich gelernt, dass man direkt zu Jesus gehen könne, seine Schuld eingestehen, umkehren und um Vergebung bitten dürfe. Von Geld habe ich nichts gehört und in der Bibel auch nirgends gelesen.

Was die Säuglingstaufe anbelangt, muss halt jeder selbst wissen, was er glauben will. Für mich klingt es biblischer, dass man sich erst taufen lassen sollte, wenn man aus vollem Bewusstsein und aus freiem Willen sich dazu entschliesst, es tun zu wollen, als Zeichen der Umkehr.

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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Gnu » Sa 6. Okt 2018, 09:47

@Tamahia

Dass du dich von meinem Beitrag gestresst fühlst, kann ich verstehen. Es ist ja auch nur vom Hörensagen berichtet, und was ich so gelesen habe. Geschichte der Kirche hat mich eine zeitlang sehr interessiert, aber wenn man manche Bücher über das Mittelalter liest und mit der heutigen Zeit vergleicht, so könnte einen schon das nackte Grausen packen. Da fragt man sich dann, ob es möglich ist, dass heute noch solche Dinge sich ereignen. Irgendwann erkennt man dann, dass die Bosheit des Menschen sich nur verlagert hat, und bis jetzt noch nie verschwunden ist.

Wie lange ist es denn her, dass der Papst mit Hitler ein Reichskonkordat abgeschlossen hat und ihm damit grünes Licht gab? Vordergründig geschah das, um die Katholiken Deutschlands vor der NSDAP zu schützen. Wer aber die Sache genauer erforscht, merkt irgendwann, dass anders geredet als gehandelt wird.

Quelle: «Die Frau und das Tier» von Dave Hunt. Das Buch kann eventuell bei CLV als PDF-Datei heruntergeladen werden.

PS. Meine heutige Sicht der in diesem Buch berichteten Dinge ist leicht anders als die idealisierte Sicht von Dave Hunt. Als Erforscher der hebräischen Wurzeln des Evangeliums habe ich seither noch mehr Informationen über die Drahtzieher der Weltgeschichte und auch das Volk Gottes der Juden ist daran nicht unbeteiligt. Unterdessen bin ich so abgebrüht, dass ich niemandem mehr glaube, was er sagt, sondern nur was er zeigt, erzeugt bei mir so etwas Ähnliches wie Vertrauen.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon lionne » Sa 6. Okt 2018, 11:42

Gnu hat geschrieben:....Unterdessen bin ich so abgebrüht, dass ich niemandem mehr glaube, was er sagt, sondern nur was er zeigt, erzeugt bei mir so etwas Ähnliches wie Vertrauen.

:applause: "Wasser predigen und Wein saufen." :D
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Sa 6. Okt 2018, 13:13

Lieber Gnu

Also, ich finde es super, dass du vorsichtig bist und nachforschst. Es ist viel besser zu prüfen, als einfach jedem bedingungslos zu glauben, was er so von sich gibt.

Ich habe mich bisher nicht gross mit Geschichte befasst. Deshalb weiss ich vieles auch nicht. Dass gerade die RKK aber in der Vergangenheit viel Schaden angerichtet hat, also dies ist an mir auch nicht vorbei gegangen. Vermutlich bis heute ein Grund, warum sich Menschen von der Kirche und eben auch von Jesus (weil sie zwischen ihm und kirchlicher Institution und Religion) nicht unterscheiden können.

Anders aber, als es gewisse Prediger tun, will ich die RKK nicht einfach verteufeln. Es gibt immer wieder Prediger, die behaupten, dass die RKK der Antichrist wäre. Ich glaube, dass auch in der RKK nicht nur "Heilige" hocken. Aber ich glaube auch, dass es auch in dieser Kirche Pfarrer mit aufrichtigem Herzen gibt.

Bezüglich dem Antichristen, der Hure Babylons aus der Offenbarung, macht es für mich mehr Sinn, dass mit der Hure Babylons grundsätzlich die Institution Kirche gemeint sein könnte. Die Machthaber der Kirchen, egal ob Katholiken oder Protestanten oder Freikirchler oder wer auch immer, einfach die Institution dahinter. Menschen, die gar nicht von Gott ergriffen sind und nur fromm und religiös tun, aber Jesus nie als Herrn angenommen haben und ihn weder kennen noch eine Beziehung zu ihm haben. Also gar nicht wiedergeboren sind. Macht für mich Sinn, aber wie es letztendlich sein wird, werden wir ja sehen.

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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Sa 6. Okt 2018, 14:31

Tamahia hat geschrieben:Hallo Eddy
Also, was mich vorallem sehr verblüfft, wenn nicht sogar entsetzt hat, war, als mir jemand erzählt hatte, dass es in staatlichen Kirchen, wie eben auch beispielsweise in der RKK, es Pfarrer gäbe, die gar nicht wirklich gläubig wären. Wie kann man denn vom Evangelium predigen und gar nicht selbst daran glauben?

Hallo wieder,
leider ist es bei uns im Westen so, dass es große Spannungen gibt zwischen Moderne und Tradition. Ich glaube, was Du ansprichst, resultiert daraus. V.a. was das sog. "Übernatürliche" angeht gibt es große Differenzen. Hatte kath. Religionslehrer in der Schule, die immer die Wundertaten Jesu relativiert haben, wenn also der Blinde wieder sieht, dann wäre das symbolisch bzw. psychologisch zu deuten, usw. Aber dann kann natürlich das Wiedererscheinen Jesu nach seinem körperlichen Tod auch nicht sein, und damit hat man sich im Grunde seine eigene Religion kaputt gemacht - basiert sie doch auf etwas Unsterblichem, das von Jesus eindringlich demonstriert wurde.

Tamahia hat geschrieben:Was ich bei der RKK auch nicht gerade toll finde, ist ihr Anspruch der Unfehlbarkeit. Der Papst sei, soweit ich gehört habe, ja der Statthalter Jesu Christi und somit unfehlbar oder stimmt das so nicht?

Doch, sicher. In dogmatischer Hinsicht kann ich dem auch nichts abgewinnen, sondern es ist vielmehr der gebotene Gehorsam im Sinne einer spirituellen Erziehung, die ich darin sehe. Ebenso sind ja die Priester dem Bischof, und die Mönche ihrem Abt gehorsam, es werden darüber Gelübde abgelegt.
Es ist ja so, dass v.a. im kath. Christentum Christus der universelle Meister ist (Mt 23,8). In Asien, wo eine persönliche Meister-Schüler-Beziehung hochgehalten wird, spielt der Gehorsam gar keine besondere Rolle, weil der Meister schon auf das Ego des Schülers "achtgibt". Da es hier jedoch nicht so ist, gibt es den Gehorsam, oder anders gesagt die vollständige Unterordnung unter Gottes Willen. So verstanden macht die kirchliche Hierarchie also schon Sinn.

Andererseits ist es auch notwendig, lebende Beispiele vor sich zu haben. Da sind also die Starzen im orthodoxen Christentum, Seelenführer, Beichtväter im Katholizismus usw. zu denen man eben nicht nur zum Sündenbekenntnis gehen kann, sondern die auch so bei Problemen auf dem Weg den Gläubigen weiterhelfen.

Mir scheint, Du hast noch so die alte Überbewertung der Sünde im Hinterkopf. Aber sie ist ja nicht Selbstzweck, das ist ein falsches Verständnis, das leider die Kirche in der Vergangenheit verschuldet hat, und was dann bis heute ins andere Extrem umgeschlagen hat, das alles erlaubt scheint. Worum es geht ist spirituelles Wachstum, und dafür bildet Tugendhaftigkeit das Fundament, nicht mehr und nicht weniger.

Tamahia hat geschrieben:Was die Säuglingstaufe anbelangt, muss halt jeder selbst wissen, was er glauben will.

Das mit dem Taufritual finde ich allgemein unklar, und daher in vielen Fällen nicht authentisch, weil oft nur die Namensgebung damit verbunden ist, und nicht die Reinigung (?) oder die Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft. Wie es in den anderen Kirchen ist weiß ich nicht, meine persönliche Meinung: am besten man hätte es einfach in dem Sinne gelassen wie es bereits zur Zeit Jesu üblich war: wenn es gläubigen Eltern wirklich ein Anliegen ist, dann kommen sie zum Tempel und weihen ihr Kind Gott, in der Hoffnung dass es heilig werde.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Sa 6. Okt 2018, 15:10

eddy hat geschrieben:Hallo wieder,
leider ist es bei uns im Westen so, dass es große Spannungen gibt zwischen Moderne und Tradition. Ich glaube, was Du ansprichst, resultiert daraus. V.a. was das sog. "Übernatürliche" angeht gibt es große Differenzen. Hatte kath. Religionslehrer in der Schule, die immer die Wundertaten Jesu relativiert haben, wenn also der Blinde wieder sieht, dann wäre das symbolisch bzw. psychologisch zu deuten, usw. Aber dann kann natürlich das Wiedererscheinen Jesu nach seinem körperlichen Tod auch nicht sein, und damit hat man sich im Grunde seine eigene Religion kaputt gemacht - basiert sie doch auf etwas Unsterblichem, das von Jesus eindringlich demonstriert wurde.


Hm, spannend, was du da schreibst! Nachvollziehbar, wenn man an das Übernatürliche und Unsterbliche nicht glauben will, dann muss man es natürlich irgendwie wegdiskutieren. Aber ich frage mich dann, ob man als Pfarrer wirklich noch mit Leib und Seele hinter dem stehen kann, was man predigt. Mir kommt es dann mehr vor, als ob sie einfach aus einem Geschichtsbuch erzählen würden, so wie über Napoleon oder Ludwig der vierzehnte oder so.

eddy hat geschrieben:Doch, sicher. In dogmatischer Hinsicht kann ich dem auch nichts abgewinnen, sondern es ist vielmehr der gebotene Gehorsam im Sinne einer spirituellen Erziehung, die ich darin sehe. Ebenso sind ja die Priester dem Bischof, und die Mönche ihrem Abt gehorsam, es werden darüber Gelübde abgelegt.
Es ist ja so, dass v.a. im kath. Christentum Christus der universelle Meister ist (Mt 23,8). In Asien, wo eine persönliche Meister-Schüler-Beziehung hochgehalten wird, spielt der Gehorsam gar keine besondere Rolle, weil der Meister schon auf das Ego des Schülers "achtgibt". Da es hier jedoch nicht so ist, gibt es den Gehorsam, oder anders gesagt die vollständige Unterordnung unter Gottes Willen. So verstanden macht die kirchliche Hierarchie also schon Sinn.


Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Als Evangelikale ordne ich mich ja auch vollständig Gott unter. Auf jeden Fall ist es mein Wunsch und bitte Jesus mir dabei zu helfen. Was hat es denn genau damit zu tun, dass der Papst unfehlbar sein soll? Oder beziehst du dies jetzt auf den Statthalter Jesu Christi? Bist du denn der Meinung, dass der Papst in der Tat heilig ist? Ich meine als Mensch. In Christus sind wir ja alle heilig. Aber ich würde mich niemals heilig sprechen lassen. Entschuldige, wenn ich dich noch nicht richtig verstanden habe.

eddy hat geschrieben:Andererseits ist es auch notwendig, lebende Beispiele vor sich zu haben. Da sind also die Starzen im orthodoxen Christentum, Seelenführer, Beichtväter im Katholizismus usw. zu denen man eben nicht nur zum Sündenbekenntnis gehen kann, sondern die auch so bei Problemen auf dem Weg den Gläubigen weiterhelfen.


Okay. Das klingt doch gut.

eddy hat geschrieben:Mir scheint, Du hast noch so die alte Überbewertung der Sünde im Hinterkopf. Aber sie ist ja nicht Selbstzweck, das ist ein falsches Verständnis, das leider die Kirche in der Vergangenheit verschuldet hat, und was dann bis heute ins andere Extrem umgeschlagen hat, das alles erlaubt scheint. Worum es geht ist spirituelles Wachstum, und dafür bildet Tugendhaftigkeit das Fundament, nicht mehr und nicht weniger.


Das könnte ich mir vorstellen. Ich höre eben noch meinen Großvater reden, der ausgerufen hat, dass sie in der katholischen Kirche nur angelogen worden wären. Dass man drohend von der Kanzel herunter gepredigt hätte und nur Angst gemacht hätte. Und heute ist es wohl wirklich mehr ins Gegenteil umgeschlagen. Heute getrauen sich oftmals die Pfarrer gar nicht mehr das Wort Sünde, Busse oder Hölle in den Mund zu nehmen. Finde ich genauso fatal, weil man so die Leute in falscher Sicherheit wiegt.

eddy hat geschrieben:Das mit dem Taufritual finde ich allgemein unklar, und daher in vielen Fällen nicht authentisch, weil oft nur die Namensgebung damit verbunden ist, und nicht die Reinigung (?) oder die Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft. Wie es in den anderen Kirchen ist weiß ich nicht, meine persönliche Meinung: am besten man hätte es einfach in dem Sinne gelassen wie es bereits zur Zeit Jesu üblich war: wenn es gläubigen Eltern wirklich ein Anliegen ist, dann kommen sie zum Tempel und weihen ihr Kind Gott, in der Hoffnung dass es heilig werde.


Mir persönlich sagt es zu, wie es in evangelikalen Gemeinden gehandhabt wird. Dass man sich aus freien Stücken taufen lassen kann, als Zeichen der tatsächlichen Umkehr.

Merci für all die Infos und liebe Grüsse
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Sa 6. Okt 2018, 16:41

Tamahia hat geschrieben:Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Als Evangelikale ordne ich mich ja auch vollständig Gott unter. Auf jeden Fall ist es mein Wunsch und bitte Jesus mir dabei zu helfen. Was hat es denn genau damit zu tun, dass der Papst unfehlbar sein soll?

Okay, dann trenne ich das noch klarer (und hole wieder aus ;-) ). Die traditionelle Art von früher, die Dein Großvater noch mitgemacht hat, war objektivierter, d.h. es gab anerkannte Autoritäten wie die Hl. Schrift und v.a. was der Pfarrer in der Kirche gesagt hat, mit allgemeiner Gültigkeit. Wenn der Pfarrer gesagt hat, dass morgen nicht gearbeitet wird, dann wurde auch nicht gearbeitet.
Das hat sich stark verändert, die Moderne ist subjektiviert, d.h. es geht heute vielmehr um Selbstvergewisserung, also jeder einzelne will sich selbst von etwas überzeugen und die Vernunft spielt dabei eine große Rolle (wohl z.T. wieder als Gegenreaktion auf Vergangenes, wie ja auch Dein Großvater von "angelogen" spricht...).
Von daher glaube ich nicht, dass das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes was allgemeine Glaubensinhalte angeht (zB die Haltung gegenüber Abtreibung, gleichgeschlechtlicher Ehe, etc.), hier bei uns für die Mehrheit der Gläubigen noch eine Rolle spielt. Der Zeitgeist hat sich verändert.

Aber ich meine eben, dass die kirchliche Hierarchie und das Gebot des Gehorsams durchaus seine Begründung haben, wie oben beschrieben. Also wenn ich Bischof bin, und ich will das so, und der Papst sagt aber, ich solls anders machen, dann muss ich dem Folge leisten, Er ist ja für mich Stellvertreter Christi. Ebenso steht zB in der Benediktinerregel über den Abt: "Er vertritt im Kloster die Stelle Christi". Ihm gegenüber muss der Mönch seinen Eigenwillen aufgeben, weil der Abt ja dadurch unfehlbar gemacht ist.
Daher nochmal: es sollte nicht um starre Dogmen gehen, sondern um den lebendigen Glauben, und darum, darin zu wachsen (in diesem Beispiel Demut, Aufgabe des Ego, usw.)
Hoffe ich konnte klarer werden. Damit kann auch gezeigt werden, dass es sich manche zu einfach machen, die solche Dinge gänzlich als Blödsinn abtun. Wenn man versucht, auf den tieferen Sinn zu kommen, kann es sich dennoch als substantiell erweisen.

Tamahia hat geschrieben:Bist du denn der Meinung, dass der Papst in der Tat heilig ist?

Das ist er ja so noch nicht, sondern das muss auch bei einem Papst sein Leben zeigen. Da braucht es mehreres, u.a. drei Wunder glaube ich, was dann im Heiligsprechungsprozess geprüft wird...
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Sa 6. Okt 2018, 19:23

Lieber Eddy

Okay, vielen Dank für all die Erklärungen! Dies habe ich nicht gewusst.

Ich denke, dass wir in der heutigen Zeit ja auch ein gewisses Privileg haben. Wir können auswählen, welcher Kirche wir uns anschliessen möchten. Wir können selbst die Bibel lesen und entscheiden, welche Lehre wir als Wahrheit betrachten. Für mich persönlich, jeder der bekennt, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, dass er begraben und am dritten Tag auferweckt wurde und er somit heute lebt, ist für mich ein Bruder oder eine Schwester. Denn dies ist das Evangelium. Über alles andere kann man verschiedene Meinungen haben und sehr gerne diskutieren.

Danke dir und liebe Grüsse
Tamy
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Sa 6. Okt 2018, 19:35

Meine besten Wünsche und Grüße auch für Dich!
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Habatom » So 7. Okt 2018, 23:33

Hallo Eddy,

Ist es nicht so, das ich als Christ lediglich meinem eigenem Verständnis bezüglich der rechten Lehre Gottes verpflichtet bin?

Wie kann sich dann ein einzelner Mensch, der sich Stellvertreter Christi auf Erden nennt, das alleinige Recht auf die rechte, gesunde, biblische Lehre zu eigen machen, wenn die Bibel davon spricht, dass alle Christen Botschafter an Christi statt sind?
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Johelia » Mo 8. Okt 2018, 02:18

Sali Tamy

Die Familie meiner Frau ist auch katholisch und sie haben ein sehr aktives Glaubensleben mit Musik und Jugendgruppen.
In ihŕem Dorf läuft gerade eine Serie von Rosengebeten, bei denen immer mit ca. 30 Leuten ein Haus besucht wird. Da werden dann für das Haus , die Leute und das Dorf Kränze gebetet.

Der grösste Unterschied von der Rkk zu uns Evangelikalen ist wohl das Bibelverstandniss. Die Rkk hat für sich über die Jahrhunderte immer wieder Fragen beantwortet und in Konzilen festgehalten wie zu Glauben ist.
Daraus ist dann ein System niedergeschrieben worden das weltweit so gelehrt wird. Für fast alles gibt es ein Büchlein oder Texte wie was abläuft. In der Bibel lesen die katholiken sehr wenig, weil ja alles schon mal vorbereitet geschrieben wurde.

Soweit mal jetzt.

Äs Grüessli
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Mo 8. Okt 2018, 13:07

Lieber Johel

Ja richtig, auch Gnu hat doch oben so etwas erwähnt gehabt. Von diesen Konzilen habe ich schon gehört. Aber ich habe gemeint, dass dort unsere heutige Bibel entstanden wäre. Es hat ja beispielsweise noch weitere Evangelien gegeben, als die vier (Matthäus, Lukas, Markus und Johannes) und dass man sich bei diesen Konzilen geeinigt hätte, welche Briefe oder Evangelien in die Heiligen Schrift aufgenommen würden. Dass sie sonst zu allem noch ihr Beigemüse haben und in erster Linie dieses zitieren, wusste ich nicht.

Meine Mutter und mein Bruder sind nach wie vor Katholiken. Meine Mutter ist gläubig seit Kindstagen an, bei meinem Bruder habe ich keine Ahnung, wo er steht, da mein Verhältnis zu ihm sehr angespannt ist und wir nie ernsthafte Gespräche führen.

Meine Eltern sind geschieden. Wie erwähnt, waren meine Mutter, mein Bruder und ich früher in die katholische Messen gegangen. Nach meiner Firmung, ging ich nicht mehr. Einen Zugang zu Jesus hatte ich nie bekommen. Ich wusste gar nicht, dass man ihm sein Leben übergeben und eine Beziehung zu Gott haben darf. Ich hatte null Bezug gehabt zu dieser Kirche. Die Predigten sagten mir nichts. Das Einzige, was mich damals begeisterte und motivierte, war das Spielen im Kirchenorchester gewesen. Dies war voll mein Ding gewesen.

Drei Jahre später hatten sich meine Mutter und mein Vater getrennt. Seit dem Zeitpunkt an, war meine Mutter von den anderen bekannten Kirchengänger geächtet worden. Man ignorierte sie oder wechselte sogar die Strassenseite oder den Sitzplatz im Bus. Man gab ihr zu verstehen, dass sie eine Sünderin wäre und man somit mit ihr nichts mehr zu tun haben wolle und sie in der Kirche auch nicht mehr willkommen wäre.

Aus heutiger Sicht als Evangelikale, kann ich dieses Verhalten nicht gut heissen und finde es erbärmlich. Genau in diesem Verhalten der Kirche suche ich wieder das Evangelium. Und ich frage mich, ob die Leute dort, dieses überhaupt verstanden haben. Sie ging nie mehr in unsere alte Ortsgemeinde, trat aber aus der katholischen Kirche nicht aus im Gegensatz zu mir.

Vor ein paar Wochen ist meine katholische Grossmutter mütterlicherseits verstorben. An der Beerdigung hatte ein katholischer Pfarrer die Abtankung und den anschliessend Gottesdienst gehalten. Am Grab haben seine Worte für mich geklungen, als ob wir alle nach dem Tod in den Himmel kämen. Später bei der Messe hatte er es anders formuliert gehabt. Leider befürchte ich, dass jemand, der das Evangelium nicht kennt, nicht verstanden habe könnte, was er überhaupt hatte sagen wollen. Er sprach von einem Angebot Gottes, welches jeder Mensch annehmen dürfte. Aber was genau dieses Angebot wäre, hatte er nicht konkretisiert. Dies erlebe ich bei Evangelikalen anders. Dort erlebte ich eine unmissverständliche, konkrete Formulierung des Evangeliums und was der Mensch jetzt tun könne, um die Vergebung der Sünden zu erhalten und um in eine Beziehung zu Gott kommen zu können.

Wie ich es Eddy schon gesagt habe, sehe ich die RKK nicht pauschal als negativ an. Beispielsweise habe ich meine Mutter einmal in einen Gottesdienst der momentanen Freikirche eingeladen gehabt. Es hatte ihr nicht gefallen. Der Gottesdienst war ihr zu jugendlich, zu modern, zu ausgelassen, zu witzig etc gewesen und ich kann sie verstehen. Deshalb finde ich es gut, dass man heute auswählen kann, in welche Kirche man gehen möchte. Sie mag es konservativer und dies kann ich sehr gut nachvollziehen. Deshalb ist die RKK ja auch nicht schlecht. Allerdings ist sie für mich nichts. An der Beerdigung erlebte ich den Gottesdienst dermassen als konservativ, schwerfällt, einsilbig und langfädig. Ich hatte Mühe nicht gedanklich abzuschweifen, obwohl ich grundsätzlich mit den Worten des Pfarrers einverstanden gewesen war. Aber eben, meiner Meinung nach, hätte er das Evangelium ganz klar formulieren und nicht so unverständlich andeuten sollen.

Was mich persönlich übrigens noch interessieren würde, worauf stützt sich die RKK betreffend dem Zölibat? Paulus erwähnt ja schon, dass es vorteilhaft wäre nicht zu heiraten, aber ich lese nirgends, dass man als Pfarrer nicht heiraten dürfe. Ich lese nur, dass ihre Familie intakt sein müsse. Die Kinder wohl erzogen und die Frau keine Schwätzerin oder so etwas in der Art.

Liebe Grüsse
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon firebird » Mo 8. Okt 2018, 13:31

Hallo zusammen,

bis jetzt habe ich hier nur mitgelesen. Dieser Erfahrungsaustausch unter euch RKK-Leuten finde ich sehr interessant. Selbst bin ich in einem reformierten Elternhaus aufgewachsen. Doch im Laufe meines Christseins habe ich mir so häppchenweise die Lehre der RKK angeschaut. Vor einigen Jahren besuchte ich in der Surselva in der RKK eine Weihnachtsmesse. Doch bei der Eucharistiefeier mit versprühen von Weihrauch wurde es mir ehrlich gesagt etwas unheimlich.

Im Zusammenhang mit der Eucharistie (in der reformierten Kirche das Abendmahl) kommt dann die Transsubstantiation ins Spiel. Das heisst beim Klang des Glöckleins verwandelt sich das Brot in das Fleisch Jesu Christi und der Wein verwandelt sich ins Blut Jesu Christi. Dies gemäss RKK-Lehre natürlich. Unter den Katholiken gibt es doch auch manche gescheite Köpfe die in einer Akademiker-Laufbahn sind. Einem Kind das noch an den Samichlaus glaubt, dem kann man solche Dinge noch angeben. Doch wie geht ein denkender erwachsener Katholik damit um?

Freundlicher Gruss
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Mo 8. Okt 2018, 14:37

firebird hat geschrieben:Im Zusammenhang mit der Eucharistie (in der reformierten Kirche das Abendmahl) kommt dann die Transsubstantiation ins Spiel. Das heisst beim Klang des Glöckleins verwandelt sich das Brot in das Fleisch Jesu Christi und der Wein verwandelt sich ins Blut Jesu Christi.


:o Also das wusste ich bisher auch nicht! Vielleicht steht dies ja auch so, in ihren zusätzlichen Schriften, wie sie Gnu oder Johelia erwähnt haben. :?: Gehen wir mal davon aus, dass sie dies wirklich so glauben und handhaben. Da frage ich mich aber, was denn das jetzt genau bewirken soll? Man isst somit dann Jesus Leib und trinkt sein Blut? Und dann? Wird man dadurch nun heilig oder dadurch wird einem dann die Sünden vergeben oder dadurch hat man dann Beziehung zu Gott? Also, mich würde es auch interessieren, weshalb dies so gelehrt und gehandhabt wird...

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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon lionne » Mo 8. Okt 2018, 16:22

firebird hat geschrieben:Im Zusammenhang mit der Eucharistie (in der reformierten Kirche das Abendmahl) kommt dann die Transsubstantiation ins Spiel. Das heisst beim Klang des Glöckleins verwandelt sich das Brot in das Fleisch Jesu Christi und der Wein verwandelt sich ins Blut Jesu Christi.

Ich bin ja nun auch katholisch aufgewachsen und habe die verschiedenen Sakramente (Taufe, 1. Kommunion, Firmung, Ehe) empfangen.
Auch ging ich während der Schulzeit jeden Sonntag mit meinem Vater und meinem Bruder zur Messe. Gleichzeitig ging ich während der Schulzeit auch in den sog. "Unterricht" der kath. Kirche. (Jeden Mittwoch am einzigen schulfreien Mittwochnachmittag! :oops: )
So wie ich das in Erinnerung habe, ist die Eucharistie das Herz- und Kernstück der Messe. Nach katholischer Lehre ist im gewandelten Brot und Wein (>>> Wandlung) Jesus Christus mit seinem Leib und Blut wahrhaft gegenwärtig. Diese Auffassung vertreten nicht nur Katholiken, sondern in unterschiedlicher Ausprägung auch Orthodoxe, Anglikaner, Altkatholiken, Lutheraner und Methodisten (aus Wiki).
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon onThePath » Mo 8. Okt 2018, 17:11

Melde mich, weil ich bis zum Alter 14 Jahre auch gut katholisch aufgewachsen bin.

Lionne, jetzt Frage ich doch mal meine Frau, wie das Orthodoxe mit der Eucharistie sehen.

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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Mo 8. Okt 2018, 20:33

Habatom hat geschrieben:Wie kann sich dann ein einzelner Mensch, der sich Stellvertreter Christi auf Erden nennt, das alleinige Recht auf die rechte, gesunde, biblische Lehre zu eigen machen, wenn die Bibel davon spricht, dass alle Christen Botschafter an Christi statt sind?

Servus,
wie oben gesagt, kann ich (und der moderne Zeitgeist wohl generell) damit auch nicht viel anfangen. Ich habe oben abgegrenzt zwischen dem starr Dogmatischen und dem, was dem spirituellen Wachstum dient (und das kann man natürlich weiterführen, Dogma der Jungfräulichkeit Mariens, usw...)
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Zuletzt geändert von eddy am Mo 8. Okt 2018, 21:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Mo 8. Okt 2018, 20:48

lionne hat geschrieben:So wie ich das in Erinnerung habe, ist die Eucharistie das Herz- und Kernstück der Messe. Nach katholischer Lehre ist im gewandelten Brot und Wein (>>> Wandlung) Jesus Christus mit seinem Leib und Blut wahrhaft gegenwärtig. Diese Auffassung vertreten nicht nur Katholiken...

Diese Eucharistie oder heilige Kommunion ist ja nicht nur Herz- und Kernstück der Messe, sondern der Religion an sich. Hier ist die Einswerdung mit Gott symbolisch auf den Punkt gebracht. Mehr geht nicht ;-)
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Mo 8. Okt 2018, 20:55

Johelia hat geschrieben:Die Familie meiner Frau ist auch katholisch und sie haben ein sehr aktives Glaubensleben mit Musik und Jugendgruppen.
In ihŕem Dorf läuft gerade eine Serie von Rosengebeten, bei denen immer mit ca. 30 Leuten ein Haus besucht wird. Da werden dann für das Haus , die Leute und das Dorf Kränze gebetet.

Wow, das klingt richtig gut, hätte das im Katholischen irgendwie gar nicht mehr so erwartet (muss ich gestehen). Wo ist das? Bestimmt irgendwo in den Bergen... :)
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Johelia » Di 9. Okt 2018, 00:32

eddy hat geschrieben:
Johelia hat geschrieben:Die Familie meiner Frau ist auch katholisch und sie haben ein sehr aktives Glaubensleben mit Musik und Jugendgruppen.
In ihŕem Dorf läuft gerade eine Serie von Rosengebeten, bei denen immer mit ca. 30 Leuten ein Haus besucht wird. Da werden dann für das Haus , die Leute und das Dorf Kränze gebetet.

Wow, das klingt richtig gut, hätte das im Katholischen irgendwie gar nicht mehr so erwartet (muss ich gestehen). Wo ist das? Bestimmt irgendwo in den Bergen... :)


Sali Eddy

Hast du demnach bemerkt, dass ich ein "Bergler" bin. :lol:

Aber um deine Frage zu beantworten: Nein nicht in den Bergen Europas.

Die beschriebenen Haus-Rosengebete finden in Südost Asien statt.
(Asien ist weit weg von Rom, hier läuft alles etwas fröhlicher ab.)

Äs Grüssli
Johel :praise:
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon John1955 » Di 9. Okt 2018, 19:59

Tamahia hat geschrieben:Lieber Eddy

Okay, vielen Dank für all die Erklärungen! Dies habe ich nicht gewusst.

Ich denke, dass wir in der heutigen Zeit ja auch ein gewisses Privileg haben. Wir können auswählen, welcher Kirche wir uns anschliessen möchten. Wir können selbst die Bibel lesen und entscheiden, welche Lehre wir als Wahrheit betrachten. Für mich persönlich, jeder der bekennt, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, dass er begraben und am dritten Tag auferweckt wurde und er somit heute lebt, ist für mich ein Bruder oder eine Schwester. Denn dies ist das Evangelium. Über alles andere kann man verschiedene Meinungen haben und sehr gerne diskutieren.

Danke dir und liebe Grüsse
Tamy


Somit kann ich nicht Dein Bruder sein Tamy, kann ich bestens verkraften. Ich halte mich nämlich konsequent an das von Jesus Christus überall verbreitete Evangelium und das bezieht sich NICHT auf seine Kreuzigung.

Erfreulicherweise anerkennt Jesus all jene als SEINE Brüder und Schwestern, welche den Willen seines Vaters im Himmel tun. Diese "Verwandtschaft" ist mir wichtig.

Gruss John
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Di 9. Okt 2018, 20:36

John1955 hat geschrieben:Somit kann ich nicht Dein Bruder sein Tamy, kann ich bestens verkraften. Ich halte mich nämlich konsequent an das von Jesus Christus überall verbreitete Evangelium und das bezieht sich NICHT auf seine Kreuzigung


Schade, wenn für dich Jesus Tat am Kreuz nicht das Evangelium ist, dann weiss ich nicht, von welchem "Evangelium" du redest. Beirren kannst du mich nicht mit deiner Aussage.

1. Korinther 15
1 Nun will ich euch noch einmal an die gute Botschaft erinnern, liebe Brüder, die ich euch verkündet habe. Ihr habt sie damals angenommen, und sie ist auch heute das Fundament eures Glaubens. 2 Durch sie werdet ihr gerettet, wenn ihr daran festhaltet genau so, wie ich sie euch verkündet habe - es sei denn, ihr seid vergeblich zum Glauben gekommen. 3 Ich habe euch das weitergegeben, was am wichtigsten ist und was auch mir selbst überliefert wurde - dass Christus für unsere Sünden starb, genau wie es in der Schrift steht. 4 Er wurde begraben und ist am dritten Tag von den Toten auferstanden, wie es in der Schrift steht. 5 Er wurde von Petrus gesehen und dann von den zwölf Aposteln.


Alles Gute
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Habatom » Di 9. Okt 2018, 20:47

eddy hat geschrieben:
lionne hat geschrieben:
Diese Eucharistie oder heilige Kommunion ist ja nicht nur Herz- und Kernstück der Messe, sondern der Religion an sich. Hier ist die Einswerdung mit Gott symbolisch auf den Punkt gebracht. Mehr geht nicht ;-)



Was bedeutet eine Mahlsgemeinschaft mit unserem Herrn Jesus für dich?

- wenn es heißt:

Offenbarung 3,
20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir.



Wie werden wir Eins mit unserem Herrn und er mit uns?


Wenn Jesus nun das Brot bricht (was uns unser Vater im Himmel gab) und es seinen Jüngern gibt, davon zu essen.
Was bedeutet dieses Geschehen hinsichtlich der Lebens/Liebesgemeinschaft von Christen untereinander?

Wenn Jesus uns aus dem Kelch des Heils (die Vergebung, die uns erwirkt worden ist durch sein vergossenes Blut) trinken lässt?

Ist es nicht hier in der Gemeinschaft der Christen, die sich untereinander mit dem "Brot" - der geistlichen und leiblichen Nahrung beschenken, die der andere nötig hat dann nicht der Verweis darauf, hier dann auch einander zu vergeben. Wie Jesus uns vergeben hat?

Sooft wir also dieses praktizieren, einander das Brot brechen und für den anderen sorgen bei unseren Zusammenkünften. Sooft wir hier dem anderen seine Schuld nicht anrechnen, ihm nicht nachtragen, weil Jesus uns vergeben hat. Weil ein einmaliges Opfer durch Jesus zur Sühnung unserer Schuld erbracht worden ist.


Sooft stellen wir auch den Leib des Herrn (als seine Glieder - er das Haupt) hier auf Erden dar.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Di 9. Okt 2018, 22:46

Habatom hat geschrieben:Was bedeutet eine Mahlsgemeinschaft mit unserem Herrn Jesus für dich?

Es gibt Sein und Werden. Wir werden etwas, das wir schon sind. Daher ist es angebracht, das große Ziel ins Heute zu stellen.
zB Joh 14,20: dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir seid und ich in euch.
Das ist natürlich auch philosophisch korrekt, da eine absolute Existenz nur Eines sein kann. Vielheit gibt es nur in dieser relativen Welt. Es kann nicht zwei Gott geben. Wenn der Mensch also zu seinem Ursprung zurückkehrt, der seine Ebenbildlichkeit mit Gott ist, dann ist das eben diese unio mystica, die in der RKK bei jedem Gottesdienst zelebriert wird.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon lionne » Mi 10. Okt 2018, 10:06

Habatom, bitte richtig zitieren! (>>> Posting 9.10, 20:47h)
Ich weiss, ist nicht ganz einfach... überprüfen mit "Vorschau"). :D
Gruss lionne
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Columba » Do 11. Okt 2018, 18:44

Tamahia hat geschrieben:
firebird hat geschrieben:Im Zusammenhang mit der Eucharistie (in der reformierten Kirche das Abendmahl) kommt dann die Transsubstantiation ins Spiel. Das heisst beim Klang des Glöckleins verwandelt sich das Brot in das Fleisch Jesu Christi und der Wein verwandelt sich ins Blut Jesu Christi.


:o Also das wusste ich bisher auch nicht! Vielleicht steht dies ja auch so, in ihren zusätzlichen Schriften, wie sie Gnu oder Johelia erwähnt haben. :?: Gehen wir mal davon aus, dass sie dies wirklich so glauben und handhaben. Da frage ich mich aber, was denn das jetzt genau bewirken soll? Man isst somit dann Jesus Leib und trinkt sein Blut? Und dann? Wird man dadurch nun heilig oder dadurch wird einem dann die Sünden vergeben oder dadurch hat man dann Beziehung zu Gott? Also, mich würde es auch interessieren, weshalb dies so gelehrt und gehandhabt wird...

Liebe Grüsse
Tamy


Nein, es ist nicht genau so, dass die Glöcklein direkt etwas mit der Wandlung zu tun hat. Es ist nur ein Zeichen, dass es um etwas Wichtiges geht. Siehe auch

http://theoblog.tobiasspeck.de/blog/201 ... -wandlung/


Grüsse Columba
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht;
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Do 11. Okt 2018, 19:12

Danke Columba für den Link! Aber ich verstehe das offen gesagt nicht. Jesus wohnt doch durch den Heiligen Geist im Gläubigen und ist somit immer da. Glauben denn die Katholiken, dass Jesus nur da ist, wenn das Abendmahl abgehalten wird?

Liebe Grüsse
Tamy
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Habatom » Do 11. Okt 2018, 19:39

eddy hat geschrieben:
Habatom hat geschrieben:Was bedeutet eine Mahlsgemeinschaft mit unserem Herrn Jesus für dich?

Es gibt Sein und Werden. Wir werden etwas, das wir schon sind. Daher ist es angebracht, das große Ziel ins Heute zu stellen.
zB Joh 14,20: dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir seid und ich in euch.
Das ist natürlich auch philosophisch korrekt, da eine absolute Existenz nur Eines sein kann. Vielheit gibt es nur in dieser relativen Welt. Es kann nicht zwei Gott geben. Wenn der Mensch also zu seinem Ursprung zurückkehrt, der seine Ebenbildlichkeit mit Gott ist, dann ist das eben diese unio mystica, die in der RKK bei jedem Gottesdienst zelebriert wird.



Hallo Eddy,

das wir etwas werden was wir schon sind, sehe ich im Abendmahlsgeschehen nicht begründbar.

Wir stellen dort nämlich etwas dar. Den Leib Jesu. Stiften diesem Leib, diesem Sterben Jesu dann dort ein Gedächtnis für unsere Mitmenschen, wo wir wie Jesus es seinen Jüngern am Gründonnerstag vormachte, einander unser Brot brechen. Einander lieben, wie Jesus uns geliebt hat. Das Neu Gebot was Jesus seinen Jüngern gab.


Der Mensch kann dann nicht zu seinem Ursprung zurück kehren. Sein Ursprung war in Eden und Eden ist seitdem verschlossen für den Menschen. Er muss vielmehr erst sterben, in der Taufe - der Umkehr von seinen bösen Werken hin zu Gott, um dann Vergebung der Sünden zu erfahren und durch den heiligen Geist zum Kind Gottes werden.
In Eden war er lediglich nur ein Geschöpf Gottes. Noch nicht im Status eines Gottes Kindes. Denn Jesus war hier der Erstgeborene Sohn Gottes.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Do 11. Okt 2018, 20:35

Tamahia hat geschrieben:Aber ich verstehe das offen gesagt nicht. Jesus wohnt doch durch den Heiligen Geist im Gläubigen und ist somit immer da. Glauben denn die Katholiken, dass Jesus nur da ist, wenn das Abendmahl abgehalten wird?

Liebe Tamy,
das Wort "Glauben" in Deiner Antwort bezieht sich auf einen Glaubensgrundsatz - aber es geht doch um den lebendigen Glauben, dass Er wirklich mit uns und in uns ist, und das soll dieses Sakrament vergegenwärtigen.
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon eddy » Do 11. Okt 2018, 20:44

Habatom hat geschrieben:Wir stellen dort nämlich etwas dar. Den Leib Jesu. Stiften diesem Leib, diesem Sterben Jesu dann dort ein Gedächtnis für unsere Mitmenschen, wo wir wie Jesus es seinen Jüngern am Gründonnerstag vormachte, einander unser Brot brechen. Einander lieben, wie Jesus uns geliebt hat. Das Neu Gebot was Jesus seinen Jüngern gab.

Ja, natürlich ist das Abendmahl der Ausdruck Seiner Barmherzigkeit, die Er auch von uns einfordert. Doch dies geschieht, weil Er uns an Sich ziehen will. Das ist Seine Sehnsucht.
Christus sagt: "Ich bin das Brot des Lebens." Und weiter: "Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit." Das bedeutet doch: Wer zu Ihm geworden ist. Oder mit den Worten Paulus: "So lebe nun nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir." (Gal 2,20)
Aber gut, das sind wirklich sehr hohe Dinge, und wir alle sind davon noch sehr weit weg... Religion an sich erfordert eine vollständige Entsagung, und dazu sind leider nur ganz wenige fähig. Was bleibt ist Kleinarbeit...
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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Tamahia » Do 11. Okt 2018, 21:51

eddy hat geschrieben:Liebe Tamy,
das Wort "Glauben" in Deiner Antwort bezieht sich auf einen Glaubensgrundsatz - aber es geht doch um den lebendigen Glauben, dass Er wirklich mit uns und in uns ist, und das soll dieses Sakrament vergegenwärtigen.


Äh, es soll vergegenwärtigen, was ich jeden Tag mit meinem Herrn lebe? Die Beziehung zu meinem Herrn? Okay, von mir aus, wenn man sich mit diesem Sakrament daran erinnern will, was ich täglich mit Jesus lebe? Von mir aus. Wenn man das braucht? Ich persönlich brauche keine Erinnerung, denn mein erster Gedanke nach dem Erwachen gilt bereits Jesus. Und so geht es durch meinen Tag. An ihn denken, mit ihm reden, ihm danken etc. Dafür brauche ich kein Sakrament... :?:

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Re: Was lehrt die RKK betreffend dem Evangelium?

Beitragvon Habatom » Do 11. Okt 2018, 22:23

eddy hat geschrieben:
Habatom hat geschrieben:Wir stellen dort nämlich etwas dar. Den Leib Jesu. Stiften diesem Leib, diesem Sterben Jesu dann dort ein Gedächtnis für unsere Mitmenschen, wo wir wie Jesus es seinen Jüngern am Gründonnerstag vormachte, einander unser Brot brechen. Einander lieben, wie Jesus uns geliebt hat. Das Neu Gebot was Jesus seinen Jüngern gab.

Ja, natürlich ist das Abendmahl der Ausdruck Seiner Barmherzigkeit, die Er auch von uns einfordert. Doch dies geschieht, weil Er uns an Sich ziehen will. Das ist Seine Sehnsucht.
Christus sagt: "Ich bin das Brot des Lebens." Und weiter: "Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit." Das bedeutet doch: Wer zu Ihm geworden ist. Oder mit den Worten Paulus: "So lebe nun nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir." (Gal 2,20)
Aber gut, das sind wirklich sehr hohe Dinge, und wir alle sind davon noch sehr weit weg... Religion an sich erfordert eine vollständige Entsagung, und dazu sind leider nur ganz wenige fähig. Was bleibt ist Kleinarbeit...



Hallo?

wo liest du etwas von "Ausdruck seiner Barmherzigkeit, die er auch von uns einfordert" ?

Barmherzig bedeutet sich dem Nächsten zu erbarmen. Sich ihm zu zuwenden in seiner Not.

Das Abendmahl ist aber ausdrücklich von Jesus an die Jünger (an die Gemeinde) gerichtet. Hier kann es also nicht um allgemeine Barmherzigkeit gehen.

Einfordern tut Jesus dann auch nichts. Er sagt: So oft ihr dies tut, verkündigt ihr..."

Dies ist ganz offensichtlich keine Aufforderung oder Einforderung von Jesus. Es ist ein Fakt. Eine Tatsache. Die sich in einer Handlung ausdrückt.
Einander das Brot zu brechen. Aus dem Kelch des Heils (der Vergebung die Jesus für uns erwirkt hat) zu schöpfen.

Christus ist das Brot des Lebens. Richtig. Und wir sind dann aber als seine Jünger, die wir dieses darstellen in der Mahlsgemeinschaft mit dem Herrn (Offenbarung 3,
20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen [u]und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir
[/u]

schon verbunden. Sind schon in Christus als Christen.
Werden also nicht erst durch eine quasie magische Handlung in diesen Zustand erst versetzt in dem wir Brot und Wein zu uns nehmen.


Du sprichst weiter davon, das dies sehr hohe Dinge sind und "wir" - wer ist wir? - noch sehr weit weg davon - von was? -- und warum sprichst du nicht von Dir in der Einzahl?

Religion - ist per Definition dann der Versuch aus eigener Anstrengung dem Willen Gottes gerecht zu werden.

Du sprichst dann von vollständiger Entsagung zu der nur ganz wenige fähig sind.
Wer sind diese wenigen und kennst du welche?

Und was verstehst du unter Kleinarbeit?
Wer stetig sich bemüht?

Nein - du irrst. Die katholische Kirche irrte sich hier, wenn sie meinte man müsste im Brot und Wein eine Beziehung zum Herrn Jesus darstellen, aus welchen sich dann Brot und Wein bei einer Segnung in den Leib des Herrn verwandeln tue.

Das ist magisches Denken. Von Aristoteles geprägt. Welcher allen Dingen auch eine göttliche Dimension beimaß.

Jesus selbst gilt es als Brot des Lebens aufzunehmen. Hier dann in seinen Tod hineingetauft zu werden, auf das wir dann sagen können, nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.

Und aus diesem Zustande heraus, den ich in Christus innehabe, breche ich dann das Brot für den anderen. Lebe aus der Gnade - trinke täglich aus dem neuen Kelch, dem neuen Bund der Gnade. Weil ich weiß, das Jesus mir vergeben hat und so auch ich nun dem anderen seine Verfehlungen vergeben kann.
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