Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Diskussion über Newsmeldungen, Leserbriefe

Moderator: kingschild

Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Livenet.ch » Mo 15. Nov 2004, 11:48

Schreiben Sie hier Ihre Meinung zum Artikel.

http://www.livenet.ch/www/index.php/D/article/196/19707
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Yehudit » Mo 15. Nov 2004, 22:42

Über dieses Thema hats anscheinend mal eine Sendung gegeben. Klich hier drauf
Ich finde es sehr gefährlich. Wo will man Grenzen ziehen? Haben wir überhaupt das Recht, einem Menschen zum Tod zu verhelfen? Ist es in diesen Fällen wirklich der Wille des Patienten und ist er wirklich noch fähig, dies mit "klarem" Kopf zu entscheiden?

Grüessli Yehudit
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Scardanelli » Mi 17. Nov 2004, 15:25

Ich würde davon ausgehen, dass jeder Mensch, der einen anderen, ihm fremden Menschen im Sinne einer Institution um Sterbehilfe bittet, klar bei Verstand ist, denn schon die Hinwendung an eine Institution setzt eine regelrechte Verstandesleistung voraus. Und um Sterbehilfe wird ein psychisch Kranker wohl nur dann bitten, wenn er seinen Sterbewunsch als moralisch einwandfrei bewertet. Institutionalisiert, ist dann ein Sterbewunsch genauso wie das Verlangen, eine partnerschaftliche Bindung als Heirat öffentlich zu machen. So eine Form eines Sterbewunsches ist das Verlangen nach Würde im endgültigen Abgang. So ein Mensch will insofern in Würde sterben, als er sich von der menschlichen Gemeinschaft die Anerkennung seines Wunsches einfordert.

Das Sterbeverlangen eines psychisch kranken Menschen, wird in aller Regel durch Depressionen ausgelöst sein und Depressionen kommen bei fast allen psychischen Krankheiten vor, also nicht nur bei dem ausgesprochenen klinischen Krankheitsbild der endogenen Depression. Man kann Depressionen als Krankheitsbild wie eine geistige Autoimmunkrankheit insofern vergleichen, als dass sie schon an sich selbst extrem lebensfeindlich ist und es daran fast wie ein Wunder erscheinen muss, welche kompensatorischen Kräfte ein Betroffener aufgebracht hat, um überhaupt noch zu leben. Wenn man schon so weit ist, dass man gar keine Worte mehr dafür finden kann, warum man angesichts des ausgesetzten Leides überhaupt noch am Leben ist, dann sind eigentlich die in einer Erklärungsnot, die einem solchen das Leben dann noch andienen wollen.

Auch hier scheint mir das Jesuswort zuzutreffen: wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Hier so angewandt, dass nur der Urteilen sollte, der nicht seine Interessen bei diesem Thema vertreten will, sondern die des Hilfesuchenden. Die meisten dieser Menschen würden sich sowieso selbst das Leben nehmen, aber sie bieten die letzten Kräfte ihres depersonalisierten Selbst auf, um in Würde, also allgemein anerkannt zu sterben.
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Doktorfisch » Mo 18. Apr 2005, 21:33

Hallo!

Nachdem ich schon meine Meinung zu Frau Schiavos Sterben
im Forum geäußert habe wird meine Besorgniss und Angst immer größer ob der Diskussionen welche mittlerweile geführt werden.
Nun soll womöglich auch über das Sozialverträgliche Ableben von Psychisch Kranken eine weitere "Werteordnung" geschaffen werden um zu begründen das die Behandlung zu teuer und Ineffizient zu sein scheint.Weiterhin sind diverse Auswirkungen welche Psychisch Kranke bisweilen "anzurichten" imstande sind eventuell eine weitere Grundlage.
Bisweilen scheint mir die Sichtweise von ganzen Gruppen der Bevölkerung wie auch schon früher sehr einseitig.
Regelmäßig wird unterdrückt bzw. vergessen das es jede Gruppe von Menschen in unterschiedlichsten Situationen des Lebens betreffen kann.
Das in der heutigen Zeit von vielen Medizinern und Krankenkassen über eine konstant zunehmende Welle von Psychischen Erkrankungen geklagt wird ist mir völlig klar
und ohne weiteres erklärbar.
Anscheinend sind die Gründe von Psychischen Erkrankungen
nicht jedemann ersichtlich.
Natürlich gibt es Phsychische Erkrankungen welche Organisch bedingt sind.Auch sind Depressionen ,heute eine Volkskrankheit,eine sehr häufig nicht rechtzeitig und nicht Diagnostizierte Psychische Erkrankung.
Meistens sind diese Menschen despersonalisiert!
Warum,-weil diese keine Antwort wissen und letzendlich nicht
erfahren!!! Und deshalb wollen Menschen anerkannt Sterben oder Sterben sowiso?Dieses Sterben ist noch von keiner Seite
Akzeptiert worden.Zu Recht!
Ob nun Endogen oder exogen!
Ernsthaft wird die Frage gestellt ob ein Psychisch Kranker
mit Sterbehife oder unterlassen von Behandlungsmöglichkeiten
vom Leben zum Tode befördert wird oder soll.
Bei Organischen Erkrankungen gilt das für mich von mir gesagte im Fall Schiavo.Leben muß erhalten-Leiden muß gemindert werden!
Niemals darf zugelassen werden das Menschen auch noch der Herr über Leben und Tod werden!
Welche Folgen das haben würde wage ich nicht zu Ende zu denken.
Gerade bei Psychischen Erkrankungen welche fast jeder Mensch in seinem Leben mehr oder weniger durchmachen muß
gelten ungleich noch härtere Grenzen als bei anderen Krankheiten.
Logischerweise auch darum weil sich Erkrankte nicht bewußt sind in welchem Zustand Sie sich befinden.
Um so schwerer muß die Verantwortung derer sein welche in die Behandlung Involviert sind.
Mann stelle sich vor ein Nervenarzt welcher als Diagnose eine schwere Depression gestellt haben mag gibt dem Verlangen der Angehörigen ,weil diese den andauernden Zustand nicht ertragen können und weil der Erkrankte meint
das Sein Leben nicht mehr Lebenswert sei Recht und wird seinem Patienten die weitere nötige Behandlung versagen so das der Patient in eine absolute nicht allein zu beherschende weitere Steigerung der Situation kommt.
Das Ergebniss dürfte unschwer zu erkennen sein.Suizid!
Entweder auf Verlangen oder aber durch unterlassene Hilfeleistung.
Das es in diesem Leben immer Gesundheitliche Beeinträchtigungen geben wird ist glaube ich unstreitig.

Mir erscheint die Fragestellung unglaubwürdig!
Wer oder was trägt denn wesentlich zum Wohlbefinden oder
zu der Tendenz des Erkrankens bei?
Eigenes Fehlverhalten?
Unfall?
Schicksal?
Gottes Wille?
Angst und Verzweiflung?

_????___Explizit die Gesellschafftlichen "Normen" und Entwicklungen?___?????____

In einer ziemlich Aufgeklärten Welt mit so vielen Kenntnissen in der Medizin,Behandlungsmöglichkeiten,Sozialisation,
Gesellschaftlicher und Religiöser Zusammenhänge usw.
leider auch ohne Furcht vor Gott in einer Ignoranz welche derzeit immer noch weiter Überboten wird ist die Fragestellung zumindest sehr fragwürdig!
In diesem Forum und vieleicht auch in anderen können wir unendlich viele Meinungen und Stimmungen auffangen.
Proßesse gehen heute schleichend vor sich ,verschleiert,
nach der Tendenz ,dem des Kapitals sowiso aber in einer Art
wo die erreicht haben zu wollende Richtung und Defenitive Entscheidung über die Dinge nicht klar dargestellt werden.
Derzeit werden alle wesentliche Errungenschafften die Menschen betreffend "angetestet" um zu schauen wie weit sich hervorgewagt werden kann um eine Welt zu schaffen
in der Gott nicht vorkommen wird!
Übrigens sind Psychisch Kranke,krank werdende ein Indikator
der Gesellaschaftlichen Zustände.Diese Menschen sind meist sehr Sensibel gegenüber Veränderungen welche als Negativ
für sich und Ihrem Mitmenschen eingeschätzt werden.
Diese Sensibilität ist es wert hoch geschätzt und geachtet zu werden als Gradmesser Menschlichen Wirkens.
Am Ende bleibt wie immer die Frage -was kostet dies und was ist es uns wert?
Mag sein das ich vom eigentlichem Thema etwas abgekommen bin
aber die Komplexität eines solchen ist nicht erschöpfend in diesem Raum zur Verfügung habenden Möglichkeiten zu beantworten.Meine als Mensch beschränkte Sichtweise
trägt auch zu diesem Beitrag dar.

PS:Auch die stetig geschaffenen Widersprüche
von der Welt zu Gott in einer Gemeinschaft wo eine Werteordnung in Humanitärer Richtung stetig in Frage gestellt wird so das Menschen eigentlich nur Verzweifeln können,auch ohne Glaubesrichtung und festen Halt welcher derzeit nicht geboten zu werden scheint-trotz aller Mühe-!
Wer wird Recht behalten?
Den Menschen ist und wird kein Einhalt geboten,nicht einmal von Gott selbst.Es wird höchste Zeit für eine Entscheidung!
Stellt Euch vor alle Menschen entscheiden sich gegen Gott weil die gegenwärtige Regierung des Kapitals als unabwendbar empfunden sein kann und Geld der alleinige Maßstab der alles durchgreifenden Lebensinhalte sein wird!

Ich höre jetzt lieber auf das Thema ist wirklich herrausfordernd!
Pati necesse est multa mortales mala! Die Menschen müssen vieles Üble erdulden!
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Typhoon » So 4. Nov 2007, 06:30

Wenn ich dies hier nun schreiben wird es danach von Kritik nur so hageln aber dies ist mir egal.

EXIT und DIGNITAS sind sich wohl nicht bewusst was sie genau tun. Wenn die Staatsanwaltschaft dies näher betrachten würde, könnte man fast meinen es sei schon Beihilfe zum Tod bzw. Mord. Nun gut sie ermorden zwar niemand geben aber demjenigen die Mittel dazu.

Ich frage mich wie lange wollen wir noch warten bis sich solche Geschwüre wie die beiden ausbreiten und Tod und Verderbern schüren. Warum machen wir nicht eine Unterschriftensammlung, eine Demo oder was in der Art um zu zeigen dass wir so etwas nicht dulden! :x
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » So 4. Nov 2007, 09:34

Niemals darf zugelassen werden das Menschen auch noch der Herr über Leben und Tod werden!


@Doktorfisch

dafür ist es leider schon längst zu spät. Du hast dich auf Frau Schiavo bezogen - die nur dank intensiver medizinischer Betreuung so lange leben blieb. Menschen machten sich also hier zu "Herren über das Leben", denn hätte sie diese Betreuung NICHT erhalten, wäre sie schon viel früher gestorben.

Die Frage ist nun, inwiefern man als Mediziner das Recht hat, Menschen zur Verlängerung ihres Lebens zu zwingen, die natürlicherweise gar nicht stattfinden würde.

@psychische Erkrankungen
ich denke grundsätzlich, dass Menschen ein Recht zu leben haben, aber auch ein Recht zu sterben. So wie es ein Recht auf medizinische Betreuung gibt, aber auch ein Recht auf das Krank-Sein geben sollte. Und dass sie die Möglichkeit haben sollen, dieses Recht in Anspruch zu nehmen, mit Beratung und professioneller Betreuung und allem, was dazu gehört.

wenn jemand sich zum Sterben entschliesst, lieber so als durch einen laienhaften Suizidversuch, der dann womöglich die Person lebendig, aber schwer verstümmelt hinterlässt.


Logischerweise auch darum weil sich Erkrankte nicht bewußt sind in welchem Zustand Sie sich befinden.


das kann man so nicht generalisieren. Psychische Erkrankung bedeutet nicht notwendigerweise, dass man auf den geistigen Stand eines Kleinkindes zurück fällt, oder grundsätzlich nicht fähig ist, Entscheidungen zu treffen.
grüsse, barbara
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Enggi » So 4. Nov 2007, 20:57

Wie ist das mit körperlich Kranken, die sterben wollen?

Gibt´s dazu einen anderen Thread, oder kann ich meine Meinung in diesem schreiben?

Dignitas finde ich eklig, Exit nicht.
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Typhoon » Mi 7. Nov 2007, 21:40

Original von Enggi
Wie ist das mit körperlich Kranken, die sterben wollen?

Gibt´s dazu einen anderen Thread, oder kann ich meine Meinung in diesem schreiben?

Dignitas finde ich eklig, Exit nicht.
Ach wie nett dass Du die einen unterstützt oder gut findest und die anderen nicht. Das heisst in diesem Fall dass Du es akzeptierst dass andere Leute zum Suizid anstiften. Es steht ja in der Bibel bloss "Du sollst nicht töten". Von Anstiftung zum Suizid steht da ja wohl nichts oder? :tongue:
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon boyinraleser » Do 8. Nov 2007, 03:57

Selbstmord ist Mord und Sünde!!! Beihilfe zu Selbstmord ist ebenfalls Sünde!!! Es ist eine Schande dass ganze Volksgruppen diese Schandtat nun gutheissen, und Selbstmord langsam zur Normalität wird, genauso wie Abtreibung!!! Mit dieser Einstellung wünscht man sich das irdische Leben zum Paradies und man tötet einfach alles ab, was dieser Traumvorstellung Paradies nicht entspricht!
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon sugi » Do 8. Nov 2007, 10:49

Schlussendlich möchte nur einer, dass man sich den Tod wünscht, und dass ist der Teufel!!

Er möchte die Menschen dorthin bringen..denn der Tod ist der "letzte" Ausweg! Aber das ist eine Lüge..! Denn Jesus kam auf diese Erde, um uns Menschen das Leben zu geben.....und schon hier auf der Erde beginnen kann und wird! Das ewige Leben.....

Ich habe auch schon gehört, dass sich ein Missionar das Leben nahm..und ja, da bleibt einem die Sprache weg..und soll auch so sein, denn wir wissen nicht, und können kein bisschen vorstellen, wie dieser Mensch sich im Herzen fühlte.... Traurig genug, so wie auch in der Bibel, der Judas Iskariot! Keinen Ausweg, keine Hoffnug, kein Glaube daran, dass es gut wird, denn das andere sitzt ganz tief und versteckt im Mensch drin!! Ja, und so wünsche ich allen, sich an Gott zu klammern und halten und durch das ´Tunnel´ zu gehen, dass irgendwann wieder Licht bietet.....denn nur der Herr, mein Gott und Vater in den Himmeln, kann das Herz erfreuen und Gesund machen..!!


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und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon F.R.O.G » Do 8. Nov 2007, 11:22

Ja, man kann schon guten Gewissens über Dignitas und Exit herziehen, wenn man gesund ist! 8-)

Habt ihr euch schon mal vorgestellt, schwer krank zu sein und tagtäglich Wahnsinnsschmerzen zu haben?

Es gibt Krebspatienten, welchen nicht mal mehr Morphium nützt.....

Oder hattet ihr mal eine jahrelange Depression, welche ein normales Leben verunmöglicht?

Nein, ich bin nicht für Suizid - aber gebt mal diesen Gedanken Raum.

Nachdenklich grüsst Frog
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Exit unter Konkurrenzdruck-> Dignitas

Beitragvon Oli4 » Do 8. Nov 2007, 11:41

Hatte gestern ein kurze Diskussion über Pro/Contra.

Dann fragte ich ob es recht wäre, wenn täglich 3 Menschen im selben Wohnblock Selbstmord, mit oder ohne Beihilfe dazu verübt würden:
Antwort von Pro: Nein, natürlich nicht!

gut, wenn einmal täglich: dieselbe Antwort, Nein!

gut dann bei 2-3 pro Woche: dieselbe Antwort, Nein!

gut dann 1x wöchentlich: dieselbe Antwort, Nein!

gut dann 1x pro Monat: dieselbe Antwort, Nein!


Dann meine Anmerkung zur Sache:
"Gut dass das Gewissen so unbestechlich perfekt funktioniert!" :)
:praise:
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon seelöwin » Do 8. Nov 2007, 12:07

Original von F.R.O.G
Ja, man kann schon guten Gewissens über Dignitas und Exit herziehen, wenn man gesund ist! 8-)

Habt ihr euch schon mal vorgestellt, schwer krank zu sein und tagtäglich Wahnsinnsschmerzen zu haben?

Es gibt Krebspatienten, welchen nicht mal mehr Morphium nützt.....

Oder hattet ihr mal eine jahrelange Depression, welche ein normales Leben verunmöglicht?

Nein, ich bin nicht für Suizid - aber gebt mal diesen Gedanken Raum.

Nachdenklich grüsst Frog



Hallo Frog

Ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht.

Vorallem wenn man in diesen höllischen Schmerzen oder diesem dunklen Loch(im Falle von Depressionen) noch an den persönlichen Freund und Helfer Jesus glauben soll, wirds noch unerträglicher.

Ein Jesus-Gläubiger ist sich ja bewusst, dass sein Freund im Himmel diese Qual sieht und sie zulässt. Man hat also nicht nur Schmerzen sondern fühlt sich auch noch psychisch im Stich gelassen.

Daher kann ich es, gerade bei Jesusgläubigen, verstehen, dass sie sich aus Wut, Schmerz und Enttäuschung den Gnadenstoss geben!
Ich habe es bis jetzt noch nicht getan, gerade weil ich von diesem Jesus ent-täuscht worden bin und danach ohne Täuschung mit meinen Schmerzen weiterleben konnte.

Liebe Grüsse

seelöwin
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon bigbird » Do 8. Nov 2007, 12:40

Im Thread geht es aber eigentlich um psychisch Kranke!

bb
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göttliche Weisheit führt ans Kreuz.

J.S.
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Enggi » Do 8. Nov 2007, 12:56

Man kann ganz leicht gegen Selbstmord wettern, wenn es einem selbst gut geht. Jesusnachfolger haben einen Heilungsauftrag, und wenn sie diesem nicht nachkommen, haben sie nicht das Recht zum Richten, dass Menschen mit Schmerzen nicht an Jesus Christus glauben und sich von Exit das Gift besorgen lassen. Ich kenne Exit nicht selbst, sondern indirekt durch eine Frau, die Mitglied ist. Ich bin sicher, dass sie nicht zum Selbstmord überredet wird, sondern einfach vorsorgt für die Zeit, wenn die Schmerzen ihrer von den Aerzten nicht diagnostizierbaren Muskelkrankheit unerträglich werden sollten. Sie wählt diesen Weg, andere gehen unter den Zug.

Ich bete für sie, dass sie geheilt wird, bevor sie diesen Schritt tun muss. Aber ihr wisst selbst besser als ich, dass Gott nicht einfach jedes Fürbitte-Gebet sofort erhört.
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Andi69 » Do 8. Nov 2007, 12:59

Original von seelöwin
...
Ein Jesus-Gläubiger ist sich ja bewusst, dass sein Freund im Himmel diese Qual sieht und sie zulässt . Man hat also nicht nur Schmerzen sondern fühlt sich auch noch psychisch im Stich gelassen.

Daher kann ich es, gerade bei Jesusgläubigen, verstehen, dass sie sich aus Wut, Schmerz und Enttäuschung den Gnadenstoss geben!
Ich habe es bis jetzt noch nicht getan, gerade weil ich von diesem Jesus ent-täuscht worden bin und danach ohne Täuschung mit meinen Schmerzen weiterleben konnte.

Liebe Grüsse



Wie gut tut das zu sehen, dass doch ein paar wenige hier einen klaren Durchblick bezüglich Depressionen haben. All die Wohlstandsevangelisten in diesem Forum können einen manchmal fast glauben machen, Depressionen wären nur etwas für gottverlassene Sich-selbst-Anbeter.

Ein lieber Gruss,
Andi
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon F.R.O.G » Do 8. Nov 2007, 13:33

Original von Andi69
Wie gut tut das zu sehen, dass doch ein paar wenige hier einen klaren Durchblick bezüglich Depressionen haben. All die Wohlstandsevangelisten in diesem Forum können einen manchmal fast glauben machen, Depressionen wären nur etwas für gottverlassene Sich-selbst-Anbeter.
Ja Andi, leider ist das so, dass viele meinen mitreden zu können ohne jegliche Ahnung, wovon sie wirklich reden.

Gruss Frog

P.S: Deinem Avatar nach scheint es dir nicht gut zugehen.....?

Und die Signatur von Pink Floyd: Comfortably numb
Passend dazu.....
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Mustikka » Do 8. Nov 2007, 14:00

Original von Frau Katz
wenn jemand sich zum Sterben entschliesst, lieber so als durch einen laienhaften Suizidversuch, der dann womöglich die Person lebendig, aber schwer verstümmelt hinterlässt.

Dazu habe ich mal einen Bericht im Fernsehen gesehen. Es ging um Menschen (hierbei hauptsächlich Alte, Kranke oder Pflegefälle), die sich ganz langsam das Leben nahmen - z. B. dadurch, dass sie wichtige Medikamente nicht mehr nahmen (was natürlich erhebliche Leiden verursachte) oder die Nahrungsaufnahme verweigerten. Ich glaube, das wurde als "schleichender Selbstmord" bezeichnet, bin mir aber nicht mehr sicher. In all diesen Fällen sahen die Menschen keine andere Möglichkeit, aus dem Leben zu gehen. Ich denke, dass es diesen Menschen ermöglicht werden sollte, in Würde zu sterben, letztendlich ist es die Entscheidung jedes einzelnen. Und ich finde es auch beruhigend, dass es Organisationen wie Exit gibt; eine meiner größten Ängste ist, selbst einmal in einer für mich lebensunwerten Situation zu sein und dann von anderen den Ausweg verweigert zu bekommen.
Was manche Menschen sich selber vormachen, das macht ihnen so schnell keiner nach. (Gerhard Uhlenbruck)
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Andi69 » Do 8. Nov 2007, 15:06

Original von F.R.O.G
Ja Andi, leider ist das so, dass viele meinen mitreden zu können ohne jegliche Ahnung, wovon sie wirklich reden.

Gruss Frog

P.S: Deinem Avatar nach scheint es dir nicht gut zugehen.....?

Und die Signatur von Pink Floyd: Comfortably numb
Passend dazu.....

Ja, mein liebes Fröschlein, als wir uns im Februar am Forumstreffen kennenlernten, ging es mir tatsächlich besser als im Moment...
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » Do 8. Nov 2007, 15:12

Original von Oli4
Dann fragte ich ob es recht wäre, wenn täglich 3 Menschen im selben Wohnblock Selbstmord, mit oder ohne Beihilfe dazu verübt würden:
Antwort von Pro: Nein, natürlich nicht!


Hi Oli

das ist aber die falsche Frage... weil da gehst um Statistik pro hundert Menschen, ohne zu fragen, ob es Motive gibt, warum jemand aus dem Leben gehen will. Das hat erst mal überhaupt nichts mit Sinn und Unsinn von Sterbehilfe zu tun.

Und weiter die Frage: wem will man es denn überhaupt recht machen?
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Oli4 » Do 8. Nov 2007, 15:46

Original von Frau Katz
Original von Oli4
Dann fragte ich ob es recht wäre, wenn täglich 3 Menschen im selben Wohnblock Selbstmord, mit oder ohne Beihilfe dazu verübt würden:
Antwort von Pro: Nein, natürlich nicht!


Hi Oli

das ist aber die falsche Frage... weil da gehst um Statistik pro hundert Menschen, ohne zu fragen, ob es Motive gibt, warum jemand aus dem Leben gehen will. Das hat erst mal überhaupt nichts mit Sinn und Unsinn von Sterbehilfe zu tun.

Und weiter die Frage: wem will man es denn überhaupt recht machen?


Du hast mich wohl nicht ganz richtig verstanden Frau Katz.

Es gibt keine falschen Fragen nur scheu von der Antwort ;)

Die Motive des anderen kann ich verstehen und trotzdem anders denken. Überlassen muss ich es diesem, mich anders dazu zu äussern darf und soll ich.
Liebe ist nicht dem anderen meine Meinung überstülpen, Liebe ist aber auch nicht gleichgültig wegschauen.
Meinungen und Beweggründe äussern gehört zur gelebten Liebe wie anders Denkende als Andersdenkende zu aktzeptieren.



Ich wollte nur aufzeigen wie das Gewissen drückt obwohl der Verstand oder das Herz oder beides ev. etwas anderes vorbringen will.
Das Gewissen ist unsere göttliche Verbindung/Instanz zum nicht Richtigen. Auf sie dürfen wir hören und uns dann selber prüfen.

Wenn eine Statistik mein Gewissen ab etwas mir als Falsch Erkanntem beruhigen täte, so würde ich für mich beginnen mein Herz zu prüfen.



Zu deiner Frage:
Allen Leuten Recht getan ist eine Kunst die niemand kann. :))
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » Do 8. Nov 2007, 15:53

Original von Oli4
Es gibt keine falschen Fragen nur scheu von der Antwort ;)


Meine Antwort habe ich gefunden: falls ich beschliessen sollte zu sterben, so werde ich das auch tun. Und hoffe, dass mir dieses auch ermöglicht würde, falls ich selbst nicht mehr in der Lage wäre, mich selbst zu töten.


Original von Oli4
Liebe ist nicht dem anderen meine Meinung überstülpen, Liebe ist aber auch nicht gleichgültig wegschauen.


aye, sir :)


Original von Oli4
Ich wollte nur aufzeigen wie das Gewissen drückt obwohl der Verstand oder das Herz oder beides ev. etwas anderes vorbringen will.


Natürlich, Töten widerstrebt allen Menschen... das ist so eingebaut in uns. Dennoch, manchmal ist es barmherziger, jemanden gehen zu lassen. Auf alle Fälle barmherziger, als wenn Menschen Nahrung verweigern oder sonst einen schleichenden (und quälend langsamen) Selbstmord begehen, wie Mustikka es oben beschrieb. Weil, man wird sich nicht nur für das rechtfertigen müssen, was man tut, sondern auch für das, was man unterlassen hat. Und das kann heissen: man hat es unterlassen, Leid zu lindern.


Original von Oli4
Das Gewissen ist unsere göttliche Verbindung/Instanz zum nicht Richtigen. Auf sie dürfen wir hören und uns dann selber prüfen.


Richtig, das heisst auch: die Antwort weiss man nie im Voraus, man weiss sie erst nach reiflicher Überlegung und nach langem Abwägen.

grüsse, barbara
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Oli4 » Do 8. Nov 2007, 16:21

Original von Frau Katz

Richtig, das heisst auch: die Antwort weiss man nie im Voraus, man weiss sie erst nach reiflicher Überlegung und nach langem Abwägen.

Oft merkt man etwas erst im nachhinein, das soll uns aber nicht davon abhalten auch mutig im Vertrauen zum Höchsten voranzuschreiten, nur nicht bei Tötungshilfe... :shock:

Du hast sicher verstanden was ich meinte :)
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » Do 8. Nov 2007, 19:53

Original von Oli4
Oft merkt man etwas erst im nachhinein, das soll uns aber nicht davon abhalten auch mutig im Vertrauen zum Höchsten voranzuschreiten, nur nicht bei Tötungshilfe... :shock:

Du hast sicher verstanden was ich meinte :)


Ja, ich hab durchaus verstanden, was du meinst. Bin aber dennoch nicht ein-verstanden. ;)

Und warum nicht bei Tötungshilfe? "Es gibt eine Zeit zu heilen, es gibt eine Zeit zu töten", lehrt die Bibel.

grüsse, barbara
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Kantate » Do 8. Nov 2007, 20:21

Original von Frau Katz
Original von Oli4
Oft merkt man etwas erst im nachhinein, das soll uns aber nicht davon abhalten auch mutig im Vertrauen zum Höchsten voranzuschreiten, nur nicht bei Tötungshilfe... :shock:

Du hast sicher verstanden was ich meinte :)


Ja, ich hab durchaus verstanden, was du meinst. Bin aber dennoch nicht ein-verstanden. ;)

Und warum nicht bei Tötungshilfe? "Es gibt eine Zeit zu heilen, es gibt eine Zeit zu töten", lehrt die Bibel.

grüsse, barbara


Die Bibel lehrt "Du sollst NICHT töten!!!!"
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » Do 8. Nov 2007, 20:29

Original von Kantate
Original von Frau Katz
Und warum nicht bei Tötungshilfe? "Es gibt eine Zeit zu heilen, es gibt eine Zeit zu töten", lehrt die Bibel.


Die Bibel lehrt "Du sollst NICHT töten!!!!"


Stimmt, das lehrt die Bibel auch. Es steht beides drin.

Was nun?
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Oli4 » Fr 9. Nov 2007, 08:53

Original von Frau Katz


Und warum nicht bei Tötungshilfe? "Es gibt eine Zeit zu heilen, es gibt eine Zeit zu töten", lehrt die Bibel.

Weiss nicht woher Du das hast, ich vermute aus dem Prediger, wenn ja so hast Du noch nicht verstanden aus welcher Sicht der Schreiber des ´Predigers´ diese Buch geschrieben hat.
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » Fr 9. Nov 2007, 09:00

Original von Oli4
Original von Frau Katz


Und warum nicht bei Tötungshilfe? "Es gibt eine Zeit zu heilen, es gibt eine Zeit zu töten", lehrt die Bibel.

Weiss nicht woher Du das hast, ich vermute aus dem Prediger, wenn ja so hast Du noch nicht verstanden aus welcher Sicht der Schreiber des ´Predigers´ diese Buch geschrieben hat.


aus welcher Sicht denn? Ich werd immer ganz hibbelig, wenn mir jemand erklärt, dass ich das alles nicht verstehe, aber gleichzeitig keine Erklärung mitliefert, wie man es denn verstehen sollte... ;)

grüsse, barbara
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Oli4 » Fr 9. Nov 2007, 09:16

Original von Frau Katz
aus welcher Sicht denn? Ich werd immer ganz hibbelig, wenn mir jemand erklärt, dass ich das alles nicht verstehe, aber gleichzeitig keine Erklärung mitliefert, wie man es denn verstehen sollte... ;)

Na dann wollen wir mal versuchen zu enthibbelen :D

Der Prediger redet eben mit ´umgekehrten Vorzeichen´, nicht aus Gottes Sicht bzw. mit Gott im Blick sondern der natürliche Mensch und seine Gedanken werden beleuchtet.
Schlüsselstelle dazu ist das 29 mal vorkommende:
"Nichts neues unter der Sonne", was eben den Mensch der Erde beschreibt, unter dem Lichte der natürlichen Sonne aber nicht unter dem Lichte Gottes Wahrheit.


Hätte gern noch einen Teil eines Kommentars von William Mc Donald eingestellt aber der Text ist nicht freigegeben zu kopieren. Kaufen lohnt sich.
Hier aber der Link. Seite 867 ;)

Kommentar zum AT


Ach ja, für alle Mitleser: Prediger 3,3 ist die Stelle
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » Fr 9. Nov 2007, 10:28

Original von Oli4
Na dann wollen wir mal versuchen zu enthibbelen :D


danke :)


Original von Oli4
Der Prediger redet eben mit ´umgekehrten Vorzeichen´, nicht aus Gottes Sicht bzw. mit Gott im Blick sondern der natürliche Mensch und seine Gedanken werden beleuchtet.


Das trifft sich gut, schliesslich geht es darum, wie wir Menschen mit Sterbenden und Sterbewilligen umgehen können, sollen, dürfen, wollen...

"jedes Ding hat seine Zeit" bezieht sich ja nicht auf die Uhrzeit, sondern auf die Zeitqualität - so wie man sagt "du bist genau zur richtigen Zeit gekommen!"

"Sterben hat seine Zeit" - und greifen wir Menschen da nicht oft mit einer hoch technisierten Medizin da ein, und verlängern ein Leben, dessen "Zeit zu sterben" eigentlich schon längst gekommen wäre? mE geht es darum, dass wir als Menschen erkennen und erfühlen, welche Zeit gerade ist - und uns nicht dagegen wehren. Wenn Krieg ist, hat es keinen Sinn, so zu tun, als gäbe es keinen Krieg - nur, hier ist es meist recht offensichtlich. Bei Sterbehilfe ist es meist weniger offensichtlich, nicht zuletzt darum, weil man als Angehörige emotional in die Sache verstrickt ist und es schwer ist, Gottes Stimme zu hören, wenn das Ego wild schreit und um sich schlägt.

Ebenso ist es bei uns so, dass die höchsten Kosten an medizinischer Versorgung in dem Jahr entstehen, bevor der Mensch stirbt. Ist das nicht ein Arbeiten gegen die "Zeit zu sterben", die da kommt? Vielleicht braucht da jemand nicht aufwendige Operationen, sondern eher die Zeit, sich von allen Lieben in aller Ruhe zu verabschieden, in einer schönen und friedlichen Umgebung?

Um wieder zu Sterbehilfe bei psychisch Kranken zurück zu kommen, da liegt der Fall natürlich noch schwieriger, und es braucht bestimmt sehr viel Sensibilität und auch emotionale Distanz (nein, kein Widerspruch), um zu fühlen, ob es gerade eine Zeit zu leben oder eine Zeit zu sterben ist. Hier aber pauschal zu sagen, psychische Krankheit = Zeit zu leben, das scheint mir zu einfach.

Als Schlusswort noch Prediger 3.12-13, was man als Basis für das Leben sehr gut gebrauchen kann: "Da merkte ich, dass es unter ihnen nichts Besseres gibt, als fröhlich zu sein und es gut zu haben im Leben. Dass aber ein Mensch essen und trinken kann und sich gütlich tun bei all seiner Mühsal, auch das ist eine Gabe Gottes." :) grossartige Stelle!

grüsse, barbara
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Exit unter Konkurrenzdruck-> Dignitas?

Beitragvon Oli4 » Fr 9. Nov 2007, 10:55

@Mod: Irgendwo ist der Wurm drinn, die 2 Gästeeinträge sind von mir und können nun geslöscht werden. (kanns selber nicht)




Original von Frau Katz
Ebenso ist es bei uns so, dass die höchsten Kosten an medizinischer Versorgung in dem Jahr entstehen, bevor der Mensch stirbt. Ist das nicht ein Arbeiten gegen die "Zeit zu sterben", die da kommt? Vielleicht braucht da jemand nicht aufwendige Operationen, sondern eher die Zeit, sich von allen Lieben in aller Ruhe zu verabschieden, in einer schönen und friedlichen Umgebung?

Oekologie des Todes!?



Das trifft sich gut, schliesslich geht es darum, wie wir Menschen mit Sterbenden und Sterbewilligen umgehen können, sollen, dürfen, wollen...

Ich für mich beanspruche Gottes Wort vollumfänglich mit meinem Verstand, meiner Seele und meinem Herz, dass ich eine neue Kreatur sei. :))

Viel Erfolg auf deiner weiteren Suche, Barbara
:pray:
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » Fr 9. Nov 2007, 10:59

Original von Oli4
Oekologie des Todes!?


Obs gefällt oder nicht, das ist heute eine wichtige Frage.

Und ich beschäftige mich lieber jetzt damit, wo ich das in Ruhe und Gelassenheit tun kann, damit ich nicht auf einmal vor lauter unbeantworteten Fragen stehe, wenn zB meine Eltern alt werden...

grüsse, barbara
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Kantate » Fr 9. Nov 2007, 18:09

Hier ein Artikel in Jesus.de heute zum Thema. Ich finde das Ganze einfach nur noch menschenverachtend und pervers.


(epd) - Nach zwei Fällen von assistiertem Suizid in der Schweiz wächst die Kritik an der Sterbehilfe-Organisation «Dignitas». Zugleich werden Forderungen nach einem Ausbau der Hospize und der Palliativmedizin laut. Der Bundesvorsitzende des Evangelischen
Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK), Thomas Rachel, erklärte am Donnerstag in Berlin, mit «geradezu perfidem Einfallsreichtum» mache sich Dignitas bestehende rechtliche Grauzonen zunutze und ziehe aus dem schweren Leid von Menschen Profit. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), drängte auf ein rasches Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe in Deutschland.

Der Bundesrat will sich nach Angaben des hessischen Justizministers Jürgen Banzer (CDU) demnächst mit einem Gesetzentwurf befassen, der die «Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung» unter Strafe stellt. Wie Banzer am Donnerstag bei der Konferenz der Länderjustizminister in Wolfsburg erklärte, hat Hessen gemeinsam mit dem Saarland und Thüringen bereits im April 2006 einen entsprechenden Gesetzentwurf eingebracht.

Dieser sehe einen neuen Paragraphen 217 im Strafgesetzbuch vor, der eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe für denjenigen androhe, der «in der Absicht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern, diesem hierzu geschäftsmäßig die Gelegenheit vermittelt oder verschafft...». Die Länderkammer werde sich mit diesem Thema im Zusammenhang mit dem Gesetzentwurf zur Patientenverfügung befassen, sagte Banzer.

Dem «mehr als makaberen Geschäft» von Organisationen wie Dignitas mit schwerstkranken Menschen müsse endlich ein Riegel vorgeschoben werden», sagte Bosbach der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitagsausgabe). Die Arbeit solcher Organisationen sei in hohem Maße sittenwidrig und strafwürdig.

Die aktuellen Sterbehilfe-Fälle machten erneut deutlich, dass die Palliativversorgung und das Hospizwesen in Deutschland ausgebaut und gefördert werden müsse, erklärte der EAK-Vorsitzende Rachel. «Wir können nur dann verantwortlich und effektiv dem menschenverachtenden Geist der Euthanasie entgegentreten, wenn wir uns dem Leiden der betroffenen Menschen im Geiste der engagierten Fürsorge und Nächstenliebe annehmen», so der Politiker.

Auch Kirche kritisiert Sterbehilfeverein

Der Präses der Evangelischen Kirche in Westfalen, Alfred Buß, verurteilte kommerzielle Sterbehilfe. «Wer den Tod gegen Bezahlung herbeiführt, macht offenbar aus naheliegenden menschlichen Ängsten ein Geschäft», sagte er der in Bielefeld erscheinenden «Neuen Westfälischen» vom Donnerstag. Schlimme, qualvolle Krankheiten führten oft zu Fragen, «auf die wir keine Antworten wissen», so Buß. «Aktive Sterbehilfe ist jedoch keine Lösung.»

Wie die Zürcher Staatsanwaltschaft am Mittwoch bestätigte, hatte die Sterbehilfeorganisation Dignitas zwei Männern im Alter von 50 und 65 Jahren bei ihrem Freitod auf einem Parkplatz assistiert. Die Organisation musste in den vergangenen Monaten mehrmals den Ort für die Freitodbegleitung wechseln. Anwohner hatten sich über die Hilfe zum Suizid in der Nachbarschaft beschwert. Dignitas assistierte den Angaben zufolge auch Menschen beim Freitod in einem Hotel.

Dignitas hat in den vergangenen Jahren mehrere hundert Menschen in den Freitod begleitet, darunter befanden sich viele Deutsche und andere Ausländer. In der Schweiz ist die passive Sterbehilfe erlaubt, sofern die Helfer keine eigennützigen Motive verfolgen. In Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern ist passive wie aktive Sterbehilfe verboten.
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » Fr 9. Nov 2007, 19:35

Als Ausgleich noch eine Stellungnahme von Ludwig A. Minelli, dem Chef von Dignitas:

http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=17430&CategoryID=91

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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Kantate » Fr 9. Nov 2007, 20:11

Original von Frau Katz
Als Ausgleich noch eine Stellungnahme von Ludwig A. Minelli, dem Chef von Dignitas:

http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=17430&CategoryID=91

grüsse, barbara


Vor einiger Zeit strahlte das Fernsehen einen Bericht aus in dem das Fernsehteam einen Deutschen in die Schweiz zum Sterben ala Dignitas begleitet hatten. Der Mann litt immer wieder unter Depressionen und wollte sterben. Auf Anfrage hatte Dignitas im mitgeteilt, dass sie nur totkranken Menschen Sterbehilfe leisten. Also meldete er sich an als Krebskranker. Er bekam einen Termin und es wurde ein Treffpunkt vereinbart. Eine Mitarbeiterin von Dignitas brachte den "Sterbenskranken" in ein zweitklassiges Hotelzimmer, dann ließ sie ihn alleine. Nach einigen Stunden kam ein anderer Mitarbeiter, frage aber nicht weiter nach irgendwelchen Unterlagen vom Arzt, sondern erzählte ihm wie das Sterben nun vor sich gehen würde. Dann legte sich der "Todkranke" ins Bett.

Hier verließ das Kamarateam das Zimmer. Nach 5 Minuten folgte der Mitarbeiter und sagte dass der Patient nun am Sterben wäre und in spätestens 3 Minuten alles vorbei sei. Auf die Nachfrage des Reporters, ob das immer so gehandhabt würde, antwortete der Mitarbeiter mit ja.

Als nächstes sah man dann den Verstorbenen. Der Mitarbeiter von Dignitas war inzwischen gegangen um einen Arzt zu benachrichtigen und um die Leiche abholen zu lassen.


Soviel also zu "in familienähnlicher Atmosphere sterben" etc. Das war nichts weiter als glatter MORD!!!!!
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Re: Wenn psychisch Kranke sterben wollen: Exit unter Konkurrenzdruck

Beitragvon Frau Katz » Sa 10. Nov 2007, 08:51

Hallo Kantate

hätte denn dieser Mensch lieber Selbstmord begehen sollen? Schliesslich war er entschlossen zu sterben.

Ausserdem finde ich es schon seltsam, dass sich jemand meldet "ich habe Depris" und einige Zeit später mit "ich habe Krebs". Wenn das tatsächlich so abgelaufen ist, müsste im Moment eine gerichtliche Untersuchung hierzu laufen, zB wegen mangelnder Sorgfalt der Abklärung. Gibts da irgendwas?

grüsse, barbara
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