Das Gebet

Wo sind die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten?

Moderator: bigbird

Re: Das Gebet

Beitragvon John-Paul » Do 5. Jun 2003, 14:30

Hallo Scardanelli,

laß´ uns nicht über die einzelnen Stellen streiten, die ich genannt habe. Wir sind uns ja offensichtlich darin einig, daß es eine ganze Reihe von Bibelstellen gibt, in denen Jesus in Gegenwart anderer oder sogar gemeinsam mit ihnen betet.

Dem, was Du im folgenden schreibst, kann ich im Prinzip zustimmen:

Original von Scardanelli
Da nun niemand unaufhörlich vokal beten kann, ist das ständige innerliche Gebet gemeint und wenn es innerlich ist, ist die Tür ja gar nicht geöffnet.

Die Aufforderung Jesu zielt auf Demut, keine Frage und weil sich der Mensch nicht glatt über sich selbst heben kann, ist er dann der Möglichkeit nach maximal demütig, wenn er mit Gott alleine ist, spricht er mit diesem.


Herzlichen Gruß

JP
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Re: Das Gebet

Beitragvon quigor » Do 16. Okt 2008, 18:52

Da dies der einzige Gebetsthread in diesem Unterforum war, den ich gefunden habe, und ich sicher bin, daß ein nicht-christliches Gebet in den rein christlichen Unterforen keine Gnade vor den Augen der Moderation und Administration finden würde, habe ich mir gestattet, diesen altehrwürdigen Thread aus der Versenkung zu holen... der meiner Meinung nach aber sowieso durchaus interessant ist.


Parameshvaraya vidmahe
paratattvaya dhimahi
tan no Brahma pracodayat!


Das ist ein „Gebet“, das ich dem Forum widmen möchte; eine Lobpreisung Gottes, des „höchsten Einen“ im Versmaß des Gayatri, also aus drei mal acht Silben bestehend (wobei nicht in allen Fällen jede der Zeilen aus acht Silben zusammengesetzt ist; hier hat die erste Zeile neun).

Nachdem es nicht angebracht ist, in Europa die Kenntnis von Sanskrit vorauszusetzen (ich kann es leider auch nicht, daher bin ich auf mein Wörterbuch angewiesen – und das ist von erbarmungswürdiger Qualität), hier nun die Übersetzung:

Im Sanskrit werden Worte zusammengesetzt. Parameshvaraya ist eine Zusammenziehung von parama (ein Adjektiv, das „höchster“, „bester“ bedeutet) und ishvara (ein Substantiv, das für „Gott“ steht: „Herr“, „der Mächtige und Allgewaltige“).
„Parameshvara“ heißt also „der höchste Herr“, der Schöpfer, der Urgrund von Allem.
Das angefügte „ya“ steht für „Herr“ im Sinne einer Anrede.
In „vidmahe“ sind die Wörter „vid“ (Wissen, Weisheit; aber auch: wissend, kennend) und „mahe“ (maha, groß) enthalten.
Die erste Zeile drückt also den Wunsch aus, den höchsten Einen (= Gott) zu kennen, von ihm zu wissen.

„Paratattva“ ist die höchste Wahrheit, die höchste Wirklichkeit, das höchste Wesen.
„Dhi“ bezeichnet die höhere Einsicht, die „Schaukraft“ des Menschen; eine Einsicht, die sich immer auf die Schau Gottes bezieht.
In der zweiten Zeile geht es somit um das Erkennen der höchsten Wirklichkeit im Sinne einer Schau Gottes.

„Tan no … pracodayat“ ist eine häufige Wendung, es bedeutet: „Möge uns – in diesem Fall Brahman, der höchste Eine, die höchste Wirklichkeit – erleuchten“.
Brahma kann auch durch andere Namen ersetzt werden, so sich diese aus zwei Silben zusammensetzen, wie beispielsweise Kali oder Shiva… oder weniger hinduistisch Jahve oder Jesus oder Christus oder … welcher Gottesname auch immer.
Die dritte Zeile dieses tantrischen Gayatri dürfte daher der christlichen Bitte um die Führung, das Herabkommen des „Geistes“ entsprechen.


Dieses Mantra ist geeignet für Japa. In seiner fortgeschrittenen Form, dem automatischen Japa („ajapa“) vollzieht es sich von selbst in einem und wird durch nichts, was man tut, unterbrochen (und ich möchte ajapa wärmstens empfehlen). Christen kennen das als „Technik des immerwährenden Herzensgebets“, das im Frühchristentum vom Mönch Cassian (360 – 435) entwickelt wurde.


Wenn ich mir auch nicht vorstellen kann, daß diese schönen Sanskritverse in die christliche Gebetspraxis Eingang finden werden, mögen sie dennoch für Euch wahr werden!
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Re: Das Gebet

Beitragvon Grasy » Do 16. Okt 2008, 20:09

quigor hat geschrieben:mögen sie dennoch für Euch wahr werden!
Quigor


Das hoffe ich doch nicht quigor. Brahma ist nämlich einer der Hauptgötter des Hinduismus - wie auch der von dir genannte Shiva. Kali hast du auch angeführt - :shock: Wer kommt als nächstes? Es ist nicht egal wen man anbetet und das rezitieren von Mantras (das man überhaupt erst umbauen müsste und dann die meisten doch nicht vollends verstehen werden) gehört eigentlich in den Bereich des Hinduismus und Buddhismus.

"Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichstellen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet. Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen." (Mt 6:8-13 - Lut1912)
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Re: Das Gebet

Beitragvon Sandra73- » Do 16. Okt 2008, 21:30

Hallo quigor,

Ich habe mir überlegt, ob Du uns damit einfach in der möglichst "deckender" Sprache Deiner eigenen Glaubensvorstellungen wünschst und uns auch dazu aufforderst, uns von Jesus Christus, unserem Herrn, und seinem Heiligen Geist, erleuchten zu lassen.
Uns in einen Zustand des immerzu betenden, wachsamen Herzens führen zu lassen, in dem wir die Tiefe Jesu und die Botschaft und Bedeutung seiner Worte damit ausloten und ausleben. In Wort und Tat und im Umgang miteinander. Dass wir in dieser Haltung offen werden für allfällige Korrektur, aber auch sensibel dafür, wie wir die Liebe Jesu einander weitergeben können.
Und achtsam mit unseren Mitmenschen umgehen, damit wir merken, wenn wir einander verletzen in unserem Eifer, das weiterzugeben, von dem wir selbst überzeugt sind.

Auch wenn ich ebenso in Brahma, Kali und Shiva nicht das sehen kann, was Du siehst und gleichsetzt mit dem Gott, der sich in Jesus Christus offenbart, so habe ich Dein Post hier und Deine Botschaft damit in diesem Sinne verstanden.

Ja, es ist nicht egal, wen wir anbeten, darin stimme ich mit Grasy überein.
Ebenso aber: Genau deswegen, wenn wir uns dazu bekennen, Jesus Christus anzubeten, sind wir auch aufgefordert, uns immer wieder neu zu prüfen, ob wir ihn in seinem Sinne verkünden und verteidigen. Ob wir "in IHM" sind, in unserem fortwährenden Denken, Reden und Handeln.
Und in diesem Sinne möchte ich diese Botschaft auch dankbar aufnehmen und in meinem eigenen Tun und Reden beachten.
Lassen wir uns ohne Vorurteile und "Durch-eine-bestimmte-Brille-sehen" zum Guten und Rechten auffordern!

Mit lieben Grüssen,
Sandra
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Re: Das Gebet

Beitragvon Johncom » Fr 17. Okt 2008, 07:50

quigor hat geschrieben:mögen sie dennoch für Euch wahr werden!
Quigor


Grasy hat geschrieben:Das hoffe ich doch nicht quigor. Brahma ist nämlich einer der Hauptgötter des Hinduismus - wie auch der von dir genannte Shiva.

Auch wenn Brahma ( als der Name des Schöpferaspekt des 'Einen Gottes' ) genannt wurde, so ist er doch nur Bild, Vorstellung. Weil im eigentlichen gemeint ist:

quigor hat geschrieben:Brahman, der höchste Eine, die höchste Wirklichkeit


.... das was nicht mehr zu denken und zu beschreiben ist außer als das Alpha und das Omega, das Wort am Anfang, was eigentlich heisst 'vor dem Anfang', also man sieht schon: es entzieht sich dem Verstand.

Sandra73- hat geschrieben:
Lassen wir uns ohne Vorurteile und "Durch-eine-bestimmte-Brille-sehen" zum Guten und Rechten auffordern!


Hast Du toll gesagt, Sandra.
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Re: Das Gebet

Beitragvon livia » Fr 17. Okt 2008, 08:01

Lieber Quigor,

Quigor hat geschrieben:Christen kennen das als „Technik des immerwährenden Herzensgebets“, das im Frühchristentum vom Mönch Cassian (360 – 435) entwickelt wurde.


Dazu ist mir der Gedanke gekommen, dass ja auch in der Bibel steht: Betet ohne Unterlass. Und oft fragte ich mich, WIE das denn gehen soll. Ohne Unterlass - immer - zu beten. Man ist ja doch beschäftigt und kann gar nicht immer bewusst innehalten und beten.

Danke für Deine Zeilen, die mich zum Nachdenken angeregt haben :)

Einen lieben Gruß

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Zum Herzen führen keine lauten Straßen, sondern nur stille Wege.
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Re: Das Gebet

Beitragvon Robby » Fr 17. Okt 2008, 08:28

quigor hat geschrieben: Wenn ich mir auch nicht vorstellen kann, daß diese schönen Sanskritverse in die christliche Gebetspraxis Eingang finden werden, mögen sie dennoch für Euch wahr werden!
Quigor


Hi Quigor

Wenn du uns christliche Inhalte wünscht, so nehmen wir diese gerne entgegen, wenn auch ein Zweifel aufgrund deines "anderen Glaubens" an deiner Ernsthaftigkeit besteht mit Bibelversen umzugehen. Aber bitte versuche nicht, mit anderen Göttern und deren Anbetung hier versteckt Werbung zu machen. Dies toleriere ich hier nicht, da es gegen die Netiquette verstösst.


Lieber Gruss
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Re: Das Gebet

Beitragvon chrystal » Fr 17. Okt 2008, 09:21

Hallo livia,

livia hat geschrieben:Lieber Quigor,
Quigor hat geschrieben:Christen kennen das als „Technik des immerwährenden Herzensgebets“, das im Frühchristentum vom Mönch Cassian (360 – 435) entwickelt wurde.

Dazu ist mir der Gedanke gekommen, dass ja auch in der Bibel steht: Betet ohne Unterlass. Und oft fragte ich mich, WIE das denn gehen soll. Ohne Unterlass - immer - zu beten. Man ist ja doch beschäftigt und kann gar nicht immer bewusst innehalten und beten.

Danke für Deine Zeilen, die mich zum Nachdenken angeregt haben :)


Auf Cassian und die Anachoreten geht die Form des sogenannten Ruhe-Gebetes zurück. Das Verdienst von Cassian war es, die unsystematischen Formen der Meditation, die sich im frühchristlichen Mönchstum entwickelt haben, in eine methodische Darstellung zu bringen.
Das immerwährende Herzensgebet ist eine Form, die sich dann später im ostkirchlichen Raum entwickelt hatte und mit dem Hesychasmus im 12. Jh. seien erste Blüte erhielt. Die Mönche des Berg Athos sind hier zu nennen.

Wie du richtig sagst, erwähnt diese Form des Betens auch Paulus und auch das Judentum kannte diese Gebetsweise. Es wird dabei an den Atem - der ja auch immerwährend ist - angeknüpft und so lässt man sich durch den Atem und die Konzentration darauf in einen Prozeß des Ruhig-Werdens führen. Dann kann man mit ruhigem Geist höchst beschäftigt sein.

Erst seitdem es ein wachsendes Interesse für Spiritualität gibt, sind auch die bisher verborgenen Traditionen des Christentums hierzu wieder aufgetaucht und verbreitet worden. Es bedarf keiner Anleihen bei anderen Religionen, da jede Religion diese Tradition hat, diese aber durch den spezifischen Geist bestimmt wird. Es ist daher nicht gleichgültig, welche Formen, Worte und Deutungen man verwendet.
Für das westliche Christentum ist aufgrund seiner Orientierung auf Weltbeherrschung diese spirituelle Tradition im Verborgenen gehalten worden, da sie auch als Bedrohung und Kritik unterdrückt bzw. verdrängt wurde. Sie enthält ja ein revolutionäres Potential, das sich, konsequent verstanden, jeder Vereinnahmung durch die Welt entzieht.

Gruß
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Re: Das Gebet

Beitragvon Taube » Fr 17. Okt 2008, 09:30

quigor hat geschrieben:Wenn ich mir auch nicht vorstellen kann, daß diese schönen Sanskritverse in die christliche Gebetspraxis Eingang finden werden, mögen sie dennoch für Euch wahr werden!
Quigor

Hallo Quigor

Ich kenne nicht nur dieses Dein zitiertes 24silbrige Mantra, auch das 100sibige Mantra, kenne ich noch fast auswendig. Aber das nützt gar nichts, ist auch nicht etwas Besonderes, wenn man nicht fähig ist, dies auch ins Leben zu übersetzen, oder es ganz wertlos, wenn man meint, religionsvergleichend dies in das Forum hier zu setzen, ohne zu merken, dass diese Gedanken schon lange das tagtägliche Brot der Christen und Juden ist. Was soll ich damit, was soll ich mit Sanskrit, (davon ich wahrscheinlich sicher soviel Wissen habe wie Du) in meinem persönlichen Glauben an einen Gott, der mich persönlich bei meinem Namen gerufen hat? Es geht nicht um die schönen Worte, die findet man überall, und in ähnlicher Art und Weise. Ich kann als auch Interessierter für Hinduismus, Islam, Buddhismus gerne mich an der Schönheit dieser Gebete erfreuen, aber sie treffen mich nie, dort, wo etwas mich unbedingt angeht. Da bleibe ich bei meinem Glauben.

Auch wenn Deine Mantra Gedanken schön sind, ich finde sie viel tiefer und prägnanter auch im jüdisch-christlichen Glauben, vor allem in einer Art und Weise, die mich "unbedingt" angeht und nicht nur "bedingt"! Da ist einfach der aaronitischer Segen, der täglich weltweit immer wieder neu gesprochen wird und mich verbindet mit Gott und allen Chrrsten, etwas das mich "unbedingt" angeht, das ich nicht missen kann:

Numeri 6
24 Der HERR segne dich und behüte dich.
25 Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
26 Der HERR erhebe sein Angesicht zu dir und gebe dir Frieden.



...und trotzdem hast Du noch nicht gesagt, warum Du gerade diesen Thread hervorholst, warum Dich dieses Gebet vor allen anderen, vor allen christlichen Gebete so berührt, dass es Du uns bringen willst, auch auf die Gefahr hin, dass es gelöscht werden könnte. Was sind Deine Gefühle dafür gewesen, was wolltest Du uns sagen? Da ginge es auch im Gespräch weiter. So habe ich das Gefühl: Schön, kenne ich schon, was solls. Warum möchtest Du, dass gerade dieses Mantra auch für Christen wahr werde?


Gruss Taube
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Re: Das Gebet

Beitragvon onThePath » Fr 17. Okt 2008, 09:34

Wie du richtig sagst, erwähnt diese Form des Betens auch Paulus und auch das Judentum kannte diese Gebetsweise.


Es sind doch keine Inhalte und Beschreibungen überliefert. Betet ohne Unterlaß kann alles Mögliche heißen.

lg, oTp
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Re: Das Gebet

Beitragvon chrystal » Fr 17. Okt 2008, 09:45

onThePath hat geschrieben:
Wie du richtig sagst, erwähnt diese Form des Betens auch Paulus und auch das Judentum kannte diese Gebetsweise.


Es sind doch keine Inhalte und Beschreibungen überliefert. Betet ohne Unterlaß kann alles Mögliche heißen.

lg, oTp


"Ich will hören was Gott der Herr, in mir redet" (Psalm 85,9)

"Nur in Umkehr und Ruhe liegt eure Rettung, nur Stille und Vertrauen verleihen euch Kraft." (Jesaja 30,15)

Gebet bedeutet im Judentum „Dienst des Herzens“: Im jüdischen Glaubensbekenntnis, dem Sch’ma
Jisrael (Dtn 6,5), heißt es, dass Israel den Herrn mit „ganzem Herzen“ lieben soll. Auch die
Mahnung des Propheten Jesaja: „Weil dieses Volk ... mich bloß mit den Lippen ehrt, sein Herz aber
fernhält von mir ...“ (Jes 29,13), fordert die Einheit von Gebet und innerer Haltung.

Höre Israel (Sch’ma Jisrael): Dtn 6,4-9
Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig.
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott,
lieben mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte,
sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.
Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt
und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst.
Du sollst sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf deiner Stirn
werden.

Gruß
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Re: Das Gebet

Beitragvon onThePath » Fr 17. Okt 2008, 10:22

Soviel (nur) steht fest, dass man Gott suchen muß und seine Stimme wahrnehmen muß.

lg, oTp
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Re: Das Gebet

Beitragvon chrystal » Fr 17. Okt 2008, 10:37

onThePath hat geschrieben:Soviel (nur) steht fest, dass man Gott suchen muß und seine Stimme wahrnehmen muß.

lg, oTp


Klar. Und man muß sich auch finden lassen wollen.
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Re: Das Gebet

Beitragvon Grasy » Fr 17. Okt 2008, 12:47

livia hat geschrieben:Dazu ist mir der Gedanke gekommen, dass ja auch in der Bibel steht: Betet ohne Unterlass. Und oft fragte ich mich, WIE das denn gehen soll.


Darunter verstehe ich z.B. täglich zu beten (unser täglich Brot gib uns heute...) und auch in verschiedenen Situationen. Was ich darunter nicht verstehe ist daß wir hier besondere "Leiern" oder "Endlosschleifen" beim Beten machen sollen. Denn es heißt auf´s andere ja auch:

"Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen. Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichstellen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet." (Mt 6:7-8 - Lut1912)

Das wäre auch seltsam. Wenn man sich einen Vater vorstellt und man leiert 10 mal hintereinander immer wieder das selbe runter. Wir würden doch untereinander auch nicht so reden? Wenn das Gebet also reden mit Gott ist warum dann immer wieder das selbe rezitieren in einer Form die aus anderen Religionen stammt (Mantras) wo ich ohnehin dann noch erst mal "Brahma" ersetzen müsste. Es ist ja nicht so daß uns Gott hier nicht auch gesagt hätte wie wir beten sollen (Mt 6) und wir hier unbedingt mal was anderes brauchen?!


Mfg,
Grasy
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Re: Das Gebet

Beitragvon onThePath » Fr 17. Okt 2008, 13:37

Grasy hat geschrieben:
livia hat geschrieben:Dazu ist mir der Gedanke gekommen, dass ja auch in der Bibel steht: Betet ohne Unterlass. Und oft fragte ich mich, WIE das denn gehen soll.


Darunter verstehe ich z.B. täglich zu beten (unser täglich Brot gib uns heute...) und auch in verschiedenen Situationen. Was ich darunter nicht verstehe ist daß wir hier besondere "Leiern" oder "Endlosschleifen" beim Beten machen sollen. Denn es heißt auf´s andere ja auch:

"Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen. Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichstellen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet." (Mt 6:7-8 - Lut1912)

Das wäre auch seltsam. Wenn man sich einen Vater vorstellt und man leiert 10 mal hintereinander immer wieder das selbe runter. Wir würden doch untereinander auch nicht so reden? Wenn das Gebet also reden mit Gott ist warum dann immer wieder das selbe rezitieren in einer Form die aus anderen Religionen stammt (Mantras) wo ich ohnehin dann noch erst mal "Brahma" ersetzen müsste. Es ist ja nicht so daß uns Gott hier nicht auch gesagt hätte wie wir beten sollen (Mt 6) und wir hier unbedingt mal was anderes brauchen?!


Mfg,
Grasy


Dies überlege ich mir auch.

Mantras und ständige Wiederholungen sind doch "psychoaktiv" und deuten in die Richtung einer hypnotischen Selbstberuhigung. Und die schaltet das wache Bewußtsein ab was für alle möglichen Zustände des Geistes -auch okkulte Offenheit- verantwortlich ist. Was da noch geistig-geistlich zu verantworten ist, da gibt es sicherlich keine genauen Abgrenzungen.

Andererseits ist der Geist des Menschen immer so eigenproduktiv zappelig, dass er kaum zur Ruhe kommt.

Die Stimme Gottes ist fein und kann deshalb leicht überhört werden. Stille und innere Ruhe wären also ganz gut. In mehrerer Hinsicht.

lg, oTp
Zuletzt geändert von onThePath am Fr 17. Okt 2008, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Gebet

Beitragvon Naqual » Fr 17. Okt 2008, 14:12

livia hat geschrieben:
Dazu ist mir der Gedanke gekommen, dass ja auch in der Bibel steht: Betet ohne Unterlass. Und oft fragte ich mich, WIE das denn gehen soll. Ohne Unterlass - immer - zu beten.


Kurz vorher steht im Thessalonicherbrief auch: "Seid allezeit fröhlich". Naja, Paulus sagte dies zu einer Zeit, wo er u.a. auch mit Einkerkerung, Steinigungsversuchen etc. bedacht wurde.

Denke nicht, dass in der absoluten Wörtlichkeit "ohne Unterlass" die Bedeutung liegt, (ins Extreme verstanden). Die Formulierung betont aber die Bedeutung des Gebets: im Sinne von, "man kann gar nicht oft genug beten" (soweit es geht).

Man könnte es auch so verstehen:
Beten heißt, sich der Anwesenheit Gottes bewusst zu sein und hieraus zu denken, fühlen und zu handeln.
Also auch wenn ich mit etwas beschäftigt bin, tue ich dieses gescheit und richtig. Im Bewusstsein der Nähe Gottes.
So gesehen, sollte das ganze Leben ein Gebet sein. Man betet also nicht nur in gesprochenen oder gedachten Worten, sondern auch mit jeder Handlung zu Gott.
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Re: Das Gebet

Beitragvon Mäxli » Fr 17. Okt 2008, 14:20

livia hat geschrieben:Dazu ist mir der Gedanke gekommen, dass ja auch in der Bibel steht: Betet ohne Unterlass. Und oft fragte ich mich, WIE das denn gehen soll. Ohne Unterlass - immer - zu beten. Man ist ja doch beschäftigt und kann gar nicht immer bewusst innehalten und beten.

Man kann ja eben auch zu viel beschäftigt sein. Ein Gebet besteht doch auch alleine schon einem Herzens-DANKE.
Dazu reicht schon die zeit die es braucht den telefonhörer hinzulegen, nachdem das Telefonat viel besser und zeilführend war, was wir vielleicht gar nicht so erwartet hätten. genauso reicht z:bsp. die Zeit bis der Anzurufende abnimmt ein "Bitte Herr hilf und wirke!" zu beten. Braucht maximal 2 Serkunden.

Ohne Unterlass kann man ja auch als OHNE das Gebet (als einzelnes) zu unter-lassen verstehen (=nicht vergessen) und muss sich ja nicht auf einen permanenten Bet-Zustand beziehen.
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Re: Das Gebet

Beitragvon quigor » Fr 17. Okt 2008, 14:44

Sandra73- hat geschrieben:Ich habe mir überlegt, ob Du uns damit einfach in der möglichst "deckender" Sprache Deiner eigenen Glaubensvorstellungen wünschst und uns auch dazu aufforderst, uns von Jesus Christus, unserem Herrn, und seinem Heiligen Geist, erleuchten zu lassen.

Exakt.


Liebe Sandra!

Danke.
Danke, daß Du es verstanden hast.
Danke auch dafür, daß Du hier in Deinen eigenen Worten erklärt hast, was Du verstanden hast.
Aus Deinem Mund klingt es wohl akzeptabler.


So möge weiterhin in Deiner Seele "der Vater seinen Sohn im ewigen Erkennen gebären".
Namaste,
Quigor
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Re: Das Gebet

Beitragvon quigor » Fr 17. Okt 2008, 15:09

Hi, Johncom!

Johncom hat geschrieben:
quigor hat geschrieben:Brahman, der höchste Eine, die höchste Wirklichkeit

.... das was nicht mehr zu denken und zu beschreiben ist außer als das Alpha und das Omega, das Wort am Anfang, was eigentlich heisst 'vor dem Anfang', also man sieht schon: es entzieht sich dem Verstand.

Und bei manchen ganz besonders erfolgreich... :mrgreen:

Aber dessen ungeachtet möchte ich auch Dir danken, daß Du darauf hingewiesen hast, daß der "höchste Eine" tatsächlich nicht als Konkurrenzveranstaltung zu sehen ist. Die Wege, von denen wir meinen, daß sie zu ihm führen können, mögen mehr oder weniger verschieden sein - aber "das Alpha und das Omega" ist ident, was auch immer wir uns darunter vorstellen mögen.


Om Shambhu, Johncom!
Namaste,
Quigor
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Re: Das Gebet

Beitragvon Taube » Fr 17. Okt 2008, 15:34

Grasy hat geschrieben:Darunter verstehe ich z.B. täglich zu beten (unser täglich Brot gib uns heute...) und auch in verschiedenen Situationen. Was ich darunter nicht verstehe ist daß wir hier besondere "Leiern" oder "Endlosschleifen" beim Beten machen sollen. Denn es heißt auf´s andere ja auch:

Nein, das muss es nicht heissen, aber es kann für viele Menschen auch richtig sein, dass immer die gleiche "Gebetsformel" gesagt wird. Das ist noch lange kein Herunterleiern.

Kinder können z.B. Freude haben an einem Gebet, das wollen sie am Abend viele Male wiederholt haben, vielleicht, weil sie bei diesen Gebetsworten sehr die Geborgenheit fühlen. Das kann dann auch wie ein Mantra sein. Das kann auch für Erwachsene vielleicht richtig sein.

Aber viel wichtiger ist der Grund des Gebetes in Form freier Worte oder des Herzensgebetes, oder auch eines Liedes. Will man nur gottgefälliger werden oder gar den Weg zu Gott durch Übung selber meistern? ...oder spürt ich, dass Gott schon da ist, dass ich einfach durchs Gebet nur hörender werden kann.


So gibt es also ganz verschiedene Formen des Gebets. Jedes kann in einer bestimmten Situation das richige sein und in einer anderen das Falsche:

Sören Kierkegaard, der christliche Philosoph, sagt:
Beten heisst nicht, sich selbst reden hören, beten heisst, still werden und still sein, bis der Betende Gott hört.

oder provozierend Karl Barth:
Wie man beten soll, das steht in der Bibel; und was man beten soll, das steht in der Zeitung.

Eine ganz reizende chassidische Geschichte übers Beten ist:
Eines Abends spät merkte ein armer Bauer auf dem Heimweg vom Markt, dass er sein Gebetbuch nicht bei sich hatte. Da ging mitten im Wald ein Rad seines Karrens entzwei, und es betrübte ihn, dass dieser Tag vergehen sollte, ohne dass er seine Gebete verrichtet hatte. Also betete er: "Ich habe etwas sehr Dummes getan, Herr. Ich bin heute früh ohne mein Gebetbuch von zu Hause fortgegangen, und mein Gedächtnis ist so schlecht, daß ich kein einziges Gebet auswendig sprechen kann. Deshalb werde ich dies tun: Ich werde fünfmal langsam das ganze Abc aufsagen, und du, der du alle Gebete kennst, kannst die Buchstaben zusammensetzen und daraus die Gebete machen, an die ich mich nicht erinnern kann." Und der Herr sagte zu seinen Engeln: "Von allen Gebeten, die ich heute gehört habe, ist dieses ohne Zweifel das beste, weil es aus einem einfachen und ehrlichen Herzen kam."




...und allgemein zum Gebet, wenn die richtigen Worte kommen, ist nicht nur der Betende beteiligt: Römer 8, 26f Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt.


Gruss Taube
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Re: Das Gebet

Beitragvon quigor » Fr 17. Okt 2008, 15:58

livia hat geschrieben:Dazu ist mir der Gedanke gekommen, dass ja auch in der Bibel steht: Betet ohne Unterlass. Und oft fragte ich mich, WIE das denn gehen soll. Ohne Unterlass - immer - zu beten. Man ist ja doch beschäftigt und kann gar nicht immer bewusst innehalten und beten.

Danke für Deine Zeilen, die mich zum Nachdenken angeregt haben :)

Hi, Livia!

Es freut mich, daß Du meine "versteckte Werbung für andere Götter und deren Anbetung", wie Grasy meinen Post zu interpretieren geruhte :roll: , als Anregung für Deine eigene Gebetspraxis verstanden hast. Ich habe gehofft, daß er zu einer Diskussion in diese Richtung führen könnte.

Und hier hast Du ja auch schon Antworten erhalten:

chrystal hat geschrieben:"Ich will hören was Gott der Herr, in mir redet" (Psalm 85,9)

"Nur in Umkehr und Ruhe liegt eure Rettung, nur Stille und Vertrauen verleihen euch Kraft." (Jesaja 30,15)

Gebet bedeutet im Judentum „Dienst des Herzens“: Im jüdischen Glaubensbekenntnis, dem Sch’ma
Jisrael (Dtn 6,5), heißt es, dass Israel den Herrn mit „ganzem Herzen“ lieben soll. Auch die
Mahnung des Propheten Jesaja: „Weil dieses Volk ... mich bloß mit den Lippen ehrt, sein Herz aber
fernhält von mir ...“ (Jes 29,13), fordert die Einheit von Gebet und innerer Haltung.

Höre Israel (Sch’ma Jisrael): Dtn 6,4-9
Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig.
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott,
lieben mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte,
sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.
Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt
und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst.
Du sollst sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf deiner Stirn
werden.

Das sind sehr schöne Zitate, die Dir chrystal hier zusammengestellt hat.
Nur scheint es Bedenken bezüglich der Umsetzbarkeit des "immerwährenden Gebets" zu geben.

Ein hier geäußerter Zweifel war die Praktikabilität, die Durchführbarkeit im täglichen Leben. Nun, wenn man sich das so vorstellt, daß man permanent diese Worte spricht, dann wird das etwas hinderlich sein, auch wenn man sie nur in Gedanken spricht.
Aber realiter sieht das anders aus: Nur am Beginn denkt man die Worte aktiv - und konzentriert sich dabei auf die dahinterstehende Bedeutung. Gelingt das (die Konzentration, das totale Sich-Einlassen auf ihre Botschaft), dann beginnen die Worte "von selbst" in einem zu erklingen - Du bist dann ohne Unterlaß erfüllt von ihnen, egal, was Du tust. Wenn ich Ajapa praktiziere, ist dieser Klang das letzte, was ich wahrnehme, bevor ich einschlafe, und das erste, wenn ich wieder aufwache. Das Mantra "singt in mir".
Das aber behindert mich in nichts, was ich tue: Es läßt sich nicht nur prachtvoll meditieren dabei, sondern auch mit Anderen sprechen, arbeiten, all das verrichten, womit ein durchschnittlicher Europäer halt so seine Tage verbringt.

Nun noch zu dem von oTp befürchteten Trancezustand: Nein, "in Trance" bin ich dabei nicht. Sehr wohl aber in einem 'veränderten' Bewußtseinszustand. Dir, Livia, wird es wahrscheinlich nichts sagen, wenn ich es als "geöffnetes drittes Auge" bezeichne... aber Johncom und oTp werden damit etwas anfangen können. Es bedeutet: "im Gottesbewußtsein verbleiben".
Ich denke, daß Naqual das gemeint hat, als er hier geschrieben hat:
Naqual hat geschrieben:Man könnte es auch so verstehen:
Beten heißt, sich der Anwesenheit Gottes bewusst zu sein und hieraus zu denken, fühlen und zu handeln.
Also auch wenn ich mit etwas beschäftigt bin, tue ich dieses gescheit und richtig. Im Bewusstsein der Nähe Gottes.
So gesehen, sollte das ganze Leben ein Gebet sein. Man betet also nicht nur in gesprochenen oder gedachten Worten, sondern auch mit jeder Handlung zu Gott.

Das ist beispielsweise der Ansatz des Kriya-Yoga. ABER er gehört auch zu den Traditionen des Christentums: "ora et labora".
Die Entsprechung meiner Loge will ich uns allen hier ersparen.

Wesentlich hingegen erscheinen mir folgende Zeilen chrystals:
chrystal hat geschrieben:Wie du richtig sagst, erwähnt diese Form des Betens auch Paulus und auch das Judentum kannte diese Gebetsweise. Es wird dabei an den Atem - der ja auch immerwährend ist - angeknüpft und so lässt man sich durch den Atem und die Konzentration darauf in einen Prozeß des Ruhig-Werdens führen. Dann kann man mit ruhigem Geist höchst beschäftigt sein.

Erst seitdem es ein wachsendes Interesse für Spiritualität gibt, sind auch die bisher verborgenen Traditionen des Christentums hierzu wieder aufgetaucht und verbreitet worden. Es bedarf keiner Anleihen bei anderen Religionen, da jede Religion diese Tradition hat, diese aber durch den spezifischen Geist bestimmt wird. Es ist daher nicht gleichgültig, welche Formen, Worte und Deutungen man verwendet.
Für das westliche Christentum ist aufgrund seiner Orientierung auf Weltbeherrschung diese spirituelle Tradition im Verborgenen gehalten worden, da sie auch als Bedrohung und Kritik unterdrückt bzw. verdrängt wurde. Sie enthält ja ein revolutionäres Potential, das sich, konsequent verstanden, jeder Vereinnahmung durch die Welt entzieht.

Genau.
Sucht also ruhig in eurer eigenen Tradition - aber sucht danach!


Viel Erfolg dabei wünscht euch ein Vertreter einer ... anderen Tradition.
mfg
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Re: Das Gebet

Beitragvon quigor » Fr 17. Okt 2008, 16:19

Hi, Taube!

Schön, daß Du die "schönen Worte" diverser Religionen kennst, und auch schön, daß Du sie am tiefsten und prägnantesten in Deinem eigenen Glauben findest. Ich gratuliere Dir dazu. Ich kann Dich da gut verstehen: Mir geht es nämlich auch so. :))

Taube hat geschrieben:...und trotzdem hast Du noch nicht gesagt, warum Du gerade diesen Thread hervorholst, warum Dich dieses Gebet vor allen anderen, vor allen christlichen Gebete so berührt, dass es Du uns bringen willst, auch auf die Gefahr hin, dass es gelöscht werden könnte. Was sind Deine Gefühle dafür gewesen, was wolltest Du uns sagen? Da ginge es auch im Gespräch weiter. So habe ich das Gefühl: Schön, kenne ich schon, was solls. Warum möchtest Du, dass gerade dieses Mantra auch für Christen wahr werde?

Aber natürlich habe ich erklärt, wieso ich diesen Thread aus der Versenkung geholt habe. Und ich habe euch in meinem Beitrag das Wissen über Gott, die Schau Gottes und die Erleuchtung gewünscht - tut mir leid, wenn das so mißverständlich rübergekommen sein sollte.
Gedacht war es als eine Art "Abschiedsgeschenk", denn ich möchte nun nicht weiter in diesem Forum mitdiskutieren.
Daher erübrigt sich für mich auch jedes weitere Gespräch zur Thematik meiner persönlichen Absichten: Erstens habe ich mir heute dazu bereits "den Mund fusslig geredet", und zweitens ist das nicht wirklich interessant.

Viel schöner finde ich es, daß hier wieder eine Diskussion zu den Möglichkeiten, das "Gespräch mit Gott zu führen", in Gang gekommen ist. Auch wenn das für Dich "kalter Kaffee" ist, mag es ja für Andere von Interesse sein, hm?


mfg
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Re: Das Gebet

Beitragvon quigor » Fr 17. Okt 2008, 16:26

Grasy hat geschrieben:Das hoffe ich doch nicht quigor. Brahma ist nämlich einer der Hauptgötter des Hinduismus - wie auch der von dir genannte Shiva. Kali hast du auch angeführt - :shock: Wer kommt als nächstes?

Ach, Grasy!

DAS kam als nächstes:
quigor hat geschrieben:Brahma kann auch durch andere Namen ersetzt werden, so sich diese aus zwei Silben zusammensetzen, wie beispielsweise Kali oder Shiva… oder weniger hinduistisch Jahve oder Jesus oder Christus oder … welcher Gottesname auch immer.

Ich habe mir erlaubt, das, was "als nächstes kam", diesmal fett zu setzen... damit Du nicht wieder ausgerechnet die von Dir selbst verwendeten Namen für Gott überliest.
Denn "missionieren" wollte ich Dich eigentlich nicht.


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Re: Das Gebet

Beitragvon bigbird » Fr 17. Okt 2008, 16:31

quigor hat geschrieben:Es freut mich, daß Du meine "versteckte Werbung für andere Götter und deren Anbetung", wie Grasy meinen Post zu interpretieren geruhte :roll: , als Anregung für Deine eigene Gebetspraxis verstanden hast. Ich habe gehofft, daß er zu einer Diskussion in diese Richtung führen könnte.
Werbung für andere Götter und deren Anbetung sind hier sowieso nicht erlaubt, da hat Grasy ganz recht! Das weisst du, gäll guigor! :?

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Re: Das Gebet

Beitragvon Pilgrim » Fr 17. Okt 2008, 16:48

Taube hat geschrieben:Eine ganz reizende chassidische Geschichte übers Beten ist:
Eines Abends spät merkte ein armer Bauer auf dem Heimweg vom Markt, dass er sein Gebetbuch nicht bei sich hatte. Da ging mitten im Wald ein Rad seines Karrens entzwei, und es betrübte ihn, dass dieser Tag vergehen sollte, ohne dass er seine Gebete verrichtet hatte. Also betete er: "Ich habe etwas sehr Dummes getan, Herr. Ich bin heute früh ohne mein Gebetbuch von zu Hause fortgegangen, und mein Gedächtnis ist so schlecht, daß ich kein einziges Gebet auswendig sprechen kann. Deshalb werde ich dies tun: Ich werde fünfmal langsam das ganze Abc aufsagen, und du, der du alle Gebete kennst, kannst die Buchstaben zusammensetzen und daraus die Gebete machen, an die ich mich nicht erinnern kann." Und der Herr sagte zu seinen Engeln: "Von allen Gebeten, die ich heute gehört habe, ist dieses ohne Zweifel das beste, weil es aus einem einfachen und ehrlichen Herzen kam."
...und allgemein zum Gebet, wenn die richtigen Worte kommen, ist nicht nur der Betende beteiligt: Römer 8, 26f Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt.

Aha, daher das was in gewissen Kreisen ganz reizend als “Zungengebet” praktiziert wird…… :idea:
Be careful how you spend your time: Spend your time in nothing which you know must be repented of. —Richard Baxter
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Re: Das Gebet

Beitragvon quigor » Fr 17. Okt 2008, 17:06

Robby hat geschrieben:Wenn du uns christliche Inhalte wünscht, so nehmen wir diese gerne entgegen, wenn auch ein Zweifel aufgrund deines "anderen Glaubens" an deiner Ernsthaftigkeit besteht mit Bibelversen umzugehen. Aber bitte versuche nicht, mit anderen Göttern und deren Anbetung hier versteckt Werbung zu machen. Dies toleriere ich hier nicht, da es gegen die Netiquette verstösst.

:mrgreen:

Hi, Robby!

Es ist mir eine tiefe Freude, Dir eine freudige Nachricht überbringen zu dürfen: Ich werde hier nicht mehr gegen eure Netiquette verstoßen! :]
Ich werde daher auch nicht auf die Frage eingehen, ob Gottesschau und Erleuchtung nun christlicherseits patentiert sind - und wenn ja, von welcher christlichen Variante. Schon gar nicht gedenke ich mich darüber auszulassen, inwiefern Saturngnostikern Ernsthaftigkeit im Umgang mit Bibelversen zuzugestehen ist.

Ich möchte nämlich nicht mehr mit euch diskutieren - weil es mir nichts bringt. Ich bin vor über zwei Jahren in euer Forum gekommen, weil ich Fragen zur Bibel hatte. In der Zwischenzeit habe ich wirklich kompetente Antworten gefunden - wenn auch von anderer christlicher (!) Seite.
Ich gehe nicht im Zorn von euch. Aber auch mein Tag hat nur 24 Stunden, und die möchte ich nutzbringender und auch erfreulicher verbringen, als es mir in diesem Diskussionsforum möglich ist.

Der Beitrag mit dem Mantra, der Dich offenbar befürchten ließ, ich würde jetzt eine "Kali-campaign" starten, hätte eigentlich mein letzter sein sollen. Die Idee dahinter war, mich ohne weiteres Aufsehen in Form meiner durchaus wohlgemeinten Wünsche für euch zu verabschieden. Okay, das kam anders - macht auch nichts.
Die Botschaft bleibt die selbe.


Allerdings möchte ich nun, da ich mich hiermit "offiziell" verabschiedet habe, ausdrücklich vermerken, daß ich nicht wünsche, daß mein Account durch die Administration gelöscht wird.
Wie käme ich denn dann noch an meine proppenvolle PN-Box heran? :))
Also danke ich euch herzlich, daß ich wohl weiterhin die schöne Möglichkeit des Austauschs von "Privaten (!) Nachrichten" hier nutzen darf.

Hingegen braucht ihr nicht mehr zu befürchten, daß das dubiose Geschreibsel eines "Dieners des Bösen" (LOL) hier dazu dienen soll, aufrichtige Christenmenschen zu ... hm, was eigentlich? Wahrscheinlich: belästigen.
Belassen wir es also dabei.


Pax vobiscum et luceat lux!
Quigor



PS: Obwohl es ohne Zweifel hier eine ganze Menge User gibt, die tadellos der lateinischen Sprache mächtig sind, möchte ich präventiv gleich die Übersetzung liefern: Pax vobiscum et luceat lux heißt "Der Friede sei mit euch und das Licht möge (euch) leuchten!"
Ein nicht wirklich sehr teuflischer Wunsch, oder? ;)
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Re: Das Gebet

Beitragvon Taube » Fr 17. Okt 2008, 17:21

bigbird hat geschrieben:
quigor hat geschrieben:Es freut mich, daß Du meine "versteckte Werbung für andere Götter und deren Anbetung", wie Grasy meinen Post zu interpretieren geruhte :roll: , als Anregung für Deine eigene Gebetspraxis verstanden hast. Ich habe gehofft, daß er zu einer Diskussion in diese Richtung führen könnte.
Werbung für andere Götter und deren Anbetung sind hier sowieso nicht erlaubt, da hat Grasy ganz recht! Das weisst du, gäll guigor! :?

bigbird


Das, was hier geschrieben wurde, konnte aber wirklich nicht als Werbung für andere Götter angesehen werden!
Zuletzt geändert von Taube am Fr 17. Okt 2008, 19:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Gebet

Beitragvon chrystal » Fr 17. Okt 2008, 17:23

καὶ τὸ φῶς ἐν τῇ σκοτίᾳ φαίνει, καὶ ἡ σκοτία αὐτὸ οὐ κατέλαβεν.

Für diejenigen, die nicht Griechisch können - hier die Übersetzung

Und das Licht leuchtet in der Finsternis / und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Gruß
chrystal
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Re: Das Gebet

Beitragvon onThePath » Fr 17. Okt 2008, 17:41

quigor hat geschrieben:In der Zwischenzeit habe ich wirklich kompetente Antworten gefunden - wenn auch von anderer christlicher (!) Seite. ;)


Darf ich mal raten ?

Rosenkreuzer ?
Anthroposophen ?

Ich werde wohl ziemlich rätseln müssen, wer kompetente Antworten hat - wenn sie denn christlich sind.

Ich meine das nicht böse, da ich meine Nase eben in alles hineinstecke und nach Wahrheit durchforste.

lg, oTp
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Re: Das Gebet

Beitragvon quigor » Fr 17. Okt 2008, 19:29

onThePath hat geschrieben:Darf ich mal raten ?

Rosenkreuzer ?
Anthroposophen ?

Hi, oTp!

Schlimmer, alter Freund, viel schlimmer: Katholiken! :shock:

Und ich hoffe stark, daß das jetzt niemanden dazu animiert, "laut" darüber nachzudenken, ob das Hauptquartier des Teufels nicht sowieso in Rom zu suchen ist. Das wäre nämlich ausgesprochen wenig geschmackvoll.

Aber dieser kleine Einwurf meinerseits hat sich nicht auf Dich bezogen, oTp: Von Dir möchte ich mich mit herzlichen Grüßen verabschieden.
Viel Glück auf Deinem Weg!
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Re: Das Gebet

Beitragvon onThePath » Fr 17. Okt 2008, 19:44

quigor hat geschrieben:
onThePath hat geschrieben:Darf ich mal raten ?

Rosenkreuzer ?
Anthroposophen ?

Hi, oTp!

Schlimmer, alter Freund, viel schlimmer: Katholiken! :shock:

Und ich hoffe stark, daß das jetzt niemanden dazu animiert, "laut" darüber nachzudenken, ob das Hauptquartier des Teufels nicht sowieso in Rom zu suchen ist. Das wäre nämlich ausgesprochen wenig geschmackvoll.

Aber dieser kleine Einwurf meinerseits hat sich nicht auf Dich bezogen, oTp: Von Dir möchte ich mich mit herzlichen Grüßen verabschieden.
Viel Glück auf Deinem Weg!
Quigor


Katholiken ? Kann mich nicht erschrecken. Sie haben ja sicherlich einige gute Lehren, Erfahrungen und Traditionen, die weit bis ins erste Jahrhundert reichen. Vielleicht grabe ich diese Schätze auch allmählich aus.

Ich grüße Dich auch herzlich, Du weißt wenigstens, was Du sagst, da erkenne ich viel Wissen und Verstehen. Unsere Anschauungen sind etwas verschieden,; Ich habe mich ja von dem Weg eines Adepten selber distanziert, deshalb bliebe mir, alte kirchliche Erfahrungen zu suchen ;)

lg, oTp
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Re: Das Gebet

Beitragvon bigbird » Fr 17. Okt 2008, 20:17

Bitte Schluss mit Verabschiedungen - dazu gibt es ein extra Unterforum!

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Re: Das Gebet

Beitragvon livia » Fr 17. Okt 2008, 20:37

Lieber Quigor, liebe chrystal und lieber Naqual :) ,

habt herzlichen Dank für alle Eure Gedanken. Ich habe alles gelesen, was Ihr geschrieben habt und denke darüber nach.

Alle Eure Gedanken zusammengefasst, ergeben für mich irgendwie ein Gesamt-Bild zum Thema "andauerndes Gebet". Eure Gedanken ergänzen sich. Ich hoffe sehr, zu diesem inneren Gebet zu kommen oder "meinen" Weg zu finden.

Quigor, wie schade, dass Du nicht bleiben willst :( . Aber vielleicht überlegst Du es Dir ja doch und kommst einmal wieder zurück :) ?

Ich glaube, bevor man zu diesem inneren andauernden Gebet kommen kann, muss man erst genau wissen, zu welchem Gott man betet, also ich meine damit, dass man ihn erst gefunden haben muss - für sich selbst. Und dass man überzeugt sein muss von ihm. So, wie man doch einen Menschen auch nur wirklich von Herzen lieben kann, wenn man ihn kennt oder ihn erkannt hat.

Alles Liebe!

livia
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Zum Herzen führen keine lauten Straßen, sondern nur stille Wege.
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Re: Das Gebet

Beitragvon Sandra73- » Fr 17. Okt 2008, 20:56

Taube hat geschrieben:
bigbird hat geschrieben:Werbung für andere Götter und deren Anbetung sind hier sowieso nicht erlaubt, da hat Grasy ganz recht! Das weisst du, gäll guigor! :?

bigbird


Das, was hier geschrieben wurden , konnte aber wirklich nicht als Werbung für andere Götter angesehen werden!


Ja, das sehe ich auch so.
Mit ziemlicher Gewissheit gehen quigors Absichten nicht in diese Richtung, und ebensowenig macht es Sinn, über seine Absichten in Bezug auf das Posten von christlichen Inhalten zu diskutieren.

Ich sehe mich/uns durch seinen Beitrag in unserem eigenen Glauben aufgefordert. Was oder wen hindert uns daran? Ausser wir selbst?

Zurückfindend zum Thema:
Ich kann einer Praxis, die ein Mantra in Form eines ständigen Vorsichhinmurmelns oder Aufsagens von irgendwelchen Glaubenssätzen, auch nichts abgewinnen.
Genau das sehe ich auch ersichtlich gemeint mit der biblischen Aufforderung, "nicht zu plappern wie die Heiden".
Allerdings ist es etwas Anderes in meinen Augen, wenn der Inhalt eines Glaubensausdruckes nicht beim blossen "Aufsagen" bleibt, sondern erst an Inhalt gewinnt, an Lebendigkeit, durch die innere Haltung, die aus dem Inhalt der rezitierten Worten entsteht.

Das "nicht plappern wie die Heiden" bezog sich meiner Meinumng nach eher auf das "Gott mit Quantität bewegen zu wollen" (wie die Baalspriester bei Jeremia) oder die Pharisäer, die es zum Zwecke taten, dabei gesehen/gehört zu werden und an Ansehen zu gewinnen.
Beides wird als untauglich beurteilt dafür, in wirkliche Gottesgemeinschaft zu kommen.

Ich selbst habe die tiefe Erfahrung gemacht, dass es mich näher in Gottesgemeinschaft bringt, wenn ich das, was ich bete in Worten, durch den Tag als "innere Haltung" versuche zu leben. Ohne Worte, aber stets im Bewusstsein dessen.
Ich erlebe dann auch, wie ich offener bin, in eine Tiefe komme, gelassener bin und vertrauensvoller Jesus Christus gegenüber.
Und wie ich sensibler in meinem Gewissen werde und auch eher offen bin für Ermahnung durch den Heiligen Geist.
Und durch diesen Thread hier ist mir auch bewusst geworden, wo ich dies wieder zuwenig beachtet habe und deswegen in Versäumnisse an Gott und Menschen gekommen bin.

Genaugenommen ist auch das "Vater Unser" eine Art "Mantra".
Aber - es lebt nicht und bleibt tot, wenn wir es einfach hersagen, ohne den Inhalt zu leben. Und ohne es uns als innere Haltung anzueignen.
Und mit dem Inhalt zu füllen, den wir tagtäglich ausleben können.

Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass das dann nicht mehr bewusst "durchgerungen" werden muss, sondern dass es schlicht und einfach zu einem "Zustand" geworden ist.

Mit lieben Grüssen,
Sandra
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Hebräer 10,35 ( cori, 5. Oktober 09 )

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Re: Das Gebet

Beitragvon Grasy » Fr 17. Okt 2008, 22:56

quigor hat geschrieben:Gedacht war es als eine Art "Abschiedsgeschenk", denn ich möchte nun nicht weiter in diesem Forum mitdiskutieren.


Aber wenn das hier ein christliches Forum ist, warum schenkst du dann ausgerechnet was aus dem Hinduismus, mit Götter-Beispielen aus dem Hinduismus und der Option es umzubauen, jedoch der "Anleitung" wiederum angelehnt bzw. basierend auf dem Hinduismus? Jesus hat das Beten zum Vater im Himmel sehr wohl gelehrt. Da braucht es keiner Vermischung mit dem Hinduismus, keiner Welteinheitsreligion und auch keinem Welteinheitsgebet welches sich auch an Götzen oder Dämonen wendet.
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Re: Das Gebet

Beitragvon Enggi » Sa 18. Okt 2008, 09:51

1 Kor 14,18: Ich danke Gott, dass ich mehr in Zungen rede als ihr alle.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

·•·•·•· Enggi schreibt jetzt als Gnu weiter ·•·•·•·
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Re: Das Gebet

Beitragvon Robby » Sa 18. Okt 2008, 09:54

quigor hat geschrieben: Ich möchte nämlich nicht mehr mit euch diskutieren - weil es mir nichts bringt...
Aber auch mein Tag hat nur 24 Stunden, und die möchte ich nutzbringender und auch erfreulicher verbringen, als es mir in diesem Diskussionsforum möglich ist.

Und dafür hast du zwei Jahre gebraucht, um das zu merken? 8-)

Hingegen braucht ihr nicht mehr zu befürchten, daß das dubiose Geschreibsel eines "Dieners des Bösen" (LOL) hier dazu dienen soll, aufrichtige Christenmenschen zu ... hm, was eigentlich? Wahrscheinlich: belästigen.

Ich glaube nicht, dass es darüber etwas zu Lachen gibt. Dass du dich hier und in anderen Foren als Diener des Bösen geoutet hast, ist mittlerweile wohl fast jedem bekannt. Und es ist tragisch, für deine Seele.


Lieber Gruss
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Re: Das Gebet

Beitragvon Taube » Sa 18. Okt 2008, 11:02

Mat 4: Die Berufung der ersten Jünger
18 Als Jesus den See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus heisst, und seinen Bruder Andreas, wie sie die Netze auswarfen in den See; sie waren nämlich Fischer. 19 Und er sagt zu ihnen: Kommt, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.


Hey Robby und Grasy

Jesus Christus spricht von Menschenfischern für die Nachfolge, nicht von Kammerjägern gegen Dämonen!

Gruss Taube
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Re: Das Gebet

Beitragvon Robby » Sa 18. Okt 2008, 11:08

Hi all

Hiermit schliesse ich diesen ausgegrabenen Thread.


Lieber Gruss
Robby
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