Das Gebet

Wo sind die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten?

Moderator: bigbird

Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » So 1. Jun 2003, 20:13

Das Gebet ist eine besondere Art der Kommunikation in jeder Religion. Für Christen gibt es klar abgrenzbare Gebetsformen. So haben wir ein Gebet, welches immer erhört wird, es ist das Gebet um die Sündenvergebung durch das Blut Jesu. Hier ist die Trefferquote 100%. So ist es in der Bibel versprochen und so erfüllt es sich auch. „Bittet, so wird euch gegeben“, ist eine Form, die nur sporadisch erhört wird. Dies verwundert aber wenig, denn hier muss die Erhörung sinnlich vorliegen. Bei diesem Gebet verlässt der Glaube sich selbst und wird zu etwas Allgemeinen, etwas, was jeder beurteilen kann.
Die Vergebung der Sünden durch das Blut wird versprochen, sowie die Erhörung sonstiger Bitten, wenn wir voraussetzen, dass die Semantik verbindlich ist. Da nun aber nicht jedes sonstige Gebet erhört wird, ist es möglich, zu schlussfolgern, dass auch nicht alle Gebete um die Sündenvergebung erhört werden, denn streng genommen kann dies niemand von uns nachprüfen.

Die Wahrheit der Sündenvergebung sei mit der Last gegeben, die dann von einem abfällt. Es ist kein großes Geheimnis, dass alleine das Aussprechen von Schuld, in einem bußfertigen Zustand hinreicht, die Last zu lindern oder ganz zu beseitigen. Diese Erfahrung ist allen Menschen gemein, sind sie nun religiös oder auch nicht. Auf der anderen Seite heben Christen hervor, dass die Sündenbekenntnis allein vor dem Menschen, vor dem man schuldig geworden sei, nicht hinreiche, es müsse noch die formelle Bekenntnis vor Gott erfolgen. Was also bei einem gemeinen Menschen hinreicht, ihm die Last wirklich zu nehmen, das reiche einem Christen nicht. Und damit wird das Argument hinfällig, die Bekenntnis vor Gott habe die Schuld spürbar genommen. Die Sündenvergebung vor Gott ist dann selbst ein Glaube und nichts aus der sinnlichen Gewissheit. Wer dies jetzt nicht glauben mag, der fange noch einmal an, diesen Absatz von vorne zu lesen, oder befasse sich mit dem Konstruktivismus

Nehmen wir das Gebet als einen Indikator, für die Wahl der rechten Religion, dann können wir uns gar nicht recht entscheiden, denn in jeder Religion gibt es im Mittel die gleiche Anzahl an Gebetserhörungen. Die meisten Bittgebete werden nicht erhört, ein Teil aber schon. Ganz verwirrend wird das Ganze aber dadurch, dass es sog. Heiden im Mittel gar nicht schlechter geht als den religiösen Menschen. Diesen neigt sich das Schicksal genauso oft günstig zu wie den religiösen Menschen und auch sie werden von Krankheiten geplagt, erleben Spontanheilungen und sterben mitunter qualvoll.
Eine Spontanheilung nimmt ein Heide freudig zur Kenntnis und erfreut sich weiter seines Lebens, ohne diesem „Wunder“ eine besondere Bedeutung beizumessen. Ein Christ rennt damit sofort zu seiner Gemeinde und legt beredtes Zeugnis ab und alle loben den Herrn.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon bigbird » So 1. Jun 2003, 20:37

Hallo Scardanelli

Was möchtest du eigentlich genau mit diesem Beitrag bewirken, hast du eine Frage - oder möchtest du die Leute zu deiner Spezial-Christenlehre erfreuen...


bb
Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
Benutzeravatar
bigbird
Administrator
 
Beiträge: 46004
Registriert: Do 7. Mär 2002, 07:25
Wohnort: Raum Bern

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » So 1. Jun 2003, 20:52

Grundsätzlich, liebe bigbird, möchte ich mich mit meiner Erblast auseinandersetzen und dabei anderen etwas bringen. Es ist für mich ein Ausschöpfung von Freiheit, eben von verschiedenen Standpunkten aus, die Wirklichkeit zu betrachten. Ich will die Landschaft von allen Seiten sehen und nicht nur immer von derselben Position aus.

Es geht mir hier auch um das Herausarbeiten des schönen Gebetes, oder des rechten Gebetes. Ich lege also einmal vor und sage, dass schöne Gebet ist das, welches gar nichts will und gar nichts erhofft, als nur Gott zu loben. Dieses Gebet hat seinen Beweis in sich selbst. Seit bestimmt zwanzig Jahren, habe ich keine einzige Bitte mehr an Gott gerichtet, was zuvor in meinem Glaubensleben ganz anders gewesen ist. Ich sehe es überhaupt nicht ein, warum ausgerechnet einem einzelnen entgegen den anderen geholfen werden soll.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon BlueMary » So 1. Jun 2003, 20:59

@ Bigbird

ich glaube, dass Du genau das selbe verstanden hast wie ich... nämlich rein gar nichts.
wer weiss...vielleicht erklärt er uns was er damit bezweckt
:angel: :praisegod: BlueMary :praisegod: :angel:

Ich aber werde jubeln wenn der Herr eingreift und mir hilft.
Psalm 35,9
Benutzeravatar
BlueMary
Power Member
 
Beiträge: 711
Registriert: Mi 26. Mär 2003, 03:30
Wohnort: us Lausanne, 35 Jahre in Zürich gelebt und nun am Bielersee... ewiger Urlaub!

Re: Das Gebet

Beitragvon bigbird » So 1. Jun 2003, 21:12

hm - ich verstehe etliches, aber was ich verstehe entspricht halt Scardanelli´s selbstgestrickter Lehre. Selbstverständlich darf er sich seine eigenen Gedanken darüber machen.
In der christlichen Lehre kenne ich nicht folgende Zusammenhänge, Aussagen und Definitionen wie

- Gebet / Trefferquote
- Klar abgrenzbare Gebetsformen
- Erhörung muss sinnlich vorliegen
- Der Glaube verlässt sich selbst
- Sündenvergebung durch Gott nachprüfen
- Gebet als Indikator ...

usw, usw

bigbird
Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
Benutzeravatar
bigbird
Administrator
 
Beiträge: 46004
Registriert: Do 7. Mär 2002, 07:25
Wohnort: Raum Bern

Re: Das Gebet

Beitragvon Kübra » So 1. Jun 2003, 21:15

Hallo Scardanelli,

dass schöne Gebet ist das, welches gar nichts will und gar nichts erhofft, als nur Gott zu loben. Dieses Gebet hat seinen Beweis in sich selbst.


das sehe ich auch so. Ich würde ja gerne noch was aus dem Islam dazu schreiben, aber dass schreib ich dir dann als PN - denn hier gehts ja um das CHRISTLICHE Gebet...
;)
Grüße, Kübra.
Das Wort verwundet leichter, als es heilt. (Goethe)
Benutzeravatar
Kübra
Member
 
Beiträge: 295
Registriert: Mi 23. Apr 2003, 16:28
Wohnort: Deutschland

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » So 1. Jun 2003, 21:56

Gerne unternehme ich den Versuch, mich näher zu erklären.
Gebet/Trefferquote: Das Gebet um die Sündenvergebung werde stets erhört = Trefferquote 100%
Die Sünde belastet mich wie z. B. Angst.
Ich bete um Befreiung von meiner Angst und stütze mich auf die Aussage von Jesus, dass ich, wenn ich darum Bitte erhört werde. Hier liegt die Trefferquote aber weit unter 100%
Was soll ich also davon denken. Vielleicht kümmert sich Gott vermehrt um Sünden, weil sie ihn selbst quälen und ihm ist meine Angst eher akzidentiell, weil nur ich darunter leide?

Spreche ich das Gebet um die Sündenvergebung, dann wird die Last unverzüglich von mir genommen, aber im Fall der Angst nicht. Dies vielleicht in Einzelfällen, aber diese Einzelfälle gibt es auch ohne ein Gebet.

Erhörung muss sinnlich vorliegen: Die Sündenvergebung ist etwas in der Vorstellung, die Angst ist etwas Manifestes, sie hat mehr als Wirklichkeit, weil sie mehr ist, als bloßes Denken. Welche Schlussfolgerungen soll ich also daraus ziehen?

Bei Dingen, die real sind, kann ich die Wirkung von Gebeten nachprüfen, bei solchen, die nur wirklich sind, kaum. Angst ist etwas Reales und Wirkliches, Sünde hingegen mehr wirklich und nur als Möglichkeit etwas Reales. Realität ist eindeutig, während Wirklichkeit mehrdeutig sein kann. Die Realität kennt keine Phantasie, die Wirklichkeit schon.

Ein Gebet ist dann ein gültiger Indikator für den Glauben, wenn er sich in der Realität erfüllt. Angst zerstört einen Menschen genauso wie die Sünde, deshalb sagt auch der Apostel Johannes, dass die Liebe keine Angst kennt. Mit Liebe kann man Angst regelmäßig überwinden, mit Gebeten unzuverlässig. Mit der Sünde ist es nicht viel anders, nur kann man die Sünde der Wirklichkeit beimessen und sie von der Realität ausnehmen. Mit der Angst ist dies nicht möglich. Angst kann man nicht in die Sphäre der Phantasie heben. Wie Gott im Mittel Gebete an realen Dingen erhört ist für mich das Maß, wie er überhaupt Gebete erhört, denn hier kann ich die Quote nachprüfen. Da es Heiden genauso geht wie Christen, erhört Gott Bittgebete in der Realität überhaupt nicht. Wenn dann zufällig mal etwas so ausfällt, wie es das Gebet intendiert, dann wird dies als der Beweis für die Kraft des Bittgebetes genommen. Dies nennt man eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Auch die Wünsche von Heiden gehen mitunter in Erfüllung und so ist die allgemeine Quote gleich.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon Joggeli » So 1. Jun 2003, 22:09

Hallo Scardanelli

Gerne unternehme ich den Versuch, mich näher zu erklären.

Ich habe nicht den Eindruck, dass der Versuch gelungen wäre. Aber ich denke, du kannst einfach nicht anders - du kannst nicht aus deiner Haut heraus. So wird in vielen Fällen jede Diskussion in Keim erstickt.

Joggeli
Benutzeravatar
Joggeli
Administrator im Ruhestand
 
Beiträge: 7648
Registriert: So 31. Mär 2002, 14:57
Wohnort: Rüebliland

Re: Das Gebet

Beitragvon bigbird » Mo 2. Jun 2003, 07:37

Original von Scardanelli
Gerne unternehme ich den Versuch, mich näher zu erklären.


Hallo Scardanelli
:)) Danke für deinen Versuch, es gibt mindestens noch zwei Dutzend weitere Stichwörter und Begriffe in deinem Text, die im Zusammenhang mit dem christlichen Glauben entweder fehl am Platz, falsch verwendet sind oder mir verdreht entgegenkommen. :( Auch deine Erklärungen helfen da nicht weiter - Beispiel
Erhörung muss sinnlich vorliegen: Die Sündenvergebung ist etwas in der Vorstellung, die Angst ist etwas Manifestes, sie hat mehr als Wirklichkeit, weil sie mehr ist, als bloßes Denken. Welche Schlussfolgerungen soll ich also daraus ziehen?

- Sündenvergebung ist keineswegs etwas, das "in der Vorstellung" passiert, das ist etwas, das in der göttlichen Realität geschieht. Und später mal wird sich allen Menschen zeigen, wie real diese ist!
- "Angst" andererseits ist keineswegs einfach manifest; Angst ist durchaus auch unbewusst vorhanden und bestimmt Reaktionen und Verhaltensweisen von Menschen mehr als man denkt.
- Dass Angst mehr Wirklichkeit hat als Sündenvergebung bestreite ich aus oben erwähnten Gründen.
- Deine Schlussfolgerungen - wenn du sie aus deinen erwähnten Gedanken ziehst - müssten also falsch sein, weil die Grundlagen dazu falsch ist!

:shock: Mal nur diese Bemerkungen zu diesem kurzen Abschnitt - meine Antworten sind beispielhaft für seitenweise weitere, die gegeben werden könnten. :? Merkst du wie endlos solche Diskussionen sind? Ich meinerseits kann nicht weiter darauf eingehen ...
:roll: Aber das haben wir ja schon oft gesagt - und weil du das weisst, verwundere ich mich, dass es immer noch so läuft. Aber wie Joggeli gesagt hat, du kannst wohl nicht aus deiner Haut. Ich meine, das musst du nicht, aber schade ist es trotzdem ... :( es ist so gesprächshemmend ;)

liebe Grüsse von bigbird
Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
Benutzeravatar
bigbird
Administrator
 
Beiträge: 46004
Registriert: Do 7. Mär 2002, 07:25
Wohnort: Raum Bern

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 07:52

Also versuche ich einen neuen Anlauf, diesmal ohne Begründung. Dazu greife ich einfach eine von mir schon gebrauchte Behauptung heraus: Spreche ich das Gebet um die Sündenvergebung, dann wird die Last unverzüglich von mir genommen, aber im Fall der Angst nicht. Dies vielleicht in Einzelfällen, aber diese Einzelfälle gibt es auch ohne ein Gebet.
Daran behaupte ich weiter, dass Gott gar keine Bittgebete erhört, denn die Quote der Erhörung deckt sich mit dem zufälligen Eintreten erhoffter Ergebnisse.
So ist hier die Wendung gefallen, mit der Hilfe Jesu habe jemand die Sucht des Rauchens überwunden. So eine Aussage ist einfach nur lächerlich, denn ein Unzahl von Menschen bringen die Kraft aus sich selbst auf, mit der Sucht des Rauchens erfolgreich zu brechen.

Niemand kann nachprüfen, ob Gott wirklich die Sündenlast von einem genommen hat, so dass die Sünde keine Realität mehr hat. Es kann aber jeder nachprüfen, ob Gott Angst von einem Menschen nimmt. Hier steht die Bitte zu Gott in direkter Konkurrenz mit Anstrengungen von Menschen in gleicher Sache und in etlichen solcher Fälle, wo Gott nach der Bitte nicht geholfen hat, haben es Menschen vermocht, anderen in Angst zu helfen.

„Bittet, so wird euch gegeben“, ist deshalb eine Falschaussage der Bibel. Wenn ich es so verstehen soll, dass Gott eben nicht jeder dieser Bitten entspricht, dann kann ich daraus ableiten, dass Gott auch nicht jeder Bitte um Sündenvergebung entspricht.
Wie willst du nachprüfen, ob Gott dir in jedem Fall auf deine Bitte hin deine Sünden vergibt? Er habe es versprochen. Sicher habe er dies, er hat aber eben auch versprochen, dass er denen gibt, die ihn Bitten und hier löst er dieses Versprechen eben nicht im Umfang der Aussage ein.

An der Realität von nachprüfbaren Erhörungen von Gebeten, die sich auf Versprechen stützen, ist die allumfassende Sündenvergebung nach der Bitte darum, ein Wahn. Wirklich ist dieser Wahn nur deshalb, weil ihn viele durch ihre bloße Masse mit Leben erfüllen. Die Wirklichkeit dieser allumfassenden Sündenvergebung hat seine Wirklichkeit als ein Massenphänomen.
Dieser letzte Abschnitt tut nichts zum Verständnis der obigen Ausführungen, er kann also getrost von einem Verständnis ausgeschlossen bleiben.

Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon bigbird » Mo 2. Jun 2003, 07:56

Deine Lehren und Gedanken, lieber Scardi rauschen voll neben der biblischen Lehre vorbei! Aber ... wie sag ichs meinem Kinde?
:? Wie gesagt - ich gebs auf! :cry:

bb

Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
Benutzeravatar
bigbird
Administrator
 
Beiträge: 46004
Registriert: Do 7. Mär 2002, 07:25
Wohnort: Raum Bern

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 08:09

@bigbird,
"Angst" andererseits ist keineswegs einfach manifest; Angst ist durchaus auch unbewusst vorhanden und bestimmt Reaktionen und Verhaltensweisen von Menschen mehr als man denkt.
Eine unbewusste Angst gibt es nicht. Unbewusst können Komplexe sein, die durch Angstabwehrmechanismen blockiert werden. Angst ist aber in jedem Fall eine Sache des Bewusstseins und weil dies so ist, kann man an ihr die Erhörung von Gebeten nachprüfen.
- Dass Angst mehr Wirklichkeit hat als Sündenvergebung bestreite ich aus oben erwähnten Gründen.
Die Sünde und mit ihr die Vergebung der Sünden hat deshalb weniger Realität, weil ich schon oft gehört habe, dass sich etliche Christen anschicken, Gott möge ihnen ihre Sünden zeigen, auf das sie diese bekennen können. Was ich nicht weiß, ist in diesem Moment aber nicht real. Angst muss aber keinem Menschen gezeigt werden, denn diese umklammert den Menschen.
Etliche Christen haben aber nur deshalb ein Interesse an ihren Sünden, weil sie diese vor dem Einzug ins Paradies hindern. Die Sünde selbst quält sie gar nicht, sondern nur die Vorstellung, dass sie diese vom Paradies trenne. Angst quält aber einen Menschen unmittelbar. Aus diesem Grund ist es diesen Christen auch egal, ob die Sünde nun weg ist oder nicht, denn diese stört sie ja gar nicht, es stört sie nur, dass die Sünde sie vom Paradies trennt. Aus diesem Grund haben Sünden wenig Realität.
Mit der Sündenvergebung wird deshalb nur etwas weggenommen, was einen an sich sowieso nicht gestört hat und deshalb funktioniert die Sündenvergebung halt immer.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon cori » Mo 2. Jun 2003, 08:16

Hallo Scardanelli,

für mich ist das klar, dass jedes Gebet um Sündenvergebung erhört wird, (wenn es ehrlich gemeint ist), da es das Wichtigste ist.

Was die Angst betrifft, so spielt vielleicht der Glaube eine Rolle. Wenn ich Gott nicht vertraue, dann wird meine Angst auch nach einem Gebet nicht weichen.
Doch sonst bin ich mir sicher, dass Gott auch diese Gebete erhört.
Ich habe selber vier Situationen erlebt, in denen ich große Angst hatte. Jedesmal habe ich gebetet, und jedesmal hat Gott ganz konkret eingegriffen und mir geholfen. Das war meine persönliche Erfahrung.

cori
Wir freuen uns über unsere Enkelin

+++ Clara Sofia +++


geboren am 23.9.09, 3260 g, 50 cm
Benutzeravatar
cori
Verstorbene Senior-Moderatorin
 
Beiträge: 15050
Registriert: Mi 23. Okt 2002, 19:12
Wohnort: Österreich

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 08:19

@bigbird,
... an der Lehre der Bibel, an welcher der Bibel? Sicher rauschen sie an bestimmten Konstrukten der Lehre der Bibel vorbei. Aber diese Lehre rauscht eben an der Realität vorbei, weil bestimmte Zusagen nicht in Erfüllung gehen. Du kannst jedem versichern, dass ihm nach der Bitte die Sünden vergeben werden, du kannst aber nicht jedem versichern, dass ihm Gott seine Angst nimmt, denn dieser Versicherung spricht die Realität Lüge. Es gibt Zusagen der Bibel und sogar solche, die aus dem Mund Jesu stammen, die einfach nicht wahr sind.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon Joggeli » Mo 2. Jun 2003, 08:27

@Scardanelli

... an der Lehre der Bibel, an welcher der Bibel? Sicher rauschen sie an bestimmten Konstrukten der Lehre der Bibel vorbei. Aber diese Lehre rauscht eben an der Realität vorbei, weil bestimmte Zusagen nicht in Erfüllung gehen. Du kannst jedem versichern, dass ihm nach der Bitte die Sünden vergeben werden, du kannst aber nicht jedem versichern, dass ihm Gott seine Angst nimmt, denn dieser Versicherung spricht die Realität Lüge. Es gibt Zusagen der Bibel und sogar solche, die aus dem Mund Jesu stammen, die einfach nicht wahr sind.

Und du hast uns gefragt, weshalb du im unteren Teil nicht schreiben kannst?

:? ?( :? ?(

Ich kann mich bigbird nur anschliessen: Ich habe zwar dich noch nicht aufgegeben (Gottes Möglichkeiten kennen keine Grenzen) aber ich habe es aufgegeben, mit dir zu diskutieren, weil ganze einfach keine Diskussion möglich ist. Dies wird vermutlich auch in deinem "Kündigungsschreiben" gestanden haben.

Wer in dieser Art, neben dem Wort Gottes vorbei diskutiert, wird wohl in jeder Gemeinde als "störend" empfunden. Zudem sind Diskussionen am Wort vorbei weder produktiv noch erwünscht.

Hast du inzwischen eine eigene Glaubensgemeinschaft gegründet?

Es grüsst
Joggeli
Benutzeravatar
Joggeli
Administrator im Ruhestand
 
Beiträge: 7648
Registriert: So 31. Mär 2002, 14:57
Wohnort: Rüebliland

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 08:34

@cori,
ein Mensch in Angst, glaubt an alles, was ihm seine Angst nehmen könnte. Er entfaltet durch seine Angst ein Glaubenspotential, welches alles andere in den Schatten stellt. Dies übersteigt einen Glauben an eine Sündenvergebung um ein Vielfaches. So bußfertig wie ein Mensch in Angst kann niemand sein. Er hängt seine ganze Existenz da hinein und er wird alles in seinem Leben loslassen, wenn ihm nur die Angst genommen wird. Hätte der Reiche Jüngling Angst gehabt, dann hätte er sofort all seinen Reichtum auf die Aufforderung Jesu hin von sich gegeben, wenn ihm glaubhaft versichert würde, dass ihm das seine Angst nimmt.

Im Übrigen spielt der Glauben im Glaubensleben immer die herausragende Rolle. Aber auf den Glauben muss auch der Inhalt des Glaubens folgen. Wenn ich an jemanden Glaube, dann muss dieser meinem Glaubensinhalt auch entsprechen, sonst ist mein Glaube leer. Auch die Sündenvergebung erfordert den Glauben und daraufhin die Einlösung des Glaubensinhaltes.
Schau dich doch einmal unter Christen um. Es gibt hier eine Unzahl von Menschen, die trotz ihres Glaubens in Angst leben. Weil dies aber so ist, werden ihre Gebete nicht erhört und deshalb ist es zulässig zu sagen, dass auch nicht alle Bitten um eine Sündenvergebung erhört werden. Wir können dies nur nicht erkennen, weil uns die Sünde nicht so quält, wie es die Angst stets macht.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 08:50

Lieber Joggeli,
wer in seinem Leben keine Probleme hat, die an seiner Existenz nagen, dem wird das reine Wort hinreichen, weil Worte an seinem stabilen Zustand als eine nette Beigabe mitgenommen werden können.
Mich interessieren glückliche Befreiungserlebnisse von Menschen wenig, die durch Jesus angeblich frei geworden sind. Interessant sind Menschen, die trotzt all ihrer Bemühungen vergeblich bitten.
Mit vollem Magen über Worte Jesu zu sinnieren, mag ein angenehmer Zeitvertreib sein. Mich schaudert es, wenn ihr Menschen Dinge versprecht, deren ihr gar nicht bedürftig seit, aber an welchen das Leben von Menschen hängt. Ihr versprecht gerne Dinge, die in den Wolken sich befinden, wie z. B. die Sündenvergebung aus dem Blut Jesu. Wenn es aber an die Realität geht, dann fangt ihr mit mannigfachen Ausreden an. „Glaub halt inniger, bete ohne Unterlass, du bist Schuld, wenn deine Gebete nicht erhört werden“ Mit Bezug zur Sündenvergebung werden solche Wendungen nicht genommen, denn diese soll unverzüglich und sicher erfolgen. Klar, denn die Sünde selbst quält ja auch viele gar nicht.

Niemals würde ich eine Glaubensgemeinschaft gründen noch mich einer anschließen, denn in Gemeinschaften sinkt jedes Glaubensgut auf den niedrigsten Stand seiner Möglichkeiten zusammen. Dies ist so sicher, wie ein beliebiges Naturgesetz.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon bigbird » Mo 2. Jun 2003, 08:55

Original von Scardanelli
Niemals würde ich eine Glaubensgemeinschaft gründen noch mich einer anschließen, denn in Gemeinschaften sinkt jedes Glaubensgut auf den niedrigsten Stand seiner Möglichkeiten zusammen. Dies ist so sicher, wie ein beliebiges Naturgesetz.


Siehst du, das ist es, was ich meine ... wieder so eine Behauptung deinerseits ... aberäbja ...

bb
Ein weiser Mann hat mal gesagt:
Man soll dem Nächsten die Wahrheit nicht
wie einen Waschlappen um die Ohren schlagen,
sondern sie ihm liebevoll wie einen wärmenden Mantel um die Schultern legen.

Das wäre doch ein gutes Motto für das Forum - oder?
Benutzeravatar
bigbird
Administrator
 
Beiträge: 46004
Registriert: Do 7. Mär 2002, 07:25
Wohnort: Raum Bern

Re: Das Gebet

Beitragvon Lindy de Mer » Mo 2. Jun 2003, 09:10

Lieber Scardi,

was Du zur Angst sagst, ist Deine Erfahrung und Sichtweise,
Du darfst sie aber nicht auf andere übertragen, denn,
andere Menschen haben da ganz andere Erfahrungen, nämlich
Gebetserhörung und Befreiung von Angst und ich kenne eine
Menge Menschen, die Deine Sichtweise nicht teilen.
Eine Gebetserhörung hängt auch damit zusammen, wie gross
der Glaube ist (Markus11,24 zur Gebetserhörung: glaubet,
das ihr es empfangen habt und es wird euch zuteil)
Wenn ein Gebet um Angstbefreiung nicht erhört wird, liegt
dies wohl vermutich weniger an Gott, der nicht will, als
am Menschen, der nicht fähig ist, durch Glauben aus der Quelle (Gott)zu schöpfen.
:roll: (grübeli)
Aber, auch hier gilt: Bittet, so wird euch gegeben.
Wem es am Glauben mangelt, der darf darum bitten und empfängt ihn - sodass jedem Menschen genaugenommen die Quelle offen steht, eine Befreiung von Ängsten stattfinden
kann.
Es mag sein, das Du nur Menschen kennst, die keine Gebets-
erhörung kennen, was ihre Ängste betrifft, es gibt sie
aber, sie sind keine Ausnahmen, Einzelfälle.

Zum Sündenbekenntnis sagt Jesus doch selbst, das wir den
Vater um Schuldvergebung bitten sollen, zudem hängt die
Sündenvergebung mit der Wiedergeburt zusammen, weil sie eine
Voraussetzung dazu ist, was auch bedacht werden muss.
Und, auch nicht jeder, der um Vergebung gebeten wird,
vergibt und nicht jeder, der andere um Vergebung bitten
möchte, kann dies noch tun, weil sie vielleicht schon
gestorben sind etc. All diese Menschen wären so nach Deiner
Sichtweise von der Sündenvergebung ausgeschlossen, oder
wie ordnest Du sie ein?

Ein schönes Gebet ist für mich u.a. das, welches für
einen anderen bittet und Erhörung findet, denn, warum sollte
man eine Quelle, aus der man schöpfen kann, nicht in An-
spruch nehmen...?

Du sagst, Du siehst nicht ein, wieso Du Gott um etwas
bitten solltest, wenn nun alle so denken würden, Scardi,
blieben alle durstigen durstig, weil niemand für sie
schöpft - wenn alle denken, jeder soll für sich allein
sorgen, dann bleiben immer zwei Gruppen auf der Strecke,
weil die Gesunden/Starken an ihnen vorübergehen: die
Kranken und die Schwachen.
Sicher, wenn man selbst gesund und stark ist, ist es
leicht zu sagen, warum soll denn einzelnen geholfen werden,
jeder soll sich selbst helfen..., da bleibt aber noch
etwas auf der Strecke, wenn man so denkt, das ist die
Liebe und die Barmherzigkeit, die sich genau denen zuwendet,
die sich eben nicht allein helfen können.
Und nicht zu vergessen, das "schöne" Gefühl, das man den
Kranken und Schwachen vermittelt...
aber auch hier gilt Jesu Wort: wie wir einem der Geringsten
begegnen, das tun wir ihm. -
Und, das sollte niemand vergessen,
zudem jeder, der stark ist, ganz leicht zu der Gruppe
gehören kann, für die ihm/ihr gerade das Verständnis fehlt.

Alles Liebe
Lindy
Gott ist Liebe und Jeder, der liebt, gehört zur Familie Gottes

bitte beachten:worte in grossbuchstaben bedeuten bei mir nur ernste betonung
Lindy de Mer
Member
 
Beiträge: 457
Registriert: Fr 8. Nov 2002, 21:33
Wohnort: aus Mirabilien

Re: Das Gebet

Beitragvon Lindy de Mer » Mo 2. Jun 2003, 10:24

Scardi,

ich finde es traurig, das Du sagst, es sei lächerlich,
wenn Menschen meinen, sie hätten mit Jesu Hilfe Befreiung
von etwas gefunden, was andere von selbst könnten.
Sicher können es andere von selbst, das ändert aber über-
haupt nichts daran, das es nun einmal Schwache gibt, die
Jesu Hilfe brauchen, weil sie es eben nicht allein schaffen.
Jesus ist doch für die Kranken/Schwachen gekommen,
nicht für die Gesunden, verstehst Du das nicht? Seufz.
Was die Gesunden können, können die Kranken eben erstmal
nur mit Jesu Hilfe, ich weiss nicht, was daran lächerlich
sein soll.

Jesu Zusage: Bittet, so wird euch gegeben,
suchet, so werden ihr finden
klopfet an, so wird euch aufgetan,
ist wahr.
Scardi, auch wenn Du diese Erfahrung (noch)nicht gemacht
hast, auch wenn Du versuchst, Gründe für diese noch-nicht-
gemachte Erfahrung in Jesus zu suchen, der Grund liegt
nicht darin, das Jesus hier lügt. Dann dürfte es keine
Wiedergeburts-Erlebnisse geben, die ja ein Zeichen dafür
sind, das die Sünden tatsächlich vergeben wurden, da ohne
sie keine Wiedergeburt möglich ist, diese Erlebnisse sind
zwar offenbar selten, aber, sie sind real, also Zeugnis
für die Wahrheit.
Nehmen wir mal an, Jesus sagt die Wahrheit mit obigen
Worten, entweder man nimmt sie nun an und sucht die Gründe
bei sich selbst, denn hier ist der Glaube gefordert an
Jesu Worte, sonst findet man keine Erfüllung dieser Ver-
heissung (denn genau dies ist es: eine Verheissung, die
sich erfüllt - wenn man ihr Glauben schenkt)
oder man lehnt diese Wahrheit ab und versucht, sich eine
eigene Wahrheit zurechtzulegen, vielleicht auch, weil man
nicht ertragen kann, das diese Worte sich nicht bewahr-
heitet haben und weil man vor der Wahrheit zurückschreckt,
es könnte wirklich nur an einem selbst liegen, man hat
irgendwo wohl nicht so gesucht, gebeten, angeklopft, wie
es nötig gewesen wäre, nur mal als Beispiel, dann macht
man etwas, das einen nie zu Gott führt: man baut sich seine
eigene Wahrheit, indem man Jesus der Lüge bezichtigt.
Aus welchen Gründen auch immer.
Weisst Du, in den Psalmen steht etwas sehr interessantes,
das hier gut passt:
Leite mich in DEINE WAHRHEIT und lehre mich. (Ps.23?)
Es nützt uns Menschen nichts, wenn wir, sobald etwas an
einer Verheissung Jesu sich nicht gleich erfüllt oder nicht
so, wie wir das gern hätten oder in einer anderen Weise,
als wir uns das vorgestellt haben, uns von ihm abwenden,
aufhören an ihn und seine Wahrheit zu glauben und anfangen,
unsere eigene Wahrheit zu bauen, dann bauen wir auf Sand.
Und, zu Gott finden wir so auch nicht, denn zu ihm finden
wir nur durch die Wahrheit Gottes(Jesus).
Scardi,
es ist leicht, Jesus einer Lüge zu beschuldigen, schwerer
ist es, sich seiner Wahrheit zu stellen, nicht aufzuhören
mit Suchen, wenn nicht gleich die Dinge so geschehen, wie
man meint, wie sie geschehen müssten, nicht aufzuhören
mit Bitten, wenn nicht gleich die Dinge so gegeben werden,
wie man meint, wie sie gegeben werden müssten und nicht
aufzuhören, anzuklopfen, wenn nicht gleich die Türe so
geöffnet wird, wie man meint, wie Gott sie öffnen müsste.
Manchmal prüft er auch, wie ernst es uns mit der Suche,
der Bitte, dem Anklopfen war. Aber:
Gott lässt sich finden,
er gibt dem, der ihn bittet
und er öffnet dem, der bei ihm anklopft.
Dies ist eine Erfahrung tausender Menschen, die dies
getan haben, gesucht, gebeten, geklopft. Und diese Erfahrungen bezeugen, das Jesus die Wahrheit spricht
und das er die Wahrheit ist.

Alles Liebe
Lindy
Gott ist Liebe und Jeder, der liebt, gehört zur Familie Gottes

bitte beachten:worte in grossbuchstaben bedeuten bei mir nur ernste betonung
Lindy de Mer
Member
 
Beiträge: 457
Registriert: Fr 8. Nov 2002, 21:33
Wohnort: aus Mirabilien

Re: Das Gebet

Beitragvon Echse » Mo 2. Jun 2003, 11:00

Hallo Lindy,

*freu* :))

Deine Beiträge sind wirklich ermutigend:

Markus11,24 zur Gebetserhörung: glaubet,
das ihr es empfangen habt und es wird euch zuteil


Hab nie mehr an diese Stelle gedacht, wie wunderbar ist doch Jesus, darauf können wir 100%ig vertrauen!

So, hat sich doch wieder mal rentiert, ins Forum zu schauen!

Wünsch dir einen wunderschönen Tag!

ECHSE
Benutzeravatar
Echse
Power Member
 
Beiträge: 727
Registriert: Di 1. Okt 2002, 08:32
Wohnort: aus Mamas Bauch

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 12:52

Liebe Lindy,
kein Mensch wird es regelmäßig vermögen, mit den wahren Aussagen eines anderen Mensch so umgehen zu können, wie dieser es intendiert hat, solange dieser Mensch zu unserer Interpretation seiner Worte keine Stellung nehmen kann. Nun, Jesus weilt nicht mehr unter uns und so haben wir nur Interpretationen seiner Worte die nicht unbedingt seiner Intention entsprechen müssen. Selbst seine Jünger, die mit ihm gegangen sind, haben Jesus nicht immer so verstanden, wie er es erhofft hat und wir, die wir 2000 Jahre von Jesus entfernt sind, meinen, sichere Aussagen über ihn machen zu können. Was wir über Jesus sagen können, muss konsistent sein, denn dies ist der Anfang von Sicherheit.
Ich sage nur, dass ein bestimmtes, vorgestelltes Jesusbild deshalb falsch ist, weil es sich nicht in der Realität erweist.

Gut, eine Gebetserhörung hänge davon ab, wie groß der Glaube sei. Bei Angst kann ich dies sogleich nachprüfen, aber bei Sünden nicht unbedingt. Ein Mensch, der Angst hat, der weiß darum mit völliger Sicherheit, aber es sind hier schon Menschen aufgetaucht, die von sich sagen, sie müssten Gott bitten, damit er ihnen ihre Sünden erst zeigen möge. Wenn ich von Sünden gar nichts weiß, wie sollen diese mich dann ansprechen? Diese sind für mich rein abstrakt. Ich kann an diesen, an welchen kein Atom meines Gefühls hängt, gar nicht wissen, ob ich inbrünstig genug um Vergebung gebeten habe. Es geht mir um die traumwandlerische Sicherheit, mit der hier einige vorgeben, man müsse nur innig genug seine Sünden bekennen und schon schaffe sie das Blut weg, dabei fehlt ihnen das Beteiligtsein an der Sünde. Klar, die Bibel sage, dass man nur daran glauben müsse. In gleicher Weise muss man aber auch nur glauben, dass Gott denen gibt, die ihn bitten und ein Vater, der die Macht hat, Angst zu nehmen und dies auf Bitten nicht tut, der ist ein schlechter Vater.

Es wird dann gerne gesagt, solche Leiden hätten ein pädagogisches Moment. Wenn dem so ist, dann steht dies der Sünde aber auch zu. Dann wäre es völlig unsinnig, wenn die Sünde einfach so im Handstreich von uns genommen würde. Genauso wenig, wie Gott regelmäßig auf Wunsch die Angst nimmt, genauso wenig nimmt er auf Wunsch die Sünde weg. Sünden tragen ein wahrhaft großes pädagogisches Potential in sich, nämlich auf den Nächsten zu zugehen und sich mit diesem zu versöhnen. Dies nenne ich Wahrheit!

Gott nimmt von Menschen aber niemals auf Wunsch einfach etwas weg. Dies zeigt die Realität. Seine Sonne scheint über den Gerechten, wie über den Ungerechten und so erfreuen sich Gerechte wie Ungerechte beispielsweise über Spontanheilungen. Es ist nur unsere Wirklichkeitsinterpretation, dass dies aufgrund einer Gebetserhörung stattgefunden habe. Warum sollte dies Gott auch tun? Solange Menschen Möglichkeiten haben, anderen zu Helfen, wie der Barmherzige Samariter geholfen hat, solange gibt es gar keinen Grund, dass Gott einschreitet. Es gehört zu den billigsten und niedrigsten Ausreden die ich kenne, wenn einer sagt, er werde für den anderen beten. Beten soll er für ihn, aber erst dann, wenn er alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, die ihm zur Verfügung stehen.
Menschen gehen unter, weil sie andere links liegen gelassen haben. So dürfte die Erfolgsquote von Menschen die anderen Mensch in Angst geholfen haben auch weit höher sein, als Spontanheilungen, die als Hilfe Gottes interpretiert werden können.

Kein Mensch braucht die Hilfe Jesu. Menschen brauchen die Hilfe von Schülern Jesu, denn diese Schüler sind lebendig. Es gibt eine Unmasse an Menschen, die bei Christen Hilfe suchen und was wird ihnen gegeben, wenn nichts helfen mag, nur Gebete. Und so beten sie, und wenn sie nicht gestorben sind ... Es ist einfach ein Fakt, dass Gebete nicht immer helfen. Sie würden regelmäßig helfen, wenn es um die Sünde geht, aber nicht, wenn es um wirkliche Lebenskrisen geht. Viele Christen haben um sich aber eine Schutzwand aufgebaut, aus der sie so argumentieren, sie selbst könnten gar nicht helfen; dies könne nur Jesus und so können sie immer auf Distanz bleiben. Es ist die gleiche Distanz des Priesters und des Leviten, die dem Verletzen im Gleichnis Jesu nicht geholfen haben. Es braucht doch nun wirklich nicht viel, um dies zu erkennen.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon Joggeli » Mo 2. Jun 2003, 14:09

@scarda

Kein Mensch braucht die Hilfe Jesu.

Dann gib doch endlich zu, dass für dich die Bibel ein Märchenbuch, und das Evangelium kompletter Blödsinn ist!

Allerdings weiss ich immer noch nicht, weshalb du mit dieser Haltung in einem christlichen Forum über das Gebet reden willst.

EDIT: Etwas was evt. persönlich beleidigend wirken könnte gelöscht (obwohl es eigentlich der Wahrheit recht nahe käme)
Benutzeravatar
Joggeli
Administrator im Ruhestand
 
Beiträge: 7648
Registriert: So 31. Mär 2002, 14:57
Wohnort: Rüebliland

Re: Das Gebet

Beitragvon Salzstreuer » Mo 2. Jun 2003, 14:17

Salzstreuer gibt mal ein paar Gedanken zum Thema Gebet...

- Gebet ist Gespräch, ist Gemeinsamkeit, ist Zweisamkeit. Ich darf mit Gott in Kontakt kommen. Er hört mir zu.

- Gebet ist Vertrauen. Ich weiss, dass er mich hört, dass er auf mein Gebet achtet.

- Gebet ist wichtig. Ohne Gebet lerne ich Gott nicht richtig kennen. Wie in einer Beziehung. Wenn ich mit meiner Frau nicht spreche, lerne ich viele Dinge von ihr nicht kennen.

- Gebet ist Ermutigung. Wenn ich mit meinem Problemen zu Gott komme, kann er mir (ziemlich direkt und schnell) ermutigung schenken.

- Gebet ist keine "Wunscherfüllungsmaschine". Gebet kann eine Bitte formulieren, doch im Vertrauen darauf, dass Gott weiss, was er wann warum tut. Er schenkt uns nicht einfach alles, was wir gerade haben wollen, weil er wesentlich besser weiss, was für uns gut ist.

- Sündenvergebung kann bestätigt werden. Wenn ich unsicher bin, ob mir meine soeben bekannte Sünde vergeben ist, kann ich Gott darum bitten, dass er mir das bestätigt. Und er wird das bei jedem tun, die Frage bleibt jeweils, ob und wie wir das hören.

- Gebet ist Bitte und Fürbitte, Dank, Lobpreis, Anbetung, Klage, Bekenntnis, alles, was wir brauchen.

- Gebet ist nichts spezielles. Es ist ja auch nichts spezielles, wenn ich mit meiner Frau rede ...

- Gebet ist doch etwas spezielles... Ich habe eine Audienz beim König aller Könige ...

- Gebet ist sogar etwas sehr spezielles... Es geht nur um mich und Gott. Um mein Herz und ihn...

Soviel vorerst ...
Gruss
-salzstreuer


edit: bigbird erlaubt sich mal, hier bei Salzi mit-zu-unterschreiben!

Es gab eine Zeit,
wo der Glaube gegen die Vernunft verteidigt werden musste,
es kommt eine Zeit (und sie beginnt schon)
wo der Glaube die Vernunft verteidigen muss!
Kardinal Chr. Schönborn
Benutzeravatar
Salzstreuer
Senior-Moderator im Ruhestand
 
Beiträge: 5082
Registriert: Fr 22. Nov 2002, 08:48
Wohnort: Dert, wo me -zaemme- sait

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 14:52

Lieber Joggeli,
die Bibel ist kein Märchenbuch und das Evangelium ist kein Blödsinn. Es kommt auf die feine und rechte Mischung an. Sicher begebe ich mich mit meinen Ansichten mitunter in eine extreme Position um damit die Möglichkeit zu eröffnen, ob man davon etwas abschleifen kann. Zu sagen, es sei Blödsinn, mag dir angesichts deiner Rückendeckung leicht fallen, konstruktiv ist es nicht und weil mir fast ständig solche Erwiderungen kommen, bleibt mir nichts anderes, als extreme, also nur überheiße Standpunkte zu vertreten.
Ihr sagt immer nur schön eure Glaubensüberzeugungen auf und erweist sie an Versatzstücken eures eigenen Lebens. Es gibt aber gar nichts in diesem Leben, auf welches Jesus als Person, als nur anerkannte, bejahte Person, ein Exklusivrecht hätte, außer Dinge, die sich im Denken der Gläubigen abspielen. Nenn doch einmal etwas, was nur durch Jesus möglich ist und was sich nachprüfen lässt! Selbst Befreiungen von sog. Okkultismus ist ohne Jesus möglich. Es gibt in der Psychiatrie eine große Anzahl von beschriebenen Fällen, in denen sich dies sogar spontan legt. Es legt sich einfach im Laufe der Entwicklung des Lebens.
Wenn in solchen Foren, wie in diesem, Menschen mit massiven Persönlichkeitsproblemen kommen, dann ist nur eine Standardantwort erlaubt: bete und lass für dich beten. Keiner dieser Weisen fragt auch nur nach den wahren Effekten dieser Empfehlungen. Es wird geglaubt, auch wenn sich gar keine Effekte einstellen und es gibt Menschen, die sich schon jahrzehnte mit solchen Empfehlungen die Zeit in einer unseligen Art und Weise vertreiben.
Es gibt in der Psychologie Untersuchungen über die Effektoren von Therapien und einer der Größten ist das reine Zuhören, als ein ernstes Zuhören. Dies ist es, was in der Seelsorge den Löwenanteil an Heilungspotential in sich birgt. In die Gebete wird nur der Grund hineininterpretiert. Dies nennt man dann die Konstruktion von Wirklichkeit.

Wenn ich dennoch an Jesus glaube, was ich tue, dann an den abgeklärten, den, der in der Realität steht. Eine Phantasiejesus, der kann am Ende nur schädlich sein. Ein Phantasiejesus ist einer, der nicht hält, was er angeblich verspricht. Das ist doch sonnenklar! An der Wirklichkeit kann man Glaubensinhalte prüfen und was da nicht stand hält, dass ist dann anders, als man es sich vielleicht gedacht hat.
Niemand käme auf die Idee, dass einem Jesus am Morgen die Socken anzieht. Dies hat man gefälligst selbst zu machen. Ich kann darum bitten und irgendwann einmal zur Besinnung kommen, dass es vielleicht meine Aufgabe ist, die Socken selbst anzuziehen. Und genauso ist es auch mit der Angst. Die Angst anderer Menschen ist unser Bier und nicht das von Gott oder von Jesus. Dies erweist sich einfach, genauso wie mit den Socken.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon Salzstreuer » Mo 2. Jun 2003, 15:03


Es gibt aber gar nichts in diesem Leben, auf welches Jesus als Person, als nur anerkannte, bejahte Person, ein Exklusivrecht hätte, außer Dinge, die sich im Denken der Gläubigen abspielen.


Hallo Scardanelli

Die Frage ist falsch gestellt ... Die Unterordnung bzw. Jesus das Exlusivrecht in meinem jetzigen Leben geben, ist eine freiwillige Unterordnung, die geschieht, weil ich auch erkannt habe, dass er der einzige ist, welcher mit ewiges Leben zusichern kann.

Es geht nicht hauptsächlich um unser jetziges Leben, es geht um die Zeit danach. Und die ist, angesichts der paar Jahre, welche ich hier verbringe, immens wichtiger.



Nenn doch einmal etwas, was nur durch Jesus möglich ist und was sich nachprüfen lässt! Selbst Befreiungen von sog. Okkultismus ist ohne Jesus möglich. Es gibt in der Psychiatrie eine große Anzahl von beschriebenen Fällen, in denen sich dies sogar spontan legt. Es legt sich einfach im Laufe der Entwicklung des Lebens.


Hmmm, beschriebene Fälle von Okkultismus, die ohne Jesus geheilt werden. Es legt sich einfach im Laufe der Entwicklung ...

Sind diese "beschriebenen Fälle" danach Christen geworden? Wenn nicht, dann sind sie automatisch auch nicht dem Kampf ausgesetzt zwischen Gott und Satan.

Okkultismus in dieser Forum zu "vertreiben" ist lediglich ein ruhig machen, ein nicht mehr verspüren. Unter Garantie aber würden sich diese Mächte bemerkbar machen, wenn diese "beschriebenen Fälle" zu Jesus hin wenden.

Gruss
-salzstreuer
Es gab eine Zeit,
wo der Glaube gegen die Vernunft verteidigt werden musste,
es kommt eine Zeit (und sie beginnt schon)
wo der Glaube die Vernunft verteidigen muss!
Kardinal Chr. Schönborn
Benutzeravatar
Salzstreuer
Senior-Moderator im Ruhestand
 
Beiträge: 5082
Registriert: Fr 22. Nov 2002, 08:48
Wohnort: Dert, wo me -zaemme- sait

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 15:03

- Gebet ist wichtig. Ohne Gebet lerne ich Gott nicht richtig kennen.
Warum sollte dies so sein? Ich bete seit gut zwanzig Jahren überhaupt nicht mehr und fühle mich dennoch mit Gott verbunden. Ich hadere mit Gott nicht, weil ich gar nichts von ihm will. Ich habe bekommen und was ich bekommen habe ist allen Dank wert. Ich hadere mit Menschen, die zurück in den Geburtskanal wollen und die den Mund nicht satt bekommen und nur immer mehr wollen, anstatt nur Dankbarkeit zu zeigen. Im Übrigen konntest du bisher nur wenig den Eindruck vermitteln, dass du überhaupt noch etwas kennen lernen möchtest. Du hast deine Sündenvergebung und mehr willst du doch gar nicht. Regression kennt keine Neugierde, sondern nur Angst vor Neuem. Gott kennen lernen zu wollen ist daran nur eine Floskel. Du wirst auch noch in zwanzig Jahren die selben Tipps zum richtigen Gottesdienst abgeben und eben nichts Neues von Gott lernen, es sei denn, dass du irgendwann einmal beginnst den Schoß deiner religiösen Mutter zu verlassen.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon Salzstreuer » Mo 2. Jun 2003, 15:07

Hallo Scardanelli

Falls Du Deinen Ton und Deine Wortwahl wieder mässigst und aufhörst, haltlose Beschuldigungen von Dir zu geben, bin ich durchaus bereit, wieder mit Dir zu diskutieren, keine Problem.

-salzstreuer
Es gab eine Zeit,
wo der Glaube gegen die Vernunft verteidigt werden musste,
es kommt eine Zeit (und sie beginnt schon)
wo der Glaube die Vernunft verteidigen muss!
Kardinal Chr. Schönborn
Benutzeravatar
Salzstreuer
Senior-Moderator im Ruhestand
 
Beiträge: 5082
Registriert: Fr 22. Nov 2002, 08:48
Wohnort: Dert, wo me -zaemme- sait

Re: Das Gebet

Beitragvon Lindy de Mer » Mo 2. Jun 2003, 15:13

Lieber Scardi,

bitte werd nicht ungeduldig mit mir... :)) ich glaube, ich verstehe, was Du sagen willst.
Die Schwierigkeit bei unserem Austausch liegt wohl darin, das wir verschiedene Gotteskinder im Blick haben - ;)
ich gehe bei einem Gotteskind davon aus, das es sich und seine Sünden ernst nimmt, sich damit auseinandersetzt, während Du diejenigen im Blick hast, die mit sich und ihrer Sünde leichtfertig umgehen.

Ob nun Wahrheit immer bedeutet, das eine Versöhnung mit
dem Nächsten stattfindet, weiss ich nicht, denn, nicht jeder
Nächste ist offen und vergibt und will eine Versöhnung,
deshalb wird aber der, der um Vergebung bat, nicht falsch
oder weniger wahr in seiner Reue und Bereitschaft zur
Versöhnung. Ich denke, wenn es möglich ist sich zu versöhnen ist das eine schöne Sache, wenn es aber
nicht möglich ist, weil es am Nächsten und seiner Ungnade
scheitert, bedeutet dies nicht, das Gott uns nicht an
seiner statt vergeben könnte und wir ewig mit einer Schuld
beladen unseren Weg gehen müssen.

Ich denke, das Unbeteiligt-sein beim sündigen hat auch
etwas mit mangelnder Nächstenliebe zu tun, denn, die Liebe
kann niemals unbeteiligt und leichtfertig mit dem Nächsten
umgehen, dies unbeteiligt-sein setze ich mit gleichgültig-
sein gleich und Gleichgültigkeit und Liebe schliessen
einander aus, wo also jemand gleichgültig/unbeteiligt
anderen begegnet, begegnet er/sie ihnen schon nicht mehr
in Liebe. Es ist schon so, das wir eben nicht nur das
eine Gebot: Liebe Gott - befolgen sollen, sondern wir sollen zwei Gebote befolgen und das zweite lautet eben: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.
An der Liebe zum Nächsten führt nichts vorbei, keine Frömmigkeit, die sich Gott zuwendet ersetzt das Gebot der Nächstenliebe.
Johannes sagt ja so schön, wenn wir nur Gott lieben und
den Nächsten nicht, dann sind wir nicht wahrhaftig liebend,
weil wir nur ein Liebesgebot erfüllen, das zu Gott, aber
das andere, zum Nächsten, übersehen. Du hast schon recht,
es ist eine Gefahr bei manchen Christen, das sie das eine
Gebot der Gottesliebe zum einzigen Gebot erheben und nicht
merken, das sie an Gottes Willen vorbei leben.
:roll: (grübel)
Und ich sehe es genauso wie Du, das wir selbst erstmal
alle eigenen Möglichkeiten nutzen sollten, bevor wir den
Hilferuf eines Nächsten an Gott weitergeben...
was wir selbst tun können, sollen wir definitiv auch tun
und nur das, wo wir an eine Grenze des helfens stossen,
sollen und dürfen wir in ein Gebet legen und Gott um Hilfe
bitten.
Und Du hast sicher recht, es gibt wohl einige Christen,
die leider die Vorstellung haben, sie selbst seien sowieso
völlig unfähig, dem Nächsten zu helfen, ich gehe mal davon
aus, das es nicht unbedingt nur Bequemlichkeit ist, die
Christen dazu verleitet, selbst wenig zu tun und dafür
vieles, das meiste(?), Gott zu überlassen und vielleicht
hilft es ihnen ja, wenn Geschwister ihnen als gutes Bei-
spiel vorangehen, das sie mal mutig werden und sich getrauen
den Wirkungskreis ihrer praktizierten Nächstenliebe Stück
für Stück zu erweitern.
Und schon findet etwas Schönes statt:
Wachstum..., die Seelenbäumchen wachsen und -
bringen Frucht... :)) und finden so in ihre Bestimmung:
ein Segen zu sein, Licht und Salz.

So, für heute muss ich aufhören mit schreiben.
Alles Liebe
Lindy
Gott ist Liebe und Jeder, der liebt, gehört zur Familie Gottes

bitte beachten:worte in grossbuchstaben bedeuten bei mir nur ernste betonung
Lindy de Mer
Member
 
Beiträge: 457
Registriert: Fr 8. Nov 2002, 21:33
Wohnort: aus Mirabilien

Re: Das Gebet

Beitragvon Salzstreuer » Mo 2. Jun 2003, 15:25


Und ich sehe es genauso wie Du, das wir selbst erstmal
alle eigenen Möglichkeiten nutzen sollten, bevor wir den
Hilferuf eines Nächsten an Gott weitergeben...
was wir selbst tun können, sollen wir definitiv auch tun
und nur das, wo wir an eine Grenze des helfens stossen,
sollen und dürfen wir in ein Gebet legen und Gott um Hilfe
bitten.


Sprich, ich soll lieber meinem Freund eine Kopfwehtablette geben statt für ihn beten?

Habt Ihr so wenig Vertrauen in unseren Gott?

Das heisst nicht, dass ich nicht auch tatkräftig anpacken soll. Es bringt wohl nicht viel, wenn ich zu einem Bettler gehe, mit ihm bete und anschliessend wieder fortgehe, dies sei gesagt, damit ihr mich nicht gleich wieder aufhängt.

Aber wir dürfen mit allem zu Gott kommen. Letzenendes hat er ja alles in der Hand. Warum also sollen wir nicht füreinander im Gebet einstehen und die Kraft und Macht Gottes so in Anspruch nehmen?

Ich denke, die Kombination von beidem ist sehr wichtig. Es ist wichtig, selber zu helfen und wichtig, zu beten. Beides braucht seinen Platz, wie ein Ruderboot, welches nur mit zwei Rudern gefahren werden kann. Nur beten dreht im Kreis, nur Helfen dreht im kreis ...

Gruss
-salzstreuer
Es gab eine Zeit,
wo der Glaube gegen die Vernunft verteidigt werden musste,
es kommt eine Zeit (und sie beginnt schon)
wo der Glaube die Vernunft verteidigen muss!
Kardinal Chr. Schönborn
Benutzeravatar
Salzstreuer
Senior-Moderator im Ruhestand
 
Beiträge: 5082
Registriert: Fr 22. Nov 2002, 08:48
Wohnort: Dert, wo me -zaemme- sait

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 15:26

Sicher, Salzstreuer, der Genießer ordnet sich allem unter, wovon er sich einen Profit verspricht. Gibt einer sein Leben Satan, um z. B. reich zu werden, dann hat dies immer einen Haken. Aber der Auferstandene, der verspricht ein Leben im Überfluss ohne Haken und Ösen. Wenn du Jesus darauf reduzierst, dann kann ich dir nicht widersprechen. Ich könnte allenfalls darüber nachdenken, welche Art von Egoismus dich da antreibt.
Dieser Jesus aber, der hat auch Aussagen getätigt, die sich auf das Hier und Jetzt beziehen und auf welche ich mich beziehe, zumal ich an ein Leben im Jenseits, als individuelles Wesen, nicht glaube.
Es steht dir also frei, ob du dich nur mit den schönen Momenten deiner Religion beschäftigen willst, also mit den gemütlichen. Glaube mir, ich gönne dir ewige Glückseligkeit. Ich sehe aber meinen Weg mehr darin, mich zu beschweren und meine Neugierde zu befriedigen.

Einen solchen Fall, von spontan überwundenem Okkultismus hat C.G. Jung akribisch beschrieben. Die betreffende Frau, die als ein Medium die ganze Palette an Geistesbeschwörungen hingelegt hat, verlor urplötzlich ihre Fähigkeiten und hat dann geheiratet und als Durchschnittsmutter ein von ihrer Vergangenheit unbeschertes Leben geführt. Sie konnte dies, weil ihre Umwelt ihr nicht Tot und Teufel eingeredet hat. Es wurde einfach nur anders erklärt, als dies in christlichen Kreisen üblich ist. Man hat ihr nicht diese Wirklichkeit erschaffen und deshalb war sie von diesen Erklärungsmodellen nicht belastet.
C. G. Jung hat sie psychiatrisch betreut und nur auf die psychischen Phänomen geachtet. Er hat sie nicht geheilt, sondern nur zusehen müssen, wie die Heilung spontan erfolgte.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon Salzstreuer » Mo 2. Jun 2003, 15:36


Aber der Auferstandene, der verspricht ein Leben im Überfluss ohne Haken und Ösen.


Falsch, es ist derselbe, der uns Verfolgung und ähnliches voraussagt. Er hat uns nicht ein einfaches Leben versprochen, er redet davon, dass wir nicht zurückblicken sollen, dass wir unser Kreuz auf uns nehmen sollen.

Was soll das Gerede von "es ist doch einfach schön und gemütlich mit Jesus". Dies zeigt lediglich, dass Du nicht viel Ahnung von einem Leben mit Jesus hast.

Zugegeben, ist vieles auch einfacher, aber letztenendes fordert eine Beziehung zu Jesus mich auf jedem Gebiet meines Lebens heraus - gerade auch in jenen Gebieten, welche ich im allgemeinen verdecke und verschweige ...


Dieser Jesus aber, der hat auch Aussagen getätigt, die sich auf das Hier und Jetzt beziehen und auf welche ich mich beziehe,

Richtig, aber ich bleibe dabei, es handelt sich, gesehen an der Ewigkeit, um Zückerchen....


zumal ich an ein Leben im Jenseits, als individuelles Wesen, nicht glaube.


Wozu dann Jesus?



Es steht dir also frei, ob du dich nur mit den schönen Momenten deiner Religion beschäftigen willst, also mit den gemütlichen.


Das ist als Christ schlicht und einfach nicht möglich. Doch, wenn ich lediglich Namenschrist bin, und denke, Taufe und Kirchenbesuch machen mich selig...



Ich sehe aber meinen Weg mehr darin, mich zu beschweren

Bei wem? Bei Gott kann es ja nicht sein, dass hast Du weiter oben geschrieben. Er aber wäre die richtige Adresse ...

Dein Beispiel übrigens ändert nichts, aber gerade mal überhaupt nichts an meiner Aussage oben. Nichtchrist sein bedeutet nicht, ein schlechtes Leben zu haben, im Gegenteil zeigt uns die Welt, dass wir (an weltlichem Massstab gemessen) als Christen eher schlecht abschneiden...

Doch was danach ist ...

Ach ja ... Sünde verschwindet nicht, wenn man sie einfach ignoriert... sie tritt höchstens in den Hintergrund.

Gruss
-salzstreuer
Es gab eine Zeit,
wo der Glaube gegen die Vernunft verteidigt werden musste,
es kommt eine Zeit (und sie beginnt schon)
wo der Glaube die Vernunft verteidigen muss!
Kardinal Chr. Schönborn
Benutzeravatar
Salzstreuer
Senior-Moderator im Ruhestand
 
Beiträge: 5082
Registriert: Fr 22. Nov 2002, 08:48
Wohnort: Dert, wo me -zaemme- sait

Re: Das Gebet

Beitragvon John-Paul » Mo 2. Jun 2003, 15:50

Original von Salzstreuer
Ich denke, die Kombination von beidem ist sehr wichtig. Es ist wichtig, selber zu helfen und wichtig, zu beten. Beides braucht seinen Platz, wie ein Ruderboot, welches nur mit zwei Rudern gefahren werden kann. Nur beten dreht im Kreis, nur Helfen dreht im kreis ...

Hallo Salzstreuer,

das sehe ich im Prinzip genauso. Ich glaube auch, daß das eine - die Gottesliebe - auch dadurch verwirklicht wird, daß man das andere - Akte der Nächstenliebe - tut. Was mich aber schon seit längerem beschäftigt ist die Frage, ob es irgendein biblisches Kriterium gibt, welches das richtige Verhältnis von Gottes- und Nächstenliebe angibt. Um ein Beispiel zu nennen: Was wäre die objektiv richtige (biblisch begründete) Entscheidung, wenn ich die Wahl habe, in einer freien Stunde meiner Frau bei der Betreuung unserer Kinder zu helfen oder zur Anbetung zu gehen?

Gruß

JP
Benutzeravatar
John-Paul
Wohnt hier
 
Beiträge: 1476
Registriert: Do 10. Okt 2002, 13:38

Re: Das Gebet

Beitragvon Salzstreuer » Mo 2. Jun 2003, 15:57

Hallo John-Paul

Ich denke nicht, dass es eine objektive Ansicht davon gibt... Das würde ja heissen, ich hätte eine Art Rezeptbuch für jede Situation meines Lebens, so was wie eine Landkarte, wo ich jeweils darauf lesen kann, wo ich durch muss...

Gott denkt anders. Klar, er weiss, was gut ist. Das muss aber nicht immer gleich sein. Einmal, um bei Deinem Beispiel zu bleiben, kann es heissen, geh zur Anbetung, ein anderes Mal, betreue Deine Kinder, ein drittes Mal vielleicht, betet Gott als Familie an.

Die Sache ist in sich einfach zu lösen ... Fragen. Gott wird Dir, wenn Du ehrlich fragst, auch eine Antwort geben. Wenn es heisst, dass wir in allem seinen Willen tun sollen, dann müssen wir auch in allem nach seinem Willen fragen.

Gruss
-salzstreuer
Es gab eine Zeit,
wo der Glaube gegen die Vernunft verteidigt werden musste,
es kommt eine Zeit (und sie beginnt schon)
wo der Glaube die Vernunft verteidigen muss!
Kardinal Chr. Schönborn
Benutzeravatar
Salzstreuer
Senior-Moderator im Ruhestand
 
Beiträge: 5082
Registriert: Fr 22. Nov 2002, 08:48
Wohnort: Dert, wo me -zaemme- sait

Re: Das Gebet

Beitragvon Scardanelli » Mo 2. Jun 2003, 16:01

Lieber Salzstreuer,
niemand verfolgt dich! Die Adressaten, die Jesus gemeint hat, die wurden verfolgt und unter bestimmten Bedingungen werden religiöse Menschen auch heute noch verfolgt. Beileibe nicht nur Christen werden und wurden verfolgt und auch Christen haben verfolgt.

Warum wohl glaube ich den Worten Jesu, wenn ich kein Leben im Jenseits vorsehe? Weil ich die Worte Jesu nicht als ein Instrument für etwas anderes als sie es aussagen, erfahren habe. Ich glaube, dass Jesus der Weg ist, wie Menschen im Hier und Jetzt glücklich leben können. Ich glaube und erfahre, dass mich und andere Liebe und Barmherzigkeit glücklich machen. Daraus ziehe ich meinen Lebenssaft; dies ist der Sinn des Lebens. Jesus ist der Mensch, der mir sagt, wie es zu machen ist. Ich habe es ausprobiert und für gut befunden. Allerdings kann ich nicht alles von ihm bruchlos nachvollziehen. Da er mir aber gesagt hat, dass es wichtig ist, zu allem was ich tue, aus vollem Herzen Ja sagen zu müssen, mach ich mir darum keine Sorgen.
So sehe ich beispielsweise nicht, dass Jesus auf Gebete hin Menschen so regelmäßig von ihrer Angst befreit, wie es für die Sünde vorgegeben wird. Und weil dies so ist, zweifle ich an dem Sündenvergebungsautomatismus wie ich darin erkenne, dass es wohl unsere Aufgabe ist, Menschen von ihren Ängsten zu befreien. Es kann nicht angehen, dass sich Menschen jahrelang mit Ängsten herumquälen und ihnen immer wieder nur unbrauchbare Empfehlungen gegeben werden. Dieses nicht Helfen Gottes ist für mich das untrügliche Zeichen, dass wir zu helfen habe.

Ein Namenschrist ist der untätige. Wer aber nicht glaubt, selbst tätig werden zu können, der wird niemals über den Namenschristen hinauskommen, denn ihm bleiben nur die Gedanken seiner Selbstwirksamkeit.

Nach meiner Erfahrung haben wahre Christen das erfüllteste Leben, oder Menschen, die den Weg Jesu selbst, also selbständig gehen. Jesus sagt, das Himmelreich ist unter euch und du willst mir sagen, dass dies nur ein Zuckerchen sein soll? Dies nenne ich praktische Kleingläubigkeit.
Benutzeravatar
Scardanelli
Gesperrt
 
Beiträge: 9346
Registriert: So 6. Okt 2002, 20:02

Re: Das Gebet

Beitragvon Salzstreuer » Mo 2. Jun 2003, 16:11


So sehe ich beispielsweise nicht, dass Jesus auf Gebete hin Menschen so regelmäßig von ihrer Angst befreit, wie es für die Sünde vorgegeben wird.


Tja, da tutst Du mir leid, ich sehe in meinem Umfeld etwas anderes.


Ich glaube, dass Jesus der Weg ist, wie Menschen im Hier und Jetzt glücklich leben können.


Das entspricht nicht unbedingt dem, was Jesus gesagt hat.



Da er mir aber gesagt hat, dass es wichtig ist, zu allem was ich tue, aus vollem Herzen Ja sagen zu müssen, mach ich mir darum keine Sorgen.

:?
Gruss
-salzstreuer
Es gab eine Zeit,
wo der Glaube gegen die Vernunft verteidigt werden musste,
es kommt eine Zeit (und sie beginnt schon)
wo der Glaube die Vernunft verteidigen muss!
Kardinal Chr. Schönborn
Benutzeravatar
Salzstreuer
Senior-Moderator im Ruhestand
 
Beiträge: 5082
Registriert: Fr 22. Nov 2002, 08:48
Wohnort: Dert, wo me -zaemme- sait

Re: Das Gebet

Beitragvon BlueMary » Mo 2. Jun 2003, 16:41

Durch Gebet kannst Du alles...aber auch alles erreichen und erhalten was Du zum leben brauchst...
Auch die Angst kann er Dir nehmen...einfach so!
Jede Sucht kann er beseitigen...im nu!
Jeder Wunsch kann er Dir erfüllen...wenn Du es nötig hast!
Und von Krankheiten kann er Dir Heilen...

Ich habe alles schon erlebt... meine Tochter hat er beschützt im Erdbeben im Sommer 99...mein Leben hat er gerettet im Dez.99 als die Ärzten meinem Mann sagten: Operation gelungen, Patientin in schweren Koma, ich sei am sterben hies es oder werde nie wieder aufwachen... Doch ich bin wieder da... Arbeit hat er meinem Mann beschafft und meinen Kinder beschützt er jeden Tag aufs neue...

JA... Gebete werden in jeder Form erhört, doch den Vertrauen in Gott muss grenzenlos sein...und Du solltest alle Deine Sünden zugeben und bereuen von ganzen Herzen!
In der Bibel steht auch "fürchte dich nicht"... doch jeder lässt sich von der Angst leiten...anstelle bedinnungslos Gott zu vertrauen...Es ist auch für viele Christen schwer voll auf Gott zu vertrauen... Ich schaffe es... keine Hiobsbotschaft kann mein Vertrauen an Gott ins zerrütten und so erhalte ich alles was ich brauche zum leben!

Gott ist mein Hirte und es wird mir an nichts mangeln!!! AMEN

:angel: :praisegod: BlueMary :praisegod: :angel:

Ich aber werde jubeln wenn der Herr eingreift und mir hilft.
Psalm 35,9
Benutzeravatar
BlueMary
Power Member
 
Beiträge: 711
Registriert: Mi 26. Mär 2003, 03:30
Wohnort: us Lausanne, 35 Jahre in Zürich gelebt und nun am Bielersee... ewiger Urlaub!

Re: Das Gebet

Beitragvon Lindy de Mer » Mo 2. Jun 2003, 16:49

Lieber Salzstreuer,

Du hast mich etwas missverstanden, denn, ich sagte nichts
anderes als Du: es kommt darauf an, zu sehen, wann wir
wie helfen sollen.
Und offen gestanden weiss ich nicht, wie Du zu der Aussage
kommst, ich würde Dich gleich aufhängen...??? :roll: :)) (Lindy verwirrt)

Lieber Echse,

fast hätte ich in dem Chaos vergessen, auch Dir einen
lieben Gruss zurückzusenden, ich hoffe, Dein Tag war
bislang auch wunderschön und segensreich! :))

Lieber Scardi,

Du überträgst ein bischen sehr stark Deine negativen
Erfahrungen auf Salzstreuer, habe ich den Eindruck, denn
ich bezweifel, das er zu denen gehört, die es sich einfach und fein bequem machen, ich denke auch nicht, das wir das überhaupt in einem Forum voneinander beurteilen können,
Du kennst ihn dazu zu wenig und das wenige, das Du von ihm weisst, reicht für eine solche Aussage wie "Geniesser machen es sich bequem" nicht aus.
Scardi,
wenn Du das Gebet gar nicht brauchst, warum hast Du dann
den Thread eröffnet...? Wenn Du es nicht brauchst?

Für Christen ist Jesus Gottes Sohn, nicht nur ein Mensch, der gute Verhaltensregeln brachte, Gebet ist mehr als nur
Worte in die Luft sagen, es ist ein Austausch mit Gott und Jesus.
Jesus - der nicht weit entfernt vor 2000 Jahren lebte, sondern ganz real durch die Wiedergeburt in unseren Herzen Wohnung genommen hat.

Seid alle ganz lieb gegrüsst!
Lindy
Gott ist Liebe und Jeder, der liebt, gehört zur Familie Gottes

bitte beachten:worte in grossbuchstaben bedeuten bei mir nur ernste betonung
Lindy de Mer
Member
 
Beiträge: 457
Registriert: Fr 8. Nov 2002, 21:33
Wohnort: aus Mirabilien

Re: Das Gebet

Beitragvon John-Paul » Mo 2. Jun 2003, 17:36

Weniger als Scardanellis Problem, daß anscheinend nicht alle Bittgebete erhört werden, hat mich selbst - als ich noch Agnostiker war - das Problem beschäftigt, warum Gott uns überhaupt dazu aufruft, ihn um etwas zu bitten. Wenn Gott nämlich allgütig, allwissend und allmächtig ist, brauchen wir ihn doch eigentlich um nichts zu bitten.

- Da er allwissend ist, weiß er schon vor unserem Gebet, worum wir ihn bitten werden (vgl. Mt 6,8 und 6,32).
- Da er allmächtig ist, könnte er das, worum wir bitten, auch ohne Gebet ausführen.
- Da er allgütig ist, würde er, was wirklich gut für uns ist, auch ohne unser Gebet gewähren.

Mein Problem war also: Wenn wir Gott um etwas bitten, äußern wir eigentlich unser Mißtrauen gegenüber der Allgüte Gottes.

Ich muß gestehen, daß ich bis heute darauf keine rechte Antwort habe. Ich helfe mir heute mit einem Satz von Aurelius Augustinus, dessen Wahrheit ich täglich im Gebet spüre: "Das vernünftige Geschöpf bringt Gott Gebete dar ..., damit es selbst aufgerichtet werde, nicht, damit Gott unterrichtet werde." Das bedeutet wohl, daß Gott unser Beten in seine Pläne einbeziehen kann, damit wir durch unserer Bitten dafür empfänglicher werden.

Für bessere Vorschläge wäre ich dankbar.

Gruß

JP
Benutzeravatar
John-Paul
Wohnt hier
 
Beiträge: 1476
Registriert: Do 10. Okt 2002, 13:38

Re: Das Gebet

Beitragvon BlueMary » Mo 2. Jun 2003, 19:50

- Da er allwissend ist, weiß er schon vor unserem Gebet, worum wir ihn bitten werden (vgl. Mt 6,8 und 6,32).

Du hast recht... er weiss um was wir bitten, aber wenn er es Dir geben würde, ohne dass Du dafür beten könntest, hättest Du kein freier Wille mehr und würde wieder als Lügner da stehen.
Ausserdem kann er auch sehen wie Du es meinst mit Deinem Gebet...denn es gibt viele die beten um dazu zu gehören aber mit den Herzen nicht dabei sind. Und auch all diejenigen, die es ehrlich meinen, aber im vorne herein daran zweifeln dass sie es erhalten...auch diese Gebete sind unnötig.
Denn nur wenn Du den Herrn mit Haut und Haaren Vertraust wird er Deine Gebete erhören...
Fürchte dich nicht...bittet und es wird euch gegeben
:angel: :praisegod: BlueMary :praisegod: :angel:

Ich aber werde jubeln wenn der Herr eingreift und mir hilft.
Psalm 35,9
Benutzeravatar
BlueMary
Power Member
 
Beiträge: 711
Registriert: Mi 26. Mär 2003, 03:30
Wohnort: us Lausanne, 35 Jahre in Zürich gelebt und nun am Bielersee... ewiger Urlaub!

Nächste

Zurück zu Christentum und andere Religionen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron