Ist Wahrheit etwas, das es zu erspüren gilt?

Wo sind die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten?

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Ist Wahrheit etwas, das es zu erspüren gilt?

Beitragvon Hermann » Do 25. Jul 2013, 21:45

Schon lange habe ich den Verdacht, dass wir alle völlig "verkopft" sind und von der sog. Aufklärung eine subtile. aber wirksam Hirnwäsache erhalten haben. Dabei ist doch gerade der HEILIGE GEIST etwas, das zu erspüren ist, oder nicht? In diesem Sinne argumentiert´ein holländischer Philsosoph in dieser Weise:

Friedrich Nietzsches Aperçu aus Ecce Homo, „Mein Genie ist in meinen Nüstern“, ist insofern von wahrheitsgeschichtlicher Relevanz, als es die Nase zum Erkenntnisorgan par excellence erhebt. Es markiert den Bruch mit einer Jahrtausende alten philosophischen Tradition, die Erkenntnis – qua „Evidenz“, „Einsicht“, „Theorie“ (Schau) usw. – am Leitfaden einer vom Sehsinn abgeleiteten Metaphorik verstanden hatte. Nach Nietzsche wird die Wahrheit nicht länger (ein)gesehen, sie wird gewittert. Über die Gültigkeit eines philosophischen Systems, einer Moral oder Religion entscheidet nicht länger die logisch urteilende Vernunft, sondern der Geschmack. Mit dieser Umstellung von einer „höheren“ auf eine „niedere“ Sinnesmetaphorik wird nicht nur eine beispiellose Aufwertung des ästhetischen gegenüber dem logischen Urteil (das allein für Kant „objektive Erkenntnis“ garantierte) eingeläutet, in ihrer Folge wird dem Denken der Moderne – mit „Stimmung“, „Atmosphäre“ und verwandten diffusen Zuständen des „Zwischen“ – auch ein ganz neuer Phänomenbereich erschlossen. Der Vortrag versucht, auf der Linie von Nietzsches Anregungen Grundzüge einer allgemeinen philosophischen Witterungslehre zu entwerfen, die die Phänomenologie der Stimmungen und Atmosphären, wie sie im 20. Jahrhundert entwickelt worden ist, als Spezialfall einbezieht, die aber auch auf ältere Denkformen europäischer und fernöstlicher Spiritualität zurückgreift.
Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Daher ist sie bei vielen Menschen so unbeliebt.

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Re: Ist Wahrheit etwas, das es zu erspüren gilt?

Beitragvon SunFox » Do 25. Jul 2013, 21:53

Hermann hat geschrieben:Schon lange habe ich den Verdacht, dass wir alle völlig "verkopft" sind


Da du dich lieber Hermann da mit einschließt, mag es ja so sein das es bei dir zutrifft! ;)

Ich für meine Person sehe mich allerdings nicht für völlig verkopft an, das widerspricht meinem persönlichen Naturell!

Liebe Grüße von SunFox
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Re: Ist Wahrheit etwas, das es zu erspüren gilt?

Beitragvon Gnu » Fr 26. Jul 2013, 02:36

Lieber Hermann

auf wievielen philosophischen Hochzeiten tanzest du eigentlich?

Lies die Bibel und vergiss die Philosophie.

Gruss vom heiligen Gnu. :mrgreen:
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Re: Ist Wahrheit etwas, das es zu erspüren gilt?

Beitragvon Hermann » Fr 26. Jul 2013, 07:15

SunFox hat geschrieben:
Hermann hat geschrieben:Schon lange habe ich den Verdacht, dass wir alle völlig "verkopft" sind


Da du dich lieber Hermann da mit einschließt, mag es ja so sein das es bei dir zutrifft! ;)

Ich für meine Person sehe mich allerdings nicht für völlig verkopft an, das widerspricht meinem persönlichen Naturell!

Liebe Grüße von SunFox


Sun Fox- dann stelle ich Dir mal eine Testfrage, wenn Du Dich sowenig vom Zeitgeist (dem seit ca. 200 Jahren!) beeinflusst siehst: Würdest du, wenn du jemand Neues kennenlernst, das Erspüren, wie er seine/ihre Wohnung atmospärisch gestaltet hat, als wichtiges Anzeichen sehen, welcher Mensch dahintersteckt?
Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Daher ist sie bei vielen Menschen so unbeliebt.

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Re: Ist Wahrheit etwas, das es zu erspüren gilt?

Beitragvon Schoham » Fr 26. Jul 2013, 21:06

Wahrheit ist das - was wir werden sollen.
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Re: Ist Wahrheit etwas, das es zu erspüren gilt?

Beitragvon Rekned » Fr 22. Nov 2013, 12:08

Schoham hat geschrieben:Wahrheit ist das - was wir werden sollen.

Wahrheit ist ein Begriff. Und Sprache ist ein Kommunikationsmedium und als solches nicht wahr, sondern davon abhängig, dass zwischen den Nutzern dieses Mediums Konsens darüber besteht, welche Bedeutung ein Sprachkonstrukt hat und nicht der eine einen Stuhl Stuhl nennt, und der andere Bratpfanne. Es ist ja nicht der Begriff "Wahrheit" den wir als wahr bezeichnen.

Aber wenn über Wahrheit philosophiert wird, kann man ganz schnell feststellen, dass Humes Gesetz derart tief in uns Menschen verwurzelt ist, dass damit selbst der Wahrheitsbegriff doppeldeutig wird.

Wahrheit ist das, was den Tatsachen entspricht. Und nach Hume, ist es nicht möglich, von dem was ist (vom Sein) auf das zu schließen, was sein sollte. Wenn nun auch das, als wahr bezeichnet wird, was wir werden sollen, wird der Wahrheitbegriff widersprüchlich. Das was bereits ist, ist bereits eindeutig bestimmbar. Da gibt es nur eine Wahrheit. Wenn es nicht eindeutig bestimmbar ist, liegt das lediglich daran, dass wir nicht allwissend sind. Was noch wird oder werden sollte ist dagegen noch nicht geschehen und andererseits sehr wahrscheinlich auch nicht unumstritten zwischen unterschiedlichen Menschen.

Und es gäbe mehr als eine Wahrheit, wenn man jedem Menschen das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit einräumt, solange dies nicht mit einem Konflikt zu den Rechten anderer Menschen verbunden ist.

Nietzsche war übrigens Gesellschaftsphilosoph und kein Wissenschaftsphilosoph oder Erkenntnisphilosoph, dem es darum ging festzustellen, wie man ermitteln kann, was den Tatsachen entspricht.

Und ein Gesellschaftsphilosoph sollte das besitzen, was man oftmals als emotionale Intelligenz bezeichnet. Und hierfür benötigt man schon einen Riecher. Ob Nietzsche damit reich gesegnet war, darüber läßt sich streiten. Aber geht es bei gesellschaftlich relevanten Weisheiten oder Dummheiten überhaupt um Wahrheit? Eine Gesellschaft ist doch das, was die Mitglieder der Gesellschaft aus ihr machen. Dann könnte man auch Wahrheit machen.
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