Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Wo sind die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten?

Moderator: bigbird

Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Ich glaube, dass uns nur die Bibel zeigt wer Gott wirklich ist bzw die Bibel ist die wichtigste Quelle für meinen Glauben an Gott.
15
65%
Ich glaube, dass es verschiedene gleichwertige Quellen gibt, die uns zeigen wer Gott ist.
6
26%
Ich glauben nicht an Gott weil er nicht erkannt werden kann, oder weil es ihn nicht gibt.
2
9%
 
Abstimmungen insgesamt : 23

Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon DerPhilosoph » So 24. Mai 2009, 15:28

So, nach dem meine selbstgebastelte Umfrage schon nach dem dritten Teilnehmer kläglich gescheitert ist, versuche ich es nun mit der Umfragefunktion und präzisiere hier meine Frage.

Ich möchte von euch wissen, was für euch die wichtigste Grundlage eures Glauben ist.

Ist es allein die Bibel (sola scriptura wie Luther sagte) oder spielt die Bibel für euch höchstens ein untergerodnete Rolle, da es viele Quellen gibt, aus denen wir erkennen können wer Gott ist?
Oder glaubt ihr überhaupt nicht an Gott, weil ihr der Meinung seid, dass man Gott nicht erkennen kann bzw weil ihr der Meinung seid, dass es ihn nicht gibt?

Ich würde mich freuen, wenn wirklich viele bei der Umfrage mitmachen würden.
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Mariette M. » Mo 25. Mai 2009, 08:16

Hallo,

ich kann mein Kreuzchen nicht setzen, weil meine Antwort nicht darunter ist.

Ich glaube, dass das Wort Gottes, der Sohn, Jesus Christus uns gezeigt hat, wie Gott ist.
Was das ist, erkenne ich aus seinen eigenen Worten und Taten, die mir durch die Tradition der Kirche und (als Teil davon) in der Bibel überliefert sind.

Grüsse, Mary
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon DerPhilosoph » Mo 25. Mai 2009, 11:46

Na, ich denke du müsstest dein Kreuzchen bei der ersten Aussage setzen.
Die Quelle für die Tradition der Kirche ist ja wohl die Bibel.
Die Kirche beruft sich in ihrer Existenzberechtigung ja ganz wehement auf die Bibel und die kirchliche Tradition kann ja nicht über die Bibel hinaus gehen, sprich muss (müsste) im Einklang mit ihr sein.
Meinst du nicht auch?
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Mariette M. » Mo 25. Mai 2009, 20:02

DerPhilosoph hat geschrieben:Na, ich denke du müsstest dein Kreuzchen bei der ersten Aussage setzen.
Die Quelle für die Tradition der Kirche ist ja wohl die Bibel.
Die Kirche beruft sich in ihrer Existenzberechtigung ja ganz wehement auf die Bibel und die kirchliche Tradition kann ja nicht über die Bibel hinaus gehen, sprich muss (müsste) im Einklang mit ihr sein.
Meinst du nicht auch?


Nein, die erste Aussage passt nicht.

Die Quelle der Tradition ist nicht die Bibel. Die Tradition ist der gelebte Glaube der Christen von Anfang an. Die Tradition ist mündliche und schriftliche Überlieferung, Liturgie, Gebet, das Leben der Kirche.

Die Tradition steht in Einklang mit der Bibel, ja, deshalb, weil auch die Bibel ein Teil der Tradition der Kirche ist. Nicht umgekehrt.

Wenn ich "die Kirche" sage, dann meine ich damit nicht die RKK.

LG Mary
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Taube » Mo 25. Mai 2009, 21:30

Mariette M. hat geschrieben:Die Quelle der Tradition ist nicht die Bibel. Die Tradition ist der gelebte Glaube der Christen von Anfang an. Die Tradition ist mündliche und schriftliche Überlieferung, Liturgie, Gebet, das Leben der Kirche....

Mir scheint, dass das doch das Wirken des Heiligen Geistes in der Geschichte der Christen ist. Oder nicht?
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon DerPhilosoph » Mo 25. Mai 2009, 22:26

Ich finde die Ausführung von Mariette M. interessant.
Du ordnest die Bibel der sogenanten Tradition der Kirche unter!

Na ob da alle Christen einverstanden sind...? :roll:
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Mariette M. » Di 26. Mai 2009, 06:32

Taube hat geschrieben:
Mariette M. hat geschrieben:Die Quelle der Tradition ist nicht die Bibel. Die Tradition ist der gelebte Glaube der Christen von Anfang an. Die Tradition ist mündliche und schriftliche Überlieferung, Liturgie, Gebet, das Leben der Kirche....

Mir scheint, dass das doch das Wirken des Heiligen Geistes in der Geschichte der Christen ist. Oder nicht?


Ja, das könnte man so sagen ;-)

Liebe Grüsse, Mary
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Mariette M. » Di 26. Mai 2009, 06:36

DerPhilosoph hat geschrieben:Ich finde die Ausführung von Mariette M. interessant.
Du ordnest die Bibel der sogenanten Tradition der Kirche unter!

Na ob da alle Christen einverstanden sind...? :roll:


Nein, ich ordne nicht unter...

Die Bibel ist Kernstück der Tradition, unverzichtbar und ganz wichtig.
Aber, die Bibel ist aus der (mündlichen und gelebten) Tradition entstanden! Ohne Tradition, keine Bibel, so ist das nun mal. Wer Augen hat zu sehen, findet die Hinweise darauf sogar in der Bibel selbst, ganz sicher aber in der Geschichte der frühen Kirche.

Ich bin mir schon bewusst, dass ich mit dieser Ansicht den Christen der Reformation zuwiderlaufe. Ich weigere mich aber, mich auf "sola scriptura" einschränken zu lassen, wenn ich die Fülle Christi haben kann.
Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, wie ich zu diesen Ansichten komme, bitte gern per PN weiter.

Liebe Grüsse
Mary
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Robby » Di 26. Mai 2009, 08:32

Mariette M. hat geschrieben: Ich bin mir schon bewusst, dass ich mit dieser Ansicht den Christen der Reformation zuwiderlaufe. Ich weigere mich aber, mich auf "sola scriptura" einschränken zu lassen, wenn ich die Fülle Christi haben kann.


Hi Mary

Kannst du hier noch etwas präzisieren? Welche Fülle Christi kannst du nicht durch die Schrift vermittelt bekommen was dein Heil anbelangt?


Lieber Gruss
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Taube » Di 26. Mai 2009, 14:31

Mariette M. hat geschrieben:
Taube hat geschrieben:
Mariette M. hat geschrieben:Die Quelle der Tradition ist nicht die Bibel. Die Tradition ist der gelebte Glaube der Christen von Anfang an. Die Tradition ist mündliche und schriftliche Überlieferung, Liturgie, Gebet, das Leben der Kirche....
Mir scheint, dass das doch das Wirken des Heiligen Geistes in der Geschichte der Christen ist. Oder nicht?
Ja, das könnte man so sagen ;-)

Liebe Grüsse, Mary


und weiter schreibst Du:

Mariette M. hat geschrieben:...Aber, die Bibel ist aus der (mündlichen und gelebten) Tradition entstanden! Ohne Tradition, keine Bibel,

...

Ich bin mir schon bewusst, dass ich mit dieser Ansicht den Christen der Reformation zuwiderlaufe. Ich weigere mich aber, mich auf "sola scriptura" einschränken zu lassen, wenn ich die Fülle Christi haben kann.....

Ich glaube, du verstehst dieses "sola scriptura" zu eingeschränkt. Die Reformatoren haben ja nicht alle Tradition verworfen, die Entscheide der ersten ökumenischen Konzilien und anderen Gremien waren ja auch in der Reformation anerkannt *. Dieses "sola scriptura" war eine Reaktion auf die damalige noch mittelalterliche Kirche. Selbst dieser Slogan "sola scriptura" war nicht so einfach formuliert bei Luther, Zwingli, Bullinger und Calvin, um die wichtigsten Namen zu nennen. Ich glaube, dass die protestantische Orthodoxie, der Pietismus, die liberale Theologie und auch die Theologien des 20. Jh. sich bewusst, dass auch sie "Tradition" kennen, aber in der Auseinandersetzung von Reformation und Gegenreformation wurde eine grundlegend unterschiedliche Sprache entwickelt, die es uns heute immer noch schwer macht, uns gegenseitig zu verstehen.

Was das verwirrende an dieser Sache um den richtigen Glauben und den theologischen Begriff der "Tradition" ist, dass er kaum mehr verstanden wird. Im Protestantismus kann man sich eher, wie ich oben schon angedeutet habe, mit der "Tradition" als "Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche". Dieses Wirken ist dann aber so zu verstehen, dass es in Wechselwirkung mit der biblischen Schrift steht. Die aktuelle Sicht ist immer dialektisch getragen vom Rückbezug auf die Schrift, was man eigentlich fast in allen protestantischen Dogmatiken sehen kann.
Aber wenn ich den Katechismus der katholischen Kirche lese, sehe ich auch dort, dass auch die Tradition nach katholischem Verständnis auch durchwegs auf die Bibel zurückgeführt wird. Das Denken ist zwar etwas unterschiedlich, die katholische Kirche ist im Denken eines Thomas von Aquin verhaftet, während die Denkweise der Reformation eher dem späteren aufklärerischen Denken verhaftet bleibt. Der Bezug auf die Bibel bleibt ähnlich, die Sprache und das Denken ist aber ganz verschieden.


Gruss Taube


* Bsp. ist die Kanonisierung der Bibel, ein typische Gegenstand der Tradition. Es ist fast überall anerkannt, dass dieser Entscheidungsprozess eine Sache von langer Dauer war. Menschen, vom Geist geleitet, haben nach vielen Diskussionen den Kanon festgelegt. Das Wirken des Heiligen Geistes nach dem Tode und der Auferstehung Jesu darf man nicht unterschätzen. Wir glauben ja an den dreieinigen Gott. Ein Wirken des Heiligen Geistes findet man auch in der Kirche und der kirchlichen Arbeit.
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Mariette M. » Di 26. Mai 2009, 14:32

Robby hat geschrieben:
Mariette M. hat geschrieben: Ich bin mir schon bewusst, dass ich mit dieser Ansicht den Christen der Reformation zuwiderlaufe. Ich weigere mich aber, mich auf "sola scriptura" einschränken zu lassen, wenn ich die Fülle Christi haben kann.


Hi Mary

Kannst du hier noch etwas präzisieren? Welche Fülle Christi kannst du nicht durch die Schrift vermittelt bekommen was dein Heil anbelangt?


Lieber Gruss
Robby


Lieber Robby,

Mich "allein auf die Schrift" zu beschränken wäre für mich etwa so, als wenn ich, statt meinen Mann zu küssen, ein Buch über das Küssen lesen würde.
Glaube, das ist viel mehr als Buchstudium, es ist Leben.
Leben in der Kirche, mit den Mysterien, den Gebeten, der Nähe der Geschwister... all das sagt mir sehr viel darüber, wie Gott ist.... eben dadurch, dass ich die Menschen erlebe, die ER prägt und SEIN Heilshandeln an mir erfahre.

Kannst Du damit etwas anfangen?
Gruss, Mary
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Mariette M. » Di 26. Mai 2009, 14:46

Taube hat geschrieben:Ich glaube, du verstehst dieses "sola scriptura" zu eingeschränkt. Die Reformatoren haben ja nicht alle Tradition verworfen, die Entscheide der ersten ökumenischen Konzilien und anderen Gremien waren ja auch in der Reformation anerkannt *. Dieses "sola scriptura" war eine Reaktion auf die damalige noch mittelalterliche Kirche. Selbst dieser Slogan "sola scriptura" war nicht so einfach formuliert bei Luther, Zwingli, Bullinger und Calvin, um die wichtigsten Namen zu nennen. Ich glaube, dass die protestantische Orthodoxie, der Pietismus, die liberale Theologie und auch die Theologien des 20. Jh. sich bewusst, dass auch sie "Tradition" kennen, aber in der Auseinandersetzung von Reformation und Gegenreformation wurde eine grundlegend unterschiedliche Sprache entwickelt, die es uns heute immer noch schwer macht, uns gegenseitig zu verstehen.

Was das verwirrende an dieser Sache um den richtigen Glauben und den theologischen Begriff der "Tradition" ist, dass er kaum mehr verstanden wird. Im Protestantismus kann man sich eher, wie ich oben schon angedeutet habe, mit der "Tradition" als "Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche". Dieses Wirken ist dann aber so zu verstehen, dass es in Wechselwirkung mit der biblischen Schrift steht. Die aktuelle Sicht ist immer dialektisch getragen vom Rückbezug auf die Schrift, was man eigentlich fast in allen protestantischen Dogmatiken sehen kann.
Aber wenn ich den Katechismus der katholischen Kirche lese, sehe ich auch dort, dass auch die Tradition nach katholischem Verständnis auch durchwegs auf die Bibel zurückgeführt wird. Das Denken ist zwar etwas unterschiedlich, die katholische Kirche ist im Denken eines Thomas von Aquin verhaftet, während die Denkweise der Reformation eher dem späteren aufklärerischen Denken verhaftet bleibt. Der Bezug auf die Bibel bleibt ähnlich, die Sprache und das Denken ist aber ganz verschieden.


Gruss Taube


* Bsp. ist die Kanonisierung der Bibel, ein typische Gegenstand der Tradition. Es ist fast überall anerkannt, dass dieser Entscheidungsprozess eine Sache von langer Dauer war. Menschen, vom Geist geleitet, haben nach vielen Diskussionen den Kanon festgelegt. Das Wirken des Heiligen Geistes nach dem Tode und der Auferstehung Jesu darf man nicht unterschätzen. Wir glauben ja an den dreieinigen Gott. Ein Wirken des Heiligen Geistes findet man auch in der Kirche und der kirchlichen Arbeit.



Ja, liebe Taube,

mit diesen Ausführungen kann ich gut leben. Ich glaube auch, dass die Begriffe unterschiedlich besetzt sind, mit ein Grund dafür, dass ich die Sache garnicht so gern öffentlich und anonym diskutiere. Man müsste sich besser bei einem Kaffee gegenüber sitzen....

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob sich alle Christen der reformatorischen Kirchen so ganz bewusst sind, dass sie nicht nur Tradition übernommen haben, sie haben auch durchaus neue Traditionen geschaffen.

Meine Kirche stützt ihre Lehre ganz auf die Schrift und die Lehren der sieben ökumenischen Konzilien. Wir glauben, dass "alles gesagt" ist... auf eine Weise. Wenn Theologie betrieben wird, dann immer im Austausch mit diesen Grundlagen. Es geht um Ausfaltung, nicht um Neu-Erfindung von Dogmen und Glaubensinhalten. Wir wissen aber auch, dass nicht jede Lehre schriftlich fixiert ist, sondern vieles im lebendigen Vollzug weitergegeben wurde über die Jahrhunderte ( bsp. wie "man die Liturgie feiert, wie man tauft,....)

Deshalb können wir auch nicht mitgehen, wenn bsp Rom die päpstliche Unfehlbarkeit deklariert (wir glauben noch nicht mal an ein "Petrusamt"), aber ebensowenig da, wo ein Freikirchler darauf besteht, man müsse "eine Lebensübergabe gemacht haben" oder ein Pfingstler das Wirken des Heiligen Geistes vom Zungenreden abhängig macht... ¨überspitzt formuliert.

Du, ich hoffe, es geht Dir gut.
LG, Mary
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Naqual » Di 26. Mai 2009, 16:17

Mariette M. hat geschrieben:Mich "allein auf die Schrift" zu beschränken wäre für mich etwa so, als wenn ich, statt meinen Mann zu küssen, ein Buch über das Küssen lesen würde.


:mrgreen:

Knapp, präzise, trifft den Kern. Und man muss sogar lachen!
(ich hätte jetzt wahrscheinlich wieder ne Seite geschrieben für das gleiche)
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Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon sugi » Di 26. Mai 2009, 16:51

Mich voll und ganz Gott ausliefern und ihm allein vertrauen.. Er wird den Weg führen und lenken!

So kurz und knapp meine Gedanken..

Aber wirklich knapp :]
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

Spr.3,5-6
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon gbg » Di 26. Mai 2009, 17:07

Einiges, was mir zum Thema gerade so durch den Kopf ging: :))

"Klugheit wird schwankend irre, zeigt die Liebe nicht den Pfad."
Johann Wolfgang von Goethe

Alles strebt nach Glück und danach Leid zu meiden
Das ist mein Pfad der für mich gerade auf Gott als das Gute! zuläuft

Und ich kann ihn gehen

Weil der Mensch danach "streben kann besser zu sein als er ist".
(aus Raumschiff Enterprise)

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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Robby » Di 26. Mai 2009, 17:10

Mariette M. hat geschrieben: Mich "allein auf die Schrift" zu beschränken wäre für mich etwa so, als wenn ich, statt meinen Mann zu küssen, ein Buch über das Küssen lesen würde.
Glaube, das ist viel mehr als Buchstudium, es ist Leben.


Hi Mary

Das kommt ja immer auf den Anwendungszweck an. Allein auf die Schrift beschränken heisst ja nicht, dass man keine Erfahrungen im Leben mehr machen kann. Allein auf die Schrift beschränken bedeutet, dass die Schrift uns die göttliche Wahrheit überliefert, die für unser Leben als Leitplanke wichtig ist. Und noch wichtiger: Wie wir zum Heil durch Jesus Christus kommen. Sie vermittelt uns den Heilsweg und dazu braucht es keine kirchlichen Traditionen, was nicht heisst, dass kirchliche Traditionen auch schön und würdigend sein können, aber mit dem Heilsweg haben sie ausserhalb dem biblischen Inhalt nichts zu tun.

Christlicher Glaube beinhaltet ja die Botschaft der Bibel, das Leben selber lässt die Früchte dann erkennen, oder nicht. Die Umsetzung, also die Praxis.


Lieber Gruss
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Taube » Di 26. Mai 2009, 17:23

Mariette M. hat geschrieben:... Man müsste sich besser bei einem Kaffee gegenüber sitzen.....


Ein paar Bemerkungen zu Deinem Beitrag. Hier im Grunde der wichtigste, ja, man muss sich gegenübersitzen, da entfaltet sich erst das Leben und damit auch das Glaubensleben!
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Taube » Di 26. Mai 2009, 17:40

Mariette M. hat geschrieben:...
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob sich alle Christen der reformatorischen Kirchen so ganz bewusst sind, dass sie nicht nur Tradition übernommen haben, sie haben auch durchaus neue Traditionen geschaffen.
...

Ich glaube schon, dass sich diejenigen Kirchen, welche die reformatorischen Wurzeln haben sich dieser nur dieser Tradition bewusst sind. Du findest da auch viele hervorragende "Konzilienkenner". Erst wenn sich Kirchen in den Fundamentalismus flüchten, können sehr schnell die Wurzeln verloren gehen. Die Gefahr wird dann gross, dass sich die Bibel selbst vom Wort Gottes zu einem Gott, und damit Götzen, degeneriert.

Wenn Zwingli beide Teile sieht: “Wort braucht den Geist“ und „Geist bedient sich des Wortes“ ist es genau das gemeint, dass darin auch die Tradition enthalten sein muss, welche sich aber immer wieder aufs Wort beziehen muss. Keiner der Reformatoren wollte eigentlich die Kirchentrennung oder eine neue Kirche. Sie wussten, dass sie auch auf einer Tradition stehen. ...und für Luther, wie auch Zwingli, war es ja dann sehr wichtig, dass man sich nach der Trennung bewusst werden musste, was aus der alten Kirche übernommen werden musste: nämlich die Entscheide der ökumenischen Konzilien.

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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Taube » Di 26. Mai 2009, 17:52

Robby hat geschrieben:...
Christlicher Glaube beinhaltet ja die Botschaft der Bibel, ...


...aber nicht nur, sondern auch das Wirken des Heiligen Geistes bis heute, so wie es Du erklärst mit dem Leben, das die Früchte erkennen lässt.

Aber der Heilige Geist war es auch, der in den Menschen gewirkt hat, als sie die Entscheidung über den neutestamentlichen Kanon zu fällen hatten. Das ist eben ein Traditionspunkt, um den wir nicht herumkommen. Die Sammlung der Schriften im Zweiten Testament war irgend wann als vollständig und abgeschlossen zu betrachten.

Gruss Taube
Zuletzt geändert von Taube am Di 26. Mai 2009, 17:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon PhiloMuc » Di 26. Mai 2009, 17:57

Taube, formlos:
"Aber der Heilige Geist war es auch, der in den Menschen gewirkt hat, als sie die Entscheidung über den neutestamentlichen Kanon zu fällen hatten. Das ist eben ein Traditionspunkt, um den wir nicht herumkommen. Die Sammlung der Schriften im Zweiten Testament war irgend wann als vollständig und abgeschlossen zu betrachten."
Wie könnte man diese kühne Behauptung noch besser belegen? Wie ist der Verdacht zu entkräften, der pure Wunsch, im Konzert der Philosophien mitmischen zu dürfen, war Urheber des Kanons? Denn alle Richtungen hatten "Schulen" und "Bücher"- da musste die Christen-Firma auch etwas auf den "Markt der Möglichkeiten" (Kirchentags-Jargon) bringen.
Nur, wer das Göttliche als starr und entwicklungs-unfähig betrachtet, wird diese deine Grundsicht beibehalten können.
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Taube » Di 26. Mai 2009, 18:05

PhiloMuc hat geschrieben:...
Nur, wer das Göttliche als starr und entwicklungs-unfähig betrachtet, wird diese deine Grundsicht beibehalten können.


Eben nicht, im Gegenteil, wer sagen kann, jetzt betrachte ich etwas als fest, hat auch einen Ankerpunkt, um die Dynamik Gottes zu sehen: Erst, für den, dem das offenbarte Wort "Ich werde sein, der ich sein werde." fest gesetzt ist, kann Gott immer wieder neu begegnen!

Gruss Taube
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon PhiloMuc » Mi 27. Mai 2009, 06:33

Taube, den Indizienbeweis, dass der HG die frühkatholischen Kardinäle wirklich voll erfasst hat, könntest Du den noch etwas führen?
Gegen feste, klare Glaubensgrundsätze bin ich ja überhaupt nicht! Nur der festgelegte Grundsatz, mit dem der Körper eines Babys zum Erwachsenen "evoluiert", bringt ein gutes Entwicklungsergebnis hervor!
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Taube » Mi 27. Mai 2009, 07:16

PhiloMuc hat geschrieben:Taube, den Indizienbeweis, ...., könntest Du den noch etwas führen? ...

Nein, bin kein Forensiker
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon PhiloMuc » Mi 27. Mai 2009, 13:13

Taube hat geschrieben:
PhiloMuc hat geschrieben:Taube, den Indizienbeweis, ...., könntest Du den noch etwas führen? ...

Nein, bin kein Forensiker

Also grenzenloses Vertrauen in die vom Vatikan eingesetzten Apparatschiks.
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Taube » Mi 27. Mai 2009, 13:26

nein, in die nicht, aber in Gott!
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Reginald 32 » Fr 29. Mai 2009, 20:10

Ihr Lieben.

Bekannter maßen gab es in den ersten 400 Jahren des Christentums eine Reihe von Schriften und Büchern, die ein gewisses oder auch hohes Ansehen genossen. Es gab aber auch eine Reihe von Bischöfen und Lehrern, die auf Grund dieser Bücher Sonderlehren propagierten, über die dann Konzilien beraten mussten.
So weit ich informiert bin, hat man sich damals auf eine Klausel geeinigt: Alles, was von den Aposteln oder den (Halb-)Brüdern Jesu verfasst war, soll in den Kanon des NT aufgenommen werden.
Da es aber eine Reihe von Schriften gab, die unter falschem Namen veröffentlicht wurden (damit sie mehr Ansehen genießen sollten), musste man die Echtheit der Verfasserangaben überprüfen. Dabei wurden auch die Angaben von frühen Autoren, wie Polycarp oder Irenäus oder Clemens berücksichtigt. Eine katholische Kirche, die den Kanon festlegen konnte, gab es damals noch längst nicht. Damals war der römische Bischof noch kein unfehlbarer Papst, sondern kämpfte mit allen Mitteln darum, wenigstens Primus inter pares zu sein.

Es gibt zwar heute eine Reihe historisch-kritischer Theologen, die die angegebene Verfasserschaft der neutestamentlichen Autoren in Zweifel ziehen, doch wirklich handfeste Beweise haben sie nicht, nur mehr oder weniger vage Vermutungen.

Die damals hauptsächlich kursierenden neutestamentlichen Apokryphen kann man übrigens in einem dicken Buch zusammengefasst in deutsch kaufen.

Liebe Grüße von Reginald.
Bald schon kann es sein, dass wir Gott als König sehn. Halleluja, Halleluja.
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon wahrheit48 » Fr 29. Mai 2009, 23:52

PhiloMuc hat geschrieben:Nur, wer das Göttliche als starr und entwicklungs-unfähig betrachtet, wird diese deine Grundsicht beibehalten können.

Holla PhiloMuc,
warum sollte "das Göttliche" wechselhaft, launisch, unstet, unzuverlässig wie z.B. der Mensch, das Wetter sein? Würden wir "das Göttliche" denn als ein solches bezeichnen, anerkennen? Können wir "das Göttliche" nicht eher deshalb anerkennen, weil "es" unveränderlich, verlässlich ist vor aller Zeit, in aller Zeit, und auch nach dem Ende der dem Menschen bekannten Zeit, umschrieben mit dem Begriff "ewig"? Wie überhaupt definierst du "das Göttliche"?
grüßle
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Die Machenschaften um den Kanon

Beitragvon PhiloMuc » Sa 30. Mai 2009, 07:12

Wahrheit, die Fähigkeit zur Entwicklung darfst Du doch nicht mit "Launenhaftigkeit" gleichsetzen! War Jesus also launisch, als er die berühmten Sätze mit dem "Ich aber sage euch" einleitete?? und so das AT mit einem neuen Akzent versah? Ich gehe auch von der Möglichkeit aus, dass Gott unveränderbar ist, aber dass es sehr wahrscheinlich ist, dass eine weise Führung die Wahrheiten nur stufenweise an die Menschheit heranläßt. Eine neue Stufe der Freigabe sehen ja viel in der Jetztzeit, speziell im Hinblick auf 2012.
Reginald, merkwürdig ist, dass man die biologische Verwandtschaft mit Jesus als Kriterium gesehen haben soll, dass diese nun höchste göttliche Wahrheiten verbreitet haben sollen. Vergleichbar quasi mit dem Adelsgedanken alter Zeiten, wo ja das "blaue Blut" auch zu vielen Privilegien die Grundlage bildete. Interessant, dass dann aber niemand die weiteren (Halb-)Nachkommen Jesu beobachtet hat, bei denen doch so mancher das Zeug zum Wanderprediger, Bischof oder Papst gehabt haben mag. Und die Sonderrolle, die Paulus einnahm? Weißt du, wie sie die Offiziellen die aus dem Hut gezaubert haben?
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Re: Die Machenschaften um den Kanon

Beitragvon wahrheit48 » Sa 30. Mai 2009, 09:50

PhiloMuc hat geschrieben:Wahrheit, die Fähigkeit zur Entwicklung darfst Du doch nicht mit "Launenhaftigkeit" gleichsetzen! War Jesus also launisch, als er die berühmten Sätze mit dem "Ich aber sage euch" einleitete?? und so das AT mit einem neuen Akzent versah? Ich gehe auch von der Möglichkeit aus, dass Gott unveränderbar ist, aber dass es sehr wahrscheinlich ist, dass eine weise Führung die Wahrheiten nur stufenweise an die Menschheit heranläßt. Eine neue Stufe der Freigabe sehen ja viel in der Jetztzeit, speziell im Hinblick auf 2012.

Hallo PhiloMuc,
die Forderung nach Flexibilität, als Gegensatz zu Starrheit, und Entwicklungsfähigkeit beinhaltet auch die Möglichkeit "launisch", wetterwendisch zu sein. Es sei denn, wir fügen "dem Göttlichen" Attribute bei, die dies ausschließen, wie z.B. "gerecht", nicht im Sinne menschlicher Gerechtigkeit, von der ein Werbespruch behauptet, daß es nicht genüge Recht zu haben, sondern man müsse auch Recht bekommen, sondern absoluter Gerechtigkeit.
Ich hatte ja gerade auch deshalb nach deiner Definition von "dem Göttlichen" gefragt, mit welchen Attributen du "das Göttliche" bedenkst, weil es sehr wohl unterschiedliche Vorstellungen von "dem Göttlichen" gibt. Beispiel: ein tauber Mensch, der das Bild der Callas sah, hätte nie verstehen können, warum unter dem Bild geschrieben stand "Die göttliche Callas kommt in die Stadt".
Also nochmals: wie definierst du "das Göttliche", welche deiner Forderungen müßten erfüllt sein, damit du die Auszeichnung "das Göttliche" vergibst?
lg w48
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon PhiloMuc » Sa 30. Mai 2009, 11:57

W48 (ich bin übrigens ein J 48, =Jahrgang-;): Das Göttliche ist für mich die "eigentliche" Form des Menschseins; wenn jemand so ist, wie Gott (Die Höhere Ordnung,...) ihn bei der Seelenerschaffung "gedacht" hat. Kennzeichen dieses Zustands wäre höchste Lebenbejahung, alles zu fördern, was das Leben weiterbringt. Allmacht schwingt auch in gewissem Rahmen mit. Ein solcher Mensch hat ein Menschenbild (auch ein formulierbares), das alles enthält, was in uns angelegt ist. Da das weit mehr ist, als gemeinhin geglaubt wird, bieten sich Vokabeln wie "Übermensch" (Nietzsche) durchaus an.
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon DerPhilosoph » Sa 6. Jun 2009, 08:48

Wäre schön, wenn sich noch mehr an der Umfrage beteiligen würden.
Das tut ja auch gar nicht weh, ehrlich. :))
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Naqual » Sa 6. Jun 2009, 10:58

DerPhilosoph hat geschrieben:Wäre schön, wenn sich noch mehr an der Umfrage beteiligen würden.


Naja, ich habe Schwierigkeiten beim Kreuzel-Setzen. ;)

Keines der Rubriken entspricht meiner Meinung.

Wichtigste Grundlage des Glaubens ist der persönliche Bezug zwischen Mensch und Gott. Also schlicht der Geist Gottes. Da dieser den Angesprochenen in seine Liebe bringt, kann man den Gläubigen an seinen Früchten durchaus erkennen.
Wer nicht in seiner Liebe lebt glaubt nicht bzw. so wenig, wie er Gutes zustande bringt. (Er behauptet ja schließlich auch von Ihm Hilfe zu erfahren)

Die Bibel ist ein Hilfsmittel zu genau dieser wichtigsten Grundlage.
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Meta » Sa 6. Jun 2009, 11:52

DerPhilosoph hat geschrieben:Wäre schön, wenn sich noch mehr an der Umfrage beteiligen würden.
Das tut ja auch gar nicht weh, ehrlich. :))


ich kann das nicht mit anklicken beantworten.

Für mich ist vor allem die Heilige Schrift und dann noch das NT wichtig. Beides verstehen kann man aber nur, wenn man das Wissen im Judentum brücksichtigt. Das zeigt sich im Besonderen, wenn es um die 612 Weisungen vom Sinai geht. Mir ist aufgefallen, wie unglaublich negativ diese Weisungen im Christentum dargestellt werden. Ich finde das merkwürdig, weil diese Weisungen, richtig interpretiert, der Wille G-ttes für die Menschen ist.
Römer 8,2 Denn die Tora der lebenschaffenden Geistkraft hat dich im Messias Jesus vom Gesetz der Sündenmacht und des Todes befreit.
8,7 Deshalb ist eine begrenzte menschliche Denkweise Gott gegenüber feindlich, weil sie sich nicht der Tora Gottes unterstellt und auch gar nicht in der Lage dazu ist
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon LordAlm » Sa 6. Jun 2009, 15:10

Meta hat geschrieben:
DerPhilosoph hat geschrieben:Wäre schön, wenn sich noch mehr an der Umfrage beteiligen würden.
Das tut ja auch gar nicht weh, ehrlich. :))


ich kann das nicht mit anklicken beantworten.

Für mich ist vor allem die Heilige Schrift und dann noch das NT wichtig. Beides verstehen kann man aber nur, wenn man das Wissen im Judentum brücksichtigt.
Bis dahin kann ich mit dir als Christ völlig im Einklang sein.
Das zeigt sich im Besonderen, wenn es um die 612 Weisungen vom Sinai geht. Mir ist aufgefallen, wie unglaublich negativ diese Weisungen im Christentum dargestellt werden. Ich finde das merkwürdig, weil diese Weisungen, richtig interpretiert, der Wille G-ttes für die Menschen ist.
Für mich als Christ hat Jesus alles erfüllt, und mich frei gemacht von allen Weisungen und Gesetzen, doch aufgehoben hat er sie nicht, und ich darf als neue Kreatur in Jesus der alles Neu gemacht hat in mir, durch die Kraft des HG, Ihm nachfolgen. LG LA
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Enggi » Sa 13. Jun 2009, 15:14

Die Bibel und Predigten von Menschen, die ihr Leben auf sie aufbauen, bzw. nach ihr ausrichten.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Old Catholic » So 14. Jun 2009, 22:32

Die Bibel als Hl. Schrift und die Tradition aus Auslegung derselben sind die wichtigsten Quellen des christlichen Glaubens meiner Meinung nach.

Die Tradition kann die Hl. Schrift nicht inhaltlich ergänzen und die Hl. Schrift kann nicht ohne die Tradition ausgelegt werden.
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Pilgrim » Mo 15. Jun 2009, 17:57

Old Catholic hat geschrieben:Die Bibel als Hl. Schrift und die Tradition aus Auslegung derselben sind die wichtigsten Quellen des christlichen Glaubens meiner Meinung nach.

EIN GOTT, SECHS-UND-SECHZIG BÜCHER....meiner Meinung nach!
Die Tradition kann die Hl. Schrift nicht inhaltlich ergänzen und die Hl. Schrift kann nicht ohne die Tradition ausgelegt werden.

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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Shaka » Mo 15. Jun 2009, 19:20

Pilgrim hat geschrieben:Sola Scriptura !


Wo steht das? :tongue:

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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Pilgrim » Mo 15. Jun 2009, 19:43

Shaka hat geschrieben:
Pilgrim hat geschrieben:Sola Scriptura !

Wo steht das? :tongue:
shaka

Sola intro Scriptura !
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Re: Was ist die wichtigste Grundlage deines Glaubens?

Beitragvon Enggi » Mo 15. Jun 2009, 21:11

Shaka hat geschrieben:
Pilgrim hat geschrieben:Sola Scriptura !


Wo steht das? :tongue:

Google mal!
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