Kirchentrennung

Wo sind die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten?

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Kirchentrennung

Beitragvon SunFox » Fr 20. Mär 2009, 17:25

Habe soeben folgendes auf dieser Seite, wo es um die Unterschiede der Wesenszüge der drei großen christlichen Konfessionen geht gelesen:

"Gründe für die Trennung

Orthodoxe Kirche(n) - Römisch-katholische Kirche

- Gegenseitiges Unverständnis für die griechische (östliche) bzw. lateinisch-römische (westliche) Ausprägung des Christentums
- Verwechslung von Einheit mit Uniformität
- Machtstreben auf beiden Seiten
- Treue zur eigenen, gewachsenen Tradition

Evangelische Kirchen

- Missstände in der Kirche (z.B. Missbrauch des Ablasses)
- bei vielen Christen Bewusstsein für Notwendigkeit einer Reform der Kirche
- Neubesinnung auf die Bibel (Einfluss des Humanismus!)"


Wie kann man die Neubesinnung auf die Bibel als Gottes Wort (also das zurück zum 'sola scriptura') dahingehend begründen, das es durch das griechische Denken des Humanismus hervorgerufen wurde?

Also ich finde es doch sehr befremdlich, das ein evangelischer Pfarrer soetwas behauptet!

Was denkt ihr? Hat er überhaupt die Lehre Jesu verstanden?

Gebe es ohne den Humanismus kein evangelisches Christentum?

Liebe Grüße von SunFox
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Re: Kirchentrennung

Beitragvon valdes » Fr 20. Mär 2009, 18:54

SunFox hat geschrieben:Also ich finde es doch sehr befremdlich, das ein evangelischer Pfarrer soetwas behauptet!


und ich finde es sehr bedenklich, dass du als evangelischer christ deine wurzeln verleugnest.

Gebe es ohne den Humanismus kein evangelisches Christentum?


auch ein wiki-link: biblischer humanismus
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Re: Kirchentrennung

Beitragvon Taube » Fr 20. Mär 2009, 19:03

SunFox hat geschrieben:...
Wie kann man die Neubesinnung auf die Bibel als Gottes Wort (also das zurück zum 'sola scriptura') dahingehend begründen, das es durch das griechische Denken des Humanismus hervorgerufen wurde?

Also ich finde es doch sehr befremdlich, das ein evangelischer Pfarrer soetwas behauptet!

Was denkt ihr? Hat er überhaupt die Lehre Jesu verstanden?...

Was hat das mit dem Verstehen der Lehre Jesu zu tun? Humanismus war eine wichtige Voraussetzung für die Reformation. Das Problem liegt weniger beim Pfarrer sondern bei Dir. Hast Du eventuell einen Fensterplatz im Geschichtsunterricht gehabt?

Der Humanismus, einer geistigen Strömung zwischen Mittelalter und Neuzeit, brachte viele Neuerungen. Das griechische Erbe wurde entdeckt und damit auch die griechische Sprache. Zu lange hatte man sich nur an die lateinische Vulgata gehalten bei der Bibel. Mit dem Humanismus wurde plötzlich auch die griechischen Texte des NT interessanter. Die LXX fürs AT wieder neu viel wichtiger genommen, damit wurde auch das Hebräische wieder wichtiger. Also hinsichtlich auf eine Neubesinnung der Bibel war der Humanismus grundlegend. Erasmus von Rotterdam war der Gelehrte des Humanismus schlechthin. Er erstellte wesentlich auch den TR, den einige hier ultimativ als die richtige Bibelgrundlage definierten (die Schlachter 2000 Apologeten stützen sich also voll auf einen Humanisten ab). Ohne Erasmus also kaum eine gute neuue Lutherübersetzung.
Der deutsche Humanimus kritisierte schon vor Luther die Missstände der römischen Kirche, z.B. die Verweltlichung des Kirche war dort ein Thema. Der Aufschwung des Hochschulwesens begann auch im Zeitalter des Humanismus. Die Reformation stützte sich auch auf die neunen Universitäten. Wiederum das Interesse an den alten Sprachen war in den Hochschulen ganz wichtig. ...und wie sollte auch die Bibel neu entdeckt werden ohne Kenntnis der alten Sprachen. Der Klerus konnte im Ausklang des Mittelalters gerade noch lateinisch verstehen, griechisch war für die sowieso chinesisch.

Das griechische Denken war ein offenes Denken. Sokrates, wenn er philosophierte, fragte und fragte die Leute immer wieder tiefer. Die griechische Philosophie war also kritischer Natur. Wiederum eine Voraussetzung für die Reformation. Ein Luther, der sich nicht Fragen gestellt hätte, wäre sonst nie zum Reformator aufgestiegen. Das Menschenbild des Humanismus war auch eine Aufwertung des menschlichen Selbst: Nur wenn man sich selbst auch wichtiger nimmt, kann man auch einen Papst kritisch hinterfragen, kann man die Kirchenstrukturen kritisieren. Die Menschen getrauten sich auch, selbst die Bibel zu lesen.

Das alles ist auch Humanismus, ob italienischer, französischer oder deutscher Humanismus, diese geschichtlichen Richtungen waren wichtig für das Glaubensleben in Europa und belebten vieles neu.


Gruss Taube
Zuletzt geändert von Taube am Fr 20. Mär 2009, 19:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kirchentrennung

Beitragvon SunFox » Fr 20. Mär 2009, 19:09

valdes hat geschrieben:
SunFox hat geschrieben:Also ich finde es doch sehr befremdlich, das ein evangelischer Pfarrer soetwas behauptet!


und ich finde es sehr bedenklich, dass du als evangelischer christ deine wurzeln verleugnest.


Lieber valdes,

meine Wurzel liegt nicht im griechisch-philosopischen Denken! ;)

Es geht um die gemachte Behauptung, so wie sie da steht!

valdes hat geschrieben:
Gebe es ohne den Humanismus kein evangelisches Christentum?


auch ein wiki-link: biblischer humanismus


Ich habe nicht gesagt, das Christentum inhuman ist!

Christentum ist begründet in der Liebe zu Gott!

Somit ist die Rückbesinnung zur Bibel eine Rückbesinnung zu Gott und nicht zum Humanismus!

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Re: Kirchentrennung

Beitragvon Taube » Fr 20. Mär 2009, 19:16

SunFox hat geschrieben:Lieber valdes,

meine Wurzel liegt nicht im griechisch-philosopischen Denken! ;)

Es geht um die gemachte Behauptung, so wie sie da steht!

Im Gegenteil, ich sehr bei Dir sehr klar Dein griechisch-philosophische Denken! Weit weniger bist Du im östlich-philosophischen Denken zu Hause.

Gruss Taube
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Re: Kirchentrennung

Beitragvon SunFox » Fr 20. Mär 2009, 19:20

Taube hat geschrieben:
SunFox hat geschrieben:Lieber valdes,

meine Wurzel liegt nicht im griechisch-philosopischen Denken! ;)

Es geht um die gemachte Behauptung, so wie sie da steht!

Im Gegenteil, ich sehr bei Dir sehr klar Dein griechisch-philosophische Denken! Weit weniger bist Du im östlich-philosophischen Denken zu Hause.

Gruss Taube


Dann denke was du möchtest liebe Taube! ;)

Gott ist keine Philosopie!

Gott ist der Inbegriff allen Seins und somit sollte es auch unser Denken beeinflussen!

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Re: Kirchentrennung

Beitragvon Taube » Fr 20. Mär 2009, 19:26

SunFox hat geschrieben:Gott ist der Inbegriff allen Seins und somit sollte es auch unser Denken beeinflussen!

...und damit bist Du voll bei den Griechen. Sorry SunFox, ich weiss zwar, was Du meinst und wie Du es meinst, aber hinter dieser Satz erscheint mir als sehr griechisch. Ich kann Dich verstehen und deshalb weiss ich auch, dass "rechter Glauben" dahinter steckt, aber auch Du kommst nicht um Deine um Deine Wurzeln des Denkens herum.
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Re: Kirchentrennung

Beitragvon SunFox » Fr 20. Mär 2009, 19:29

Taube hat geschrieben:
SunFox hat geschrieben:Gott ist der Inbegriff allen Seins und somit sollte es auch unser Denken beeinflussen!

...und damit bist Du voll bei den Griechen. Sorry SunFox, ich weiss zwar, was Du meinst und wie Du es meinst, aber hinter dieser Satz erscheint mir als sehr griechisch. Ich kann Dich verstehen und deshalb weiss ich auch, dass "rechter Glauben" dahinter steckt, aber auch Du kommst nicht um Deine um Deine Wurzeln des Denkens herum.


Liebe Taube,

der Humanismus ist auf den Menschen fixiert und der Glaube ist auf Gott fixiert!

Was soll nun unser Denken prägen?

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Re: Kirchentrennung

Beitragvon Taube » Fr 20. Mär 2009, 19:56

SunFox hat geschrieben:der Humanismus ist auf den Menschen fixiert und der Glaube ist auf Gott fixiert!

Was soll nun unser Denken prägen?

Liebe Grüße von SunFox

Das musst Du jetzt Dich fragen und nicht mich, und in Zukunft besser schauen, wie Du Deine Gedanken in Worten ausdrückst!
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Re: Kirchentrennung

Beitragvon valdes » Fr 20. Mär 2009, 20:49

SunFox hat geschrieben:Lieber valdes,

meine Wurzel liegt nicht im griechisch-philosopischen Denken! ;)


du lehnst die evangelien, die vor dem hintergrund des hellenismus geschrieben wurden ab? hätt ich jetzt nicht gedacht.

du lehnst ab, dass man sich, um glaubensaussagen zu treffen, am urtext orientiert? hätt ich jetzt noch viel weniger gedacht.


Somit ist die Rückbesinnung zur Bibel eine Rückbesinnung zu Gott und nicht zum Humanismus!


das behauptet ja auch niemand. behauptet wird nur, dass der humanismus notwendige grundlage ist, um überhaupt auf die idee zu kommen, an die quellen des glaubens - die bibel in den originalsprachen - zu gehen.
ohne humanismus wäre die theologie in der scholastik stecken geblieben.
luther postuliert das allgemeine priestertum. damit das funktioniert, muss der mensch ein vernunftbegabtes wesen sein, der in der lage ist, sich zu bilden - eine ur-humanistische idee.
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Re: Kirchentrennung

Beitragvon parepidimos » Fr 20. Mär 2009, 21:48

Es ist erstaunlich, wie wenig es braucht, damit einem der rechte Glaube abgesprochen wird. Nimm das H-Wort auf die Lippen, und schon ist es um die Seele geschehen. Man koennte es ja ausnahmsweise mit Nachdenken versuchen.
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