Christen/Atheisten: Toleranz und Solidarität

Wo sind die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten?

Moderator: bigbird

Re: Christen/Atheisten: Toleranz und Solidarität

Beitragvon bigbird » Mo 23. Mär 2009, 11:20

Taube hat geschrieben:...dann hat sich Dein Überarbeiten Deines Beitrages bis zur Löschung und mein Bearbeiten meines Beitrages bis zur Speicherung gekreuzt. So ist natürlich mein Beitrag auch für die Katz. Mal schauen, ob mal am Sonntagabend ein Mod daherkommt, er könnte es richten, im neuen Forum haben sie natürlich wieder mal am falschen Ort gespart, nämlich an der Edit- oder Lösch-Funktion für gestrige Beiträge.

Sorry, Enggi

Gruss Taube


Nein, da haben nicht gespart - aber wir haben es satt, Usern hinter rennen zu müssen, weil sie alle ihre Beiträge editieren und den Text durch ein paar Pünktli ersetzen - oder so ähnlich. So haben wir das Forum so eingestellt, dass ihr eure Beiträge bloss während der ersten paar Stunden ändern könnt.

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Zur Sklavenzeit in den USA hat eine schwarze Köchin in höherem Alter mit Eifer lesen gelernt, um die Bibel selber lesen zu können. Sie wurde gefragt, was sie mache, wenn sie etwas nicht verstehe.
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Re: Christen/Atheisten: Toleranz und Solidarität

Beitragvon Enggi » Mo 23. Mär 2009, 16:42

Taube hat geschrieben:Sorry, Enggi

Kein Problem, lieber Taube.
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Re: Christen/Atheisten: Toleranz und Solidarität

Beitragvon parepidimos » Di 24. Mär 2009, 06:28

a) Er kontert mit Gegenzitaten. Viele Atheisten haben immer ein paar kritische, umstrittene Verse zur Stelle, womit sie sofort allem den Wind aus den Segeln nehmen.

Beziehungsweise meinen sie das. Einen in der Bibel bewanderten Christen werden solche "Problemverse" kaum aus dem Tritt bringen. Obwohl - ein in der Bibel bewanderter Christ wird sich wohl gar nicht erst auf eine Verse-Schlacht einlassen da sie wissen, dass ein langer, antiker und komplexer Text nicht auf ein paar Zitate reduziert werden kann. Wer dies tut, macht sich unweigerlich zum Narren, ob er jetzt fuer oder gegen einen Punkt argumentiert. Es ist ein leider weit verbreiteter Irrglaube, dass die Bibel nur das aussagt, was sich aus Zitaten von einzelnen Versen belegen laesst, und dass derjenige einen Punkt verbuchen darf, welcher eine scheinbar treffende Bibelstelle zuecken kann. Die Eindruck ist unvermeidlich, dass sich mit der Bibel alles und nichts beweisen laesst, dh. dass die Bibel keine eigene Stimme hat. Dies kommt den Atheisten (und Relativisten) natuerlich gelegen, fuer das Anliegen der biblischen Schreiber dagegen ist es ein arroganter Maulkorb.

Vielleicht wenn sie mit einer persönlichen Aussage dazu gekoppelt sind, was du oder jemand aus einem speziellen Zitat herausnehmt und wieso und überhaupt.

Das sollten sie unbedingt - Auslegungen sollten nachvollziehbar sein, sonst braucht man keinen Text zu bemuehen und kann gleich zur persoenlichen Meinungsaeusserung schreiten.

Ich will nicht pingelig sein

Vielleicht solltest du. Die meisten Christen (und ich schliesse mich hier ein) argumentieren naemlich lausig, erst recht wenn sie Bibel zuhilfe nehmen. Haeufig beschraenken wir uns auf das Hinknallen mehr oder weniger passender Verse nach dem Motto "Vogel friss oder stirb".

Ich finde es aber oke, wenn du dabei die Bibel erwähnst, kann ich auch akzeptieren, dass das vielleicht zu deiner Mission gehört. Nur wirds einem Atheisten eben niemals genügen, sondern du darfst dann nen kompletten Monolog dazu mitliefern wieso und warum ;)

Das hat meiner Meinung nach aber auch noch einen anderen Effekt, wenn es richtig gemacht wird. Es gibt naemlich nichts, was ich mit eigenen Worten sagen koennte, was dich besser ueberzeugen und in deinem Gewissen ueberfuehren koennte als das Wort Gottes selber. Deshalb will ich die Bibel nicht benuetzen, um meine Argumentation zu stuetzen, sondern meine Argumentation soll das vorbereiten und erklaeren helfen, was die Bibel dir persoenlich zu sagen hat. Diese direkte Auseinandersetzung mit dem Text unter kompetenter Begleitung ist die produktivste Verwendung fuer dieses Buch.

Aprospos Zitate, eins darf ich mir doch gönnen...find ich jetzt. ^^
"Die meisten Menschen haben Schwierigkeiten mit den Bibelstellen, die sie nicht verstehen. Ich für meinen Teil muss zugeben, dass mich gerade diejenigen Bibelstellen beunruhigen, die ich verstehe." Mark Twain
;) Nicht ganz ernst nehmen bitte, aber im Kern zeigts eben das, was viele Atheisten denken.

Oh doch, das ist ernstzunehmen. Ich haette dir diese Aussage hingeschrieben, wenn du sie nicht selbst gebracht haettest. Wobei zu beachten ist, dass Twain von "bother" sprach, was eben nicht nur "Schwierigkeiten haben" heissen kann, sondern auch "stoeren". Auch wenn Twain es wohl nicht so meinte, so drueckte er damit aus, wie ich die Bibel erfahre: Es gibt vieles (moeglicherweise die Mehrheit), was ich noch nicht geschnallt habe. Aber das wenige, was ich verstanden habe, das gibt mir Anlass zur Sorge ueber mich selbst und ueber die Welt. Es reisst mich aus der selbstgefaelligen Ruhe, die ich mir so gerne goennen wuerde. Gott stoert unseren Trott und will uns auf einen Weg leiten, der durch den Tod zum wahren Leben fuehrt.
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Re: Christen/Atheisten: Toleranz und Solidarität

Beitragvon tolerante_atheistin » Fr 3. Apr 2009, 17:07

Ich möchte mal kurz auf die Aussage von Sunfox eingehen.
(musste meinen Rechner neu aufsetzen, deswegen war ich da ein bisschen abwesend, hätt nie gedacht dass auch meine Linuxkiste mal abstürzen kann, naja läuft ja wieder ^^)

Man kann alles bis zu einem gewissen Mass tolerieren, aber es ist ein Ding der Unmöglichkeit das Glaube und Unglaube einen Solidaritätsbündnis eingehen!

Liebe Grüße von SunFox


Mich würde interessieren, wieso das nicht möglich sein soll.
Solidarität, ist etwas was wünschenswert alle Menschen miteinander teilen, egal was sie glauben oder eben nicht glauben.
Toleranz ist nur ein Aspekt davon. Aber sicherlich einer der ersten Schritte zur Solidarität.
Ich spreche nicht von Solidarität im Sinne von Christen, die Atheisten im Atheist-Sein unterstützen oder umgekehrt, aber diese Unterschiede eben akzeptieren lernen und uns da unterstützen, wo wir uns einig sind: Im Menschsein, in moralischen und ethischen Grundwerten.

Ich hab nie behauptet, dass sei so einfach, aber kanns ja mal versuchen! ;)

Also ich für meinen Teil hab auf alle Fälle keinen Bock, bis an mein Lebensende mit Christen zu streiten, sondern ich will euch verstehen lernen, genauso wie ich hoffe, dass vielleicht einige mich verstehen lernen, so dass wir einen Umgang miteinander finden können.
Dabei kann ich doch nichts verlieren, nur ein bisschen Zeit vielleicht, aber dafür lern ich immer wieder was dazu. :)
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Re: Christen/Atheisten: Toleranz und Solidarität

Beitragvon kingschild » Fr 3. Apr 2009, 17:32

tolerante_atheistin hat geschrieben:Ich möchte mal kurz auf die Aussage von Sunfox eingehen.


Man kann alles bis zu einem gewissen Mass tolerieren, aber es ist ein Ding der Unmöglichkeit das Glaube und Unglaube einen Solidaritätsbündnis eingehen!

Liebe Grüße von SunFox


Mich würde interessieren, wieso das nicht möglich sein soll.
Solidarität, ist etwas was wünschenswert alle Menschen miteinander teilen, egal was sie glauben oder eben nicht glauben.
Toleranz ist nur ein Aspekt davon. Aber sicherlich einer der ersten Schritte zur Solidarität.


Schön bist Du wieder da...und noch schöner zu hören das auch Linux nicht perfekt ist :lol:

Gemäss Wiki ist Solidarität folgendes:

Haltung der Verbundenheit mit und Unterstützung von Ideen, Aktivitäten und Zielen anderer.

Ein Christ Unterstützt die Ideen von Gott, die Aktivitäten von Gott und er selbst hat seine Ziele verworfen oder ordnet Sie Gott unter, um die Ziele Gottes zu verfolgen. Nicht mein Wille geschehe sondern Dein Wille Gott.

Wie sollte er da Verbunden sein mit Menschlichem wenn er das Göttliche sucht? Wie sollte ich mich solidarisieren mit Ideen, Aktivitäten und Zielen die nicht Gottes Wille suchen?

Ich kann tolerieren das ein Mensch nicht meine Haltung teilt aber ich kann nicht eine Haltung unterstützen oder mich mit dieser verbinden, wenn sie dem Göttlichen wiederstrebt.

Ich kann mich mit Dir solidarisieren aber sobald deine Wege, Ideen, Aktivitäten und Ziele dem göttlichen wiedersprechen, kann keine Solidarität stattfinden.

Die frage bist Du solidarisch und unterstützt mich im Gebet zu Gott, das sein Wille geschehe? Oder in meinen Aktivitäten zu missionieren? Wenn Du dies mit nein beantwortest, dann weisst Du was Sun Fox ausdrücken wollte.

God bless
Kingschild
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Re: Christen/Atheisten: Toleranz und Solidarität

Beitragvon tolerante_atheistin » Do 9. Apr 2009, 02:19

hach tut der Frühling gut...momentan fühl ich mich grad wiede sowas von hyperaktiv. ^^ (richtig gepuscht von der Sonne) dass ich gar nicht mehr pennen kann... vielleicht zu viel gedöst heut nach der Arbeit.

Ich dachte an Solidarität im menschlichen Sinne, nicht im "Christ vs. Nicht-Christ"-Sinne. ;)

Ich kann dich immerhin insofern im Beten "unterstützen", dass ich dich beten lasse, das nicht nur toleriere, sondern auch akzeptiere.

Auch wenn jeder von seine eigenen Vorstellungen und Ziele hat, so können wir trotzdem nett miteinander umgehen und uns verstehen lernen.

Wenn ich so Sachen sehe, wie die Diskussion um die Religiöse Werbung, dann drehts mir fast den Magen um.
Dass man in solchen Momenten einfach nur fair reagiert und dann müsste die christliche Lobby eben sagen: "Oke, ihr Atheisten macht jetzt auch Werbung, unser oke habt ihr, wir machen dies schliesslich auch"
(dass ich nebenbei gegen jegliche Werbung bin im religiösen Kontext, genauso wie anti-religiöse Werbung, bin, steht jetzt mal aussen vor)

Genauso sollten Atheisten, Freidenker verstehen, dass nicht alles was christlich ist, gleich schlecht ist. Und beispielsweise nicht gleich meckern wenn Rennovationsbauten bei Kirchen fällig sind, sondern mal drann denken, dass dies auch Kulturgut ist. Oder dass Religionsunterricht nicht zwanghaft schlecht sein muss für Kinder. Kommt doch immer draufan, wie etwas vermittelt wird.

Ich bin nicht Atheist um micht gegen alles Religiöse aufzulehnen, das ist eine freie Entscheidung von mir selbst getroffen und jeder sollte frie wählen und auch ausleben, was er oder sie empfindet.

Ich bin etwa mal im Rahmen von Weihnachtsfeierlichkeiten eingesprungen für eine musikalische Darbietung innerhalb eines Gottesdienstes. Wieso nicht? Ich mach doch gerne Musik, und wen störts, dass ich selber Atheist bin?
(Gut, ich hab das selbstverständlich niemanden unter die Nase gerieben! ^^) Das hat wunderbar funktioniert und ich empfand das als sehr angenehme Erfahrung.

So denk ich sehr wohl, dass wir in einem gewissen Masse solidarisch sein können miteinander.
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