Verhalten der Christen zu anderen Religionen

Wo sind die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten?

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Verhalten der Christen zu anderen Religionen

Beitragvon Lamdil » Mo 20. Aug 2007, 00:04

Es kommt leider immer wieder vor, dass Christen in ihrem Eifer andere Menschen verletzen, demütigen oder sogar mit physischer Gewalt gegen sie vorgehen. Da sie glauben (also unbewiesen annehmen) im Recht zu sein und der Weisheit letzten Schluss gefunden zu haben, zeigen sie sich rücksichtslos gegen alles, was anders und damit in ihren Augen falsch ist. Dieser Konflikt besteht nicht nur unter Christen und Nichtchristen, sondern auch zwischen verschiedenen christlich orientierten Strömungen (Katholiken, Protestanten, Zeugen Jehovas, Adventisten etc.)

Ich möchte jeden einladen, in diesem Thread seinen Standpunkt darzulegen: Wie gehst du mit Andersgläubigen um?

Schwafelst du sie zu mit deinen eigen Vorstellungen von Höllenqualen und anderen vermeintlichen Bedrohungen für Andersgläubige (vielleicht sogar Irrgläubige in deinen Augen)?

Worauf stützt du deinen Glauben, dass ausgerechnet dein Weltverständnis richtiger ist als das deines Nächsten?

Kalkulierst du die Möglichkeit mit ein, selbst im Irrtum zu sein, oder bist du selbstherrlich genug, dich über jeden Irrtum erhaben zu sehen?

Weitere Fragen zu diesem "Interview" fallen mir grad nicht ein. Wer andere interessante Fragen zu diesem Thema hat, ist herzlich gebeten, sie zu stellen.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Lamdil » Mo 20. Aug 2007, 00:16

Original von Lamdil
Schwafelst du sie zu mit deinen eigen Vorstellungen von Höllenqualen und anderen vermeintlichen Bedrohungen für Andersgläubige (vielleicht sogar Irrgläubige in deinen Augen)?

Wegen meiner Erfahrungen halte ich mich mit dem zurück, was ich persönlich glaube. Ich versuche mich auf das zu beschränken, was ich weiß (und belegen kann) oder zu hinterfragen und zu widerlegen, was andere glauben. Natürlich passiert es gelegentlich, dass meine persönlichen Ansichten mit in die Argumentation einfließen.



Original von Lamdil
Worauf stützt du deinen Glauben, dass ausgerechnet dein Weltverständnis richtiger ist als das deines Nächsten?

Ich glaube nicht, dass mein Weltverständnis vollkommen ist. Deshalb halte ich mich in bestimmten Punkten wage. Ich äußere meinen Standpunkt, jedoch nicht so, dass ich andere Standpunkte ausschließe oder gar lächerlich mache. Aber wenn ich eindeutige Beweise dafür sehe, dass jemand etwas glaubt, was den Fakten widerspricht, konfrontiere ich denjenigen mit diesen Fakten. Das tue ich durchaus auch auf ironische Art und Weise.



Original von Lamdil
Kalkulierst du die Möglichkeit mit ein, selbst im Irrtum zu sein, oder bist du selbstherrlich genug, dich über jeden Irrtum erhaben zu sehen?

Ja, es kann durchaus sein, dass ich mich in diversen Punkten irre oder dass mir gewisse Wahrheiten noch nicht klar sind. Doch solange nicht nachvollziehbare Argumente vorliegen, habe ich keinen Grund meine Meinung zu ändern. Ich kann schließlich nicht alles glauben, was irgendjemand erzählt und nicht begründen kann - sonst müsste ich alle paar Minuten meinen Glauben ändern. Ich bin aber durchaus bereit mich von einer stimmigen Argumentation und von nachvollziehbaren Beweisen überzeugen zu lassen.

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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Johncom » Di 21. Aug 2007, 07:14

Hallo Lamdil,

Du hast da ein fundamentales Thema angesprochen: Wie geht man mit Andersgläubigen um ?

Ich bin kein Freikirchler oder Bibeldogmatiker (oder Koranfanatiker oder Bhagavadgita-Proklamist) .... aber es fällt mir auf daß einige Christen verschiedener kleinerer Kirchen sich übertrieben stark vergleichen an oder mit konkurrierenden Glaubensystemen. Immer das gleiche: Wir sind die wahren Gott-Versteher - Ihr aber alle seid leider auf der falschen Fährte. Schlimmer noch ... Ihr seid vom Bösen verführt worden !

Die Selbstgerechtigkeit die manche Christen, nicht alle .. täglich produzieren wurde von Jesus vorrausgesehen, und in seinen Seitenhieben über die Schriftgelehrten und die Pharisäer ist eigentlich alles gesagt.

Selber finde ich daß in allen der bedeutenden Religionen nur die eine tiefe Kernwahrheit spricht. Kaum jemandem wird es gelingen nun diese Weltreligionen zu vermischen, und warum auch ? Aber jeder kann in seinem Glaubensystem tiefer forschen, versuchen daß wirklich wesentliche zu erschliessen. Wer wirklich tief forscht nimmt meistens dann auch die Tiefe der anderen Religion wahr. Aber das Tiefforschen ist nicht jedermans Sache, oft weicht man dem Forschen aus, denn es ist genug sich zu der eigenen Religion zu bekennen, so oft wie möglich ..... so belebt man immer wieder das ´Wir-Gefühl´, ´Wir gegen die Anderen´ .. und das ist eine bequeme Art des sich in Sicherheit wiegen.

Man kann die ´Andersgläubigen´ befragen. Man kann versuchen das Gemeinsame zu erkennen. Man kann versuchen das Trennende zu erklären in Einbeziehung der anderen Kultur die eine andere Geschichte hatte. - Wer Andersgläubigen wirklich begegnet, sei es auf Reisen .. oder einfach den Kollegen oder Nachbarn hier zuhause, der wird oft sehen: So ´anders´ sind die gar nicht, im Gegenteil handelt der Muslim oder der Buddhist oft viel ´christlicher´ als man es bisher von seinen eigenen Leuten kannte. So lernt man Respekt vor dem anderen Menschen und lernt seine Kultur und Herkunft zu verstehen, dann ahnt man warum sein Glaube zunächst ´anders´ erscheint.

Soweit meine Sicht im Moment. Wär fein wenn sich auch andere Meinungen einfinden.

Gruß
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Kübra » Di 21. Aug 2007, 09:42

Hallo Jahncom,

schön gesagt.

Besonders diesem Abschnitt möchte ich mich ganz ausdrücklich anschließen, weil er meiner Erfahrung und meinem Zugang zur Religion sehr entspricht:

Selber finde ich daß in allen der bedeutenden Religionen nur die eine tiefe Kernwahrheit spricht. Kaum jemandem wird es gelingen nun diese Weltreligionen zu vermischen, und warum auch ? Aber jeder kann in seinem Glaubensystem tiefer forschen, versuchen daß wirklich wesentliche zu erschliessen . Wer wirklich tief forscht nimmt meistens dann auch die Tiefe der anderen Religion wahr.


Das finde ich sehr richtig und ganz im Sinne der Ringparabal ist es die einzige Einstellung die auf Dauer zu Frieden in der Welt führen kann.

Das "Warum auch" habe ich betont, weil ich denke, dass eine Vermischung aller Religionen im Sinne einer "Einheitsreligion" möglicherweise zum Verlust der Tiefe führen würde und außerdem ähnliche Gefahren wie eine "Einheitspartei" im politischen beinhalten würde - einen Verlust an Wahl-, Reflexions- und Vergleichsmöglichkeiten.


Und diskutiert mit den Leuten der Schrift nie anderes, als auf die beste Art und Weise, mit Ausnahme derer von ihnen, die Frevler sind.Und sprecht: Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser und euer Gott ist ein und derselbe und Ihm sind wir ergeben — (Koran, 29:46)

‚Diejenigen, die glauben und diejenigen, die dem Judentumangehören und die Christen und die Sabier, - alle die, die an Gott glauben und den Jüngsten Tag glauben und tun, was recht ist, denen steht bei ihrem Herrn ihr Lohn zu, und sie brauchen keine Angst (wegen des Gerichts) zu haben, und sie werden (nach derAbrechnung am Jüngsten Tag) nicht traurig sein — (2:62, 5:69

Da Judentum und Christentum als Offenbarungen Gottes an die Gesandten Gottes Moses und Jesus gelten, gibt es im Koran weder einen Missionsauftrag an die Muslime noch einen Absolutheitsanspruch des Islam:

In Sure 5:47 lesen wir:

‚…Und die Leute des Evangeliums sollen nach dem urteilen, was Allah darin herabgesandt hat; … Jedem von euch gaben Wir ein Gesetz und einen Weg. Wenn Allah gewollt hätte, hätte er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Doch Er willeuch in dem Prüfen, was er euch gegeben hat. Wetteifert darum im Guten. Zu Allah ist euer aller Heimkehr, und er wird euch darüber aufklären, worüber ihr uneins seid.

10:99: ‚Und wenn dein Herr es gewollt hätte, wären alle auf Erden allesamt gläubig geworden. Willst du nun die Leute dazu zwingen, gläubig zu werden?...—

(mit "du" ist hier zunächst Muhammed (sas)angesprochen - aber auch alle Muslime. Gemeint ist, dass Allah über die Kraft verfügt auch den letzten Zweifler zum Glauben zu bringen - durch Wunder zum Beispiel - aber das ist nicht Sein Wille - ER will uns prüfen in dem was ER uns gab. Daher kann niemand zum Glauben gezwungen werden)

16:125: —Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise...“
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon onThePath » Di 21. Aug 2007, 09:52

Wer tief in der eigenen Religion forscht, der ist schon kein Durchschnittsgläubiger mehr.

Natürlich weiß er eher, worauf es ankommt und mißachtet nicht die Tiefen der anderen Religionen.

Ich kann sie achten, aber ich bleibe dabei, daß Jesus Christus das Zentrum der Wahrheit und damit aller Religionen ist. Auf ihn sollen wir schauen und nicht auf Buddha oder Mohammed.

Wenn die Sonne Leben gibt, wozu brauche ich dann eine Ersatzsonne ?

lg, oTp
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Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Kübra » Di 21. Aug 2007, 10:09

Es gibt für mich nur eine einzige Sonne - eine einzige Energiequelle - und das ist für mich der eine Gott, der Schöpfer des Universums und aller lebenden und nichtlebenden Existenz. Aus IHM geht ALLES hervor und zu IHM kehrt alles zurück und jedes (spirituelle) Licht - das Licht Muhammeds (sas) und das Licht Jesu ebenso wie das der Bibel und des Kuran - kommt letztendlich von IHM - aber wie wir wissen teilt sich Licht gelegentlich zu einem vielfäligen Regenbogen und so bekommt durch das Licht jeder Gegenstand seine eigene Farbe. Aber Gott - ER ist dass ungebrochene weiße Licht.

Daran glaube ich jedenfalls. :)

Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist vergleichbar einer Nische, in der eine Leuchte ist. Die Leuchte ist in einem Glas. Das Glas ist, als wäre es ein funkelnder Stern. Es wird angezündet von einem gesegneten Baum, einem Ölbaum, weder östlich noch westlich, dessen Öl fast schon leuchtet, auch ohne dass das Feuer es berührt hätte. Licht über Licht. Allah führt zu seinem Licht, wen Er will, und Allah führt den Menschen die Gleichnisse an. Und Allah weiß über alle Dinge Bescheid.
(Das ist der sogenannte Lichtvers in der Licht-Sure)
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Petros » Di 21. Aug 2007, 11:01

Original von Lamdil
Ich möchte jeden einladen, in diesem Thread seinen Standpunkt darzulegen: Wie gehst du mit Andersgläubigen um?

Wie ich mit allen Menschen umgehe: Ich versuche stets freundlich zu sein und sie zu akzeptieren und respektieren, selbst wenn ich ihre Meinung nicht teile.


Schwafelst du sie zu mit deinen eigen Vorstellungen von Höllenqualen und anderen vermeintlichen Bedrohungen für Andersgläubige (vielleicht sogar Irrgläubige in deinen Augen)?


Ich habe keine Vorstellung von Höllenqualen, da diese nirgends richtig erkärt worden sind.
Ausserdem kann ich über andere nicht richten und weiss auch nicht, ob nicht ich im Irrtum liege mit meinem Glauben.
Ich bin zwar von meinem Glauben überzeugt, trotzdem finde ich, dass ich nicht 100% sagen kann, dass ich und nur ich die Wahrheit kenne...


Worauf stützt du deinen Glauben, dass ausgerechnet dein Weltverständnis richtiger ist als das deines Nächsten?

Auf der Bibel, auf dem Lehramt meiner Kirche und auf der apostolischen Tradition.
Ich kann aber auch Verständnis aufbringen für andere Weltkonzeptionen. Da bin ich offen für alles... Meinen Glauben nimmt mir dadurch keiner...


Kalkulierst du die Möglichkeit mit ein, selbst im Irrtum zu sein, oder bist du selbstherrlich genug, dich über jeden Irrtum erhaben zu sehen?

Wie gesagt, ja! Ich könnte mich auch irren...

Pax vobiscum
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Kübra » Di 21. Aug 2007, 18:19

Weil Petros so vorbildlich beim Thema geblieben ist und die Fragen abgearbeitet hat ist mir aufgefallen dass ich das auch mal tun sollte.

Also, ich denke ich bin auch sehr überzeugt von "meiner Religion" - wobei ich keine so scharfen Grenzen um meine Religion ziehe, wie manche anderen es tun.

Für mich bedeutet bedeutet "Allah" bzw. Gott eine unendliche und unbegrenzte Existenz, die alles umfasst, In der und durch die alles existiert - und die Eigenschaften die auch wir Menschen in begrenzter Form besitzen in unbegrenzter und vollendeter Form besitzt. Der unendlich und vollkommen Liebende, der unendlich Gerechte, der vollkommene Schöpfer, usw.

Islam bedeutet "Frieden durch die Hingabe an Gott" und ein Muslim ist, wer diese Hingabe praktiziert. Wessen Hingabe wahrhaftig ist und angenommen wird, das entscheidet Allah und darüber kann und darf ich nicht richten.

Wenn es sich Widersprechende Glaubensinhalte gibt - z.B. was die Person Jesu (as) angeht, so versuche ich auch Brücken zu bauen und ich versuche die Dinge mölichst in ihrer Essenz zu erfassen, um vielleicht zu erkennen, dass die Unterschiede nicht unbedingt unterschiede seien müssen - sondern nur verschiedene Ansichten der selben mehrdimensionalen Sache. Das gelingt natürlich nicht immer - und manchmal entstehen dabei (beim Brückenbau) gewagte Konstruktionen über die man lieber nicht drüber läuft... aber nur weil ich das zugrundeliegende Wahre, Verbindende, Gemeinsame.. nicht erkennen kann bedeutet das nicht, dass es nicht existiert.

Bereits oft genanntes Beispiel:

Jemand sagt, "das ist ein Kreis" - ein anderer sagt "das ist ein Rechteck" - auf den ersten Blick kann nur eins richtig sein und das andere muss falsch sein - aber nicht wenn man mehrdimensional denkt und weiß, dass es ein Zylinder ist.

Das heißt also - ich glaube schon, dass meine Religion "perfekt" ist - aber ich weiß, dass weder ich noch sonst ein Mensch perfekt in der Interpretation und im Verständnis der Religion ist.

Zum Beispiel lese ich immer wieder den Lichvers - in dem ich so viel Kraft spüre - von dem ich weiß, dass er viel wichtiges enthält - aber ich bin weit davon entfernt ihn wirklich zu begreifen und zu verstehen.

Liebe Grüße Kübra
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Schoham » Di 21. Aug 2007, 18:33

Original von Kübra
Für mich bedeutet bedeutet "Allah" bzw. Gott eine unendliche und unbegrenzte Existenz, die alles umfasst, In der und durch die alles existiert - und die Eigenschaften die auch wir Menschen in begrenzter Form besitzen in unbegrenzter und vollendeter Form besitzt. Der unendlich und vollkommen Liebende, der unendlich Gerechte, der vollkommene Schöpfer, usw.


Wunderschön gesagt - Danke :)

Ich kenne Gott ebenfalls so - einfach unter dem Namen Vater im Himmel.

Sein Sohn Jesus Christus hat Ihn uns Menschen so bekannt gemacht.

Sein Geist verbindet Menschen aus allen Völkern - Sprachen und Stämmen.

Es ist der Geist der Liebe Gottes.

Alle die Ihn im Herzen wohnen haben - haben sich lieb. :baby:
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Di 21. Aug 2007, 18:37

Zitat von Lamdil
Ich glaube nicht, dass mein Weltverständnis vollkommen ist. Deshalb halte ich mich in bestimmten Punkten wage. Ich äußere meinen Standpunkt, jedoch nicht so, dass ich andere Standpunkte ausschließe oder gar lächerlich mache.
Christentum und die anderen – das erscheint nur so, denn alle sind sich in einer Sache einig. Wenn sich jeder dieser Streithähne selbst beschreibt, dann kommt stets der Gutmensch heraus: Schau her, ich bin doch eigentlich gut aber du ...!
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon thery » Di 21. Aug 2007, 19:02

Original von Lamdil
Ich möchte jeden einladen, in diesem Thread seinen Standpunkt darzulegen: Wie gehst du mit Andersgläubigen um?

Schwafelst du sie zu mit deinen eigen Vorstellungen von Höllenqualen und anderen vermeintlichen Bedrohungen für Andersgläubige (vielleicht sogar Irrgläubige in deinen Augen)?


Wenn schon schwafle ich nicht - ich erzähle. Nein, tue ich nicht. Das kann jeder den es interessiert in der Bibel nachlesen und sich seine eigenen Gedanken machen. Wenn ich gefragt werde gebe ich Antwort.

Original von Lamdil
Worauf stützt du deinen Glauben, dass ausgerechnet dein Weltverständnis richtiger ist als das deines Nächsten?


Mein Weltverständnis zeugt aus dem glauben an Jesus Christus. Ich erhebe nicht den Anspruch zu behaupten mein Weltverständnis wäre richtiger - nur eben anders.

Original von Lamdil
Kalkulierst du die Möglichkeit mit ein, selbst im Irrtum zu sein, oder bist du selbstherrlich genug, dich über jeden Irrtum erhaben zu sehen?


Natürlich könnte ich im Irrtum sein. Aber selbst wenn - ich glaube das es Gott gibt. Das kann mir niemand ausreden. Und es kann mir auch niemand beweisen das es IHN nicht gibt.


Noch eine Anmerkung: Ich mag es weder von Andersgläubigen noch von Christen wenn man anderen ihre Intelligenz abspricht und als dumm hinstellt nur weil sie sich nicht so Ausdrücken können wie andere, beleidigt zu werden nur weil man eine andere Lebenseinstellung hat. Ich möchte - und das mache ich nach Möglichkeit auch - mit Respekt und Anstand behandelt werden.



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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon thery » Di 21. Aug 2007, 20:38

Es kommt leider immer wieder vor, dass Christen in ihrem Eifer andere Menschen verletzen, demütigen oder sogar mit physischer Gewalt gegen sie vorgehen. Da sie glauben (also unbewiesen annehmen) im Recht zu sein und der Weisheit letzten Schluss gefunden zu haben, zeigen sie sich rücksichtslos gegen alles, was anders und damit in ihren Augen falsch ist. Dieser Konflikt besteht nicht nur unter Christen und Nichtchristen, sondern auch zwischen verschiedenen christlich orientierten Strömungen (Katholiken, Protestanten, Zeugen Jehovas, Adventisten etc.)


Das kannst du dir auch gleich selber zu Herzen nehmen, Lamdil. Du hetzt ja mit aller Vorliebe gegen Andersdenkende. (Vorallem gegen Christen.)
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Gideon » Di 21. Aug 2007, 20:44

Original von pearl

Das kannst du dir auch gleich selber zu Herzen nehmen, Lamdil. Du hetzt ja mit aller Vorliebe gegen Andersdenkende. (Vorallem gegen Christen.)



Gut erkannt pearl. Danke für diese Bermerkung :)
Gideon
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Lamdil » Mi 22. Aug 2007, 01:19

Original von Johncom
Die Selbstgerechtigkeit die manche Christen, nicht alle .. täglich produzieren wurde von Jesus vorrausgesehen, und in seinen Seitenhieben über die Schriftgelehrten und die Pharisäer ist eigentlich alles gesagt.

Ja, leider sehen alle immer nur "die anderen" in den Pharisäern, vor allem die, die damit gemeint sind. Ich stelle mich davon nicht frei, ich bin ja auch nicht perfekt.

Wie auch Scardanelli richtig feststellte:
Original von Scardanelli
Christentum und die anderen – das erscheint nur so, denn alle sind sich in einer Sache einig. Wenn sich jeder dieser Streithähne selbst beschreibt, dann kommt stets der Gutmensch heraus: Schau her, ich bin doch eigentlich gut aber du ...!


Ich kann aber ehrlich sagen, dass ich hier im Forum Christen und andere getroffen habe, an denen ich mir ein Vorbild nehme. Diese zeigten auch eine beeindruckende Bescheidenheit ohne jede Selbstgerechtigkeit.




Original von Johncom
Selber finde ich daß in allen der bedeutenden Religionen nur die eine tiefe Kernwahrheit spricht.

Ich habe aber den Eindruck, dass sich besonders Fundamentalisten am Detail aufhängen. Bluttransfusion oder nicht? Darf man Schweinefleisch essen? Muss man Ehebrecher steinigen, wenn man ohne Sünde ist?



Original von Johncom
Aber jeder kann in seinem Glaubensystem tiefer forschen, versuchen daß wirklich wesentliche zu erschliessen.

Aber einige sind vielleicht zu faul, zu dumm oder zu eingebildet dafür. :D



Original von Kübra
Jemand sagt, "das ist ein Kreis" - ein anderer sagt "das ist ein Rechteck" - auf den ersten Blick kann nur eins richtig sein und das andere muss falsch sein - aber nicht wenn man mehrdimensional denkt und weiß, dass es ein Zylinder ist.

Das ist ein sehr schönes Beispiel. Danke. Oft kommt es nur darauf an, aus welcher Perspektive man Wahrheit betrachtet. Letztlich ist die Welt zu groß, um sie von allen Seiten zu verstehen, deshalb ist man meist auf seine Perspektive beschränkt. Die ist durchaus wahr, aber nie allumfassend.




Original von pearl
Wenn schon schwafle ich nicht - ich erzähle. Nein, tue ich nicht. Das kann jeder den es interessiert in der Bibel nachlesen und sich seine eigenen Gedanken machen. Wenn ich gefragt werde gebe ich Antwort.

Das möchte ich mal erleben.



Original von pearl
Mein Weltverständnis zeugt aus dem glauben an Jesus Christus. Ich erhebe nicht den Anspruch zu behaupten mein Weltverständnis wäre richtiger - nur eben anders.

Komisch, dass hier im Forum immer wieder Streit und Zorn aukommen, über Meinungsverschiedenheiten, aber wenn man mal provokant diese Meinungsverschiedenheiten hinterfragt, sind alle die verständnisvollsten Menschen von der Welt. Das ist jetzt nicht nur auf dich bezogen.

Also wenn mir wieder mal einer kommt in der Richtung: Ich habe den wahren Glauben und du nicht, dann werde ich auf diesen Thread verlinken und dann kann er/sie hier die Hose runterlassen, warum er/sie meint, derart im Forum auftreten zu können.

Das war übrigens der Sinn dieses Threads. :D



Original von pearl
Natürlich könnte ich im Irrtum sein. Aber selbst wenn - ich glaube das es Gott gibt. Das kann mir niemand ausreden. Und es kann mir auch niemand beweisen das es IHN nicht gibt.

Das ist richtig. Genausowenig kann man beweisen, dass es andere Götter nicht gibt. Es ist eben "Glauben" und nicht "Wissen". Und ob es nun Jesus, Allah, Odin oder Solirest sind ... entweder man glaubt es oder nicht. Das muss jedem selbst überlassen werden.



Original von pearl
Noch eine Anmerkung: Ich mag es weder von Andersgläubigen noch von Christen wenn man anderen ihre Intelligenz abspricht und als dumm hinstellt nur weil sie sich nicht so Ausdrücken können wie andere, beleidigt zu werden nur weil man eine andere Lebenseinstellung hat. Ich möchte - und das mache ich nach Möglichkeit auch - mit Respekt und Anstand behandelt werden.

Ich mag es nicht, wenn ich abschätzig behandelt werde und als verdorben und schlecht bezeichnet werde, weil ich mich nicht zum christlichen Glauben oder zu einer anderen Religionen bekenne.



Original von pearl
Es kommt leider immer wieder vor, dass Christen in ihrem Eifer andere Menschen verletzen, demütigen oder sogar mit physischer Gewalt gegen sie vorgehen. Da sie glauben (also unbewiesen annehmen) im Recht zu sein und der Weisheit letzten Schluss gefunden zu haben, zeigen sie sich rücksichtslos gegen alles, was anders und damit in ihren Augen falsch ist. Dieser Konflikt besteht nicht nur unter Christen und Nichtchristen, sondern auch zwischen verschiedenen christlich orientierten Strömungen (Katholiken, Protestanten, Zeugen Jehovas, Adventisten etc.)


Das kannst du dir auch gleich selber zu Herzen nehmen, Lamdil. Du hetzt ja mit aller Vorliebe gegen Andersdenkende. (Vorallem gegen Christen.)

Also Hetze definieren wir wohl unterschiedlich. Ich gebe zu, dass ich manchmal etwas rüde bin und provokant. Das hat zumeistens den Grund, dass ich Leute anregen möchte, über sich nachzudenken und mal zu hinterfragen, was sie eigentlich tun. Außerdem möchte ich sie aus der Reserve locken. Zurückhaltende Äußerungen sind an und für sich positiv, wenn dahinter aber ein radikaler Geist steckt, der nur honigsüß seine extremistischen Ansichten verschleiert, dann ist das irgendwie verlogen und falsch.



Original von Gideon
Original von pearl

Das kannst du dir auch gleich selber zu Herzen nehmen, Lamdil. Du hetzt ja mit aller Vorliebe gegen Andersdenkende. (Vorallem gegen Christen.)



Gut erkannt pearl. Danke für diese Bermerkung :)

Also wenn nichts weiter zum Thema beitragen kannst, sagt das mehr über dich aus als über das Thema, denke ich.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 07:59

Zitate von pearl
Es kommt leider immer wieder vor, dass Christen in ihrem Eifer andere Menschen verletzen, demütigen oder sogar mit physischer Gewalt gegen sie vorgehen.
Religiöse Menschen und so auch Christen, die sind gegründet und zwar auf dem Grund schlechthin. Gott ist immer der Grund schlechthin und das macht nicht nur stark, sondern eben auch sicher.

Das heißt aber auch, dass die Grenze eines Christen dieselbe Grenze seines Gottes ist. Ein Christ kann also maximal nur so sein wie sein Gott.

Im protestantischen Christentum, also im paulinischen hat Gott vorherbestimmt, wer gerettet und wer ausgerottet werden wird. Der Gott des Protestanten weiß also schon, auf wen er seinen ganzen Hass ausschütten wird und wissen ist im Falle Gottes dasselbe, wie zu bestimmen. Am Ende hat der Gott der Protestanten also bestimmt, wen er hassen wird.

Die Zuneigung eines protestantischen Christen zu denen, auf die Gott seinen ganzen Hass abladen wird, die ist also durch diesen Hass gedeckelt, oder der protestantische Christ ist in diesem Konflikt. Den, welchen er lieben soll, der wird in Wahrheit, also ewig gehasst werden und zwar von Gott höchst selbst.

Gott wird also Menschen, die ein protestantischer Christ heute lieben soll, morgen demütigen und verletzen und das beeinflusst schon heute den protestantischen Christen, denn indem der protestantische Christ Heiden demütigt und beleidigt, tut er ja nichts weiter als das, was sein Gott mit diesen Wesen tun wird.

Es hat also seine Richtigkeit, wenn ein protestantischer Christ in der Vorahnung der Wahrheit Gottes über bestimmte Menschen, diese demütigt und verletzt.

Warum sollte ein protestantischer Christen denn besser sein als sein Gott, das würde gar keinen Sinn machen.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 08:13

Mann kann es aber auch so sagen, die Grenze des protestantischen Christen ist Paulus, denn Paulus ist der, welcher Christus deutet.

Die persönliche Erfahrung des Paulus Gottes, ist die allgemeine Bestimmung, was ein Christ sei.

Paulus ist die Versicherung, dass Gott für den Menschen völlig wahllos bestimmt hat, wen er retten wird und wen nicht.

Paulus ist ein ausgesuchter Sünder ein extremer Sünder, welcher plötzlich von Gott gerufen wurde und zwar völlig ohne das Zutun dieses Sünders.

Das bedeutet, Gott zieht zu sich, wen er will und Gott verwirft wen er will, das hat nicht im Geringsten irgendetwas mit dem Willen des Menschen zu tun.

Was also den Hass der Christen auf die anbelangt, die von Gott gehasst werden, so wissen Christen nicht, welchen Sünder Gott vorherbestimmt hat, diesen zu sich zu ziehen.
Gott hat aber vorherbestimmt, wer wen hassen wird. Wenn also ein Christ heute einen Menschen so hasst, wie ihn später einmal Gott hassen könnte, dann ist das auch von Gott vorherbestimmt und verleiht dann dem Hass eine gewisse Sicherheit.

Wenn ich auserwählt bin und bestimmte Menschen hasse, dann kann das nicht falsch sein, denn meine Auswahl legitimiert ja diesen Hass. Ein Auserwählter kann nicht zu unrecht hassen.

Das begründet ja auch die Sicherheit des Paulus, wen er verflucht und wen nicht, denn er wurde ohne sein Zutun auserwählt und da muss Gott schon wissen, was er da getan hat.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Babett » Mi 22. Aug 2007, 08:13

Hm, Scardanelli. Sehe ich auch so, aber findest Du denn, das diese Denkweise im z. Beispiel katholischem Christentum so anders ist?
“Sometimes the Bible in the hand of one man is worse than a whisky bottle in the hand of (another)....” Harper Lee
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 08:30

@Babett,
die Prädestinationslehre ist ausgesprochen paulinische Theologie, weil es Paulus höchst selbst so erlebt hat. Paulus hat sich nicht durch Einsicht mit gleichzeitigem Zweifel bekehrt, sondern Paulus wurde von Gott überrumpelt. Gott hat ihn einfach genommen und Paulus sagt dann von sich selbst, er sei von Mutterleibe an auserwählt gewesen.
Gott habe ihn also von Mutterleibe auserwählt und dieser Auserwählte hat auch eifrig Christen verfolgt. Was einer tut, sagt nach paulinischer Theologie nichts darüber aus, wie Gott zu diesem steht.
Paulus hat Christen verfolgt und war während er dies tat, von Gott erwählt, denn Paulus war von Mutterleib an erwählt.
Das heißt, wenn hier einer ins Forum kommt und Gott beschimpft, dann sagt das nicht, er sei nicht von Gott erwählt worden. Ist ein Spötter von Gott erwählt, dann wird Gott den Spötter irgendwann zu sich ziehen, wie bei Paulus.

Der katholischen Theologie ist Paulus eher wie ein Stiefkind. Die Form der Tradition schützt den katholischen Christen vor überbordendem Paulinismus. Im Protestantismus gibt es diesen Schutz aber nicht, weil hier jeder einzelne Christ das Rad neu erfindet.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 08:53

Wer also zuviel paulinische Theologie verinnerlicht hat, der kann seinen Hass gegen andere Menschen nicht überwinden, denn diese Überwindung käme der Überwindung des Paulus gleich. Es ist nicht möglich, den Hass aufzugeben, ohne Paulus aufgegeben zu haben.

Man kann es aber auch so sagen, wer sich von paulinischer Theologie angezogen fühlt, in dem ist schon dieser spezielle paulinische Hass vorhanden.

Das ist übrigens im Islam nicht anders, auch hier hasst Allah diejenigen, die ihn nicht nennen und seine Gebote halten. Und das färbt auf die Gläubigen ab.

Auch der Islam ist eine Theologie des Hasses, weil Allah teilweise voller Hass ist.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Matoser » Mi 22. Aug 2007, 09:02

Hi,

ich habe auch wieder über Paulus nachgedacht, auch mit dem angerechneten Glauben Abrahams, und kam zu folgendem Vergleich:

Abraham hat Gott "blind" geglaubt und war bereit seinen Sohn zu töten. Dies wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.


Vielleicht etwas hart der Vergleich, aber ich wage das Gedankenspiel.

Ein Selbstmordattentäter z.B. aus dem Islam glaubt "blind" er kommt in den Himmel, wenn er andersgläubige oder Kritiker umbringt.

Würde sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet? :(

Bei beiden Vergleichen geht es um Mord, nur das im 2. Beispiel Allah oder Gott meist nicht sagt, halt das reicht du hast deinen Glauben bewiesen.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon seelöwin » Mi 22. Aug 2007, 09:21

Hallo Scardi

Was Du sagst, kann nicht sein. Ich fühle mich von Paulus zutiefst abgestossen, aber ich hasse die Menschen dennoch. :D

Es ist mir ein Rätsel, wie man all die Menschen lieben können soll? Ich fühle mich mit keinem Menschen richtig verbunden. Die Meisten stossen mich gar ab.Ein paar Einzelne höchstens kann ich mit einem gewissen Abstand akzeptieren, mehr liegt nicht drin.

Das Denken der Meisten Menschen empfinde ich als höchst primitiv und beschränkt und ich merke auch,dass sie mich gar nicht oder falsch verstehen.

Wozu soll ich mich mit solchen Wesen abgeben? Das macht für mich keinen Sinn. Heute Nachmittag z.B. treffe ich mich mit einer Person, die ich schon 13 Jahre kenne. Wie immer, habe ich null Motivation sie zu sehen. Ich gehe nur aus Langeweile aber nicht aus Zuneigung zu diesem Treffen. Und so gehts mir eigentlich bei allen Menschen, die ich jemals kennengelernt habe. Geduldig höre ich mir den unterbelichtetetn Stuss an, welche diese WEsen von sich geben und bemühe mich, deren Sicht irgendwie zu tolerieren. Aber ich scheitere jedesmal und nicht selten explodiere ich dann an ort und Stelle oder erst beim nächsten Anruf oder Mail. Und dann sitze ich wieder in meinem stillen Kämmerlein und denke,dass es das ja auch nicht sein kann. Aber sobald ich wieder draussen bin und mir das Geschwafel des Mob anhören muss, bin ich schon wieder bedient und möchte mir die OHren versiegeln! :( :roll:

Gruss
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon onThePath » Mi 22. Aug 2007, 11:01

Original von seelöwin
Es ist mir ein Rätsel, wie man all die Menschen lieben können soll? Ich fühle mich mit keinem Menschen richtig verbunden. Die Meisten stossen mich gar ab.Ein paar Einzelne höchstens kann ich mit einem gewissen Abstand akzeptieren, mehr liegt nicht drin.

Das Denken der Meisten Menschen empfinde ich als höchst primitiv und beschränkt und ich merke auch,dass sie mich gar nicht oder falsch verstehen.



Du bist ja anscheinend ziemlich "eigen" als Mensch.

Wenn Du so "unversöhnt" mit anderen Menschen bist,
vermute ich dasselbe mit Dir selber.

Verstehe mich nicht falsch, solche Gefühle und Eindrücke hat bestimmt in gewissem Maße jeder, und sie sind mir auch bekannt.

lg, oTp

Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 11:05

Zitate von seelöwin
Was Du sagst, kann nicht sein. Ich fühle mich von Paulus zutiefst abgestossen, aber ich hasse die Menschen dennoch. :D
Ich habe ja nicht behauptet, die Theologie des Paulus, näher seine Kombination aus Prädestination und Gnade wären die einzig mögliche Ursache für Hass.
Es ist mir ein Rätsel, wie man all die Menschen lieben können soll? Ich fühle mich mit keinem Menschen richtig verbunden. Die Meisten stossen mich gar ab.Ein paar Einzelne höchstens kann ich mit einem gewissen Abstand akzeptieren, mehr liegt nicht drin.
Christus bedeutet, Gott liebt jeden Menschen. Damit ist dieses Rätsel so formuliert: wie vermag es Gott, jeden Mensche zu lieben. Und die Antwort auf dieses Rätsel ist also Christus. Wer so lebt wie Jesus, der vermag es gleich Gott, jeden Menschen zu lieben. Dazu gehört, es einzusehen, warum das notwendig ist. Wenn es nicht notwendig ist, jeden Menschen zu lieben, dann sollte man es nicht tun. Wenn es aber Gott tut, dann scheint es notwendig zu sein, also muss man herausfinden, warum. Das ist der erste Schritt, man muss begreifen, warum es anders nicht gut möglich ist.

Ein Mensch nach Paulus liebt die Menschen gleich Gott nicht, denn er ist sofort bereit, den Menschen zu hassen, den er lieben könnte.

Jenseits der Allversöhnung ist der Hass und zwar sofort, denn es ist ein Widerspruch, diejenigen zugleich hassen zu können, die man lieben soll. Jede Religion, welche die Möglichkeit eröffnet, Menschen zu hassen, die ist falsche Religion.

Weil Allah Menschen hasst, geht mich Allah auch nichts an. Wenn ich meinen Hass überwinden will, dann trete ich doch nicht in eine Religion ein, bei welchem der Höchste selbst voller Hass íst.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 11:28

@seelöwin,
Es stellt sich also so dar: Man schaut an sich herunter und stellt fest, dass man Menschen hasst. Und dann glaubt man, Gott hasst keinen Menschen und das ist dann Motivation Gott nachzufolgen, denn der muss ja schließlich wissen, was gut ist.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon noah » Mi 22. Aug 2007, 12:13

Original von Scardanelli

Das ist übrigens im Islam nicht anders, auch hier hasst Allah diejenigen, die ihn nicht nennen und seine Gebote halten. Und das färbt auf die Gläubigen ab.

Auch der Islam ist eine Theologie des Hasses, weil Allah teilweise voller Hass ist.



@Scardanelli,,


Schreib mal dann die Stellen ,
dass Allah diejenigen, die ihn nicht nennen und seine Gebote halten,
hasst.

Schon wider ein Blödsinn von dir!
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Kübra » Mi 22. Aug 2007, 12:35

Ihr seid so lange nicht gläubig, bis ihr Euch gegenseitig liebt; soll ich Euch darauf hinweisen, wie ihr einander lieben könnt ?“ Sie (die Gemeinschaft des Propheten) sagten: „Doch , oh Gesandter Gottes, sag es uns!“
Er sagte: „Stiftet Frieden unter Euch, dann werdet Ihr Euch gegenseitig lieben. Bei dem, der mein Wesen in seiner Hände hält (bei Allah), ihr werdet das Paradies nicht betreten, bevor ihr nicht barmherzig handelt “. Sie sagten: „Wir sind alle barmherzig“. Er sagte: „Es ist nicht (nur) die Barmherzigkeit unter Euch, sondern die Barmherzigkeit gegenüber allen, die Barmherzigkeit gegenüber allen (gemeint: allen Menschen, und der Prophet wiederholte diesen Satz)

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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Kübra » Mi 22. Aug 2007, 13:46

Hallo Scardanelli,

Mal allgemein zum Thema Hass - was ist "Hass" eigentlich? Das Gegenteil von Liebe? Nicht-Lieben bedeutet nicht gleich hassen. Hass ist eine starke Form der Abneigung gegen etwas oder jemanden. Liebe eine starke Form der Zuneigung.

Die Aussage das Gott Menschen hasst habe ich bislang nicht im Kuran gelesen.

Im Koran steht jedoch an verschiedenen Stellen über den ganzen Koran verteilt:

"Allah liebt nicht die Ungerechten."
und
liebt Allah die Ungläubigen nicht
und
Allah liebt nicht den Hochmütigen und Prahler
und
Allah liebt keinen, der ein hartnäckiger Ungläubiger und Übeltäter ist
und
Allah liebt die Unheilstifter nicht
und
Allah liebt keine eingebildeten Prahler
und
Allah liebt keinen Treulosen, Undankbaren
und
Allah liebt nicht diejenigen, die übertreten


andererseitsheißt es

"Allah liebt diejenigen, die Gutes tun.."
und
Allah liebt die Gottesfürchtigen
und
Allah liebt diejenigen, die sich reinigen
und
Allah liebt diejenigen, die sich (Ihm) reuevoll zuwenden
und
Und Allah liebt die Geduldigen
und
Allah liebt diejenigen, die auf Ihn vertrauen.
und
Allah liebt die Gerechten

Diese auflistung erhebt keinen Anspruch auf vollständigkeit. Erstmal möchte ich darauf hinweisen das hier niergens "hasst" steht - sondern "liebt nicht". Zweitens, möchte ich zu bedenken geben, das in jedem Menschen Gute und schlechte Eigenschaften existieren. Wir alle verhalten uns manchmal gut und manchmal schlecht, übertreten manchmal, sind manchmal ungerecht zu anderen oder verhalten uns Stolz. Und wenn es heißt, Allah liebt die Reumütigen - dann müssen die ja wohl vorher was schlechtes gemacht haben - oder?

Deswegen ist meine These - auch wegen der Häufigkeit der immer gleichen Wendungen im Koran - das es sich hier um ein sprachliches Stilmittel handelt - und das nicht in erster Linie gemeint ist, das Gott bestimmte seiner Geschöpfe "nicht liebt" - sondern vor allem, dass er die genannten Eigenschaften in ihnen nicht liebt.

Allah liebt bestimmte Eigenschaften, Verhaltensweisen und Handlungen von uns und andere nicht.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 15:14

@Kübra,
Mal allgemein zum Thema Hass - was ist "Hass" eigentlich? Das Gegenteil von Liebe? Nicht-Lieben bedeutet nicht gleich hassen. Hass ist eine starke Form der Abneigung gegen etwas oder jemanden. Liebe eine starke Form der Zuneigung.
Zuerst sind Liebe und Hass Worte und als solche sind es Buchstaben usw. in dieser Art. Dann gibt es Gefühle die als Hass oder als Liebe bedeutet werden und am Ende kommen wir zum Wesen der Sache. Liebe wie Hass sind Tätigkeiten, bestimmte Tätigkeiten als Ausdruck von Liebe und von Hass.

Liebe ist wesentlich, bestimmte Tätigkeiten zu tun und Hass ist wesentlich, bestimmte Tätigkeiten zu tun. Und hier gehört die Tatabsicht dazu. Was wird Allah tun, oder was wird Gott tun.

Allah oder Gott liebe den Ungläubigen nicht. Was tut Allah in diesem Fall? Was er tut, das ist er dann auch.

Je höher man steigt, desto dünner wird die Luft. Je höher man steigt, desto bedeutsamer wird es und gleichzeitig nimmt der Spielraum ab.
Wenn Gott liebt, dann ist es vollendete Liebe oder wenn Gott hasst, dann ist dieser Hass vollkommen.
Deshalb sagt man auch, im Gericht Gottes werde alles offenbar. Da wird wirklich alles offenbar, auch Gott wird hier offenbar und für einige wird die Offenbarung Gottes bedeuten, dass sie von Gott in einen Ort gebracht werden, wo der Hass vollständig sei.

Die Antwort auf die Frage, was Gott oder Allah angesichts der Ungläubigen tut ist offenbar, denn an ihnen wird der vollkommene Hass Gottes vollzogen werden und da Gott jetzt schon weiß, wen sein Hass treffen wird, ist das bereits festgelegt und als dieses den betreffenden Personen die Wahrheit Gottes.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 15:27

@Kübra,
eine vernünftige Religion ist diejenige, die über sich selbst hinauswachsen kann, die also Potential zum Unendlichen hat.

Gott ist nicht nur die Liebe, sondern auch der Hass, so steht es geschrieben, wenn es um die Bedeutung geht, also die Konsequenz aus Vorgestelltem.

Das wäre beschränkte Religion. Unendlich wird die Religion dann, wenn sie selbst die Mittel hat, über sich hinauszuwachsen, sich also selbst überwinden zu können.

Jesus sagt, es sei nichts Besonderes seine Freunde zu lieben.

Das bedeutet für Gott und für Allah, es ist nichts Besonderes wenn Gott oder Allah die liebt, die an ihn glauben, die sich reinigen, die geduldig sind und so fort. Das ist beschränkt.

Jesus sagt, es sei etwas Besonderes, wenn man in der Lage ist, seine Feinde zu lieben, also diejenigen, die ungläubig sind, die hochmütig sind, die Unheil stiften usw.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Such_Find » Mi 22. Aug 2007, 15:31

Zitat von OnThePath
Wenn Du so "unversöhnt" mit anderen Menschen bist,...
Wieso ist unsere seelöwin "unversöhnt"?
Nenne mir Gründe wieso man Menschen lieben sollte? Aufgrund ihres lieblichen Nicht-Seins? Aufgrund ihrer reizenden Ohnmacht?
«Andererseits frage ich mich seit langem, woher diese Unfähigkeit stammt, den Geist Gottes als das zu sehen, was er ist, nämlich als das Leben, Wesen, Bewußtsein und Sein Gottes.»
Zitat von William Penn
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Schoham » Mi 22. Aug 2007, 16:06

Original von Such_Find
Nenne mir Gründe wieso man Menschen lieben sollte? Aufgrund ihres lieblichen Nicht-Seins? Aufgrund ihrer reizenden Ohnmacht?


Wer die Liebe Gottes im eigenen Leben erfahren hat - der geht hin und liebt den Mitmenschen so wie Christus einem liebte, als man Ihm gegenüber noch feindlich eingestellt war.

Liebe ist wahre Freiheit und desshalb ist es ein Vorrecht - ein Gnadengeschenk - wenn man lieben darf.

:praisegod:

Christus möchte uns von allem erlösen das uns hindert lieben zu können.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Enggi » Mi 22. Aug 2007, 16:50

Original von Lamdil
Es kommt leider immer wieder vor, dass Christen in ihrem Eifer andere Menschen verletzen, demütigen oder sogar mit physischer Gewalt gegen sie vorgehen. Da sie glauben (also unbewiesen annehmen) im Recht zu sein und der Weisheit letzten Schluss gefunden zu haben, zeigen sie sich rücksichtslos gegen alles, was anders und damit in ihren Augen falsch ist. Dieser Konflikt besteht nicht nur unter Christen und Nichtchristen, sondern auch zwischen verschiedenen christlich orientierten Strömungen (Katholiken, Protestanten, Zeugen Jehovas, Adventisten etc.)

Ich möchte jeden einladen, in diesem Thread seinen Standpunkt darzulegen: Wie gehst du mit Andersgläubigen um?
Ganz einfach: Ich meide den Umgang mit ihnen. Dann komme ich nicht in Versuchung, eines der von dir oben erwähnten hässlichen Dinge zu tun.
Schwafelst du sie zu mit deinen eigen Vorstellungen von Höllenqualen und anderen vermeintlichen Bedrohungen für Andersgläubige (vielleicht sogar Irrgläubige in deinen Augen)?

Worauf stützt du deinen Glauben, dass ausgerechnet dein Weltverständnis richtiger ist als das deines Nächsten?

Kalkulierst du die Möglichkeit mit ein, selbst im Irrtum zu sein, oder bist du selbstherrlich genug, dich über jeden Irrtum erhaben zu sehen?

Weitere Fragen zu diesem "Interview" fallen mir grad nicht ein. Wer andere interessante Fragen zu diesem Thema hat, ist herzlich gebeten, sie zu stellen.
Irrgläubige sind eigentlich alle mehr oder weniger, nur Jesus hatte den richtigen Glauben. Meine missionarischen Bemühungen beschränken sich daher im allgemeinen darauf, die Menschen zu Jesus zu führen. Sämtliche Religionen sind nur Störmanöver des Satans, welcher der Gegner von Jesus Christus ist.
Unser Geist geht nicht weiter als wir unseren Körper bringen. Oswald Chambers

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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Kübra » Mi 22. Aug 2007, 17:25

@ Scardanelli

du bist jetzt aber auf eine wesentliche Aussage von mir nicht eingegangen, nämlich die, dass es hier meiner Ansicht nach um die Eigenschaften und Handlungen geht, die Gott nicht liebt und nicht um die einzelnen Geschöpfe an sich. Denn niemand ist immer nur ungerecht - niemand außer Gott ist "vollkommen geduldig" bzw. immer nur geduldig.

"Die Geduldigen" oder "Die Übertretenden" gibt es also in dieser reinen Form gar nicht.

Deine Begründung für den Hass als Eigenschaft von Gott, läuft darauf hinaus, dass du sagst die Hölle ist der Ort absoluten Hasses - ist das so ungefähr richtig?

Nun ist für mich aber die Hölle kein Ausdruck von Hass - wenn dann von Gerechtigkeit. Hass hat etwas unkontrolliertes, willkürliches an sich. Es ist eine Eigenschaft der Menschen, ebenso wie "Ungerechtigkeit". Deswegen wird das Wort Hass im Koran immer nur auf Menschen und beziehungen zwischen Menschen angewendet - jedenfalls soweit ich es überblicken kann. Wenn jemand ein Gegenbeispiel hat - bitte melden.

Allerdings - darauf muss ich auch hinweisen, es gibt zwei Koranstellen, in denen steht, dass Allah Zwietracht und Hass zwischen Sektiererischen Gruppierungen der einzelnen Religionen "sät" - wenn ich es richtig verstehe als eine Folge, weil die Menschen die Religion gespalten haben. Es wird darauf hingewiesen, dass das bei den Christen und Juden geschehen ist und auch die Muslime davon betroffen seien werden - was wir heute sehen.

Gott führt in Versuchung - der Teufel führt in Versuchung
"...und führe uns nicht in Versuchung..."

Gott säht Hass - der Teufel säht Hass

Aber auch der Teufel kann was er tut nur mit Erlaubnis Gottes tun.

Man sagt Gott ist Ursprung von allem - ob ER auch Ursprung des Bösen ist, ist eine religiöse Grundfrage. :? Für mich lautet die Antwort Nein - Das Böse resultiert aus der Freiheit des Menschen sich von Gott zu entfernen.

Wir sind zwar frei - aber wir können unseren Willen nur in dem Maße verwirklichen, wie Gott unseren Willen "erschafft" - wir können nur Lieben, wenn Gott liebe in uns erschafft und wir können nur Hassen, wenn Gott Hass in uns erschafft. Jede Entscheidung unserer freien Seele bedarf der Realisierung durch Gott.

Und jetzt glaube ich muss ich erst selbst nochmal darüber nachdenken, bevor ich mich heillos in Widersprüche verstricke... :roll: - aber auf die kannst du mich ja sicher aufmerksam machen.. :)


edit: und noch etwas ist mir eingefallen - du sagst Hass ist in erster Hinsicht Handlung. Nun ermahnt Allah die Menschen im Koran mehrmals, der Hass, den sie gegen Menschen oder Gruppen empfinden solle sie nicht zu ungerechtigkeit verleiten.

Hier wird also auch die Verbindung zwischen Hass und dem Hang der Hassenden zu Ungerechtigkeit herausgestellt und davor gewarnt.


Und dann noch eine Frage: Allversöhnung beinhaltet die Frage ob die Hölle ewig seien wird? Ob letztendlich alle Menschen "ins Paradies" eingehen werden? Oder die Frage ob eine Hölle überhaupt existiert? - Wie stellst du dir Allversöhnung vor? Wie wird all die Ungerechtigkeit und Grausamkeit der Menschen mit der Allversöhnung vereinbar sein? Gibt es "vorher" eine Art von "Strafe"?
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 18:15

@Kübra,
du bist jetzt aber auf eine wesentliche Aussage von mir nicht eingegangen, nämlich die, dass es hier meiner Ansicht nach um die Eigenschaften und Handlungen geht, die Gott nicht liebt und nicht um die einzelnen Geschöpfe an sich. Denn niemand ist immer nur ungerecht - niemand außer Gott ist "vollkommen geduldig" bzw. immer nur geduldig.

"Die Geduldigen" oder "Die Übertretenden" gibt es also in dieser reinen Form gar nicht.
Darauf bin ich schon eingegangen und du drückst es selbst aus worauf ich eingehen sollte. Du sagst: Niemand ist immer nur ungerecht – niemand außer Gott ...

Ich sagte, ganz oben wird die Luft dünn und dünn meinte hier das immergleiche Tun, oder das immergleiche Handeln Gottes. Gott ist nicht wankelmütig, nicht mal so und so, sondern immer der Gleiche, immer die gleiche Tätigkeit. Das gehört zur Bestimmung Gottes, die reine, vollkommene Idee zu sein. Nur so kann sich der Mensch sozusagen an Gott anlehnen, in Gott seine letzte Versicherung finden. Der Mensch kann sich auf Gott verlassen, weil Gott ohne zu wanken immer der Gleiche ist, immer das selbe tut und zwar unbeirrt.

In Gott kann der Mensch die Idee der Liebe entwickeln, weil Gott die Liebe ist.
Deine Begründung für den Hass als Eigenschaft von Gott, läuft darauf hinaus, dass du sagst die Hölle ist der Ort absoluten Hasses - ist das so ungefähr richtig?
Himmel und Hölle, das sind nicht nur Orte, oder Zustände, sondern das sagt auch etwas über Gott aus, denn hier wird die Wahrheit bedeutet, also der endgültige Zustand. So soll es sein und so wird sich nichts mehr ändern.

In Himmel und Hölle ist Gott vollständig als in sich zerrissenes Wesen offenbar. Der Himmel ist Ausdruck der Liebe und die Hölle ist Ausdruck des Hasses und wenn dies das Ziel wäre, dann wäre Gott darin begriffen, also in sich unversöhnt.

Gott ist aber kein in sich zerrissenes Wesen, sondern das, was der Sohn Gottes sagt: Gott ist, seine Feinde zu lieben und dies zu können, dies zu entwickeln, ist das Leben des Sohnes.

Der Sohn ist, den Hass Gottes überwunden zu haben und das ist die Tätigkeit Gottes, die ständige, die unaufhörliche, die verlässliche: die Versöhnung. Gott ist die Versöhnung, also diese Macht, die größte vorstellbare Kraft. Nirgends ist mehr Energie enthalten, als in der Versöhnung, weil die Versöhnung aus Liebe und Hass besteht, also die Energie zwischen Liebe und Hass in sich trägt, wenn man es so ausdrücken will.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Kübra » Mi 22. Aug 2007, 18:32

@Scardanelli

Ich bin beim Nachdenken noch mal auf einen Interessanten Ansatzpunkt gestoßen:
Auf einer Sufi Seite heißt es:

Liebe ist - auf einen Nenner gebracht - nichts anderes als der Drang nachEinheit. Liebe ist eine Kraft, die aus unserer inhärenten Sehnsucht nach derursprünglichen Einheit allen Lebens entsteht. Und Islam will nichts anderes,als diese ursprüngliche Einheit anstreben, um den Zweck der Schöpfung zuerfüllen, so wie er treffend formuliert wird im Ausspruch (Hadîth qudsî): Ichwar ein verborgener Schatz und sehnte Mich danach, erkannt zu werden; alsoerschuf Ich die Welt, auf dass Ich erkannt würde


und etwas weiter unten weiter:

Mit dem Bestehen der Zweiheit war auch die Liebe, die Sehnsucht nach derEinheit geboren



Wenn Liebe als Sehnsucht nach Einheit definiert wird - könnte man umgekehrt Hass als den Wunsch das Bestreben nach Uneinheit, nach Spaltung definieren.

So gesehen würden die Koranstellen, wo es heißt, dass Christen und Juden (und später auch Muslime) die Religion spalteten und deswegen Hass unter ihnen gesät wurde in einem anderen Licht erscheinen. Der Hass wäre sehr unmittelbar und ursächlich mit der Spalung verbunden...

:roll:

Grüße Kübra
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 18:33

@Kübra,
und noch etwas ist mir eingefallen - du sagst Hass ist in erster Hinsicht Handlung. Nun ermahnt Allah die Menschen im Koran mehrmals, der Hass, den sie gegen Menschen oder Gruppen empfinden solle sie nicht zu ungerechtigkeit verleiten.

Hier wird also auch die Verbindung zwischen Hass und dem Hang der Hassenden zu Ungerechtigkeit herausgestellt und davor gewarnt.
Es ist ja schon mal gut, wenn Allah vor dem Hass warnt und empfiehlt, diesen zu überwinden. Religion bedeutet aber, man tut, was Gott tut. Allah muss schon selbst seinen Hass überwinden, wenn die Menschen ihn überwinden sollen.
Wie stellst du dir Allversöhnung vor? Wie wird all die Ungerechtigkeit und Grausamkeit der Menschen mit der Allversöhnung vereinbar sein?
Sobald das Thema Allversöhnung auf den Tisch kommt, wird reflexartige ein Auge geschlossen, denn sofort wird vom Menschen abstrahiert, als wenn der Mensch wesentlich nur Beobachter wäre den das alles nichts angehe, denn man schaue ja nur zu.

Ich will nur gucken, aber sonst habe ich nichts damit zu tun.

Allversöhnung ist, Gott hat sich mit den Menschen, oder besser, mit der Welt versöhnt. Das ist denen, die Gott folgen dann der Grund, es Gott gleich zu tun, sich also mit seinem Nächsten zu versöhnen, also mehr als nur Zuschauer zu sein.

Nach seinem Begriff ist Allversöhnung dieses: Gott versöhnt sich mit der Welt und die Menschen versöhnen sich untereinander. Jesus sagt zu diesem Thema: Gott und seinen Nächsten zu lieben.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Kübra » Mi 22. Aug 2007, 18:39

Tut mir leid - aber du gehst eben nicht auf das ein, was ich sage und verdrehst mir außerdem die Wörter im Mund.

Darauf bin ich schon eingegangen und du drückst es selbst aus worauf ich eingehen sollte. Du sagst: Niemand ist immer nur ungerecht – niemand außer Gott ...


Das habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, das kein Mensch völlig ungerecht ist und dass niemand außer Gott Völlig gerecht, bzw. völlig geduldig ist.


Außerdem habe ich gesagt und Begründet, dass "Hölle" für mich Ausdruck von Gerechtigkeit und nicht von Hass ist und dass ich Hass aus mehreren Gründen nicht als Attribut Gottes sehe.

Auf all das gehst du eben nicht ein.


Ich bin mit dir darin einig:

Gott ist nicht wankelmütig, er ist absolut Gut und vereint alle schönen - aus dem Guten resultierenden Eigenschaften in vollkommener Weise in sich. Er ist darin immer gleich.

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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Kübra » Mi 22. Aug 2007, 18:45

Sobald das Thema Allversöhnung auf den Tisch kommt, wird reflexartige ein Auge geschlossen, denn sofort wird vom Menschen abstrahiert, als wenn der Mensch wesentlich nur Beobachter wäre den das alles nichts angehe, denn man schaue ja nur zu.


Ich hab kein Auge zu gemacht, ich hab nur gefragt. Der Begrifflichen Klarheit wegen.

Für dich bedeutet also Allversöhnung: Absolute Vergebung aller Taten und zwischen allen, ohne das zuvor irgendeine Strafe erfolgt, die in irgendeiner Weise Gerechtigkeit herstellt. Allen wird alles von allen vergeben. Ist das so korrekt?

Wenn ja:
Werden deiner Meinung nach alle Menschen dazu fähig sein?

(das sind alles Fragen - keine eigenen Aussagen)


In nächster Zeit kann ich vermutlich wieder nicht im Forum schreiben - aber wenn ich wieder mal die Möglichkeit habe, lese ich dann eure weiteren Beiträge - kann nur etwas länger dauern.
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon Scardanelli » Mi 22. Aug 2007, 19:18

@Kübra,
Wenn Liebe als Sehnsucht nach Einheit definiert wird - könnte man umgekehrt Hass als den Wunsch das Bestreben nach Uneinheit, nach Spaltung definieren.
Ja, Hass ist das Zusammenschließen dessen zu verhindern, was zusammen gehört. Liebe meint, alle Menschen sind im Grunde einer und Hass will verhindern, dass alle Menschen wie einer sind.
Die endgültige Trennung in Himmel und Hölle ist die ewige Trennung dessen, was an sich nur eines ist. Es ist nicht gut möglich, dem Menschen auf Erden die Liebe zu lehren und dann dort oben das systematisch zu verhindern.
Das habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, das kein Mensch völlig ungerecht ist und dass niemand außer Gott Völlig gerecht, bzw. völlig geduldig ist.
Ich weiß, du hast das so nicht gesagt. Ich habe aber deine Form benutzt, dass Gott immer vollständig ist und da ist es egal was, ob nun völlig ungerecht oder völlig gerecht. Du solltest schon sehen, wenn abstrahiert wird und zu abstrahieren ist wichtig, wenn man begreifen will. Nur durch das Abstrahieren ist es möglich, sich innerhalb der Begriffe zu bewegen, also ihr Innerstes zu betrachten.
Außerdem habe ich gesagt und Begründet, dass "Hölle" für mich Ausdruck von Gerechtigkeit und nicht von Hass ist und dass ich Hass aus mehreren Gründen nicht als Attribut Gottes sehe.
Bei Gerechtigkeit muss man immer beide Seiten sehen, auch die Seite dessen, an dem Gerechtigkeit sein soll. Gerechtigkeit wird meistens anhand von Gesetzen gezogen, das ist die eine Seite. Die andere Seite ist die, ob das bestimmte Gesetz überhaupt seinem Objekt gerecht wird? Gerechtigkeit am Gesetz, sieht nur das Gesetz aber nicht das, woran es sich als gerecht erweisen soll. Fünf mal sollst du beten, wird das dem Menschen gerecht, ist das seinem Wesen entsprechend? Und so kannst du jedes Gebot befragen. Wenn Gerechtigkeit nur das Gesetz sieht, dann ist der Mensch wegen des Sabbat geschaffen und nicht der Sabbat wegen des Menschen, wie es Jesus so schön gesagt hat.

Es gibt nur ein einziges Gesetz, welches dem Menschen gerecht werden kann und das ist das Gesetz, welches fähig ist, im Herzen des Menschen zu wohnen. Gesetze, die ihre Gerechtigkeit aus Strafe beziehen, das sind garantiert Gesetze, die ihrem Objekt nicht gerecht sind, denn Strafe zeitig in keinen einzigen Fall das, was das Gesetz will: das wahre Leben.

Ein solches Gesetz zeitigt das unwahre Leben, die Hölle. Die Hölle ist auch der Ausdruck des reinen unwahren Lebens, denn die Hölle ist die absolute Destruktion.
Für dich bedeutet also Allversöhnung: Absolute Vergebung aller Taten und zwischen allen, ohne das zuvor irgendeine Strafe erfolgt, die in irgendeiner Weise Gerechtigkeit herstellt. Allen wird alles von allen vergeben. Ist das so korrekt?
Versöhnung ist wechselseitig und die einzige Macht, welche das zusammenschließen kann, was auseinander ist, aber zusammen gehört. Versöhnung ist die einzige endgültige Tätigkeit der Liebe. Die Liebe ist, sich zu versöhnen. Das ist das Resultat der Liebe.

Wenn dich einer nötigt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann gehe zwei Meilen mit diesem. Die erste Meile hat er motiviert aber die zweite du.
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Scardanelli
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Re: Christentum und andere Religionen

Beitragvon seelöwin » Do 23. Aug 2007, 10:12

Christus möchte uns von allem erlösen das uns hindert lieben zu können.


Dann soll er es doch tun, liebe Schoham! Und wir hätten den Himmel, den Frieden auf Erden! So einfach wär´ das!

Mich müsste der Herr z.B. von meinem gesunden Menschenverstand erlösen, damit ich die Dummeit meiner Mitmenschen gar nicht mehr wahrnehmen würde und sie deshalb dann lieben könnte!

seelöwin
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