Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Was Sie immer schon mal fragen wollten

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Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 08:23

Gelegentlich wird von Christen gesagt, wenn man sich zu Jesus bekehrt habe, ihn angenommen habe, sei man ein Kind Gottes und hätte den Himmel auf Nummer sicher.

Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder sich bei (www.)Exit(.ch) einen Abgang kaufen, man kommt ja dann in den Himmel und erspart sich so die unnötigen Streitigkeiten mit Ungläubigen und Andersgläubigen.

Zusatzfrage: Sind im Himmel alle gleich, oder kann man sich durch einen heiligen Lebenswandel eine höhere Stufe in der Hierarchie erarbeiten?
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Columba » Mo 27. Dez 2010, 08:36

Wie würdest Du in diesem Zusammenhang dieses Gleichnis verstehen?

    Mat 20,1ff Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 08:59

Columba hat geschrieben:Wie würdest Du in diesem Zusammenhang dieses Gleichnis verstehen?

    Mat 20,1-16 …

Gute Frage…

Dieses Gleichnis scheint doch die Ansicht zu unterstützen, dass es nur einen einzigen Lohn für die Bekehrung gibt: Das ewige Leben, Punkt. Egal, was man sonst noch für die Heiligung getan hat, es gibt „nur“ das ewige Leben und das ist synonym zu Himmel = Himmelreich = Neues Jerusalem. Nur, wo macht die Bibel diese Gleichsetzung?

Nach meiner vorläufigen Meinung ist der Lohn für die Bekehrung, dass man nicht in die Hölle kommt. Dieser ist für alle Bekehrten identisch. Was man darüber hinaus tut, wird in anderen Gleichnissen abgehandelt, so zum Beispiel in diesem (Luk 19.11-26, gekürzt auf diejenigen Verse, welche hier interessieren):

    Ein Fürst zog in ein fernes Land, um ein Königtum zu erlangen und dann zurückzukommen. Der ließ zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme! … Und es begab sich, als er wiederkam, nachdem er das Königtum erlangt hatte, da ließ er die Knechte rufen, denen er das Geld gegeben hatte, um zu erfahren, was ein jeder erhandelt hätte. Da trat der erste herzu und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund eingebracht. Und er sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger Knecht; weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben über zehn Städte. Der zweite kam auch und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund erbracht. Zu dem sprach er auch: Und du sollst über fünf Städte sein. Und der dritte kam und sprach: Herr, siehe, hier ist dein Pfund, das ich in einem Tuch verwahrt habe; denn ich fürchtete mich vor dir, weil du ein harter Mann bist; du nimmst, was du nicht angelegt hast, und erntest, was du nicht gesät hast. Er sprach zu ihm: Mit deinen eigenen Worten richte ich dich, du böser Knecht. Wusstest du, dass ich ein harter Mann bin, nehme, was ich nicht angelegt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe: warum hast du dann mein Geld nicht zur Bank gebracht? Und wenn ich zurückgekommen wäre, hätte ich's mit Zinsen eingefordert. Und er sprach zu denen, die dabeistanden: Nehmt das Pfund von ihm und gebt's dem, der zehn Pfund hat. Und sie sprachen zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn Pfund. Ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Columba » Mo 27. Dez 2010, 09:47

Gnu hat geschrieben:...
Nach meiner vorläufigen Meinung ist der Lohn für die Bekehrung, dass man nicht in die Hölle kommt.


Aber warum bekehrt man sich, oder warum wird man bekehrt? Ist der Lohn ("Himmel" oder "Nicht-Hölle") der Ausschlag, dass Du Dich bekehrtest?
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Oli4 » Mo 27. Dez 2010, 10:46

Gnu hat geschrieben:Gelegentlich wird von Christen gesagt, wenn man sich zu Jesus bekehrt habe, ihn angenommen habe, sei man ein Kind Gottes und hätte den Himmel auf Nummer sicher.

Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder sich bei (www.)Exit(.ch) einen Abgang kaufen, man kommt ja dann in den Himmel
Das kannst Du tun wenn Du es für erstrebenswert erachtest. Die Freiheit deines Tuns verlangt eben auch ständig, dich vor Mitmenschen und vor Gott verantwortungsvollst zu entscheiden.
Da Paulus diese Gedankengänge nicht unbekannt war schreib er uns das folgende zur Erbauung:

Ich will aber, daß ihr wisset, Brüder, daß meine Umstände mehr zur Förderung des Evangeliums geraten sind, so daß meine Bande in Christo offenbar geworden sind in dem ganzen Prätorium und allen anderen, und daß die meisten der Brüder, indem sie im Herrn Vertrauen gewonnen haben durch meine Bande, viel mehr sich erkühnen, das Wort Gottes zu reden ohne Furcht. Etliche zwar predigen Christum auch aus Neid und Streit, etliche aber auch aus gutem Willen. Diese aus Liebe, indem sie wissen, daß ich zur Verantwortung des Evangeliums gesetzt bin; jene aus Streitsucht verkündigen Christum nicht lauter, indem sie meinen Banden Trübsal zu erwecken gedenken. Was denn? Wird doch auf alle Weise, sei es aus Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich, ja, ich werde mich auch freuen; denn ich weiß, daß dies mir zur Seligkeit ausschlagen wird durch euer Gebet und durch Darreichung des Geistes Jesu Christi, nach meiner sehnlichen Erwartung und Hoffnung, daß ich in nichts werde zu Schanden werden, sondern mit aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt Christus hoch erhoben werden wird an meinem Leibe, sei es durch Leben oder durch Tod. Denn das Leben ist für mich Christus, und das Sterben Gewinn. Wenn aber das Leben im Fleische mein Los ist, das ist für mich der Mühe wert, und was ich erwählen soll, weiß ich nicht. Ich werde aber von beidem bedrängt, indem ich Lust habe, abzuscheiden und bei Christo zu sein, [denn] es ist weit besser; das Bleiben im Fleische aber ist nötiger um euretwillen. Und in dieser Zuversicht weiß ich, daß ich bleiben und mit und bei euch allen bleiben werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben, auf daß euer Rühmen in Christo Jesu meinethalben überströme durch meine Wiederkunft zu euch. Wandelt nur würdig des Evangeliums des Christus, auf daß, sei es daß ich komme und euch sehe, oder abwesend bin, ich von euch höre, daß ihr feststehet in einem Geiste, indem ihr mit einer Seele mitkämpfet mit dem Glauben des Evangeliums, und in nichts euch erschrecken lasset von den Widersachern; was für sie ein Beweis des Verderbens ist, aber eures Heils, und das von Gott. Denn euch ist es in Bezug auf Christum geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, da ihr denselben Kampf habt, den ihr an mir gesehen und jetzt von mir höret.
(Phi 1:12-30)




und erspart sich so die unnötigen Streitigkeiten mit Ungläubigen und Andersgläubigen.
Kann man sich auch ersparen, sie müssen nicht sein. Einheit im Geist scheint unter Brüdern auch so möglich zu sein, wenn gewisse unnötige Dinge gemieden werden und Gnade gegenseitig gelebt und nicht nur selber von oben beansprucht wird:

2Tim 2,23 Aber die törichten und ungereimten Streitfragen weise ab, da du weißt, dass sie Streitigkeiten erzeugen!

Tit 3,9 Törichte Streitfragen aber und Geschlechtsregister und Zänkereien und gesetzliche Streitigkeiten vermeide! Denn sie sind unnütz und wertlos.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Johncom » Mo 27. Dez 2010, 11:01

'Herr, siehe, hier ist dein Pfund, das ich in einem Tuch verwahrt habe; denn ich fürchtete mich vor dir, weil du ein harter Mann bist' .....
'Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat'.

Was ist denn dieses Pfund ? Der Keim des ganz neuen Lebens. Der dritte Mann war furchtsam, er wollte nicht teilen, investieren, er hat das Wenige festgehalten. Für sich - und aus Angst, es zu verlieren.

Gnu hat geschrieben:Gelegentlich wird von Christen gesagt, wenn man sich zu Jesus bekehrt habe, ihn angenommen habe, sei man ein Kind Gottes und hätte den Himmel auf Nummer sicher.

Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder sich bei (www.)Exit(.ch) einen Abgang kaufen, man kommt ja dann in den Himmel und erspart sich so die unnötigen Streitigkeiten mit Ungläubigen und Andersgläubigen.


Wenn man sich die Kugel geben muss, ja warum ? Und warum muss sich ein 'Bekehrter' mit anderen Menschen streiten. Und wenn er streitet, warum dann nicht gerne streiten. Sich die Kugel geben ist doch ein Weglaufen.

Gnu hat geschrieben:Zusatzfrage: Sind im Himmel alle gleich, oder kann man sich durch einen heiligen Lebenswandel eine höhere Stufe in der Hierarchie erarbeiten?


Die Vorstellung ist, den Himmel von einer weltlichen Perspektive aus zu messen. Erstmal dass 'ich' weiterhin eine Person bin, dass 'ich' einer neben anderen bin, höher oder tiefer. Und vor allem ist Vorstellung dass Himmel etwas ist, was später kommen soll. Sogar als Belohnung. :?

Realer ist glaube ich: Der Himmel ist. Ist jetzt.
Genauso wie Hölle jetzt ist. Richtige Bekehrung heisst, dass alles eigene trennende und von daher weltliche Denken und Bangen - jetzt - entlassen wird. Was morgen kommt, ist egal. Der Bekehrte ist innerlich im Himmel, er ist in Frieden und versöhnlich mit allem.

Aber es ist schwierig wenn das ganze Glaubensleben ein Dialog des Kopfs mit dem Buch ist. In dem Moment, wo der Kopf meint hier stehts - produziert der gleiche Kopf einen Zweifel, denn ein paar Seiten weiter stehts wieder etwas anders. Bekehrung sollte man vielleicht als Anfang eines Prozesses sehen, der in ein waches, heiliges Leben mündet. Es reicht nicht, wenn der Kopf meint, ein paar Dinge verstanden zu haben.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Wolfi » Mo 27. Dez 2010, 11:14

@Columba:

Aber warum bekehrt man sich, oder warum wird man bekehrt? Ist der Lohn ("Himmel" oder "Nicht-Hölle") der Ausschlag, dass Du Dich bekehrtest?

Ja, was ist der Ausschlag für eine Bekehrung?- Meiner Meinung nach sind es irgendwelche Mangelerscheinungen, die zu einer Bekehrung führen.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Wolfi » Mo 27. Dez 2010, 11:24

@Johncom:

Wenn man sich die Kugel geben muss, ja warum ? Und warum muss sich ein 'Bekehrter' mit anderen Menschen streiten. Und wenn er streitet, warum dann nicht gerne streiten. Sich die Kugel geben ist doch ein Weglaufen.

Das magst du so sehen. Jedoch kann ein "sich die Kugel geben" durchaus auch etwas Würdevolles beinhalten. Kommt doch ganz auf die Situation an, würde ich meinen ...


Gnu hat geschrieben:Zusatzfrage: Sind im Himmel alle gleich, oder kann man sich durch einen heiligen Lebenswandel eine höhere Stufe in der Hierarchie erarbeiten?


Die Vorstellung ist, den Himmel von einer weltlichen Perspektive aus zu messen. Erstmal dass 'ich' weiterhin eine Person bin, dass 'ich' einer neben anderen bin, höher oder tiefer. Und vor allem ist Vorstellung dass Himmel etwas ist, was später kommen soll. Sogar als Belohnung. :?

Realer ist glaube ich: Der Himmel ist. Ist jetzt.
Genauso wie Hölle jetzt ist. Richtige Bekehrung heisst, dass alles eigene trennende und von daher weltliche Denken und Bangen - jetzt - entlassen wird. Was morgen kommt, ist egal. Der Bekehrte ist innerlich im Himmel, er ist in Frieden und versöhnlich mit allem.

Ist ja schön und gut, aber auch jener, der in Frieden ist mit sich selber, muss davon ausgehen, dass der nächste Morgen kommen wird und wiederum diese und jene Dinge mit sich bringt, welche nunmal erledigt sein müssen/wollen. Selbst wenn wir uns im Himmel oder in der Hölle wägen, müssen wir doch den Ansprüchen/Anforderungen des Tages gerecht werden, sofern uns daran gelegen ist, mit dem Aussen in Einklang leben zu können.

Aber es ist schwierig wenn das ganze Glaubensleben ein Dialog des Kopfs mit dem Buch ist. In dem Moment, wo der Kopf meint hier stehts - produziert der gleiche Kopf einen Zweifel, denn ein paar Seiten weiter stehts wieder etwas anders. Bekehrung sollte man vielleicht als Anfang eines Prozesses sehen, der in ein waches, heiliges Leben mündet. Es reicht nicht, wenn der Kopf meint, ein paar Dinge verstanden zu haben.

Tja, es sind nunmal auch Entscheidungen verlangt. Entscheidungen, die dann auch Folgen und Konsequenzen für unseres weitere Leben haben werden. Und entscheiden wir nicht selber, so wird halt für uns entschieden ...
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon sugi » Mo 27. Dez 2010, 12:17

Du fragst, warum, Gnu?

Für Gott :idea:

Der lebendige Geist lebt in dir..alles andere ist ein aufgeben..!!!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Columba » Mo 27. Dez 2010, 12:50

Gnu hat geschrieben:Zusatzfrage: Sind im Himmel alle gleich, oder kann man sich durch einen heiligen Lebenswandel eine höhere Stufe in der Hierarchie erarbeiten?

Diese Frage und auch die Threadfrage kommt nur deshalb dem Menschen, weil er kein Vertrauen hat in Gott, er will selbst noch etwas vollbringen. Wenn man schon "errettet" ist, will man die eigene Leistung noch durch irgendeine Konstruktion im Himmel abstufen. Das Leistungsdenken ist wieder da.

Entweder schaut man Gott oder nicht. Die Grösse Gott überragt alles, nur im Zirkus, Theater, Fussballstadion etc. gibt es unterschiedliche Preise, je nach dem, was man sich finanziell leisten will.

Zudem die Frage, welcher Christ fühlt sich besser als andere und sieht sich auf einer höheren Stufe? Sollen wir eine Umfrage hier machen? ...oder gehört es dazu, dass sich der "höhergeweihte" Christ aus Demut vor Gott nicht getraut zu sagen, dass er auf die erste Reihe spekuliert beim Jüngsten Gericht, um ja alles zu sehen?

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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Johncom » Mo 27. Dez 2010, 13:02

Wolfi hat geschrieben:Jedoch kann ein "sich die Kugel geben" durchaus auch etwas Würdevolles beinhalten. Kommt doch ganz auf die Situation an, würde ich meinen ...


Stimme zu. Wie im Fall einer furchtbaren Krankheit.
Aber der Grund, als 'Bekehrter' in einer zum Teil unbekehrten Welt leben zu müssen, und das nicht zusammen bringen können .... ? Ist noch kein Grund, sich die Kugel zu geben. Lieber was schönes planen: Eins Ski-Tour, eine Reise machen ...

Wolfi hat geschrieben:Ist ja schön und gut, aber auch jener, der in Frieden ist mit sich selber, muss davon ausgehen, dass der nächste Morgen kommen wird und wiederum diese und jene Dinge mit sich bringt, welche nunmal erledigt sein müssen/wollen. Selbst wenn wir uns im Himmel oder in der Hölle wägen, müssen wir doch den Ansprüchen/Anforderungen des Tages gerecht werden, sofern uns daran gelegen ist, mit dem Aussen in Einklang leben zu können.


Du sagst es.
Es ist gesund und wichtig, auch mit dem Aussen in Einklang leben. - Was hindert mich daran ? Also genau die Hinderungspunkte anschauen und in Angriff nehmen.

Wolfi hat geschrieben:Tja, es sind nunmal auch Entscheidungen verlangt. Entscheidungen, die dann auch Folgen und Konsequenzen für unseres weitere Leben haben werden. Und entscheiden wir nicht selber, so wird halt für uns entschieden ...


Im normalen Lebensgefühl ( ich - Du - Vereinzellung - Welt ) müssen wir wohl Entscheidungen treffen. Der Mönch in seiner Einsiedelei hat das vielleicht hinter sich.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon alegna » Mo 27. Dez 2010, 13:11

@Gnu
habe Deinen Thread hierhin verschoben, weil ich Dich so verstehe, dass sich Deine Frage an Christen richtet und ich denke, es sollten auch Christen da mitschreiben, und nicht dass der Thread verphilosophiert wird.

Bist Du nicht einverstanden, lass es mich wissen, dann finden wir sicher eine Lösung.

liebe Grüsse
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Columba » Mo 27. Dez 2010, 13:44

Gnu hat geschrieben:Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder sich bei (www.)Exit(.ch) einen Abgang kaufen, man kommt ja dann in den Himmel und erspart sich so die unnötigen Streitigkeiten mit Ungläubigen und Andersgläubigen.

Sinn der Bekehrung ist es ja nicht die Waffenschmiede reich zu machen, um sich für die Ewigkeit im Himmel abzumelden. Glauben (Bekehrung, Kreuz, Errettung etc.) heisst eben gerade das Gegenteil: Aus der unerschöpflichen Kraft Gottes hier zu leben, um sich den uns nicht in Einzelheiten nachvollziehbare Streitigkeiten zu stellen. Vielleicht kann man in diese Streitigkeiten auch die Weihnachtsbotschaft des Friedens und des Heils bringen.

Grüsse Columba
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Johncom » Mo 27. Dez 2010, 14:27

sugi hat geschrieben:Du fragst, warum, Gnu?

Für Gott :idea:

Der lebendige Geist lebt in dir..alles andere ist ein aufgeben..!!!


Eigentlich eine goldrichtige Antwort.

Wenn Gott alles ist, bin 'ich' nichts.
Dann ist es doch wurschtegal ob ich oder jemand anderes in eine höhere Himmelshirarchie aufsteigt. Es geht ja gar nicht um mich sondern um Gott. Dass 'ich' Platz mache für Gott. Sein Wille soll geschehen - nicht meiner.

Die Kugel ist längst abgeschossen, schon seit dem Moment meiner Geburt ist sie unterwegs.
Und wurscht ob sie nächste Woche schon trifft oder in 40 Jahren. Und bis dahin kann es - Inschallah so Gott will - noch viele glückliche und dankbare Momente geben. Viele Pfunde können immer noch vervielfacht werden.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon onThePath » Mo 27. Dez 2010, 16:28

Gnu hat geschrieben:Gelegentlich wird von Christen gesagt, wenn man sich zu Jesus bekehrt habe, ihn angenommen habe, sei man ein Kind Gottes und hätte den Himmel auf Nummer sicher.

Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder sich bei (www.)Exit(.ch) einen Abgang kaufen, man kommt ja dann in den Himmel und erspart sich so die unnötigen Streitigkeiten mit Ungläubigen und Andersgläubigen.

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Hallo, Gnu

Ich denke mir, dass im Himmel nicht alle völlig gleich sind.
Wie wir sind, wird bestimmen, auf was für einem Level von Herrlichkeit und Gottnähe wir sein werden.

Davon unabhängig:
Es ist auch für die Ewigkeit sicher wichtig, "seine Lektionen zu lernen", immer gottgefälliger zu leben, und in jeder Beziehung viel zu lernen, besonders in Sachen Liebe und Mitmenschlichkeit.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Pilgrim » Mo 27. Dez 2010, 17:07

Gnu hat geschrieben:Gelegentlich wird von Christen gesagt, wenn man sich zu Jesus bekehrt habe, ihn angenommen habe, sei man ein Kind Gottes und hätte den Himmel auf Nummer sicher.
Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder…

Vielleicht wegen Johannes 15:1-11…?
Be careful how you spend your time: Spend your time in nothing which you know must be repented of. —Richard Baxter
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon sugi » Mo 27. Dez 2010, 17:12

Hallo Gnu, es liegt mir am Herzen, dir diese Verse zu posten:

2.Tim.4,8 fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr,
der gerechte Richter, mir als Belohnung geben wird an jenem Tag; nicht allein aber mir,
sondern euch allen, die sein Erscheinen lieb gewonnen haben.

Heb. 10,35 Werft nun euer Vertrauen nicht weg, welches eine grosse Belohnung hat.

Meine Bekehrung gab mir einen Sinn! Denn jetzt fängt es erst richtig an..

Manchmal halte ich den Druck auch kaum aus, und kann nur still werden, wenn ich mich Gott hingebe!
Wenn ich es mit meinem Verstand aufnehme, liegt eine sinnlosigkeit vor mir,
dass kaum aushaltbar ist..jedoch mit Gott, dann lässts sich Leben..und nur so!!!

Lass dich von unserem Vater im Himmel trösten, Er liebt dich, so wie du bist und Bedingungslos :)
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon sugi » Mo 27. Dez 2010, 17:27

Gnu hat geschrieben:Gelegentlich wird von Christen gesagt, wenn man sich zu Jesus bekehrt habe, ihn angenommen habe, sei man ein Kind Gottes und hätte den Himmel auf Nummer sicher.
Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder…

Irgendwie habe ich extrem Mühe zu glauben, dass du das wirklich ernst meinst..
Aber ich möchte dich ernst nehmen!!!

Einerseits hinkt es..denn, von was bist du den überzeugt?
Was denkst du will Gott? Dass man sich bekehrt, und sich danach umbringt??!!
Hört sich schon komisch an, oder? Dass kann es ja nicht sein!

Stell dir nur mal Paulus vor.. Er hatte Eifer, Eifer für Gott zu Leben..!
Vorher hatte es keinen Sinn, als einfach so zu Leben wie man will, ohne irgendwelche
Belohnung.. Aber mit Gott ist es anders! Es lohnt sich zu kämpfen..
Der Widersacher will, dass wir keine Lebensfreude haben, Depressiv sind..ja bis zur Sinnlosigkeit
und Suizidgedanken!
Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen
und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Auf all deinen Wegen erkenne nur ihn,
dann ebnet er selbst deine Pfade!

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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 18:16

Zur Entwarnung:

Ich bin nicht etwa lebensmüde und sammle Argumente für einen Selbstmord. Dieser Thread stand von mir zu Beginn ganz bewusst im TALK-Forum Philosophieren über Gott und die Welt und ist nach einer zweimaligen Verschiebung schliesslich hier in Fragen zum christlichen Glauben gelandet, was inhaltlich richtig ist, aber nicht eigentlich meine Absicht war.

Als ich ihn eröffnete, suchte ich nach einem Thema, bei dem alle mitdiskutieren können, und ich tat es hauptsächlich für Scardanelli, der sich aber bisher noch nicht gemeldet hat. Leider kann ich nicht scardanellisch, und so schrieb ich halt meine eigene Formulierung.

Die Frage ist ziemlich hypothetisch und hat trotzdem einen Realitätsbezug, der einige interessiert, wie die vielen Echos bisher bescheinigen. Ich werde auf die meisten von ihnen noch eingehen, bin aber ein langsamer Denker und Schreiber, der gerne abhängt, wenn es mir zu schnell und wortreich geht wie früher bei Grasy contra Naqual.

Die Zusatzfrage enthält bereits eine mögliche Antwort auf die erste Frage.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Reginald 32 » Mo 27. Dez 2010, 18:17

Hallo, lieber Gnu.

Zu Deiner Frage fällt mir Folgendes ein:

Alle Gerechten werden den Herrn bei dessen Wiederkunft entgegen gerückt, wobei die Toten mit einem verwandelten und dann unsterblichen Leib vorher auferstehen werden. Die Lebenden werden ebenfalls verwandelt werden und einen unsterblichen Leib erhalten.

Darin sind sich alle gleich.

Die Offenbarung macht aber bei den Erlösten einen kleinen Unterschied, indem sie von den symbolischen 144 000 und der großen, unzählbaren Schar spricht. Sie sagt aber nicht genau, worin der Unterschied besteht. Es wird lediglich in Kap. 7 gesagt, dass ein Engel von Gott sie versiegelt, bevor die höllischen Scharen Satans zum letzten Inferno auf diese Erde losgelassen werden. Auf diese Weise werden sie von Gott bewahrt. Ob sie dadurch aber einen besonderen Rang oder Stellung erhalten, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.

Mir ist aber eine (prophetische)nQuelle bekannt, der ein Blick in jene Zukunft gestattet wurde. Dort sah sie, dass die Märtyrer einen roten Saum an ihren Gewändern trugen. Aber auch hier wird nichts von einem besonderen Rang berichtet.

So glaube ich, dass entsprechend dem von Dir angeführten Gleichnis alle Erlösen einen gleichen "Lohn" erhalten, nämlich das ewige Leben in der Gegenwart Gottes, wie es Offb. 21+22 schildern.

Liebe Grüße von Reginald.
Bald schon kann es sein, dass wir Gott als König sehn. Halleluja, Halleluja.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon vittella » Mo 27. Dez 2010, 18:26

Gnu hat geschrieben:Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben


weil das erst der Anfang ist (aller Probleme,grins) erst trinkt man im Glauben Milch wie ein Kleinkind und bis zur festen Speise ist ein Weg der Bewusstseinsveränderung......
Gott spricht in der Stille, alles andere ist eine schlechte Übersetzung
Dieu parle dans le silence, tout l'autre est une mauvaise traduction.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 18:55

Columba hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben:...
Nach meiner vorläufigen Meinung ist der Lohn für die Bekehrung, dass man nicht in die Hölle kommt.
Aber warum bekehrt man sich, oder warum wird man bekehrt? Ist der Lohn ("Himmel" oder "Nicht-Hölle") der Ausschlag, dass Du Dich bekehrtest?

Mein ursprüngliches Bekehrungsmotiv war ein mehrfaches:

  1. Ich war depressiv und suchte nach dem Sinn des Lebens.
  2. Beim Lesen des Alten Testaments wurde mir offenbart, weshalb ich von Gott getrennt bin. Zum ersten Mal wusste ich, was Sünde überhaupt ist, bis dato war mir der Begriff unverständlich. Im gleichen Augenblick wusste ich auch schon, dass im Neuen Testament Jesus einen Ausweg aus der Trennung von Gott anbietet, aber ich kam damals nicht dazu, das Neue Testament daraufhin zu studieren
  3. Etwa ein Jahr später las ich das Buch »Jesus unser Schicksal«, und voilà, viel klarer als Wilhelm Busch kann man's kaum predigen.
  4. Ich entschloss mich, mich zu Jesus zu bekehren und hatte daraufhin ein starkes Gefühlserlebnis, welches ich heute als Scheinwiedergeburt bezeichne, denn die Dämonen hatten den Zeitpunkt abgepasst, an dem ich meine „Lebensübergabe“ machte.
  5. Seither glaube ich ununterbrochen an Jesus, vermisste aber die Kraft, auf Sünde zu verzichten. Lies Enggis erste Beiträge im Forum und du erkennst unschwer, dass ich damals ein Allianz-Christ war.
Soviel vorerst zur Frage, was ich für einen Lohn erwartete: Den Sinn des Lebens zu finden.

Nun zur Frage, weshalb man sich bekehrt, bekehren sollte: Damit man nicht in die Hölle kommt. Das ist der einzige Bekehrungs-Grund, der bei Gott zählt, alle anderen Gründe fallen bei ihm durch, folglich auch mein Wunsch, ein sinnerfülltes Leben zu bekommen, weil's nämlich ein fleischliches Motiv ist. Ich wusste das nicht, erfuhr es erst kürzlich, prüfte es, bekehrte mich erneut und seither wächst die Kraft, täglich Gottes Gebote zu halten und dies ohne saure Miene, als reinste Lebensfreude, neuer Lebensinhalt.

Schade, dass cori das nicht mehr lesen kann, denn als sie noch lebte, fanden meine ersten zaghaften Schritte in die richtige Richtung statt und sie forderte mich stets heraus, mehr darüber zu schreiben, aber ich konnte das damals noch nicht.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Oli4 » Mo 27. Dez 2010, 19:35

Gnu hat geschrieben:
Nun zur Frage, weshalb man sich bekehrt, bekehren sollte: Damit man nicht in die Hölle kommt. Das ist der einzige Bekehrungs-Grund, der bei Gott zählt, alle anderen Gründe fallen bei ihm durch, folglich auch mein Wunsch, ein sinnerfülltes Leben zu bekommen, weil's nämlich ein fleischliches Motiv ist. Ich wusste das nicht, erfuhr es erst kürzlich, prüfte es, bekehrte mich erneut und seither wächst die Kraft, täglich Gottes Gebote zu halten und dies ohne saure Miene, als reinste Lebensfreude, neuer Lebensinhalt.

War denn dein gewünschtes, sinnerfülltes Leben nicht auch ein Leben in dem Du Sünde beherrschen konntest ? und wenn ja weshalb ist es dann heute nicht mehr sinnerfüllt aber umso mehr gelebt ?

Kannst Du uns etwas genauer erklären, weshalb Du nun, nachdem Du ein sinnerfülltes Leben suchtest und es als fleischlicher Wunsch erkanntest dich zu was/wie/wem bekehrt hast und weshalb und von WEM Du nun diese dir bisher fehlende Kraft hast ?
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 19:42

Oli4 hat geschrieben: Das kannst Du tun wenn Du es für erstrebenswert erachtest. Die Freiheit deines Tuns verlangt eben auch ständig, dich vor Mitmenschen und vor Gott verantwortungsvollst zu entscheiden.
Ich erachte es nicht für erstrebenswert, in meinem gegenwärtigen Zustand in den Himmel einzugehen, weshalb auch meine Frage eher eine hypothetische war, um zu zeigen, dass das Denken, nach der Entrückung seien wir dann alle gleich herrlich, eher ein Witz ist, als eine anzunehmende Wahrheit. Was nach der Erstauferstehung der Toten und der Verwandlung der dann noch Lebenden bei allen gleich sein wird, ist ein unverweslicher Leib, wie Jesus nach der Auferstehung einen hatte und seither immer noch hat. Der moralische Charakter aber ist exakt der, den wir beim Sterben des Körpers oder bei der Wiederkunft Jesu haben, keine verbesserte Version davon. Das können wir vergessen, weil es so nicht verheissen ist.

Den Rest deines Beitrages sehe ich so, wie du es schreibst und danke für das Heraussuchen der Philipperbriefstelle.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 20:27

Johncom hat geschrieben:'Herr, siehe, hier ist dein Pfund, das ich in einem Tuch verwahrt habe; denn ich fürchtete mich vor dir, weil du ein harter Mann bist' .....
'Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat'.

Was ist denn dieses Pfund ? Der Keim des ganz neuen Lebens. Der dritte Mann war furchtsam, er wollte nicht teilen, investieren, er hat das Wenige festgehalten. Für sich - und aus Angst, es zu verlieren.

So verstehe ich das Gleichnis: Die Knechte sind vorgesehen, im fernen (sprich zukünftigen) Königreich Könige über Städte zu sein, das siehst du aus dem Teil, wo der Fürst mit ihnen abrechnet. Wenn alle Christen in den neuen Himmel eingehen würden und alle Nichtchristen in die Hölle kämen, so wäre die neue Erde leer und es gäbe dann nur Könige und niemanden, den sie regieren müssten. In der neuen Schöpfung wird es eine Stadt Jerusalem geben, in der nur die Könige und Priester der neuen Erde wohnen werden, für die übrigen Erretteten wird sie verschlossen sein. Es wird aber auch andere Städte geben, welche von den Königen regiert werden, deshalb wird Jesus auch König der Könige genannt, weil er nicht direkt über die Städte der neuen Erde regieren wird, sondern mittelbar durch die ehemaligen Knechte, die dann Könige sein werden. Ein Pfund steht für eine gewisse Jesusähnlichkeit, welche jeder Knecht bei der Wiedergeburt bekommt. Damit arbeiten bedeutet, den Charakter jeden Tag zu heiligen, um Jesus ähnlicher zu werden. Der Knecht, welcher sein Pfund in ein Tuch eingepackt hat, hat sich nicht verbessert und er wird die Anzahlung wieder verlieren, um danach als gewöhnlicher Bürger weiterzuleben.
Gnu hat geschrieben:Zusatzfrage: Sind im Himmel alle gleich, oder kann man sich durch einen heiligen Lebenswandel eine höhere Stufe in der Hierarchie erarbeiten?

Die Vorstellung ist, den Himmel von einer weltlichen Perspektive aus zu messen. Erstmal dass 'ich' weiterhin eine Person bin, dass 'ich' einer neben anderen bin, höher oder tiefer. Und vor allem ist Vorstellung dass Himmel etwas ist, was später kommen soll. Sogar als Belohnung. :?

Realer ist glaube ich: Der Himmel ist. Ist jetzt.
Genauso wie Hölle jetzt ist. Richtige Bekehrung heisst, dass alles eigene trennende und von daher weltliche Denken und Bangen - jetzt - entlassen wird. Was morgen kommt, ist egal. Der Bekehrte ist innerlich im Himmel, er ist in Frieden und versöhnlich mit allem.

Aber es ist schwierig wenn das ganze Glaubensleben ein Dialog des Kopfs mit dem Buch ist. In dem Moment, wo der Kopf meint hier stehts - produziert der gleiche Kopf einen Zweifel, denn ein paar Seiten weiter stehts wieder etwas anders. Bekehrung sollte man vielleicht als Anfang eines Prozesses sehen, der in ein waches, heiliges Leben mündet. Es reicht nicht, wenn der Kopf meint, ein paar Dinge verstanden zu haben.

Diese Betrachtung finde ich sehr schön und sie trifft zu auf das, was man als das Königreich Gottes, welches inwendig in uns jetzt schon da ist, bezeichnen könnte. Es gibt ja dazu Worte Jesu in den Evangelien, welche dies betonen. Für Gott gilt ein anderes Zeitmass als für seine Geschöpfe, wenn die zwei miteinander in Kontakt kommen, so können dadurch Missverständnisse entstehen, die du aber m. E. sehr gut durchschaut hast.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon magdala » Mo 27. Dez 2010, 20:35

Gnu hat geschrieben:Gelegentlich wird von Christen gesagt, wenn man sich zu Jesus bekehrt habe, ihn angenommen habe, sei man ein Kind Gottes und hätte den Himmel auf Nummer sicher.

Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder sich bei (www.)Exit(.ch) einen Abgang kaufen, man kommt ja dann in den Himmel und erspart sich so die unnötigen Streitigkeiten mit Ungläubigen und Andersgläubigen.

Zusatzfrage: Sind im Himmel alle gleich, oder kann man sich durch einen heiligen Lebenswandel eine höhere Stufe in der Hierarchie erarbeiten?



Gemäss Johannes ist man aber erst dann ein wahres Kind Gottes, also geistlich neu aus Gott geboren, wenn man nach der Bekehrung aufgehört hat zu sündigen, gar dazu unfähig ist, da ja aus Gott geboren und Gott Liebe ist.

1. Joh.3.6 Die Gute Nachricht Bibel: Wer mit ihm verbunden bleibt, der hört auf zu sündigen. Wer aber weiterhin sündigt, hat ihn weder gesehen noch verstanden.

9 Wer ein Kind Gottes ist, sündigt nicht mehr, weil Gottes Leben in ihm wirkt. Er kann gar nicht weitersündigen, weil Gott sein Vater ist.


Im Weinberg erhält jeder Arbeiter denselben Lohn, also einen Denar. Dies ob man schon lange dabei ist oder erst seit Kurzen dort tätig ist. Deshalb glaube ich, dass wir im Himmel auf gleicher Stufe stehen.

Wichtiger sind natürlich die von Jesus gelehrten Voraussetzungen, um überhaupt im Himmel aufgenommen zu werden. ;)
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 20:41

sugi hat geschrieben:Du fragst, warum, Gnu?

Für Gott :idea:

Der lebendige Geist lebt in dir..alles andere ist ein aufgeben..!!!

Ja, gut erkannt, sugi. Durch Aufgeben — sprich Kreuzigen — des Fleisches, das ist der egoistische Charakter, bekommt der Geist stets mehr Raum und die Jesusähnlichkeit wächst, bis wir ihn sehen, im Geist hoffentlich schon vor der Entrückung, sonst könnte es geschehen, dass ich wegen zuviel Ballast zu schwer bin, um entrückt werden zu können.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 20:54

Columba hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben:Zusatzfrage: Sind im Himmel alle gleich, oder kann man sich durch einen heiligen Lebenswandel eine höhere Stufe in der Hierarchie erarbeiten?

Diese Frage und auch die Threadfrage kommt nur deshalb dem Menschen, weil er kein Vertrauen hat in Gott, er will selbst noch etwas vollbringen. Wenn man schon "errettet" ist, will man die eigene Leistung noch durch irgendeine Konstruktion im Himmel abstufen. Das Leistungsdenken ist wieder da.

Entweder schaut man Gott oder nicht. Die Grösse Gott überragt alles, nur im Zirkus, Theater, Fussballstadion etc. gibt es unterschiedliche Preise, je nach dem, was man sich finanziell leisten will.

Zudem die Frage, welcher Christ fühlt sich besser als andere und sieht sich auf einer höheren Stufe? Sollen wir eine Umfrage hier machen? ...oder gehört es dazu, dass sich der "höhergeweihte" Christ aus Demut vor Gott nicht getraut zu sagen, dass er auf die erste Reihe spekuliert beim Jüngsten Gericht, um ja alles zu sehen?

Danke für deinen Beitrag, du würdest also sagen, sich die Kugel geben, nachdem man sich bekehrt hat, ist eine valable Alternative zu Jagen nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung? Jäger sind ja sowieso Tiermörder… ;)
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 21:04

Columba hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben:Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder sich bei (www.)Exit(.ch) einen Abgang kaufen, man kommt ja dann in den Himmel und erspart sich so die unnötigen Streitigkeiten mit Ungläubigen und Andersgläubigen.

Sinn der Bekehrung ist es ja nicht die Waffenschmiede reich zu machen, um sich für die Ewigkeit im Himmel abzumelden. Glauben (Bekehrung, Kreuz, Errettung etc.) heisst eben gerade das Gegenteil: Aus der unerschöpflichen Kraft Gottes hier zu leben, um sich den uns nicht in Einzelheiten nachvollziehbare Streitigkeiten zu stellen. Vielleicht kann man in diese Streitigkeiten auch die Weihnachtsbotschaft des Friedens und des Heils bringen.

Aha, also doch nach der Bekehrung sich noch verbessern. Siehst du, man trifft sich wieder. Ein frisch Bekehrter hat noch mindestens 90% seines alten Charakters und den muss er sich abgewöhnen, wenn er Jesus bei der Hochzeit treffen will. Draussen sind die Geizkragen, die Hurer und wer die Lüge liebt und so weiter und so fort, kannst du selber nachlesen, hast ja auch eine Bibel. Und glaube mir oder lass es bleiben, Ostereier tütschen und essen zählt als Götzendienst, auch wenn du dabei evangelisierst.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 21:10

onThePath hat geschrieben: Hallo, Gnu

Ich denke mir, dass im Himmel nicht alle völlig gleich sind.
Wie wir sind, wird bestimmen, auf was für einem Level von Herrlichkeit und Gottnähe wir sein werden.

Davon unabhängig:
Es ist auch für die Ewigkeit sicher wichtig, "seine Lektionen zu lernen", immer gottgefälliger zu leben, und in jeder Beziehung viel zu lernen, besonders in Sachen Liebe und Mitmenschlichkeit.

lg, oTp

Siehe da, ein Gleichgesinnter. Willkommen in der Brautgemeinde, zu der ich mich zwar nicht zähle, aber es eventuell doch noch schaffe, wenn ich alle meine Süchte gekreuzigt haben werde.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Mo 27. Dez 2010, 21:17

Pilgrim hat geschrieben: Vielleicht wegen Johannes 15:1-11…?

Ja, super gute Antwort, dafür verdienst du dir eine
:umarm:
wobei ich dir nicht zu nahe treten will und sie geistlich verstehe.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Johncom » Di 28. Dez 2010, 08:16

Gnu hat geschrieben:
  1. Ich war depressiv und suchte nach dem Sinn des Lebens.
  2. Beim Lesen des Alten Testaments wurde mir offenbart, weshalb ich von Gott getrennt bin. Zum ersten Mal wusste ich, was Sünde überhaupt ist, bis dato war mir der Begriff unverständlich. Im gleichen Augenblick wusste ich auch schon, dass im Neuen Testament Jesus einen Ausweg aus der Trennung von Gott anbietet, aber ich kam damals nicht dazu, das Neue Testament daraufhin zu studieren
  3. Etwa ein Jahr später las ich das Buch »Jesus unser Schicksal«, und voilà, viel klarer als Wilhelm Busch kann man's kaum predigen.
  4. Ich entschloss mich, mich zu Jesus zu bekehren und hatte daraufhin ein starkes Gefühlserlebnis, welches ich heute als Scheinwiedergeburt bezeichne, denn die Dämonen hatten den Zeitpunkt abgepasst, an dem ich meine „Lebensübergabe“ machte.
  5. Seither glaube ich ununterbrochen an Jesus, vermisste aber die Kraft, auf Sünde zu verzichten. Lies Enggis erste Beiträge im Forum und du erkennst unschwer, dass ich damals ein Allianz-Christ war.
Soviel vorerst zur Frage, was ich für einen Lohn erwartete: Den Sinn des Lebens zu finden.

Nun zur Frage, weshalb man sich bekehrt, bekehren sollte: Damit man nicht in die Hölle kommt. Das ist der einzige Bekehrungs-Grund, der bei Gott zählt, alle anderen Gründe fallen bei ihm durch, folglich auch mein Wunsch, ein sinnerfülltes Leben zu bekommen, weil's nämlich ein fleischliches Motiv ist.


Also ein sinnerfülltes Leben zu leben ... in meiner Vorstellung nenn ichs ein 'harmonisches Zusammensein mit der Umwelt und mit dem Nächsten'. ( Nur was mir gerade einfält .. ) Was, Gnu ist das fleischliche Motiv wenn man einfach Frieden im Leben wünscht ?

Wie kommst Du darauf, das 'Gott' Bekehrungs-Gründe bewertet.
Es klingt doch nach Deinen Worten so als sei Hölle etwas besser zu umgehendes, die Vorstellung einer Hölle macht bestimmt den Menschen Angst. Somit habe Gott ein göttliches Motiv, nämlich die, die sich aus Angst vor einer nachtodlichen Hölle 'bekehren' .... bekehren im neu-christlichem Ritual der Erwachsenen-Taufe, ein nachtodliches Weiterleben oberhalb der Hölle zu versprechen. Oder ?
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Di 28. Dez 2010, 09:50

sugi hat geschrieben:Hallo Gnu, es liegt mir am Herzen, dir diese Verse zu posten:

2.Tim.4,8 fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr,
der gerechte Richter, mir als Belohnung geben wird an jenem Tag; nicht allein aber mir, sondern euch allen, die sein Erscheinen lieb gewonnen haben.

Heb. 10,35 Werft nun euer Vertrauen nicht weg, welches eine grosse Belohnung hat.

Danke, sugi. Paulus schrieb den zweiten Timotheusbrief als letzten seiner Briefe (ich meine natürlich, von denen, die uns in der Bibel überliefert sind). Jetzt weiss er, dass er den Sieg hat. In seinem ersten Brief, dem an die Philipper, wusste er das noch nicht, sondern jagte ihm noch nach. Ich zitiere hier die diesbezüglichen Verse, damit du nicht lange suchen musst.

    „Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten. Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.“ (Philipper 3,10-12)
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Di 28. Dez 2010, 10:12

sugi hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben:Gelegentlich wird von Christen gesagt, wenn man sich zu Jesus bekehrt habe, ihn angenommen habe, sei man ein Kind Gottes und hätte den Himmel auf Nummer sicher.
Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben oder…
Irgendwie habe ich extrem Mühe zu glauben, dass du das wirklich ernst meinst..
Aber ich möchte dich ernst nehmen!!!
Es ist, wie ich bereits schrieb, eine hypothetische Frage um auf die Fragwürdigkeit der davor stehenden Aussage hinzuweisen.
Einerseits hinkt es..denn, von was bist du den überzeugt?
Was denkst du will Gott? Dass man sich bekehrt, und sich danach umbringt??!!
Hört sich schon komisch an, oder? Dass kann es ja nicht sein!
Ja, ganz recht, das kann es nicht sein. Ich denke, Gott will uns heilig haben, für Ihn ausgesondert von der Welt, und nicht einfach bekehrt, Hallelujah singend, dabei aber charakterlich das alte Schwein geblieben seiend.
Stell dir nur mal Paulus vor.. Er hatte Eifer, Eifer für Gott zu Leben..!
Vorher hatte es keinen Sinn, als einfach so zu Leben wie man will, ohne irgendwelche
Belohnung.. Aber mit Gott ist es anders! Es lohnt sich zu kämpfen..
Der Widersacher will, dass wir keine Lebensfreude haben, Depressiv sind..ja bis zur Sinnlosigkeit und Suizidgedanken!
Ja, der Kampf lohnt sich, aber er muss nach den Regeln Gottes gekämpft werden, nicht nach psychologischen Methoden, sonst endet er in der Psychiatrie.

    „Wenn einer auch kämpft, so wird er doch nicht gekrönt, er habe denn gesetzmässig gekämpft.“ (2. Timotheus 2.5)
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Di 28. Dez 2010, 11:24

Reginald 32 hat geschrieben: Alle Gerechten werden den Herrn bei dessen Wiederkunft entgegen gerückt, wobei die Toten mit einem verwandelten und dann unsterblichen Leib vorher auferstehen werden. Die Lebenden werden ebenfalls verwandelt werden und einen unsterblichen Leib erhalten.

Was muss man tun, um den Stand eines Gerechten zu bekommen? Ist jeder, der sich nach einer evangelistischen Predigt zu Jesus bekehrt hat, automatisch in diesem Stand und, wenn er sich danach umbringt, zur Auferstehung und Entrückung bereit, oder braucht es dazu noch etwas, das er tun muss? Kann er also seinen Taglohn beziehen oder hat er ihn noch gar nicht?

Das sind drei bis vier Fragen, aber eigentlich nur eine, somit braucht nicht jede separat beantwortet zu werden. Es ist, mit anderen Worten formuliert, die Hauptfrage des Threads, denn die Zusatzfrage macht, ohne diese Hauptfrage richtig beantwortet zu haben, fast gar keinen Sinn. Was nützt es mir, das Reich Gottes vom Hörensagen beschreiben zu können, wenn ich gar nicht hineinkomme?

Über die Hierarchie im Himmelreich würde es sich lohnen, einen eigenen Thread aufzutun, oder allenfalls einen alten weiterzuführen, doch alles zu seiner Zeit.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Leuchte » Di 28. Dez 2010, 11:30

Gnu hat geschrieben:Was muss man tun, um den Stand eines Gerechten zu bekommen? Ist jeder, der sich nach einer evangelistischen Predigt zu Jesus bekehrt hat, automatisch in diesem Stand und, wenn er sich danach umbringt, zur Auferstehung und Entrückung bereit, oder braucht es dazu noch etwas, das er tun muss? Kann er also seinen Taglohn beziehen oder hat er ihn noch gar nicht?

Eigentlich soll der wiedergeborene Christ Gott gegenüber dankbar sein für die Errettung und damit die Verpflichtung fühlen, auch andere Mitmenschen zum Glauben zu bringen. Die Nächstenliebe strebt danach andere zum Glauben zu bringen, und nicht sein eigenes Leben zu nehmen.
Es ist etwas Großes: An Gräbern stehen und doch froh bleiben.
(Hermann Bezzel)
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Gnu » Di 28. Dez 2010, 11:31

vittella hat geschrieben:
Gnu hat geschrieben:Meine Frage dazu: Weshalb kann man sich, nachdem man sich bekehrt hat, nicht gleich die Kugel geben

weil das erst der Anfang ist (aller Probleme,grins) erst trinkt man im Glauben Milch wie ein Kleinkind und bis zur festen Speise ist ein Weg der Bewusstseinsveränderung …

und man kommt erst in den Himmel, wenn man ein verändertes Bewusstsein hat, oder verstehe ich das falsch?
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon onThePath » Di 28. Dez 2010, 12:07

Gnu hat geschrieben:[*]Ich war depressiv und suchte nach dem Sinn des Lebens.
[*]Beim Lesen des Alten Testaments wurde mir offenbart, weshalb ich von Gott getrennt bin. .....


Gut erkannt. Und der Weg aus Depressionen wie aus Allem, was ein "Irrweg" ist, ist Gott.
Nur mit ihm im Mittelpunkt kann sich unsere Psyche "zurechtrücken".

Und das eigentliche Problem ist die Kluft zwischen einem selbst und Gott.

lg, oTp
Veränderung ist das einzig Bleibende.

Gott ist so fremd wie Dein unbekannter Vater, klar daß er trotzdem existiert. Weißt Du, was Du versäumst, wenn Du Ihn nie kennenlernst ? Ein herrliches Erbe : Leben an der Quelle der Liebe.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Columba » Di 28. Dez 2010, 13:39

Gnu hat geschrieben:
Columba hat geschrieben:Danke für deinen Beitrag, du würdest also sagen, sich die Kugel geben, nachdem man sich bekehrt hat, ist eine valable Alternative zu Jagen nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung? Jäger sind ja sowieso Tiermörder… ;)

Was meinst Du mit Jagen nach Frieden? Wer hat das jetzt gesagt?

Was der Sinn des Lebens ist, bleibt immer noch offen. Wenn Du Dich bekehrt hast, damit Du nicht in die Hölle kommst, dann hat und braucht das Leben keinen Sinn mehr zu haben. Nach der (wirklichen) Bekehrung ist das Leben, so wie Du argumentierst, belanglos, nutzlos und nur noch hinderlich.

Kannst Du also persönlich gar keinen Sinn mehr im Leben sehen, wenn Du Dich bekehrt hast? Das bedeutet es nämlich, was Du schreibst? Aber da Du ja hier auch ständig mitschreibst, nehme ich an, dass Du deshalb im Mitschreiben einen Sinn siehst. Dies ist aber auch ein Teil des Lebenssinnes, oder nicht?

Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
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Re: Weshalb sollte man sich noch anstrengen?

Beitragvon Remo » Di 28. Dez 2010, 14:54

Ich habe hier ein wenig mitgelesen und möchte - halt erst an dieser Stelle, aber immerhin - noch in die Diskussion einsteigen.

Vielleicht geht es dir, Gnu, ja ähnlich wie mir: Seit ich zu einem lebenhalften Glauben gefunden habe, hat das Leben erst einen Sinne. Eine Neugeburt, eine Wiedergeburt, aber eine in der Seele. Jesus sagte ja: "Das Reich Gottes ist inwendig in euch." Wenn du erkennst, dass da drinnen in deinem Herzen Gottes Atem strömt - das pure Leben! - dann begreifst du: Dieses Leben ist bereits ewiges Leben. Welch' eine Gnade!

Im übrigen muss ich sagen, ohne hier den Psychiater zu spielen: Deine Ausgangsfrage hört sich an, als ob noch immer dunkle Nacht in deinem Herzen wohnt. Bitte entschuldige, dass ich so direkt schreibe, aber Gottes Leben ist lebenswert, weil er es uns einfach geschenkt hat. Aus voller Gnade.

Grüsse,
Remo
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