Lehre uns beten

Was Sie immer schon mal fragen wollten

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Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Sa 7. Jan 2017, 01:42

Lukas 11,1 hat geschrieben:Und es begab sich, dass er an einem Ort im Gebet war; und als er aufhörte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte!

Jesu Jünger dürfte schon länger aufgefallen sein, dass sich Jesus immer wieder zurückgezogen hatte um zu beten. Seine Art zu beten hat sich von der wie sie es aus der Synagoge bislang in Erfahrung gebracht haben unterschieden, zumal sie die vielen Wunder und Machttaten durch Jesus sahen. Auch die von Johannes dürfte anders gewesen sein.

Jesus lehrte sie danach das wohl bekannteste aller Gebete, das uns als "Vater Unser" überliefert ist. Ich habe in Erfahrung gebracht habe, dass wesentlich mehr dahintersteckt, als uns durch formale Gebete vermittelt werden könne. Ich möchte meine Erfahrung mit anderen teilen und mich auch über die tiefe Bedeutung mit euch austauschen.

Dazu gehört auch:

- Wie gestaltet sich mein/euer Gebetsleben?
- Was können wir dabei voneinander lernen?
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon maria139 » So 8. Jan 2017, 23:10

Na, dann beginne ich mit meinen Gedanken zuerst bezüglich Jesus Gebet, dass er den Jüngern aufgab.

Es war für mich wie eine Kurzfassung einiger Lehren, auch bezüglich seinem Evangelium.
Ich wähle hierfür eine andere Form, also so wie Jesus es einst sagte.

Unser Vater, der du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name
Dein Reich wird kommen wenn Dein Wille auf Erden wie im Himmel geschieht
Du gibst uns täglich unsere Brot.
Du vergibst uns unsere Schuld, wenn auch wir bereit sind unsern Schuldnern zu vergeben
Du führst uns nicht in Versuchung sondern erlöst uns von dem Böse

Beten ist ja auch und insbesondere reden mit Gott. Ich kann ihm alles mitteilen, ihn um dies und das bitten für dies und das danken. nachher still werden. Beten empfinde ich auch als eine beruhigende Wirkung.

Ich persönlich bitte vor oder danke im Nachhinein bezüglich Hilfe, Kraft und not-wendigen Informationen, Begegnungen,wenn man mich um Rat und/oder Tat fragt. Ich beginne jedes Gebet mit: Lieber Vater im Himmel und ende mit im Namen Jesu.

Ich staune immer wieder über die genialen, göttlichen Fügungen wenn man sich z.B. Gott als Irdischen Mitarbeiter für sein Reich zu Verfügung stellt, so wie ich überzeugt bin es Jesus Wunsch, Auftrag war.

So, jetzt bin ich gespannt, ob noch jemand zu Helmuths Thema was beitragen wird, ich hoffe sehr.

Gruss Maria
Jesus Christus ist für mich Masstab für wahre Göttlichkeit in AT und NT.z.B. betr. Johannes 12.45 / 14.9 I love Jesus deep down in my heart...
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Lepitoptera » Mo 9. Jan 2017, 02:14

Ehrling gesagt habe ich manchmal ein ziemliches Durcheinander. Ich weiss nicht, welches Anliegen oder welchen Dank beispielsweise ich an WEN richten soll. Wenn ich Jesus für den vergangenen Tag danken würde, habe ich das Gefühl den Dank doch an den Vater richten zu müssen. Macht nicht er den Tag? Auch wenn ich ihm für mein Leben an diesem Ort, auf diesem Fleckchen Erde danke, ginge der Dank doch auch an den Vater oder? Klarer wird es bei der Danksagung betreffend der Rettung. Jesus ist ja für mich ans Kreuz gegangen. Aber weiterblickend war es dann aber auch wieder der Plan vom Vater gewesen, uns durch Jesus Blut retten zu wollen. Also geht dennoch auch einen Teil der Danksagung an ihn... (?) Und weiter, ist nicht der Heilige Geist stets bei mir? Sollte ich meine Gebete also an ihn richten? Wenn ich mir einfach etwas von der Seele reden möchte, an wen sollte ich mich in diesem Fall wenden? Jesus oder den Heiligen Geist? Direkte Gebetsanliegen habe ich früher eigentlich nur an Jesus gerichtet. Aber in letzter Zeit hatte ich das Gefühl sie an den Vater richten zu müssen mit dem Zusatz "im Namen Jesus bitte ich". Manchmal macht mir dieses Durcheinander wirklich zu schaffen. Dann spreche ich "ihn" einfach nur noch mit Herr oder Gott an, ohne spezifisch zu sagen, welchen der drei ich meine. Geht es euch auch so? Oder habt ihr da eine klare Ordnung und wisst genau zu welchem Teil Gottes ihr was sagen müsst?

Lg Lepitoptera
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon jes_25913 » Mo 9. Jan 2017, 11:01

Hallo Lepitoptera,
dass sind alles überflüssige Gedanken, die Du Dir da machst! Gott ist nicht auf den Dank eines Menschen angewiesen. Aber für uns ist es nötig, dass wir dankbar sind.
Und wenn wir Gott danken, dann schreiben wir alles nicht uns, sondern der höchsten Quelle zu. Darauf kommt es allein an. Es also geht darum, dass wir das Gute wahrnehmen, uns daran erfreuen und zu wissen, das ist nicht mein Verdienst.

LG,
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"Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er"(Röm 12,7)
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon bigbird » Mo 9. Jan 2017, 11:06

Nein, ich hab keine Ordnung - ich danke, wie "es dankt". Ich finde das überhaupt nicht wichtig, an wen man den Dank richtet - denn die drei sind ja eins. Hauptsache, dass man dankt - von Herzen, und nicht nach einem Schema. Sicher, wenn es darum geht, was Jesus für mich am Kreuz getan hat, dann geht der Dank an ihn, aber doch auch mal an der Vater, der seinen Sohn auf diesen Weg geschickt hat.
Das Gleiche gilt für das Bitten - spielt es eine Rolle, wer bei mir ist: Der Vater mit seiner Fürsorge, Jesus mit seinem treuen Begleiten oder der Heilige Geist mit seinem Rat? Ich verwende keine Zeit, das aufzuschlüsseln. Ich vertraue einfach, denn "ER WEISS".

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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Hanspeter » Mo 9. Jan 2017, 11:11

Lepitoptera hat geschrieben:Dann spreche ich "ihn" einfach nur noch mit Herr oder Gott an, ohne spezifisch zu sagen, welchen der drei ich meine. Geht es euch auch so? Oder habt ihr da eine klare Ordnung und wisst genau zu welchem Teil Gottes ihr was sagen müsst?


Es gibt keinen "Teil von Gott", es gibt nicht drei. Wir sprechen zwar von der Dreieinigkeit, es sind aber nicht drei, da ist nur ein Gott, sowohl Vater, Sohn wie Heiliger Geist ist alleine für sich ganz Gott. Somit ist es egal, ob du den Vater, den Sohn oder den Heiligen Geist ansprichst, anbetest. Du sprichst, betest immer Gott an. So ist zumindest mein Verständnis.

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Re: Lehre uns beten

Beitragvon firebird » Mo 9. Jan 2017, 11:49

Lepitoptera hat geschrieben:Ehrlich gesagt habe ich manchmal ein ziemliches Durcheinander. Ich weiss nicht, welches Anliegen oder welchen Dank beispielsweise ich an WEN richten soll. Wenn ich Jesus für den vergangenen Tag danken würde, habe ich das Gefühl den Dank doch an den Vater richten zu müssen. Macht nicht er den Tag? Auch wenn ich ihm für mein Leben an diesem Ort, auf diesem Fleckchen Erde danke, ginge der Dank doch auch an den Vater oder? Klarer wird es bei der Danksagung betreffend der Rettung. Jesus ist ja für mich ans Kreuz gegangen.


Liebe Lepitoptera,

Auch ich muss ehrlich sagen, dass bei mir ähnliche Fragen kommen wie bei Dir. Seit der Wiedergeburt sind schon mehrere Jahrzehnte ins Land gezogen, vieles hat sich seither verändert, geblieben sind die diesbezüglichen Unsicherheiten.

Mir erscheint wichtig, dass sich Gott der Vater in Jesus Christus geoffenbart hat, ebenso auch im Heiligen Geist. Wenn ich zum Beispiel Jesus Christus für sein Erlösungswerk danke, so bete ich gleichzeitig zum Vater und zum Heiligen Geist. Wenn ich zum Beispiel den Heiligen Geist um Kraft bitte, so richtet sich diese Bitte gleichzeitig an den Vater und an Jesus Christus, der für mich durch seinen Sühnetod den Weg für den Heiligen Geist frei gemacht hat. Freue ich mich draussen in der Natur, geht der Dank an den Vater, den Schöpfer und gleichzeitig an Jesus Christus und den Heiligen Geist, der meine Wahrnehmung geschärft hat für die Schönheit der Schöpfung. Bzw. Jesus Christus der mich durch seine Erlösung in die Gemeinschaft mit dem Schöpfer gebracht hat.

Fazit: Solange sich unser Gebet auf Gott den Vater von Jesus Christus, fokussiert, so lange spielt es eigentlich keine Rolle zu wem wir beten. Wir gelangen immer an die richtige Adresse. Wir haben es schliesslich mit dem dreieinigen Gott zu tun.

Zum Thema Ordnung: Bei mir kommt es zwischendurch einmal vor, dass ich spezifisch zu dem Heiligen Geist bete. Dies meistens in Anliegen wo es in der Bibel in etwa heisst: "gewirkt durch den Heiligen Geist". Jesus Christus verheisst uns, dass er alle Tage bei uns ist. Mit einer Person die bei mir ist, kann ich sprechen.

Herzliche Grüsse
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Allein bin ich ein schlechtes Team!
Doch mit Jesus Christus bin ich im besten Team!
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Lepitoptera » Mo 9. Jan 2017, 14:51

Danke euch! Ich bin sehr froh, dass ihr das Ganze so "unkompliziert" betrachtet. Meistens versuche ich es genau so unkompliziert zu handhaben. Mich hat es erst begonnen zu verunsichern, als ich einmal von einem Pastor gehört habe, dass es sehr wohl eine Ordnung gäbe. Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, was er genau gesagt hat, welche Anliegen an WEN gehen sollen. Deshalb dachte ich, dass ihr es vielleicht wüsstet. Dass ihr es aber unkompliziert betrachtet, gibt mir Zuversicht. Wieso sollte es Gott unnötig verkomplizieren? Und dies mit der Dreieinigkeit scheint bei so manchem eine Irritation auszulösen. Dass eben einige wirklich drei verschiedene "Personen" meinen und andere von einem einzigen Gott sprechen, in dem alle drei beinhaltet wären.

Lg Lepitoptera
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Mo 9. Jan 2017, 16:28

Ich habe beim Gebet heute zunächst einmal überhaupt nicht mehr einmal einen Anflug eines Gedanken bezüglich theologischer Konstellationen. Vielmehr bete ich, wenn ich allein bete, so wie mir der Schnabel gewachsen ist. Mein Gott kennt mich ja eh. Ich bete aber auch gerne gemeinsam oder in aller Öffentlichkeit, wenn ich das soll.

Hm, Theologie, naja ein paar Worte dazu:

Es gibt eine vorgegebene göttliche Hierarchie. Gott ist das Haupt des Christus, dieser ist das Haupt des Mannes, dieser ist das Haupt der Frau.

Gebete gehen bei mir direkt an Jesus, denn er lebt, er hört und er hat alle Vollmacht vom Vater erhalten, seit er zur rechten Gottes sitzt. Wir sehen ihn heute ebenso nicht wie wir den Vater sehen. Aber wir werden ihn einmal sehen. Wird der Vater angerufen, erhält Jesus sozusagen eine Auftrag. Wird Jesus angerufen, hat er eine Unzahl an Engeln, derer er sich bedienen kann.

Nur dass kein Missverständnis aufkommt: Ich rufe keine Engel an, denn diese sind dienstbare Geister, aber die Vollmacht geht vom Herrn aus, nicht vom Diener.

Naja, das war Theologie. Eigentlich interessiert mich mehr das Gebetsleben. Ich gebe gerne meines bekannt, würde aber zuerst etwas von euch hören. Ich denke ich habe mittlerweile genug Erfahrungen gesammelt. Ich benötige heute keine Belehrung mehr über das warum, warum nicht, mich interessiert mehr wie und welche Erfahrung ihr damit habt.
Herzliche Grüße
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Mariette M. » Mo 9. Jan 2017, 20:15

Lepitoptera hat geschrieben: Und dies mit der Dreieinigkeit scheint bei so manchem eine Irritation auszulösen. Dass eben einige wirklich drei verschiedene "Personen" meinen und andere von einem einzigen Gott sprechen, in dem alle drei beinhaltet wären.
Lg Lepitoptera

Gott ist einer. Die Dreieinigkeit ist eines Wesens, und offenbart sich in drei Naturen.
Wir beten an den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, die wesenseine und ungeteilte Dreiheit.
Deshalb ist ein Gebet an den Sohn automatisch auch ein Gebet an den Vater und den Heiligen Geist. Kein Grund, sich da einen zu grossen Kopf zu machen ;)
Die Orthodoxe Kirche: Evangelisch, aber nicht protestantisch; orthodox, aber nicht jüdisch; katholisch, aber nicht römisch. Die ungeteilte Kirche. Sie hat den Glauben der Apostel geglaubt, gelehrt, bewahrt, verteidigt und ist dafür gestorben... seit dem Pfingsttag vor 2000 Jahren
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Mariette M. » Mo 9. Jan 2017, 20:22

Helmuth hat geschrieben:Wird der Vater angerufen, erhält Jesus sozusagen eine Auftrag. Wird Jesus angerufen, hat er eine Unzahl an Engeln, derer er sich bedienen kann.
...

Helmuth... das klingt aber gefährlich nach Zweigötterei. Oder ist Jesus für Dich überhaupt nicht Gott?
Helmuth hat geschrieben:Eigentlich interessiert mich mehr das Gebetsleben. Ich gebe gerne meines bekannt, würde aber zuerst etwas von euch hören.

Ich empfinde dieses Vorgehen - unverblümt gesagt - als unfair. Ich werde erst persönlich berichten, wenn auch von Dir Persönliches hier zu lesen ist.

Aber bleiben wir mal bei deinem Eingangspost: Dem Vaterunser oder Unser Vater als Lehrgebet. Wir können das ja gerne Vers für Vers, ja Wort für Wort, besprechen.

Interessant finde ich zuallererst, dass Jesus uns lehrt, in der WIR Form zu beten. Als Gemeinde, als Familie, als Gemeinschaft, Gebetsgruppe, was immer.
ER führt uns damit weg von egoistischem Beten hin zum Blick auf die Menschen um uns herum.

lg Marietta
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Hanspeter » Mo 9. Jan 2017, 20:38

Mariette M. hat geschrieben:
Lepitoptera hat geschrieben: Und dies mit der Dreieinigkeit scheint bei so manchem eine Irritation auszulösen. Dass eben einige wirklich drei verschiedene "Personen" meinen und andere von einem einzigen Gott sprechen, in dem alle drei beinhaltet wären.
Lg Lepitoptera

Gott ist einer. Die Dreieinigkeit ist eines Wesens, und offenbart sich in drei Naturen.
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Deshalb ist ein Gebet an den Sohn automatisch auch ein Gebet an den Vater und den Heiligen Geist. Kein Grund, sich da einen zu grossen Kopf zu machen ;)


Liebe Mary, du erklärst es am besten!

LG Hanspeter
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Mariette M. » Mo 9. Jan 2017, 20:54

Hanspeter hat geschrieben:
Mariette M. hat geschrieben:
Lepitoptera hat geschrieben: Und dies mit der Dreieinigkeit scheint bei so manchem eine Irritation auszulösen. Dass eben einige wirklich drei verschiedene "Personen" meinen und andere von einem einzigen Gott sprechen, in dem alle drei beinhaltet wären.
Lg Lepitoptera

Gott ist einer. Die Dreieinigkeit ist eines Wesens, und offenbart sich in drei Naturen.
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Deshalb ist ein Gebet an den Sohn automatisch auch ein Gebet an den Vater und den Heiligen Geist. Kein Grund, sich da einen zu grossen Kopf zu machen ;)


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LG Hanspeter


Naja ;) ... ist auch nicht ganz nur von mir, nur verinnerlicht... der mittlere Satz steht in der orthodoxen Liturgie direkt vor dem Glaubensbekenntnis der Gemeinde...
Der Priester fordert da auf: " Lasset uns einander lieben, damit wir eines Sinnes bekennen:" und der Chor/Gemeinde antwortet darauf: "den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, die wesenseine und ungeteilte Dreiheit."

Schön, nicht?
Lg Maria
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Mo 9. Jan 2017, 21:13

Mariette M. hat geschrieben:Ich empfinde dieses Vorgehen - unverblümt gesagt - als unfair. Ich werde erst persönlich berichten, wenn auch von Dir Persönliches hier zu lesen ist.

Warum denn das? Ich weiß bloß nicht, an welcher Stelle ich anfangen soll, also dachte ich mir, ich höre mir zuerst andere Erfahrungen an, nach dem Motto: Schnell zum Hören, langsamer zum Reden.

Kommt aber eine konkrete Frage, kann ich gezielt darauf antworten. Also, nur zu. :]
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Knecht » Mo 9. Jan 2017, 23:25

Helmuth hat geschrieben:Jesus lehrte sie danach das wohl bekannteste aller Gebete, das uns als "Vater Unser" überliefert ist. Ich habe in Erfahrung gebracht habe, dass wesentlich mehr dahintersteckt, als uns durch formale Gebete vermittelt werden könne. Ich möchte meine Erfahrung mit anderen teilen und mich auch über die tiefe Bedeutung mit euch austauschen.

Dazu gehört auch:

- Wie gestaltet sich mein/euer Gebetsleben?
- Was können wir dabei voneinander lernen?

Helmuth, du hast doch in Erfahrung gebracht, dass beim Gebet wesentlich mehr dahinter steckt, also wäre es nicht unfair, wenn du beginnen würdest. Hab nur Mut und erzähl mal. Was können wir lernen?

Gruß
rupert
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Mariette M. » Mo 9. Jan 2017, 23:46

Helmuth hat geschrieben:Kommt aber eine konkrete Frage, kann ich gezielt darauf antworten. Also, nur zu. :]

Kannst ja gerne mal Stellung nehmen zu meinen Gedanken zum "unser" (Vaterunser). :)
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Gnu » Di 10. Jan 2017, 00:32

Wenn ich intensiv beten will, also mit Nachdruck, und nicht einfach so husch husch ein Stossgebet, lege ich mich auf den Bauch, nach dem Vorbild von Moses und Josua. Was ich dann bete hängt davon ab, was das Anliegen ist. Habe ich kein spezielles Anliegen, kann es schon mal vorkommen, dass ich ein Vaterunser bete und das war es dann auch schon. Es kann aber auch umgekeht so sein, dass ich nach einer längeren Gebetszeit einschlafe.

Ich wünsche mir eine etwas frömmere Umgebung mit regelmässigen Gebetszeiten morgens um 6, abends um 18 Uhr mit einer Gebetsgemeinschaft um 15 Uhr. Was nicht ist, kann noch werden.

Ich habe noch nie den Gebetsschal der Juden ausprobiert, obwohl Jesus das empfohlen hat. Es wird zwar falsch übersetzt, nämlich man solle sich in seinem Kämmerlein einschliessen. Gemeint ist aber, man solle sich unter seinem Gebetsschal einschliessen, denn zur Zeit Jesu lebte man in gemeinsamen grossen Räumen, nicht so wie heute. Paulus war ja auch „Zeltmacher“. Schon wieder falsch übersetzt, er stellte Gebetsschals her.
Zuletzt geändert von Gnu am Di 10. Jan 2017, 00:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Di 10. Jan 2017, 00:33

Mariette M. hat geschrieben:Kannst ja gerne mal Stellung nehmen zu meinen Gedanken zum "unser" (Vaterunser). :)

Sehr gerne sogar.

Das VU (Vater Unser) verwende ich heute gerne als Einstieg ins Gebet, wenn ich alleine bete. Ich gehe zum Beten gerne auf die Straßen Wiens, ich bin ein Kind aus Wien, a echt's Weana Kind sogt ma bei uns. Ich erhalte da oft Impulse wie vom Heiligen Geist, die in etwa so lauten: "Du hast schon längere Zeit nicht dein Angesicht auf mich gerichtet, du denkst über vieles nach, redest aber mit mir nicht darüber."

Ich weiß nicht, ob ich da mit mir rede, aber es kommen diese Impulse nicht unregelmäßig. Und dann fällt mir auf die Schnelle nicht immer gleich was ein. Klar Beten, worüber? jetz gerade Familie, Freunde, Arbeit? Dann habe ich es mir angewöhnt das VU zu starten.

"Ach lieber Vater, der du in den Himmel bist" Ich sag auch gerne "Paps", denn das ist er für mich. Und wenn ich dann zur nächsten Zeile komme "geheiligt werde dein Name", bin ich schon öfter über diese Zeile nicht hinausgekommen, weil mir der HG aufzeigt, welche kleine Sau ich noch bin. Heilig? Ich? Worin heilige ich dich denn eigentlich? Ist es nicht vielmehr so, dass ich ihn mit meinem Verhalten nicht eher entheilige. Da werden mir so bestimmte Sünden vor Augen geführt.

Und dann beginnt ein echter Kampf. Es toben Anklage und Rechtfertigung in mir, und die Worte Gottes sprudeln nur so auf mich herab "Flieht die Unzucht " oder "Haltet euer "Gefäß rein" oder "Denn das ist der WIlle Gottes, eure Heiligung" "Ich bin heilig, also sollt auch ihr heilig sein" Und ich rechtfertige mich erneut, versuche Gott um Verständnis für meine Probleme. Hat doch jeder Mensch, oder? Dann wieder Stellen, bis ich irgendwann resigniere. Scheiße, ... vergib mir. Ich erspare euch die Auflistung von Details, denkt es euch.

Derart habe ich z.B. das letzte Jahr regelmäßig gleich locker ein bis zwei Stunden verbracht. Ich fahre alles öffentlich, ohne Auto, mit U-Bahn oder S-Bahn, damit ergibt sich dafür auch die Zeit. Zwischendurch sehe ich mir Menschen oder Auslagen an. Ich kaufe dazwischen ein. Danach geht es weit. Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja die Heiligung.

Aber ich kann sagen, dass ich Anfang 2016 einen gewaltigen Durchbruch erzielt habe. Ich habe bewusst und vorsätzlich mit so mancher Sünde gebrochen und schwupp waren die Impulse in dieser Richtung weniger, um nicht zu sagen weg und ich konnte zur nächsten Zeile vornanschreiten. "Dein Reich komme ... "

Bis hier her mal. Nun wieder ihr. :D
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon bigbird » Di 10. Jan 2017, 12:30

Lepitoptera hat geschrieben:Danke euch! Ich bin sehr froh, dass ihr das Ganze so "unkompliziert" betrachtet. Meistens versuche ich es genau so unkompliziert zu handhaben. Mich hat es erst begonnen zu verunsichern, als ich einmal von einem Pastor gehört habe, dass es sehr wohl eine Ordnung gäbe. Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, was er genau gesagt hat, welche Anliegen an WEN gehen sollen. Deshalb dachte ich, dass ihr es vielleicht wüsstet. Dass ihr es aber unkompliziert betrachtet, gibt mir Zuversicht. Wieso sollte es Gott unnötig verkomplizieren? Und dies mit der Dreieinigkeit scheint bei so manchem eine Irritation auszulösen. Dass eben einige wirklich drei verschiedene "Personen" meinen und andere von einem einzigen Gott sprechen, in dem alle drei beinhaltet wären.

Lg Lepitoptera


Wenn du von einer "Ordnung" sprichst, kommt mir auch etwas in den Sinn. Ein Pfarrer hat darüber mal eine gute Predigt gehalten. Er unterschied verschiedene Menschen- resp. Glaubenstypen. Demzufolge gibt es Menschen, die sich von innen, von ihren Bedürfnissen her, eher an den Vater, andere eher an den Heiligen Geist und wieder andere an Jesus. Aber das auch - ohne Überlegung, was jetzt richtig sei - einfach aus dem Herzen, das ist es, was vor Gott zählt.

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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Mariette M. » Di 10. Jan 2017, 12:55

Lieber Helmuth,
Herzlichen Dank für dein Zeugnis.
Ja, diese Erfahrungen mache ich auch.
Die des Gezogenwerdens zum Beten. Und die der Heiligung. Wobei ich schon finde, dass der Heilige Geist ganz schön fordernd sein kann. Kaum hat man etwas überwunden, einen Gram losgelassen, eine alte Schuld bekannt, schon kommt nach kurzer Freude die nächste Baustelle in den Blickpunkt.... :comeon:

Hmm, aber nachhaken möcht ich doch nochmal. Denn Du hast zu meiner Erkenntnis, dass Jesus uns in der WIR Form beten lehrt, nichts gesagt. Du erinnerst Dich?
Mariette M. hat geschrieben:Kannst ja gerne mal Stellung nehmen zu meinen Gedanken zum "unser" (Vaterunser). :)


Und wensd das nächste Mal beim Steffel vorbeigehst, sogst bitte liabe Grüass... ach ich war schon viel zu lang nimmer da.
Mary, die Heimwehösterreicherin.
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Lepitoptera » Di 10. Jan 2017, 14:09

Liebe Mary, liebe Bigbird

Noch danke für eure Ergänzungen! Ich habe das Gefühl, dass sich in mir durch eure Antworten etwas gelöst hat. Ich kann jetzt viel unbeschwerter zu Gott reden. Ich ziehe einfach alle mit ein. Manchmal sage ich Vater, dann wieder Jesus, dann Heiliger Geist. Ich fühle eine grosse Zuversicht, dass meine Worte schon an die "richtige Adresse" wandern... :D

Danke euch! :umarm:

Lg Lepitoptera
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Knecht » Di 10. Jan 2017, 15:17

Hallo Helmuth, bewusst mit Sünden gebrochen habe ich vor Jahrzehnten schon. Bald danach durfte ich erkennen, dass ausnahmslos alle Menschen mehr oder weniger Sünder sind. Später musste ich noch erkennen, auch mit bestem Vorhaben, nicht mehr sündigen zu wollen, war ich nicht gänzlich (sehr selten) davor gefeit, wieder unbewusst Fehler (z. B. anders gesinnte Feinde, die man sich selber macht) zu machen. Das tat schon ein wenig weh. Ein möglicher Ausweg wäre, als Einsiedler der Welt zu entsagen, also am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilzunehmen. Das kommt für mich aber nicht in Frage. So bleibt nur, da wir im Leben nicht perfekt werden können: '' Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern''. Das heißt, wenn wir Anderen vergeben können, dürfen wir bei aller Aufrichtigkeit uns selbst ebenso vergeben. Wenn ich aber nur mir selbst vergebe, anderen aber nicht, ist die Vergebung nicht vollendet – nicht von hoher Qualität.
Beispiel: Wenn jemand andere mehrmals beklaut oder übervorteilt, dann damit aufhört, er irgendwann später selbst beklaut wird - und dann böse ausrastet und ihn gesamtheitlich als Mensch – was wir nicht sollen – arg verurteilt, ist er leider (war ich) nur ein Heuchler, der leider vergessen hat, das er früher denselben Mist gebaut hat. Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als mit dem Verurteilen vorsichtig zu sein, da ich allen Menschen zugestehen muss, dass sie dieselben Hornochsen sein dürfen, wie ich es war - und, was ich nicht ausschließen kann, vielleicht wieder mal sein werde. Hoffen tue ich das natürlich nicht. :)
Nun habe ich einiges im VU übersprungen und bin gleich zur Vergebung gekommen. Hat halt gerade gepasst.

Zu deinem Entheiligen des Vaters darf ich hinweisen, kein Mensch kann Gott entheiligen, darüber ist er erhaben. Wir können uns nur selber entheiligen oder viel besser gesagt, wir können uns nur – mehr oder weniger oft – gegenüber ihm als nicht würdig erweisen.

Beim Vaterunser oder einem anderen Gebet versuche ich keine anderen Gedanken aufkommen zu lassen. Ich versuche jeden Gedankengang demütig gedanklich nachzuvollziehen.
Hin und wieder selbstkritisch über mein Verhalten und mich nachdenken tue ich danach oder auch zu einem anderen Zeitpunkt. Meistens bin ich zufrieden - und fertig.
Am Wichtigsten ist mir aber, wenn sich mein schlechtes Gewissen rührt und Schuldgefühle aufkommen, diese keinesfalls zu ignorieren, also – auch wenn man das manchmal überhaupt nicht so mag :) - aufzuarbeiten.
Das schlechte Gewissen und Schuldgefühle in Verbindung mit der von Jesus angebotenen Vergebung kommen von Gott - sind gottgewollt. Mit ihnen ihm rechten Maß umzugehen, macht uns mMn zu gottgefälligen selbstkritischen Menschen, die einen guten Weg gehen.

Gruß
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Di 10. Jan 2017, 22:43

Mariette M. hat geschrieben:Hmm, aber nachhaken möcht ich doch nochmal. Denn Du hast zu meiner Erkenntnis, dass Jesus uns in der WIR Form beten lehrt, nichts gesagt. Du erinnerst Dich?

Jetzt wo du es wiederholst, wird es mir bewusst. Die "Wir"-Form. Ich gestehe ehrlich ein, dass ich mir darüber noch gar nicht so viele Gedanken gemacht habe. Vielleicht wird's Zeit? Da liegt was dran. Also sinne ich mal drüber nach. Der Herr wird mir dazu schon was zeigen.

Ich bin beim Gebet praktisch orientiert. Wenn ich Bibel lese und über das Wort Gottes nachsinne (also den Theologiekram im Hirn herumkreisen lasse), dann mache ich mir um solche Fragen Gedanken.

Beim Beten geht es mir sehr um meine Beziehung zu Gott oder zu der meiner Mitmenschen. Beten ist für mich auch Anbeten. Da ist Theologie nicht so das Programm. Aber ich werde mir das sicher, ob nun im Gebet oder Studium, mal mehr durch den Kopf gehen lassen.

Mariette M. hat geschrieben:Und wensd das nächste Mal beim Steffel vorbeigehst, sogst bitte liabe Grüass... ach ich war schon viel zu lang nimmer da.

Moch i gern! Wenn du demnächst Schluckkauf (wienerisch Schnackerln) bekommst, interpretiere es so, dass ich grad für dich dort gebetet habe. Mal sehen ob's funktioniert. :D

Knecht hat geschrieben:Das schlechte Gewissen und Schuldgefühle in Verbindung mit der von Jesus angebotenen Vergebung kommen von Gott - sind gottgewollt. Mit ihnen ihm rechten Maß umzugehen, macht uns mMn zu gottgefälligen selbstkritischen Menschen, die einen guten Weg gehen.

Ein ganz treffender Aspekt. Wenn mich härtere Gewissensbisse plagen, dann ist das als wäre der "Red-Flag - Major-Priority" Alarm in meinem Geist ausgelöst. Ich bin hier durch den Wandel mit Jesus mit der Zeit sensibler geworden. Dann ist es am besten, alle Aktivitäten einzustellen und ab ins Gebet um zu checken was Sache ist.

Ich habe aber auch gelernt, mich nicht im Gewissen durch unberechtigte Anschuldigungen manipulieren zu lassen. Das ist ein Prozess, und auch dem geht viel Zeit, Gebet und Erfahrungsammeln voraus. Es wäre ein eigenes Thema wert, das mit dem Gewissen. Ich sage mal das Gewissen ist das geistliche Alarmsystem des Menschen.
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Mariette M. » Di 10. Jan 2017, 23:41

Knecht hat geschrieben: Ein möglicher Ausweg wäre, als Einsiedler der Welt zu entsagen, also am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilzunehmen.


Ui.. Rupert,

glaub nur ja nicht, dass Du als Einsiedler vor Sünde gefeit wärest. Und wenn es nur die Sünde der Überhebung über andere wäre....
die Schriften der Wüstenväter und -mütter der ersten Jahrhunderte sind voll von Beispielen.
Was Du schreibst über unsern - und Gottes - Umgang mit unserer Schuldhaftigkeit kann ich mit unterschreiben, absolut einverstanden.
lg Mary
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Mariette M. » Di 10. Jan 2017, 23:55

Helmuth hat geschrieben:Beim Beten geht es mir sehr um meine Beziehung zu Gott oder zu der meiner Mitmenschen. Beten ist für mich auch Anbeten.

Ja, ich glaube auch, dass dies ein ganz wichtiger Punkt ist. Die Beziehung zu Gott. Leider ist diese Beziehung oft getrübt oder verstellt, durch unsre Schuld oder unsere Ängste. "Selig, die ein reines Herz haben", sagte unser Herr, "denn sie werden Gott schauen!"
Ich denke, dieses reine Herz ist der Schlüssel. Allen Dreck weggeräumt haben. Und von Gott wegräumen lassen haben. Ein reines Herz auf Gott ausrichten, so wie ein Kind. Dann werden wir ihn schauen und erkennen.
Helmuth hat geschrieben:Da ist Theologie nicht so das Programm. Aber ich werde mir das sicher, ob nun im Gebet oder Studium, mal mehr durch den Kopf gehen lassen.

Ja. Für mich war dies ein Schlüsselerlebnis, dieses Erleben des WIR. Natürlich können und sollen wir die Worte der Bibel auch ganz an uns persönlich gerichtet lesen. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass viele Worte an eine Gruppe, an eine Gemeinde gerichtet sind. Die Briefe unter diesem Aspekt zu lesen, ist eine ganz neue Erfahrung... und ebenso die Seligpreisungen oder die Abschiedsrede Jesu im Johannesevangelium. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

In meiner (orthodoxen) Gemeinde erlebe ich sehr praktisch, dass ein Solochristen-Dasein eben kaum möglich ist. So darf bsp der Priester die Liturgie nicht feiern, wenn keine Gemeinde da ist. Der Priester wird vom Diakon aufgefordert, mit dem Gottesdienst zu beginnen. Die Antworten von Chor und Gemeinde sind unabdingbar.. es ist ein feierndes Miteinander im Angesicht Gottes. Die eigene Person verliert an Wichtigkeit...

Helmuth hat geschrieben:Moch i gern! Wenn du demnächst Schluckkauf (wienerisch Schnackerln) bekommst, interpretiere es so, dass ich grad für dich dort gebetet habe. Mal sehen ob's funktioniert. :D

Oh ja... dann wird es auch gleich viel erträglicher, das leidige Schnackerln... :-P
Danke!!
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Knecht » Mi 11. Jan 2017, 12:17

Mariette M. hat geschrieben:
Knecht hat geschrieben: Ein möglicher Ausweg wäre, als Einsiedler der Welt zu entsagen, also am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilzunehmen.


Ui.. Rupert,

glaub nur ja nicht, dass Du als Einsiedler vor Sünde gefeit wärest. Und wenn es nur die Sünde der Überhebung über andere wäre....

Hast recht, kluges Mägdelein, da habe ich nicht gut überlegt. Danke. :))

Gruß
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Knecht » Mi 11. Jan 2017, 12:25

Helmuth hat geschrieben:Ich habe aber auch gelernt, mich nicht im Gewissen durch unberechtigte Anschuldigungen manipulieren zu lassen. Das ist ein Prozess, und auch dem geht viel Zeit, Gebet und Erfahrungsammeln voraus. Es wäre ein eigenes Thema wert, das mit dem Gewissen. Ich sage mal das Gewissen ist das geistliche Alarmsystem des Menschen.

Alarmsystem klingt gut. :)
Unberechtigte Anschuldigungen kenn ich leider auch. Manchmal machen wir uns aber (übertreibend) selber einen Kopf, wo es gar nicht so nötig wäre. Besser aber einmal zu viel als zu wenig. Naja, wie auch immer, da müssen/dürfen wir halt immer wieder durch. Wie heißt es so schön: Kommt Zeit, kommt Rat.

Gruß
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Mi 11. Jan 2017, 22:58

Knecht hat geschrieben:Unberechtigte Anschuldigungen kenn ich leider auch. Manchmal machen wir uns aber (übertreibend) selber einen Kopf, wo es gar nicht so nötig wäre. Besser aber einmal zu viel als zu wenig. Naja, wie auch immer, da müssen/dürfen wir halt immer wieder durch. Wie heißt es so schön: Kommt Zeit, kommt Rat.

Ich zitiere dazu mal folgende Hebräerstelle, die mir in letzter Zeit viel darüber Aufschluss gegeben hat:
Hebr.4,12 hat geschrieben:Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.

Fürher plagten mich Gewissensbisse, einfach weil man mir z.B. einen bloßen Vorwurf machte. Dann drehten sich die Gedanken im Geist, wechselten sich ab zwischen Anklage und Rechtfertigung, aber das Spiel hörte oft lange nicht auf. Ging man dann auf die Person näher ein und sie beharrte auf der Anschuldigung, ging das oft lange so dahin. Derart wird das Gewissen belastet, aber falsch. Man legt sich dann eine Rechtfertigung zu oder anerkennt irgendein Schuldeingeständnis um des anderen wegen. Ich nenne das mal: So funktioniert Humanismus.

Mit Gottes Geist und dem Schwert durch die Seele funktioniert das anders und vor allem effizienter.

Nachdem ich mich bekehrt hatte, hatte sich das ja nicht gleich geändert, aber es kamen nun zwei äußerst wertvolle Hilfestellungen hinzu, die mir ohne Jesus fehlten.

1. Das Wort Gottes, ich hatte den rechten Maßstab
2. Das sog. wie ich es genannt hatte "Alarmsystem"

Mit der Zeit war es nämich so, dass sich sündhaftes Verhalten darin zeigt, dass mir frömlich das "Schwert" durch die Seele fährt. Es schmerzt und die Gewissensbisse nagen so heftig, dass du wahrlich das Gefühl hast, es werde ein Bein abgesägt oder man sticht dir mit einer Nadel ins Rückgrat.

Das erfordert Sensibilisierung und Training. Es ging nicht von heute auf morgen. Klare Sünde war mir früher auch bewusst, aber die feinen, kleinen Dinge, die man als "lächerlich" oder "na mach dir mal nicht gleich in die Hose" oft so verächtlich übergeht, derart tötet man das Gewissen einfach ab.

Heute ist es so, dass ich mich dadurch auch leiten lasse. Aus Erfahrung kann ich nun sagen, dass ich Vorwürfen heute so begegne:

Plagen mich diese Seelenstiche? Denn ich denke, derart führt Gott den Menschen durch sein Gewissen. Es offenbart zumeist rasch, worin ich mich verfehlt hatte. Da benötigt es kaum einer großartigen Offenbarung.

Wenn nicht, dan mach ich dies:

1. - Überprüfung meines Verhaltens durch das Wort
2. - Gebet, und das nicht zu wenig, vor allem um Klärung von Missverständnissen

Meistens ist es dann ein Missverständnis und das kann man klären, so der Partner will. Fruchtet das nicht, dann sage ich zwar, "es tut mir leid", aber ich anerkenne nicht den Vorwurf der Schuldzuweisung. Stattdessen bete ich für meinen Partner um Einsicht oder einfach Vergebung, denn das ist ja fast immer die Ursache, womit wir erneut beim Gebet wären. :mrgreen:
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Knecht » Do 12. Jan 2017, 17:31

Helmuth hat geschrieben:Plagen mich diese Seelenstiche? Denn ich denke, derart führt Gott den Menschen durch sein Gewissen. Es offenbart zumeist rasch, worin ich mich verfehlt hatte. Da benötigt es kaum einer großartigen Offenbarung.


Freut mich, dass du zu dieser Erkenntnis gelangt bist. Weiter oben dachte ich, der Weana Pazi hod enorm übertrieben. :)
Schwerere Sünden sind – wenn man sie nicht (unbewusst) verdrängt - wie du ja sagst, schnell klar. Mit kleinen Vergehen, die, wenn man auf Gottes Wegen wandelt, nicht oft vorkommen, gehe ich wie folgt um. Wenn jemand – egal ob sanft oder aggressiv – mir was vorwirft, checke ich schnell ab, ob der kritische Vorwurf berechtigt ist oder nicht. Wenn ja, kommt von mir ein aufrichtiges ''Tut mir leid''. Viele nehmen das auch an - und gut ist es. Manche können das aber nicht so gut und reitern weiter darauf herum. Das versuche ich zu ignorieren, weil derjenige gerade ein Problem mit der Vergebung hat. Vergebung geschieht ja nicht immer gleich, es dauert halt (auch bei mir) manchmal länger. Übrigens, wenn auch nur selten, in meinem langen Leben sind unberechtigte Anschuldigungen, durch vorschelle Schlussfolgerungen, auch mir Esel passiert. :oops:
Wenn der Vorwurf nicht berechtigt ist, versuche ich wie du, das eventuelle Missverständnis zu klären. Meistens klappt es und das Problem ist beseitigt. Basta. Wenn es nicht klappt und es kommen weitere Vorwürfe, ignoriere ich sie, da ich nicht aufschaukelnd sein Problem zu meinem machen will. Hinzu kommt noch, dass manche Menschen ihre unaufgearbeiteten Schlechtigkeiten unbewusst auf andere projizieren wollen. Sie werfen dir was vor, worunter sie selber leiden, da nützt dann in der Regel das klären von Missverständnissen nichts. Ohne zu verurteilen meide ich solche Menschen eher und denke mir nur, der hat ein gewaltiges Problem, welches er mangels der Fähigkeit selbstkritisch zu sein, nicht wahrhaben kann. Solange er sich nicht läutern will/kann, darf er eigenverantwortlich den heilsamen Weg der einsichtigen Selbstkritik mit anschließender Vergebung nicht gehen. Eigentlich sind solche Menschen zu bedauern.............

Selten kam ich eine Situation, wo ich mir nicht sicher war, ob mein Verhalten gut war oder nicht. Da ich nach dem hin und her Abwägen zu keinem Ergebnis kam, legte ich diese kleine Problemstellung einfach beiseite und dachte, so Gott will, erkenne ich das irgendwann später mal. Es kommt ja auch vor, dass man glaubt, gut zu agieren/reagieren - und im Nachhinein stellt es sich als schlecht heraus. Es ist schon gut, seine kleinen Fehlerhaftigkeiten zu erkennen und sich vorzunehmen, bei einer gleichen oder ähnlichen Situation vorsichtiger zu sein. Aber bei jeder Kleinigkeit immer gleich einen großen Schuh daraus zu machen und stundenlang darüber zu beten, mag ich nicht so. In der Regel bete ich einmal am Tag, manchmal sogar nur vier- oder fünfmal die Woche. Ich glaube, unser barmherziger Gott will nicht, dass wir uns quälend selbst zerfleischen. So schnell kann man das Gewissen auch nicht töten, da bedarf es schon sehr vieler Sünden samt permanenter Uneinsichtigkeit. Saulus hat schwer gesündigt. Wenn in jener uneinsichtigen Zeit sein Gewissen absolut tot geworden wäre, hätte er nicht zu Paulus werden können.

Ich glaube, wir sollen auch in diesen Dingen – wie du ja andeutest - ein mittleres Maß finden, also das wir in der Religion nicht unter- oder übertreiben sollen; religiöser Übereifer kann auch von Gott wegführen.
Kleine (uneinsichtige) Abnormitäten sieht uns der Barmherzige vorerst locker nach, natürlich nur, wenn wir es bei anderen Geschwistern auch tun können.:)

Gruß
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PS: Helmuth, zuerst dachte ich, ich brauche dir keine Antwort zu geben, da wir diesbezüglich ohnehin ähnlicher Meinung sind. Danach dachte ich, du bist in den kleinen Dingen a bissl zu streng zu dir.
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Dreieck » Fr 13. Jan 2017, 18:20

[...] Und dies mit der Dreieinigkeit scheint bei so manchem eine Irritation auszulösen. Dass eben einigewirklich drei verschiedene "Personen" meinen und andere von einem einzigen Gott sprechen, in dem alle drei beinhaltet wären.[...]

Weil manch' Pfarrer das nachplappern, was ihnen vorgegeben wurde, von Menschen, die ebenfalls nur Theoretiker, ohne eigene Erfahrung mit dem "heiligen" Geist.
Und so kommt es natürlich (nicht nur bei den Bepredigten) zu Irrnissen und Wirrungen.

Ähnlich den Leuten, die blind dem "Navigator" im Auto folgen, ohne sich vorher selbst informiert zu haben über Gesamtstrecke und die einzelnen Gebiete.
Und dann hilft nur noch der Anruf mit dem Handy: "Papa, komm schnell, dein Auto ist in den See gefahren und ich bin pitschnass, hol mich ab!"
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » So 15. Jan 2017, 14:28

Mariette M. hat geschrieben:Hmm, aber nachhaken möcht ich doch nochmal. Denn Du hast zu meiner Erkenntnis, dass Jesus uns in der WIR Form beten lehrt, nichts gesagt. Du erinnerst Dich?

Das Vater unser ist in der WIR-Form geschrieben, richtig. Ich denke in erster Linie daran, dass wir uns als ein Leib in Einheit verstehen sollen. D.h. wenn wir das Gebet in Gemeinschaft sprechen, dann sollen wir verinnerlichen, dass wir alle täglich Brot, seine Vergebung und Bereitschaft allen zu vergeben, gute Führung und Bewahrung vor dem Bäsen benötigen.

Das Gebet hat also keinen Priviligienstatus. Wir sind alle Sünder, sündigen fast täglich, haben dadurch Mangel an der Herrlichkeit Gottes und benötigen allesamt die Erlösung in Christus.

Spreche ich das Gebet aber z.B. wenn ich allein bin, so ist es eine intime Sache ganz zwischen mir und dem Herrn. Aber auch hier bete ich es im Geist in der WIR-Form vor und nehme dann zu den einzelnen Aufforderungen Stellung. D.h. ich denke nach, ob ich etwas irgendwo in Unfrieden mit anderen lebe, etwas zu bereinigen habe und dgl. mehr.

Übrigens bete ich die Zeile "unser tägliches Brot gib uns heute" oft gerne anders. Ich drehe es in eine Danksagung um in der Form:

"Herr, ich kann dir gar nicht genug dafür danken, dass du uns in einem reichen Land hast aufwachsen lassen, in dem nicht bloß Mich und Honig, fließt, nein es fließt sogar Wiener Schnitzel und bester Riesling Wein. Daher sage ich Danke für all das Gute, dass du mir und meiner Familie hast zukommen lassen und ich bitte dich daher mich nicht vergessen zu lassen, dass es vielen anderen beileibe nicht so gut geht und die daher tatsächlich um ihr tägliches Einkommen bangen und dich daher bitten müssen."

Ich dreh also den Vers in Dank und Fürbitte um, indem ich nachdenke, ob andere, die ich kenne es an etwas mangelt.

Ja in der Tat, die WIR-Form sollte ich mir noch tiefer verinnerlichen. Du hast mir da eine gute Sichweise gegeben. Wie ist dein Verständnis nun der WIR-Form? Du hast dazu noch (für mich) zu wenig gesagt. Lass mich teilhaben.
Herzliche Grüße
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Mariette M. » Mo 16. Jan 2017, 23:58

Hallo Helmuth, danke für deine Gedanken zum "Wir" der christlichen Gemeinde und auch zum "Ich" in deinem Beten.

Helmuth hat geschrieben:Ja in der Tat, die WIR-Form sollte ich mir noch tiefer verinnerlichen. Du hast mir da eine gute Sichweise gegeben. Wie ist dein Verständnis nun der WIR-Form? Du hast dazu noch (für mich) zu wenig gesagt. Lass mich teilhaben.

Gern, lieber Helmuth.

Du schriebst, dass wir uns
Helmuth hat geschrieben: als ein Leib in Einheit verstehen sollen.

Ich würde noch weiter gehen: Das Vaterunser zeigt uns auf, dass wir ein Leib in Einheit SIND. Im Gottesdienst erfahre ich mich als Teil des Ganzen, als Glied am Leib Christi.

Richtig ist dann natürlich, dass wir
Helmuth hat geschrieben: alle täglich Brot, seine Vergebung und Bereitschaft allen zu vergeben, gute Führung und Bewahrung vor dem Bäsen benötigen.....Wir sind alle Sünder, sündigen fast täglich, haben dadurch Mangel an der Herrlichkeit Gottes und benötigen allesamt die Erlösung in Christus..

Dies ist die Lebenshaltung, die der Herr seinen Jüngern... und damit auch uns... aufgetragen hat, durch sein Gebet.

Du schriebst weiter:
Helmuth hat geschrieben:Spreche ich das Gebet aber z.B. wenn ich allein bin, so ist es eine intime Sache ganz zwischen mir und dem Herrn. Aber auch hier bete ich es im Geist in der WIR-Form vor und nehme dann zu den einzelnen Aufforderungen Stellung. D.h. ich denke nach, ob ich etwas irgendwo in Unfrieden mit anderen lebe, etwas zu bereinigen habe und dgl. mehr.

Das ist ein wichtiger Teil: Wie erfahre/bewähre ich mich als Teil des WIR. Bin ich ein brauchbares Mitglied... oder kann ich mich noch besser einbringen?

Bei mir ist es aber auch so: Auch beim Alleinbeten bin ich mir ganz bewusst der grossen Einheit der Betenden. Indem ich das Gebet spreche, das jeder Christ spricht, begebe ich mich hinein in die Gemeinde Christi.
Ich bin dann nicht nur allen lebenden Christen verbunden, sondern auch allen, die vor uns lebten und denen, die kommen werden. Die Kirche im Himmel und auf der Erde, die ewige Kirche wird so zu dem, was mein Beten mit trägt und mit dem ich mein Beten vereine.

Besonders deutlich wird das in der Göttlichen Liturgie, wo wir uns als irdische Kirche am Ort vereinen dürfen mit dem himmlischen, ewigen Gottesdienst, der im Himmel ohne Unterlass gefeiert wird. Leider erst mal nur für zwei Stunden... aber immer wieder und einmal hoffentlich für immer :clap:

Zu deiner umgekehrten Brot-Bitte
Helmuth hat geschrieben:"Herr, ich kann dir gar nicht genug dafür danken, dass du uns in einem reichen Land hast aufwachsen lassen, in dem nicht bloß Mich und Honig, fließt, nein es fließt sogar Wiener Schnitzel und bester Riesling Wein.

Ja, Ja, Ja! Und wenn es dann auch noch dahinein mündest, dass da nicht nur Dank ist, dass es uns gut geht, sondern auch der Wille, die zu unterstützen, denen es nicht so gut geht, dann ist das wunderbar.

In der Brotbitte sehe ich auch noch dies:
Wir bitten um das Brot für diesen Tag. Nicht darum, immer genug Brot und alles sonst, was wir brauchen, zu haben, sondern nur "genug für diesen Tag". Das hilft mir, mich weniger an meinen Besitz zu klammern und mehr zu vertrauen, dass Gott für mich sorgt, jeden Tag, wenn er schon die Sperlinge und die Lilien auch so gut pflegt...
Wir bitten um Brot. Um das Lebensnotwendige. Nicht um Luxus, nicht um Wohlergehen, sondern "nur" um Brot.
Wir bitten um das Brot des Lebens, das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Als Orthodoxe glaube ich, dass das eucharistische Brot dieses "Brot vom Himmel" ist, Christi Leib und sein kostbares Blut. Auch in diesem Sinn bitte ich um das notwendige Brot.

https://orthodoxcatholicmonastery.files ... .gif?w=665
Ich wünsche Dir einen guten Wochenstart und bin gespannt auf deinen Kommentar..
lieben Gruss
Maria
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Di 17. Jan 2017, 07:40

Mariette M. hat geschrieben:Ich wünsche Dir einen guten Wochenstart und bin gespannt auf deinen Kommentar..

Dafür danke ich dir und würde damit gerne das Feld "Vater Unser" zunächst als gut beleuchtet abschließen. Dass wie in der WIR-Form den Leib im Fokus haben sollen hast du mir sehr gut vermittelt und ich nehme das als neu gewonnene Erkenntnis in mein Glaubesnprogramm positiv mit auf.

Nochmals Danke :D

Ich würde nun gerne ein weiteres Feld betreten, das Gebiet der "Gebetserhörung". Ich denke da wird es erst richtig spannend.

Wie betet ihr? In der Erwartung, dass Gott hört? Oder dass er auch "ER-hört"? Ist nicht so ganz dasselbe, meine ich. Ich stelle vorerst diese Frage wieder ins Forum, warte ein paar eurer Kommentare ab, gebe dann alsbald auch gerne wieder meinen Senf dazu.
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Schoham » Do 19. Jan 2017, 17:46

Dieses Beten lernen braucht Zeit. Viele Jahre manchmal. So wird sich die Art des Betens verändern. Ich denke das Grösste wie ein Mensch beten kann, von ganzem Herzen zu sagen: Vater, Dein Wille geschehe und es auch so meinen.

Betet das Kind zum Vater im Himmel, so zu Gott der Mensch wurde und zu seinem Geist im Herzen nahe. Vielleicht müssen manche zuerst Kinder werden um kindlich einfach den Worten des Heilandes zu glauben. Für das Herz ist es einfach. Für das Gehirn und den Verstand, weil unerklärlich das Wunder - sehr schwer. Sobald Chaos, Unruhe, Durcheinander sich breit machen will im Kopf, hat es mir immer wieder geholfen und ich hatte viele solcher Zustände, zu denken: Gott wurde Mensch. So schön, so wunderbar, so herrlich. So einfach. Und dieser Gott hat einen Namen.
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Mariette M. » Do 19. Jan 2017, 18:17

Helmuth hat geschrieben:Nochmals Danke :D

Gern :)
Helmuth hat geschrieben:Ich würde nun gerne ein weiteres Feld betreten, das Gebiet der "Gebetserhörung". Ich denke da wird es erst richtig spannend.
Wie betet ihr? In der Erwartung, dass Gott hört?

Ja, bestimmt. Sonst könnte ich es ja gleich bleiben lassen...
Helmuth hat geschrieben:Oder dass er auch "ER-hört"? Ist nicht so ganz dasselbe, meine ich.

Ja, da gebe ich Dir Recht. Es ist nicht dasselbe.
Gebetserhörung setzt ja voraus, dass ich um einen bestimmten - mir genehmen - Ausgang einer Sache oder ein Ereignis -wieder ein mir genehmes - für einen bestimmten Menschen oder mich bete. Ich sage Gott gewissermassen, was ich mir wünsche. Das ist soweit ok, wenn ich dabei im "aber Dein Wille geschehe" bleibe.

Denn wer weiss: vielleicht ist es gar nicht Gottes Absicht, dass ein Mensch gesund wird, weil ER weiss, dass dieser Mensch ein Mörder werden würde?
Oder dass ein anderer, wenn er eine Prüfung bestünde, sein Wissen dann gegen andere Menschen einsetzen würde?

Deshalb ist meine Formulierung eher: Herr, ich mache mir Sorgen um N., bitte hilf Du ihm. Oder: Ich habe so Angst vor meiner Zukunft, Herr, erbarme Dich.

Das ist übrigens ganz so, wie meine Kirche betet: Bsp: Lasst uns beten für die Kranken und Gefangenen.... Herr erbarme Dich. (ER wird schon wissen, was sein Erbarmen für diese Menschen beinhaltet)

Bemerkung am Rande: Beim "Herr erbarme Dich" denkt ein orthodoxer Christ nicht wie ein Katholik oder Evangelischer "Herr, vergib mir"... sondern er denkt: "Herr, ich vertraue mich Dir an, bitte sorge Du dafür."

Und noch eine Bemerkung: Gar nicht ab kann ich Gebete für andere, die öffentlich die eigenen Ideen und Ansichten als "Gebet" tarnen:
Die beinhalten dann Formulierungen wie "Herr, Du weisst, dass"... und dann folgt eine halbe Predigt... oder noch schlimmer, und selbst erlebt: "Herr, lass N. erkennen, dass seine Rückenschmerzen davon kommen, dass er nicht vergebungsbereit ist....."

So. Jetzt Du :comeon:
Maria
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Fr 20. Jan 2017, 09:15

Schoham hat geschrieben:Dieses Beten lernen braucht Zeit. Viele Jahre manchmal. So wird sich die Art des Betens verändern. Ich denke das Grösste wie ein Mensch beten kann, von ganzem Herzen zu sagen: Vater, Dein Wille geschehe und es auch so meinen.

Schoham, da spricht mir jemand ganz aus der Seele (übrigens begrüße ich dich auch hier)

Im Laufe der Jahre hat mir Gott gezeigt, dass das Gebet bzgl. seines Willens eng mit seinem Reich verbunden ist, darum wird auch das in einem Zusammenhang erwähnt ... dein Reich komme, dein Wille gesche ... und danach ... wie im Himmel, so auf Erden.

Das steckt enorm viel drin. Ich will jetzt nicht Lehre hier machen, aber so habe ich erfahren wie viele Erhörungen ich erlebt habe, eben weil das zusammengehört.

Mein kleinstes Reich ist meine Familie, und ja, es ist SEIN Reich, nicht allein meins. Aber ich bin der irdische Vater, wie Gott mein himmlischer ist, das sehe ich konform zu ... wie im Himmel, so auf Erden.

Jahrelang habe ich dafür gebetet, dass z.B. meine Kinder sich Jesus anvertrauen. Gott hat es erhört. Aber damit fängt es auch erst wieder an. Jetzt muss ich beständig im Gebet sein, dass sie nicht nur an Jesus glauben, sondern auch auf seinen Wegen nachfolgen. Uiuiui, das gibt es so viel dafür zu beten, dass es wahrscheinlich nie enden wird.

Und dennoch, es hat im Jahr 2016 bie mir in dieser Hinsicht eine gewaltige Erhörung gegeben, dass ich z.B. mit meiner Schwiegertochter zum Frieden gekommen bin. Bis Ende 2015 gab es mächtig Zoff, zuletzt wegen einer Wohnungsgeschichte. Gott hat sich nun dieser angenommen und eine Lösung gefunden, die Frieden gebracht hatte. Nebenbei hat er damit weitere Wünsche, einer davon war sogar ganz profan mit erhört. Ich habe jetzt einen Balkon !!!

Und das bereitet mir soviel Freude, dass ich im Dank überfließe. Aber wichtiger ist selbstverständlich SEIN Wille, daher ist der Frieden imm erdas wichtigere als die Erfüllung eigner Wünsche. Dennoch ein Balkon! Juhu!

Vielleicht macht ihr mal Folgendes, ist nur so eine Idee, die mir grade in den Sinn kommt. Ich werde es auch machen: Schreibt eine Liste, welche Gebete Gott wahrlich erhört hat, und macht konkrete Dinge, kein religiöses Wischi Waschi. Echte Sachen. Und dann dankt erst einmal für das alles. Danach analysiert diese Sachen. Mal sehen was Gott derart offenbart. Ich hege die Vermutung, da lernt man am gut daraus was SEIN und was MEIN Wille ist.

Und da Sein Reich damit in Zusammenhang steht, so habe ich gesehen, dass damit einmal meine Familie davon einen enormen Anteil hat. Dann kommt alles andere.

Das wars mal so aus meinme Nähkästchen darüber ein wenig geplaudert. Jetzt bin ich auch auf eure Reaktionen und Erfahrungen gespannt.
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Sa 4. Feb 2017, 07:28

Hallo in die Runde,

Keiner mehr interessiert an der Art und Weise zu beten? Verwundert mich, dass ein derart wichtiges Thema nicht sonderlich wahrgenommen wird. Ok, dann muss ich damit leben.

Ich bete für euch: :pray:
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Keili » Sa 18. Feb 2017, 12:04

Helmuth hat geschrieben:Hallo in die Runde,

Keiner mehr interessiert an der Art und Weise zu beten? Verwundert mich, dass ein derart wichtiges Thema nicht sonderlich wahrgenommen wird. Ok, dann muss ich damit leben.

Ich bete für euch: :pray:


Also ich bete nie mit zusammen gefaltenenen Händen.
Ich versuche in der Liebe zu beten, wenn es mich innen dazu treibt, aber ich mach da kaum Worte. Es findet eher in einem geistigen Bild statt. Für mich bete ich kaum, höchsten in Form von spontanen Gedanken an Gott. Ich versuche Werke in Liebe und aus Liebe am Nächsten zu verrichten, was ich als das effektivste und praktische Gebet sehe.
Mein persönliches Beten besteht auch in der Beschäftigung mit dem Wort Gottes und das hineinhöre
n in diese Worte statt.

Liebe Grüße
Thomas
Nächstenliebe ist der Weg zur Gottesliebe.
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Helmuth » Mo 20. Feb 2017, 19:21

Keili hat geschrieben:Also ich bete nie mit zusammen gefaltenenen Händen.

Keine Sorge, ich bete so nicht, es gibt hier nur kein g'scheiteres Smiley :D

Keili hat geschrieben:Ich versuche in der Liebe zu beten, wenn es mich innen dazu treibt, aber ich mach da kaum Worte. Es findet eher in einem geistigen Bild statt. Für mich bete ich kaum, höchsten in Form von spontanen Gedanken an Gott.

Das finde ich schade. Denn so wie ein Ehepaar miteinander redet, so möchte auch Gott, dass es den regelmäßigen Austausch gibt. Beten beginnt damit, dass du einfach Gott Dinge sagst. Und Gebet beschränkt sich auch nicht nur auf das Reden. Es beinhalten auch Anbetung und Lobpreis.

Keili hat geschrieben:Ich versuche Werke in Liebe und aus Liebe am Nächsten zu verrichten, was ich als das effektivste und praktische Gebet sehe.

Das ist lobenswert, aber nicht Gebet. Warum fällt es dir schwer? Frage genau diese eine Frage mal Gott.

Keili hat geschrieben:Mein persönliches Beten besteht auch in der Beschäftigung mit dem Wort Gottes und das hineinhöre
n in diese Worte statt.

Das ist ein guter Ansatz. Und? Ist dir alles klar? Keine Fragen, Habe ich es richtig verstanden? kein Warum, Wieso, was soll ich denn nur tun, ist mein Handeln richtig, habe ich gestern gut gedient, wie sieht du mich? Habe ich gesündigt? Muss ich jemand um Vergebung bitten, ... ?

Also mir fallen gleich auf Anhieb 100 Gebetsanliegen ein. Willst du es nicht lernen? Bevor ich oft nur einen Fußbreit beginne starte ich mit Gebet und dann setze ich etwas in die Tat um. Dann folgt wieder Gebet, wie eine Rückfrage, ob ich am rechten Weg bin. Man kann es als die beiden Füße des Gehens betrachten, wobei der eine Fuß Gebet der andere Tat heißt und man setzt immer einen Schritt nach dem anderen. Und die Gehanleitung ist die Bibel.

Stell dir mal vor du hüpfst nur auf einem einzigen Bei die ganze Straße entlang. Ermüdend nicht wahr? Und es schmerzt mit der Zeit auch. So käme mir das vor. Klar, ich kenne auch Gebetsschwestern die immerzu nur beten, beten, beten. Das ist der andere einseitige Hüpfgang. :mrgreen:

Wie oft hätte sich z.B. schon manch Autofahrer nicht unnötig verfahren, aber man war nur zu stolz, die Fensterscheibe runterzukurblen und mal den nächsten zu fragen. Stattdessen irrt man stundenlang im Kreis und findet dann am Ende das Ziel erst wie durch Zufall. Manchmal kann es zu spät sein, z.B. Kinofilm längst vorbei.

Gebet vermag viel. Vielleicht unterschätzt du es nur. Aber ich will dich nicht volllabern, Sorry wenn das jetzt so rüberkommt. Was meinst du?
Herzliche Grüße
Helmuth
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Re: Lehre uns beten

Beitragvon Columba » Mo 10. Jun 2019, 17:10

Einen kurzen Gedanken zum Gebet:

Ein junger Mensch kommt zu einem Rabbi mit der Frage «Was kann ich tun, um die Welt zu retten?» Der Weise antwortet: «Soviel, wie du dazu beitragen kannst, dass morgens die Sonne aufgeht.» «Aber was nützen dann all meine Gebete und meine guten Taten, mein ganzes Engagement?» fragt der junge Mensch. Darauf der Weise: «Sie helfen dir, wach zu sein, wenn die Sonne aufgeht.»

Quelle: Briefkurs Ignatianische Spiritualität, Graz, 2008


Beten ist eine Vorbereitung, um die Seele bereitzumachen (zu disponieren), den göttlichen Willen zu suchen und zu finden. Beten ist aber nicht zu erzwingen. Nach Römer 8.15: Es ist der Geist Gottes in uns, der uns zu Söhnen und Töchtern Gottes macht und der in uns betet "Abba, Vater".


Grüsse Columba
Johannes 8,8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
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